Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 9. Februar 2014 bis Samstag 15. Februar 2014

Fünfte Woche im Jahreskreis

P. Patrick Murphy LC, P. Ned Brown LC

Der Ruf des HerrnSonntag
Der Glaube und Christi Macht zu heilenMontag
Wahre VerehrungDienstag
Das innere KönigreichMittwoch
Demut und Glaube: Fundament und KathedraleDonnerstag
Gott im Bewusstsein habenFreitag
Güte im ÜberflussSamstag


Der Ruf des Herrn

9. Februar 2014

Fünfter Sonntag im Jahreskreis

Mt 5,13-16
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Einführendes Gebet:  Jesus, unser Herr, ich komme wieder zu dir um auf dein Wort zu hören. Ich komme als Hungriger, der Nahrung braucht. Ich brauche dich, damit du mich nährst, weil dies kein anderer kann. Ich hungere nicht nach der Nahrung der Welt, sondern nach der Nahrung deiner Gnade. Möge mein Gebet vor dir heute Gefallen finden und für meine Brüder und Schwestern ein Instrument der Gnade sein.

Bitte: Jesus, unser Herr, gib mir die Gnade als dein Jünger im Vertrauen zu wachsen.

1.  Gottes Wahl. Im heutigen Evangelium lädt uns der Herr ein über die außergewöhnliche Gnade, von ihm auserwählt zu werden, nachzudenken. Der Herr erinnert seine Apostel immer wieder daran, dass nicht sie ihn gewählt haben, sondern er hat sie erwählt. Manchmal verlieren wir aus den Augen, dass Christus uns durch die Taufe zu seinen Jüngern berufen hat. Die Erfahrung unserer eigenen Schwäche und unserer begrenzten Fähigkeit zu tun, was recht ist, kann uns mutlos werden lassen. Sollen wir wirklich fähig sein, das Salz der Erde und das Licht der Welt zu sein, wie Jesus es uns zugesagt hat? Doch der Herr hat uns genau für diese Mission erwählt: wir sollen Werkzeuge für die Bekehrung unserer Mitmenschen sein, indem wir die Gesellschaft aus der Dunkelheit heraus in das Licht Christi bringen. Unsere Mission übersteigt die heutige und morgige Welt bei weitem, denn wir sind berufen, allen Menschen zu helfen das ewige Leben zu erlangen. Wer würde sich eine solche Mission selbst anmaßen?

2. Den Vater verherrlichen. Wie sollen wir an diese Aufgabe herangehen? Die Antwort liegt in unserer Taufe begründet. Durch die Taufe wird unsere ganze Existenz in ein neues Leben geführt, in das Leben eines angenommenen Sohnes Gottes oder einer angenommenen Tochter Gottes in Jesus Christus. Von jetzt an können wir alles, was wir zur Verherrlichung Gottes tun, durch unsere Teilnahme an Christi königlichem Priestertum tun. Wie sollen wir dann das Licht der Welt sein? Nicht auf Grund von unseren eigenen Verdiensten oder Kenntnissen, nicht auf Grund von Technologie, Wissenschaft oder irgendeiner weltlichen Macht, sondern auf Grund des Heiligen Geistes, der in uns wirkt und unsere Bemühungen führt und lenkt. Wenn wir also das Licht der Welt und das Salz der Erde sein sollen, so gilt es in erster Linie den Eingebungen des Heiligen Geistes zu folgen und ihm absolut zu vertrauen. Wenn wir das tun, werden wir jene Jünger sein, deren größtes Verlangen darin besteht, den Vater zu verherrlichen, und die Menschen werden in uns die Hand Gottes sehen.

