Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 11. Oktober 2015 bis Samstag 17. Oktober 2015

Achtundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Marita Grötsch

Umkehr des Herzens verlangt eine EntscheidungSonntag
Das ZeichenMontag
Das WesentlicheDienstag
Der äußere ScheinMittwoch
Rechte SelbsterkenntnisDonnerstag
Fürchtet euch nicht!Freitag
Der Heilige GeistSamstag


Umkehr des Herzens verlangt eine Entscheidung

11. Oktober 2015

Achtundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Marita Grötsch

Mk 10,17-30
In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich. Da sagte Petrus zu ihm: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.

Einführendes Gebet: Herr, du hast mich geschaffen, du hast mich erlöst, du liebst mich grenzenlos und bedingungslos. Ich stehe jetzt vor dir und du schaust mich mit deinem liebenden Blick an. Du, der du allmächtig bist und nichts entbehrst, freust dich über das Wenige, das ich dir jetzt schenke, meine Zeit und meine Aufmerksamkeit. Ich danke dir, mein Herr und mein Gott.

Bitte: Herr, du hast einen Plan für mein Leben. Lass mich diesen Plan erkennen und hilf mir, ihn zu erfüllen.

1. Der liebende Blick Jesu. Im Evangelium erzählt uns Markus von einer persönlichen Begegnung eines jungen Mannes mit Jesus. Jesus blickt ihn an, und der Mann darf die Erfahrung der Liebe Gottes machen. Er spürt in sich den Drang nach mehr, bringt ihn zum Ausdruck und Jesus fordert ihn zu einer vollkommeneren Hingabe auf. Doch da geht der Mann traurig weg. Er ist jetzt nicht fähig, diesem Ruf zu folgen, sich ganz und gar auf Jesus einzulassen. Der Blick Jesu trifft auch mich, jeden Tag, jede Sekunde meines Lebens. Er will mir jetzt persönlich begegnen. Er blickt mich an, voller Liebe. Wie reagiere ich auf seinen Blick? Bin ich bereit, mein ganzes Wesen dem Blick Gottes auszusetzen? Wie ist mein Blick auf ihn? Voller Hoffnung, voller Vertrauen? Lasse ich – wie Petrus bei seiner Berufung – alles stehen und liegen und folge ihm nach? Oder bin ich jetzt nicht fähig, ihm zu folgen, lasse mich aber von seinem Blick begleiten, um zu lernen, was ich um seinetwillen loslassen muss?

2. Wer kann dann noch gerettet werden? Die Botschaft Jesu ist radikal, sie geht an die Substanz. Die Jünger sind bestürzt und erschrocken, als sie hören, dass es sehr schwer ist, in das Himmelreich zu kommen, besonders für diejenigen, die viel besitzen. Aber auch die Armen sind wohl nicht viel besser dran, denn im nächsten Satz sagt Jesus: „Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen!“. Wir haben alle schon die Erfahrung gemacht, dass es nicht einfach ist, die Botschaft Jesu umzusetzen, sich ganz zurückzunehmen, Gott in den Mittelpunkt zu stellen und den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Haben wir überhaupt eine Chance? Ja, denn für Gott ist nichts unmöglich. „Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder.“ Er schenkt uns seine Gnaden, er befreit uns von unserer Schuld, er tritt für uns ein. Wir haben alle Chancen. Denn er hat uns erlöst! Er hat uns zuerst geliebt und seine Liebe mit seinem Blut bezeugt. Unsere Rettung wirken wir nicht aus eigener Kraft, Gott ist unser Retter.

