Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 23. August 2015 bis Samstag 29. August 2015

Einundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Felix Honekamp

Keine KompromisseSonntag
Christus erkennenMontag
Liebevoller RüffelDienstag
Anspruch und RealitätMittwoch
Umkehr: Jetzt!Donnerstag
Eingeladen, aber auch würdig?Freitag
Kollateralschäden der SündeSamstag


Keine Kompromisse

23. August 2015

Einundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Felix Honekamp

Joh 6,60-69
In jener Zeit sagten viele der Jünger, die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören? Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

Einführendes Gebet: Herr, ich weiß, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit Güte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, Hilf mir zu erkennen, was dein Auftrag für mich ist – heute, morgen und den Rest meines Lebens.

1. Wie geht es weiter? Wir sehen Jesus an einem Scheitelpunkt seines Weges. Viele wollen ihm nicht mehr folgen. Bisher hätte man seinen Weg als den des Erfolgs ansehen können: Wunder, Bekehrungen, geistliche Siege über das damalige religiöse Establishment. Mit so einem „Haudegen“ ist man gerne zusammen. Aber jetzt wird langsam deutlich: Ihm zu folgen wird etwas kosten, wenn nicht Geld oder das Leben, dann doch eine innere Einstellung, die nicht mit dem zusammenpasst, was Gott für uns vorgesehen hat. Da ist ganz viel Vertrauen notwendig. Selbst die, die Jesus kannten, konnten dieses Vertrauen offenbar in vielen Fällen nicht aufbringen. Kann ich es?

2. Wahrheit und Klarheit. In dieser Situation bleibt Jesus klar. Er verhandelt nicht mit denen, die nicht mehr folgen wollen. Er geht keine Kompromisse ein. Seine Botschaft und sein Auftrag sind klar, und er wäre nicht Gott, wenn er von der Wahrheit, dass er Gott ist, und dass es notwendig ist, sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken, nur einen Fußbreit abweichen würde. Diese Klarheit sollte uns Vorbild in der Verkündigung sein. Bemühe ich mich dabei um die rechte Sprache und bleibe trotzdem bei der Wahrheit? Oder lege ich mir selbst bequeme Auslegungen des Glaubens an Gott zurecht, mit denen ich weniger Scherereien habe?

3. Freundschaft zu Jesus. Aber wie komme ich zu einer so konsequenten Haltung? Viele Glaubenswahrheiten lassen sich nicht unmittelbar mit dem Verstand erklären, schon die reine Existenz Gottes lässt sich nicht im herkömmlichen Sinn beweisen, sondern nur an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrnehmen und erkennen. Und hierfür soll ich vehement eintreten? Die Apostel taten es, aber nicht so sehr, weil sie logische Beweise, sondern weil sie eine Beziehung zu Jesus hatten. Er ist Beweis genug, er ist „der Heilige Gottes“. Das Vertrauen auf Gott fußt nicht auf bloß weltlichem Beweismaterial, die Mission nicht auf rein logischen Argumenten. Unser Antrieb muss unsere Freundschaft zu Jesus sein, und die gehört gepflegt – zum Beispiel durch das regelmäßige Gebet.

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, viele haben dich schon zu deinen Lebzeiten auf Erden verlassen. Auch ich bin immer in Gefahr, von deiner Seite zu weichen, wenn es unbequem wird. Wenn ich das tue, nimm mich fester bei der Hand, damit ich dich niemals enttäusche.

Möglicher Vorsatz: Ich werde mir bewusst machen, was Gott gerade heute in ganz konkreten Situationen von mir will und es konsequent tun.


Christus erkennen

24. August 2015

Montag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Apostel Bartholomäus
Hl. Isolde

Felix Honekamp

Joh 1,45-51
In jener Zeit traf Philippus Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

Einführendes Gebet: Herr, ich weiß, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit Güte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, ich wünsche mir so sehr, dich zu kennen. Schenke mir ein offenes Herz für dich und meine Nächsten.

1. Vorurteile. „Kann aus Nazaret etwas Gutes kommen“ fragt Natanaël. Er hat offenbar Erfahrungen gemacht oder davon gehört, dass Menschen aus dieser Provinz nichts taugen. Was hätte er alles verpassen können, wäre er Philippus nicht gefolgt? Was verpasse ich, weil ich nicht bereit bin, Menschen zuzuhören, deren Äußeres oder deren Einstellung mich stört?