3. Seid stark in der Liebe. Christi Ruf an uns, seine Jünger zu sein und allen Menschen das Evangelium zu verkünden, mag zu viel für uns sein. In unserem aufreibenden Alltag und dem Kampf über die Runden zu kommen, scheint es keine Zeit und keine Kraft zu geben ein Jünger Jesu zu sein. Wir dürfen den Beginn unserer Jüngerschaft nicht aus den Augen verlieren. Sie begann nicht damit, dass wir einen Vertrag mit dem Herrn geschlossen haben. Sie begann in seinem Herzen, als er sagte: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ Sie begann, als er sagte: „ Ich nenne euch nicht länger Diener, sondern Freunde.“ Der Sohn Gottes hat uns seine Freunde genannt. Wer würde es wagen das zu sagen? Wer könnte sich dies erträumen? Niemand! Doch es ist die Wahrheit. Unsere Jüngerschaft gründet in der Liebe, die Christus uns entgegenbringt. Deshalb fordert er uns auf stets in seiner Liebe zu bleiben. Tatsächlich will er, dass wir in seiner Liebe leben, als Reben an seinem Weinstock leben und so Frucht bringen können.

Gespräch mit Christus: Herr, du hast mich erwählt, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. Das ist zu viel für mich! Trotzdem glaube ich an dich, vertraue ich dir und liebe ich dich. Möge heute jedes Wort und jede Tat mutige Ausdrücke deiner Liebe zu allen sein und diejenigen, denen ich begegne, dazu zu führen, deinen Himmlischen Vater zu verherrlichen.

Vorsatz:  Herr, lass mich heute auf deinen Ruf an mich, dein Jünger zu sein, vertrauen. Ich will meinen Mitmenschen heute in einem aufmunternden Wort die Größe der Liebe Gottes zeigen.


Der Glaube und Christi Macht zu heilen

10. Februar 2014

Montag der fünften Woche im Jahreskreis
Hl. Scholastika OSB, Äbtissin

Mk 6,53-56
Sie fuhren auf das Ufer zu, kamen nach Genezareth und legten dort an. Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war. Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du die Macht hast, körperliche und seelische Leiden zu heilen. Ich komme zu dir, denn ich weiß, dass ich vor dir krank und schwach bin, und ich vertraue darauf, dass du mich heilen und stärken willst. In Demut opfere ich dir meine Seele auf, die krank ist durch Egoismus, Stolz und Selbstgenügsamkeit, es ist fast wie ein geistiger „Krebs“. Ich übergebe mich ganz deiner liebenden Barmherzigkeit. Ich danke dir Herr, dass du über mir wachst und mich bedingungslos liebst.

Bitte: Herr, heile mein Herz und meine Seele, und hilf mir, das zu tun, was meiner seelischen Gesundheit am besten dient.

1.  Sie eilten durch die ganze Gegend. Die Menschen in diesem Evangelium eilten zumeist nicht durch die ganze Gegend, um andere einzuladen, zu Jesus zu gehen und von ihm die Vergebung und die Heilung ihrer Seelen zu erlangen. Natürlich waren sie in Eile, aber vor allem deshalb, weil sie wollten, dass der Herr sie von ihren körperlichen Krankheiten heilte. Wie blind ist doch das menschliche Herz, das oft körperliche Krankheit mehr fürchtet als die Krankheit der Seele und das Hinausfallen aus Gottes Gnade! Die schlimmsten Krankheiten, die wir erleiden können, kommen aus unserem Inneren: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Verleumdungen. Das ist es, was den Menschen unrein macht (Mt 15,19-20)“.

2. Sein Gewand berühren. Heilige Männer und Frauen aus vielen Jahrhunderten haben fest geglaubt, dass das „Berühren“ Christi, das heißt der Empfang der Sakramente, die Gesundheit der Seele und die Erlösung bewirkt. „Mein Herz ist durch viele Sünden verwundet worden“, so betete der heilige Ambrosius vor der heiligen Messe. „Ich wachte nicht über meinen Verstand und meine Zunge. Herr der Freundlichkeit und Macht, in meiner Niedrigkeit und Not komme ich zu dir, der Quelle des Erbarmens; ich eile zu dir, damit du mich heilst, ich nehme Zuflucht zu dir. Ich sehne mich danach, dir zu begegnen, nicht als meinem Richter, sondern als meinem Retter. Herr, ich schäme mich nicht, dir meine Wunden zu zeigen. Du allein weißt, wie zahlreich und schlimm meine Sünden sind, und obwohl ich ihretwegen um mein ewiges Heil fürchten könnte, setze ich meine Hoffnung auf dein Erbarmen, welches grenzenlos ist. Schau auf mich voll Erbarmen, Herr Jesus Christus, ewiger König, Gott und Mensch, zu unserem Heil gekreuzigt. Ich vertraue auf dich, denn du bist die Quelle, die in nie erlöschender barmherziger Liebe fließt: erhöre mich und vergib mir meine Sünden und Schwächen.“

