Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 28. September 2014 bis Samstag 4. Oktober 2014

Sechsundzwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Jeffrey Jambon LC, P. Edward McIlmail LC

Eine neue MentalitätSonntag
In Begleitung der EngelMontag
Bis zum Ende ein echter KampfDienstag
Teurer ChristusMittwoch
Himmlische HelferDonnerstag
Zeit der AbrechnungFreitag
Besser als ErfolgSamstag


Eine neue Mentalität

28. September 2014

Sechsundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Mt 21,28-32
Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

Einführendes Gebet:  In dir Herr finde ich Freude und Glück. Wie könnte ich dich beleidigen, indem ich vergänglichem Erfolg und leblosen Trophäen nachjage? Ich glaube an dich, da du die Wahrheit selber bist. Ich hoffe auf dich, denn du bist deinem Versprechen treu. Ich liebe dich, weil du mich zuerst geliebt hast. Ich bin ein Sünder und dennoch hast du mir so viele Gnaden geschenkt. Ich danke dir in Demut.

Bitte: Herr, hilf mir dir zu folgen, ohne Rücksicht auf Umstände und Zeit.

1.  Eine höhere Autorität. Jesus ist in Jerusalem in einer Auseinandersetzung mit den Pharisäern. Sie wollten ihm wieder eine Falle stellen, indem sie ihn fragten, von wem er denn seine Autorität erhalten habe. Unser Herr stellt eine Gegenfrage, mit der sie sich selbst der mangelnden Treue an Gott anklagen. Jesus sucht den Glauben. Glauben ist die Haltung, die eine höhere Autorität im Leben sucht. Wenn Gott uns ruft, seinen Willen zu tun, sollen wir im Glauben diesen Willen akzeptieren und danach leben. Selbst wenn es unangenehm und unbequem ist, sollen wir nicht nach einem Weg suchen, der außerhalb seines Willens ist.

2. Die Mentalität Christi. Um diese Stelle im Evangelium zu verstehen, müssen wir uns bemühen, uns von einer Mentalität zu befreien, die nur den eigenen Vorteil im Sinn hat. In dieser Mentalität tun wir alles, was uns gefällt, solange wir damit nicht jemandem auf die Füße treten. Jesus befürwortet eine andere Mentalität. Jesus legt uns nahe nicht nur auf sein Wort zu hören, sondern auch den Willen Gottes in unserem Leben zu leben. Keiner der Söhne in diesem Gleichnis war im Einklang mit dieser Vorstellung, aber am Ende wurde einem doch klar, wie hartherzig er war.

3. Eine offensichtliche Niederlage. Viele von uns, die diese Verse lesen, gratulieren Jesus, weil er es seinen Feinden gezeigt und die Diskussion gewonnen hat. Wir bestaunen seine Weisheit und sein Wissen, mit dem er sich aus dieser misslichen Lage befreite. Das aber war gar nicht der Fall. Er fühlte sich nicht als „Sieger“. Er fühlte sich nicht besser als die anderen. Traurig verlässt er das Treffen, weil er wirklich wünscht, die Pharisäer würden ihm glauben und seine Nachricht annehmen. Wir sollten nicht erhaben sein über unsere Gegner. Stattdessen sollten wir ihnen helfen, das Licht zu sehen.

Gespräch mit Christus: Sicherlich bin ich einer der zwei „Ja-Sager“. Hilf mir „Ja“ zu sagen, wenn du mich etwas fragst und es auch sofort zu tun, - ohne einen Moment zu zögern. Herr, dein Wille geschehe.

Vorsatz:  Wenn diese Woche morgens mein Wecker klingelt, will ich mich bemühen ehrlich und gewissenhaft Gottes Willen zu erfüllen.


In Begleitung der Engel

29. September 2014

Montag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Erzengel Michael, Gabriel, Raphael

P. Jeffrey Jambon LC

Joh 1,47-51
Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme aufrichtig zu dir in dieser Zeit des Gebets. Ich glaube, dass du mich berufen hast, dir treu und voller Liebe zu dienen. Ich danke dir mit Maria, den Heiligen und den heiligen Engeln für das wunderbare Werk der Schöpfung. Ich werde demütig versuchen, deine Größe heute allen widerzuspiegeln, indem ich ehrlich meine Pflicht erfülle.

