Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 29. November 2015 bis Samstag 5. Dezember 2015

Erste Woche im Advent

Linda Paas

Das Ziel vor AugenSonntag
Vom Fischer zum ApostelMontag
Gottes Gnade und meine MithilfeDienstag
Ein Leib in ChristusMittwoch
Nur durch die aufrichtige Hingabe seiner selbstDonnerstag
Die Sache mit der BlindheitFreitag
Gesandt als ApostelSamstag


Das Ziel vor Augen

29. November 2015

Erster Adventssonntag

Linda Paas

Lk 21,25-28,34-36
In jener Zeit sprach Jesus: Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Wenn (all) das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe. Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, (so) wie (man in) eine Falle (gerät); denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.

Einführendes Gebet: Herr, du hast mir und allen Menschen das Leben geschenkt und ihm Sinn gegeben. Du hast mir die Möglichkeit gegeben, mein Leben auf ein Ziel auszurichten und durch deine Gnade ist mir bereits alles geschenkt, was ich auf dem Weg der Heiligkeit brauche. Lass mich meinen Weg erkennen und mein Leben immer wieder neu auf dich ausrichten.

Bitte: Gott, hilf mir, dass ich mich immer wieder für dich als das Ziel meines Lebens entscheiden kann.

1. Am Anfang steht das Ende. Es erscheint beim ersten Lesen seltsam, dass gerade am ersten Tag des neuen Kirchenjahres Jesu Rede über die Endzeit steht. Vielleicht kommt dieser Text dem Einen oder Anderen für den ersten Advent zu wenig romantisch vor. Doch ist seine Platzierung nicht zufällig, denn er konfrontiert uns am Anfang des neuen Kirchenjahres mit dem Ziel unseres Lebens. Suchen wir die Romantik der christlichen Traditionen? Oder ist es unser Ziel, den Kampf der Heiligkeit zu kämpfen, unser Kreuz zu tragen, um Gott zu dienen? Papst Franziskus macht es vor, indem er bei allem das rechte Ziel vor Augen behält und immer wieder auf das hinzuweisen, was eigentlich zählt.

2. Am Ende steht der Anfang. Wenn man es lediglich aus menschlicher Sicht beurteilt, muss einem das heutige Evangelium wie die Prophezeiung eines schrecklichen Endes vorkommen. Jesus sagt selbst, dass die Menschen vor Angst vergehen werden! Doch wer den Text in der Perspektive des Glaubens liest, schaut hinter die Wand der vordergründigen Ereignisse und merkt, wie in jeder Zeile die Hoffnung und Vorfreude auf den Anfang des ewigen Lebens wächst. Warum prophezeit Jesus hier so schlimme Naturkatastrophen? Er macht deutlich, dass der größte Schrecken, die Erschütterung dieser Welt und ihrer Gesetze, auf die wir uns so sehr verlassen, gleichzeitig der Anfang einer neuen Welt sein wird, sobald Gott „mit großer Macht und Herrlichkeit“ einschreitet. So ist letztlich nicht der Schrecken Ziel und Zweck der Entwicklung, sondern die Erlösung und eine neue Welt, die ewig bleibt.

3. Entscheiden wir uns! Jesus mahnt uns, dass wir uns in Acht nehmen sollen, dass „jener Tag“ uns nicht plötzlich überrascht. Wie können wir aber vor dieser unliebsamen Überraschung bewahrt werden? Jesus gibt uns die Lösung an die Hand: Wir sollen wachen und beten. Was beten bedeutet, ist relativ klar, doch was heißt es zu wachen? Damit ruft Jesus uns dazu auf, uns immer wieder bewusst für Gott und das ewige Leben mit ihm zu entscheiden und nach dieser Entscheidung zu handeln. So können wir, wenn unser irdisches Leben zu Ende geht, durch Gottes Gnade „vor den Menschensohn hintreten“ um seine Erlösung zu empfangen.

