Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 18. Oktober 2015 bis Samstag 24. Oktober 2015

Neunundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Carmen Gallinger

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener seinSonntag
Vor Gott reich seinMontag
Selig die Knechte, die der Herr wach findetDienstag
Der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartetMittwoch
Ich bin gekommen um Feuer auf die Erde zu werfenDonnerstag
Die Zeichen dieser ZeitFreitag
Der FeigenbaumSamstag


Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein

18. Oktober 2015

Neunundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Hl. Evangelist Lukas

Carmen Gallinger

Mk 10,35-45
In jener Zeit traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Einführendes Gebet: Herr Jesus Christus, du kennst mich mit all meinen Leidenschaften, Ängsten und Wünschen. Vor dich darf ich kommen, wie ich bin, und aus deiner Liebe darf ich Kraft für meinen Alltag schöpfen. Ich will dir mein Herz öffnen, damit ich auf deine Stimme hören und von deiner selbstlosen Hingabe lernen kann.

Bitte: Herr, ich bitte dich, schenke mir die Gnade, die Angst vor dem Leiden und der Hingabe zu verlieren, damit ich dir auf dem Weg des Kreuzes nachfolgen und so immer näher zu dir gelangen kann.

1. „Lass uns rechts und links neben dir sitzen.“ Die Offenheit, mit der Jakobus und Johannes zu Jesus kamen, ist in gewissem Sinn beneidenswert. Sie scheuten sich nicht davor, ihm zu sagen, was sie sich wünschten. Auch wenn es sicher etwas überheblich war, Jesus um den Platz an seiner Linken und an seiner Rechten zu bitten, hatten sie doch im Grunde das ehrliche Bedürfnis, Jesus zu zeigen, dass sie ihm immer nahe sein wollten. Mit seinem wohlwollenden Blick erkennt Jesus dieses Bedürfnis, doch kennt er auch ihr Verlangen nach Ruhm und Ehre und zeigt ihnen sanftmütig im Dialog den Weg zur wahren Nähe zu ihm. Traue ich mich, Jesus ehrlich meine Wünsche zu offenbaren? Bin ich offen dafür, dass er mich belehrt und mir möglicherweise einen anderen Weg zeigt?

2. „Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke?“ Die Frage Jesu an Jakobus und Johannes ist direkt, die Antwort der Brüder überstürzt. Jesus weiß bereits, dass seine Jünger ihm vorerst nicht bis ans Kreuz folgen werden. Unserem Erlöser ging es nie darum, viele Anhänger um sich herum zu haben, die seine Gottheit verkünden und seinen Ruhm nach außen sichtbar machen. Jesus scheute nicht davor zurück, allein gelassen zu werden. Unserem Erlöser ging es um unser Seelenheil, er wünscht sich von uns wahrhaftige Liebe und reine Herzen, die in der Lage sind, auch dann zu lieben und zu dienen, wenn ihnen die Menschen hierfür keine Ehre zollen. Wie rein ist meine Liebe, Herr? Suche ich mir selbst zu gefallen oder wünsche ich mir, dir auch im Kreuze nahe zu sein?

3. „Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.“ Keiner kennt das menschliche Herz so gut wie Jesus Christus. Er selbst ist Mensch geworden und hat uns in vollendeter Weise vorgelebt, was es heißt zu dienen. Im Kleinen dürfen wir groß sein, denn ob wir Gott gefallen, hängt nicht von äußerlichem Ruhm, Wohlstand oder Talenten ab, sondern von der Aufrichtigkeit und Demut unserer Herzen. Wir sind erlöst von Leistungszwang und falschem Reichtum und von Christus eingeladen, ihm bis ans Kreuz zu folgen. Er für seinen Teil wird uns am Kreuz niemals allein lassen.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, mein Erlöser, du kennst meine Leidenschaften und weißt, wie schnell der weltliche Erfolg für mich zum Lebensziel werden kann. Begleite mich mit deiner Sanftmut in meinem Alltag und hilf mir immer wieder, auf dein Kreuz zu schauen, um von deiner Liebe zu lernen. Ich danke dir, dass du immer bei mir bist.

Möglicher Vorsatz: Wenn ich heute in meinem Stolz verletzt werde, oder eine Aufgabe sehe, vor der ich am liebsten egoistisch davonlaufen möchte, werde ich sie dankbar annehmen und mit Liebe erfüllen.


