Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 2. August 2015 bis Samstag 8. August 2015

Achtzehnte Woche im Jahreskreis

P. Martin Baranowski LC

Brot des LebensSonntag
Mitarbeiter Christi werdenMontag
Gespenster gibt es nichtDienstag
Automat defektMittwoch
GipfeltreffenDonnerstag
Geheimnis des KreuzesFreitag
Glaube, der Berge versetztSamstag


Brot des Lebens

2. August 2015

Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis

P. Martin Baranowski LC

Joh 6,24-35
In jener Zeit, als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Sie entgegneten ihm: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Einführendes Gebet: „Herr, gib uns immer dieses Brot!“ – In der heutigen Sonntagsmesse wird mir in der Kommunion wieder das Brot gereicht, das vom Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt. Herr, lass mich tiefer begreifen, was mir damit geschenkt ist und dankbar die Liebe entdecken, die du mir entgegenbringst.

Bitte: „Gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, dass uns die Frucht der Erlösung zuteilwird“ (Aus dem Tagesgebet der Fronleichnamsmesse).

1. Das andere Ufer. Nach der Brotvermehrung sind Jesus und seine Jünger nicht mehr zu finden. Die Leute suchen Jesus, bis sie ihn am anderen Ufer des Sees finden. Auch heute verbirgt sich Jesus „am anderen Ufer“. Er möchte von mir gesucht und gefunden werden. Er fordert mich heraus, mich nicht mit dem zufrieden zu geben, was ich bislang mit ihm erlebt, von seiner Lehre gehört und verstanden habe. Jesus lädt mich ein, nach mehr zu verlangen, aufzubrechen und tiefer in sein Geheimnis und seine Freundschaft einzudringen. Wo finde ich Jesus konkret in meinem Alltag?

2. Die Mühe für die Speise, die nicht verdirbt. Wie viel Zeit, Arbeit, Mühe und Lebenskraft investieren die meisten Menschen in Projekte, die ihnen wichtig sind: Erfolg bei der Arbeit, Karriere, ein eigenes Haus, Sport, Aufbau und Pflege von Freundschaften, Freizeitgestaltung. Demgegenüber sind die Anstrengungen für ein Wachstum im Glauben oft gering: Wenig Zeit für Besinnung und das Gebet, eine ruhige Lektüre der Heiligen Schrift, Weiterbildung im Glauben, Einsatz für andere, Mitarbeit im Apostolat. Jesus fordert uns dazu auf, unsere Prioritäten neu zu überdenken. Was ist mir wichtig? Worin investiere ich meine Zeit?

3. Das Brot vom Himmel. Dem Volk Israel wurde in der Wüste das Manna geschenkt, um ihm Nahrung und Kraft für den Weg in das Gelobte Land zu geben. Diese Speise vom Himmel war ein Ausdruck der Fürsorge und Nähe Gottes und ein Vorausbild für die Eucharistie: Gott zeigt seine Nähe und Fürsorge darin, dass Jesus in diesem Sakrament immer bei uns bleibt, um uns auf unserem Weg zum Himmel zu begleiten. Erfahre ich diese Nähe Jesu in der Eucharistie? Suche ich die Begegnung mit Jesus in der Kommunion oder im Gebet vor dem Tabernakel?

Gespräch mit Christus: „Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?“ Herr, diese Frage deiner jüdischen Zeitgenossen möchte ich auch heute an dich richten und versuchen, immer besser zu verstehen, wie ich in meinem Leben den Willen des Vaters erkennen und erfüllen kann.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute den Sonntag heiligen, indem ich mir bewusst Zeit für das Gebet, eine gute Lektüre oder auch meine Familie nehme.


Mitarbeiter Christi werden

3. August 2015

Montag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Lydia, Purpurhändlerin
Hl. Burchard OPraem, Propst

P. Martin Baranowski LC

Mt 14,13-21
In jener Zeit, als Jesus hörte, dass Johannes enthauptet worden war, fuhr er mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber die Leute in den Städten hörten davon und gingen ihm zu Fuß nach. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen waren. Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist schon spät geworden. Schick doch die Menschen weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. Jesus antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische bei uns. Darauf antwortete er: Bringt sie her! Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten, und alle aßen und wurden satt. Als die Jünger die übrig gebliebenen Brotstücke einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. Es waren etwa fünftausend Männer, die an dem Mahl teilnahmen, dazu noch Frauen und Kinder.