Gespräch mit Christus: Geliebter Jesus, du breitest deine Arme aus und rufst mich liebevoll: „Komm!“ Auch wenn ich eigentlich zu dir kommen möchte, fällt es mir trotzdem immer wieder schwer, danach zu handeln. Bitte hilf mir, dass ich mich in diesem Advent immer wieder neu dazu entscheide, dir nachzufolgen, damit ich dir immer ähnlicher werden darf.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte mir heute überlegen, was das Ziel meines Lebens ist. Wenn ich mich mit Gottes Gnade für das Ziel der Heiligkeit entscheide, möchte ich mir heute ganz konkret vorstellen, was ich tun und wie ich mich verhalten müsste, um heilig zu sein.


Vom Fischer zum Apostel

30. November 2015

Montag der ersten Woche im Advent
Hl. Apostel Andreas

Linda Paas

Mt 4,18-22
In jener Zeit, als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus.

Einführendes Gebet: Jesus, du bist groß in deinen Taten und doch erkennen wir deine Größe manchmal nur auf den zweiten Blick. Was du tust, kommt uns oft schlicht und einfach vor. Manchmal öffnet uns aber ein kurzes Innehalten die Augen, denn du sprichst zu uns in der Stille, in der Einfachheit. Ich möchte jetzt innerlich still werden, um deine Stimme und deine Weisung zu erkennen.

Bitte: Herr, bitte lehre mich immer wieder das Staunen über meine Mitmenschen, denn du liebst jeden Menschen und freust dich, dass er da ist.

1. Einfache, aber entschlossene Fischer. Im heutigen Evangelium ruft Jesus einfache Fischer in seinen Dienst. Das allein ist es wert, betrachtet und bestaunt zu werden. Er versammelt nicht die Bildungselite und Herrscher um sich, um die Bekehrung der Welt in Angriff zu nehmen, sondern es sind oftmals die kleinen, einfachen Menschen, denen er seine Sendung in besonderer Weise anvertraut. Aus menschlicher Sicht ist das vollkommen verrückt. Warum sollte irgendjemand auf diese einfachen Menschen hören, welche Weisheiten können sie schon verbreiten? Aber so zeigt Gott umso mehr seine Größe und was für uns oft schwer zu begreifen ist, offenbart sich: Die Kraft Gottes erweist sich in unserer Schwäche. Was aber braucht man, um Jesus so nachfolgen zu können, wie seine Apostel? Entschlossenheit und Glauben. Die Apostel verlassen ihr altes Leben auf den Ruf Jesu hin sofort (vgl. auch Lk 18,18-23 als Gegenbeispiel). Es geht also nicht um unsere Intelligenz oder die Erbringung irgendwelcher Leistungen, sondern Christus bittet uns einzig und allein darum, ihm im Glauben entschlossen nachzufolgen.

2. Der Ruf Gottes. Oft denken wir, dass wir erst dieses oder jenes im geistlichen Leben erreicht haben müssen, um wirklich für Gott und unsere Mitmenschen etwas bewirken zu können. Diese Einstellung erinnert an die heutige Familienplanung vieler junger Menschen: „Erst Karriere, Auto, Haus, dann langsam über Kinder nachdenken. Ich will denen ja was bieten können.“ Der Gedanke dahinter ist, dass wir selber entscheiden wollen, wann wir bereit sind, uns für die Neuevangelisierung unserer Mitmenschen einzusetzen, wir wollen unser Leben selber im Griff haben. Das lässt aber nur wenig Raum für Gottes Wirken. Gott ruft uns, wenn wir es nicht erwarten. Er hat einen Plan, den wir nicht verstehen: Er nimmt uns so, wie wir sind, er ruft uns aus jeder Lebenssituation heraus, genau jetzt. Sind wir wirklich bereit, das Steuer unseres Lebens ganz Gott zu übergeben, im Vertrauen, dass er unsere Wege lenkt? Es ist gut zu erkennen, dass wir das von uns aus nicht „schaffen“ können. Unser geduldiger, fürsorglicher Vater versteht uns und gibt, wenn wir ihn bitten.