Vor Gott reich sein

19. Oktober 2015

Montag der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Isaak Jogues SJ, Märtyrer
Hl. Paul vom Kreuz CP
Hl. Jean de Brebeuf SJ

Carmen Gallinger

Lukas 12,13-21
In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

Einführendes Gebet: Herr Jesus Christus, danke dass ich zu dir kommen darf. Deine Freundschaft ist die Quelle meiner Freude. Du bist mein Gott, mein Heiland und Erlöser und ich möchte diese Zeit ganz dir widmen, auf deine Stimme hören und von deinem Herzen zu lernen.

Bitte: Herr, schenke mir die Gnade, die wichtigen Dinge des Lebens zu schätzen und den Tag in Verbundenheit mit dir zu leben.

1. „Wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?“ Wie der Mann, der Jesus bittet, seinem Bruder zu sagen, er solle sein Erbe mit ihm teilen, so kommen auch wir oft zu Jesus. In der Hoffnung, Jesus würde unsere Probleme zu unseren eigenen Gunsten lösen, bitten wir ihn um Gerechtigkeit oder Ähnliches. Doch Jesus zeigt dem Mann schnell, dass ihn diese Sorge seinem Glück nicht näherbringen wird. In seinem Herzen ist kein Drang nach wahrer Gerechtigkeit, sondern vielmehr die Sehnsucht nach persönlichem Reichtum. Welche Wünsche und Sorgen befinden sich in meinem Herzen? Suche ich im Gespräch mit Christus die Erfüllung meiner Träume oder die wahre Freundschaft mit ihm?

2. Das Beispiel des reichen Mannes. Jesus warnt vor jeder Art von Habgier und fügt den entscheidenden Satz hinzu: „Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.“ Wie sehr sind wir auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und bemühen uns, das Glück festzuhalten, indem wir, wie der von Jesus beschriebene reiche Mann unsere Zeit damit verbringen, all unsere Schäfchen ins Trockene zu bringen. Die Sorge um das eigene Glück macht das Herz schnell blind für den wahren Sinn des Lebens. Sind meine Gedanken meistens mit Sorgen befasst oder suche ich während des Tages tatsächlich die wahren Werte, die auch in der Ewigkeit noch bestehen bleiben?

3. Vor Gott reich sein. Welche Schätze lassen uns vor Gott reich sein? Wer ist vor Gott reich? Wohl derjenige, der seine Schätze nicht nur für sich selbst sammelt, sondern diese auch mit andern teilt. Wie sehr können wir auch von Gott lernen, was Selbstlosigkeit bedeutet. Ihm war selbst sein eigener Sohn nicht zu schade, um uns von unserer Blindheit zu befreien.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus Christus, du lädst mich ein, das Evangelium zu leben, um mit meinen Brüdern und Schwestern eines Tages an deinem Tisch speisen zu dürfen. Führe mich, damit ich in meinem Leben nicht nach falschen Schätze suche, sondern wahrhaft reich werde vor dir und in deinen Augen.

Möglicher Vorsatz: Ich bemühe mich heute besonders, meinem Nächsten eine Freude zu machen.


Selig die Knechte, die der Herr wach findet

20. Oktober 2015

Dienstag der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Wendelin, Abt

Carmen Gallinger

Lk 12,35-38
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach - selig sind sie.

Einführendes Gebet: Mein Herr und mein Gott, in Liebe und Demut will ich vor dich treten. Schau in mein Herz und zeige mir, was mich noch von dir trennt. Hilf mir, immer zu erkennen, dass ich bei dir zuhause bin.

Bitte: Ich bitte dich um die Gnade, meine Fehler eingestehen zu können, und um die Erfahrung deiner barmherzigen Liebe.

1. „Lasst eure Lampen brennen.“ Jesus bittet seine Jünger, wachsam zu bleiben, denn er weiß, wie schnell sie den Mut verlieren werden, wenn er sie verlässt. Solange er ihnen physisch nahe war, ging es ihrem Glauben gut, doch sobald die schwierige Zeit eintraf, in der Jesus nicht mehr ihr sichtbarer Messias war, war es selbst für die Jünger, die eine lebendige Erfahrung Jesu hatten, schwer, zu glauben. Doch genau in dieser Nacht der Sinne bittet uns Jesus, unsere Lampen brennen zu lassen, festzuhalten an den Erfahrungen, die jeder einzelne schon haben durfte, beim Lesen in der Heiligen Schrift, dem lebendigen Wort Gottes, kurz: wachsam zu sein und auf das Kommen des Herrn zu warten.

