Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 19. April 2015 bis Samstag 25. April 2015

Dritte Woche in der Osterzeit

P. Bertalan Egervári LC

Lebendiger GlaubeSonntag
Speise für das ewige LebenMontag
Jesus, das Brot vom HimmelDienstag
Das größte aller GeschenkeMittwoch
Sich von Gott führen lassenDonnerstag
Mein Fleisch ist wirklich eine SpeiseFreitag
Boten der Liebe GottesSamstag


Lebendiger Glaube

19. April 2015

Dritter Sonntag in der Osterzeit
Jubilate

P. Bertalan Egervári LC

Lk 24,35-48
Die Jünger Jesu erzählten, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen.

Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, ich möchte mir jetzt deiner Gegenwart besonders bewusst werden. Du hast auf diese heutige Begegnung mit mir gewartet und dich darauf gefreut. Gerne will ich deiner Einladung folgen und möchte mich dir zur Freude bemühen, alle Zerstreuungen, Sorgen und fremden Gedanken beiseite zu lassen. Nur dir will ich diese Zeit schenken. Du hast so unendlich viel für mich getan. Dieser Moment des Gebetes soll nur für dich sein.

Bitte: Lass mich aus der Freude deiner Auferstehung leben!

1.  Glaube an den Auferstandenen. Welch ein Wechselbad der Gefühle! Zuerst waren da tiefe Trauer und Resignation über den Tod Jesu, dann neue Hoffnung durch die Zeugnisse über seine Auferstehung, und plötzlich steht Jesus selbst in der Mitte der Jünger. Das Evangelium spricht von Frieden, Angst, Bestürzung, Zweifel, Staunen und Freude auf einmal. Die Jünger haben allen Grund dazu, so durcheinander zu sein. Am Ende siegen die positiven Gefühle über die negativen. Ist es nicht wirklich staunenswert, dass der unendliche Gott ein hilfloser Mensch geworden ist oder dass er sich überhaupt für uns interessiert? Ist es nicht ein Grund zur Freude und Dankbarkeit, dass er uns liebt, uns die Sünden vergibt und uns ewiges Leben schenkt? Wir können voll Staunen, Freude und Dankbarkeit auf die großen Taten Gottes schauen.

2. Selig, die nicht sehen und doch glauben. Doch entscheidend bei alledem ist der Glaube an den Messias, Christus, der für uns Mensch geworden, gestorben und auferstanden ist. Über alle Gefühle hinaus ist der Glaube das, was zählt, weil in ihm der ganze Mensch gebündelt ist. Die Jünger haben Jesus mit ihren eigenen Augen gesehen, und trotzdem fiel es ihnen so schwer zu glauben. Für uns kann es wohl kaum leichter sein. Doch der Herr weiß das und gibt uns immer wieder Hilfen in unserem Leben. Den Glauben täglich aufs Neue üben, liegt aber an uns. Wir müssen die Gegenwart und das Wirken Gottes in den kleinen Dingen des Alltags erkennen. Wir müssen seine führende Hand in den Ereignissen wiederfinden. Wir müssen sein Abbild in den Begegnungen mit den Mitmenschen sehen. Und unsere Aufgabe ist es auch, den Glauben an den Sinn von Prüfungen, Leiden und Kreuzen in unserem Leben aufzubringen. Alle Wunder und Predigten Christi wären ohne das Kreuz vergebens gewesen. Erlösung hätte es für uns nicht gegeben. Nun können wir unserem Leiden ebenfalls einen Erlösungswert abgewinnen und damit „ergänzen, was an den Leiden Christi noch fehlt“.

3. Ihr seid Zeugen dafür. Der vorzügliche Weg zur Weitergabe des Glaubens ist das Zeugnis. Das ist es, womit Jesus die Jünger beauftragt. Primär sollen sie keinen christlichen Regelkatalog verkünden, keine moralischen Vorschriften erklären und den Glauben auch nicht hauptsächlich durch logisches Argumentieren vermitteln. Nur schwerlich wird sich jemand bekehren, weil er unsere Argumente als stimmiger erkennt als die eigenen. „Seht, wie sie einander lieben“. Die gegenseitige Liebe der ersten Christen untereinander hat die Menschen in ihrer Umgebung bewegt, nichts anderes. Auch uns trägt Jesus auf: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“ In selbstloser Nächstenliebe und Hinwendung zu den anderen leben, ist unsere erste Aufgabe – nicht nur ab und zu, sondern ständig. Dann werden sich die Menschen fragen, wieso wir anders sind, und wir können Zeugnis geben von unserem Glauben. Bemerken unsere Mitmenschen, dass wir sie mit mehr Liebe behandeln als andere? Tun wir das überhaupt?