3. Der Tanz mit Gott. Jesu trägt heute seinen Jüngern auf: „Kommt“, „folgt mir nach“ und „ich sende euch aus“. Das ist auch der Kern einer christozentrischen Spiritualität: Jesus kennen und lieben lernen und Gottes Liebe im Apostolat weitergeben. Man kann diese Punkte als Stufen ansehen, die nacheinander beschritten werden müssen, doch sind sie wohl eher als ein Tanz mit Gott zu verstehen: Wir müssen unseren Teil dazu beitragen, indem wir uns auf Gott einlassen, aber Gott führt seine Braut, die Kirche. Je mehr wir von unserer Unwilligkeit loslassen, desto schöner wird der Tanz und desto mehr Spaß macht er. Dadurch, dass wir ihm die Führung mehr und mehr überlassen, können wir Gott ganz persönlich kennenlernen, wie er sich bewegt, wie er uns führt. Das geht über jedes theoretische Wissen hinaus. Und letztlich ist es so: Wer sieht, wie ein Paar wunderschön und liebevoll tanzt, sehnt sich auch nach einer solchen Verbindung. Wenn die Sehnsucht geweckt ist, fehlt manchmal nur eine kurze Frage: Willst du auch mal mit Gott tanzen?

Gespräch mit Christus: Vater, du lädst mich ein, mich ganz auf dich einzulassen. Wenn du mich führst, kann ich die nächste Figur, die du mit mir tanzen willst, oft nicht erkennen. Schenke mir ein waches und offenes Herz, damit ich immer wieder bereit bin, meinen Glauben zu vertiefen und mein Leben mehr nach dir auszurichten.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich mir überlegen, in welchem Punkt ich mich noch nicht ganz auf Jesus eingelassen habe. Diesen Punkt möchte ich ihm heute ganz hingeben, damit er mir hilft, mich mehr und mehr für ihn zu öffnen.


Gottes Gnade und meine Mithilfe

1. Dezember 2015

Dienstag der ersten Woche im Advent
Hl. Natalia, Märtyrerin
Hl. Charles de Foucauld, Missionar

Linda Paas

Lk 10,21-24
In jener Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Einführendes Gebet: Guter Gott, deine Liebe ist unendlich und mit deiner Größe und Schönheit willst du uns in unserem Herzen berühren. Staunend stehen wir vor dir und preisen dich zusammen mit deinen Engeln. Vor dir sind die größten Herrscher klein, du machst den geringsten Diener groß. Weise sind deine Worte und glühend deine Liebe. Gepriesen bist du in alle Ewigkeit!

Bitte: Geliebter Gott, schenke mir Offenheit, damit ich die Sendung, zu der du mich aufrufst, verstehe. Schenke mir Glauben, damit ich auf dich vertraue, und schenke mir Mut, damit ich deinen Ruf annehme und mein Leben vom Heiligen Geist durchdringen lasse.

1. Die Gnade der Erkenntnis und das Geschenk des Mitwirkens. Jesus sagt, dass „niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.“ Gottes Gnade ermöglicht uns den Schritt zum Glauben. Wir können den Glauben aber nur als Ganzes annehmen und nur den kleinsten Anteil dazu beisteuern. Pater John Bartunek LC beschreibt das einmal in etwa so: Wir wollen z.B. zu Weihnachten eine gebratene Gans essen. Wie viele Stationen müssen durchlaufen werden, damit wir die Nahrungsmittel zur Verfügung haben?! Der Bauer, der die Gans füttert, der LKW-Fahrer, der die Gänse zum Schlachthof transportiert, die Verkäuferin, die die Gans verkauft, die Arbeiter, die die Straßen, Autos, Messer, … gebaut haben, damit wir die Gans kaufen und zubereiten können. Gott schenkt uns das „Mahl“ unseres Lebens überhaupt. Aber er möchte auch, dass wir uns darauf vorbereiten, dass wir Mitwirkende an seiner Heilsgeschichte werden.

2. Freut euch! Wie bewegt zeigt sich Jesus doch, wenn er im heutigen Evangelium in Jubel ausbricht. Obwohl seine Freude nur auf Papier geschrieben wurde, ist sie für uns greifbar und kann uns wirklich beeindrucken. Von einer solchen überfließenden Freude spricht er, als er sagte: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10). Diese Freude ist auch mit dem Wort „selig“ gemeint, z.B. in den Seligpreisungen. Wir sind alle gerufen, in Jesu Freude und Lobpreis einzustimmen. Gott will, dass wir unsere Herzen so weit füllen, dass sie mit seiner Liebe „überlaufen“.