Einführendes Gebet: Jesus, erlaube mir, dich heute in die einsame Gegend zu begleiten, um mit dir allein zu sein. Hilf mir, in dieser Zeit des Gebetes, Abstand vom Trubel des Alltages zu nehmen, um dich besser kennen zu lernen, um deine Wunder zu erfahren und mir deine Liebe zu den Menschen zu eigen zu machen.

Bitte: Herr, du kennst meinen Hunger, meine Schwäche und meine Bedürftigkeit. Hab Erbarmen mit mir und sättige du mich heute mit der Speise, die du allein zu geben vermagst.

1. Niemand muss weggehen. Die Jünger wollen die Menschen nach Hause schicken, weil sie befürchten, ansonsten könne aus der Situation eine Notlage entstehen. Doch Jesus hat nicht vor, ihrem Rat zu folgen, er weist niemanden ab, der bei ihm Trost und Hilfe sucht. Alle überrascht er mit dem Wunder der Brotvermehrung. Als heutige Jünger Christi sind wir auch versucht, für unsere Probleme ausschließlich menschliche Lösungen (Medizin, Versicherung, Psychologie, soziales Netz) zu suchen. Das führt dann dazu, dass wir berechnend, kalt und schließlich abweisend werden und nicht mehr wirklich mit der Gnade Gottes und seiner Hilfe rechnen. Jesus aber will unser Herz verändern und uns zeigen, dass wir mit ihm mehr als nur menschlich machbare Optionen zur Verfügung haben.

2. Gebt ihr ihnen zu essen! Obwohl Jesus das Wunder wirkt, wünscht er doch auch die Mitwirkung der Jünger: Sie sollen ihre eigenen Vorräte zur Verfügung stellen und die Leute einladen, sich zu setzen. Die Apostel fühlen sich zunächst überfordert, da ihre Möglichkeiten in keinem Verhältnis zu dem Auftrag stehen, den sie gerade erhalten haben. Doch dann erfahren sie das Wirken Gottes und die Freude des Gebens. Auch heute möchte Gott durch uns Christen wirken. Die Betrachtung der Brotvermehrung kann mir Mut machen, mich auf Jesus einzulassen und ihm meine fünf Brote und zwei Fische zur Verfügung zu stellen, damit er seine Wunder in meinem Leben vollbringen kann.

3. Alle aßen und wurden satt. Die Sättigung der Menge bezieht sich wohl nicht allein auf die Füllung der Mägen. Die Menschen spüren, dass sie bei Jesus mit ihren Sorgen, Problemen und Schwächen angenommen und geliebt sind. Die Liebe Jesu ist selbstlos und fordert keine Gegenleistung. Auch heute möchte Jesus zeigen, dass er das schenken kann und will, wonach sich die Menschen am meisten sehnen: eine Liebe, die wirklich erfüllt. In der Eucharistie, dem sacramentum caritatis (Sakrament der Liebe), ist die unaufdringlich nahe Liebe Christi, in ihrer Selbstlosigkeit und hingebungsvollen Art stets erfahrbar und sättigt den Liebesdurst einer Menschenmenge, die heutzutage noch viel größer ist.

Gespräch mit Christus: Danke, Jesus, für deine beispielhafte Großzügigkeit. Lass in mir das Vertrauen wachsen, dass du mir nichts nimmst, sondern mich beschenkst. Hilf mir, in diesem Vertrauen auch alle meine Kräfte und Talente für den Dienst Gottes und an den Menschen einzusetzen.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich mich selbstlos für jemanden einsetzen und etwas von meiner Zeit und meinen Talenten verschenken.


Gespenster gibt es nicht

4. August 2015

Dienstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Maria Vianney, Pfarrer von Ars
Hl. Rainer von Spalato, Bischof

P. Martin Baranowski LC

Mt 14,22-36
Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn. Sie fuhren auf das Ufer zu und kamen nach Gennesaret. Als die Leute dort ihn erkannten, schickten sie Boten in die ganze Umgebung. Und man brachte alle Kranken zu ihm und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

Einführendes Gebet: Jesus, auch ich möchte dich als Sohn Gottes erkennen und dir in dieser Gebetszeit alle meine Probleme und Schwächen übergeben. Ziehe auch mich heraus aus den Wassern meiner Ängste und meiner Zweifel, in denen ich wegen meines schwachen Glaubens unterzugehen drohe.