Bitte: Herr, hilf mir, ein Werkzeug deines Friedens und deiner Liebe zu sein.

1.  Ehrlich währt am längsten. Als Jesus einmal die ganze Nacht im Gebet verbrachte, suchte er Apostel, die ehrlich und aufrichtig waren. Jesus fand Gefallen an Natanaël, als er merkte, dass er ein treuherziger Israelit war. Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Es scheint, dass Jesus diesen ehrlichen Wesenszug an den Menschen bewunderte. Sobald er sah, dass Philippus Natanaël zu ihm brachte, erkannte Jesus sofort diese Tugend in Natanaël. Wenn ich will, dass Jesus mich schätzt, muss ich aufrichtig von Herzen sein.

2. Die heiligen Engel. Die Kirche verehrt heute den heiligen Dienst der drei Erzengel. Sie stechen durch ihre aufrichtige Liebe zu Gottes heiligstem Willen hervor. Mit einer solchen Treue überbrachte der Erzengel Gabriel Zacharias und Maria die wichtigsten Botschaften der Geschichte. Der Erzengel Michael kämpfte mit Luzifer und vertrieb ihn aus dem Himmel. Der Erzengel Raphael kam dem Tobias im Alten Testament zu Hilfe. In diesen Engeln gibt es keine Falschheit des Herzens. Gott bittet sie um einen Gefallen und sie erfüllen ihn treu. Wäre es nicht wundervoll, unsere Talente und Gaben für einen solchen Dienst zu benutzen? Wäre es nicht großartig, ehrliche Instrumente der Liebe Gottes zu sein, wie diese drei Erzengel?

3. Der Blick des Herrn. Jesus sieht das Herz und urteilt nicht nach dem Äußeren. Christi Blick durchdrang Natanaël. Jesus sieht die Beweggründe meines Herzens, auch wenn sie anderen verborgen sind. Jesus weiß als Erster, ob ich dem Glauben, den ich empfangen habe, treu bin. Wenn ich meinem Gewissen treu bin und Gottes Führung gehorche, privat und in der Öffentlichkeit, habe ich nichts zu verstecken und nichts zu verlieren. Wenn aber meine Hingabe an Christus durch Langeweile und Monotonie abnimmt, ist es Zeit, dass ich Erneuerung suche. Christus braucht mich! Wie viele sterben und gehen verloren, weil sie Christus und seine Liebe nicht haben? Ich aber bin mit vielen besonderen geistlichen Gaben begnadet! Jesus sieht mir in die Augen und hofft auf meine Treue und Liebe.

Gespräch mit Christus: Herr, danke für das Beispiel der drei Erzengel und der heiligen Apostel. Die heiligen Apostel gaben ihr Blut für dich und die heiligen Engel helfen uns auf unserem Weg zu dir. Herr, da ich sehe, wie viele keinen Glauben haben, will ich wie sie dein unermüdliches Werkzeug sein, damit viele dich in alle Ewigkeit preisen.

Vorsatz:  Ich werde in eine Kirche gehen, wo Jesus in der heiligsten Eucharistie gegenwärtig ist, und voll Vertrauen wiederholen: Herr, ich will dein Diener sein – hilf mir!


Bis zum Ende ein echter Kampf

30. September 2014

Dienstag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hieronymus, Kirchenlehrer
Hl. Sophie, Märtyrerin

P. Jeffrey Jambon LC

Lk 9,51-56
Als die Zeit herankam, in der er in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

Einführendes Gebet:  In dir Herr finde ich Freude und Glück. Wie könnte ich dich beleidigen, indem ich vergänglichem Erfolg und leblosen Trophäen nachjage? Ich hoffe auf dich, denn du bist deinen Versprechen treu. Ich liebe dich, weil du mich zuerst geliebt hast. Ich bin ein Sünder und dennoch hast du mir so viele Gnaden geschenkt. Ich danke dir in Demut.

Bitte: Herr Jesus, mach mich sanftmütig und demütig von Herzen.

