Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 25. Januar 2015 bis Samstag 31. Januar 2015

Dritte Woche im Jahreskreis

P. Jason Brooks LC, P. Ernest Daly LC, P. Walter Schu LC, P. Edward McIlmail LC

Komm, folge mir nachSonntag
Mit den Augen des GlaubensMontag
Die RekordernteDienstag
Arbeiten für die ErnteMittwoch
Lass das Licht des Herrn leuchtenDonnerstag
Die Früchte des Reiches GottesFreitag
Auf dem Weg dorthinSamstag


Komm, folge mir nach

25. Januar 2015

Dritter Sonntag im Jahreskreis
Bekehrung des Hl. Apostel Paulus

P. Jason Brooks LC

Mk 1,14-20
Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

Einführendes Gebet:  Herr, ich verehre dich. Du allein bist der Heilige, du allein bist der Herr, du allein bist der Höchste, Jesus Christus, mit dem Heiligen Geist in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Herr, ich liebe dich und möchte dich besser kennen lernen, weil du die Güte und die Barmherzigkeit selbst bist.

Bitte: Herr, hilf, dass ich dir an jedem Tag meines Lebens treu folge.

1.  Kehrt um und glaubt an das Evangelium! Wir haben keine zweite Chance unser Leben zu leben. Jesus versucht uns zu sagen, wie wir das Beste daraus machen können. Wir haben schon vorher von Jesus gehört. Vielleicht sind wir zur Kirche gegangen und haben seinem Wort schon seit Jahrzehnten gelauscht. Aber haben wir uns auch geöffnet, sodass Christi Botschaft der Liebe und Barmherzigkeit unser Herz durchdringt? Sind wir wirklich dem Evangelium gefolgt?

2. Folgt mir nach und ich werde euch zu Menschenfischern machen! Wir können nicht vergessen, dass das Wesentliche des Christseins darin besteht, Jesus, dem Sohn Gottes, zu folgen. Wie seine Mutter Maria den Dienern bei der Hochzeit zu Kana sagte: „Was er euch sagt, das tut“ (Joh 2,5). Jesus spielt die wirkliche Hauptrolle in unserem Leben. Er ergreift die Initiative, uns zu sich zu rufen und ihm näher zu folgen. Er lädt uns ein, ihm zu folgen, indem wir der ganzen Welt die Frohe Botschaft verkünden. Es ist nicht genug Christus zu kennen. Wir wollen unseren Glauben auch mit anderen teilen und das Evangelium soll uns leiten unsere Entscheidungen zu finden.

3. Sie ließen ihre Väter im Boot zurück und folgten ihm. Wir möchten uns natürlich wohlfühlen und bekannte Dinge tun. Fakt ist, dass die meisten Werbungen, die wir sehen, an unsere Sehnsucht, auszuruhen und sicher zu sein, appellieren. Jesus aber geht neue Wege und sagt uns, dass wir aus unserer Ruhezone aufbrechen sollen, um Größeres zu finden. Wenn wir uns nicht erst selbst ändern, können wir nicht erwarten, die Welt zu verändern. Wenn wir nicht zuerst versuchen, Christus besser und näher kennenzulernen, werden wir keine begeisterten Apostel seines Reiches sein. Nur wenn wir eine persönliche Begegnung mit Christus hatten, können wir den Segen erfahren, ihn mehr zu lieben und mit ihm in seiner Heilsmission zusammenzuarbeiten. So hat uns auch Papst Johannes Paul II. so oft ermuntert, indem er Christi Worte selbst wiederholte: „Habt keine Angst!“ Habt keine Angst, eure Ruhezone zu verlassen, um Christus in Liebe zu dienen.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich möchte dir näher folgen. Hilf mir dich so kennenzulernen, wie du bist, damit ich dich so lieben kann, wie du es verdienst. Ewiger Vater, gib mir die Fülle deiner Gnade, die alle Schwäche vernichtet, so dass mein Herz mit einem unbeschreiblichen Enthusiasmus erhoben wird, um das Kreuz anzunehmen und treu den Fußspuren deines Sohnes zu folgen.

