Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 28. Juli 2013 bis Samstag 3. August 2013

Siebzehnte Woche im Jahreskreis

P. Walter Schu LC

Sehnsucht, beim Vater zu seinSonntag
Die Auferstehung und das LebenMontag
Gottes letzte ErnteDienstag
Die Freude, einen Schatz zu findenMittwoch
Starkes NetzDonnerstag
UnglaubeFreitag
Ein WeckrufSamstag


Sehnsucht, beim Vater zu sein

28. Juli 2013

Siebzehnter Sonntag im Jahreskreis

Lk 11,1-13
Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat. Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung. Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

Einführendes Gebet:  Herr, Ich komme zu dir, um dich besser kennenzulernen. Ich glaube, dass du mich schon vorher suchst und willst, dass ich dich finde. Ich vertraue darauf, dass du mich in deinem Erbarmen in eine innige Gemeinschaft mit dir bringen willst. Öffne heute mein Herz noch mehr, damit ich deine Zuwendung empfangen kann.

Bitte: Herr, lass mich nach deinem Reich streben und deine Heiligkeit suchen.

1.  Lehre uns beten. Jeder von uns ist von einer Sehnsucht getragen, Gott kennenzulernen und in eine Beziehung zu ihm zu treten. Menschen, die in enger Vertrautheit mit Gott leben, ziehen uns durch ihre Friedfertigkeit und Heiterkeit an. Sie wissen sich geliebt und können den Schwierigkeiten des Lebens mit Freude und Gelassenheit begegnen. Die Jünger erleben, wie innig und natürlich Christus mit dem Vater spricht, und sie stellen fest, dass sie davon weit entfernt sind; deshalb bitten sie Christus, sie beten zu lehren. Auch wir lernen von Christus, wie wir eine Liebesgemeinschaft mit dem Vater eingehen können. Er lehrt uns, der Liebe des Vaters unser ganzes Vertrauen zu schenken.

2. Der Wunsch, wie der Vater zu sein. Jesus lehrt uns zu bitten, dass das Reich des Vaters in unsere Herzen komme. Er offenbart uns, dass das Reich des Vaters unser Zuhause ist. Wenn wir das Vaterunser beten, drücken wir unseren Wunsch aus, in das Herz des Vaters zu gelangen. Wir drücken unseren Wunsch aus, dem Vater in seiner Güte, Heiligkeit und Liebe ähnlich zu sein. Das Beten des Vaterunsers bewirkt in uns eine ständige Umkehr des Herzens und weist uns auf unser wirkliches Zuhause hin. Es erinnert uns daran, dass dieses Zuhause für uns erreichbar ist, weil der Vater eng mit unserem Leben verbunden ist und uns helfen will, ihm ähnlicher zu werden.

3. Beharrlich um Heiligkeit bitten. Jesus bestärkt uns darin, vom Vater das Geschenk des Heiligen Geistes inständig zu erbitten. Der Heilige Geist erfüllt unser Leben mit Heiligkeit, wenn wir seinen Eingebungen folgen. Christus erinnert uns daran, dass der Vater uns mit seiner Heiligkeit segnen will. Aber wir müssen offener für den Empfang dieses Geschenks werden und das Verlangen danach vermehren. Unsere Beharrlichkeit im Beten um dieses Geschenk macht unsere Herzen weit. Wir dürfen nicht müde werden, das Geschenk des Heiligen Geistes im großen Vertrauen auf die Liebe des Vaters zu erbitten.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich danke dir, dass du mir gezeigt hast, wie nah mir der Vater sein will. Hilf mir, mein Herz zu öffnen und wie er zu sein. Du lenkst mein Leben, Herr. Hilf mir, auf die Liebe des Vaters zu antworten.

Vorsatz:  Ich will heute ein Vaterunser ruhiger und andächtiger beten, damit der Heilige Geist mir eingeben kann, was ich heute an kleinen Dingen tun kann, um dazu beizutragen, dass das Reich des Vaters zu uns komme.