3. Das Hundertfache. Jesus verspricht den Jüngern für ihre Nachfolge das Hundertfache von dem, was sie verlassen haben. Und tatsächlich, am Ende ihres Lebens hatten die Jünger durch die Ausbreitung des Leibes Christi, der Kirche, „hunderte“ von Häusern, „hunderte“ von Äckern und „hunderte“ von geistlichen Kindern. Aber war das alles? Der junge Mann im Evangelium wollte das ewige Leben gewinnen. Darum geht es letztendlich und das verspricht Jesus seinen Jüngern obendrein („und in der kommenden Welt das ewige Leben“). Gott will seine Herrlichkeit und seine Gottheit mit uns teilen! Aber Voraussetzung für das Hundertfache und das ewige Leben ist unsere Entscheidung für die Nachfolge und unser Vertrauen in Gott und seine Verheißung. Die Jünger haben eine Entscheidung getroffen, sie sind Jesus nachgefolgt. Der junge Mann konnte das nicht, er ging traurig weg. Was wollte der Mann wirklich? Was will ich wirklich? Angelus Silesius schreibt: „Mensch, was du liebst, in das wirst du ver¬wan¬delt wer¬den. Gott wirst du, liebst du Gott, und Erden, liebst du Erden.“

Gespräch mit Christus: Herr, du hast mich zum Christsein berufen, das heißt zu einer lebendigen und innigen Beziehung mit dir und als Zeugen für dich und deine Botschaft. Ich danke dir für diese unermessliche Gnade. Lass mich meine Berufung in ihrer ganzen Fülle erkennen und sie großmütig leben. Ich lege mein ganzes Vertrauen in dich.

Möglicher Vorsatz: Ich will darüber nachdenken, wie ich meine Berufung als Christ lebe, sowohl in der Beziehung zu Gott, als auch in dem Gebot der Nächstenliebe.


Das Zeichen

12. Oktober 2015

Montag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Bernhard von Kamenz, Bischof
Hl. Maximilian, Märtyrer

Marita Grötsch

Lk 11,29-32
In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

Einführendes Gebet: Herr, es gibt nichts, was ich aus mir selbst habe, alles ist dein Geschenk. Ich will dir heute besonders für das Geschenk meines Glaubens danken. Deine Gnade lässt mich glauben, sie hilft mir, dich zu erkennen und sie öffnet mein Herz für dich.

Bitte: Herr, ich bitte dich um einen immer tieferen und festeren Glauben. Lass nicht zu, dass dein Wirken durch mein mangelndes Vertrauen behindert wird.

1. Misstrauen. Jesus hatte so viele Wunder gewirkt, Tote erweckt und Kranke geheilt. Und trotzdem misstrauten ihm die Menschen. Sie wollten noch mehr Zeichen sehen. Warum wirkte er nicht noch mehr Wunder, damit sie glaubten? „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten...“ (Offb 3,20). Gott zwingt niemanden, an ihn zu glauben. Er nimmt uns nie unsere Freiheit, vielmehr hat er sie uns gegeben und immer wunderbar erhalten. Wenn wir seine Stimme nicht hören wollen, respektiert er das. Ihm geht es nicht um unseren Gehorsam um des Gehorsams willen, den könnte er erzwingen, wenn er uns die Freiheit nähme. Er will unsere Liebe. Papst Benedikt sagt: „Vor der Frage nach Gott ist dem Menschen Neutralität nicht eingeräumt. Er kann nur ja oder nein sagen und dies jeweils mit allen Konsequenzen bis in die kleinsten Dinge des Lebens hinein.“(so im Buch: Auf Christus schauen, Freiburg 2006, S. 18) Gott sehnt sich nach unserem „Ja“ aus Liebe in jeder Situation unseres Lebens und in jedem Detail unseres Lebens.

2. Gottes Weisheit. „Gott gab Salomo Weisheit und Einsicht in hohem Maß und Weite des Herzens - wie Sand am Strand des Meeres.“ (1. Kön 5,9) Jesus sagte von sich, dass er mehr ist als Salomo. Er IST die Weisheit selbst, niemand hat sie ihm gegeben. Gottes Weisheit sieht anders aus als die Weisheit der Menschen. Christus erniedrigte sich selbst. Er erwählte das Schwache, indem er uns erwählte. Er rettete uns Sünder dadurch, dass er am Kreuz besiegt wurde. Die Sünde hatte gesiegt. Aber der Tod hat nun keine Macht mehr über ihn. Er ist auferstanden und das Kreuz ist zur Macht Gottes, zur Weisheit Gottes, zum Sieg Gottes geworden. „Vater vergib ihnen!“ Diese Worte enthalten die ganze Barmherzigkeit und die ganze Macht Gottes. Niemand kann diesen Worten ihre Kraft nehmen. Er ist der Herr über Leben und Tod. Der Sinn und Zweck des Leidens Christi ist in ihnen umschlossen: unsere Versöhnung mit Gott.