Vorsatz:  Heute möchte ich eine Tat der Nächstenliebe tun, die ich vernachlässigt habe, oder vor der ich mich einige Zeit lang gefürchtet habe.


Die Rekordernte

26. Januar 2015

Montag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Thimotheus, Apostelschüler
Hl. Titus, Bischof

P. Edward McIlmail LC

Lk 10,1-9
Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

Einführendes Gebet:  Guter Jesus, ich danke dir, dass ich wieder mit dir sprechen kann und dir zuhören kann. Ich weiß, dass du dich danach sehnst, diese Zeit mit mir zu verbringen. Du wartest stundenlang im Tabernakel und hoffst, dass einer deiner Freunde kommt, um dich zu besuchen. Du hast uns immer etwas zu sagen, wenn wir uns endlich an dich wenden, darum hilf mir nun, alle Zerstreuungen zu lassen und dir meine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.

Bitte: Gewähre mir die Gnade, Herr, deine Unterweisungen im Geist tiefer Schlichtheit anzunehmen.

1.  Die Ernte. Der Heilige Geist wirkt beständig in den Seelen, um sie anzurühren und zu bewirken, dass sie sich von neuem Gott zuwenden. Er berührt sie, wenn sie die heilige Schrift lesen oder einer Predigt zuhören. Er spricht zu ihnen in den kleinen Begebenheiten des Alltags. Es gibt aber noch etwas anderes, das er benutzt, um die Seelen zu erreichen: er benutzt uns dazu. Er benutzt unser Beispiel, unsere Worte, unsere Verbundenheit mit anderen. Darum spricht der Herr von der großen Ernte, die darauf wartet, eingebracht zu werden. Ernten ist mit viel Arbeit und viel Zeit verbunden. Getreide, das nicht rechtzeitig geerntet wird, verfault auf den Feldern. Bei welcher Ernte von Seelen will der Herr mich dabei haben? Vielleicht braucht ein verlobtes Paar Hilfe im Glauben. Vielleicht soll ich einem kranken Verwandten bei der geistigen Vorbereitung auf den Tod beistehen. Es könnte auch ein Jugendlicher in Schwierigkeiten sein, der meinen Rat braucht, um den rechten Weg wieder zu finden. Sie alle brauchen jetzt meine Hilfe. Bin ich bereit, ihnen zu helfen?

2. Vollzeitarbeiter. Neben der Arbeit, zu der wir alle durch unsere Taufe aufgerufen sind, braucht es auch Menschen, die ihr ganzes Leben der Evangelisierung widmen. Wir brauchen besonders Priester, die die Eucharistie feiern und uns die Vergebung der Sünden in der Beichte gewähren. Der Heilige Geist weckt neue Berufungen, und oft ist er auf unsere Mithilfe angewiesen, um sein Werk voranzubringen. Mache ich mit bei dieser entscheidenden Aufgabe für die Kirche? Fördere ich jene, die berufen sind? Spreche ich gut von Priestern und Ordensleuten? Bin ich bereit, einen Sohn oder eine Tochter, einen Bruder oder eine Schwester loszulassen, wenn sie einer Berufung folgen wollen? Ist mir bewusst, dass die Berufung, die ich heute fördere, später einmal dabei helfen kann, die Seele meiner Kinder oder Enkelkinder zu retten?

3. Die Einzelheiten sind wichtig. Die genauen Anweisungen Jesu an seine Jünger zeigen, dass er auf Einzelheiten wert legt. Unser Herr überlässt nichts dem Zufall. Er hat ein System, wie er evangelisieren will, und es ist äußerst wichtig, dass die Jünger seine Anordnungen genauestens befolgen. Hier wird deutlich, dass das Werk der Evangelisation und des Aufbaus seines Reiches Jesu Werk sind und darum ist er es, der die Regeln aufstellt. Dieses Prinzip gilt für alle Lebensbereiche. So gibt es Regeln, die das Verhalten vor und in der Ehe bestimmen. Es gibt Richtlinien, nach denen die Gesetzgeber handeln sollten und nach denen Geschäftsleute ihre Angestellten und Kunden behandeln sollten. Glaube ich vielleicht, dass ich davon ausgenommen bin? Lebe ich den Glauben, wie es mir gefällt, oder so, wie Christus es von mir erwartet?