Bitte: Herr, rette mich!

1. Der Gegenwind. Jesus scheint hier die Jünger bewusst in den Sturm hineinzuschicken. Der Gegenwind und die Wellen sind kein Missgeschick, sondern Teil des Plans. Jesus erspart seinen Jüngern nicht die Schwierigkeiten, denn gerade in ihnen sollen sie sich bewähren und seine Nähe erfahren. Doch wie den Aposteln im sturmgeschüttelten Boot geht es auch uns oft so, dass wir inmitten der Probleme Jesus nicht erkennen, sondern uns sogar vor ihm fürchten. Dieses angebliche Gespenst gibt es aber nicht. Jesus ist uns vielmehr gerade dann nahe, wenn wir es am wenigsten erwarten. Wie oft macht auch mir im Alltag etwas Angst, Leid zum Beispiel, was eigentlich Zeichen der Nähe Gottes ist?

2. Der Gang auf dem Wasser. Wie faszinierend ist der Moment, in dem Petrus auf der Reling seines Bootes sitzt und auf das Wort Jesu „Komm“, sich einen Ruck gibt und das Gewicht auf den Fuß verlagert, der doch eigentlich im sturmgepeitschten Wasser versinken sollte. Das ist der entscheidende Schritt des Glaubens: Weg von der eigenen Sicherheit des Bootes hin zur Sicherheit des rufenden Christus. Rein menschlich gesehen ist das völlig unverständlich, weil ja kein Mensch auf dem Wasser laufen kann. Der Weg des christlichen Glaubens ist aber nicht einfach das, was wir aus eigener Kraft mit ein bisschen Anstrengung und gutem Willen vollbringen können, sondern ein Weg, der nur mit der Gnade und der Kraft Gottes begangen werden kann.

3. Soforthilfe. Sobald Petrus mehr auf die Schwierigkeiten achtet, anstatt auf Christus zu schauen, beginnt er zu versinken. So können die Stürme unserer Zeit, die Probleme von Kirche und Welt sowie das eigene und fremde Leiden auch unseren Blick von Christus ablenken und den Glauben erschüttern. Doch kaum wendet sich Petrus wieder hilfesuchend an den Herrn, streckt Jesus sofort seine Hand aus, um ihn zu retten. Er lässt sich nicht lange bitten und macht ihm auch keinerlei Vorwürfe, die ihn erniedrigen würden. Ist das kein guter Grund, auch selbst bei Jesus Hilfe zu suchen?

Gespräch mit Christus: Herr, hilf mir, die Herausforderungen meines Lebens im Licht des Glaubens zu betrachten und durch sie näher zu dir kommen. Lass mich auch deine rettende Hand erfahren und im Glauben wachsen.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte mich bemühen, die konkreten Schwierigkeiten des heutigen Tages im Licht des Glaubens zu sehen und zu beurteilen.


Automat defekt

5. August 2015

Mittwoch der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Oswald, Nothelfer
Hl. Dominika, Mystikerin
Hl. Stanislaus, Kardinal

P. Martin Baranowski LC

Mt 15,21-28
In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie (von ihrer Sorge), denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

Einführendes Gebet: Herr, schenke mir einen Glauben, der so beharrlich, vertrauensvoll und konkret ist wie jener der kanaanäischen Frau. Erlaube mir, zu Beginn dieses Gebetes in deine Gegenwart zu treten. Öffne meine Ohren, um deine Stimme zu hören und mach mich bereit, aus Liebe deinen Willen zu tun.

Bitte: Herr, hilf mir!

1. Konkrete Anliegen vor den Herrn tragen. Die kanaanäische Frau kommt mit einem konkreten Anliegen, das ihr wirklich am Herzen liegt, und sie vertraut fest darauf, dass Jesus ihr helfen kann und will. Daran können wir auch unser Gebet messen:Bete ich nur irgendwie allgemein oder auch konkret?Sind mir meine Bitten wirklich ein Herzensanliegen?Denke ich nur darüber nach oder lege ich sie wirklich Jesus vor?