3. Das Zeichen des Jona. Die Menschen fordern von Jesus ein Zeichen. Wenn er sich schon als Prophet ausgibt, soll er ihnen den Beweis dafür liefern. Das ist ein sehr modernes Denken. Die Menschen wollen auch heute erst einmal einen Beweis dafür, dass es Gott gibt, um dann vielleicht zu glauben. Jesus verweigert ihnen das Zeichen und verweist auf den Propheten Jona. „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein.“ (Mt 12,40) Es geht um den Kern unseres Glaubens, es geht um seinen Tod und seine Auferstehung. Jesus hat uns durch sein Opfer am Kreuz erlöst, er hat den Tod besiegt, ein für alle Mal. Gott Vater hat sein Opfer angenommen für die ganze Menschheit. Die Auferstehung hat uns etwas ganz Neues, noch nie vorher da Gewesenes geschenkt, keine Wiederbelebung für eine Weile wie bei Lazarus, sondern Überwindung des Todes, ewiges Leben. Für die Jünger änderte sich alles. Aus den ängstlichen Aposteln, die um ihr Leben bangten und wegrannten, wurden furchtlose Zeugen für Christus. Auch uns kann der Glaube zu furchtlosen Zeugen machen.

Gespräch mit Christus: Herr, du hast mich ins Leben gerufen, du hast mich erlöst, ich trage deinen Namen. Und doch bin ich ganz frei in meinen Entscheidungen. Deine Güte ist unbegreiflich. Lass mich deinem Namen alle Ehre machen und mich würdig erweisen, bei dir zu wohnen in Ewigkeit.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute um mehr Glauben, Weisheit und Vertrauen bitten.


Das Wesentliche

13. Oktober 2015

Dienstag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Eduard der Bekenner
Hl.Koloman, Pilger

Marita Grötsch

Lk 11,37-41
In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch. Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, wunderte er sich. Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit. Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

Einführendes Gebet: Herr, du siehst, was nicht rein ist in mir. Du weißt, dass ich nicht fähig bin, mich wirklich zu ändern. Das Gute in mir musst du vollbringen. Ich danke dir, dass du so viel Geduld mit mir hast und nicht an mir verzweifelst.

Bitte: Herr, lass mich erkennen, wo ich andere durch meine Ungeduld oder meinen Eigenwillen verletze.

1. Gefangen. Die Pharisäer (hebräisch: Abgesonderte) kannten die Gesetze und hielten sich äußerlich rigoros daran. Sie waren gefangen in ihrer Tradition und der Auslegung der Gesetze. Sie erfüllten von Menschen gemachte Normen und verloren darüber den Blick für Recht und Unrecht. Immer mehr sonderten sie sich von allem ab, was gegen die strikte Einhaltung der Gesetze war. Die Botschaft Jesu blieb ihnen fremd. Jesus konnte ihr Herz nicht berühren, denn sie waren nicht frei und offen in ihrem Denken und so auch nicht frei, Gott zu erkennen. Das Wesentliche blieb ihnen verborgen. „Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat.“ (1 Joh 4,10). Aus Liebe hat Gott uns nach seinem Ebenbild erschaffen. „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Antoine de Saint-Exupéry.