3. Das Herz: der Ort, wo wir unserer Entscheidungen treffen. Jesus jubelt über seinen Vater, weil er „all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart“ hat. Was steckt hinter diesem Jubelruf? Wen meint er, wenn er von den Weisen und Klugen spricht? Wie so häufig richtet er auch hier wieder unseren Blick auf das Wesentliche und ruft uns so zur Umkehr. Hier wird eine Parallele zur Mahnung zur Bescheidenheit sichtbar (Lk 14,7 ff.), in der Jesus sagt, man solle sich nicht auf den Ehrenplatz setzen, weil man sich vielleicht zu hoch (oder für unser Beispiel zu weise und klug) einschätzt. Wer denkt, seine Weisheit und Klugheit seien eigener Verdienst, dem bleibt die Wahrheit verborgen. Wer aber weiß, dass er vor Gott unmündig ist, kann sich für Gottes Gnade öffnen und so seine Größe erkennen und zusammen mit Jesus jubeln. „Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich“ (Mt 5,3).

Gespräch mit Christus: Vater, du sprichst zu meinem Verstand, meinen Gefühlen und meinem Herzen. Du kennst mich durch und durch, denn du hast mich selbst geschaffen. Du liebst mich genau so, wie ich bin. Schenke mir die Gnade, dich immer besser zu erkennen, erfülle mich mit deinem Heiligen Geist und schenke mir Demut und Weisheit, damit ich mich für deine Gnade weiter öffnen kann.

Möglicher Vorsatz: In der vergangenen Woche habe ich Gutes unterlassen. Ich nehme mir heute konkret vor, in der kommenden Woche, vielleicht schon heute, etwas Gutes zu tun, was ich sonst nicht tue.


Ein Leib in Christus

2. Dezember 2015

Mittwoch der ersten Woche im Advent
Hl. Luzius von Chur, Bischof
Hl. Bibiana, Märtyrerin

Linda Paas

Mt 15,29-37
In jener Zeit kam Jesus an den See von Galiläa. Er stieg auf einen Berg und setzte sich. Da kamen viele Menschen und brachten Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere Kranke zu ihm; sie legten sie vor ihn hin, und er heilte sie. Als die Menschen sahen, dass Stumme plötzlich redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gehen und Blinde sehen konnten, waren sie erstaunt und priesen den Gott Israels. Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen. Da sagten die Jünger zu ihm: Wo sollen wir in dieser unbewohnten Gegend so viel Brot hernehmen, um so viele Menschen satt zu machen? Jesus sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben, und noch ein paar Fische. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern, und die Jünger verteilten sie an die Leute. Und alle aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übrig gebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll.

Einführendes Gebet: „Staunenswert sind deine Werke.“ (Ps 139,14) Du bist groß, oh Herr, und doch hast du „Mitleid mit diesen Menschen“. Du bist allmächtig und kümmerst dich um die Kranken und Schwachen. Du bist vollkommen und wirst Mensch, um die Sünder zu erlösen. Ich kann deine Größe nicht begreifen. Alles, was du tust, kann ich nur staunend betrachten. Ich danke dir, dass du uns Menschen das Staunen geschenkt hast, denn sonst hätte ich keine angemessene Möglichkeit, dich und deine Werke zu betrachten.

Bitte: Herr, heute hungern wieder viele Menschen auf der ganzen Welt. Schenke ihnen Menschen, die sich für sie einsetzen und den Hunger wirksam bekämpfen.

1. Das Gebet des Staunens. Sie waren „erstaunt und priesen den Gott Israels“. Es ist wunderschön zu betrachten, wie Jesus die Menschen dazu veranlasst, begeistert zu beten. Jeder sollte sich folgende Frage stellen: „Wie oft preise ich Gott aus einem Staunen heraus?“ Wenn wir der Meinung sind, dass wir das auf jeden Fall öfter in unser Gebet einfließen lassen könnten, dann richten wir unsern Blick doch auf die Natur: Die gewaltigen Berge, der unaufhaltsame Wind, einen filigranen Schmetterling, die Zugkraft des Fadens eines Spinnennetzes, die verschwenderische Schönheit von Gottes Schöpfung. Und die Krönung der Schöpfung ist der Mensch! Es gibt nichts Schöneres auf der Welt. Auch Psalm 139 hilft uns dabei, immer mehr vor Gott zu staunen.