3. Alle, die ihn berührten, wurden geheilt. Alle, die Jesus Christus gläubig berührten, wurden geheilt: die kanaanitische Frau, der blinde Mann, die zehn Aussätzigen, der Mann mit der vertrockneten Hand, der Gelähmte, die Tochter des Jairus, die Frau mit den Blutungen, der Junge, der von einem Dämon besessen war, der Taubstumme. Alle diese Leute im Evangelium hatten Eines gemeinsam: es war ihr Glaube, der dem Herrn erlaubte, sie zu heilen. Im Fall der Frau, die unter Blutungen litt, heißt es: „Es strömte eine Kraft von ihm aus“ (Mk 5,30). Glauben ist einer der mächtigsten Akte der menschlichen Person, denn Gott selbst wollte sich durch diesen bewegen lassen. Wie stark ist mein Glaube an die Macht unseres Herrn Jesus Christus? Strecke ich mich nach ihm aus und berühre ihn im Glauben Tag für Tag? Lasse ich ihn in meinem Leben durch meinen Glauben wirken? Worauf warte ich noch?

Gespräch mit Christus: Herr, du bist allmächtig und du bist die Quelle meiner Rettung und der Heilung meiner Seele. In diesem Gebet wende ich mich im Glauben an dich, auch wenn ich unwürdig bin und mein Glaube noch so schwach ist. Heile mich, Herr. Gib mir die Kraft, der Macht des Bösen in meinem Leben zu widerstehen und mich ganz deiner Gnade und Güte zu übergeben. Herr, ich glaube; vermehre du meinen Glauben.

Vorsatz:  Ich will an diesem Tag den Herrn immer wieder durch kleine Stoßgebete im Glauben bekennen.


Wahre Verehrung

11. Februar 2014

Dienstag der fünften Woche im Jahreskreis
Unsere Liebe Frau von Lourdes

Mk 7,1-13
Die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, hielten sich bei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Hand voll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung. Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korbín, das heißt: eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun. So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen.

Einführendes Gebet:  Herr, danke für dein Evangelium und für all die Wahrheit, die du mich lehrst. Danke, dass du mich vor den Einstellungen und Haltungen bewahrst, die für mich zur Versuchung werden könnten. Ich liebe dich wegen deiner Güte und Barmherzigkeit, und ich möchte mich in deine liebenden Arme begeben.

Bitte: Herr, hilf mir, dir aufrichtig in Wahrheit und Liebe zu dienen.

1.  Nur ein Lippenbekenntnis. Jesus ruft seine Jünger auf, authentisch zu sein. Allzu oft machen sogenannte Jünger den Eindruck, ihm zu folgen, während sie gleichzeitig mit ihrem Herzen ganz woanders sind. Obwohl die Pharisäer äußerlich auf dem Weg zur Heiligung scheinbar alles richtig machen, verrät die Art, wie sie Jesus und andere behandeln, ihre wahre Haltung. Jesus würde sie „weißgetünchte Gräber“ (Mt 23,27) nennen: äußerlich rein und glänzend, aber von innen voll mit Knochen toter Menschen. Selbstgerechtigkeit führt zu ihrem Sturz. Solche Haltungen mögen einem stolzen Menschen kurzfristig Sicherheit bieten, doch diese wird immer eine Illusion bleiben, weil sie nicht auf der Wahrheit basiert. Ehre ich Gott auf irgendeine Weise ebenfalls nur mit den Lippen, aber sage in meinem Herzen etwas anderes oder verhalte mich gegensätzlich dazu?