Die Auferstehung und das Leben

29. Juli 2013

Montag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Marta von Betanien

P. Walter Schu LC

Joh 11,19-27
Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Einführendes Gebet:  Herr, ich kann nicht anders als Martas Glauben zu bewundern, den sie selbst inmitten größten Schmerzes zum Ausdruck brachte. Hilf mir, so wie sie glauben zu können.

Bitte: Maria, hilf mir, fester zu glauben, dass dein Sohn die Auferstehung und das Leben ist. Hilf mir, den Glauben anderer mit seinen tröstenden Worten zu stärken.

1.  „Mein Bruder wäre nicht gestorben“. Marta liebte Jesus. Sie war eine Frau der Tat, die diente und organisierte und alles für ihre Liebe vorbereitete, und darum eilte sie Jesus entgegen, sobald sie hörte, dass er sich näherte. Als Marta ihren Meister erreichte, schüttete sie ihm ihr Herz aus, „halb mit einem Vorwurf, den sie nicht zurückhalten konnte, und halb mit einem Glauben, der durch nichts zu erschüttern war“ (William Barclay, Das Johannesevangelium, Band 2, 91): „Herr, wärest du dagewesen, wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Als Christus Marta betrachtete, war ihr Gesicht voll Trauer – der Trauer der gesamten Menschheit angesichts des Todes einer geliebten Person – wie könnten diese Worte ihn nicht im Innersten berühren? Und doch folgte sofort Martas Glaubensbekenntnis: „Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.“ Der Herr tröstete Marta sofort mit Worten, die nur er sagen konnte: „Dein Bruder wird auferstehen.“

2. „Ich bin die Auferstehung und das Leben”. Marta antwortete Christus mit einem zweiten Glaubensbekenntnis. Das erste hatte sich auf seine Person bezogen; dieses war ein Bekenntnis des Glaubens an seine Lehre: die Auferstehung am letzten Tag. Angesichts solch eines Glaubens inmitten so großen Leidens konnte der Herr sich nicht zügeln. Er gab Marta eine Definition dessen, wer er ist, die den Christen über Jahrhunderte hinweg Licht geschenkt hat: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Wie tief müssen diese Worte Martas schmerzendes Herz, das vom Tod ihres Bruders verwundet war, getroffen haben! Wie tief haben sie unser Herz und unser Leben getroffen? Sind sie schon der Fels geworden, auf dem wir unsere ganze Existenz aufbauen?

3. „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt”. Christus offenbart Marta nicht nur, dass er die Auferstehung und das Leben ist, er offenbart auch jedem von uns, seinen Jüngern, die Folgen dieser unglaublichen Behauptung. „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ Auf was bezieht sich Christus mit diesen Worten, die nur Gott selbst äußern konnte? Sicherlich werden Christen, wenn sie sterben, nicht wie Lazarus von den Toten auferweckt. Wenn Christen sterben, werden sie für das ewige Leben geboren, ein Leben nie endender Freude mit der Dreifaltigkeit und allen Heiligen im Himmel. In der Präfation der Messe für die Verstorbenen heißt es im Römischen Messbuch: „Denn deinen Gläubigen, o Herr, wird das Leben gewandelt, nicht genommen. Und wenn die Herberge der irdischen Wohnung zerfällt, ist uns im Himmel eine ewige Wohnung bereitet.“ Haben wir schon begonnen, für die Dinge droben zu leben inmitten aller Prüfungen und Freuden unserer flüchtigen Tage auf dieser Erde?

Gespräch mit Christus: Herr, ich werde oft von den Geschäften des täglichen Lebens aufgehalten und vergesse die Nöte der anderen und verliere die Sicht für die Freuden des ewigen Lebens! Vergrößere meinen Glauben an dich und meinen Mut, deine Kraft und deinen Trost anderen mitzuteilen.

Vorsatz:  Ich werde nach einer Gelegenheit suchen, jemandem, der leidet oder besorgt ist, Christi Worte des Trostes zu sagen.