2. Offenheit. Natanaël folgt trotz seiner Bedenken Philippus, dem er offenbar vertraut. Auf diese Weise begegnet er Jesus, der ihn sofort durchschaut und von dem er sofort begeistert ist. Trotz seiner Bedenken ist sein Herz offen und er erkennt, wer Jesus ist, scheut sich auch nicht, das auszusprechen. Bin ich begeisterungsfähig für die Sache Jesu?

3. Prognose. Philippus und Natanaël haben bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts Besonderes getan. Oder doch? Sie haben erkannt, wer Jesus wirklich ist, sie sind ihm nicht nur physisch begegnet, sondern sind sich bewusst geworden, dass er der Sohn Gottes ist. Das ändert ihr Leben und so kann Jesus direkt die Prognose für ihr Leben stellen: „Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.“ Inwieweit bin ich Jesus begegnet, von ihm berührt? Ändert sich mein Lebensweg, weil ich ihn kenne?

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, ganz oft meine ich, alles klar zu sehen und schätze die Welt doch nur nach meinen Vorurteilen ein. Dabei verpasse ich das Wesentliche: Dich und die Menschen wirklich zu erkennen. Ich brauche so sehr die offenen Augen, um dich in meinem Leben zu sehen. Ich brauche dich in meinen Leben.

Möglicher Vorsatz: Ich will über einen Menschen, über den ich mir ein Urteil gebildet habe, nachdenken: Wo habe ich Gutes an ihm übersehen? Wie kann ich ihm deutlich machen, dass auch ich in ihm ein Kind Gottes erkenne?


Liebevoller Rüffel

25. August 2015

Dienstag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Josef von Calasanza SP
Hl. Elvira von Perigord, Märtyrerin

Felix Honekamp

Mt 23,23-26
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz außer Acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr haltet Becher und Schüsseln außen sauber, innen aber sind sie voll von dem, was ihr in eurer Maßlosigkeit zusammengeraubt habt. Du blinder Pharisäer! Mach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch außen rein.

Einführendes Gebet: Herr, ich weiß, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit Güte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, lass mich immer hören, was du mir sagen willst. Hilf mir, dass mein Denken, Reden und Handeln mit deinem Willen übereinstimmt.

1. Wutausbruch. Da hat Jesus das religiöse Establishment aber mal richtig in die Mangel genommen. Und wenn wir an die Episoden denken, die das Neue Testament über sie berichtet, dann fühlt man sich irgendwie erleichtert, wie in einem Krimi, in dem der Bösewicht seine Abreibung bekommt. Aber redet Jesus da nicht auch mit mir? Kann es sein, dass ich auch manchmal einen Wutausbruch wie diesen verdient habe?

2. Liebevolle Abreibung. Jesus liebt alle Menschen, auch die Sünder, er hat sich um Zöllner und Huren gekümmert. Und ausgerechnet die Priester und Theologen der damaligen Zeit fallen durch dieses Raster und werden beschimpft? Wir sollten uns immer vor Augen führen, dass Jesus auch diese Männer geliebt hat. Kann ich beim Lesen gewisser Bibelstellen mit Liebe auf diejenigen blicken, die Jesus ans Kreuz gebracht haben? Das hat er getan und das ist der Anspruch an mich.

3. Weckruf. Aber warum beschimpft Jesus diese Männer dann so, wo er doch mit den anderen Sündern, dem Zöllner, der Ehebrecherin, so sanft umgegangen ist? Vielleicht weil sie eine solche Ansage nötig hatten. Wenn die sanfte Stimme nicht durchdringt, missachtet oder als Schwäche missdeutet wird, muss man auch mal lauter werden. Jesu Tirade ist ein liebevoller Weckruf, den wir alle mal nötig haben. Höre ich auf die sanfte Stimme Gottes, das Säuseln, oder brauche ich auch ab und an einen Sturm oder ein Erdbeben?

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, wie oft höre ich deine Stimme nicht, weil der Lärm der Welt und meine eigenen Wünsche sie übertönen. Wie oft gebe ich vor, dir zu folgen und bin doch nur dabei, meine eigenen kleinen Ziele zu verfolgen. Lass mich niemals in deinen Augen ein Heuchler sein.

möglicher Vorsatz: Ich werde heute Abend den Tag in der Rückschau betrachten: Wo habe ich entgegen meinen Worten oder meinen Überzeugungen gehandelt oder gesprochen?