Gespräch mit Christus: Herr, hilf mir, dass ich immer deinen Willen erfülle und mich nicht von meinen Launen leiten lasse. Hilf mir zu erkennen, dass die Zusammenarbeit mit anderen zum christlichen Leben dazugehört und mir dabei hilft, in der Geduld und Demut zu wachsen.

Vorsatz:  Ich will heute um Berufungen beten und für sie ein Opfer bringen oder zumindest mit einer Person über den Wert von Berufungen sprechen.


Stärker als Blutsbande

27. Januar 2015

Dienstag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Angela Merici OSU
Hl. Julian von LeMans, Bischof

P. Ernest Daly LC

Mk 3,31-35
Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Einführendes Gebet:  Heute, Herr, will ich dir als Freund und Bruder begegnen. Ich glaube, dass du mich treffen und umwandeln möchtest. Ich danke dir, dass du in meinem Herzen wirkst und mich berufen hast, dir immer ähnlicher zu werden. Ich vertraue darauf, dass du mich auf den Wegen des inneren Wachstums und der Fruchtbarkeit im Umgang mit anderen Menschen leiten wirst.

Bitte: Herr hilf mir, meinen Willen dem deinen anzupassen.

1.  Vielleicht braucht er eine Pause. Jesus war sehr beschäftigt. Vielleicht war er müde. Vielleicht kam seine Mutter, um ihm etwas zu Essen oder ein Wort der Ermutigung zu bringen. Aber wir erleben im Tagesevangelium einen Christus, der schroff reagiert. Er hat sich selbst durch enge Verbindung mit dem Vater gestärkt. Sein Herz ist voller Liebe zu den Menschenseelen. Er findet Nahrung in der Erfüllung des Willens des Vaters. Sicher war seine Mutter von dem, was sie vorfand, ermutigt. Lasse ich den Willen Gottes meine Stärke sein? Bringt mich das Gebet zu dem Punkt, an dem die Nächstenliebe und die Verkündigung des Evangeliums der natürliche Weg meines Seins werden?

2. Nähe zur rechten Vernunft. Als Jesus lehrte und heilte, waren die Menschen natürlich von ihm gefesselt. Aber eine nur körperliche Nähe zu ihm zählte nicht. Das Herz musste geöffnet sein, um seine Botschaft zur Umkehr aufzunehmen. Ihm kam es darauf an, Menschen zu verändern, sie zu befähigen, als Söhne und Töchter Gottes zu leben. Wenn ich gewillt bin, seinen Anforderungen zu entsprechen und so wie er zu handeln, dann kann ich ihm nahe sein. Er wird mir ein inniges Verhältnis zu sich gewähren, wenn ich seinen Willen zu meinem mache.

3. Christus begleiten. Es gibt eine geheimnisvolle Wirklichkeit. Ich kann das Herz Christi „trösten“. Ich kann ihn auf seiner göttlichen Mission begleiten. Ich muss bereit sein, auf meinen Willen zu verzichten und ausschließlich den Willen des Vaters zu tun. Kann Christus auf mich zeigen und sagen: „Er ist mein Bruder. Sie ist meine Schwester“? Ich muss auf mein Leben schauen und erkennen, was mit seinem Willen nicht übereinstimmt. Ich muss einen festen Vorsatz fassen, meinen Glauben und meine Liebe auch dort zu zeigen, wo es mir vielleicht besonders schwer fällt.

Gespräch mit Christus: Herr, du schenkst mir dieses kurze Leben, um Teil deiner Familie zu werden. Hilf mir, deinen Willen zu erfüllen, um das zu werden, was ich am meisten ersehne. Dann werde ich dir wirklich ganz gehören.

