Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 16. August 2015 bis Samstag 22. August 2015

Zwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Daniel Weber LC, P. Thomas Fox LC

Christus gibt uns das BesteSonntag
Christus oder dem Mammon dienen?Montag
Rettung und liebende NachfolgeDienstag
Gott hat seine eigenen RegelnMittwoch
Hochzeitsgast sein ist schwerDonnerstag
Gott der LiebeFreitag
Wie geschieht wahre Erneuerung und wie geschieht sie nicht?Samstag


Christus gibt uns das Beste

16. August 2015

Zwanzigster Sonntag im Jahreskreis

P. Daniel Weber LC

Joh 6,51-58
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

Einführendes Gebet: Herr, ich danke dir, dass du mich so sehr beschenken willst. Mit deinem eigenen Fleisch und Blut. Lass mich diese große Gnade wirklich schätzen.

Bitte: Herr, stärke meinen Glauben, dass ich wirklich verstehe, was du mir geben willst.

1. Das Beste für mich. Christus lädt uns ein, sein Fleisch zu essen. Als Katholiken sollten wir wissen, was das bedeutet. Unsere Gedanken gehen dann zur Messe und zur Kommunion. Wir empfangen wirklich den Leib Christi. Können wir dieses Geschenk begreifen, das der Herr uns macht? Haben Sie schon einmal Gott leibhaftig empfangen? Ein komischer Satz denken Sie? Gerade heute macht die Lehre von der leibhaften Gegenwart unseres Herrn in der Messe vielen von unseren Brüdern und Schwestern Mühe. Man muss es wirklich glauben. Jesus versteht dass wir es schwer haben würden zu glauben. Aber er will uns etwas sehr Besonderes geben. Das Beste, was er uns geben kann, wirklich sich selbst. Danke, Jesus, dass deine Gegenwart alles zuvor Dagewesene übersteigt und dass ich dich empfangen darf.

2. Kann das wahr sein? Kann das wirklich wahr sein, dass Gott uns seinen Leib gibt? Einige sprechen ziemlich schnell von Symbol und Zeichen. Aber er sagt nicht, es sei ein Zeichen. Hier spüren wir wieder die Liebe Gottes zu uns. Dass er uns ein solches Versprechen macht und es auch hält, zeigt uns die unerreichbare Liebe, mit der er uns liebt. Jesus wusste, dass er wieder zu seinem Vater gehen würde und da hat er uns ein unglaublich großartiges Abschiedsgeschenk gemacht. Statt nur Symbole zu hinterlassen, wollte er wirklich bei uns bleiben. Am Ende des Matthäusevangeliums sagt er: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20). Denn solange es Priester gibt, die die Messe feiern können, solange wird es auch die Eucharistie geben, die Gegenwart Gottes unter uns Menschen. Echt eine tolle Idee. Das ist echte Liebe! Jesus bleibt bei uns, besonders auch in den schweren Momenten.

3. Vielen Dank, Jesus! Danken wir Jesus, dass er uns dieses Geschenk gibt. Haben wir dieses Geschenk verdient? Wir bemühen uns, nicht wahr? Wir versuchen, ein gutes Leben zu führen, unseren Nächsten ein gutes Beispiel zu geben. Manche von uns sind sogar Glaubensverkünder und erzählen den Suchenden von Gott und Jesus. Aber am Ende können wir auch mit unseren guten Taten niemals dieses große Geschenk, das Jesus uns gibt, aufwiegen. Es ist wahrlich ein Geschenk, es ist eine Gnade. Danke, Jesus, du gibst dich vorbehaltlos und ohne Argwohn und du suchst dir nicht nur die Stärksten und Besten, , sondern verschenkst dich an alle. Erinnern wir uns an unsere Geburtstage. Ein Tag der Freude, mit Geschenken. Zeigen wir doch heute der Welt, dass wir beschenkt wurden. Wir sollen Freude ausstrahlen, weil wir so ein großes Geschenk von Jesus bekommen haben.

Gespräch mit Christus: Jesus, heute werde ich dafür dankbar sein, dass du mir das Beste gegeben hast, dich selbst. Bitte stärke meinen Glauben, dass ich erkenne, dass du in der Eucharistie gegenwärtig bist.