Anspruch und Realität

26. August 2015

Mittwoch der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Gregor von Utrecht OSB, Abt
Hl. Teresia von Jesus OSCI

Felix Honekamp

Mt 23,27-32
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr errichtet den Propheten Grabstätten und schmückt die Denkmäler der Gerechten und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, wären wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden. Damit bestätigt ihr selbst, dass ihr die Söhne der Prophetenmörder seid. Macht nur das Maß eurer Väter voll!

Einführendes Gebet: Herr, ich weiß, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit Güte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, leite mich an, damit du der einzige bist, auf dessen Urteil ich Wert lege. Sei barmherzig mit mir, wenn ich mich von anderen Maßstäben als den deinen leiten lasse und lass es mich erkennen.

1. Heuchelei. Es scheint, als reize Jesus nichts so sehr wie Heuchelei. Die Sünderin, deren Sünden offenbar sind, der Zöllner, der bereut … sie dürfen mit sanften, wenn auch deutlichen Worten rechnen. Wer aber so tut, als sei er gerecht, den Anschein der Heiligkeit erwecken will, für den findet Jesus drastische Worte. Gibt es in meinem Leben Dinge, die Jesus in Rage bringen würden?

2. Die Stellung als Risiko. Schriftgelehrte und Pharisäer waren die geistigen Führer zur Zeit Jesu. Sie waren gebildet und sollten die Menschen anleiten. Umso schwerer wiegt es, wenn diese Menschen den Ansprüchen, die sie erheben, nicht gerecht werden. Wo schauen andere Menschen auf mich als gläubigen Menschen? Werde ich da dem Anspruch, ein Zeuge Jesu zu sein, gerecht?

3. Vergebung. Man könnte meinen, die Pharisäer hätten schon verloren, als Heuchler hätten sie keine Aussicht auf Barmherzigkeit. Aber im Gegenteil: So schwer die Sünde der Heuchelei wiegt, so leicht ist sie zu lösen. Das Instrument ist das Bekenntnis der Schuld. Ein – wenn man so will – Schwachpunkt Gottes ist seine Barmherzigkeit. Was möchte ich Jesus bekennen, welche Schuld wiegt so schwer, dass ich ihn bitte, sie mir zu vergeben?

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, ich würde so gerne mein Leben mit deinen Augen sehen. Vielleicht wäre ich von mir enttäuscht, in manchen Dingen hoffentlich auch zufrieden. Sicher würde ich in vielen Fällen feststellen, was ich noch besser hätte machen können. Lass mich einen Blick auf deinen Plan für mein Leben werfen, damit ich lerne, ihm zu folgen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde Dinge bewusst tun, die mich als Christen ausweisen und Dinge bewusst unterlassen, die nicht zu einem Christen passen.


Umkehr: Jetzt!

27. August 2015

Donnerstag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Monika
Hl. Gebhard, Bischof

Felix Honekamp

Mt 24,42-51
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr eingesetzt hat, damit er dem Gesinde zur rechten Zeit gibt, was sie zu essen brauchen? Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! Amen, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen. Wenn aber der Knecht schlecht ist und denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht!, und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, wenn er mit Trinkern Gelage feiert, dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Heuchlern zuweisen. Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

Einführendes Gebet: Herr, ich weiß, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit Güte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, ich weiß, dass deine Barmherzigkeit unendlich ist. Lass mich niemals in Versuchung kommen, das auszunutzen, mit deiner Gnade zu spielen und dabei meine Seele auf’s Spiel zu setzen.

1. Überraschung. An vielen Stellen macht uns Jesus deutlich, dass wir den Zeitpunkt nicht kennen werden, an dem von uns Rechenschaft für unser Leben gefordert wird. Diese Unkenntnis macht mitunter sorglos – es wird schon nicht heute sein, nicht morgen. Ich kann mich immer noch bessern. Würden wir so mit Freunden umgehen, die sich auf uns verlassen, mit unseren Eltern, unserem Ehepartner? Wann ist die Zeit, immer noch ein guter Sohn, eine gute Ehefrau zu werden? Wann, wenn nicht jetzt?