Vorsatz:  Heute will ich in Nächstenliebe jemandem begegnen, mit dem umzugehen ich als schwierig empfinde.


Arbeiten für die Ernte

28. Januar 2015

Mittwoch der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Thomas von Aquin, Kirchenlehrer
Hl. Manfred von Riva

Mk 4,1-20
Ein andermal lehrte er wieder am Ufer des Sees, und sehr viele Menschen versammelten sich um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot auf dem See und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen und lehrte sie in Form von Gleichnissen. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen: Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat, und sie brachte keine Frucht. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach. Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war, fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse. Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt; denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen, damit sie sich nicht bekehren und ihnen nicht vergeben wird. Und er sagte zu ihnen: Wenn ihr schon dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen? Der Sämann sät das Wort. Auf den Weg fällt das Wort bei denen, die es zwar hören, aber sofort kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät wurde. Ähnlich ist es bei den Menschen, bei denen das Wort auf felsigen Boden fällt: Sobald sie es hören, nehmen sie es freudig auf; aber sie haben keine Wurzeln, sondern sind unbeständig, und wenn sie dann um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt werden, kommen sie sofort zu Fall. Bei anderen fällt das Wort in die Dornen: sie hören es zwar, aber die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist das Wort bei denen gesät, die es hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach.

Einführendes Gebet:  Herr, ich möchte diese Zeit nahe bei dir verbringen, ich glaube, dass du hier bei mir bist. Bestimme du über mein Leben und gestalte es so, wie es sein sollte. Herr, ich vertraue auf dich.

Bitte: Jesus, bereite du den Boden meines Herzens, damit es dein Wort aufnehmen und Frucht bringen kann für das ewige Leben.

1.  Nimm dich in acht vor den Dieben. Was der Vater in unser Leben gepflanzt hat, ist gut. Güte kann Frucht bringen. Aber Christus hat uns auch gezeigt, dass es einen gibt, der nicht will, dass wir Frucht bringen. Der Teufel versucht, das Gute aus unserem Leben zu nehmen: durch die Verlockung des Bösen, indem er unsere Herzen mit Egoismus erfüllt und uns stumpf für das Wirken der Gnade in unserer Seele macht. Wir müssen jeden Tag dem Teufel abschwören, indem wir unseren Willen an die Güte Christi heften. Dies geschieht durch ernsthaftes Gebet und Großmut des Geistes.

2. Grabe tief. Die Festigkeit unseres Vorsatzes wird geprüft durch die Schwierigkeiten, denen wir gegenüberstehen. Wenn wir jeden Tag eindringlicher beten und uns angewöhnen, unser eigenes Ego aufzugeben, dann können wir den schweren Zeiten mit Ruhe und Vertrauen entgegensehen. Wenn aber unsere geistigen Wurzeln nicht tief genug sind, werden wir uns desorientiert vorkommen und wir werden sogar von den Bedrängnissen, die Teil eines echten christlichen Lebens sind, besiegt werden. Christus lehrt uns, „tief zu graben“. Mit ihm als unserem Freund erhalten Schwierigkeiten einen Sinn, nämlich, unsere Liebe zu zeigen und etwas zu tun, was ewigen Wert hat. Wenn ich nicht kämpfe, kann ich keine Siegeskrone erwerben.

3. Frucht im Gehorsam. Um Frucht zu bringen, müssen wir dem Wort Gottes gehorchen. Aber Gehorsam bedeutet nicht notwendigerweise Passivität. Für einen Christen bedeutet Gehorsam gegenüber Christus und dem Heiligen Geist eine Bereitwilligkeit, zu arbeiten und zu dienen. Wir sind Nachfolger desjenigen, der kam, um zu dienen. Der Geist der Hingabe bewegt uns. Gottes Wort zu hören und anzunehmen, heißt, in unserem Leben die vollständige Selbsthingabe Christi nachzuahmen - tagein, tagaus. Gott wird unserem Leben Frucht schenken, wenn wir bereit sind, wie Christus hier auf Erden zu leben.