2. Wertlose Verehrung. Wahre Verehrung beginnt mit Demut, wenn die Seele erkennt, dass sie nichts Gutes in oder durch sich selbst besitzt, sondern dass all ihre Gaben von Gott kommen. Verlassen wir auch uns nicht oft mehr auf unsere Talente und unser Können, als auf die Gaben, die von Gott kommen? Es ist nicht ohne Bedeutung, dass Jesus über das Gebet des Pharisäers, der sich selbst über andere erhebt, negativ urteilt (Lk 18,11). Wie kann ich sichergehen, dass mein Gebet wirklich hingebungsvoll ist, dass ich nämlich unseren Herrn mit den Worten meines Herzens anspreche?

3. Wahre Verehrung. Die Pharisäer nutzen die Talente und Gaben, die Gott ihnen gegeben hatte, nicht zu Gottes Ehre, sondern für ihren eigenen persönlichen Profit, ob er nun darin bestand, gelobt und bewundert zu werden oder bequem und selbstzufrieden zu leben. Wahre Gottesverehrung bedeutet, die Dinge, die Gott geschaffen hat, dazu zu nutzen, ihm näher zu kommen. Dann gebrauchen wir die geschaffenen Dinge auch richtig: „Der Glaube an den einzigen Gott lässt uns alles, was nicht Gott ist, soweit gebrauchen, als es uns ihm näher bringt, und uns soweit davon lösen, als es uns von ihm entfernt.“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 226). „Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir. Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir“ (Gebet des hl. Nikolaus von Flüe).

Gespräch mit Christus: Herr, danke für mein Leben und all das Gute, das du mir gegeben hast. Hilf mir zu erkennen, dass du alles geschaffen hast und dass alles, was ich habe, von dir kommt. Möge ich alles, was ich habe, nutzen, um anderen zu dienen und dir näher zu kommen, der Quelle alles Guten.

Vorsatz:  Ich werde mein Gewissen erforschen, ob ich irgendeine meiner Gaben und Talente nutze, um mich selbst zu ehren oder einem Gruppenegoismus zu dienen. Ich werde mich bemühen, alle Gaben in den Dienst Gottes zu stellen.


Das innere Königreich

12. Februar 2014

Mittwoch der fünften Woche im Jahreskreis
Hl. Gregor II,
Hl. Benedikt von Aniane OSB

P. Patrick Murphy LC

Mk 7,14-23
Dann rief Jesus die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Er verließ die Menge und ging in ein Haus. Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften Wortes. Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein. Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du mein Schöpfer und mein Erlöser bist und dass du alles weißt. Obwohl keine meiner Sünden dir verborgen ist, weiß ich, dass du mich dennoch bedingungslos liebst und darauf wartest, dass ich bereue und mich an dich wende, damit du mir vergeben kannst und mich einmal mehr reinwaschen kannst. Danke, dass du mich unendlich liebst. Ich biete dir als Antwort meine schwache Liebe an.

Bitte: Herr, hilf mir, meine gefallene Natur zu überwinden und dich an die erste Stelle in meinem Leben zu setzen.

1.  Nichts was von außen kommt, macht unrein. „Das Reich Gottes”, wie Christus uns im Evangelium sagt, „ist in euch.” Folglich ist auch alles, was gegen das Reich Gottes ankämpft, in uns. Im Katechismus der Katholischen Kirche lesen wir, dass die Erbsünde eine „Ermangelung der ursprünglichen Heiligkeit und Gerechtigkeit“ ist (Nr. 405). Es heißt dort weiter, dass die menschliche Natur „in ihren natürlichen Kräften verletzt“ ist, und dass sie „der Verstandesschwäche, dem Leiden und der Herrschaft des Todes unterworfen und zur Sünde geneigt“ ist; „diese Neigung zum Bösen wird ‚Konkupiszenz’ genannt“ (ebd.). Diese Konkupiszenz bringt alle Arten von gestörten Tendenzen in uns ans Tageslicht. Diese gestörten Tendenzen sind – wenn sie angenommen werden – das, was den Menschen entweiht, wie der Herr uns erklärt. Unsere Heiligkeit und Reinigung muss von innen her geschehen (indem wir unsere Gedanken und Sehnsüchte an den Lehren des Evangeliums ausrichten), und sich durch konkrete gute Taten (in Wort und Tat) nach außen zum Ausdruck bringen. Wo richtet diese Konkupiszenz in meinem Leben den meisten Schaden an?