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du bittest mich, dein Zeuge zu sein durch tätige Nächstenliebe und das Bekenntnis meines Glaubens an dich. Hilf mir, diese Liebe zu leben und mehr auf die anderen zu achten als auf mich. Hilf meinem Glauben und lass mich bei allem deine liebende Gegenwart erkennen, im Alltag, in meinen Mitmenschen, in Prüfung und Leid. Lehre mich beten und stärke meinen Glauben an die Wichtigkeit des Gebetes als Quelle für meinen Glauben und meine Liebe. Lass mich aus deiner Freude leben und dich so in die Welt hinaustragen.

Möglicher Vorsatz:  Ich will einem meiner Mitmenschen heute mit besonders viel Nächstenliebe begegnen und dies mit einem konkreten Werk umsetzen.


Speise für das ewige Leben

20. April 2015

Montag der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Hildegund von Schönau, OCist

P. Bertalan Egervári LC

Joh 6,22-29
Am nächsten Tag sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die Jünger allein abgefahren waren. Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Einführendes Gebet:  Danke, Herr, dass ich in deiner Gegenwart sein darf und dass du mich erneut einlädst, Zeit mit dir zu verbringen. Wer bin ich, dass du, der unendliche Schöpfer des Alls, dich um mich kleines Geschöpf kümmerst und sorgst? Vor dir bin ich verschwindend gering. Aus mir selbst heraus bin ich zu nichts Gutem fähig, zu allem brauche ich deine Gnade und Hilfe. Wenn ich nur auf meine eigenen Kräfte baue, kann ich den Versuchungen des Bösen nicht widerstehen und bin zu jeder Sünde fähig. Ich danke dir, dass ich dein Kind sein darf und bitte dich: Hilf mir, nicht auf mich, sondern auf dich zu bauen, bewahre mich vor allem Bösen und hilf mir, alle meine Mitmenschen zu lieben und allezeit Gutes zu tun. Sende nun auch deinen Geist, dass er mich in diesem Gebet leiten möge.

Bitte: Stärke meine Glauben an dich, den Auferstandenen!

1.  Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt… Jesus weiß sehr wohl, dass die Menge ihm nachläuft, weil sie „satt geworden“ ist. Es geht den meisten wohl eher nicht darum, eine Idee davon zu bekommen, wie sie das ewige Leben gewinnen.. Die Aussicht, jemand gefunden zu haben, der alle Probleme löst, der für Wohlstand sorgt, der offensichtlich Wunderkraft besitzt und Israel möglicherweise sogar aus der römischen Herrschaft befreien wird, ist einfach zu verlockend. Sie hält den Blick gefangen und lässt ihn auf Irdischem statt auf Ewigem haften. Wer wünscht sich nicht ein sorgloses Leben, materielle Sicherheit, Freiheit und Wohlstand? Doch das sind keine ewigen Güter, sie allein machen nicht glücklich.. Der endgültige Sinn unseres Lebens liegt nicht im Diesseits, sondern im Jenseits. Unser jetziges Leben ist ein Pilgerweg hin zur Ewigkeit.

2. …sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Die Speise für das ewige Leben, die Jesus meint, ist die Eucharistie. Für diese Speise sollen wir uns „abmühen“. Abmühen, weil sie von unendlichem Wert ist; weil sie uns hilft, das ewige Leben und vollkommene Freude zu erlangen; weil sie DIE Kraftquelle in unserem Leben ist, uns hilft, das Böse zu überwinden und uns zu neuen Menschen formt; weil sich in ihr Gott selbst uns schenkt; weil wir so immer mehr mit ihm vereint werden und immer mehr Anteil an seinem göttlichen Leben erhalten; weil Jesus das Leben der Seele und das wahre Leben des Menschen ist und unser ewiges Leben mit ihm schon jetzt begonnen hat. Wie könnten wir uns angesichts dieser Fülle nicht abmühen für dieses unschätzbare Gut?

3. Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Die Eucharistie ist die Hauptquelle des Glaubens. Wer im Glauben wachsen will, wird immer mehr zu einem eucharistischen Menschen, Jesus also häufig in der Kommunion empfangen und ihn in der sakramentalen Anbetung besuchen. So wird die Quelle überfließen, unsere Herzen weit machen, uns immer mehr für sie zu öffnen. Unser Beitrag ist es, an den zu glauben, den er gesandt hat; aber nicht nur ein bisschen oder teilweise, sondern an den ganzen Christus und an seine ganze Botschaft! Bevor unser Glaube Berge versetzten kann, ist es wichtig, Gott in den kleinen Dingen zu erkennen, in den Ereignissen des Alltags, in den Mitmenschen, in Freude und Glück, aber auch in Leid und Schmerz. Und der Glaube wird von der Quelle gespeist: den Sakramenten, dem Gebet, dem Lehramt der Kirche, der tätigen Liebe.

Gespräch mit Christus: Jesus, du hast uns versprochen, bei uns zu bleiben alle Tage bis zum Ende. In der Eucharistie hast du dieses Versprechen auf besondere Weise wahr gemacht. Schenke mir eine große Liebe zu dir in der Eucharistie. Hilf mir, dass ich dich in der sakramentalen Anbetung und beim Empfang der Kommunion so verehre, wie du es verdienst. Lass mich mit freudiger Liebe, mit kindlichem Vertrauen, mit reuiger Demut und mit unerschütterlicher Zuversicht bei dir sein. Dir will ich Freude machen, Herr, der du das höchste Gut bist.

Möglicher Vorsatz:  Wenn sich die Möglichkeit ergibt, möchte ich dich heute in der Eucharistie besuchen, Jesus. Ansonsten werde ich mich fünf Minuten auf geistige Weise mit dir vereinen.


Jesus, das Brot vom Himmel

21. April 2015

Dienstag der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Konrad von Parzham OFM-Cap
Hl. Anselm von Canterbury OSB, Erzbischof

P. Bertalan Egervári LC

Joh 6,30-35
Die Menge entgegnete Jesus: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, ich glaube an deine Gegenwart in meiner Seele. Ich danke dir, dass du mich durch die Taufe aus der Gewalt des Bösen befreit hast, dass du in mir Wohnung genommen hast und ich Anteil bekommen habe an deinem göttlichen Leben. Lass mich immer im Bewusstsein leben, dass ich Tempel Gottes bin und deine Gegenwart genieße. Hilf mir, dir täglich die Aufmerksamkeit zu schenken, die ein so erhabener Gast meiner Seele verdient.

Bitte: Stärke meinen Glauben an dich, das Brot des Lebens!

1.  Welches Zeichen tust du? Die Frage nach dem Zeichen, nach „Beweisen“ des Glaubens , wem ist sie nicht wichtig?. Schenke mir ein Zeichen, damit ich mir deiner Gegenwart und Liebe bewusst werde. Schenke mir ein Zeichen, damit ich weiß, welche Entscheidung ich treffen soll. Schenke mir ein Zeichen, damit ich auch hier und jetzt, in meiner schwierigen Lage, bei diesem oder jenem Problem, an dich glauben kann. Doch Zeichen sind nicht der normale Weg des Wirkens Jesu. Er möchte, dass wir auch ohne Zeichen glauben. Er möchte, dass wir treu und standhaft bleiben, auch wenn wir uns ganz von ihm verlassen fühlen. Wie wichtig ist es, dass wir uns an die Momente erinnern, in denen wir Gott ganz nahe bei uns hatten. Diese Erinnerungen sollen uns helfen, uns auch in Zeiten der Trockenheit und scheinbaren Gottverlassenheit seiner Nähe gewiss zu sein.

2. Das Manna in der Wüste. Das Manna war 40 Jahre lang das Grundnahrungsmittel der Israeliten in der Wüste. Jeden Morgen war genug für alle da. Jeder konnte satt werden, keiner litt Mangel. Auf Vorrat sammeln konnte niemand (außer für den Sabbat). Wer es doch tat, fand es am nächsten Morgen verdorben vor. Das bedeutete umgekehrt, dass die Israeliten jeden Tag aufs Neue hinaus mussten, um das Manna einzusammeln. Was könnte das bedeuten für unsere Beziehung zu Jesus, dem wahren Brot vom Himmel? Es ist wichtig sich im geistlichen Leben täglich von ihm nähren zu lassen. Er will unser tägliches Brot für die Seele sein, und uns mit dem nähren, was uns fehlt. Wir können diese geistliche „Speise“ aber auch nicht „auf Vorrat sammeln“ oder für die nächsten Tage „voressen“. Natürlich sammeln wir Jesus, das Brot vom Himmel, regelmäßig besonders in der Kommunion, aber auch bei der Beichte, im Gebet, in der tätigen Nächstenliebe und in der gelebten Treue zu seinem Wort.

3. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern. Wer zu Jesus kommt, wird nie mehr hungern, weil er in ihm den Sinn seines Daseins entdeckt. Wir sind geschaffen für ein Leben mit Gott. Je mehr wir mit Gott vereint sind, desto mehr finden wir eine tiefe innere Erfüllung. „Mein Herz ist unruhig, bis es ruht, o Gott, in dir.“ Wer diese innere Erfüllung, diesen wahren Sinn, findet und besitzt, für den erlangt das Leben einen ganz anderen Stellenwert. Selbst Schwierigkeiten und Leiden bekommen eine ganz neue Dimension. Zwar bleiben sie genauso schwer und leidvoll wie vorher, aber gleichzeitig erkennt die Seele die Gelegenheit, ihrem Herrn und Erlöser ähnlicher zu werden und sich so noch mehr mit ihm zu vereinen. So wird für den Menschen wirklich alles im Leben zur Chance, um zu Jesus zu kommen und nie mehr zu hungern.

Gespräch mit Christus: Jesus, du Brot des Lebens, das vom Himmel herabgekommen ist, sei du meine tägliche Nahrung. Stille den Hunger meines Herzens und lass es ruhen in dir. Lass mich ganz von dir erfüllt sein, damit ich dich auch zu meinen Mitmenschen bringen und deren Hunger stillen kann. Gib mir den festen Glauben an deine liebende Gegenwart auch in Zeiten, in denen ich mich von dir verlassen fühle. Ich danke dir, dass du bei mir bist alle Tage bis zum Ende der Zeiten.

Möglicher Vorsatz:  Ich will mich heute an ein Erlebnis erinnern, an dem ich das Wirken Gottes in meinem Leben besonders erfahren habe, und so die Gewissheit seiner Nähe und Gegenwart festigen.


Das größte aller Geschenke

22. April 2015

Mittwoch der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Cajus (Kai), Papst
Wolfhelm OSB, Abt

P. Bertalan Egervári LC

Joh 6,35-40
Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt mich gesehen und doch glaubt ihr nicht. Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen; denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag. Denn es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

Einführendes Gebet:  Herr, im Bewusstsein deiner Gegenwart bitte ich dich: Stärke meine Hoffnung auf dich. Hilf mir, nicht so sehr irdische Sicherheiten zu suchen, sondern dich allein. Gib mir die Gnade, mich von der Anhänglichkeit an irdischen Besitz, von Ansehen, von Gesundheit, von allem, was vergänglich ist, zu lösen. Ich will ganz dir gehören und bei dir sein. Wenn ich bei dir bin, habe ich alles. Steh mir bei mit deiner Gnade.

Bitte: Gib mir Hoffnung auf das ewige Leben mit dir und lass mich schon jetzt deine Gegenwart, deinen Frieden und deine Freude erfahren!

1.  Ihr habt mich gesehen und doch glaubt ihr nicht. Wir könnten vielleicht denken, dass es viel einfacher wäre zu glauben, wenn wir Jesus „live“ erlebt hätten: die Wunder, die er gewirkt hat, seine Ausstrahlung, seine Predigten, seine Güte und Liebe. Oder es fiele uns leichter, zu glauben und das eigene Leben zu ändern, wenn wir ein spektakuläres Wunder erleben würden. Doch Jesus sagt uns im Gleichnis von Lazarus und dem reichen Prasser etwas anderes: Nicht einmal wenn jemand von den Toten zurückkehrt, werden die Menschen ihm glauben. Die Quelle unseres Glaubens muss also eine andere sein. Die äußeren Elemente können eine Hilfe sein, doch ist der Glaube ein Geschenk Gottes. Viel wichtiger ist es daher, um den Glauben zu bitten und ihn im Alltagsleben zu entdecken und einzuüben. Gott gibt die Gnade eines größeren Glaubens, z.B. an den Wert von geduldig getragenem Leid, aber wenn wir diesen Glauben nicht üben und uns bei jedem Leid innerlich beklagen, lehnen wir die Gnade ab und Gott kann uns nicht mit größeren Gaben beschenken.