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du mir zeigst, wie ich in meinem Leben Frucht bringen kann. Ich möchte mir deine Hingabe zum Vater und für die Seelen zum Vorbild nehmen. Ich weiß, dass dies ein ständiges Bemühen erfordert, um tiefer in die Grundlagen meines Lebens vorzudringen und gehorsam gegenüber dem Heiligen Geist zu sein. Hilf mir, zu leben als ein Gebender, nicht in erster Linie als ein Nehmender. Deine Liebe wird immer da sein, um mich zu begleiten.

Vorsatz:  Heute will ich ein kleines Opfer bringen und Gott um die Gnade bitten, jene Tugend zu erlangen, die ich am meisten benötige.


Lass das Licht des Herrn leuchten

29. Januar 2015

Donnerstag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Valerius, Bischof

Mk 4,21-25
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter? Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er! Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

Einführendes Gebet:  Herr, ich danke dir, dass du mich heute an meine Würde als Christ erinnerst. Die Gnade, die du mir in der Taufe geschenkt hast, und deine Lehre im Evangelium und in der Kirche haben meine Seele erleuchtet. Herr, du bist mein Licht.

Bitte: Herr Jesus, hilf mir, dein Licht wahrhaft zu bezeugen.

1.  Transparenz in unserem Leben. Gott sieht uns. Das ist eine einfache – und gleichzeitig eine gewaltige Wahrheit. Gottes Blick ist liebevoll. Wir können uns nicht vor uns selbst verstecken. Wir können uns nicht einmal wirklich vor anderen verstecken. Ganz sicher können wir uns nicht vor Gott verstecken. Gott durchleuchtet unser Leben, so dass wir die Wahrheit über uns selbst sehen können und uns nicht schämen müssen, wenn auch andere sehen, wie wir in Wahrheit sind. Nur durch zähes Festhalten an der Wahrheit kann wahres Glück entstehen und wachsen.

2. Licht für die Welt. Unser Leben ist nicht einfach nur für uns da. Wir sollen ein Geschenk sein für andere, ein Geschenk, das sie zu Gott führt. Das ist das Größte an unserem Leben: Wir sind aufgerufen, Leben zu schenken. Wir sind aufgerufen, an der Fruchtbarkeit Gottes mitzuwirken. Wir schenken Leben, indem wir andere erleuchten. Wir helfen anderen zum Licht zu gelangen, indem wir selbst unbeirrt auf das Licht zugehen und anderen die Wahrheit zeigen. Das Licht, das unser Leben ausstrahlt, hat eine Wirkung auf andere Seelen. Das Zweite Vatikanische Konzil weist darauf hin, dass der moderne Mensch Gründe braucht für eine Hoffnung, die ganz auf Gott setzt. Ein Christ hat Hoffnung. Soll ich sie versteckt halten, sie vielleicht sogar zerstören, aus Angst, sie zu teilen? Oder will ich der Welt Hoffnung schenken? Will ich die Welt sehen lassen, dass wir alle viel größer sein können, als wir meinen, weil unser Vater größer ist, als wir uns jemals vorstellen können?

3. Sich einsetzen, dass das Licht der Wahrheit gelebt wird. Moralischer Relativismus scheint in unserer Zeit weit verbreitet zu sein. Viele glauben, sie könnten selbst die Grundsätze bestimmen, nach denen sie leben wollen, anstatt sich zu bemühen, ihr Gewissen nach Grundsätzen zu formen, die Gottes liebendem Plan für den Menschen entsprechen. Begnüge ich mich damit, das zu tun, was ich als richtig erkannt habe, oder versuche ich auch, mit Weisheit und Güte das Gewissen anderer zu erhellen? Habe ich je den Eindruck erweckt, falsches Handeln zu entschuldigen? Bin ich darauf aus, die Würde des Lebens in allen seinen Phasen zu verteidigen? Trete ich mutig für andere ein, wenn sie hinter ihrem Rücken kritisiert werden?