Gottes letzte Ernte

30. Juli 2013

Dienstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Petrus Chrysologus, Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer

Mt 13,36-43
Jesus verließ die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

Einführendes Gebet:  Herr, ich danke dir für diesen neuen Tag. Ich glaube, dass du in meinem Herzen gegenwärtig bist. Ich glaube, dass du mir deine Weisheit schenken willst, damit ich in diesem Leben Frucht bringe. Ich vertraue darauf, dass deine Gnade mich beschützen wird, wenn ich gegen das Böse kämpfe. Ich liebe dich, weil du das Böse durch dein Kreuz und deine Auferstehung besiegt hast. Ich möchte diesen Augenblick des Gebets als einen starken Augenblick erleben, um von dir umgewandelt zu werden.

Bitte: Herr, hilf mir, deinen Sieg hoffnungsvoll zu erwarten.

1.  Er sieht uns. Der Unterschied zwischen gut und böse ist Gott nicht verborgen. Er kennt die Kämpfe, die wir durchzustehen haben, um tugendhaft zu leben in einer Welt, die oft vom Bösen so stark durchsetzt ist. Er versichert uns, dass er das Gute sieht, das getan wurde, und er will es uns vergelten. Ich sollte mich bemühen, jeden Tag in dem Bewusstsein zu leben, dass Gott mich sieht und versucht, mein Leben zum Guten zu wandeln.

2. Die Grenzen des Bösen. Wenn es manchmal so scheint, als könne das Böse triumphieren, müssen wir daran denken, dass Gott das letzte Wort über das Böse hat. Unerklärlicherweise lässt er es zu, dass Böses existiert, damit Gutes geläutert werden kann. Das Böse wird einmal verurteilt werden und nicht länger Macht über uns haben. Wenn wir in unserem Leben Gutes gesät haben und in Gottes Gnade leben, wird er uns aus der Herrschaft des Bösen für immer befreien. Wir wollen unser Vertrauen auf das Kommen seines Reiches bauen. Lasst uns den Kampf gegen das Böse als einen Weg nutzen, der die Aufrichtigkeit unserer Liebe bezeugt.

3. Wir ernten, was wir säen. Die Zusicherung Christi, dass es ein Jüngstes Gericht geben werde, gibt Christen in ihrem Leben zweierlei: Ernüchterung und Freude. Wir wissen, dass unsere Bemühungen nicht vergeblich sind. Wir erkennen, dass dieses Leben eine kurze Gelegenheit ist, die der Vater uns gibt, um Gutes zu tun und um uns auf eine innige Gemeinschaft mit ihm vorzubereiten. Wenn ich versucht bin, im Kampf die Geduld zu verlieren, muss ich mich daran erinnern, dass die Anstrengungen bald vorüber sein werden und Gott mich überreich für die Opfer entschädigen wird, die ich um seinetwillen gebracht habe, um das Gute in der Welt voranzubringen.

Gespräch mit Christus: Herr, ich glaube, dass du mein Leben in deinen Händen hältst. Ich vertraue darauf, dass deine Heiligkeit in meinem Leben siegen wird. Wenn ich den Drang zum Bösen in meinem Herzen fühle, will ich mich daran erinnern, dass dieses Leben kurz und mein Kampf in deinen Augen wertvoll ist. Hilf mir, das Glück, das du mir bereiten willst, immer vor Augen zu haben.

Vorsatz:  Ich will mit jemandem über die Freude reden, die ich beim Empfang des Sakraments der Versöhnung erfahre, damit auch in diesem Menschen das Verlangen nach diesem Sakrament entsteht.


Die Freude, einen Schatz zu finden

31. Juli 2013

Mittwoch der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Ignatius von Loyola, Priester, Ordensgründer

Mt 13,44-46
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.

Einführendes Gebet:  Herr, du hast mich für dich geschaffen und mein Herz ist unruhig, bis es ruht in dir. Ich möchte dir heute noch näher sein, so dass du mein Schatz sein kannst. Ich danke dir, dass du mir diesen neuen Tag schenkst. Ich weiß, du liebst mich. Hilf mir, deine Liebe immer mehr zu entdecken und sie anderen weiterzugeben.