Möglicher Vorsatz: Mit einen Lächeln durch die Welt gehen, weil ich weiß, dass Jesus mich so sehr liebt und mir sogar seinen Leib schenkt.


Christus oder dem Mammon dienen?

17. August 2015

Montag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hyazinth OP,
Hl. Jutta OPream

P. Daniel Weber LC

Mt 19,16-22
Es kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

Einführendes Gebet: Herr ich danke dir, dass ich heute wieder dein Wort hören darf. Lass mich erkennen, was das Wichtigste in meinem Leben ist.

Bitte: Gib mir Freude daran, anderen Gutes zu tun und mir selbst gegenüber Selbstbeherrschung.

1. Das neue Gebot. Dieser Mann kann einem echt leidtun. Er hält alle Gebote, er ist ein Musterschüler und scheint doch nicht ein Kandidat für das ewige Leben zu sein. Aber er hat Jesus wohl nicht wirklich zugehört. Als Jesus beginnt, die Gebote aufzuzählen, denkt er, es handele sich um die zehn Gebote und merkt gar nicht, dass Jesus auch ein neues Gebot in die Aufzählung hineinnimmt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Die meisten Menschen finden sich ganz toll. „So und jetzt soll ich auch noch meinen Nächsten so sehr lieben, wie ich mein Spiegelbild verehre? So sehr sogar, dass ich von meinem Reichtum abgeben soll? Jesus fordert den jungen Mann auf, ihm nachzufolgen. Vielleicht wäre er der 13. Apostel geworden, wenn er sein Vermögen weggegeben hätte. Aber, wie so oft, müssen wir die Ansprüche, die Jesus stellt, vom Standpunkt der Liebe aus sehen. Wenn ich jemand liebe, wenn ich Christus liebe, tue ich viel für ihn. Ich werde die Sünde meiden und Gutes tun. Das stimmt; aber trotzdem verlangt es von uns Überwindung. Sie gehört dazu, sie ist wie die „Kehrseite“ der Liebe.

2. Verkauf deinen Besitz! Verkauf deinen Besitz! Die Meisten, die diese Worte lesen, schmunzeln wahrscheinlich jetzt. Wenn man Familie hat und gerade ein Haus gebaut hat, soll man nun seinen Besitz verkaufen …?Man kann diesen Satz als eine spezielle Einladung für Ordensleute verstehen, die Christus nicht nur im Geist der Armut, sondern auch in gelebter Armut nachfolgen. Durch die Armut sollen wir Ordensleute von materiellen Sorgen befreit werden. Instinktiv wissen wir, ein Ordensmann sollte arm sein. Stellen Sie sich die heilige Theresia von Lisieux vor einem vollen Kleiderschrank mit Damenbekleidung vor und hören Sie sie stöhnen: „Oh ich habe nichts anzuziehen!“. Falls Sie keine Ordensfrau sind, was bedeutet für Sie: „Verkauf Deinen Besitz“? Wir brauchen Geld zum Leben, das ist klar und das weiß auch Christus. Er will aber nicht, dass wir dem Geld und den materiellen Dingen zu viel Bedeutung beimessen. Sie sollen sich nicht klammheimlich auf den Thron Gottes in unserem Herzen setzen (das tun sie gern). Gott sollte uns unbedingt das Wichtigste sein.

3. Müssen wir alle Musterschüler sein? Müssen wir alle so schnell reagieren wie die Apostel, die alles verlassen haben, um Christus nachzufolgen? Wir leben heute in einer Konsumgesellschaft, wir werden von der Werbung überall eingeladen, etwas zu kaufen. Man braucht schon Charakterfestigkeit, um nicht in ihre Falle zu tappen. Und ganz ehrlich gesagt, viele Dinge, die wir nicht unbedingt brauchen, sind ja auch schön, praktisch etc. Nur weil wir Christen sind, heißt es nicht, dass der Verzicht darauf uns leicht fällt. Es ist manchmal schon eine Kunst zu erkennen, ob ich dieses Produkt wirklich brauche oder, ob ich es mir nur kaufe, um … Wir müssen Vernunft und Verstand zum Shopping unbedingt mitnehmen. Der Heilige Vater wird geachtet, weil er Gesten der Armut setzt. Er mahnt auch uns immer wieder, die Armen nicht zu vergessen. Als gute Christen müssen auch wir auf etwas verzichten, selbst wenn es uns ein wenig schmerzt.

Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, gib mir die Gnade, dich als das Wichtigste in meinem Leben anzusehen und die Kraft, danach zu leben. Lass nicht zu, dass die materiellen Sorgen dich zur Seite drängen und lass mich erfahren, wie schön es ist, dich in meinem Herzen zu tragen.

Möglicher Vorsatz: Heute will ich besonders beim Shopping aufpassen. Nur die notwendigen Dinge kaufen und Christus den ersten Platz im Herzen geben.


Rettung und liebende Nachfolge

18. August 2015

Dienstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Helena
Hl. Klaudia, Äbtissin

P. Daniel Weber LC

Mt 19,23-30
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

Einführendes Gebet: Guter Jesus, danke dass du da bist, dass ich dir nachfolgen darf. Danke für deine Geduld mit mir und für deine Liebe mit der du mich liebst.

Bitte: Gib mir die Gnade, immer auf dich zu vertrauen und meinem Nächsten aus Liebe zu dienen.

1. Wer kann dann noch gerettet werden? Wir erinnern uns: Gestern ging der Mann traurig von Jesus weg, weil er seinen Besitz nicht verkaufen und den Erlös den Armen nicht geben wollte. Die Jünger erschraken und fragten sich, wer dann noch gerettet werden könne. Die Jünger sind wirklich besorgt. „Wenn so ein guter Mensch seines Heils nicht sicher sein kann, wer dann?“, so denken sie. Christus stellt die Sache richtig: Für Gott ist nichts unmöglich. Zwei Dinge lernen wir hier: Wir können uns nicht selbst erlösen (klar, wir sollten uns anstrengen ein gutes, heiliges Leben zu führen) und wir sind in der Hand Gottes. Das sollte uns viel Trost geben. Wir wissen, Gott handelt nicht willkürlich, sondern wie ein guter Vater, der uns liebt. Also dürfen wir mit Hoffnung leben.

2. Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Menschen übersehen manchmal unsere Güte und unsere guten Taten, Gott aber nicht. Es ist menschlich zu fragen: „Und was kriege ich für ein gutes katholisches Leben?“ Mich überrascht die Antwort Christi immer wieder, denn er speist Petrus nicht mit billigem Trost ab, sondern zeigt auf eine attraktive Belohnung. Christus schätzt unsere Opfer und Anstrengungen für sein Reich, er ist der Dankbarste von allen und weiß, dass uns Wertschätzung auch gut tut. Was für einen guten und menschliebenden Gott haben wir doch, der nicht auf seine Verehrung pocht, sondern der unser Leben hier auf der Erde mit uns geteilt hat. Wenn Sie das nächste Mal ein Opfer bringen oder eine gute Tat tun, denken Sie doch daran, dass Christus uns dafür belohnen wird.

3. Aus Liebe nachfolgen. Wir können „mechanisch“ etwas Gutes tun. Einem Bettler etwas in den Hut werfen. Oder aber auch die gleiche Handlung mit Liebe tun. Christus spricht oft darüber in der Heiligen Schrift, z.B. bei der Witwe, die zwei Pfennig in den Opferkasten wirft, es aber mit viel Hingabe tut. Liebe macht den Unterschied. Sie kennen das vielleicht selbst, wie schön ist es, wenn wir sehen, dass wir geliebt werden. Wir empfangen diese Liebe gern. Aber Christus fordert uns auf, diese Liebe auch an unsere Mitmenschen weiterzugeben. Wir müssen nicht „raus auf die Straße“ gehen, um etwas Gutes aus Liebe zu tun. In der Familie und im Freundeskreis oder sogar am Arbeitsplatz bieten sich oft viele Möglichkeiten, einen Liebesdienst zu tun. Manchmal werden wir ausgenutzt und um ehrlich zu sein, tut das weh. Die Nachfolge Christi ist eben auch immer ein Risiko, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir diesen Weg mit Christus gehen und aus Liebe zu ihm.

Gespräch mit Christus: Danke Jesus, dass du meine Opfer siehst. Du weißt auch, dass es manchmal schwer ist, dir nachzufolgen. Danke für dein Verständnis.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich einem Menschen in meiner Nähe eine gute Tat aus Nächstenliebe tun, ohne etwas dafür zu erwarten.