1.  Eine unpopuläre Strategie. Jesus war wie ein Heerführer. Er hatte aber keinen sichtbaren Feind; sein Feind waren die verborgenen Truppen des Bösen selbst. Jesus führte Krieg mit dem Teufel bis zum bitteren Ende. „Der Sohn Gottes aber ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören“ (1 Joh 3,8). Jesus ging entschlossen nach Jerusalem. Obwohl Jesus in einen erbitterten Kampf verwickelt war, zeigte er dies der Welt trotzdem nicht so, dass es alle sehen konnten. Unser Herr näherte sich der Schlacht in Jerusalem wie ein Schaf, das zur Schlachtbank geführt wird. Seine Strategie war die Demut. Die Demut war die starke Waffe, die er gegen Satans Beschlüsse und Pläne einsetzen würde.

2. Eine Lehre über die Demut. Der heilige Johannes der Evangelist war ein aktiver Beteiligter in diesem Abschnitt. Er wusste, dass Jesus einen Krieg führte (vgl. 1 Joh 3,8), und er und sein Bruder träumten davon, in Jesu Schlacht Auszeichnungen zu erhalten. Sie wollten zu seiner rechten und linken Seite in seinem Reich sitzen (vgl. Mk 10,35-37), und jetzt wollen sie ihren Rang dazu benutzen, sich an ihren Gegnern zu rächen. Jesus tadelt sie dafür und erklärt ihnen die wahre Bedeutung der Herrschaft in seinem Reich. Sie lernten sehr schnell, dass in Jesu Reich nur die Waffen der Güte, Freundlichkeit, Liebe und Demut eingesetzt werden.

3. Zielgerichtete Mission. Nach militärischen Maßstäben würde ein General den Vorfall in Samaria als Niederlage betrachten. Christus konnte nicht in dem Dorf bleiben, also hat er verloren. Das ist aber nicht der Fall. Wenn Jesus sich über den Fanatismus der Samariter beklagt und Vergeltung geübt hätte, wäre es eine Niederlage gewesen. Das Evangelium aber berichtet uns: „Sie zogen in ein anderes Dorf.“ So einfach ist das! Christus hat einen Sieg errungen, weil er sich nicht mit wechselhaften, launenhaften und unberechenbaren Erwartungen aufhielt; vielmehr vergab er als wahrer Soldat, vergaß es und zog in das nächste Dorf.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, es fällt mir oft schwer zu begreifen, warum das Leben für meine schwache Natur so schwer ist, ich weiß aber, dass wir gegen das Böse ankämpfen. Wenn ich sehe, dass du wegen dieses Bösen stirbst und gewinnst, bekomme ich mehr Mut, meinen Beitragzu leisten. Hilf mir, die Tugend der Demut meinem Stolz vorzuziehen.

Vorsatz:  Heute will ich eine Hausarbeit in meinem Haus übernehmen.


Teurer Christus

1. Oktober 2014

Mittwoch der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Thérèse von Lisieux OCD

P. Edward Mc Ilmail LC

Lk 9,57-62
Als Jesus und seine Jünger auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes! Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.

Einführendes Gebet:  Herr, in dir finde ich alle Freude und alles Glück. Wie kann ich dich nur so verletzen, indem ich vergänglichem Erfolg und leblosen Trophäen nachjage? Ich glaube an dich, weil du die Wahrheit selbst bist. Ich hoffe auf dich, weil du treu zu deinen Versprechen stehst. Ich liebe dich, weil du mich zuerst geliebt hast. Ich bin ein Sünder; und doch hast du mich so sehr gesegnet. In tiefer Demut danke ich dir.

Bitte: Herr, hilf mir, bereitwillig das anzunehmen, was es an Mühen und Einsatz fordert, dir in Treue nachzufolgen.