2. Sich nicht entmutigen lassen. Jesus reagiert überraschend abweisend auf die Bitte der kanaanäischen Frau: Zuerst gibt er keine Antwort, dann weist er die Fürsprache der Jünger zurück und selbst auf die erneute zudringliche Bitte hin scheint er sich nicht erweichen zu lassen. Sicher ist der sonst barmherzige Jesus hier nicht hartherzig, und er muss sich wohl auch nicht erst überreden lassen, gütig zu sein. Offensichtlich will Jesus mehr: Er fordert den Glauben der Bittstellerin heraus und lässt sie dadurch wachsen. Oft gefällt es Jesus wohl mehr, dass wir uns beständig um Glaube und Liebe bemühen, als uns einfach und bequem das Gewünschte erlangen zu lassen.

3. Die Hunde gehen nicht leer aus. Gott ist kein Automat, in dem man gewisse Münzen (Bitten) einwirft, um dann die gewünschte Ware zu erhalten. Sonst wäre er letztlich nur ein Mittel zum Zweck. Der Mensch kann nicht als gleichberechtigter Partner mit Gott Geschäfte machen. Erst wenn ich Gott als Herrn anerkenne und verstehe, dass ich keinen Rechtsanspruch auf seine Gaben habe, werde ich bereit, seine Liebe wirklich als Geschenk zu empfangen.

Gespräch mit Christus: Herr, ich möchte nicht deine Gaben suchen, sondern dich selbst. Lass mich in dir den eigentlichen Schatz meines Lebens finden und in mir das Vertrauen wachsen, dass du mir alles gibst, was ich brauche.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich während des Tages immer wieder das Stoßgebet sprechen: „Herr, auf dich vertraue ich“.


Gipfeltreffen

6. August 2015

Donnerstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Verklärung des Herrn
Hl. Herrmann von Cappenberg Opream
Hl. Gilbert OSB Abt

P. Martin Baranowski LC

Mk 9,2-10
In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgendjemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.

Einführendes Gebet: „Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.“ In dieser Gebetszeit möchte ich auf das hören, was du, Jesus, mir zu sagen hast. Alle anderen Sorgen und Anliegen will ich zurückstellen, um meinen Geist und mein Herz für dein Wort zu öffnen. Herr, nimm auch mich heute beiseite und führe mich auf den Berg, auf dem ich dich neu erfahren und tiefer erkennen kann.

Bitte: Herr, schenke mir eine tiefe persönliche Freundschaft mit dir. Ich möchte dich so gut kennen, dass ich gar nicht anders kann, als dich zu lieben, und lass mich dich so sehr lieben, dass ich dich nachnahmen muss.

1. Der hohe Berg. Vor der wunderbaren Erfahrung der Verklärung steht der mühsame Aufstieg auf einen hohen Berg. Oft wünschen wir uns erfüllende Glaubenserfahrungen und vergessen dabei, dass wir auch einen Beitrag dazu leisten sollen. Gerade das treue und beständige Gebet inmitten von Unlust, Trockenheit und Anfechtungen kann eine wichtige Etappe auf dieser Bergtour sein. Doch allen menschlichen Bemühungen geht die persönliche Einladung Christi voraus, der auch mich heute beim Namen nennt und sich mir zeigen möchte.

2. Die Verwandlung. Zum Zeitpunkt der Verklärung waren die drei Apostel schon eine gute Zeit mit Jesus unterwegs und sich sicher, ihn schon ganz gut zu kennen. Doch als der Herr auf dem Berg vor ihren Augen verwandelt wird, sehen und entdecken sie neue und ihnen bisher nicht bekannte Aspekte seiner Persönlichkeit. Auch uns überrascht Jesus immer wieder damit, dass er größer, tiefer und anders ist, als wir es erwarten. Wie bei den Aposteln kann das bei uns sowohl Freude als auch Furcht auslösen. Wichtig ist, dass wir Jesus nicht in unsere engen Denkschablonen einsperren, sondern ihn immer wieder betrachten und uns von ihm formen lassen, um ihn selbst und sein Wirken in allem zu entdecken.

3. Der Abstieg. Nicht die großen Momente der Begeisterung sind für den Glauben entscheidend, sondern vielmehr das, was in den Alltag mitgenommen und dort umgesetzt wird. Daher lässt Jesus die Jünger nicht auf dem Berg zurück, sondern steigt mit ihnen wieder hinab. Er verbietet ihnen, von ihrem Erlebnis zu erzählen, weil er nicht möchte, dass sie von einem Event schwärmen, sondern durch die Neuheit und Veränderung ihres Lebens bezeugen, was er in ihnen bewirkt hat. Nur ein alltagstauglicher und im täglichen Leben wirksamer Glaube entspricht den Anforderungen Jesu.