2. Was von innen kommt, macht unrein. Die Sünde und der Tod kamen durch den Ungehorsam des Adam in die Welt. Aber „sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheimgefallen, so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteil geworden“ (Röm 5,15). Es ist wahr, dass der Tod und die Sünde aufgrund unserer Konkupiszenz in uns herrschen wollen, aber es ist nicht weniger wahr, dass wir alle Mittel zur Verfügung haben, um die Sünde aus unserem Herzen zu entfernen und ein neues Leben in Christus zu leben. Christus hat die Sünde und den Tod bereits besiegt. Mit seiner Gnade können wir sie in unserem Herzen besiegen. Ohne jemals zurückzublicken, müssen wir uns auf diesen Weg begeben, den Weg, auf dem Christus in uns herrschen kann. Bemühe ich mich aufrichtig darum, die Konkupiszenz in meinem Leben mit der Gnade Christi zu besiegen?

3. Wer Ohren hat zu hören, der höre. „Ach würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! Verhärtet euer Herz nicht” (Ps 95,7f). Jahrhunderte lang haben die Menschen oft ihr Herz der Botschaft des Evangeliums und damit auch ihrem eigenen höchsten Gut verschlossen. Im Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus (Lk 16,19-31) fleht der Reiche Abraham an, er möge Lazarus zu seinen Brüdern schicken, um sie vor dem Schicksal, das sie aufgrund ihres materialistischen, egoistischen Lebensstils erwartet, zu warnen. Dem reichen Mann wird gesagt, dass sie das Gesetz und die Propheten haben, worauf er antwortet, dass nur jemand, der von den Toten wiederkehrt, seine Brüder zum Glauben führen könne. Ihm wird gesagt, dass auch dann die Menschen nicht glauben würden. Ich darf meinem Herzen nicht erlauben, sich gegenüber Gottes rettendem Wort zu verhärten! Aber um offen zu bleiben, muss mein Herz vom Vergnügen und dem leichten Lebensstil befreit werden. Denn sie machen mich taub gegenüber den sanften Anweisungen Christi.

Gespräch mit Christus: Herr, öffne meine Ohren und nimm den Schleier von meinen Augen, damit dein Reich in meinem Herzen herrschen kann. Befreie mich davon, irgendetwas mehr zu lieben als dich. Von Herzen will ich dir erlauben, Ansprüche an mein Leben zu stellen, Ansprüche, die ein Beweis deiner Liebe sind. Hilf mir, Herr, die christliche Nächstenliebe so zu leben, dass ich auch am Tag des Jüngsten Gerichts wachsam bin.

Vorsatz:  Ich will mich bemühen, gute Gedanken und Wünsche zu hegen, und ich will alles meiden, was mich von Jesus trennen könnte.


Demut und Glaube: Fundament und Kathedrale

13. Februar 2014

Donnerstag der fünften Woche im Jahreskreis
Hl. Jordan von Sachsen OP
Hl. Adolf, Bischof

P. Ned Brown LC

Mk 7,24-30
Jesus brach auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben. Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen. Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben. Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen. Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen. Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme heute zu dir, um zu lernen, wie ich in Glaubensdingen wachsen kann. Ich möchte lernen, geduldig zu sein, wenn du meinen Glauben prüfst. Ich weiß, du willst ihn nur stärken und fruchtbarer machen für mein Leben. In diesem Gebet möchte ich dir vertrauen und dich lieben wie es dir gebührt.

Bitte: Herr, mache meinen Glauben lebendig und beharrlich.

1.  Sucht nach höheren Gaben. Unser Herr ist uns nahe, wenn wir leiden. In diesem Evangelium leidet eine Tochter an einer Besessenheit durch einen Dämon, und ihre Mutter leidet mit ihr. Was uns aber an diesem Text besonders bewegt, ist die Tatsache, dass der Herr zunächst das Leiden der Mutter vergrößert, indem er sie zurückweist. Das scheint so wenig zum Wesen dessen zu passen, den wir als „von Herzen demütig und sanftmütig“ kennen, scheint so gar nicht dem gütigen Jesus zu entsprechen, der stets so voller Mitleid ist für die Not anderer. Aber unser Herr wollte dieser Frau das größte Geschenk machen, das ein menschliches Wesen erhalten kann: das Geschenk der Erlösung durch die Heilung der Tochter. Weil das Geschenk so groß war, musste der Empfänger erst dafür vorbereitet werden.