1.  Verborgene Ausgaben. Ein Möchtegern-Jünger Jesu verkündet prahlerisch, dass er unserem Herrn überall hin folgen wird, ganz gleich welche Opfer es koste. Jesu Antwort gibt uns zu denken, ob dieser Gefährte verstanden hat, auf was er sich einlassen würde. Christus nachzufolgen ist anspruchsvoll – und nicht immer glanzvoll. Wir mögen davon träumen, große Dinge für Christus zu tun, aber dann finden wir die täglichen Anstrengungen unangenehm („der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann“). Glanzlose Herausforderungen nehmen viele Formen an. Eine frisch verheiratete Ehefrau mag zu ihrem Leidwesen feststellen, dass ihr Ehemann nicht mit Geld umgehen kann. Oder Eltern müssen erfahren, dass ein Kind eine Lernschwäche hat, die dessen Möglichkeit, ein guter Schüler zu werden, begrenzen wird. Oder ein Ehemann nimmt eine besser bezahlte Stellung an, um für seine Familie besser zu sorgen, und merkt dann, dass sein neuer Chef ein Tyrann ist. Oder ein Jugendlicher leidet darunter, in der Schule wegen schlichter Kleidung ausgelacht zu werden. Jede dieser Prüfungen kann der Preis dafür sein, Christus zu folgen. Welchen Preis bin ich bereit zu zahlen?

2. Familiäre Bindungen. Christus versucht, einen anderen Möchtegern-Nachfolger davon abzubringen, „seinen Vater zu begraben“. Dieser Mann war möglicherweise gerade dabei, den Besitz des Vaters abzuklären und verwickelte sich dadurch zu sehr in die Familienfinanzen. Unser Herr wollte, dass er sich von all dem unverzüglich trennt und in die Arbeit für das Himmelreich einsteigt. Zu häufig lenken uns Geldangelegenheiten von dem ab, was Christus von uns möchte. Kein Wunder, dass der heilige Paulus uns warnt: „Die Wurzel aller Übel ist die Habsucht“ (1 Tim 6,10). Hält Geld mich in meiner Freundschaft mit Christus zurück? Mache ich mehr Überstunden als nötig, nur um des Geldes willen?

3. Langer Abschied. Nun war der Augenblick der Entscheidung gekommen. Aber anstatt sich auf die Seite Jesu zu stellen, spürte der Möchtegern-Jünger die Kraft der familiären Bande. Als Nachfolger Christi müssen wir bereit sein, eine grundsätzliche Wahl für Christus zu treffen – eine Wahl, die notfalls andere Wege ausschließt. Klingt das zu hart? Es sollte vertraut klingen. Denken wir an die junge Frau, die einen Heiratsantrag annimmt. Sie tut es in der Annahme, dass ihr Geliebter schon lange andere romantische Beziehungen abgebrochen hat. Oder nehmen wir einen Schüler, der sich entscheidet, der Fußballmannschaft der Schule beizutreten. Er schließt dann aus, stundenlang Basketball zu trainieren. Und außerdem, wenn wir Christus nachfolgen wollen, warum vergeuden wir unsere Zeit für Aktivitäten, die nichts mit unserem Glauben oder der Kirche zu tun haben? Gibt es etwas, was ich aus meinem Leben wegräumen muss?

Gespräch mit Christus: Herr, hilf mir, meine Kräfte besser für dich einzusetzen und für das, was du von mir verlangst. Lass mich nicht abgelenkt sein durch Geschäftigkeit, materiellen Besitz oder auch durch Beziehungen, die meinem geistlichen Leben nicht hilfreich sind.

Vorsatz:  Herr Jesus, ich will etwas aus meinem Leben wegräumen, was nicht mit meinem Christ-Sein vereinbar ist. Das kann eine Internetseite, ein Abonnement einer Zeitschrift, ein unanständiges Kleidungsstück oder eine Beziehung sein.


Himmlische Helfer

2. Oktober 2014

Donnerstag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Fest der Hl. Schutzengel

P. Edward McIlmail LC

Mt 18,1-5.10
In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf. Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.

Einführendes Gebet:  Vater im Himmel, ich danke dir, dass du mir einen neuen Tag schenkst, um in der Liebe zu dir zu wachsen, einen neuen Tag, um in meinem geistlichen Leben voranzukommen, einen neuen Tag, um für die Seelen, die mir am nächsten stehen, zu beten. Vertreibe alle Ablenkungen und lass meine Gedanken immer nur bei dir sein. Ich möchte während dieser kurzen Zeit des Gebetes nur dir gefallen.

Bitte: Herr, gewähre mir die Gnade einer kindlichen Einfachheit.