Bitte: Herr, hilf mir das Geschenk deiner Freundschaft zu schätzen.

1.  Auf der Suche nach einem Schatz. Die Ruhelosigkeit unserer Herzen kann man mit einer Jagd nach Kostbarkeiten vergleichen. Ganz verschieden erfahren wir alle die Sehnsucht nach einer bedingungslosen Liebe, nach wahrer Güte und nach der Antwort auf unsere letzten Fragen. In Christus ist Gott gekommen, um uns sich selbst zu geben. Er ist der, nach dem wir wahrhaft verlangen; er ist unser höchstes Gut. Wir wollen uns in diesem Gebet der Größe dieses Freundschaftsbeweises bewusst werden und durch unsere Offenheit für seine Liebe diese Freundschaft vertiefen.

2. Der kostbare Schatz. Durch Christus haben wir die überwältigende Treue der Liebe Gottes zu uns erfahren. Durch seine Gnade erkennen wir, dass unser Leben einen unendlichen Wert in den Augen des Vaters hat. In seiner Lehre entdecken wir die Weisheit, wie unser Leben auf festen Grund zu bauen ist. Durch seine Gnade empfangen wir die Kraft, in der Liebe und Heiligkeit zu wachsen. Mit dieser Kraft können wir eine wirkliche Zukunft aufbauen und unserer Berufung zur Heiligkeit gerecht werden. Aber wir müssen bereit sein, alles andere beiseite zu lassen, um diesen Schatz wirklich zu besitzen. Wir müssen alles beiseitelassen, was uns ein falsches Gefühl von Sicherheit ohne Gott zu vermitteln versucht. Mache ich meine Freundschaft mit Christus zum einzigen Wert, von dem mein Herz und meine Entscheidungen geleitet werden?

3. Die ungeöffnete Schatzkiste. Diesen Schatz freizulegen, ist die Arbeit unseres geistigen Lebens. Wir müssen auf Gottes Gnade antworten, um diesen kostbaren Schatz wirklich zu besitzen. Die Stärkung des Glaubens, der Hoffnung und der Nächstenliebe hilft uns, diesen Reichtum jeden Tag mehr zu entdecken und zu leben. Unsere Opfer und Entsagungen, die wir erbringen, um den neuen Menschen anzuziehen, helfen uns, ihn aus dem irdischen Äußeren unseres Lebens zu befreien. Ein Leben in großzügiger Nächstenliebe hilft uns, dass wir diesen Schatz auf Dauer besitzen und er unser Leben bereichert. Erlaube ich Christus wirklich, mich zu verändern?

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir für das Geschenk deiner Liebe. Du bist der Schatz, nach dem ich mich wirklich sehne. Hilf mir, heute tiefer in dein Herz einzudringen, indem ich nach deinem Maßstab handle, gleichgültig, was es kostet. Hilf mir, den Wert des Geschenkes deiner Freundschaft über alles zu schätzen.

Vorsatz:  Heute will ich ein wenig von meiner Zeit schenken, um etwas außer der Reihe für jemanden zu tun, der Gottes Liebe bedarf.


Starkes Netz

1. August 2013

Donnerstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Alfons Maria von Liguori, Ordensgründer, Bischof, Kirchenlehrer

Mt 13,47-52
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Weiter ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt. Als Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, zog er weiter.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube an deine Macht. Ich weiß, dass du der Herr der ganzen Geschichte bist. Ich bin überzeugt, dass du mein Leben führst. Ich danke dir, dass du mir zeigst, dass du siegen wirst, und ebenso für den Sieg, den du jetzt schon in meinem und in den Herzen so vieler Menschen errungen hast. Herr, ich lege mein Leben ganz in deine Hand.

Bitte: Herr, hilf mir, Vertrauen in den Sieg deines Reiches zu haben.