Gott hat seine eigenen Regeln

19. August 2015

Mittwoch der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Ezequiel Moreno, Bischof

P. Daniel Weber LC

Mt 20,1-16a
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den letzten, bis hin zu den ersten. Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin? So werden die Letzten die Ersten sein.

Einführendes Gebet: Danke, Herr, dass ich an deiner Sendung teilnehmen darf. Danke, dass du mich brauchst. Ich will mein Bestes geben und tun, was ich kann.

Bitte: Guter Jesus, lass mich erkennen was du heute von mir willst und gib mir die Kraft, deinen Willen zu tun, auch wenn es mir schwer fällt.

1. Gott sucht den Menschen. Ist es nicht wunderbar, dass Gott immer wieder den Menschen sucht? Das wird besonders deutlich an Weihnachten, wenn Gott Mensch wird. Aber es geschieht auch immer wieder im Verlauf unseres Lebens, dass Gott uns seine Hand ausstreckt. Wir wissen ganz genau, Gott braucht uns Menschen nicht. Er könnte auch ohne uns im Himmel ganz glücklich sein. Aber er gibt sich richtig Mühe, er wirbt in unserem Evangelium vier Mal Arbeiter an. Was halten Sie davon? Es ist die Liebe, die Gott immer wieder zu uns führt. Gott sucht uns – auch jeden von uns ganz persönlich und er leitet uns. Durch Menschen oder durch Umstände macht er sich gegenwärtig in unserem Leben.

2. Gott hat seine eigenen Regeln. Wie war das mit dem Mindestlohn? Ein Denar konnte einen Arbeiter samt Familie einen Tag lang ernähren. Es war ein fairer, ein guter Lohn. Gott ist gerecht und er nützt den Menschen nicht aus. Christus überrascht uns mit dieser Geschichte. Der Gutsbesitzer zahlt allen den gleichen Lohn aus. Unser Gerechtigkeitssinn empfindet anders. Wer mehr arbeitet, soll auch mehr Lohn empfangen. Natürlich geht es Jesus nicht primär um die Arbeit in einem Weinberg und die korrekte Bezahlung der Tagelöhner. Es geht um das Himmelreich, wie es bereits im ersten Vers heißt. Christus möchte in seinem Handeln nicht um jeden Preis paradox erscheinen, er will vielmehr seine Großzügigkeit zeigen. Die, die am Ende vortreten, bekommen auch einen guten Lohn. Der Mensch, der sich am Ende seines Lebens bekehrt, hat auch eine Chance, in den Himmel zu kommen, genau wie der, der von Kindesbeinen an im Glauben gestanden ist. Menschliche Logik versagt hier, aber Gottes Liebe geht diesen Weg.

3. Darf er das? Hier, an dieser Stelle im Evangelium, zeigt uns Christus, dass Gott der Herr ist. Er kann sich über menschliche Gesetze und Vorschriften hinwegsetzen. Er ist Gott. Wir dürfen das nicht mit Willkür, die uns bei schlechter Laune blüht, verwechseln. Gott hat andere Gesetze. Er will uns Menschen etwas Gutes tun und er handelt auch so. Er ist nicht nur ein weiser Lehrer, wie wir immer hören, sondern ihm gehört alles und deshalb kann er souverän handeln. Es ist nicht das erste Mal, dass wir mit dem Handeln Gottes nicht einverstanden sind. Auch Petrus, der getreue Nachfolger und Apostel, wollte Christus, nachdem er gesagt hatte, dass er leiden und sterben müsse (vgl. Mt 16:21-23), erklären, was er wirklich zu tun hätte. Die Antwort Christi lautete trocken: „Weg mit dir Satan!“ Das ist auch Glaube, dass wir das Handeln Gottes in unserem Leben annehmen, selbst wenn wir es nicht immer verstehen.

Gespräch mit Christus: Guter Jesus, ich danke dir, dass du uns Menschen suchst. Nicht nur theoretisch, sondern wirklich jeden Tag aufs Neue. Danke dass du mir einen Platz bereitet hast und dich nach mir sehnst.

Möglicher Vorsatz: Ich werde heute nach der Hand Gottes in meinem Leben Ausschau halten und seinen Willen für mein Leben annehmen.