2. Umkehr des Herzens. „Ihr Unverständigen“ das sagt Jesus zu den Pharisäern. Ihre Frömmigkeit war mehr Schein als Sein. Ihr Herz war unrein, voll Habgier und Bosheit. Wenn man mit Gott in Berührung kommt, erkennt man, dass man „unrein“ ist, dass man eigentlich gar nicht zu ihm passt. Die Reinheit, die Gott will, hat nichts mit gewaschenen Händen zu tun, sondern mit der Umkehr des Herzens. Und Sünde hat nichts mit ungewaschenen Händen zu tun, sie ist falsches Verhalten gegen Gott und gegen den Nächsten. Umkehr des Herzens bedeutet, seine Gesinnung ändern. Jesus hat uns gesagt, wie wir leben sollen: Gott lieben und den Nächsten. Der Maßstab für uns ist nicht Selbstsucht und Habgier, nicht unsere Ehre, sondern Demut und den Anderen höher achten als uns selbst.

3. Almosen geben. Jesus wirft den Pharisäern vor, dass sie ihre Teller und Schüsseln zwar außen rein halten, dass Sie selbst aber innen voll Habgier und Bosheit sind. Sie sollten lieber Almosen geben, dann sei für sie alles rein. Wie aber soll dieses Almosen-Geben aussehen? Ganz bequem kann man heutzutage per Internet spenden. Doch reicht das aus, wenn wir mit dem, was wir übrig haben, uns die Armen auf Distanz halten wollen? Es gibt überall Tafeln, wo die Armen unter sich sind. Dort wird oft das bereitgestellt, was wir nicht mehr essen wollen, weil das Verfallsdatum schon abgelaufen ist. Almosen-Geben macht also nicht unbedingt rein, wenn unsere Gabe den Beigeschmack der Herablassung an sich hat oder den Menschen demütigt. Selbsthingabe macht rein, eine Gabe, die uns etwas kostet: unsere Zeit, unsere Aufmerksamkeit, Selbstüberwindung, Nicht-Urteilen. Unsere Gabe macht rein, wenn sie aufrichtig und ohne Berechnung ist und wenn die Motivation zur Gabe die Liebe ist.

Gespräch mit Christus: Herr, es gibt sehr viel Armut in meiner Umgebung, nicht nur äußere Armut. So viele Menschen sind innerlich arm, obwohl sie in großem Wohlstand leben. Ich bitte dich, öffne mein Herz, damit ich alle Facetten der Armut in meiner Umgebung erkenne und das tue, was mir möglich ist, um sie zu lindern.

Möglicher Vorsatz: Ich werde bei der nächsten Gelegenheit mit Worten oder Taten jemandem helfen, von dem ich weiß, dass er Hilfe benötigt.


Der äußere Schein

14. Oktober 2015

Mittwoch der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Kallixtus I. Papst
Hl. Burkhard OSB, Bischof
Hl. Alan, Bischof

Marita Grötsch

Lk 11,42-46
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und die Liebe zu Gott vergesst ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen. Weh euch Pharisäern! Ihr wollt in den Synagogen den vordersten Sitz haben und auf den Straßen und Plätzen von allen gegrüßt werden. Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken. Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, damit beleidigst du auch uns. Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können, selbst aber rührt ihr keinen Finger dafür.

Einführendes Gebet: Herr, alles Gute, was ich tue, hat keinen Wert vor dir, wenn es nicht dein Erkennungszeichen trägt, die Liebe. Lass meine Nächsten in dem, was ich tue, dich und deine Liebe erkennen.

Bitte: Herr, lass mich mit deiner Liebe lieben und alles aus Liebe zu dir tun.

1. Das Erkennungszeichen. Die Pharisäer taten mehr, als das Gesetz vorschrieb. Sie gaben sogar den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel. Der Zehnte stand den Priestern und Leviten, den Tempeldienern, Waisen Witwen, Armen und Fremden zu. Das war doch eigentlich großzügig von den Pharisäern, sie gingen über das Geforderte hinaus. Aber ihre Absicht stimmte nicht. Sie wollten gut dastehen, waren nur auf den äußeren Schein bedacht. Es fehlten die inneren Zutaten, die Gottesliebe und die Gerechtigkeit. „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“ (Joh 13,35). Das Erkennungszeichen der Christen ist die Liebe. Wenn sie fehlt, fehlt das Wesentliche, die Seele. Alles, was wir aus Liebe zum Nächsten tun, haben wir auch für Gott getan. Gott macht es uns sehr einfach, ihn zu lieben, denn er steht uns in jedem Menschen gegenüber.