1.  Nichts entkommt dem Reich Gottes. Christus erinnert uns, dass der Vater alle Seelen und die ganze menschliche Geschichte überschaut. Das Gute und das Böse werden vor ihn gebracht werden. Er sieht, was Gutes getan wurde und was schlecht war. Seine Macht erstreckt sich über alle Erfolge und Misserfolge der menschlichen Geschichte. Ich sollte mit der Zuversicht leben, dass Gott das Gute, das ich tue, sieht, und dass er mein Bemühen, seine Liebe zu verbreiten, ewige Früchte tragen lässt.

2. Das Böse hat nicht das letzte Wort. Ich sollte im Vertrauen leben, dass das Böse nicht das letzte Wort hat. Die Gnade Gottes hat dem Bösen Grenzen gesetzt; der Herr wird eines Tages kommen, um die Macht des Bösen zu vernichten. Ich sollte meine kurze Zeit auf Erden nutzen – und zwar schon heute -, um so viel Gutes wie möglich in dem Bewusstsein zu säen, dass es Bestand haben wird, wenn das ewige Reich Gottes anbricht. Das Böse soll mich nicht so beeindrucken, dass es mich lähmt, Gutes zu tun.

3. Schon zuhause. Die heilige Eucharistie ist eine Vorwegnahme des Sieges Gottes. In ihr lernen wir zu vertrauen, dass Gott die Fäden der menschlichen Geschichte in der Hand hat. In ihr bringt sein „Netz der Liebe“ seine Kinder zusammen, um sie zu nähren und zu stärken. Wenn ich an der heiligen Messe teilnehme, sollte mein Vertrauen auf die Vorsehung des Herrn wachsen. Ich sollte danach streben, auch andere zum Empfang der heiligen Eucharistie zu bringen, so dass sie den Frieden und das Glück schon durch den vorweggenommenen Himmel hier auf Erden erfahren können.

Gespräch mit Christus: Herr, ich weiß, dass du allmächtig bist. Ich glaube, dass dein Reich siegen wird. Ich glaube, dass du kommen wirst, die Lebenden und die Toten zu richten. Hilf mir, alles, was ich kann, zu tun, um andere in dein Reich zu führen; dadurch können sie die Freude erfahren, die von dir kommt und die man erfährt, wenn man ganz für die Ausbreitung deines Reiches lebt.

Vorsatz:  Ich werde jemanden, der mit seinem Glauben ringt oder die Sakramente nicht mehr empfängt, einladen, mich zur Sonntagsmesse zu begleiten.


Unglaube

2. August 2013

Freitag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Eusebius, Bischof von Vercelli, Märtyrer
Hl. Petrus Julianus Eymard, Ordenspriester

Mt 13,54-58
Jesus kam in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen dort in der Synagoge. Da staunten alle und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Kraft, Wunder zu tun? Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria, und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Brüder? Leben nicht alle seine Schwestern unter uns? Woher also hat er das alles? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat und in seiner Familie. Und wegen ihres Unglaubens tat er dort nur wenige Wunder.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube an deine Macht. Ich weiß, dass du der Herr der ganzen Menschheitsgeschichte bist. Ich vertraue darauf, dass du mich in meinem Leben leitest. Danke, dass du mir gezeigt hast, dass du siegen wirst. Danke für den Sieg, den du bereits in meinem Herzen und denen so vieler Menschen errungen hast. Ich möchte dir gerne volle Kontrolle über mein Leben geben.

Bitte: Gewähre mir die Gnade, dir mit Überzeugung und Willenskraft zu folgen.

1.  Zu viel Vertrautheit. Die Einheimischen von Nazareth dachten, sie wüssten alles über Jesus. Er war unter ihnen aufgewachsen. Offensichtlich hatten sie nichts Außergewöhnliches an ihm bemerkt, bevor er sein geistliches Amt öffentlich antrat. Sie dachten, er wäre so wie jeder andere. Als sie also hören, dass er Wunder wirkt und mit Vollmacht lehrt, glauben sie es nicht. Manchmal laufe auch ich Gefahr, der Macht Christi in meinem Leben Grenzen zu setzen. Ich sehe meine wenig beeindruckenden Lebensverhältnisse und die Wiederholung der gleichen alten Probleme. Ich halte es nicht für möglich, dass Christus etwas Übernatürliches inmitten einer gewöhnlichen Situation tun kann. Heute erhalte ich eine Einladung, einen Schritt aus dem üblichen Trott zu tun und fester an die Macht Christi zu glauben.