2. „Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten.“ Das Warten auf die Rückkehr unseres Herrn sollte unser Herz mit großer Freude erfüllen. Wir warten nicht auf irgendeinen Herrn, sondern auf den Herrn, der für uns gegeißelt und gefoltert wurde, der für uns das schwere Kreuz auf sich genommen und uns unsere Sünden verziehen hat. Wir warten auf die Person, die uns am meisten liebt und uns zu sich einladen will. Wie wollen wir diese Person in Empfang nehmen, wenn sie kommt?

3. „Selig die Knechte, die der Herr wach findet.“ Jesus verspricht seinen Jüngern den größten Lohn, wenn er sie wach findet: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Jesus lädt uns ein, für immer an seinem Tisch Platz zu nehmen. Welch großer Trost für die Jünger, die bald auch die Last des Kreuzes spüren werden, doch der Herr hat ihnen mit seinen Worten und Taten genug Öl geschenkt, sodass die Lampe niemals ausgehen muss und sie das Licht an andere weiter geben können.

Gespräch mit Christus: Herr, mein Gott und Erlöser, ich danke dir dass du mich einlädst, auf dich zu warten. Dass ich dich bereits kennen darf und damit jede Stunde meines Lebens mit Hoffnung, Freude und Liebe zu leben vermag. Ich bitte dich, hilf mir, dass ich deine Gegenwart im Gebet, in der hl. Messe und auch in meinen Nächsten erkenne, damit meine Lampe immer weiter brennen kann.

Möglicher Vorsatz: Ich suche heute einen besonderen Moment des Gebetes auf.


Der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet

21. Oktober 2015

Mittwoch der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Ursula, Verena, Clementine, Märtyrerinnen

Carmen Gallinger

Lk 12,39-48
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Da sagte Petrus: Herr, meinst du mit diesem Gleichnis nur uns oder auch all die anderen? Der Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr einsetzen wird, damit er seinem Gesinde zur rechten Zeit die Nahrung zuteilt? Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! Wahrhaftig, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen. Wenn aber der Knecht denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht zurück!, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen; wenn er isst und trinkt und sich berauscht, dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen. Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen.

Einführendes Gebet: Herr Jesus Christus, ich danke dir für das Evangelium, in dem ich dir begegnen darf. Ich bitte dich um deinen Hl. Geist, um deine Worte verstehen und sie im Herzen bewahren zu können.

Bitte: Schenke mir die Gnade deines Heiligen Geistes, um auf dein Wort hören zu können.

1. „Haltet euch bereit.“ Jesus erklärt seinen Jüngern, dass keiner die Stunde kennt, in der der Menschensohn kommt. Die Tatsache, dass es nicht berechenbar ist, wann der Herr wiederkommt und wir keinen Einfluss darauf ausüben können, lässt zwei Möglichkeiten offen. Entweder ist uns sein Kommen gleichgültig und wir leben unberührt unser Leben, oder wir nehmen es uns zu Herzen und warten mit Sehnsucht und Wachsamkeit auf ihn. Wie viel ist mir mein Glaube zu Jesus Christus wert? Wünsche ich mir seine Gegenwart in meinem Leben zu jeder Stunde?

2. „Wer ist der treue und kluge Verwalter?“ Auf die Frage des Petrus, wen er mit seinem Gleichnis ansprechen wolle, antwortet Jesus mit den Worten: „Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr einsetzen wird, damit er seinem Gesinde zur rechten Zeit die Nahrung zuteilt?“ Mit seinen Worten zeigt uns Jesus, wie wir mit der Frohen Botschaft umgehen sollen: mit Treue und Klugheit. Nur so können wir Apostel sein und unseren Nächsten die Nahrung des Evangeliums reichen. In Treue und Klugheit im praktischen Dienst am Nächsten.