2. Pharisäertum.  Jesus vergleicht die Pharisäer mit Gräbern, die man nicht mehr sieht. Das war ein ungeheuerlicher Vorwurf an die Pharisäer. Gräber galten bei den Juden als in höchstem Maße kultisch unrein. Man musste sie strengstens meiden. Sie wurden weiß angestrichen, damit man sie sofort sah. War ein Grab nicht mehr als solches erkennbar, stellte es eine große Gefahr da, sich unrein zu machen. Bei den Pharisäern klafften Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander, was ihnen aber scheinbar nicht bewusst war. Sie täuschten sich selbst und grenzten Menschen aus, die ihrer Meinung nach unrein waren. Jesus versucht, sie mit harten Worten aufzurütteln, damit sie ihre Gesinnung ändern. Gibt es in meinem Leben Pharisäertum? Wo grenze ich Menschen aus? Wo geht es mir nur um Äußeres, um Leistung, um Erfolg und nicht um den Menschen, um Nächstenliebe und die Liebe zu Gott?

3. „Weh euch!“ Jesus tadelt die Unbarmherzigkeit der Gesetzeslehrer. Sie bürdeten den Menschen Gebote und Satzungen auf und forderten rigoros deren Einhaltung ein, ohne Rücksicht auf den einzelnen Menschen und auf die Lebensumstände. Sie bereicherten sich selbst an den Opfergaben, die für den Tempel bestimmt waren. „Ihr selbst rührt keinen Finger.“ Die Pharisäer haben eingefordert und zugeschaut, ohne selbst anzupacken und zu helfen. Es fällt uns nicht schwer, die Pharisäer zu verurteilen. Aber sind wir nicht auch manchmal wie die Pharisäer? Wir leben alle im Überfluss, so brauchen wir keine mildtätigen Gaben. Aber wo schaue ich zu, ohne zu helfen? Sehe ich die Bürde meiner Mitmenschen? Wie reagiere ich, wenn ich von den vielen Flüchtlingen höre? Hoffe ich, dass nicht zu viele in meine Stadt, in mein Dorf kommen? Sind mir die Menschen, die besondere Lasten tragen, egal? „Der Größte von euch soll euer Diener sein.“ (Mt 23,11)

Gespräch mit Christus: Herr, du weißt, was du mir zumuten kannst und überforderst mich nie, auch wenn ich das manchmal erst später einsehe. Lass mich erkennen, wenn ich jemanden überfordere oder ungerecht bin.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute darüber nachdenken, wer mein Nächster ist, dem ich eine Last abnehmen kann.


Rechte Selbsterkenntnis

15. Oktober 2015

Donnerstag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Teresa von Avila OCD, Kirchenlehrerin

Marita Grötsch

Lk 11,47-54
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch! Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die von euren Vätern umgebracht wurden. Damit bestätigt und billigt ihr, was eure Väter getan haben. Sie haben die Propheten umgebracht, ihr errichtet ihnen Bauten. Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden und sie werden einige von ihnen töten und andere verfolgen, damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation gerächt wird, vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharias, der im Vorhof zwischen Altar und Tempel umgebracht wurde. Ja, das sage ich euch: An dieser Generation wird es gerächt werden. Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel (der Tür) zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert. Als Jesus das Haus verlassen hatte, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen; sie versuchten, ihm eine Falle zu stellen, damit er sich in seinen eigenen Worten verfange.

Einführendes Gebet: Herr, du bist eindeutig in deinen Worten und in deinem Verhalten. Du erkennst sofort alles Unehrliche und Heuchlerische. Du willst, dass wir so reden und handeln wie du. Ich möchte mich immer mehr nach dir ausrichten und klar und furchtlos Zeugnis von dir ablegen.

Bitte: Herr, zeige mir, wo meine Worte mit meinen Taten nicht übereinstimmen.