2. Gefühle, nichts als Gefühle. Über zwei Dinge müssen wir uns hinsichtlich unserer Gefühle im Klaren sein: Erstens dürfen wir sie nicht zum unfehlbaren Kompass für unser geistiges Leben machen. Zweitens bedeutet mangelnde Unterstützung unserer Gefühle nicht, dass der Herr uns aufgibt. Es kann leicht geschehen, dass wir das vergessen und unseren Gefühlen, Stimmungen und Versuchungen blind folgen. Wir verwechseln dann Gefühle mit Glauben. Diese gläubige Frau zeigt uns sehr schön die richtige Haltung. Ihr Beispiel der Demut angesichts der scheinbaren feindseligen Zurückweisung durch Jesus erstaunt uns. Kein Aufbegehren, kein Protest, keine Feindseligkeit, kein Jammern. Sie bleibt beharrlich auf Christus fixiert. Sie bleibt bei ihrer demütigen und vertrauensvollen Einstellung zu ihm, der die Macht hat, ihre Tochter vom Teufel zu befreien. Bin ich imstande, im Gebet auszuharren, auch wenn ich meine, der Herr hört gar nicht zu?

3. Eine weithin sichtbare Kathedrale des Glaubens. Wenn wir doch nur von der syrophönizischen Frau lernen könnten! Auf ihrem schon festen Fundament des Glaubens baut Jesus einen noch größeren Glauben auf – so groß wie eine für alle Welt sichtbare Kathedrale. Wir sollen über die geheimnisvollen und weisen Wege des Herrn nachdenken und meditieren, wenn wir unter seinen Zurückweisungen leiden. Wir müssen demütig bleiben und dürfen nicht vergessen, dass wir von Christus, unserem guten Hirten, geliebt sind. Er hat versprochen, uns nicht als Waisen zurückzulassen. Warum vertrauen wir dann so wenig?

Gespräch mit Christus: Herr, lass mich nicht Glauben mit Gefühlen verwechseln. Lass mich nicht Vertrauen mit Sentimentalität verwechseln. Lass mich niemals mein Verhältnis zu dir auf Gefühle reduzieren, ganz gleich wie passend oder ehrenwert sie mir gerade erscheinen mögen. Hilf mir, ein demütiges Wesen zu bewahren und fest zu bleiben in meinen Überzeugungen. Ich will nur danach trachten, dir zu vertrauen, dich zu lieben und dir zu gefallen.

Vorsatz:  Wenn ich angenehme, wertvolle und hilfreiche Gefühle habe, will ich Gott danken und ihn loben, und ich will diese Gefühle auf Wichtigeres richten, nämlich darauf, wie ich den Glauben immer mehr vertiefen und danach leben kann.


Gott im Bewusstsein haben

14. Februar 2014

Freitag der fünften Woche im Jahreskreis
Hll. Cyrill & Methodius, Patrone Europas
Hl. Valentin

Lk 10,1-9
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

Einführendes Gebet:  Herr, ich weiß, dass du in meinem Leben wirkst, und doch nehme ich deine Gegenwart so selten wahr. Allein das Wissen um deine Gegenwart in den vergangenen Jahren meines Lebens sollte Grund genug für mich sein, mein Leben in Zukunft dir und deiner Sendung zu widmen. Dein Leben immer besser zu kennen, wird bewirken, dass ich mich nach dir sehne. Ich will Gutes tun, damit dieser Tag Früchte für die Ewigkeit trägt. Lass nicht zu, dass meine weltlichen Wünsche mich blind machen und mich daran hindern, heute dein Apostel zu sein.