3. „Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden.“ Wie ein Vater seinem Kind Verantwortung schenken möchte, damit es wächst und in höherem Maße am Leben teilnehmen kann, so schenkt uns der Herr das Vertrauen und die Aufgabe, dankbar mit dem Geschenk des Glaubens umzugehen. Wie viel ist uns durch die Freundschaft mit Gott gegeben worden und mit welch hoffnungsvollem Blick dürfen wir dank der Frohen Botschaft Christi durch unser Leben gehen! Wir sind berufen, unseren Glauben verantwortungsvoll und dankbar anderen vorzuleben.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus Christus, ich danke dir dass ich dir in meinem Leben begegnen durfte und deine Liebe verspüren darf. Du bist mein Weg, meine Wahrheit und mein Leben. Wirke in mir Herr und verwandle mein Herz immer mehr in das deine, damit ich hier in meinem Alltag Verkünder deiner Frohen Botschaft sein kann.

Möglicher Vorsatz: Ich bete ein Rosenkranzgesätz für die verfolgten Christen.


Ich bin gekommen um Feuer auf die Erde zu werfen

22. Oktober 2015

Donnerstag der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Paul II., Papst
Hl. Kordula, Märtyrerin

Carmen Gallinger

Lk 12,49-53
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Einführendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, und wirke in mir. Fülle mein Herz mit deiner Liebe und öffne meinen Verstand für die Worte des Herrn. Reinige mein Herz und meine Seele damit ich zu meinem Herrn und Schöpfer kommen kann.

Bitte: Herr ich bitte dich, lass mich kleiner werden, damit du in mir wachsen kannst.

1. „Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ Wie sehr wünscht sich Jesus, dass unsere Herzen von seinem Heiligen Geist entzündet werden! Er sehnt sich sehr danach, dass wir an seiner Liebe und seinem Leben teilhaben. Unsere Sünden, die uns von Gott trennen, werden ihm zur Last, doch er kann es kaum erwarten, diese Last auf sich zu nehmen, damit wir zu ihm zurückkehren können. Wie groß muss die Liebe unseres Gottes sein, dass er uns immer wieder zu sich ruft, obwohl wir immer wieder fallen.

2. „Ich muss mit einer Taufe getauft werden.“ Das Leiden Christi rückt immer näher und Jesus deutet dies seinen Jüngern bereits an, selbst wenn sie seine Worte noch nicht verstehen können. Jesus war immer bereit, für uns das Kreuz auf sich zu nehmen, um uns so den Himmel wieder zu öffnen und uns die Taufe zu schenken, in der auch wir die Worte des Vaters hören dürfen: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden“ (Lk 3,22)

3. „Nicht Frieden, sondern Spaltung.“ Jesus ist nicht gekommen, um der Welt einen falschen Frieden zu bringen. Er lädt nicht zu Kompromissen ein, sondern zur Betrachtung der Wahrheit in seiner Person. Die Begegnung mit Christus kann ein Leben nur verändern unter der Voraussetzung, dass der Glaube an ihn verbunden ist mit dem Abschied vom alten Menschen, mit dem Verzicht auf den breiten Weg zu gehen und ein Leben in Sünde hinter sich zu lassen.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus Christus, du bist mein Erlöser. Deine Frohe Botschaft bringt Freude in mein Leben, doch ruft sie mich auch zur Umkehr auf. Herr, ich bitte dich, stärke mich mit deiner Gegenwart, damit ich dir auf dem schmalen Weg folgen kann.

Möglicher Vorsatz: Ich vereine mich mit Christus in der Barmherzigkeitsstunde (etwa um 15 Uhr).


Die Zeichen dieser Zeit

23. Oktober 2015

Freitag der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Severin von Köln, Bischof
Hl. Oda von Amay (Ute)

Carmen Gallinger

Lk 12,54-59
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Sobald ihr im Westen Wolken aufsteigen seht, sagt ihr: Es gibt Regen. Und es kommt so. Und wenn der Südwind weht, dann sagt ihr: Es wird heiß. Und es trifft ein. Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil? Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen. Sonst wird er dich vor den Richter schleppen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und der Gerichtsdiener wird dich ins Gefängnis werfen. Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.

Einführendes Gebet: Vater im Himmel, du bist mein Gott und mein Schöpfer. Ich danke dir für deine Liebe und Barmherzigkeit. Mit offenem Herzen möchte ich vor dich hintreten und deine Herrlichkeit betrachten.