1. Heuchler. Zum Zeichen ihrer Verehrung bauten die Pharisäer Denkmäler für die Propheten, die ihre Väter umgebracht hatten. Aber kurz nach dieser Begegnung mit Jesus werden sie in die Fußstapfen ihrer Väter treten und ihn umbringen, den Sohn Gottes, der mehr ist als ein Prophet. Tote Propheten sind angenehmer, sie stellen keine Forderungen mehr, zeigen nicht mehr auf das, was nicht stimmt. Die Pharisäer waren Heuchler. „Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun;“ (Mt 23,3). Sie kannten die Gesetzte und wussten, was das Richtige und Gute war. Von anderen verlangten sie, alles aufs Genaueste einzuhalten. Sie selbst lebten nicht danach. Sie täuschten sich selbst und andere. Wo verstelle ich mich, um besser dazustehen? Was tue ich mehr zu meiner Ehre als zur Ehre Gottes? „Wenn wir in Wahrheit demütig wären, besäßen wir die nötige Klarheit über das Ausmaß unserer Heuchelei“, sagt Thomas Merton (1915-1968), ein mystisch begabter Trappistenmönch, der in den USA lebte.

2. Der Schlüssel. Jesus wirft den Schriftgelehrten vor, den Schlüssel zur Erkenntnis weggenommen zu haben. Sie haben also in ihrer eigentlichen Aufgabe versagt. Die Schriftgelehrten warteten auf den Messias. Durch das Studium der Schriften waren sie auf ihn vorbereitet. Doch als er vor ihnen stand, erkannten sie ihn nicht oder wollten ihn nicht erkennen. Das Neue, die Botschaft Jesu, rüttelte auf, ließ nicht zu, dass man einfach so weitermachte wie bisher. Doch Jesus ist der Schlüssel zur Erkenntnis. Er sagt von sich: „Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden…“ (Joh 10,9). Er ist auch der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ihn haben sie nicht nur abgelehnt, sie haben auch dafür gesorgt, dass andere ihn nicht erkennen. Was verstellt uns heute den Zugang zum Leben in Gottes Gegenwart, vielleicht das Bewusstsein, wir müssten bestimmten gesellschaftlichen Trends hinterherlaufen?

3. Teresa von Avila. Heute ist der Gedenktag der Heiligen Teresa von Avila. Gott hat sie sehr beschenkt mit Erkenntnis, weil sie offen war für die Begegnung mit ihm. Voraussetzung für die Begegnung mit Gott sei die Selbsterkenntnis, sagt sie. Das Gebet ist für sie ein Herzensgespräch mit Gott, Verweilen bei einem Freund, der uns sehr liebt. „Gott wohnt im Menschen“ das ist ihre grundlegende Erkenntnis. „Macht euch bewusst, dass in eurem Innern ein Palast von übergroßem Wert ist… es gibt nämlich kein Gebäude von solcher Schönheit wie eine reine, von Tugenden erfüllte Seele.“ Gott wohnt in mir, aber er wohnt auch im anderen. Das muss sich in meinem Verhalten meinem Nächsten gegenüber widerspiegeln. Ehrfurcht vor Gott im Anderen, Begegnung in Liebe, ihn annehmen, so wie er ist, ohne Vorurteile, denn er ist ein Abbild und Tempel Gottes.

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du mich so liebst, dass ich immer zu dir kommen kann im Gebet und dass du mir zuhörst. Schenke mir die Gnade, zu verstehen, was du mir sagen möchtest. Ich möchte immer in deiner Gegenwart sein.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich zehn Minuten verweilen bei Jesus, ihm erzählen, was mir wichtig ist und still werden, damit ich ihn hören kann.


Fürchtet euch nicht!

16. Oktober 2015

Freitag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hedwig von Schlesien

Marita Grötsch

Lk 12,1-7
In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden. Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können. Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten. Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

Einführendes Gebet: Vater, du hast deinen Sohn für mich hingegeben, aus Liebe. Er hat einen ungeheuer hohen Preis für mich bezahlt, er hat sich für mich geopfert, aus Liebe. Wie könnte ich mich noch fürchten!

Bitte: Lass mich dir ganz vertrauen und ohne Angst leben.