2. Die Glieder eines Leibes. Warum taucht das Wort „ein Fleisch werden“ im katholischen Glauben immer wieder in verschiedenen Variationen auf? In der Eucharistiefeier beten wir, dass uns Jesu Leib und Blut stärke, „damit wir ein Leib und ein Geist werden in Christus.“ (Drittes Hochgebet nach der Akklamation „Geheimnis des Glaubens“) In der Schrift heißt es: „Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch.“ (Gen 2,23) „Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch“ (Gen 2,24; ähnlich in Mk 10,8 und Eph 5,31). „Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen“ (1 Kor 12,13) usw. Die heilige Kommunion ist als Brot des Lebens für uns Speise und Wegzehrung, weil wir sonst „unterwegs“ zusammenbrechen. In diesem Sinn hat sie ungeahnte Tiefendimensionen, denn Jesus gibt sich selber hin, damit wir ihn nicht nur im Geiste, sondern auch leibhaftig in uns aufnehmen können. Auf diese Einheit Jesu mit seiner Braut, der Kirche, will uns das heutige Evangelium unter anderem aufmerksam machen.

3. Alle. Im heutigen Evangelium kümmert sich Jesus um das Wohl aller. Erst heilt er die Kranken, dann gibt er allen zu essen, dass sie satt werden. Bei den Heilungen steht geschrieben: „und er heilte sie“. Es steht nicht „und er heilte die Gläubigen/einige/nur die Aussätzigen“. Man kann also davon ausgehen, dass er auch das Heilungswunder an allen tut, die zu ihm gebracht werden. Damit gibt uns Jesus ein Signal, dass wir uns auch um die Nöte derer kümmern sollen, die uns im Glauben oder der Lebensweise nicht so nahe stehen. Oftmals hat man aber logischerweise vor allem das nähere Umfeld im Gebet eingeschlossen. Jesus gibt uns im heutigen Evangelium Anreiz, auch für fremde Menschen, ungeachtet ihrer Lebensweise, zu beten, grenzenlos zu lieben.

Gespräch mit Christus: Vater, du sorgst dich um alle Menschen. Deine Güte ist groß und du bist verschwenderisch mit deinen Gaben. Oftmals bin ich aber knauserig und liebe auf Raten, nicht nach deinem Vorbild. Hilf mir, das zu akzeptieren und mich so anzunehmen, wie ich bin. Schenke mir dann aber auch die Gnade, dass ich jeden Tag ein wenig daran arbeiten kann, mehr zu lieben.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich ganz besonders für eine Person beten, die ich nicht kenne, die ich vielleicht nur einmal irgendwo gesehen habe.


Nur durch die aufrichtige Hingabe seiner selbst

3. Dezember 2015

Donnerstag der ersten Woche im Advent
Hl. Franz Xaver SJ, Missionar
Hl. Gerlinde

Linda Paas

Mt 7,21,24-27
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt. Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.

Einführendes Gebet: Vater, du bist unendlich groß und mächtig. Du liebst uns in vollkommener Weise, bist gütig und weise. Dir sei Lob und Dank in Ewigkeit. Amen.

Bitte: Gütiger Gott, gib mir den Mut, das Apostolat zu einer Aufgabe des Alltags zu machen. Hilf mir, den Glauben wirklich in überzeugter und anziehender Weise vorzuleben und weiterzugeben, um so viele Menschen für dein Reich zu gewinnen.

1.  Nur durch die aufrichtige Hingabe seiner selbst. Jesus spricht im heutigen Evangelium darüber, dass es nicht genügt, ihn zu erkennen und mit Worten als den „Herrn“ zu verehren. Es geht auch um unser Tun. Handeln wir nach dem Willen Gottes? Da wir alle mit und in der gefallenen Natur des Menschen leben, können nur Jesus selbst und seine heilige Mutter diese Frage mit einem uneingeschränkten „Ja“ beantworten. Aber trotzdem ruft uns Jesus, der all unsere Mühen und Kämpfe kennt, dazu auf, nach dem Willen Gottes zu handeln, da „der Mensch, der auf Erden die einzige von Gott um ihrer selbst willen gewollte Kreatur ist, sich selbst nur durch die aufrichtige Hingabe seiner selbst vollkommen finden kann.“ (Gaudium et spes, 24,3)