2. Ein unwillkommener Prophet. Die Lösung für ihre tiefsten Probleme befand sich in ihrem eigenen Hinterhof. Doch meinten die Menschen von Nazareth, dass eine ihnen vertraute Person nicht irgendetwas Außergewöhnliches vollbringen könnte. Wenn die Kirche mich manchmal mit einer ihrer Lehren herausfordert – was Nächstenliebe, Familienleben oder die Notwendigkeit, ein mutiger Zeuge zu sein, angeht –, suche ich da nicht manchmal nach Ausreden, wie zum Beispiel, dass meine Umstände zu schwierig sind oder dass die Kirche meine Situation nicht versteht? Lasse ich manchmal die prophetische Stimme der Kirche in meinem Herzen sterben? Wenn ich mich vom Evangelium und von der Kirche gefordert fühle, sollte ich dankbar sein. Christus lädt mich ein, den tiefsten Sinn meines Lebens zu entdecken. Er gibt mir eine Chance, mein Leben grundlegend von ihm ändern zu lassen. Er ermöglicht mir, ihn im Glauben zu entdecken. Er führt mich über meine alltägliche Bequemlichkeit hinaus und lässt mich so das Kommen seines Reiches schauen.

3. Ein Wundertäter, bereit zur Tat. Welche Art Wunder will Christus in meinem Leben vollbringen? Christus will mein Leben zu einem glänzenden Zeugnis der Macht seiner Gnade machen. Er möchte mein Leben mit seiner Heiligkeit ausfüllen und mir helfen, ein Licht für andere zu sein. Wenn ich meine Oberflächlichkeit und meinen Mangel an Glauben abschütteln kann, werde ich die mächtige Gegenwart des Heilands entdecken, der mir hilft, jeden Augenblick meines Lebens verantwortungsbewusst und nach dem Gebot der Liebe zu leben. Er kann Wunder in meinem Leben bewirken und mir helfen, die Tugenden zu leben, die mir am teuersten sind. Bin ich bereit, ein Risiko für Christus einzugehen und ihm vollkommen zu vertrauen?

Gespräch mit Christus: Herr, ich weiß, dass du große Dinge in meinem Leben tun möchtest. Hilf mir zu erkennen, wie du meine gewöhnlichen, scheinbar unwichtigen Tagesabläufe so umformen kannst, dass in ihnen deine Gnade triumphieren kann. Mache mich fähig, deinem Heiligen Geist zu folgen, so dass er Wunder in meinem Leben bewirken kann.

Vorsatz:  Ich will meinen Glauben an Christus vermehren und für ihn in meinem geistigen oder apostolischen Leben - unter welchem Gesichtspunkt auch immer - mutige Schritte tun.


Ein Weckruf

3. August 2013

Samstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Mariensamstag

P. Robert DeCesare LC

Mt 14,1-12
Zu dieser Zeit hörte der Tetrarch Herodes, was man von Jesus erzählte. Er sagte zu seinem Gefolge: Das ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm. Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und in Ketten ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen. Der König wollte ihn deswegen töten lassen, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn man hielt Johannes für einen Propheten. Als aber der Geburtstag des Herodes gefeiert wurde, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen. Und sie gefiel Herodes so sehr, dass er schwor, ihr alles zu geben, was sie sich wünschte. Da sagte sie auf Drängen ihrer Mutter: Lass mir auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes herbringen. Der König wurde traurig; aber weil er einen Schwur geleistet hatte - noch dazu vor allen Gästen -, befahl er, ihr den Kopf zu bringen. Und er ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. Man brachte den Kopf auf einer Schale und gab ihn dem Mädchen, und sie brachte ihn ihrer Mutter. Die Jünger des Johannes aber holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm alles.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du mich suchst. Du bist bereit, jetzt im Gebet zu mir zu kommen. Du möchtest mir helfen, deine Liebe zu sehen und zu erkennen, wo ich wachsen kann, um dir ähnlicher zu werden. Ich danke dir für deine Güte und für deine Geduld mit mir . Ich möchte mich dir ganz hingeben.