Gespräch mit Christus: Herr, gerne denke ich an all die wunderbaren Glaubensmomente zurück, die du mir schon geschenkt hast (z.B. Begegnungen mit tiefgläubigen Menschen, Erstkommunion, Firmung, Beichterfahrungen, bewegende Predigten, tiefe Gebetsmomente, Exerzitien, Wallfahrten usw.). Hilf mir, aus diesen Momenten Mut und Kraft zu schöpfen, um dir auch in meinem Alltag zu begegnen und zu dienen.

Möglicher Vorsatz: Heute möchte ich mir besondere Glaubenserfahrungen in Erinnerung rufen (Bilder, Aufzeichnungen) und mir überlegen, wie ich andere einladen kann, solche Erfahrungen zu machen.


Geheimnis des Kreuzes

7. August 2015

Freitag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Donatus OSB, Bischof

P. Martin Baranowski LC

Mt 16,24-28
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen. Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.

Einführendes Gebet: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. Jesus, ich möchte heute das Geheimnis meiner Erlösung betrachten. Zeige mir die Liebe, die dich bewegt hat, das Kreuz zu tragen, und hilf mir, diese Liebe nachzuahmen.

Bitte: Gewähre mir, Jesus, das Geheimnis deines Kreuzes, das auch meine Existenz betrifft, immer tiefer zu erfassen, um die Kreuze, die du in meinem Leben zulässt, liebevoll und entschieden anzunehmen und fruchtbar zu machen.

1. Das Kreuz im Leben Jesu. Das Kreuz war im Leben Jesu kein Unfall oder Missgeschick, kein unglücklicher Verlauf der Dinge oder eine undichte Stelle im Erlösungsplan. Jesus hat das Kreuz bewusst, frei und voller Liebe angenommen, obwohl er es kraft seiner göttlichen Vollmacht hätte vermeiden können. Auch wenn die Umstände, die zur Kreuzigung führten (Verrat, falsche Aussagen, ungerechte Urteile) einzeln und für sich genommen natürlich nicht dem Willen Gottes entsprachen, so ließ er sie doch zu unserem Heil zu, denn Gott vermochte auch und gerade in diesen widrigen Umständen seine Liebe zu offenbaren und sein Heil zu wirken.

2. Das Kreuz in meinem Leben. Jeder Mensch – egal ob gläubig oder nicht – erfährt in seinem Leben Unangenehmes und Schwierigkeiten. Anders als Jesus besitzen wir keine göttliche Vollmacht, um diese einfach zu umgehen. Dennoch sind wir nicht dazu verurteilt, sie wie ein willenloses Tier, das seinem Schicksal ausgeliefert ist, passiv zu erleiden, sondern wir können in Freiheit unter verschiedenen Wegen wählen, wie wir damit umgehen wollen. An dieser Stelle setzt die Einladung Jesu an, ihm nachzufolgen und Schwierigkeiten als einen Ruf zur Liebe zu begreifen. Damit suchen oder verherrlichen wir nicht das Leiden an sich, sondern die Liebe, die sich gerade im Schweren besonders zeigt und bewährt.

3. Das Kreuz in meinem Alltag. Mit theoretischen Erwägungen ist einem wenig geholfen, wenn man im konkreten Alltag zu leiden hat. Mit seiner scheinbar widersprüchlichen Aussage: „Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen“, möchte mir Jesus helfen, den tieferen Sinn und den wahren Wert meines alltäglichen Lebens zu begreifen. Es geht nicht allein darum, die anstehenden Herausforderungen irgendwie zu meistern, sondern zu erkennen, dass alle diese Umstände keine reinen Zufälle sind, sondern Teil eines göttlichen Plans, der meinem Leben Ewigkeitswert zumessen und mich zu einem Menschen erheben möchte, der immer mehr liebt.

Gespräch mit Christus: Herr, gerade in den Schwierigkeiten bist du mir besonders nah und rufst mir zu, dass du mich liebst, dass du mir vertraust, dass du mir hilfst und mir viel zutraust. Schenke mir das Vertrauen, dass die Kreuze, die ich täglich erfahre, deiner liebevollen Hand entstammen und daher keinen Millimeter zu groß, kein Milligramm zu schwer und keine Millisekunde zu lang sind, sondern genau so, dass ich sie mit der Hilfe deiner Gnade tragen und fruchtbar machen kann.