Gespräch mit Christus: Herr, danke für diesen Aufruf. Du hast meine Seele erleuchtet, so dass ich ein Licht für andere sein kann. Herr, hilf mir, auf die Kraft deines Lichtes zu vertrauen: auf die Kraft deiner Wahrheit und deiner Gnade. Gib, dass ich mutig genug bin, dieses Licht heute noch tiefer in meine Seele dringen zu lassen. Gib, dass ich mutig genug bin, mich nicht vor deinem Licht zu verstecken; gib, dass ich mutig genug bin, es anderen weiterzugeben.

Vorsatz:  Ich will mein Gewissen in Bezug auf einen bestimmten Punkt unseres Glaubens oder unserer Moral bilden, indem ich im Katechismus der Katholischen Kirche darüber nachlese.


Die Früchte des Reiches Gottes

30. Januar 2015

Freitag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Adelgunde OSB, Äbtissin
Hl. Martina von Rom, Märtyrerin

Mk 4,26-34
Jesus sagte zu der Menge: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme zu dir mit bereitem Herzen. Ich weiß, dass du dein Saatkorn in mich einpflanzen und ihm helfen möchtest, Frucht zu bringen. Ich vertraue darauf, dass du in dieser Zeit, die ich mit dir verbringe, deine Gnade auf mich ausgießen wirst. Ich möchte dich mehr lieben und ein besseres Instrument deiner Liebe werden.

Bitte: Herr, hilf mir, das Wirken deiner Gnade in der Welt zu betrachten und mich selbst dir ganz zur Verfügung zu stellen.

1.  Stetiges Wachstum. Jesus erinnert mich daran, dass seine Gnade in der Welt tätig ist. Seine Botschaft besitzt eine innere Dynamik, die die Seelen berührt und eine Veränderung in ihnen bewirkt. Ich kann mir jemanden vorstellen, der mich durch seine oder ihre plötzliche Bekehrung oder durch das stetige Wachstum im christlichen Leben überrascht hat. Ich kann so viele Menschen sehen, die an Projekten der Evangelisierung arbeiten oder die voller christlicher Nächstenliebe sind. Ich kann so viele andere Menschen beobachten, die versuchen, ihren Teil dazu beizutragen, diese Welt durch ihre alltägliche Arbeit zu verbessern. Ich kann mir so viele Familien vorstellen, die bestrebt sind, Räume der Liebe zu sein, wo jeder als einzigartiges Geschenk geschätzt wird.

2. Wenn das Samenkorn reif ist. In seiner Gnade schenkt Gott unserem Leben oft ein paar Jahre mehr, so dass wir Weisheit erfahren und durch unsere Taten Früchte hervorbringen können, die Ewigkeitswert haben. Wie sehr schätze ich solche Gelegenheiten, die ich jeden Tag habe, um einfache Taten der Nächstenliebe zu vollbringen oder eine Botschaft zu hinterlassen, die eine gute Wirkung auf andere hat? Wie häufig bete ich für andere? So sollte ich jeden Tag meines Lebens aufmerksam auf die kleineren und größeren Gelegenheiten achten, die der Herr mir gibt, um zu helfen, sein Reich tiefer in meiner Seele und in die der anderen zu errichten.

3. Überproportionale Kraft. Die Gnade Christi trägt so viele Männer und Frauen auf der ganzen Welt, wie im Bild des Gleichnisses vom Senfkorn. In der Freundschaft mit Christus entdecken so viele Menschen ihr wahres Zuhause. Sie ersehnen darin intuitiv eine Verbundenheit mit allen Menschen, die ihre Herzen suchen. Was für ein großes Geschenk haben wir in der Kirche! Lasst uns versuchen, es zu einem wahren Zuhause für alle Menschen zu machen. Lasst uns immer mehr in die Weisheit der Kirche eintauchen und so immer mehr zu einem Geschenk für andere werden. Die Kraft der Liebe trägt uns.

