Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 19. Januar 2014 bis Samstag 25. Januar 2014

Zweite Woche im Jahreskreis

P. Walter Schu LC, P. Ernest Daly LC, P. Robert DeCesare LC

„Seht das Lamm Gottes!“Sonntag
Die neue Freude des BräutigamsMontag
Die Menschheit in schrecklicher NotDienstag
Gutes oder Böses tun?Mittwoch
Den Herrn berührenDonnerstag
Christus erwählt michFreitag
Gepackt von der MissionSamstag


„Seht das Lamm Gottes!“

19. Januar 2014

Zweiter Sonntag im Jahreskreis
Familiensonntag

P. Walter Schu LC

Joh 1,29-34
Am Tag darauf sah er Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekanntzumachen. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

Einführendes Gebet:  Jesus, ich danke dir für diese Gelegenheit, mit dir, meinem Herrn und Gott, zusammen sein zu dürfen. Du suchst mich immer zuerst. Selbst mein Wunsch, dir zu begegnen, ist eine Frucht deiner Liebe zu mir, des Wirkens deiner Gnade in meinem Herzen. Ich vertraue darauf, dass dieser Tag gefüllt ist mit der Gnade, die ich brauche, um deinem Ruf nach Heiligkeit zu folgen und um dir wie ein Apostel nachzufolgen.

Bitte: Herr, hilf mir, dich mit demselben Mut, der Demut und Offenheit für den Heiligen Geist zu bezeugen, wie Johannes der Täufer das getan hat.

1. Johannes sah Jesus auf sich zukommen. Jesus kommt auch uns immer entgegen. Warum? Weil er uns liebt. Er drängt sich uns niemals auf. Er stürmt nicht durch unsere Tür herein und zwingt uns, ihn anzunehmen oder sogar anzuerkennen. Er bleibt uns aber nahe und hofft, dass wir seine Liebe wenigstens ein bisschen sehen und dadurch erkennen, dass er derjenige ist, nach dem sich unsere Herzen so sehr sehnen. Was wird geschehen, wenn wir die Tür unseres Lebens, unseres Herzens für Christus öffnen? Er wird uns rufen, die engen Grenzen unseres Egoismus, unserer Habgier und Genusssucht, unseres Neides und unserer Ichsucht zu verlassen. Er wird uns unvorstellbare Horizonte eröffnen und unseren armseligen, vor sich hinfließenden Tagen eine reiche und neue Dimension schenken. Er wird uns eine alles übersteigende Sendung anvertrauen: Ihn nicht nur mit unseren Worten zu bezeugen, sondern mit allem, was wir sind und haben.

2. Johannes gibt Zeugnis vom Lamm Gottes. Als Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen sieht, ruft er aus: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt!“ Dieser Titel, den Johannes Jesus gibt, hat eine tiefe Bedeutung. 1.500 Jahre vor Christus, während des Exils in Ägypten, rettete das Blut des Paschalammes, das die Israeliten an die Türpfosten ihrer Häuser gestrichen hatten, ihre Familien vor dem Todesengel, der die Erstgeborenen der Ägypter tötete. Dadurch war Moses in der Lage, das auserwählte Volk in das verheißene Land zu führen. Christus ist das wahre Lamm Gottes, der sich selbst als Opfer darbringt, um unsere Sünden auf sich zu nehmen und uns so das verheißene Land des Himmels zu öffnen. Das Zeugnis des Johannes erfordert Demut: Seine eigenen Jünger verlassen ihn, um Jesus zu folgen. Strebe ich nach so einer Demut? Stelle ich mein Zeugnis für Jesus über mein Eigeninteresse?