2. Ich bin gekommen, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat. Jesus, obwohl er der Sohn Gottes ist, sollte den Willen des Vaters erfüllen und nicht den eigenen. Wie viel mehr gilt das für uns, die wir „Knechte“ sind. Sicher fällt es uns schwer, auf den eigenen Willen zu verzichten und das zu tun, was andere wollen. Es gibt kaum etwas, das schwerer ist. Obwohl uns der Verstand eigentlich sagt, dass Gott, der allmächtig und reine Liebe ist, nichts Schlechtes für uns wollen kann und dass sein Wille der einzige Weg zum wahren Glück ist, scheitern wir oft schon bei kleinen Dingen. Den Willen Gottes immer zu erkennen, ist freilich unmöglich. Doch gehört es sicher zum Willen Gottes, Verfehlungen und Sünden zu meiden. Nehmen wir uns fest vor, nicht nur den Geboten Gottes treu zu sein, sondern über alles andere die Liebe zu Gott und den Nächsten zu suchen. Mit Hilfe seiner Gnade ist nichts unmöglich.

3. Sie sollen das ewige Leben haben und ich werde sie auferwecken am letzten Tag. Das ist es, was Gott für uns will: Er will uns auferwecken am letzten Tag, um für immer mit uns vereint zu sein. Deswegen ist der Sohn Gottes Mensch geworden und für uns am Kreuz gestorben. Das Schöne ist, dass das ewige Leben auf gewisse Weise schon jetzt begonnen hat. Denn durch die Taufe sind wir schon frei von der Erbsünde und der Herrschaft des Teufels. Stattdessen haben wir Anteil am Leben Gottes selbst! Unser Leib ist ein Tempel Gottes, in dem er wohnt und gegenwärtig ist, solange wir ihn nicht durch eine schwere Sünde selbst aus diesem Tempel hinausbefördern. Die unendliche Vereinigung mit uns wollte Gott nicht erst am letzten Tag oder nach unserem Tod beginnen, sondern eben schon jetzt. Jesus Christus ist das wahre Leben, ist unser Leben. Mit ihm vereint haben wir bereits jetzt im Keim das ewige Leben. Je mehr wir die Hindernisse von Sünde und Anhänglichkeit an die geschaffenen Dinge beseitigen, desto mehr werden wir die Schönheit des ewigen Lebens schon jetzt verkosten.

Gespräch mit Christus: Guter Gott, ich danke dir für deine große Liebe, mit der du dich uns kleinen Geschöpfen zugeneigt hast. Du hast dich uns selbst als das größte Geschenk gegeben. . Lass mich besser begreifen, wie groß diese Gnade ist, Anteil an deinem göttlichen Leben haben zu dürfen. Lass mich erkennen, wie schön das Leben mit dir ist, und stärke in mir die Hoffnung, schon in diesem Leben immer mehr den Frieden und die Freude zu genießen, die von deiner Gegenwart kommen. Hilf mir, alle Hindernisse zu beseitigen. Hilf mir, jede Sünde zu meiden und befreie mich von meinen Anhänglichkeiten an die geschaffenen Dinge, damit ich ganz für dich frei sein kann.

Möglicher Vorsatz:  Ich will meine Hoffnung mehr auf Gott und weniger auf irdische Dinge setzen. Dazu will ich meine Wünsche prüfen und versuchen, sie mehr auf Gott und weniger auf die geschaffenen Dinge zu lenken.


Sich von Gott führen lassen

23. April 2015

Donnerstag der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Adalbert von Prag, Märtyrer
Hl. Georg, Märtyer

P. Bertalan Egervári LC

Joh 6,44-51
Jesus sagte zu der Menge: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt.

Einführendes Gebet:  Stärke in mir die Liebe, o Herr. Sie ist die Quelle und das Ziel meines Lebens. Lass mich immer mit dir, der lebendigen Quelle der Liebe, verbunden sein und mich wie die Rebe vom Weinstock nähren. Hilf mir, in der Liebe immer mehr zu wachsen, dich im Gebet mehr zu lieben, den Menschen mit Liebe zu begegnen und die Dinge des Alltags aus Liebe zu dir zu erfüllen. Schenke mir ein neues, reines Herz voller Mitgefühl, Güte und Barmherzigkeit. Wandle es so, dass es deinem Herzen ähnlich werde.

Bitte: Herr, schenke mir ein liebendes Herz wie das deine!