Bitte: Herr, hilf mir, heute deine Stimme deutlicher zu hören.

1.  Eine lästige Stimme. Johannes der Täufer war gesandt worden, um Christus den Weg zu bereiten. Er war ein Zeuge der Heiligkeit Gottes. Er versuchte, das Schuldbewusstsein und die Notwendigkeit der Umkehr zu wecken. Er drückte sich unmissverständlich aus und fürchtete niemanden. Manchmal kann die Stimme Gottes in meinem Gewissen lästig sein, wie die Stimme des Johannes Herodes lästig war. Jedoch ist eine deutliche Ermahnung an das, was richtig und falsch ist, ein Akt der Gnade Gottes. Er gibt uns die Chance, aus unserer Lethargie aufzuwachen und zu begreifen, dass unsere unsterbliche Seele auf dem Spiel steht. Ich sollte Gott danken, wenn mein Gewissen mich an Dinge erinnert, die ich in meinem Leben ändern muss.

2. Was ist denn falsch an ein wenig Unterhaltung? Es gibt nichts auszusetzen, wenn man Feste feiert und Gelegenheiten der Freude und Erholung genießt. Das Leben eines Christen ist reich an Erlebnissen des Glücks. Aber so, wie es auf der Geburtstagsfeier des Herodes zuging, besteht die Gefahr, Unterhaltung und Entspannung in allen möglichen Ablenkungen zu suchen, die bloß unsere Leidenschaften entfachen, unsere Moral schwächen und Gott schwer beleidigen. Wenn wir nicht in der Lage sind, unser Vergnügen klug auszusuchen, werfen wir den Reichtum unseres geistigen Erbes für billige Reize weg. Herodes endete als Mörder und nicht als ein guter König. Seine unkontrollierten sinnlichen Leidenschaften und sein Geltungsdrang bringen ihn dazu, seine Macht zu nutzen, um zu zerstören statt zu beschützen. Ich muss immer darauf achten, dass ich auch in Augenblicken der Entspannung die Verantwortung habe, mein Christsein zu schützen und weiterzuentwickeln. Ich sollte eine gesunde Freizeitgestaltung suchen, in der ich meine christliche Lebensfreude mit meinen Freunden und meiner Familie teilen kann.

3. Die sprichwörtliche zweite Chance. Als Herodes von Jesus erfährt, bekommt er Gewissensbisse. Er wusste, dass er einen Mann Gottes getötet hatte. In seinem Herzen wusste er, dass Gott das letzte Wort haben würde. Die Anwesenheit Christi ist eine zusätzliche Gnade, die der Vater dem Herodes anbietet, damit er sich bekehren möge. Leider nutzt Herodes diese Gnade nicht, wie er sich auch nicht die Anwesenheit Johannes des Täufers zunutze gemacht hat. Wie oft muss mich der Vater in meinem Leben an meine Berufung zur Heiligkeit erinnern? Erkenne ich, wieviel Gnade der Herr mir schon erwiesen hat? Woran liegt es, dass ich mich immer noch ihm gegenüber zurückhalte? Heute will ich versuchen, eine grundlegende Umkehr meines Herzens zu erreichen; ich weiß, dass ich mich immer noch vor Gott in bestimmten Lebenssituationen zurückhaltend verhalten habe.

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du mein Gewissen durch dein Evangelium erleuchtet hast. Hilf mir zu erkennen, wo ich taub oder unempfindlich für den Ruf deiner Lehre geworden bin. Ich möchte, dass deine Gnade in meinem Leben siegt. Hilf mir, mutig zu sein, um zu ändern, was dich beleidigt, und um ein Leben in christlicher Glaubwürdigkeit zu leben.

Vorsatz:  Ich will heute das Sakrament der Versöhnung empfangen und jemanden dazu einladen, es auch zu empfangen.