3. Johannes erkennt Jesus durch den Heiligen Geist. Johannes Zeugnis war so überzeugend, dass viele seiner Jünger Jesus nachfolgten. Johannes hatte anfangs gesagt, dass er Jesus nicht gekannt hatte. Was bedeutet dieser rätselhafte Satz? Als Verwandter von Jesus hat er ihn sicher gekannt; jedoch war ihm der genaue Augenblick, in welchem Jesus seine messianische Sendung beginnen würde, unbekannt. Nur durch den Heiligen Geist erkannte Johannes Jesus als den Erwählten Gottes, der nun dem auserwählten Volk offenbart werden sollte. Der Heilige Geist will auch in unserem Leben mit derselben Macht wirken. Welche Bindungen an die Welt behindern in mir das Wirken des Heiligen Geistes? Welche Ängste halten mich noch davon ab, ihn so in mir wirken zu lassen, wie er das möchte? Vertraue ich ihm ganz, ihm, der die Liebe selbst ist?

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du immer zu mir kommst. Ich danke dir für deine Liebe zu mir. Manchmal weiß ich nicht, was du in mir siehst, Herr, aber selbst in meiner Schwäche und Sündhaftigkeit will ich deiner Liebe mit Liebe antworten. Hilf mir, dass durch die Gabe des Heiligen Geistes meine Liebe zu dir mutig und brennend wird.

Vorsatz:  Ich will den Heiligen Geist bitten, mir zu helfen, Christus an diesem Tag offen zu bezeugen.


Die neue Freude des Bräutigams

20. Januar 2014

Montag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Fabian und Hl. Sebastian, Märtyrer

P. Walter Schu LC

Mk 2,18-22
Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten. Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab und es entsteht ein noch größerer Riss. Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue Schläuche.

Einführendes Gebet:  Jesus, welche Freude und welch ein Geschenk ist es wieder für mich, mit dir allein zusammen zu sein! Ich möchte dich immer tiefer erkennen. Ich möchte fester auf dich hoffen. Ich möchte dich mit mehr Beständigkeit in meinem täglichen Leben lieben. Du allein kannst mir diese Gaben schenken. Du allein kannst mich zu einem mutigen und frohen Apostel deines Reiches machen.

Bitte: Herr, hilf mir, diese neue Freude zu erfahren, wenn ich das Kreuz mit dir trage.

1.  Die Freude des Bräutigams. Die Propheten des Alten Testaments, besonders Hosea und Jesaja, vergleichen die Beziehung zwischen Israel und Jahwe mit dem Ehebund. Israel ist die Braut, die oft untreu ist, und Jahwe ist der Bräutigam. Wenn Christus sich als Bräutigam bezeichnet, nimmt er einen Titel in Anspruch, der allein für Gott reserviert war. Jesus will also sagen, dass er weit mehr ist als ein einfacher Rabbi. Welche Erfahrung verbinden wir mit einem Bräutigam und einer Hochzeitsfeier? Doch vor allem eins: Freude! „Obwohl es stimmt, dass das Kreuz in einem echten christlichen Leben niemals fehlt, so ist es auch wahr, dass der Gott, der uns in diesem Kreuz begegnet, derselbe Gott ist, der Himmel und Erde erschaffen hat, die Ozeane und die Berge, das Lachen, das Sonnenlicht und jedes irdische Entzücken“ (John Bartunek LC, The Better Part, S. 365). Christus ist gekommen, um uns Freude zu bringen, eine Freude, die in alle Ewigkeit anhält.

2. Sollen Christen fasten? Christus sagt, dass seine Jünger fasten werden, wenn der Bräutigam ihnen genommen sein wird. Das ist im Evangelium von Markus der erste Hinweis auf die kommende Passion. Fasten ist ein Weg, an Christi Leiden teilzuhaben. Fasten, Opfer und Taten der Selbstverleugnung sind auch Mittel, um uns von unseren Bindungen an irdische Güter zu lösen und fester Christus anzuhangen. Sie machen uns bewusst, wie sehr wir Gott brauchen. Aber diese Wege der Teilhabe an Christi Kreuz sollen nicht dazu führen, dass wir andere, die Christus nachfolgen wollen, damit verdrießen. „Manche Christen vermitteln den Eindruck, dass die Nachfolge Christi eine nüchterne Angelegenheit ist, oder dass das christliche Leben vor allem aus harten Leiden und langweiligen Pflichten besteht. Freudlos, düster, langweilig. Kein Wunder, dass ihre Freunde dem Christentum so fern wie möglich bleiben! […] Wenn uns unsere Freundschaft mit Christus nicht mit ansteckender Begeisterung erfüllt, sind wir wahrscheinlich halbherzige Freunde“ (John Bartunek LC, The Better Part, S. 365).