1.  Alle werden Schüler Gottes sein. Niemand kann zu Jesus kommen, außer der Vater führt ihn. Wenn der Vater uns also nicht führt, können wir uns noch so sehr bemühen, noch so viel lesen, studieren und nachdenken, es führt kein Weg zu Jesus. Die Gnade der Bekehrung und Hinwendung zu Christus ist ein reines Geschenk Gottes. Das bedeutet für uns, dass wir nichts weiter tun können, als den Herrn um seine Gnade zu bitten. Fragen wir uns selbst: Bitten wir ihn immer wieder um eine stärkere Hinwendung zu ihm? Bitten wir demütig, inständig und voll Vertrauen? Oder ist es uns egal, da wir uns ja sowieso schon als gute Katholiken empfinden? Gott Vater will uns immer mehr zu Jesus führen. Durch unsere beständigen Bitten können wir ihm große Gnaden abringen und uns vor allem selbst für diese Gnaden öffnen.

2. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Die eine Seite ist es, um die Gnade Gottes zu bitten und sie von ihm zu empfangen. Ebenso wichtig ist es aber, entsprechend der empfangenen Gnaden zu leben. Die Lehre des Vaters annehmen heißt, sie im eigenen Leben in die Tat umzusetzen. Gnaden sind nicht dazu da, sie zu bekommen und sich dann gemütlich zurückzulehnen und ganz zufrieden mit sich selbst zu sein, weil man es ja geschafft hat. „Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber oder stellt es unter das Bett?“ Nein, es soll den ganzen Raum erhellen. Gott gibt seine Gnade und sein Licht, damit wir sie ausstrahlen und so sein Wirken in der Welt auch für andere sichtbar machen. Welch schöne Aufgabe ist es, die Liebe Gottes in der Welt auszustrahlen!

3. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wenn wir uns in die Lage der damaligen Juden versetzen, muss uns dieses Bild ziemlich absurd erscheinen. Brot, das lebendig ist und vom Himmel herabkommt. Wie soll das funktionieren? Man muss sich fast unweigerlich einen Laib Brot vorstellen, der irgendwie vom Himmel herunter auf die Erde fliegt und dort in menschlicher Gestalt ein Eigenleben entwickelt. Kein Wunder, dass es da negative Reaktionen gab. Und doch ist es für Jesus das perfekte Bild, um den Jüngern eine schwer zu vermittelnde Wirklichkeit zu erklären. Jesus selbst ist die Nahrung und das Leben unserer Seele. Er kommt vom Himmel, von Gott, und möchte uns täglich mit dem wahren Leben nähren, nämlich mit sich selbst. Natürlich ist das schwer zu glauben. Die damaligen Zuhörer wussten noch nicht einmal, wie das gehen sollte. Einzig die Antwort von Petrus rechtfertigt, warum die Zwölf geblieben sind: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“

Gespräch mit Christus: Guter Vater, führe auch mich zu deinem Sohn. Hilf mir, immer mehr mit ihm und für ihn zu leben. Ich will auf dich hören und deine Lehre annehmen. Gib mir deine Gnade dazu und bleibe bei mir, damit ich dich in die Welt bringen kann. Erfülle mich mit deinem göttlichen Leben und stärke mich im Glauben. Schenke mir die Gnade, mich vom Brot des Himmels zu nähren und das ewige Leben zu erlangen.

Möglicher Vorsatz:  Ich will die Liebe Gottes ausstrahlen, indem ich heute einem Mitmenschen besonders herzlich und liebevoll begegne.


Mein Fleisch ist wirklich eine Speise

24. April 2015

Freitag der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Fidelis von Sigmaringen OFMCap, Märtyrer
Hl. Egbert OSB

P. Bertalan Egervári LC

Joh 6,52-59
Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

Einführendes Gebet:  Jesus, ich danke dir, dass ich in deiner Gegenwart sein darf. Ich danke dir, dass du, der unendliche Gott, dich für ein so kleines Geschöpf wie mich interessierst, dass du dich um mich kümmerst, mich vor dem Bösen bewahrst und mir so viel Gutes zukommen lässt. Viel zu selten denke ich daran, dir für die kleinen Dinge des Lebens zu danken. Dabei ist es nicht einmal selbstverständlich, dass ich z.B. gesund bin, meine Arme und Beine nutzen oder problemlos atmen kann. Alles ist dein Geschenk, und dafür möchte ich dir danken.

Bitte: Stärke meine Liebe zur Eucharistie!