1.  Die Dinge anders herum sehen. Die Jünger sind neugierig auf das Himmelreich und ihre Neugierde hat einen Anflug von Eigeninteresse. Sie wollen wissen, wie man im Himmelreich vorankommt. Ihrer eigentlichen Frage liegt ein Missverständnis von Christus zugrunde. Das Reich Gottes wird unter anderem in der Kirche auf Erden abgebildet. Die Kirche, die alles umfasst, ist eine Art Familie, die die ganze Menschheit aufnimmt. Wann immer wir fragen: „Wer ist der Größte in unserer Familie?“, können wir sicher sein, dass es die falsche Art von Frage ist. Die passendere Frage lautet: „Wie kann ich ein besseres Mitglied der Familie sein? Wie kann ich ein besserer Ehemann sein, eine bessere Ehefrau, ein besserer Sohn, eine bessere Tochter, ein besserer Bruder oder eine bessere Schwester?“ Das ist die Art von Fragen, die Christus möchte, dass wir sie uns stellen.

2. Kinderspiel. Wir dürfen nicht denken, dass Christus naiv in den Kindern nur kleine Engel sah, die niemals etwas falsch machen. Warum also zeigt uns Jesus die Kinder als Vorbilder für uns? Zum Teil ist es ihre Einfachheit, ihre Zutraulichkeit. Womöglich verstehen sie nicht, warum ihnen Vater oder Mutter etwas sagt, aber sie werden es wahrscheinlich annehmen, weil sie erkennen, dass es von jemandem kommt, der sie liebt. Das geistliche Leben erfordert diese gleiche Art Vertrauen. Wir verstehen vielleicht nicht vollkommen, warum Gott uns bittet, etwas zu tun, aber wenn es ein Grundvertrauen und eine Offenheit ihm gegenüber gibt, ist es einfacher, seinen Geboten zu folgen. Viele vergeuden leider die produktivsten Jahre ihres Lebens, weil sie an Gott und seiner Kirche zweifeln. Sie erschweren die Dinge, nur um nach Jahren herauszufinden, was unser Herr eigentlich versuchte, ihnen zu sagen. Auch dann können ihre Fehler noch vergeben werden, sie können aber nicht ungeschehen gemacht werden. Eine zerbrochene Vase kann geklebt werden, sie wird aber niemals mehr dieselbe sein. Sage ich nein zu Gott aus einem Mangel an Vertrauen?

3. Hilfe der Engel. Gebete zu den Schutzengeln waren früher bei den Katholiken weit verbreitet. Es ist recht, dass wir zu ihnen beten, weil jeder von uns einen hat. „Einem jeden der Gläubigen steht ein Engel als Beschützer und Hirte zur Seite, um ihn zum Leben zu führen“ schreibt der heilige Basilius (siehe Katechismus der Katholischen Kirche, 336). Unser Engel reflektiert die liebende Vorsehung Gottes für unser Wohlergehen und unseren Schutz. Die Welt ist voller Gefahren für unsere Seelen und wartet darauf, dass wir den falschen Schritt tun. Unser Engel hilft uns, dass wir es schaffen, durch dieses Tal der Tränen zu gelangen. Denke ich jemals daran, zu meinem Schutzengel zu beten?

Gespräch mit Christus: Herr, die Einfachheit der Kinder zeigt mir, wie wichtig kindliches Vertrauen zu dir ist. Ich glaube an dich und vertraue dir, Herr. Hilf mir, dieses Vertrauen in Gleichmut und Einfachheit umzusetzen. Lass mich das Kreuz meines Alltags mit Gelassenheit annehmen und dahinter deinen liebenden Plan erkennen.

Vorsatz:  Ich will „Ja“ sagen zum nächsten schwierigen Gefallen, um den mich jemand bittet, solange er mit deinem Gesetz der Liebe übereinstimmt.