3. „Siehe, ich mache alles neu.“ Der Kinofilm Die Passion Christi legt Christus auf dem Weg nach Golgatha diesen Satz aus der Offenbarung auf die Lippen, als er seiner Mutter Maria begegnet. Christi „enges Tor“ des Kreuzes führt zu einem radikal neuen Lebensweg. Es bringt eine Überfülle an Freude, neue Kraft, inneren Frieden. Der neue Wein des Lebens der Gnade, welchen Christus über seine Nachfolger ausgießt, muss nicht nur ihre Art zu leben verändern, sondern sogar ihre inneren Haltungen und ihre Gesinnung. Die heilige Theresia von Avila sagte: Ein Heiliger, der traurig ist, ist ein wahrhaft trauriger Heiliger. Welche Hindernisse meines Lebens muss ich überwinden, um Christus mit größerer Freude nachzufolgen und diese Freude auf andere ausstrahlen zu lassen?

Gespräch mit Christus: Ich danke dir Herr, für das neue Leben, das du mir gebracht hast – dein eigenes göttliches Leben der Gnade in mir und in jedem, der dir nachfolgt. Hilf mir, diese Freude mit anderen zu teilen. Ich sehne mich danach, ein wahrer Apostel deiner Freude zu sein.

Vorsatz:  Ich will diesen Tag so leben, dass ich meine persönlichen Belange hinten anstelle und versuche, die Menschen um mich herum froh zu machen.


Die Menschheit in schrecklicher Not

21. Januar 2014

Dienstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Meinrad OSB
Hl. Agnes (Ines), Märtyrerin

P. Walter Schu LC

Mk 2,23-28
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Einführendes Gebet:  Herr, dies ist der wichtigste Moment dieses Tages. Ich bin allein mit dir in einem Gespräch von Herz zu Herz. Wer bin ich, dass du mit mir diese Zeit verbringen willst, dass du dich selbst in mich ergießen willst? Welche Freude, welche Ehre, welche Herrlichkeit ist es, einem König wie dir nachfolgen zu dürfen!

Bitte: Herr, hilf mir, für die zu beten und denen zu dienen, die Christus ablehnen und hilf mir, sie durch Liebe für das Evangelium zu gewinnen, so wie du das tatest.

1.  Am Sabbat nicht erlaubt. Wie sehr brauchte die Menschheit einen Retter! Die Juden waren das auserwählte Volk Gottes; Gott selbst hatte sich ihnen im Alten Testament offenbart. Die Pharisäer waren die religiösen Führer des jüdischen Volkes. Sie begruben aber Gottes Gesetz so tief unter von Menschen gemachten Vorschriften, dass es hungrigen Männern verboten war, am Sabbat Ähren abzureißen, um sie zu essen. Das Gesetz wurde zu einem Selbstzweck und war wichtiger geworden als Menschen in Not. Wie konnte die Menschheit so jemals auf den wahren Weg des Heils geführt werden, ohne sich dabei hoffnungslos in falsche Rituale und willkürliche Vorschriften zu verstricken? Der Sohn Gottes, das ewige Wort des Vaters, erniedrigte sich selbst, um Mensch zu werden und die Fülle der Wahrheit zu bringen. Aber Christus hat noch viel mehr als die Fülle der Offenbarung Gottes gebracht. Er gab uns die Kraft, durch sein eigenes Leben der Gnade in uns, diese Wahrheit in unserem Leben zu leben. Habe ich diese Quelle der Gnade in meinem Leben hinreichend ausgeschöpft?

2. Feinde für die Wahrheit gewinnen. Wenn wir an Christi Stelle wären, wie hätten wir auf den Vorwurf der Pharisäer reagiert? Vielleicht hätten wir wegen ihres imposanten Auftretens klein beigegeben. Vielleicht hätten wir allen Mut zusammen genommen und ihre Unnachgiebigkeit abgewiesen ohne sie auch nur einer Antwort zu würdigen. Christus offenbart hier zugleich seine Furchtlosigkeit und seine Herzensgüte, die versucht, sie für sich zu gewinnen. Er zitiert Texte, die für sie selbst Gottes Wort sind: 1 Samuel 21,1-6. David und seine Männer waren vor Saul auf der Flucht und aßen die heiligen Schaubrote: zwölf Laibe Brot, die jeden Morgen auf den Tisch im Allerheiligsten des Tempels gelegt wurden als Huldigung der zwölf Stämme Israels für den Herrn. Die Brote des Vortages waren dabei den levitischen Priestern vorbehalten. Christus will den Pharisäern auf eine Weise, die sie annehmen können, klar machen, dass sie sich vom wahren Glauben entfernt hatten. Denn wichtiger als alle Vorschriften sind die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Christus bringt die Natur des wahren Glaubens auf den Punkt und zeigt den Irrtum der Pharisäer in einem grandiosen Satz auf: „Der Sabbat ist für den Menschen da, und nicht der Mensch für den Sabbat.“ Nehme ich diese beiden „Grundgebote“ auf mich, die Jesus mir zugedacht hat? Das ist es, was er möchte. Wenn ich es nicht tue, warum nicht?

3. Herr über den Sabbat. Christus bleibt nicht bei der Offenbarung der Natur und des Zwecks des wahren Glaubens stehen. Er macht eine mutige Aussage, welche die Pharisäer sprachlos gemacht haben muss, und die selbst die Augen der Jünger wohl geweitet hat: „Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.“ Christus erklärt unmissverständlich, dass seine Autorität der Autorität Gottes gleich ist, der den Sabbat zu Beginn der Schöpfung des Menschen einsetzte. Christus verlangt von den Pharisäern nichts weniger, als dass sie seine göttliche Person in einem Akt des Glaubens anerkennen. Sein Herz sehnt sich danach, sie zu retten. Christus will unbedingt alle retten, die ihm begegnen, selbst seine Feinde. Spiegelt mein eigener Eifer nach der Rettung der Seelen etwas von Christi Mut und Liebe wider, wenn ich Widerspruch erfahre? Suche ich und wünsche ich jedem nur das Gute, unabhängig davon, wie seine Einstellung mir gegenüber ist?

Gespräch mit Christus: Ich danke dir, Herr, dass du Mensch geworden bist, um uns aus unseren Nöten und Ängsten zu retten. Ich danke dir für deine Liebe, die sich sogar den Feinden zuwandte, um sie für dein neues Leben zu gewinnen. Hilf mir, so zu lieben, wie du geliebt hast. Hilf mir, den Wert einer einzigen Seele zu erkennen.

Vorsatz:  Ich will für jemanden, der Christus ablehnt, beten und Opfer bringen. Ich will mich selbst nicht so wichtig nehmen und Wege suchen, um ihnen die Erfahrung der Liebe Christi nahe zu bringen.


Gutes oder Böses tun?

22. Januar 2014

Mittwoch der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Vincenz, Märtyrer

P. Walter Schu LC

Mk 3,1-6
Als Jesus ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube an dich. Ich danke dir für das Geschenk des Glaubens, das kostbarer ist als das Leben selbst. Ich hoffe auf dich. Die dunklen Wasser des Zweifels sollen nie mehr den Damm der Hoffnung durchbrechen. Ich liebe dich. Ich will mich von dir reinigen lassen, damit meine Liebe zu dir immer glühender und mutiger werde.

Bitte: Herr, hilf mir, auch unter schwierigen Umständen Zeugnis für dich abzulegen.

1.  Sie gaben Acht. Schon zu Beginn seines öffentlichen Wirkens erfährt Christus den bitteren Widerspruch der Pharisäer. Auf dem Weizenfeld hatte er sie zum Schweigen gebracht, und jetzt tritt er ihnen in der Synagoge erneut mutig entgegen. Die Pharisäer nehmen dort die Ehrenplätze ein und sie geben auf jeden seiner Schritte Acht, in der Hoffnung, dass er entgegen den Vorschriften am Sabbat heilt, um ihn so anklagen zu können. Eines machten die Pharisäer richtig. Sie taten gut daran, Christus genau zu beobachten. Wenn sie das nur im richtigen Geist getan hätten: von ihm zu lernen und Gott für die Wunder zu loben, die er durch ihn vollbrachte. Wie genau beobachten wir Christus in unserem Leben? Sind wir bereit, in den Umständen des Alltags sein Wirken zu erkennen? Wie oft loben wir Gott für die großartigen Dinge, die Christus in uns tut oder noch tun will?

2. Gutes oder Böses tun? Christus kommt den Pharisäern entgegen. Mit furchtlosem Mut ruft er den Mann mit der verdorrten Hand in die Mitte, so dass niemand missverstehen kann, was er tun will. Dann bringt er seine Gegner in ein Dilemma mit zwei deutlichen Fragen. Erstens: „Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses?“ „Sie müssen zugeben, dass es erlaubt ist, Gutes zu tun; und das, was er vorhat, ist gut. Weiter müssen sie zugeben, dass es nicht erlaubt ist, Böses zu tun; und es ist doch bestimmt etwas Böses, einen Menschen in seinem Elend zu belassen, wenn man ihm helfen kann.“ (William Barclay, The Gospel of Mark, S. 68-69) Dann stellt Christus die zweite Frage: „Ist es vom Gesetz erlaubt, Leben zu retten oder es zu vernichten?“ „Hier macht er es absolut klar. Er ist dabei, das Leben dieses armen Mannes zu retten; sie schmieden Pläne, wie sie Christus umbringen können. Jeder käme bestimmt zu dem Schluss, dass es besser ist, darüber nachzudenken, wie man einem Menschen helfen kann, statt darüber nachzudenken, wie man ihn töten kann. Kein Wunder, dass ihnen die Worte fehlten!“ (ebd.)

3. Voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz. Selten sehen wir Christus im Evangelium zornig. Hier wird sein Zorn durch die Heuchelei der Pharisäer und ihre Herzenshärte hervorgerufen. Sie verschließen sich selbst der Heilsbotschaft. Was geschieht, wenn jemand sein Herz definitiv Christus verschließt? Die Pharisäer, die Verteidiger des Gesetzes und der jüdischen Bräuche, waren erbitterte Gegner der Herodianer, die mit König Herodes und den Römern kollaborierten. Aber dieses Evangelium berichtet die erschreckende Tatsache, dass sich diese zwei Kräfte verbündeten, um die Ermordung Jesu zu planen. Sie sind nicht durch die der Güte innewohnende Kraft vereint, sondern durch die heimtückische Macht des Bösen. Mache ich manchmal der Heuchelei, dem Neid oder sogar dem Hass kleine Zugeständnisse? Das könnte mein Herz langsam Christus gegenüber verhärten. Bin ich bereit, so mutig wie Christus zu sein und selbst erbitterten Widerspruch um des Evangeliums willen auszuhalten?

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir für deine Güte und deinen Mut. Wie klein komme ich mir vor, wenn ich mich mit dir im heutigen Evangelium vergleiche. Welch riesiger Abstand trennt uns voneinander! Ich danke dir, dass du mich rufst – mit all meiner Schwachheit, meinen Sünden und meinen Begrenztheiten – um dein Apostel zu sein. Hilf mir, niemals dem Bösen in meinem Herzen nachzugeben, sondern in der Herzensgüte zu wachsen, um immer mehr so zu werden wie du.

Vorsatz:  Ich will heute für jemanden eine gute Tat tun, selbst wenn das schwierig ist, um so für Christus Zeugnis zu geben.


Den Herrn berühren

23. Januar 2014

Donnerstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Heinrich Seuse OP, Mystiker
Hl. Hartmut OSB, Abt

P. Walter Schu LC

Mk 3,7-12
Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück. Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm. Auch aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was er tat. Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde. Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren. Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrieen: Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen streng, bekannt zu machen, wer er sei.

Einführendes Gebet:  Herr, diese Zeit des Gebets soll für mich das Wichtigste sein: der Moment, nach dem ich mich sehne, die Nahrung, die mich am Leben hält, der Trost, der mich stärkt. Ich weiß, dass du in mir wirkst, auch wenn ich dich nicht spüre, ja nicht einmal in der Lage bin, deine Gegenwart zu bemerken. Ich möchte voll Eifer und von Herzen beten, nicht nur mit meinem Verstand.

Bitte: Herr, hilf mir, dich in dieser Zeit des Gebets zu berühren. Schenk mir, dich in der Eucharistie zu berühren, damit deine Gegenwart mich verwandeln kann.

1.  Fürchtete sich Jesus? Im gestrigen Evangeliumsabschnitt brachte Jesus die Pharisäer in der Synagoge zum Schweigen. Sie waren so aufgebracht gegen Jesus, dass sie zusammen mit den Herodianern planten, ihn umzubringen. Jesus hatte sich daraufhin von der Synagoge an das Seeufer und die weiten Felder zurückgezogen. Fürchtete sich Christus? Rannte er vor seinen Feinden davon? Wohl kaum. Der Herr wusste einfach, dass seine Stunde noch nicht gekommen war. Wenn sie kommt, wird er sie bewusst annehmen und entschlossen nach Jerusalem ziehen, um dort zu leiden und zu sterben. Diejenigen, die wirklich Angst haben, sind die Dämonen. Sie haben erkannt, dass Gott seine Macht durch Christus erweisen wird, und sie zittern vor ihm. Der Sohn Gottes ist gekommen, um das, was durch die Lügen Satans verloren war, zurückzugewinnen. Gibt mir die Macht Christi, die mich immer in meinem Leben begleitet, den Mut, den ich brauche, um in jeder Situation, mit der ich konfrontiert werde, als sein Zeuge aufzutreten?

2. Den Herrn berühren. In dieser lebendigen Schilderung des Evangeliums drängen sich die hilfsbedürftigen Menschen um Jesus. Juden und Heiden sind aus weit entfernten Gegenden, aus Idumäa im Süden, aus Tyrus und Sidon im Norden, gekommen, um einen Blick auf den Meister zu erhaschen, um ihn Worte sprechen zu hören, die niemand zuvor gesprochen hat – um ihn zu berühren und um von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Oh, wenn doch auch wir zur Zeit Christi gelebt hätten, um ihn berühren zu können und von unserer Traurigkeit und unserer Selbstsucht, unseren Herzensschmerzen und unserem Egoismus, unserer Einsamkeit und unseren Lügen geheilt zu werden, ja sogar von unseren physischen Krankheiten! Liebte Christus jene Leute, die ihn am Ufer umdrängten mehr als uns? Nein. Er ermöglicht es uns, ihn leichter berühren zu können als jene damals – immer wenn wir ihn in der Eucharistie empfangen. Warum sind wir dann noch nicht geheilt? Die Jünger flehten einst Jesus an: „Vermehre unseren Glauben!“ Und er antwortete ihnen: „Wenn euer Glaube auch nur so groß wie ein Senfkorn wäre…“

3. Die Person Christi strahlt eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Wie können wir im Glauben an Christus wachsen? Wie können auch wir, so wie die Menge im Evangelium nach Markus, die unwiderstehliche Anziehungskraft seiner Person erfahren? Nichts erfüllt unser Leben mehr als die Betrachtung der Person Christi und ihrer unwiderstehlichen Anziehungskraft im Laufe der Jahrhunderte. Wir wollen uns ihm ganz nähern und tief in unserer Seele die Schönheit seiner menschlichen und göttlichen Gestalt betrachten. Zusammen mit der Eucharistie können wir Christus im Gebet nahe kommen und ihn berühren. Das Gebet ist der heilige Moment, in dem wir unsere Liebe ausdrücken können; es ist der Daseinszweck unseres Lebens, das Ideal unseres Apostolates, die Nahrung unserer ganzen Existenz.

Gespräch mit Christus: Ich danke dir, Herr, dass du mir in dieser Betrachtung einen flüchtigen Blick auf dich gewährt hast. Hilf mir, auf die Anziehungskraft deiner Person mit meinem ganzen Leben zu antworten und dir nichts zu verweigern.

Vorsatz:  Ich will Christus in der Eucharistie besuchen oder eine geistliche Kommunion empfangen, um ihm für seine Liebe zu danken und die Schönheit seiner göttlichen und menschlichen Gestalt zu betrachten.


Christus erwählt mich

24. Januar 2014

Freitag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Franz von Sales, Ordensgründer

P. Robert DeCesare LC

Mk 3,13-19
Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben. Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus - diesen Beinamen gab er dem Simon -, Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, der Bruder des Jakobus - ihnen gab er den Beinamen Boanerges, das heißt Donnersöhne -, dazu Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn dann verraten hat.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du mich eingeladen hast, durch die Taufe dein Freund zu werden. Ich vertraue deiner Kirche, Herr. Du hast uns die Kirche gegeben, damit sie uns führt und leitet, um so gerettet zu werden. Ich liebe dich, Herr, weil du mich gerufen hast, dein Freund und Apostel zu werden. Wenn ich auch ein Sünder bin, so glaube ich doch, dass ich mit dir große Dinge tun kann.

Bitte: Herr, hilf mir, dass ich dich beim verkünden der Heilsbotschaft unterstütze.

1.  Christus hat alle berufen, die er wollte. Christus wollte, dass wir ihm helfen. Er will unsere Mitarbeit bei der Neuevangelisation. So groß und mächtig Christus auch ist, so wollte er doch, dass wir in seinem Erlösungsplan mitwirken. Er will andere damit betrauen, ihn unter den Menschen bekannt zu machen, damit sie ihn lieben und ihm dienen können. Er benutzt die freie und verantwortliche Mitarbeit des Menschen, um seinen Plan auszuführen. Auch wenn der Mensch ein Geschöpf mit begrenzten Möglichkeiten ist, kann er wirklich unvorstellbare Dinge tun, wenn er für Gott lebt und arbeitet.

2. Er ruft mich bei meinem Namen. Christus erwählt mich nicht zufällig, bei der Neuevangelisation mitzuarbeiten. Er kennt mich. Er kennt mich besser, als ich mich selbst kenne, und er lädt mich aus Liebe dazu ein, bei ihm zu sein. Wenn er mich beim Namen ruft, dringt sein Ruf bis in die Tiefe meines Herzens und meiner Seele. Er erkennt mich ganz und gar, mein eigentliches Sein und identifiziert sich mit mir. Wenn er mich beim Namen ruft, ruft er mich aus Liebe; er hat auch beschlossen, die Menschen zur Teilhabe am göttlichen Leben zu erheben. Er ruft mich beim Namen, denn er weiß, wie groß das Geschenk ist, das er mir geben will.

3. Er betraut mich mit einer Sendung. Er sandte sie aus, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben (Mk 3,14-15). Christus beruft mich nicht, damit ich einfach das gegenwärtige Leben genieße. Er hat mich für ein bestimmtes Ziel erschaffen. Er hat mir eine besondere Berufung gegeben, die nur ich allein erfüllen kann; mich wird es nur ein einziges Mal geben. Die Gelegenheit, teilzuhaben an der Freundschaft mit unserem Herrn, ist eine Einladung, etwas mit ihm und für ihn zu tun. Christi Liebe zu mir lädt mich ein und ruft mich dazu auf, mit ihm zusammenzuarbeiten. Wer kann der Einladung widerstehen, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der so groß ist? Diese Einladung ist zwar herausfordernd, aber zugleich so erfüllend.

Gespräch mit Christus: Herr, du wolltest, dass ich dein Freund werde. Du hast mich beim Namen gerufen, dein Freund zu werden. Du hast mich eingeladen, dir bei der Neuevangelisation zu helfen. Ich möchte dir helfen und meinen Teil leisten. Gib mir Kraft, dir nahe zu sein und mit dir mitzuarbeiten bei diesem großartigen Unterfangen.

Vorsatz:  Ich will im Gespräch mit jemanden das Thema auf den Glauben lenken.


Gepackt von der Mission

25. Januar 2014

Samstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Bekehrung des Hl. Apostel Paulus
Hl. Wolfram OPraem, Abt

P. Ernest Daly LC

Mk 16,15-18
Jesus erschien den Elf und sagte zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.

Einführendes Gebet:  Herr, ich erneuere meinen Glauben in die Macht deines Wortes. Ich komme heute zu dir, um dir zuzuhören und mich von dir führen zu lassen. Ich erneuere mein Vertrauen auf deine Güte: Du schaust beständig in Liebe auf mich und die Welt. Ich möchte dich ebenso lieben und andere dahin führen, dich zu lieben.

Bitte: Herr Jesus, erfülle mich mit der Macht deiner Botschaft.

1.  Die Welt braucht Botschafter der Hoffnung. Jesus Christus ist die Botschaft, die jeder lebensnotwendig braucht. Er ist die Botschaft Gottes an den Menschen, eine Botschaft, die den Menschen sagt, dass Gott sie sehr liebt und ihnen einen Weg zum wahren Leben und zur Erlösung anbietet. Unsere Welt sucht häufig die Liebe an falschen Stellen; sie muss die Antwort auf ihre tiefsten Sehnsüchte in Christus finden. Aber wer wird diese Botschaft verbreiten? Jene, die, wie der heilige Paulus, die Liebe Christi ernst nehmen und begreifen, dass sie auch Botschafter der Hoffnung werden können. Bin ich dazu bereit, ein Botschafter der Hoffnung zu sein?

2. Gott wirkt machtvoll in jenen, die ihm vertrauen. Der heilige Paulus ist ein Beispiel dafür, wie Gott durch jemanden wirken kann, der ihm vertraut. Der heilige Paulus schätzte die Gnade, die Christus ihm gab. Er legte sein Leben vollkommen in die Hände Christi und hatte keine Furcht, Christus jedem, den er traf, zu verkündigen. Auch wenn Paulus mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert war, brachte seine Arbeit enorme Frucht hervor und er half, die Anzahl der christlichen Gemeinden zu vermehren. Glaube ich, dass Christus durch mich wirken kann, indem ich an der Neu-Evangelisierung teilnehme? Wie kann ich ihm noch mehr vertrauen?

3. Jetzt ist unsere Chance. Der heilige Paulus und die ersten Apostel warteten nicht, bis alles abschließend geregelt war, um mit der Evangelisierung zu beginnen. Sie begannen sofort, nachdem Christus ihr Leben berührt und ihnen den Befehl zum Anfangen gegeben hatte. Die Kirche hat uns gebeten, heute wieder zu beginnen. Wie der heilige Paulus müssen wir spüren, dass uns das Feuer der Liebe Christi drängt (s. 2 Kor 5,14). Wir dürfen nicht warten, bis die Umstände günstig sind; wir müssen tun, was wir jetzt tun können. Wir haben die Liebe Christi schon erfahren. Warum warten wir, diese mit anderen zu teilen? Was hält mich zurück, an der Evangelisierung mitzuwirken?

Gespräch mit Christus: Herr, wie der heilige Paulus bin ich von deiner Liebe berührt worden, und ich habe deinen Ruf gehört, hinauszugehen und deine Botschaft zu verbreiten. Ich erneuere mein Vertrauen auf deinen Beistand und ich nehme mir vor, alles zu tun, was ich kann, um anderen dein Evangelium zu bringen. Hilf mir, meine Augen immer auf dich zu richten.

Vorsatz:  Heute werde ich einen Gedanken aus dem Evangelium oder aus den Lehrschreiben des Heiligen Vaters mit anderen teilen.