1. Menschenfurcht. „Fürchtet Euch nicht!“ Jesus macht den Jüngern Mut. Die Angst vor Menschen, vor dem Verlust menschlichen Ansehens, vor Missachtung und Zurücksetzung nimmt uns unsere Freiheit. Menschenfurcht versklavt uns, wir fallen in Sünde. „Menschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf den Herrn verlässt, wird beschützt.“ (Sprüche 29,25). Was können Menschen uns schon antun? Ihre Macht ist begrenzt. Unserer Seele können sie nichts anhaben, Gott ist der Herr über Leben und Tod. Wenn andere Menschen oder auch wir selbst uns Furcht einjagen, wirkt sich das auf unsere Gottesfurcht aus: Menschenfurcht drängt die Gottesfurcht zurück, denn wir können nicht zwei Herren dienen. Dabei ist die rechte Gottesfurcht nicht Angst, sondern Ehrfurcht vor Gott und Gehorsam gegenüber seinen Geboten, das heißt, ich beuge mich vor Gottes Gegenwart und Heiligkeit und hüte mich davor, seine Gebote zu verletzen Schätzen wir Gott höher ein als die Nichtigkeit jedes Geschöpfs, und werfen wir uns in seine Arme, besonders dann, wenn uns Menschenfurcht befällt.

2. Reinheit der Absicht. Jesus sagt, dass alles enthüllt und alles bekannt wird, was wir im Verborgenen reden. Können wir dann, wenn es enthüllt ist, jedem in die Augen schauen, ohne rot zu werden oder ein schlechtes Gewissen zu haben? Aber nicht nur vor den Menschen wird alles offenbar werden. Vor allem müssen wir Gott in die Augen schauen und ihm Rechenschaft ablegen für unser Reden und Tun und auch für unsere Absichten. Wir sollen lauter sein, immer eine reine Absicht haben. Das bedeutet, dass wir alles für Gott und zu seiner Ehre tun, ohne Hintertürchen und zum Besten für unseren Nächsten. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten muss der Antrieb für unser Handeln sein. „Deine Absicht erst gibt deinem Werke seinen Namen“sagt Ambrosius von Mailand in seiner Schrift: „Von den Pflichten.“

3. Vertrauen. Jesus sagt uns im Evangelium, dass wir unseren Vater höher einschätzen sollen als uns und höher als jeden anderen Menschen, wie mächtig dieser auch sei. Ich muss mich vor niemandem fürchten. Nur Gott, mein Vater, mein Schöpfer, mein Erlöser hat Macht über mein Leben. Warum sollte ich ihm nicht vertrauen? Er kennt mich besser, als ich mich selbst kenne. Ich bin sein Abbild. Er hat mich erwählt vor der Erschaffung der Welt und mich geformt mit seinen eigenen Händen. Ich bin kein Zufall. Er ist für mich gestorben, damit ich das Leben in Fülle habe. Er verlangt nach mir, will eins sein mit mir. Wer hat mehr für mich getan und mehr für mich gelitten? Wem bin ich wichtiger? Er wird auch Sorge tragen für mich, an jedem Tag und in jeder Situation, ob einfach oder schwierig.

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du mich geschaffen hast und dass ich von dir weiß. Ich bin wertvoll in deinen Augen und habe doch keinen Wert aus mir. Nur deine Liebe gibt mir meinen Wert. Nie werde ich dir genug danken können.

Möglicher Vorsatz: Bei nächster Gelegenheit in der Arbeit oder in der Familie will ich durch ein Wort oder eine Geste Zeugnis von meinem Glauben und von Gottes Liebe ablegen.


Der Heilige Geist

17. Oktober 2015

Samstag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Ignatius von Antiochia, Bischof, Märtyrer
Hl. Anselm von Wien OFM, Priester

Marita Grötsch

Lk 12,8-12
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden. Jedem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben. Wenn man euch vor die Gerichte der Synagogen und vor die Herrscher und Machthaber schleppt, dann macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt. Denn der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen müsst.