2. Aktiv sein. Die Kirche ist apostolisch. Oft sind wir aber zu bequem oder finden es lästig, uns aus dem Fenster hinauszulehnen, um andere Menschen herbeizurufen und zu Jesus zu bringen. Vielleicht ist die Weitergabe dessen, was wir empfangen haben, auch unser schwacher Punkt? Wir dürfen und sollen vor anderen Menschen offen von Gott reden und mit ihnen über ihn staunen. Leider trauen wir uns das oft nicht. Durch das heutige Evangelium wird aber klar: Worte allein reichen nicht aus. „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ Beten wir heute besonders darum, dass wir uns das nächste Mal einen Ruck geben können, um vor unseren Mitmenschen den Glauben in Taten zu bekennen, und seien sie noch so klein.

3. Verwurzelt im Glauben. Was sagt das heutige Evangelium aus? Unter anderem Folgendes: Wer den Willen Gottes tut, dessen Glaube treibt tiefe Wurzeln. Das Handeln besitzt also eine besondere Bedeutung für die Vertiefung des Glaubens. „Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“ (Mt 3,10) Das mag uns übertrieben vorkommen, als beträfe es uns nicht. Aber genau betrachtet, ist für eine sendungsbewusste Kirche ein reines Gebet ohne Initiativen im Apostolat wie ein Fasten, bei dem man den Kopf hängen lässt (vgl. Jes 58,5), wie Salz, das seinen Geschmack verloren hat (vgl. Mt 5,13). „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ (Mt 6,33)

Gespräch mit Christus: Jesus, ich möchte dir nachfolgen und ein Apostel sein. Doch oft fällt es mir schwer, deinen Willen zu erkennen. Und wenn ich ihn erkannt habe, fehlt mir manchmal die Kraft, danach zu handeln. Bitte schau gütig auf mich. Ich will versuchen, dir jeden Tag ein bisschen mehr nachzufolgen, und doch schaffe ich es ohne deine Hilfe nicht. Lass mich erkennen, dass du mir bereits unendlich viel geschenkt hast und hilf mir, die Gaben und Talente, die du mir gegeben hast, anzunehmen und für das Wohl meiner Mitmenschen einzusetzen.

Vorsatz:  Heute möchte ich mir überlegen, wie ich apostolisch tätig sein kann. Das kann sehr klein beginnen: Vielleicht mache ich vor dem Essen in der Mensa ein Kreuzzeichen, das ich nicht verstecke. Oder ich spreche einen Freund an, ob er schon weiß, dass der katholische Glaube ein spannendes Abenteuer in freundschaftlicher Verbundenheit mit Christus ist.


Die Sache mit der Blindheit

4. Dezember 2015

Freitag der ersten Woche im Advent
Hl. Barbara, Märtyrerin
Adolf Kolping

Linda Paas

Mt 9,27-31
In jener Zeit, als Jesus vorüberging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids! Nachdem er ins Haus gegangen war, kamen die Blinden zu ihm. Er sagte zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich euch helfen kann? Sie antworteten: Ja, Herr. Darauf berührte er ihre Augen und sagte: Wie ihr geglaubt habt, so soll es geschehen. Da wurden ihre Augen geöffnet. Jesus aber befahl ihnen: Nehmt euch in Acht! Niemand darf es erfahren. Doch sie gingen weg und erzählten von ihm in der ganzen Gegend.

Einführendes Gebet: Gott, du willst uns berühren, nicht nur oberflächlich, sondern bis in die Tiefe unserer Menschlichkeit. Du bist geduldig und wartest ab, bis wir zu dir kommen, weil du uns liebst und uns einen freien Willen geschenkt hast. Dafür danke ich dir und staune, dass du auf meine Entscheidung wartest.

Bitte: Vater, du kennst mich und mein Inneres. Du weißt, was ich brauche. Gibt es in mir eine „Blockade“, die dich daran hindert, wirklich mit mir eins zu werden? Lade ich dich offen und freudig zu mir ein, tue dann aber nicht wirklich deinen Willen? Bitte, lass mich dich offen zu mir einladen, und schenke mir die innere Freiheit, um von Herzen zu dir sagen zu können: „Dein Wille geschehe!“.