Hochzeitsgast sein ist schwer

20. August 2015

Donnerstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Bernhard von Clairvaux OCist,

P. Daniel Weber LC

Mt 22,1-14
In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert (eingeladen zu werden). Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

Einführendes Gebet: Herr, ich danke dir, dass du auch heute Menschen in deine Nachfolge rufst.

Bitte: Gib mir die Kraft, immer das zu tun, was du von mir erwartest.

1. Die Hochzeit. Wir alle lieben Hochzeiten. Die feierliche Zeremonie in der Kirche und das Fest danach. Schwer zu verstehen, dass jemand lieber im Laden oder auf dem Feld arbeitet, statt auf das Wohl des Paares anzustoßen. Die Gleichgültigkeit der Menschen scheint schon zu Zeiten Jesu´ ein Problem gewesen zu sein. Nicht nur, dass Gott uns immer wieder seine Liebe verspricht, sondern er lädt uns sogar zu einer Hochzeit ein. Es macht Ihm nichts aus, mit uns gesehen zu werden. Der transzendente Gott wird hier ganz menschlich. Warum aber kamen die Menschen nicht? Vielleicht mussten sie ihr Tun und Treiben lassen und zum König gehen. Oder Sie mussten ein Geschenk mitbringen. Die Menschen, die nicht kommen, sehen bei dieser Hochzeit nur Last und Kosten auf sich zukommen.

2. Die Reaktion Gottes. Nachdem der König merkt, dass viele sich durch Ausreden entschuldigen, greift er durch. Sein Vorgehen erscheint uns hart und streng. Aber Christus will zeigen, dass auch unsere Taten Konsequenzen haben. Wir können die Einladung Gottes nicht ausschlagen und gleichzeitig so weiterleben, also ob nichts passiert wäre. Gott liebt uns und er leidet deshalb auch, wenn wir seine Liebe nicht erwidern. Hier treffen wir wieder auf dieses Geheimnis, dass Gott uns liebt und damit auch das Risiko eingeht, dass manche seine Liebe verschmähen. Das ist aber wahre Größe, zu lieben, auch wenn man nicht viel dafür zurückbekommt. Wieder sehen wir hier Gott, der den Menschen sucht und zu sich einlädt.

3. Der zweite Versuch. Der König reagiert anders als wir vielleicht denken, er lässt seine Hochzeit jetzt in einem noch größeren Rahmen stattfinden und lädt wieder ein. Jesus will damit sagen: Gott glaubt an den Menschen, dass er sich bessern kann, dass es etwas Gutes in ihm gibt. Die neuen Gäste kommen, aber der König sieht einen Gast ohne Hochzeitsgewand dastehen. Gott fordert viel von uns, das stimmt. Er beruft uns zum Glauben. Er liebt uns und er möchte, dass wir ihn lieben und seine Gebote befolgen. Nur dabeistehen reicht nicht aus. Christsein ist keine Hausaufgabe, kein Dienstleistung, die man schnell hinter sich bringt. Es ist ein Leben. Wir folgen Jesus nach und wir tun es aus Liebe. Was noch „fehlt“ ist die Geschichte von dem guten Menschen, der der Einladung zur Hochzeit annimmt und mit dem Hochzeitsgewand kommt. Was wird Gott von ihm oder ihr denken? Er wird sie noch mehr lieben und sich freuen, mit ihnen die Ewigkeit zu verbringen.

Gespräch mit Christus: Danke, Jesus, dass du an mich denkst und mich zur Hochzeit einlädst. Ich weiß, du forderst viel von mir aber ich weiß auch, dass deine Liebe es wert ist, alles zu tun, was du willst.

Möglicher Vorsatz: Heute wollen wir bewusst den Willen Gottes tun, zum Beispiel seine Gebote befolgen und dankbar sein, dass er uns in seine Nachfolge ruft.


Gott der Liebe

21. August 2015

Freitag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Pius X, Papst
Hl. Balduin OCist, Abt

P. Daniel Weber LC

Mt 22,34-40
In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie (bei ihm) zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

Einführendes Gebet: Guter Jesus, du willst mit totaler Liebe geliebt werden. Meine Liebe ist manchmal ein bisschen lau und oberflächlich. Gib mir diese Gnade, dich zu lieben, wie du es verdienst.

Bitte: Ich bitte dich, lass mich verstehen, was es heißt, dich zu lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele und dann lass den Vulkan der Liebe explodieren.