Bitte: Heiliger Geist, schenke mir den Blick für die Ewigkeit.

1. „Die Zeichen dieser Zeit deuten.“ Jesus spricht zur Menge und es scheint, als würde er sie wachrütteln wollen. Unser Blick ist oft sehr kurzsichtig und wir sorgen uns um das Hier und Jetzt. Manchmal blenden uns die Sorgen so sehr, dass wir die Zeichen, die Gott uns schenken möchte, im Hier und Jetzt gar nicht erkennen können. Wie viel von der Schönheit Gottes kann uns durch unsere eigene Blindheit entgehen!

2. „Findet das rechte Urteil.“ Die Aufforderung Jesu klingt dramatisch. Wie schwer muss es für unseren Herrn sein, den Unglauben mitanzusehen. So viel hat der Herr bereits für sein Volk Israel getan und immer wieder zweifelt es an der Liebe Gottes. Selbst nach seinem Tod am Kreuz und nach der Auferstehung fällt es auch uns noch oft schwer, an seine Liebe und an das ewige Leben zu glauben. Was muss der Herr noch für uns tun, damit wir unseren Blick ihm zuwenden?

3. „Bemüh dich noch auf dem Weg.“ Jesus hat uns mit seinen Worten und Taten das ewige Leben versprochen. Unser Weg dorthin sollte ein Weg der Versöhnung sein, ein Weg, auf dem wir uns immer mehr mit der Person identifizieren, die uns dann empfangen wird, Jesus Christus.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus Christus, es gibt kein größeres Geschenk als das ewige Leben mit dir. Danke, Herr, dass du mich zu deinem Tisch einlädst, ich bitte dich, hilf mir, den Weg bis dahin mit dir zu gehen.

Möglicher Vorsatz: Ich bete einen ganzen Rosenkranz (oder eine Teil davon, je nach Möglichkeit), um von Maria den Blick auf die Ewigkeit zu erlernen.


Der Feigenbaum

24. Oktober 2015

Samstag der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Antonius Maria Claret

Carmen Gallinger

Lk 13,1-9
Zu jener Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den Galiläern, die Pilatus beim Opfern umbringen ließ, so dass sich ihr Blut mit dem ihrer Opfertiere vermischte. Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden - meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.

Einführendes Gebet: Herr Jesus Christus, zu dir will ich kommen. Bei dir will ich bleiben und von dir lernen. Schau in mein Herz und kehre ein, damit du in mir Frucht bringen kannst.

Bitte: Herr, ich bitte dich um die Gnade der Reue und der Umkehr.

1. „Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren?“ Jesus spricht sehr klar und deutlich zu den Leuten, die betroffen zu ihm kommen. Keiner außer ihm und der Mutter Gottes ist ohne Sünde. Wie schwer fällt es uns oft, zu akzeptieren, dass wir selber Sünder sind und wie leicht erschrecken wir vor den Sünden der anderen! Jesus Christus hat die Sünder alle zu sich gerufen und wer kam, hat seine Barmherzigkeit erfahren.

2. „Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.“ Jesus liebt den Sünder aber nicht die Sünde. Die Frohe Botschaft unseres Herrn zeigt uns, dass wir als Sünder zu ihm kommen dürfen. Doch mit ihm müssen wir uns immer wieder von der Sünde lösen. Es reicht nicht aus, nach außen hin nichts Böses zu tun, vielmehr ruft der Herr uns zur wahren Umkehr auf, die im Herzen beginnt.

3. „Vielleicht trägt er doch noch Früchte.“ „Was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten?“ (Jak 2,14) Diese Worte aus dem Jakobusbrief verdeutlichen die Sehnsucht unseres Herrn Jesus Christus nach Früchten in unserem Leben. Die wahre Umkehr im Herzen, die wahre Liebe, die in einem Christen brennen sollte, muss Früchte tragen und so den Glauben zum Ausdruck bringen.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus Christus, du kennst mich und du weißt, wie schwach ich bin. Stärke mich mit deiner Liebe, denn nur in dir und mit dir kann ich Früchte für dein Reich bringen.

Möglicher Vorsatz: Ich bemühe mich heute besonders, die Nächstenliebe zu leben.