Bitte: Herr, gib mir die Gnade, mich deinem Willen durch ein tieferes Vertrauen und eine tiefere Zuversicht mehr hinzugeben.

1.  Kein Fundament haben. „Ist es, weil wir kein Brot haben?“ Wir können sehen, wie leicht es ist, die Botschaft, die Gott uns im Gebet sendet, misszuverstehen, weil wir nur mit den aktuellen Sorgen beschäftigt sind. Vielleicht hungern wir nach Erfolg, oder erwarten, dass ein Freund oder jemand von der Familie mit uns Frieden schließt. Oder wir denken vielleicht nur an unser Geld und Vermögen. Ein ruheloses Herz kann das Wesentliche des Lebens nicht erkennen, weil es nicht auf Fels gegründet ist. Die Seele, die in Christus ruht, weiß, dass alles in rechter Ordnung ist, solange sie Christus begegnet und seinen Willen erfüllt.

2. Sich an die Werke Gottes erinnern. „Erinnert ihr euch nicht?“ Eine der schlimmsten Sünden des Volkes Israel war es, Gottes großen Taten, die er für sie vollbracht hatte, zu vergessen. Es ist wichtig, oft und mit Dankbarkeit an die vielen Wohltaten, die wir von unserem Herrn empfangen haben, zu denken. Jeder von uns sollte sich daran erinnern: Gott hat uns erschaffen und das Werk unserer Heiligkeit in uns begonnen. Wenn er uns jetzt bis hierher gebracht hat, obwohl unser Anteil daran sehr bescheiden war, wie viel weiter könnten wir gehen, wenn wir uns ihm in völliger Hingabe schenken würden? Wie viele Probleme würden dadurch von Gott zu unserem Wohl gelöst werden können?

3. Sich wünschen, wieder sehen zu können. Jeder, der Christus nachfolgt, sollte täglich ein gesundes Misstrauen gegenüber seinen Vorstellungen haben, wo es in seinem Leben hingehen soll. Wir brauchen sozusagen einen geistlichen Kompass, der uns die richtige Richtung zeigt. Dieser kann in der Schule des Gebets gefunden werden. Der heilige Augustinus bemerkt, dass das Gebet die Sehnsucht nach Gott wachsen lässt, dass es unser Herz von seinen Ablenkungen reinigt, und dass unsere Zuneigung und Hingabe an den Geliebten immer größer wird. Das Feuer der göttlichen Liebe kann viele Verletzungen und Komplexe unserer Seele heilen, wenn wir uns ihm beständig öffnen.

Gespräch mit Christus: Herr, bewahre mich vor der geistlichen Appetitlosigkeit, die mich den Hunger nach deiner Gegenwart in meinem Leben verlieren lässt. Der tägliche Druck und ungeordnete Leidenschaften können meine Fähigkeit, dich zu lieben, wie ich es sollte, blockieren. Wie sehr bringe ich mich selbst dadurch in Gefahr; ich zerstöre dadurch mein Glück in dieser Welt der Illusionen. Befreie mich, Jesus, von meiner eigenen Dummheit! Gib mir den Hunger, dich wieder zu lieben, zurück, denn ich verspreche dir, mich nie wieder von Aktionismus und Stolz treiben zu lassen.

Vorsatz:  Heute werde ich die Dinge aufschreiben, von denen ich nach reiflicher Überlegung erkannt habe, dass sie mich von Christus wegführen könnten. Ich will auf sie nach meinen Möglichkeiten verzichten.


Güte im Überfluss

15. Februar 2014

Samstag der fünften Woche im Jahreskreis
Hl. Siegfried von Växjö, Bischof

P. Patrick Murphy LC

Mk 8,1-10
In jenen Tagen waren wieder einmal viele Menschen um Jesus versammelt. Da sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen; denn einige von ihnen sind von weither gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher soll man in dieser unbewohnten Gegend Brot bekommen, um sie alle satt zu machen? Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Dann nahm er die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern zum Verteilen; und die Jünger teilten sie an die Leute aus. Sie hatten auch noch ein paar Fische bei sich. Jesus segnete sie und ließ auch sie austeilen. Die Leute aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übrig gebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll. Es waren etwa viertausend Menschen beisammen. Danach schickte er sie nach Hause. Gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern ins Boot und fuhr in das Gebiet von Dalmanuta.