1. Gott der Liebe. Für die Juden gehörte die Erfüllung der Gebote zu einem guten und gottgefälligen Leben. Deshalb fragt der Pharisäer auch nach dem größten Gebot. Interessant ist die Antwort: Obwohl es sich um ein Gebot handelt, zitiert Christus weder die Aufforderung, mehr zu glauben, was typisch für eine religiöse Antwort wäre, noch den Opferkult im Tempel, der für den gläubigen Juden sehr wichtig war. Er will auch nicht eine größere Verehrung, mehr Anbetung oder gar eine große Spende für die Seelsorger. Es ist eine neue Antwort, die die Liebe zu Gott mit der Liebe zum Menschen auf eine Stufe stellt. Das Liebesgebot ist für Christus nicht nur eines von vielen, sondern das Wichtigste. Was sagt das über Gott aus? Er ist ein Gott, der die Liebe fördert. Ein Gott der Liebe.

2. Mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele. „Mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele“ sollen wir Gott lieben. Da ist also kein Platz für Halbherzigkeit. Gott fordert viel von uns. Es gibt wenige Dinge, die wir mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele tun. Weder unser Arbeitsplatz noch die meisten Freundschaften fordern solch eine Radikalität. Aber diese totale Liebe, die Gott von uns erwartet, bedeutet nun umgekehrt auch, dass sie uns verändert. Es verändert den Menschen, wenn er beginnt, mit ganzem Herzen zu lieben. Wir kennen alle Menschen, die wir wirklich lieben, für die wir alles tun würden, denen wir nie böse sein könnten, mit denen wir unendliche Geduld haben. Gott möchte so geliebt werden.

3. Neues Gebot und ein neuer Mensch. Wenn wir es schaffen, Gott so authentisch zu lieben, dass wir, wie es der hl. Benedikt in seiner Regel sagt, ihm nichts mehr vorziehen wollen , dann wird dieses neue Gebot auch uns zu einem neuen Menschen machen. Plötzlich geht es nicht mehr nur um mich, sondern ich öffne mein Leben und ich liebe Gott. Wenn wir Gott lieben, wird sich auch unser Wesen verändern. Das sehen wir oft, wenn wir jemand treffen, der sich bekehrt hat. Solche Menschen werden liebenswürdiger, Menschen, die nur Gutes tun wollen und Gutes tun. Der Weg dorthin ist nicht leicht, aber Gott kennt uns, begleitet uns auf diesem Weg und gibt uns die Möglichkeit, auch in der Liebe zu wachsen. Mit der Zeit werden wir sehen, dass auch unsere Liebe zu ihm gereinigt werden muss. Wir selbst werden Dornen und Disteln entfernen, um uns dieser Liebe zu Gott besser widmen zu können.

Gespräch mit Christus: Du sagst mir genau, was du möchtest. Geliebt zu werden mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele. Gib doch, dass mein Herz diese Liebe zu dir hervorbringt.

Möglicher Vorsatz: Heute werde ich ganz bewusst dich in meinen Gebeten lieben. Und auch wenn ich meinen Mitmenschen begegne, werde ich sie lieben, wie du es willst.


Wie geschieht wahre Erneuerung und wie geschieht sie nicht?

22. August 2015

Samstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Maria Königin (Regina)
Hl. Sigfried OSB
Hl. Maurus, Märtyrer

P. Thomas Fox, LC

Mt 23,1-12
In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Einführendes Gebet: Herr, ich komme, um bei dir die Sprache und das „Alphabet“ der Liebe zu erlernen. Hilf mir, daran zu denken, dass ich vor dir nur stammeln kann, dass meine Hände im Schreiben ungeübt sind. Hab Erbarmen mit den Lücken und Fehlern im Buch meines Lebens und führe du meinen Geist, meine Stimme, meine Hand. Mach mich einfach, damit ich wie ein Kind aufnahmebereit bin, staunen kann und die wesentlichen Dinge verstehe.

Bitte: Herr, schenk mir ein neues Herz, das deine Gesinnung in sich trägt.