1. Der Körper ist eine heilige Gabe. Wie so häufig in den Evangelien dieser Woche, wirkt Jesus heute ein Wunder. Viele Heilungen haben eine deutliche körperliche Komponente. Warum ist das so? Manche Katholiken sind immer noch der Auffassung, der Körper wäre schlecht oder sogar böse, der Geist allein sei gut. Dem widerspricht der heilige Johannes Paul II. eindeutig. „Der Leib, und nur er, kann das Unsichtbare sichtbar machen: das Geistliche und das Göttliche“ (Johannes Paul II. in der 19. Katechese zur Theologie des Leibes vom 20.02.1980). Dadurch erfährt unsere Leiblichkeit tiefe Wertschätzung und es wird eine Wechselwirkung zwischen Körper und Geist aufgezeigt. Ohne unseren Körper kann unser Inneres nicht sichtbar werden. Inneres muss aber sichtbar werden, um Gemeinsamkeit zu schaffen. „Es ist nicht gut, [wenn] der Mensch allein bleibt.“ (Gen 2,18) Das hat Gott selber festgestellt. Wir brauchen also einen Körper, um ganz erfüllt Mensch sein und das Göttliche sichtbar machen zu können.

2. Die Sache mit der Leiblichkeit. Glauben wir heute noch an körperliche, greifbare Wunder? Manchmal hört man, die Wunder in der Heiligen Schrift seien alle nur im übertragenen Sinne gemeint. Der heilige Johannes Paul II. spricht klare Worte zur Würdigung des Körpers: „Die Tatsache, dass die Theologie auch den Leib miteinbezieht, darf niemanden, der um das Geheimnis und die Wirklichkeit der Inkarnation weiß, verwundern oder überraschen.“ (Johannes Paul II., Katechese 23,4 vom 2.4.1980 zur Theologie des Leibes) Und er führt fort: „Die Menschwerdung – und die daraus folgende Erlösung – ist auch zur entscheidenden Quelle für den sakramentalen Charakter der Ehe geworden“ (ebd.). Der Leib ist daher gut und so, wie es nicht verwundern sollte, dass Gott den Körper, dem er später die Auferstehung schenkt, auch schon auf Erden heilen kann, sollte es nicht verwundern, dass die Leiblichkeit in der Ehe eine sakrale Dimension besitzt.

3. Die Sache mit dem Willen Gottes. Wie häufig geht es uns so, dass wir sofort Ja rufen, sobald wir etwas geschenkt bekommen. Wenn es aber darum geht, schwere Aufgaben zu übernehmen, melden wir uns nicht gerne. Im heutigen Evangelium spricht Jesus die zwei Blinden zweimal an: einmal mit einer Bitte und einmal mit einer Aufforderung. Oft geht es uns wie den Blinden: Wir bitten Gott darum, unsere Augen zu öffnen, dann aber hören wir nicht auf Gottes Willen, sondern setzen unseren Kopf durch. Vielleicht dachten die Geheilten, sie müssten Jesus den Ruhm bescheren, den er verdient habe, und erzählten in guter Absicht weiter, was ihnen widerfahren war. Aber das war nicht Jesu Wille.

Gespräch mit Christus: Vater, manchmal geht es mir so, dass ich deinen Willen erkenne, aber nicht darauf vertraue, dass er für mich das Beste ist. Ich denke dann, dass etwas anderes viel besser wäre, und handele nach meinen eigenen Plänen. Du aber hast in diesen Fällen einen anderen Plan. Schenke mir Vertrauen, um nicht wie Adam und Eva zu meinen, du würdest mir etwas vorenthalten. Du bist mein Vater und willst mir alles erdenkbare Glück schenken. Du liebst mich in vollkommener Weise und unendlich. Dafür danke ich dir. Ich liebe dich.

Möglicher Vorsatz: Heute bitte ich in der Stille des Gebets ganz bewusst den Heiligen Geist um Erleuchtung, damit er mir zeigt, ob es etwas gibt, worin ich gegen Gottes Willen handle, weil ich glaube, es besser zu wissen als er. Diese Situation könnte ich auch ganz bewusst in der nächsten Beichte ansprechen.