1.  Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben. Wie könnte dieser Satz Jesu gemeint sein? Es reicht ja wohl nicht aus, einmal die Kommunion zu empfangen, um in den Himmel zu kommen, – oder doch? Aber wäre das nicht viel zu einfach? Vielleicht kommen wir der Lösung näher, wenn wir den Satz noch wörtlicher nehmen. Wer sein Fleisch isst (bei der Kommunion), der hat das ewige Leben. Jesus sagt uns: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er ist das (ewige) Leben in Person, und wer ihn isst, befindet sich bereits im ewigen Leben. Das bedeutet noch nicht, dass man „automatisch“ in den Himmel kommt. Man besitzt zwar das ewige Leben als Geschenk, kann es aber wieder verlieren, vor allem wenn man es nicht geistiger Weise, in einer wahren Begegnung mit dem Herrn, aufnimmt. Die Größe und Schönheit dieses Geschenks besteht auch darin, dass es schon jetzt seine Wirksamkeit entfaltet, dass wir am ewigen, am göttlichen Leben schon jetzt teilhaben können.

2. Wirklich eine Speise. Bis hierher hätte man die Rede Jesu vielleicht noch als bildhaft interpretieren können, aber spätestens jetzt musste auch dem Letzten klar werden, dass Jesus durchaus sehr wörtlich meint, was er sagt, nämlich dass sein Fleisch wirklich eine Speise und sein Blut wirklich ein Trank ist, dass er wirklich das lebendige Brot vom Himmel ist. Auch den Juden blieb nichts anderes übrig, als das Gesagte wörtlich zu verstehen. Deswegen stritten sie und fragten sich, wie das funktionieren sollte. Wenn Jesus nur bildhaft gesprochen hätte, wäre das kaum Anlass genug gewesen, damit viele Jünger ihn nach dieser Rede verlassen. Nur weil sie die Rede Jesu wörtlich genommen haben, sind sie gegangen, denn diese Botschaft klingt wirklich so, als ob er von Sinnen wäre. Es bleibt ohne Zweifel klar: Jesu Fleisch ist wahrhaft eine Speise und sein Blut ein wahrer Trank – und das bewahrheitet sich in der Eucharistie.

3. Eine Herausforderung für den Glauben. Sicher war es für Jesus nicht einfach, diese Rede zu halten. Es musste ihm klar sein, dass er – nach weltlichen Maßstäben beurteilt – danach recht „dumm“ aussehen würde. Zu verrückt scheint der Inhalt, zu schwer zu glauben. Er hatte ja nicht einmal erklärt, wie er uns sein Fleisch zu essen geben wollte. Nur an der Tatsache hielt er fest. Das hat es für die Jünger nicht gerade einfacher gemacht, seine Worte anzunehmen. Sie hatten nichts weiter als das, was sie bis dahin von Jesus gesehen und gehört hatten. Das freilich hätte ihnen eigentlich genügen können. Einmal mehr können wir hier die Wichtigkeit des Glaubens erkennen. Ohne Glauben sind wir mit der Botschaft Jesu heillos überfordert. Nur mit jenem Glauben, den Gott allein geben kann, bekommt alles einen Sinn. Nur diese göttliche Tugend erschließt uns die überirdische Schönheit der Botschaft Jesu, die Liebe Gottes wird realistisch und kommt uns nahe.

Gespräch mit Christus: Eucharistischer Heiland, du bist unser Gott, unsere Freude, unsere Liebe, unser Ziel und die Quelle aller Gnaden. Ich danke dir dafür, dass ich in der Kommunion Anteil an deinem göttlichen Leben erhalten kann. Ich danke dir dafür, dass ich Teil deines mystischen Leibes sein darf und so mit den anderen Menschen verbunden bin. Danke, dass wir eine einzige große Familie bilden dürfen, dass wir alle Brüder und Schwestern sind in dir. Herr, denke an alle diese Brüder und Schwestern und lass uns mit dir in Ewigkeit vereint sein.

Möglicher Vorsatz:  Beim nächsten Kommunionempfang möchte ich Christus für das große Geschenk seiner selbst danken.


Boten der Liebe Gottes

25. April 2015

Samstag der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Evangelist Markus

P. Bertalan Egervári LC

Mk 16,15-20
Dann sagte Jesus zu seinen Jüngern: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden. Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, ich bin nur ein schwaches Geschöpf, ohne dich bin ich nicht einmal zu ganz kleinen Dingen fähig. Sei bei mir und lehre mich beten. Hilf mir, auf deine Stimme zu hören. Ich will gesammelt und innerlich still werden, denn du sprichst zu mir in der Stille meiner Seele. Herr, wirke in mir. Gib mir ein neues Herz, das nicht an erster Stelle auf sich selber schaut, sondern auf dich und auf seine Mitmenschen.

Bitte: Hilf mir, meinen Egoismus zu überwinden und mehr auf meine Mitmenschen zu achten.