1. Abkehr vom Schein zum Sein. Im heutigen Evangelium rechnet Jesus mit dem ab, was eigentlich von allen übereinstimmend als die größte Tragödie angesehen wird, die einem Menschen in seinem Leben zustoßen kann: wenn er ein Doppelleben führt; wenn er mehr den Schein als das Sein liebt; wenn drinnen nicht das anzufinden ist, was draußen auf der Verpackung steht. Den religiösen Menschen nennt man in einem solchen Fall „scheinheilig“ oder heuchlerisch. Das sollen wir also partout vermeiden. Doch wie?Als Jesus der Samariterin am Jakobsbrunnen begegnete, sagte er, dass Gott, der Vater, Menschen suche, die ihn nicht auf diesem oder jenem Berg, sondern im Geist und in der Wahrheit anbeten (vgl. Joh 4,23). Darin besteht also wahre Religiosität: nicht in einer Bindung an äußere Dinge, an Veranstaltungen mit zirkusähnlichen Kostümen, Schönrederei und gegenseitigen Gefälligkeitserweisen, sondern in einer geisterfüllten, persönlichen, starken Bindung an Gott. Ja, lebendiger Glaube formt den Menschen zu einer Einheit, macht aus ihm ein Stück aus einem Guss, indem er nämlich dem Geist zur sanften, aber festen Regie über das Fleisch verhilft. Außerdem hat solcher Glaube auch die Kraft, Menschen miteinander zu verbinden.

2. Von innen nach außen. Da jeder gute Baum gute Früchte und jeder schlechte Baum schlechte Früchte hervorbringt, liegt Jesus daran, sein Volk und die zukünftige Kirche von der Wurzel her zu reinigen. Erinnern wir uns an die Tempelreinigung, die der Herr nach dem Evangelisten Johannes zu Anfang seines öffentlichen Wirkens durchführt! Der Tempel von Jerusalem war das religiöse Zentrum seines Volkes. Was hier geschah, geschah an der Wurzel und sollte für ganz Israel folgenreich sein. Doch der Tempel war letztlich nur ein Gebäude, symbolträchtig, ja, aber nur aus Stein. Die Sanierung des Menschen musste beim Menschen selbst ansetzen. Und so zeichnete der Evangelist in der Folge sieben erschütternde Weherufe auf, die Jesus an die Pharisäer und Schriftgelehrten richtete und die ihre abschreckende Wirkung auf seine Jünger ebenfalls nicht verfehlten. Sie blieben in ihrem Gedächtnis haften und mit ihnen die Überzeugung: „Bei uns darf es nicht so sein“.

3. Von oben nach unten. Wie der hl. Paulus schreibt, entäußerte sich Christus bei seiner Menschwerdung und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich (Phil 2,7). Der Weg der „Erniedrigung“ ist seitdem der Weg, den alle gehen müssen, die ihm ähnlich werden wollen. Wenn Jesus also sagt: „Der Größte von euch soll euer Diener sein“, spricht er über das Motto, das er sich selbst zur Lebensregel gemacht hat und lädt uns ein, ihm darin ähnlich zu werden. Und ist es nicht tatsächlich so, dass Gott uns ständig dient, indem er uns mit den Möglichkeiten, die uns die Schöpfung bietet, sozusagen in jedem Augenblick den Steigbügel für die nächste Tat hinhält? Der Schritt von oben nach unten, ist er nicht der Schritt, den Gott jedes Mal tut, wenn er uns seine Gnade und sein Erbarmen schenkt? Wollen wir uns bei so viel Überschwang von Liebe immer noch erheben und nicht viel lieber dankbar sein und dafür sorgen, Menschen zu werden, die ihre Freiheit gut benutzen, gute Wurzeln haben, gute Früchte bringen?

Gespräch mit Christus: Christus, erneuere mich! Mach mich zu einem neuen Menschen, zu einem Menschen aus einem Guss. Hilf mir, entschieden von mir zu weisen, was mich im Herzen und im Geist entzweit. Erneuere und festige mich in meinen inneren Überzeugungen und Vorsätzen, im Glauben und in der Liebe. Gib mir den Mut, gemeinsam mit dir einen Schritt zu meiner Sanierung zu setzen und vor meiner eigenen Haustür zu kehren.

Möglicher Vorsatz: Ich werde versuchen, alles, was heute auf mich zukommt, als einen Dienst Gottes an mir zu bewerten: Er reicht mir den Steigbügel für die nächste Tat. Im Gegenzug will ich alles, was ich tue, als Dienst verrichten.