Gesandt als Apostel

5. Dezember 2015

Samstag der ersten Woche im Advent
Hl. Reinhard, Bischof

Linda Paas

Mt 9,35-10,1,6-8
In jener Zeit zog Jesus durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Er gebot ihnen: Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Einführendes Gebet: Jesus, du bist umhergezogen, hast das Evangelium verkündet und Kranke geheilt. Auch uns rufst du zum Apostolat, um viele Menschen, die oft ohne Orientierung sind, zurück zu dir zu führen. Dein Mitleid gab dir immer wieder neue Kraft, für uns weiter zu machen, auch als es für dich unendlich schwer wurde. Das bewundere ich sehr an dir, Jesus.

Bitte: Vater, schenke uns deine Gnade, dass wir in Wort und Tat dich immer besser nachahmen und so ein treues Werkzeug für die Ausbreitung deines Reiches unter den Menschen werden.

1. Jesus hat Mitleid mit den Menschen. Es kann einen sehr bewegen, wenn man sieht, was Jesus alles aus Mitleid für die Menschen tut. Er wirkt das Wunder der Brotvermehrung, heilt Kranke, Aussätzige, treibt Dämonen aus und weckt die Toten auf, … Wenn wir uns ein Vorbild an Jesu Mitleid nehmen, dann entdecken wir, dass jeder Mensch dieses Mitleid von ganzem Herzen verdient hat. Besonders die, die weit davon entfernt sind, Gottes Willen zu tun, denn ihnen fehlt die befreiende Annahme der Liebe Jesu. Und letztlich sind wir alle davon betroffen. Wir alle legen uns die Fesseln des Misstrauens und des Ungehorsams an, weil wir es in unserer gefallenen Natur nicht besser können. Wenn wir aber unseren Mitmenschen gegenüber Mitleid üben, dann öffnen wir uns Stück für Stück immer mehr für das Wirken Gottes in uns.

2. Wunder, die am Leib geschehen. Es liegt ein tiefer Sinn darin, dass die Wunder der Heiligen Schrift nicht nur metaphorisch gemeint sind. Wir sind Menschen, sind eine Einheit aus Leib und Seele. Darum werden wir ja auch nach der Auferstehung unseren verherrlichten Leib besitzen. Auch Jesus besaß einen Leib. Und er ist mit ihm in den Himmel aufgefahren, worin die höchste Auszeichnung für den Leib besteht. Dass Wunder am Leibe geschehen, ist also wichtig, und Jesus selber führt bei Lazarus‘ Tod weitere Gründe auf. Er sagt: „Ich will, dass ihr glaubt“ (Joh 11,15) und Lazarus‘ Krankheit diene „der Verherrlichung Gottes“ (Joh 11,4). Jesus will, dass wir Gottes Allmacht sehen und „be-greifen“ können.

3. Jesus fordert uns zur Mitarbeit auf. Jesus ist wahrer Gott. Er könnte einfach sagen: „Alle Menschen sind von nun an bis in Ewigkeit geheilt.“ Doch warum tut er das nicht? Ein Grund mag sein, dass wir als Abbilder Gottes (vgl. Gen 1,27) dazu berufen sind, so zu lieben wie Gott. Jesus Christus ruft uns auch im heutigen Evangelium dazu auf, wie er zu handeln. Er nimmt sich zurück, damit er die Apostel anlernen kann. Schließlich sollen sie auch nach Jesu Auferstehung das Wirken Gottes in der Welt offenkundig machen. Lassen auch wir uns als Gottes Arbeiter aussenden, damit sein Reich und seine Erlösung in unserer Welt verkündet werden.

Gespräch mit Christus: Vater, du willst uns ganz heil machen, uns ganz heiligen. Du willst unseren Geist, unsere Seele und unseren Leib für unsere Heiligung unversehrt bewahren (vgl. 1 Tess 5,23). Hilf uns, dass wir unseren Wert, unsere Königswürde, die du uns und allen Menschen geschenkt hast, immer tiefer verstehen. Bitte schenke mir ein offenes Ohr und ein offenes Herz, damit ich deinem Willen entsprechend handeln kann.

Möglicher Vorsatz: Jesus fordert uns auf, den Herrn der Ernte darum zu bitten, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Darum möchte ich heute ganz besonders für geistliche Berufungen beten.