Zeit der Abrechnung

3. Oktober 2014

Freitag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Ewald, Märtyrer
Hl. Irmgard OCist

P. Edward McIlmail LC

Lk 10,13-16
Jesus sagte zu ihnen: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan. Tyrus und Sidon wird es beim Gericht nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du jetzt bei mir bist. Ich vertraue auf deine Freundlichkeit und Liebe. Du kennst meine Schwachheiten, denn bei deinem Leiden am Karfreitag, das du für mich auf dich genommen hast, hast du sie alle gesehen. Lass mich nun so nahe bei dir stehen, wie deine Mutter am Fuß des Kreuzes stand. Nimm dies als Ausdruck meiner Liebe zu dir an.

Bitte: Herr, hilf mir, die Gnaden, die du mir schenkst, niemals für selbstverständlich zu halten. Hilf mir, sie zu schätzen und so gut wie ich kann für deine Ehre zu nutzen.

1.  Nur wenige sind auserwählt. Heute sehen wir im Evangelium eine andere Seite von Jesus. Oft sehen wir ihn, wie er Wunder wirkt, Kranke heilt, Tote auferweckt. Aber jetzt sehen wir die Rückseite dieser Wunder: Christus verlangt von den Menschen, die Zeugen seiner Wunder waren, eine Antwort. Es genügt nicht, über die wunderbaren Taten unseres Herrn zu staunen. Diese Taten beweisen unter anderem den göttlichen Ursprung und die Wahrheit seiner Botschaft. Teil dieser Botschaft ist der Ruf zu Reue und Umkehr. Wenn wir nun unsere Zeit nehmen und an die vielen Millionen denken, die Papst Johannes Paul II. erlebten, so müssen wir uns fragen, wie viele dieser Menschen ihr Leben nach dieser Begegnung tatsächlich änderten. Wie antworte ich auf die Gnade Gottes, die ich in meinem Leben erfahren darf? Halte ich Gottes Gnaden für selbstverständlich?

2. Die weniger Gesegneten. Gott scheint in seinem geheimnisvollen Ratschluss manche Seelen mit mehr Gaben auszustatten als andere. Hier nun sagt Jesus, dass die heidnischen Städte Tyrus und Sidon besser auf seine Wunder reagiert hätten als Chorazin und Kapharnaum es taten. Wir könnten nun die Frage stellen: Warum vollbrachte Jesus nicht mehr Wunder in jenen heidnischen Städten? Es steht uns aber nicht zu, die Weisheit Gottes in Frage zu stellen. Es genügt zu sagen, dass Christus einigen mehr gibt als anderen, und dass er dafür auch dementsprechend viel zurückverlangt. Es genügt nicht, den Glauben makellos zu bewahren und ihn in das Regal zu stellen, schön anzusehen aber verborgen vor der Welt. Nein. Das Geschenk des Glaubens soll uns befähigen, nach Heiligkeit zu streben, uns immer wieder von neuem zu bekehren und eifrig am Aufbau der Kirche mitzuarbeiten. Übt der Glaube diesen Einfluss auf mein Leben aus?

3. Der Dominoeffekt. Christi Autorität schließt seine Fähigkeit zu delegieren mit ein. Der Kirche gibt er die Macht zu binden und zu lösen. „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, und wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20,23). Und im Katechismus steht: „Dieser Unfehlbarkeit ... erfreut sich der Römische Bischof, das Haupt des Kollegiums der Bischöfe, kraft seines Amtes, wenn er als oberster Hirt und Lehrer aller Christgläubigen, der seine Brüder im Glauben stärkt, eine Lehre über den Glauben oder die Sitten in einem endgültigen Akt verkündet“ (Katechismus der Katholischen Kirche 891). Wenn wir das, was der Heilige Vater lehrt, befolgen, ehren wir den Einen, der ihm diese Autorität verliehen hat. Und die Autorität unseres Herrn erstreckt sich auch auf andere Gebiete: Die Autorität der Eltern über ihre Kinder, der Regierenden über das Gemeinwohl, usw. Respektiere ich die legitime Autorität in meinem Umfeld?

Gespräch mit Christus: Jesus, hilf mir zu erkennen, dass dein Gehorsam gegenüber Pilatus am Karfreitag Teil deines Gehorsams gegenüber deinem himmlischen Vater im Himmel war. Lass mich verstehen, dass Gehorsam gegenüber der legitimen Autorität ein Mittel ist, in der Demut und Heiligkeit zu wachsen.