1.  Verkündet das Evangelium. Das ist der Auftrag, den Jesus vor seiner Himmelfahrt den Jüngern gibt: die frohe Botschaft zu verkünden. Sie soll zu allen Menschen aller Zeiten gelangen. Bei Matthäus lautet der Auftrag, alle zu taufen und zu seinen Jüngern zu machen. Jünger sind also nicht nur die Zwölf oder diejenigen, die Jesus damals begleitet haben, sondern wir alle sollen Jünger sein. Wir alle haben Teil am Auftrag Jesu, allen Geschöpfen das Evangelium zu verkünden. Unser Glaube ist keine Privatsache. Wir brauchen die Glaubensgemeinschaft, um uns gegenseitig zu stärken. Allein wird der Glaube langsam verkümmern. Und darüber hinaus sollen wir den Glauben nach außen tragen, in erster Linie durch unser Beispiel in einer gelebten Nächstenliebe und im Verkündigungsauftrag auch mit Worten. Herr, hilf mir, andere Menschen vom Glauben zu überzeugen und sie zu begeistern.

2. Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet. Unser Leben auf Erden ist ein Pilgerweg hin zum ewigen Leben. Um nichts anderes geht es. Unsere Sorge soll also einerseits darauf gerichtet sein, alle Schritte zu gehen, die nötig sind, um selbst gut anzukommen. Aber ebenso wichtig ist es, anderen dabei zu helfen, diesen Weg zu beschreiten. Es ist ein großes Geschenk, dass wir am Weg anderer Menschen teilnehmen dürfen. Wir dürfen sogar teilnehmen am Erlösungswerk Christi selbst. Er hat uns ein für alle Mal erlöst und es gibt keinen anderen Mittler als ihn. Aber gleichzeitig wollte Jesus Christus auf unserer Mitarbeit angewiesen sein. Er wollte sprechen die Erlösung allen Menschen schenken, aber fast immer über die Mithilfe von anderen Menschen. Dieses Geschenk gibt er uns, um uns zu aufzurichten. Wir sollen seine Jünger sein und das Evangelium verkünden. Der beste Weg, um selbst gut anzukommen ist, anderen dabei zu helfen. Außerdem wissen wir aus Erfahrung: Der Glaube wächst, wenn man ihn weitergibt.

3. Ist der Glaube überhaupt nötig? Wir dürfen sicher sein, dass Gott jedem Menschen eine faire Chance gibt. Auch derjenige der nie vom christlichen Glauben hört, aber immer seinem Gewissen folgt, ist in Gottes Hand. Aber wie wichtig ist dann der Glaube, wenn auch die Nicht-Christen zu Gott gehören? Der Glaube an Christus sagt, alle Sünden sind dir vergeben, das Böse hat keine Macht mehr über deine Seele. Gott wohnt nun in ihr. Die göttlichen Tugenden werden ihr im Keim geschenkt. Sie bekommt Anteil am Leben Gottes selbst, wird sozusagen „vergöttlicht“. Man kann sich denken, dass das Leben eines getauften Menschen bei solchen Gnaden eine neue Qualität gewinnt. Gott möchte uns zu neuen Menschen machen, ganz Jesus Christus ähnlich. Nicht mehr wir sollen leben, sondern Christus soll in uns leben. Je mehr wir uns von seiner Gnade umwandeln lassen, desto mehr kann Christus von neuem auf der Erde wandeln und seine Liebe in die ganze Welt bringen. Die unendliche Liebe kann für uns schon in diesem Leben Realität werden und wir können dazu beitragen, dass sich das Leben zahlloser Menschen für die ganze Ewigkeit verändert. Angesichts eines solchen Geschenks können wir doch nicht gleichgültig bleiben.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich will dir danken für die zahllosen und unvorstellbaren Gnaden, die du mir geschenkt hast und mir noch schenken möchtest. Zu wunderbar sind deine Pläne, als dass ich sie verstehen könnte. Aber ich kann sie zumindest erahnen, und schon diese Ahnung genügt mir, um zu erkennen, wie groß deine Liebe sein muss. Mach mich zu einem neuen Menschen, der ganz von dir und deiner Liebe erfüllt ist und hilf mir, diese Liebe zu meinen Mitmenschen zu bringen. Lass mich dein Jünger sein, der deine Liebe in die ganze Welt hinausträgt.

Möglicher Vorsatz:  Ich will heute zu meinem Glauben stehen und ihn vor jemand anderem bezeugen.