Einführendes Gebet: Herr, du willst durch mich Menschen erreichen. Lass mich dein Zeuge sein durch meine Haltung, meine Offenheit, meine Anteilnahme am Leben anderer Menschen. Und lass mich die richtigen Worte finden, damit sich die Herzen öffnen.

Bitte: Jesus, ich bitte dich um den Heiligen Geist, damit ich ein glaubwürdiger Zeuge für dich sein kann.

1. Bekennen. Jesus sagt, dass er sich zu uns bekennt, wenn wir uns zu ihm bekennen. Ihn nicht bekennen heißt, ihn verleugnen. Er hat seine Jünger darauf vorbereitet, in die Welt zu gehen und das Evangelium zu verkünden. Sie sollten keinen Geldbeutel, keine Tasche, keine Schuhe mitnehmen. Wir sollen ihn bekennen nach seinen Bedingungen, nicht nach unseren Vorstellungen. Johannes der Täufer sagt: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ (Joh 3,30) Das Erste und Wichtigste, um ihn in die Welt zu bringen, ist klein zu werden. Keine Sicherheitsvorkehrungen von unserer Seite, keine Rücklagen. Wenn mir bewusst ist, dass ich schwach bin und wenn ich demütig genug bin, um mein Vertrauen auf ihn zu setzen, dann sind nicht nur Gottes Stärke und seine Kraft in mir, sondern auch die Macht Gottes selbst. Dann kann ich jegliche Menschenfurcht ablegen, mich furchtlos zu ihm bekennen.

2. Lästerung gegen den Heiligen Geist. Was meint Jesus mit Lästerung gegen den Heiligen Geist? Papst Johannes Paul II. sagt, dass sie nicht in verletzenden Worten gegen den Heiligen Geist besteht, sondern in der Weigerung, das Heil anzunehmen, das Gott dem Menschen anbietet. Der Geist der Wahrheit wirkt in uns und lässt uns die Sünde erkennen. Er legt sie offen und wenn wir dieses Aufdecken der Sünde zurückweisen, nicht bereit sind, unsere Sündhaftigkeit anzuerkennen, weisen wir den Geist selbst zurück und bleiben in der Sünde gefangen. Wir weigern uns, die Vergebung anzunehmen, die der Heilige Geist in unserem Gewissen bewirken möchte. Gott achtet in jedem Fall unsere Freiheit.

3. Eingebungen des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist wird uns in der Stunde der Prüfung eingeben, was wir sagen müssen. Das sagt Jesus, und er kennt sich aus. Paulus schreibt, dass Jesus nicht daran festhielt, wie Gott zu sein. Er entäußerte sich seiner Gottheit und ward den Menschen gleich. Nachdem Johannes ihn getauft hatte, kam der Heilige Geist auf ihn herab und übernahm die Führung in seinem öffentlichen Wirken. Jesus, der Menschensohn, wirkte Wunder; er lehrte überall mit großer Weisheit; er erkannte, was in jedem Menschen ist und litt unsäglich für unsere Sünden. Der Heilige Geist war sein Beistand. Warum können wir keine Wunder wirken? Warum fällt es uns so schwer, jedes Leid zu ertragen? Warum fehlen uns so oft die richtigen Worte? Wir müssen den Heiligen Geist in unser Leben hineinlassen. Wir müssen die Einheit und die Liebe leben mit unseren Mitmenschen, sie so annehmen wie sie sind. Wir müssen uns ganz Gott übergeben und wie Jesus in vollkommenem Gehorsam gegenüber dem Vater leben. Und wir müssen beten. Dann kann der Geist in uns Wirken, auch Wunder. Dann können wir mit ihm rechnen. Dann spricht er durch uns.

Gespräch mit Christus: Herr, du bist nach deiner Auferstehung zum Vater gegangen. Aber du hast uns nicht alleine gelassen. Du hast uns den Beistand geschickt, den Heiligen Geist. Und er legt Zeugnis ab von dir durch uns.

Möglicher Vorsatz: Ich will heute vor jeder Arbeit und vor jedem Gespräch den Heiligen Geist bitten, mich zu leiten und mir zu helfen.