Vorsatz:  Ich will eine Bitte einer legitimen Autorität (z.B. eines Vorgesetzten, eines Elternteiles) mit Freude erfüllen.


Besser als Erfolg

4. Oktober 2014

Samstag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Franz von Assisi

P. Jeffery JambonLC

Lk 10,17-24
Die Zweiundsiebzig kehrten zurück und berichteten voll Freude: Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen. Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden. Nichts wird euch schaden können. Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind. In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Einführendes Gebet:  Jesus, im Gebet wende ich mich an dich und ich weiß, dass diese Zeit die wichtigste des Tages ist. Diese Zeit, die ich mit dir verbringe, rückt den restlichen Tag ins rechte Licht und hilft mir zu erkennen, dass ich vollkommen von dir abhängig bin. Mit kindlicher Einfalt vertraue ich auf deine liebende Vorsehung. Wenn ich auch unwürdig bin, in deiner Gegenwart zu sein, so möchte ich mich doch in diesem Gebet intensiv bemühen, allein dir zu gefallen.

Bitte: Heiliger Geist, lass mich erkennen, dass das Wichtigste im Leben ist, zu Christus zu gelangen und hilf mir, dementsprechend zu handeln.

1.  Wichtigtuerei. Die Jünger staunen über die Macht des Namens Jesu, selbst über Dämonen. So groß ist Jesu Macht in der Welt. „Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen” (Apg 4,12). Christus ist der Messias, der gekommen ist, um uns zu erlösen. So hat jede authentische Verehrung, sei das nun die Verehrung Marias oder sonst eines Lieblingsheiligen, nur dann ihren Sinn, wenn sie uns zu Christus führt. So lehrt uns das Zweite Vatikanische Konzil: „Christus macht dem Menschen den Menschen selbst voll kund und erschließt ihm seine höchste Berufung” (Gaudium et Spes, 22). Stelle ich in meinem Leben jemanden über Christus?

2. Der Fixpunkt. Jesus scheint die Siege über Satan gelassen hinzunehmen. Es scheint ihm wichtiger zu sein, dass die Namen seiner Jünger im Himmel verzeichnet sind. Und in der Tat bedeutet das Christentum mehr als den Sieg über den Teufel. Unser Glaube ist besonders positiv und will uns vor allem dabei helfen, in der Liebe zu Gott zu wachsen und die Tugenden Christi nachzuahmen. Als eine Übung der Liebe ist das Christentum offen und lädt uns immerzu ein, mehr für andere und für Christus zu tun. Liebe kennt keine Grenzen, darum dürfen wir niemals meinen, dass wir schon „angekommen“ sind. Ist mir klar, dass ich dazu berufen bin, Christus zu lieben und ihn nachzuahmen bis an mein Lebensende?

3. Ein vorbildlicher Sohn. Es ist vor allem die Liebe, besonders die Liebe zu seinem himmlischen Vater, die Christus antreibt. Weil er den Willen seines Vaters erfüllen will, nimmt er Drangsale, Müdigkeit, Hunger und Ablehnung auf sich. Wie ein verliebter junger Mann scheint Christus unendlich viel Kraft für den geliebten Vater zu haben. Die Liebe ist sozusagen die Quelle seiner Stärke. Und damit lehrt er uns eine tiefe Wahrheit über die menschliche Natur. „Der Mensch kann ohne Liebe nicht leben“, schrieb Johannes Paul II. in seiner ersten Enzyklika. „Er bleibt ein Wesen, das sich selbst unverständlich bleibt, sein Leben bleibt ohne Sinn, wenn ihm nicht die Liebe offenbart wird.“ Wenn wir uns von der Welt ausgebrannt fühlen, sollten wir uns fragen: „Wie sehr liebe ich andere? Opfere ich mich gern für andere auf? Suche ich zuerst das Gute in den anderen?“

Gespräch mit Christus: Herr, mein Glaube ist zuallererst eine Beziehung zu dir. Sie verlangt von mir eine beständige Antwort der Liebe. Hilf mir, großzügig zu antworten, wenn du mich zur Liebe einlädst.

Vorsatz:  Ich will heute meine Dankbarkeit für den Glauben durch eine besondere Tat der Nächstenliebe zeigen.