Möglicher Vorsatz: Wenn mir heute Schwieriges begegnet, möchte ich auf ein Kreuz schauen, um am Beispiel Christi neue Kraft zu schöpfen. Dann mache ich bewusst das Kreuzzeichen als Ausdruck des Vertrauens auf die Hilfe Gottes und meine Bereitschaft zur Nachfolge Christi.


Glaube, der Berge versetzt

8. August 2015

Samstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Dominikus OP
Hl. Cyriakus, Diakon und Märtyrer

P. Martin Baranowski LC

Mt 17,14-20
In jener Zeit trat ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn! Er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden. Immer wieder fällt er ins Feuer oder ins Wasser. Ich habe ihn schon zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen. Da sagte Jesus: O du ungläubige und unbelehrbare Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir! Dann drohte Jesus dem Dämon. Der Dämon verließ den Jungen, und der Junge war von diesem Augenblick an geheilt. Als die Jünger mit Jesus allein waren, wandten sie sich an ihn und fragten: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Er antwortete: Weil euer Glaube so klein ist. Amen, das sage ich euch: Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.

Einführendes Gebet: Herr, mein Glaube ist oft auch noch schwach und klein. Er wirkt hilflos gegenüber den großen Herausforderungen in meinem eigenen Leben aber auch vor den großen Aufgaben in Kirche und Welt. Stärke mein Vertrauen auf dich, zeige mir, wo mein Einsatz gefragt ist, den ich dann mit deiner Hilfe leisten möchte.

Bitte: Stärke meinen Glauben!

1. Mondsüchtig. Neben der konkreten Krankheit des Jungen im Evangelium, bei der es sich um Epilepsie gehandelt haben dürfte (man dachte damals, dass Epilepsie durch den Mond beeinflusst wurde), könnte man die Mondsucht vielleicht in übertragener Bedeutung auch als grundlegendes Problem von uns Menschen auslegen: Wir laufen Lichtern, Stars und Idealen hinterher, die nicht Gott sind, und fallen dabei immer wieder auf die Nase. Jesus kann uns davon heilen: „Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt“ (Joh 12,35). Indem uns Jesus zu Gott führt, befreit er uns von der Macht der Götzen.

2. Versagen der Jünger. Bevor der Mann zu Jesus kommt, trägt er sein Anliegen den Jüngern vor und muss erfahren, dass diese ihm nicht helfen können. So ergeht es auch vielen Gottessuchern in der heutigen Zeit: Sie sind von ihren Begegnungen mit Christen bitter enttäuscht. Vielleicht sollten auch wir heute die Menschen unmittelbarer mit Christus selbst in Kontakt bringen, denn nicht eigenes Können und Machen der Christen lindert die Nöte der Menschen und löst die Probleme der Welt, sondern nur ein auf den Glauben an Christus gegründetes und auf ihn verweisendes Wirken führt weiter. Es ist auch tröstlich, dass nicht wir mit unserem Tun die Welt erlösen müssen, sondern wissen dürfen, dass Christus sie bereits erlöst hat und dass ihm alles möglich ist.

3. Glaube, der Berge versetzt. Glaube ist keine Magie, die übernatürliche Kräfte für die eigenen Ziele einsetzt und damit Gott zum Diener der eigenen Interessen macht. Glaube besteht vielmehr darin, uns von Gott in Dienst nehmen zu lassen und uns nach seinen Zielen auszurichten. Daher geht es nicht darum, sich spektakuläre Dinge auszudenken, um den Glauben sichtbar zu machen, sondern Gott um die Gnade zu bitten, den Berg des eigenen Egoismus zu versetzen, damit wir wirklich und ehrlich Gottes Willen suchen und für ihn leben wollen.

Gespräch mit Christus: Jesus, auch mir begegnen immer wieder Menschen, die von den Nöten des Lebens und des Alltags geplagt sind und nach dir suchen. Ich möchte sie nicht enttäuschen, sondern durch mein Gebet, das Zeugnis meines Lebens und meines Handelns sein will, dazu beitragen, dass sie sich immer mehr für dich interessieren und ermutigt werden, weitere Schritte auf dich hin zu gehen. Lass mich heute eine ansprechende Visitenkarte für den Glauben an dich sein.

Möglicher Vorsatz: Ich möchte heute eine Kirche aufsuchen und dort im Gebet Gott ein mir besonders wichtiges Anliegen anvertrauen, um dadurch meinen Glauben an seine Hilfe auszudrücken.