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir für das Wirken deiner Gnade in so vielen Seelen. Ich möchte den ganzen Tag hindurch und mein ganzes Leben lang mit deiner Gnade vereint sein. Hilf mir, diesen Tag in der Weise zu nutzen, dass ich deine Liebe um mich herum verbreite.

Vorsatz:  Heute werde ich mir Zeit nehmen, um vor allem für die Bekehrung der Sünder zu beten oder ein besonderes Opfer zu bringen.


Auf dem Weg dorthin

31. Januar 2015

Samstag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Bosco

P. Ernest Daly LC

Mk 4,35-41
Am Abend dieses Tages sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du im Boot meines Lebens bist. Ich möchte einen starken Glauben an dich haben. Ich vertraue darauf, dass du mich in deinen guten Hafen steuern wirst, so sündig ich auch bin. Ich liebe dich, weil du mich in diesem Leben immer begleitest.

Bitte: Herr, hilf mir, im Glauben zu wachsen.

1.  Ans andere Ufer hinüberfahren. Wir wissen, dass wir nicht für immer auf dieser Erde sein werden. Es gibt ein anderes Ufer, das unser Zuhause ist. Christus ist gekommen, um uns daran zu erinnern und uns zu zeigen, wie wir dorthin gelangen. Nehme ich Christus in das Boot meines Lebens und lasse mir von ihm zeigen, was ich in meinem Leben tun muss? Oder halte ich mich zurück, in dem ich das Abenteuer, mich ganz auf Christus einzulassen, nicht annehme? Was hält mich davon ab?

2. Meister, wir gehen zugrunde! Christus lässt es zu, dass unser Boot hin- und her geworfen wird durch Schwierigkeiten, die manchmal unüberwindbar erscheinen. Dass Christus in unserem Boot ist, garantiert nicht, dass alles glatt gehen wird. Wir müssen erkennen, dass er mitten in unseren Schwierigkeiten handelt. Wir müssen fragen, was er uns zeigen möchte. Wenn ich inmitten der Versuchungen näher an Christus herankomme, kann hierfür die Gnade ursächlich sein. Allerdings stellen wir häufig fest, dass unser Vertrauen auf ihn schwindet, wenn die Dinge schwierig werden. Wir haben noch nicht gelernt, dass „Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt … .“ (Röm 8,28).

3. Der Herr über Wind und Meer. Wir dürfen nicht vergessen, dass Christus den letzten Sieg errungen hat. Er lässt Schwierigkeiten zu, damit wir in der Hingabe zu ihm wachsen können. Wenn das Leben weh tut, wenn es scheinbar keinen Sinn mehr hat, dann müssen wir unseren Glauben an den vertiefen, der Sünde und Tod besiegt hat. Er wird das letzte Kapitel in unserem Leben schreiben. Er wird uns zum sicheren Hafen bringen. Wir können unseren Glauben an ihn heute stärken, indem wir unsere Augen auf seine Verheißungen und seine Gegenwart richten. Wir können unser Vertrauen erneuern, damit er unsere Gebete nicht unbeantwortet lässt, sondern sie, wenn er will, mit Macht und großer Kraft, die unsere Erwartungen bei weitem übertreffen werden, beantworten wird. Indem wir die Fahrt in diesem Boot mitten im Sturm fortsetzen, lassen wir ihn allein über unser Schicksal bestimmen: in besseren Händen können wir nicht sein.

Gespräch mit Christus: Herr, ich weiß, dass du meinen Glauben stärken möchtest; und so lässt du Schwierigkeiten in meinem Leben zu, damit ich begreife, dass ich mich nicht an mich selbst klammern soll, sondern mich an dich wenden muss. Hilf mir, diese Schwierigkeiten so zu nutzen, dass ich mich dir ganz hingebe. Ich möchte lernen, dir, dem Herrn meines Lebens, zu vertrauen. Bringe mich zum sicheren Hafen.

Vorsatz: