Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 10. November 2013 bis Samstag 16. November 2013

Zweiunddreißigste Woche im Jahreskreis

P. Alex Yeung LC, P. Edward Hopkins LC

Der Gott der Lebenden macht uns wahrhaft lebendigSonntag
Die Sünde ausmerzenMontag
Das „Recht“ auf DankbarkeitDienstag
Das höchste aller GebeteMittwoch
Das Reich Gottes in unsDonnerstag
Meine Begegnung mit Christus lebenFreitag
Voller Glauben betenSamstag


Der Gott der Lebenden macht uns wahrhaft lebendig

10. November 2013

Zweiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

P. Alex Yeung LC

Lk 20,27-38
Von den Sadduzäern, die die Auferstehung leugnen, kamen einige zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Nun lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos. Da nahm sie der zweite, danach der dritte, und ebenso die anderen bis zum siebten; sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben. Schließlich starb auch die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. Da sagte Jesus zu ihnen: Nur in dieser Welt heiraten die Menschen. Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind. Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig.

Einführendes Gebet:  Mein Herr, ich liebe dich, weil du die Liebe selbst bist. Ich bin traurig über all das in mir, das nicht von deiner Liebe kommt und das deine Liebe nicht ausstrahlt. Ich kann nur so werden, wie du mich haben willst, wenn ich dir erlaube, in mir zu handeln.

Bitte: Herr Jesus Christus, hilf mir ein wahres Kind der Auferstehung zu sein.

1.  Unsere Oberflächlichkeit, seine Tiefgründigkeit. Die Begegnung in diesem Abschnitt des Evangeliums berührt uns etwas unangenehm. Sie erinnert an so viele ähnliche Begebenheiten, in denen wir erleben, dass Oberflächlichkeit tiefgründig erscheinen soll, aber wenig mehr als unangenehmes Geplapper ist. Wir alle haben Rockstars gehört, die sich für Propheten halten, oder Medienstars, die sich über Themen der Kirche, über Naturrecht und andere erhabene Wahrheiten äußern, ohne wirklich zu wissen, worüber sie sprechen. Sie können einfach nicht über ihre vorgefasste Meinung hinausgehen. Ihre Worte nerven und sind peinlich. Ähnliches geschieht hier. Die Sadduzäer konfrontieren unseren Herrn mit ihren eigenen Ansichten und Zielen und glauben, mit listiger Scharfsinnigkeit operieren zu können. Genau diese Oberflächlichkeit bietet Gelegenheit, Gottes Tiefgründigkeit zu offenbaren.

2. Christus gibt mehr als eine Antwort. Unsere Beschämung wegen der Sadduzäer wandelt sich in Bewunderung für Christus. Christus wusste ganz genau, was in den Herzen dieser Männer vorging, und er erklärte ihnen geduldig, wo sie sich irrten. Der fadenscheinigen Argumentation des Menschen wurde eine Antwort gegeben, die weit über den Bereich der Lehre hinausging. Sobald die Oberflächlichkeit der Sadduzäer offen gelegt ist, leuchtet Gottes Barmherzigkeit auf. Diese Männer wurden demütig gemacht, nicht gedemütigt. Sie wurden nicht zurückgewiesen, weil sie irrten, vielmehr wurden sie eingeladen, tiefer in die Wahrheit einzudringen. Wenn wir dem Wort Gottes erlauben, in unsere Herzen zu gelangen, öffnet es uns völlig neue Perspektiven und führt uns aus der bequemen, berechenbaren Welt unserer vorgefassten Meinungen heraus. Damit dies jedoch geschehen kann, müssen wir offen für das Wort sein. Wenn das Wort Gottes erst einmal Einlass bei uns findet, wird es in uns wirken und neues Licht in unsere früher verfinsterten Herzen bringen.

3. Wir sind Kinder der Auferstehung. Der heilige Paulus sagt, da Christus auferweckt worden ist, hat Gott „uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel gegeben“ (Eph 2,6). Das mussten die Sadduzäer lernen, und wir müssen das auch noch lernen: unseren wahren Platz erkennen als „Kinder der Auferstehung“, die auch Glieder Christi und Erben des Himmelreichs sind. Wir sind wieder und wieder auferweckt worden, jedoch sind wir uns dessen häufig nicht bewusst. Gottes Wort mag unsere Ohren erreichen, aber es kann ein Leben lang dauern, bis diese Wahrheit schließlich unsere Herzen erreicht und unser Leben vollständig durchdringt. Wir sind wie Menschen, die aus dem Schlaf aufwachen und noch unfähig sind, ihre Gedanken schnell zu sammeln. Ganz allmählich bricht die Wahrheit in uns auf und die Wirklichkeit kommt ans Licht. Christi Wahrheit erstaunt uns, offenbart sich uns und lädt uns dann ein.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus Christus, plötzlich sehe ich, dass ich oft wie die Sadduzäer gehandelt habe. Hilf mir, ein offenes Herz zu haben, auf deinen Willen zu achten und bereit zu sein, mich diesem anzugleichen. Vergib mir meinen Vernunftglauben und meine Engstirnigkeit. Ich vertraue auf dich.

Vorsatz:  Ich werde heute daran arbeiten, auch andere als Kinder der Auferstehung zu sehen.


Die Sünde ausmerzen

11. November 2013

Montag zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Martin, Bischof

P. Edward Hopkins LC

Lk 17,1-6
Er sagte zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet. Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt. Seht euch vor! Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ändert, vergib ihm. Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben. Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden und verpflanz dich ins Meer! und er würde euch gehorchen.

Einführendes Gebet:  Ich glaube an dich, Herr Jesus. Du bist der einzige, der mein Herz ausfüllen kann. Ich glaube daran, dass die Kraft des Glaubens mein Leben und das Leben anderer verändern kann. Ich vertraue darauf, dass du mir das Licht und die Kraft gibst, die Sünde aus meinem Leben zu verbannen. Ich komme zu dir im Gebet, damit ich dich noch mehr lieben kann und der Sünde energisch, und mit starkem Herzen entgegentrete.

Bitte: Oh Herr gib, dass ich „lieber sterbe als auch nur eine Sünde zu begehen.“

1.  Andere zur Sünde verführen. Die Sünde hat viele negative Auswirkungen: Sie beleidigt Gott, beschädigt mein Gewissen und meine Seele, verhärtet mein Herz, erzeugt schlechte Gewohnheiten, führt zum Verlust von Gnade und Willenskraft, erzeugt Distanz und Schwierigkeiten beim Beten. Keine Auswirkung ist jedoch so schädlich wie die der Verführung anderer zur Sünde. Warum wiegt gerade diese so schwer? Als Christ soll ich das Leben Christi leben und anderen lehren. Verführung zum Bösen verfälscht und widerspricht meiner Berufung und meinem Auftrag im Leben. Uns sind ganz besonders die „Kleinen“ anvertraut: Kinder, Familienmitglieder, Glaubensneulinge, Suchende, und die besonders Schwachen... Hier vor allem dürfen Sünde und Verführung keinen Raum einnehmen, will ich sie wirklich zu Christus führen. Wie ernst und aufrichtig ist es mir mit meiner Hingabe?

2. Ermahnen und Vergeben. Wir müssen die Sünde bekämpfen, wo immer wir ihr begegnen. Das fällt umso schwerer in einer Welt, wo Toleranz mehr gilt als Tugend! Sogar im Familienkreis sind wir versucht, die Dinge laufen zu lassen und Spannung und Ärger zu vermeiden. Wenn aber die Sünde unser größter Feind ist, müssen wir sie meiden, und das bedeutet, stets mit dem Herzen Christi, dem Herzen der Liebe zu handeln: bereit dem Sünder zu vergeben, niemals sein Herz zu verurteilen, aber auch nie eine böse Tat zu verharmlosen. Wie gut lehre ich moralische Wahrheit? Unterscheide ich zwischen der Sünde und dem Sünder? Ist die Liebe Christi immer meine Motivation und erstrangige Botschaft?

3. Der Glaube entwurzelt die Sünde. All dies – Bekämpfung der Sünde bei sich und bei anderen – scheint die Apostel ein wenig zu überfordern. Sie bitten um eine Stärkung des Glaubens. Zu glauben heißt zu verstehen, was das Übel der Sünde nach Gottes Definition ist, und zu versuchen dementsprechend zu leben. Aber es ist nicht leicht, die Sünde zu überwinden, und bloßes Verstehen reicht nicht aus. Wir müssen die Sünde bei uns tilgen und sie ständig im Leben anderer abwehren. Nur die Liebe Christi gibt uns dazu die nötige Kraft, und oft kann nur sie uns die nötige Ausdauer im Kampf mit immer denselben Sünden verleihen. Nur durch ihn kann unser Herz so erfüllt werden, dass es nicht zu den alten Gewohnheitssünden zurückkehrt.

Gespräch mit Christus: Herr, gib mir den Mut, die Sünde in meinem Leben zu bekämpfen. Gib mir dein Herz o Herr, damit ich ohne Feigheit, unermüdlich und unverdrossen kämpfen und leiden kann; auch wenn andere das nicht verstehen und es mir nicht danken. Hilf mir, die Sünde aus meinem Leben zu verbannen und dir den ersten Platz einzuräumen.

Vorsatz:  Ich will mich bemühen, in meinem Familien- oder Erwerbsleben die Sünde durch Liebe zu überwinden. Ich will sie meiden und auch andere freundlich aber bestimmt dazu auffordern.


Das „Recht“ auf Dankbarkeit

12. November 2013

Dienstag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Kunibert, Bischof

P. Edward Hopkins LC

Lk 17,7-10
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken. Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

Einführendes Gebet:  Jesus, ich glaube an dich, meinen Herrn und Schöpfer. Du hast mir alles gegeben, obwohl du mir nichts schuldest. Du hast mir alles vergeben, als ich dir mehr schuldete als ich jemals bezahlen konnte. Herr, ich vertraue auf deine Vergebung und deine Liebe.

Bitte: Jesus, hilf mir, dir dankbar zu sein.

1.  Stolzes Verhalten. Wie oft haben uns Menschen durch Mangel an Dankbarkeit, Respekt oder Wertschätzung gekränkt? Unsere Reaktion auf diese Kränkung ist vielleicht gerechtfertigt, aber die Wurzel unserer Empfindlichkeit ist letztlich gekränkter Stolz. Aufgrund meiner hinfälligen Art, neige ich oft dazu, mich für mehr zu halten als ich bin und von allen mehr Respekt zu erwarten– einschließlich von Gott. Doch vor Gott bin ich ein armes, kleines und abhängiges Geschöpf. Von ihm bekomme ich alles, was ich bin und brauche. Wie kann ich irgendetwas von ihm fordern? Und wie kann ich mich beklagen, wenn ich erkenne, dass ich ein undankbarer Sünder bin, der die Anrechte und die Liebe seines Schöpfers missachtet hat?

2. Die Grundlage der Beziehung. Unsere Kultur hat sich zu einer „Anspruchskultur“ entwickelt. Wir sehen uns selbst als Inhaber von Rechten –„berechtigten“ Erwartungen – denn wir gehen davon aus, dass uns vieles geschuldet ist. So sehen wir Kinder, die einfordern, was sie wollen, Eheleute, die erwarten, dass ihre Vorlieben zu respektieren sind, und wir erheben den Anspruch, dass uns die Regierung mit allem zu versorgen hat. Gott wird ebenso in das Verteilungsgetümmel einbezogen, als müsse er verwöhnte Kinder bedienen. Dabei haben wir vergessen, dass wir alles von Gott erhalten haben und wir ihm alles schulden. Das Bild vom Sklaven und vom Meister, das Jesus gebraucht, ist nicht nur eine Metapher. Obwohl uns sein freies und großzügiges Geschenk der Erlösung in den Stand der Kindschaft und der Freundschaft erhebt, schuldet er uns nichts. Unser Verhältnis zu Gott muss das Verhältnis eines dankbaren Geschöpfes zu seinem liebenden Schöpfer sein. Hier müssen wir beginnen.

3. Demütiges Verhalten. Weit entfernt von der Aufforderung an uns, wie „unnütze Sklaven“ zu handeln, will Jesus uns vom Stolz befreien, der uns zum Sklaven macht. Die Tugenden des Dienens, der Dankbarkeit, der Ehrerbietung und des Gehorsams stehen heute nicht hoch im Kurs, aber sie spiegeln immer das Herz eines Gotteskindes wider. Jesus machte sich all diese Tugenden und die Demut, die zur Entfaltung dieser Tugenden erforderlich ist, zu Eigen. Meine allererste Pflicht besteht darin, Gott zu dienen und zu gehorchen. Meine Pflicht zur Dankbarkeit hört niemals auf, weil er mir so viel schenkt – das Leben, den Glauben, die Familie, und vieles mehr – und er mich zu einer Liebe führen möchte, die bezeugt, dass die Selbsthingabe besser ist als die Einforderung seiner Rechte vor Gott und den Mitmenschen.

Gespräch mit Christus: Liebster Herr Jesus, hilf mir in Demut zu erkennen, dass ich ein Geschöpf bin, das ganz von dir abhängig ist. Öffne mein Herz und meinen Verstand für die vielen endlosen Zeichen deiner großzügigen Liebe. Lehre mich eine Haltung der Dankbarkeit, die mehr an dich als an mich selber denkt.

Vorsatz:  Ich will um die Gnade bitten, bei meiner täglichen Arbeit Anlässe zur Dankbarkeit zu schaffen und Gott meine Dankbarkeit zu zeigen.


Das höchste aller Gebete

13. November 2013

Mittwoch der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Stanislaus Kostka, SJ

P. Alex Yeung LC

Lk 17,11-19
Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein. Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien. Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.

Einführendes Gebet:  Mein Herr, ich liebe dich, weil du die Liebe selbst bist. Vergib alles in mir, das nicht von deiner Liebe kommt und das deine Liebe nicht ausstrahlt. Ich kann nur so werden, wie du mich haben willst, wenn ich dir erlaube, in mir zu handeln.

Bitte: Herr, die Fähigkeit, dir zu danken, ist schon ein Geschenk an sich. Gewähre mir dieses Geschenk, damit ich niemals die Gemeinschaft mit dir verliere.

1.  Vom Empfänger zum Geber. Diese armen Leprakranken sind Ausgestoßene, ausgeschlossen von jedem gesellschaftlichen Umgang. Ihre einzige Hoffnung ist Christus. Sie haben nichts zu verlieren, wenn sie ihn anrufen, und so flehen sie ihn an. Sie stehen in einiger Entfernung von Christus, wie es das Gesetz vorschreibt, erkennen ihre eigene Hilflosigkeit und bitten um Erbarmen. Sie erhalten es: Christus heilt sie, sie ziehen weiter und sind zufrieden mit seinem Erbarmen. Zum Missfallen unseres Herrn kehrt jedoch nur einer zurück, um sich zu bedanken. Sich zu bedanken heißt im Griechischen Eucharistia. Nur einer ist eucharistisch; nur einer wird gerettet.

2. Eine angemessene Erwiderung. Unser Herr belohnt Dankbarkeit. Warum ist unser Danksagen so wichtig für Gott? In gewisser Hinsicht geben wir Gott, indem wir Dankbarkeit zeigen, angemessen zurück, was ihm gebührt. Nehmen wir das Beispiel der Leprakranken: sie sind hilflos Ausgestoßene. Sie können nichts für sich selbst tun, außer betteln – ganz so, wie es unsere Situation vor Gott ist. Wir sind auch Leprakranke, und zwar geistige, die um Gottes Gnade bitten. Wenn wir Gottes Geschenk ohne Dank annehmen würden, würden wir zu bloßen Konsumenten seiner Gnade erniedrigt, unfähig, irgendetwas zurückzugeben. Aber Gott möchte uns diese missliche Lage ersparen und erwartet unsere Danksagung - Eucharistia.

3. Von der Danksagung zur Gemeinschaft. Was ist die Triebkraft der Danksagung? Wenn wir danken, sind wir nicht länger passive Empfänger; wir werden aktive Geber: wir geben Gott zurück, der uns gegeben hat, was wir nicht verdienen. Wenn wir aktive Geber werden, stellt Gott uns auf eine andere Stufe – ein anderes Niveau, von dem aus man fähig wird, sogar noch mehr von ihm zu empfangen. Indem der Leprakranke für das, was er empfing, dankte, konnte er mehr von Gott empfangen. Und wirklich, er empfing mehr: er wurde gerettet. Gerettet durch Gottes Gnade war er nun fähig, noch mehr zu empfangen: eine wachsende Vertrautheit mit Gott. Gott lädt uns heute auch zu einer persönlichen Beziehung ein, zu einer eucharistischen Beziehung, in der wir nicht mehr bloß passive Empfänger seiner Gnade sind, sondern Mitarbeiter an seinem Erlösungswerk. Indem wir ein Leben der Danksagung, ein eucharistisches Leben, leben, erhalten wir reichen Segen für unsere eigene Seele, unsere Familien, unsere Gemeinde und für Seelen, die sich in der Gefahr befinden, verloren zu gehen.

Gespräch mit Christus: Herr, mache mich aufmerksam auf die vielen Geschenke, die du mir gegeben hast, so dass ich auf sie antworten und dir geben kann, was du verdienst: meine von Herzen kommende Danksagung. Möge ich noch dankbarer werden und auf diese Weise meine Gemeinschaft mit dir vertiefen.

Vorsatz:  Ich will heute zu einer eucharistischen Anbetung gehen und über die vielen Geschenke nachdenken, die Gott mir gemacht hat. In der Anbetung werde ich ihm mit meinem ganzen Sein danken.


Das Reich Gottes in uns

14. November 2013

Donnerstag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Alberich OSB, Bischof

P. Edward Hopkins LC

Lk 17,20-25
Als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist schon mitten unter euch.

Er sagte zu den Jüngern: Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben. Und wenn man zu euch sagt: Dort ist er! Hier ist er!, so geht nicht hin und lauft nicht hinterher! Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum andern leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen. Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube an deine Gegenwart in meinem Leben. Du hast mich berufen Anteil an deinem Glauben und deiner Liebe zu haben. Ich vertraue darauf, dass du mir helfen wirst, dir näher zu kommen. Ich liebe dich, Herr, hier und jetzt. Ich will diesen Tag im Gebet leben.

Bitte: Herr, hilf mir, dein Königreich besser zu verstehen.

1.  Wann? Da die Pharisäer ein falsches Verständnis vom Reich Gottes hatten, konnten sie schwerlich die richtigen Fragen über das Reich Gottes stellen. Das Königreich, das sie erwarteten, war ein weltliches Königreich, das Fremdbestimmung verbannen und Israel seine Souveränität wiedergeben sollte. Aber Christi Königreich sorgt sich mehr um den Zustand der Seele und den Kampf zwischen Gut und Böse als um andere Nationen. Dieses Missverständnis der Pharisäer hielt sie davon ab, Christus und sein Königreich zu erkennen. Auch wir können die Fehler der Pharisäer begehen. Ein Mangel an Glauben kann uns davon abhalten, zu sehen, dass das Reich Gottes nur dann kommt, wenn wir Jesus als den König unserer Seele annehmen. Nur wenn wir ihm erlauben, über unser Leben zu bestimmen, kommt sein Reich. Das „Wann“ ist jetzt. Jetzt ist der Moment für mich, Christus zu begegnen und ihn zu meinem König zu machen.

2. Wo? Christi Schüler bemühten sich auch darum, das Wesen des Königreiches zu verstehen. Sie strebten danach, „die Tage des Menschensohnes“ zu erleben, eine mächtige Herrschaft, in der Christus der Höchste ist, dem die ganze Welt unterworfen ist. Aber Christus kommt zuerst, um im Herzen einer jeden einzelnen Person zu regieren. Glaube ich in meinem eigenen Herzen an Christus und nehme seinen Willen an? Liebe ich ihn und gebe ich mich selbst ihm ganz hin, um auf seinen Willen zu antworten? Baue ich das Reich Gottes durch mein Gebet und mein Leben in der Gnade auf?

3. Wie? Wenn das Reich Gottes hier und jetzt ist, wie gelangen wir dann hinein? Wir gelangen auf demselben Weg hinein wie unser König – durch die Tür des Leidens und der Beharrlichkeit. „Zuerst muss er vieles leiden und abgelehnt werden.“ Glaube ist kein einmaliges Annehmen. Der Glaube muss sich in den großen und kleinen Prüfungen, denen wir in unserem Leben begegnen, bewähren. Auf diese Weise können wir uns dem Glauben und dem Reich Gottes immer mehr nähern. Wir müssen uns daran erinnern, dass es am Ende das Reich Gottes – und der König selbst – ist, der zu uns wie ein aufleuchtender Blitz am Himmel kommt.

Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, hilf mir dein Königreich zu verstehen. Bau dein Königreich in mir auf, in meinen Gedanken und Sehnsüchten. Werde mein Leben und meine Liebe. Nimm alle Distanz zwischen uns weg. Bring mein Leben zum Leuchten und gib ihm Salz, um dein Reich bei denen zu verkünden, deren Wege ich kreuze.

Vorsatz:  Ich werde heute Abend eine gründliche Gewissenserforschung machen, um zu erkennen, wie sehr das Reich Gottes schon in mir ist.


Meine Begegnung mit Christus leben

15. November 2013

Freitag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Albert der Große OP, Bischof

P. Edward Hopkins LC

Lk 17,26-37
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Und wie es zur Zeit des Noah war, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein. Die Menschen aßen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging; dann kam die Flut und vernichtete alle. Und es wird ebenso sein, wie es zur Zeit des Lot war: Sie aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten. Aber an dem Tag, als Lot Sodom verließ, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und alle kamen um. Ebenso wird es an dem Tag sein, an dem sich der Menschensohn offenbart. Wer dann auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, soll nicht hinabsteigen, um sie zu holen, und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren. Denkt an die Frau des Lot! Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen. Ich sage euch: Von zwei Männern, die in jener Nacht auf einem Bett liegen, wird der eine mitgenommen und der andere zurückgelassen. Von zwei Frauen, die mit derselben Mühle Getreide mahlen, wird die eine mitgenommen und die andere zurückgelassen. Da fragten sie ihn: Wo wird das geschehen, Herr? Er antwortete: Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.

Einführendes Gebet:  Ich glaube an dich, Herr, mein Begleiter und meine Stärke. Ich glaube, dass du jeden Tag kommst, um mir zu begegnen und mich darum bittest, mich mehr auf dich zu verlassen als auf die Geschöpfe. Ich hoffe auf dich, Herr, denn du erfüllst meine Sehnsucht nach Liebe. Ich liebe dich hier und jetzt mit meinem Gebet und mit meiner Sehnsucht, treu und großzügig in den kleinen Dingen zu sein, um die du mich bittest.

Bitte: Herr, hilf mir, dich in meinem Leben an die erste Stelle zu setzen.

1.  Sie aßen und tranken. Zu Noahs und Lots Zeiten wurde gesagt, dass Gottes Gericht über die Menschen kommen werde. Aber der wahre Moment des Gerichts für jeden von uns kommt unmittelbar nach unserem eigenen Tod. Dann wird uns das Reich Gottes vollkommen offenbart, und es wird entschieden, ob wir ein Teil davon sein werden oder nicht. Aber schon im Laufe meines Lebens wird über meine Möglichkeit, im Reich Gottes angenommen zu werden, entschieden. Gott kommt heute zu mir. Wie werde ich antworten? Meine Antwort jetzt und jeden Tag entscheidet über meinen ewigen Platz im Reich Gottes.

2. Kehre nicht um zu dem, was zurückgelassen wird. In den meisten Katastrophen haben die Menschen kaum eine Chance, ihre Besitztümer zu retten; wer es versucht, ist meist verloren. Dasselbe gilt für das Letzte Gericht – oder für unseren eigenen Tod; wenn Jesus kommt, werden wir dann bereit sein? Was ist mir am wichtigsten? Ich muss mich vor allem an Christus halten. Und das bedeutet, dass ich auf viele Weisen „mein Leben“ hier verliere. Lebe ich mit der Haltung, mein Leben jeden Tag ein bisschen mehr zu verlieren, mich von Dingen, Aktivitäten und Menschen freizumachen, um freier zu werden, Christus zu lieben und ihm in meinen Mitmenschen zu dienen?

3. Wo stehe ich? „Wo Herr?“ fragen die Jünger; wo wird der Tag des Menschensohnes stattfinden? Er wird dort stattfinden, sagt Jesus, wo immer ihr seid. Ob wir sterben und Christus in einem persönlichen Gericht begegnen oder ob wir die Wiederkunft Christi und das Endgericht erleben, die Tatsachen bleiben die gleichen. Wen wir kennen oder welche Kontakte wir haben wird wenig bewirken. Der einzig entscheidende Faktor wird sein, wo wir in unserer Beziehung zu Christus stehen. Wo stehe ich heute, Herr, in meiner Beziehung zu dir? Dies muss meine einzige Sorge sein!

Gespräch mit Christus: Jesus, unser Herr, vergrößere mein Verlangen danach, mein Leben in enger Beziehung zu dir zu leben. Ordne alle meine Aktivitäten nach deinem Willen, und meine Beziehungen nach deinem Herzen. „Ich will, was immer du willst, weil du es willst, wie du es willst und solange du es willst“ (Gebet des Papstes Clemens XI).

Vorsatz:  Ich werde meiner Beziehung zu Christus den Vorrang geben. Ich werde heute vor jeder Mahlzeit beten.


Voller Glauben beten

16. November 2013

Samstag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Otmar von St. Gallen, Abt
Hl. Walter, Klostergründer

P. Edward Hopkins LC

Lk 18,1-8
Jesus sagte ihnen durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten: In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind! Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie lässt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht. Und der Herr fügte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt. Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube an dich, ich gehöre dir, du hast mir den Beweis deiner Liebe geschenkt. Ich vertraue auf dich, denn du lässt mich niemals im Stich und weißt, was das Beste für mich ist. Ich liebe dich, Herr, und danke dir für alle deine Gaben. Ich möchte dich immer lieben und deinen Willen tun.

Bitte: Herr, lehre mich beten.

1.  Überdrüssig werden. Wir werden des Betens überdrüssig, wenn wir keinen Erfolg darin sehen. Das geschieht, weil wir eine falsche Vorstellung vom Gebet haben oder weil wir eine weltliche Sichtweise angenommen haben, die unsere Wertschätzung für den wahren Wert des Gebets untergräbt, oder schlicht deshalb, weil wir scheinbar einen Misserfolg unseres Gebetes erfahren (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2726-2728). Das Gebet ist ein Geschenk und kommt vom Heiligen Geist. Es ist weder eine Maschine noch eine magische Formel. Es verlangt unseren Einsatz, denn es ist ein Akt der Liebe, der Selbsthingabe. Das Gebet entfaltet seine Wirkung, wenn wir beharrlich beten und Gott das Handeln überlassen. Manchmal werden wir keine sichtbaren Wirkungen erkennen. Es ist schon die beste Frucht des Gebets, wenn wir fortfahren, Gott im Gebet zu suchen. Verlasse ich mich ganz auf Gott?

2. Der Richter. Wenn mit Gebet gemeint ist, sich selbst zu geben und mehr von Gott abzuhängen, dann taucht die Frage auf, wie ich Gott sehe. Ich vertraue mich nur jenen an, denen ich vertraue, und ich vertraue nur jenen, die mir ihre Liebe und ihre Fähigkeit, mich zu unterstützen, bewiesen haben. Glaube ich wirklich fest, dass Gott die Güte, die Liebe und der Allmächtige ist? Glaube ich, dass er sich um mich sorgt? Sicherlich ist Gott unser Richter, aber er ist noch so viel mehr. Er ist vor allem ein liebender Vater, und er ist der Retter, der uns mit Hingabe und bedingungsloser Liebe liebt. Als liebender Vater möchte er, dass wir ihm vollkommen vertrauen und uns ihm ganz überlassen. Er will, dass wir einen starken Glauben haben.

3. Die Erwählten. Wer sind wir für Gott? Wir sind mehr als nur einfache Geschöpfe, mehr als nutzlose Sklaven. Wir sind seine geliebten Kinder, für die er sein Leben hingegeben hat und denen er alles gibt. Wir sind die frustrierten Gelehrten und Liebende, deren Herz gebrochen ist, und Gott will uns seine unendliche Wahrheit und Liebe mitteilen. Wir sind die Erwählten, von ihm erwählt, ewiges Glück zu erfahren. Er befreit uns aus der Dunkelheit und der Sklaverei der Sünde, damit seine Herrlichkeit in uns erstrahlen kann. Wenn wir also dies alles und noch mehr für Gott sind, warum steigen in uns beim Gebet Zweifel auf? Setzen wir unser ganzes Vertrauen auf ihn.

Gespräch mit Christus: Liebster Herr Jesus, vermehre meine Kenntnis von dir und deiner Liebe zu mir. Hilf mir, in meinem Alltag ganz auf dich zu vertrauen. Öffne mein Herz, damit ich im Gebet beharrlich sein kann. Schenke mir die Demut der Erkenntnis, dass ich das Gebet so sehr brauche, immer und auf so vielfältige Weise. Lehre mich, was das Gebet ist und wie ich es gut verrichten kann aus Liebe zu dir.

Vorsatz:  Im Laufe des Tages will ich immer wieder einfache und kurze Gebete sprechen, die meine Liebe, Dankbarkeit und mein Vertrauen auf Gott zum Ausdruck bringen.