2. Zeit zur Umkehr. Ein junger Mann soll einmal einen alten Rabbi gefragt haben, bis wann er sich spätestens zu Gott bekehren müsse. Seine Antwort war: Drei Tage vor deinem Tod. - Doch kennen wir unsere Todesstunde? Wenn wir uns darauf verlassen, morgen umkehren zu können, spielen wir mit unserem heutigen Seelenheil. Will ich wirklich eines Tages Gott gegenüber argumentieren, dass ich ihm am nächsten Tag gefolgt wäre?

3. Barmherzigkeit. Trotzdem ist das Gleichnis Jesu keine Drohung sondern eine Einladung. Gott will nicht unseren Tod, er will, dass wir in Fülle leben; dazu gehört, in seiner Nähe zu sein, uns in seiner Nähe wohlzufühlen. Lehne ich die Einladungen Gottes, mich zu ihm zu bekehren ab? Was hindert mich daran, heute ein Mensch nach dem Geschmack Gottes zu werden?

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, du bist mein bester Freund. Ich weiß, dass du alles für mich tust, bereits alles für mich getan hast. Was für ein großartiges Geschenk ist das! Lass mich das nie vergessen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute überlegen, welches Laster am meisten zwischen Gott und mir steht, und das morgen im Sakrament der Beichte vor Gott tragen.


Eingeladen, aber auch würdig?

28. August 2015

Freitag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Augustinus, Bischof von Hippo, Kirchenlehrer
Hl. Elmar von Lüttich, Bischof
Hl. Adelinde, Äbtissin

Felix Honekamp

Mt 25,1-13
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit. Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht. Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen. Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Einführendes Gebet: Herr, ich weiß, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit Güte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, ich bin zu deinem Hochzeitsmahl eingeladen. Hilf mir, mich dieser Einladung würdig zu erweisen.

1. „Ich kenne euch nicht.“ Dieser Satz könnte der furchtbarste unseres Lebens werden, wenn wir ihn am Ende von Gott hören müssten. Den Satz werden diejenigen hören, die meinen, sie seien schlauer als Gott, sie bräuchten sich nicht um ihren Auftrag zu kümmern, jemand anderes würde schon die Verantwortung übernehmen. Lebe ich auch zu sorglos in den Tag hinein, ohne Rücksicht auf andere Menschen oder Gott? Verlasse ich mich darauf, dass andere, dass Gott schon die Dinge richten wird, für die ich verantwortlich bin?

2. Ein Vorrat an Öl. Dabei ist es ganz leicht, für den persönlichen Vorrat an Lampenöl zu sorgen. Christus stattet uns mit allen Gnaden aus, die wir brauchen, angefangen von den Sakramenten, der Taufe und der Firmung bis zur Eucharistie und der Beichte, über das Gebet und die Meditationen bis hin zur Leitung durch den Heiligen Geist. Gott erwartet nicht nur, dass wir ihn mit leuchtenden Lampen erwarten, er gibt uns auch das notwendige Öl dazu, das wir aus seinen Händen empfangen können, wenn wir uns nur bemühen, in seiner Nähe zu bleiben. Ist es da so schwer, einfach ja zu sagen und das Öl mitzunehmen, statt auf die anderen zu schauen und sich auf sie zu verlassen („Gebt uns von eurem Öl“)?

3. Der Hochzeitssaal. Wir sind eingeladen, mit Christus, dem Bräutigam, in den Hochzeitssaal zu gehen. Es erwartet uns ein rauschendes und nie enden wollendes Fest. Die Hölle wird wohl in Feuerqualen bestehen, doch schlimmer wird in einem das Bewusstsein nagen, die Einladung Gottes zu diesem Fest ein für alle Mal ausgeschlagen zu haben. Ist das nicht unfair? Nein, Gott nimmt die uns von ihm geschenkte Freiheit sehr ernst, auch die Art, wie wir sie genutzt haben. Alles, was wir tun müssen, ist, aus freiem Willen bei ihm zu bleiben und seinem Rat zu folgen.

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, eines Tages werde ich mit dir gemeinsam auf mein Leben zurück schauen. Ich bin zuversichtlich, dass ich dann mit deiner Gnade den Himmel erreichen kann. Trotzdem bitte ich dich, mir zu helfen, nicht sorglos mit dem Geschenk deines Opfers umzugehen.

Möglicher Vorsatz: Ich werde mir aufschreiben, was mein wichtigster Vorsatz ist, um mein Leben mit Christi Hilfe zu verbessern, und mir diesen Vorsatz jeden Tag wieder in geeigneter Weise in Erinnerung rufen.


Kollateralschäden der Sünde

29. August 2015

Samstag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Enthauptung Johannes des Täufers
Hll Sabina, Verona, Theodora von Thessaloniki

Felix Honekamp

Mk 6,17-29
Herodes hatte Johannes festnehmen und ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen. Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen, denn Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu. Eines Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa zu einem Festmahl ein. Da kam die Tochter der Herodias und tanzte und sie gefiel dem Herodes und seinen Gästen so sehr, dass der König zu ihr sagte: Wünsch dir, was du willst; ich werde es dir geben. Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die Hälfte meines Reiches wäre. Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich mir wünschen? Herodias antwortete: Den Kopf des Täufers Johannes. Da lief das Mädchen zum König hinein und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes bringen lässt. Da wurde der König sehr traurig, aber weil er vor allen Gästen einen Schwur geleistet hatte, wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen. Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins Gefängnis zu gehen und den Kopf des Täufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes. Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen und das Mädchen gab ihn seiner Mutter. Als die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

Einführendes Gebet: Herr, ich weiß, dass du immer bei mir bist, vor allem im Gebet, wenn ich mich an dich wende, wenn ich versuche, dich besser zu verstehen. Ich glaube, dass du mein Leben mit Güte und Barmherzigkeit ansiehst, und manchmal mit Mitleid. Ich hoffe, dass ich jeden Tag lerne, mehr auf deine Stimme zu hören, um dir nachzufolgen. Ich liebe dich, lehre mich, dich zu lieben, wie du mich liebst.

Bitte: Herr, jede meiner Sünden, auch die kleinen, entfernen mich von dir und verselbständigen sich zu größeren Sünden. Lass mich immer deine Freundschaft und Liebe vor Augen haben, damit ich in der Versuchung standhalten kann.

1. Mut. Johannes ging zu König Herodes, um ihn aufmerksam zu machen, dass seine Handlungen sündhaft sind. Er hätte auch den Mund halten und weiter am Jordan predigen und taufen können. Aber etwas drängte ihn und gab ihm den Mut, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen für die Wahrheit einzutreten. Steckt etwas von Johannes dem Täufer in mir? Bin ich ein mutiger, ein todesmutiger Evangelist?

2. Ein anderes Opfer. Natürlich ist Johannes das Opfer dieses Evangeliums, denn er erleidet für sein Bekenntnis den Tod. Aber wie ist es mit den Kollateralschäden der Sünde des Herodes? Kann man sich etwas Traurigeres vorstellen, als ein junges Mädchen, das von seiner Mutter dazu gebracht wird, den Tod eines Menschen einzufordern? Die Sünde hat nicht nur ihren Autor und ihr Opfer, sie zieht immer auch noch andere mit hinein. Wer leidet unter meinen Verfehlungen? Ist es Zeit, bei denen, die meinen Sünden zum Opfer gefallen sind, um Vergebung zu bitten?

3. Wahrheit kennt keine Kompromisse. Nicht selten wird erwartet, dass wir auch in unserem Glauben Kompromisse eingehen; die Kirche muss sich demokratischen Entscheidungen beugen. Aber was, wenn diese Entscheidungen und Kompromisse zu Lasten der Wahrheit eingegangen werden? Mit einer solchen Haltung wäre Johannes’ Kopf nicht auf der Schale gelandet. Aber dann wäre er auch nicht der größte der Propheten gewesen. Wo gehe ich um des lieben Friedens willen faule Kompromisse ein – in meinem Leben und mit anderen?

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, du selbst hast die Menschen bis zum Tod geliebt, deine Heiligen sind ein Beispiel für die Treue zu dir und dm Glauben, den uns die Kirche vermittelt hat. Wie großartig sind diese Zeugen! Danke, dass du mir immer wieder Orientierung schenkst, damit ich nicht vom Weg abkomme.

Möglicher Vorsatz: Ich werde in Gesprächen über meinen Glauben standfest bleiben und mich nicht der Mehrheit beugen oder einen bequemen Weg gehen.