Einführendes Gebet:  Herr, wie schnell verliere ich den Glauben und verlasse mich mehr auf Dinge, die ich sehen und anfassen kann, als auf deine Versprechen und deine Kraft. Aber ich glaube wirklich an dich und daran, dass du das Brot des Lebens bist und dass nur du das tiefste Verlangen meiner Seele stillen kannst. Als mein Schöpfer weißt du, was ich brauche und gibst es mir jeden Tag. Als mein Erlöser führst du mich auf dem schmalen Pfad von Vergebung und Erlösung. Ich möchte dir viel enger nachfolgen.

Bitte: Herr, stärke meinen Glauben, damit ich so großherzig sein kann wie du.

1.  Ich habe Mitleid mit diesen Menschen. Jesus zeigt Mitleid mit der Menge, sogar mit ihren irdischen Bedürfnissen. Er weiß genau, wie weltlich sie sein können, nur interessiert an der Befriedigung ihres Hungers und Durstes. An einer anderen Stelle sagt er: „Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? … Denn um all das geht es den Heiden“ (Mt 6,25-32) – „Heiden“, also denen, die keinen Glauben und kein Vertrauen in den Vater im Himmel haben. Unser Herr sorgt sich nicht um Nahrung oder Kleidung für sich selbst, wohl aber für andere. Doch damit lässt er es nicht bewenden. Er will mehr für sie. Er will für sie das Größte, und deshalb gibt er ihnen weit mehr als ein vergängliches Mahl. Mit dem Brot und dem Wein schenkt er ihnen den Glauben. Denn „der Mensch lebt nicht nur vom Brot“ (Lk 4,4).

2. Woher soll man Brot bekommen, um sie alle satt zu machen? Die Apostel stellen eine sehr menschliche Frage und zeigen damit, wie klein ihr Glaube an Jesus ist. Wozu sich anstrengen, wenn die Sache ohnehin unmöglich ist? Wie oft hindert uns diese Art zu denken daran, Großes für Gott zu tun und Großes von ihm zu erwarten! Wie oft geben wir uns geschlagen und begnügen uns mit Bedauern und Jammern über scheinbar hoffnungslose Situationen, als wäre Gott nicht fähig und willens, uns zu helfen! Wir brauchen den Glauben der Jungfrau Maria, die das Unmögliche glaubte und so die Mutter von all dem wurde, was wir glauben

3. Sie aßen so viel sie wollten, und es blieben noch sieben Körbe voll über. Jesus schenkt allen, die ihm folgen, die Fülle des Lebens und der Liebe, einen Überfluss an Güte und Gnade. Seine Wege sind die Wege des Lebens. Er lässt zu, dass wir in diesem Leben Mangel leiden, damit wir durch Glauben, Hoffnung und Liebe an die wahre Quelle des Überflusses gelangen. Wer sich selbst sucht, indem er nach rein materiellen Gütern strebt – die immer begrenzt sein werden – wird oft Mangel leiden und ständig in Sorge sein, zu verlieren, was er hat. Wer Christus und seine Gnade sucht – die nach seiner Verheißung unbegrenzt ist – wird keine Angst haben, wenn er seine weltlichen Güter verliert. In diesem Sinn kann man Jesu Aussage verstehen (vgl. Lk 8,18): Wer hat, dem wird gegeben, (die Gaben des geistigen Lebens: wie Glaube Hoffnung, Liebe) und wer nicht hat, dem wird auch noch genommen, was er zu haben meint (vergängliche, endliche materielle Güter).

Gespräch mit Christus: Herr, verleihe mir die Gabe des Mitleids, damit ich anderen in deinem Sinne dienen kann. Verleih mir die Gabe des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, damit ich verstehen lerne, dass deine Güte keine Grenzen und kein Ende kennt, und dass du so viele Gnaden auf uns alle ausgießen willst, dass wir es gar nicht mehr zu fassen vermögen.

Vorsatz:  Ich will heute großzügig Nächstenliebe üben.