Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 7. April 2013 bis Samstag 13. April 2013

Zweite Woche in der Osterzeit

P. Michael Goodyear LC, P. Steven Reilly LC

Die Grenze des BösenSonntag
Die Stärke der persönlichen Freiheit Montag
Aus dem Geist geborenDienstag
Kinder des LichtesMittwoch
Die Gabe von obenDonnerstag
Unsere armseligen Gaben für GottFreitag
Auf dem Wasser gehenSamstag


Die Grenze des Bösen

7. April 2013

Zweiter Sonntag in der Osterzeit
Barmherzigkeitssonntag

P. Michael Goodyear LC

Joh 20,19-31
Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, ich komme zu dir, weil ich an deine Liebe zu mir und an deine Gnade glaube. Ich weiß, dass ich in dieser Meditation deine Liebe erfahren und auf deine Gnade zählen kann, so dass ich meine Aufgabe in deinem Erlösungsplan erkennen kann. Du weißt, dass ich schwach und manchmal versucht bin, den Mut zu verlieren. Aber ich bin mir bewusst, dass ich mit deiner großzügigen Gnade rechnen kann, die meinen Mut und meine Liebe stärken. Ich will mich bemühen, diese Zeit mit dir gut zu verbringen.

Bitte: Jesus Christus, lass mich dein Herz verstehen.

1.  Sein Herz berühren. In dieser Stelle des Evangeliums lässt Christus die Finger und die Hand des Thomas ganz nah an sich herankommen. Er lädt diesen Apostel, der mit dem Zweifel kämpft, ein, die Hand in seine Seite zu legen und so mit seinem heiligen Herzen, das voller Gnade ist, in Kontakt zu treten. Dadurch wurden seine Zweifel an der Auferstehung beseitigt. Außerdem wollte Christus dadurch auch die anderen Apostel darin bestärken, dass sie das Erbarmen des Herrn weiterschenken, wenn sie den Menschen ihre Sünden vergeben. Deshalb wollen wir mit Thomas dem Herzen Christi ganz nahe kommen, um durch seine offene Seite das Herz zu erkennen, das alle Seelen so sehr liebt.

2. Ihm erlauben, mein Herz zu berühren. Wir wollen nicht nur Christi Herz berühren, sondern wir wollen den Herrn auch bitten, dass er unser Herz berührt. Gerade so wie die Aussätzigen, die ihren Aussatz Christus zeigten, damit er sie berührte und heilte, so zeigen wir ihm unsere entstellten Seelen und bitten ihn, sie zu berühren und zu heilen. Die heilige Faustina Kowalska, eine Botschafterin der göttlichen Barmherzigkeit, würde sagen, dass wir nur die Tür zu unserem Herzen einen Spalt weit offen lassen sollen; Gott wird dann den Rest tun. Wir wollen seinem „heiligen Finger“ das hinhalten, was von seiner Gnade in uns berührt werden muss, besonders durch das Sakrament der Versöhnung.

3. Es dürstet ihn nach allen Herzen. Die am meisten dürstende Liebe, Christi Liebe, stößt so oft auf große Undankbarkeit und Beleidigungen der Menschen. Jesus erwähnte das, als er der heiligen Margareta Maria Alacoque die Schmerzen seines Herzens beschrieb. Er erklärte ihr, dass sein bitterster Schmerz durch die Undankbarkeit der Menschen verursacht wurde. Wir wollen uns durch unser Gebet, unser Opfer und unsere apostolischen Anstrengungen bemühen, sein dürstendes Herz mit den Seelen der Menschen in Kontakt zu bringen.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich danke dir für das Beispiel der Liebe und Gnade, die du uns durch deine Erscheinung bei den Jüngern und deine Güte gegenüber dem heiligen Thomas schenkst. Möge mein Herz immer voll Dankbarkeit sein und deiner Liebe und Barmherzigkeit nahe bleiben.

Vorsatz:  Ich will beten, dass jemand, den ich kenne, die Gnade Gottes im Sakrament der Versöhnung erfahren möge. Wenn möglich, will ich jemandem direkt helfen, dass das geschieht.


Die Stärke der persönlichen Freiheit

8. April 2013

Montag der zweiten Woche in der Osterzeit
Verkündigung des Herrn (nachgefeiert)

Lk 1,26-38
Der Engel Gabriel wurde von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Einführendes Gebet:  Himmlischer Vater, du hast uns Maria als unsere gesegnete Mutter gegeben. Ich danke dir. Ich weiß, dass sie beständig für uns eintritt und dass du auf ihre Fürsprache hörst. Ich vertraue auf deine Barmherzigkeit und Liebe. Du führst mich heim, um für ewig bei dir zu sein. Ich setze mein ganzes Vertrauen auf dich. Ich schenke dir dafür meine schwache, aber dankbare Liebe.

Bitte: Herr, gewähre mir die Gnade, dich im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe zu umarmen.

1.  Gesandt von Gott. Viel zu häufig führen wir unseren Erfolg auf unser eigenes Tun zurück. Unsere Ausbildung, unser Wohlstand oder unser technisches Leistungsvermögen können uns dazu verleiten, ein falsches Gefühl der Sicherheit bei der Gestaltung unserer Welt zu entwickeln. Das heutige Evangelium erinnert uns daran, dass der Erlösungsplan Gottes für die Menschheit seiner eigenen Initiative entspringt. Er sendet seinen Sohn in die Welt zu einer bestimmten Zeit und an einen bestimmten Ort. Er stattet Maria im Voraus mit allem aus, was sie brauchen wird, um ihre Berufung zur Mutter des Erlösers zu erfüllen – eine Berufung, die sie aus freiem Willen und durch den Glauben annimmt. Ich tue gut daran, mir mehr und mehr klarzumachen, dass Gott der wirkliche Mittelpunkt meines Lebens ist.

2. Fürchte dich nicht. Eine der ständigen Wiederholungen im Evangelium ist die Ermahnung Jesu: „Fürchtet euch nicht.“ Wenn der Herr sich nähert, ist es unsere natürliche Reaktion, Angst zu haben. Wir können uns vor seiner Gegenwart fürchten oder davor, dass er von uns womöglich etwas verlangen wird. Wir können uns auch angesichts unserer eigenen Begrenztheit vor seinem Ruf nach wirklicher Umkehr und Heiligkeit des Lebens ängstigen. Ebenso können wir uns vor den offensichtlichen Schwierigkeiten, die eine authentische Nachfolge Jesu mit sich bringt, fürchten. Wie Maria müssen wir unsere Furcht durch bereitwillige Annahme des Willen Gottes mit Glauben und Liebe überwinden. In dem Maß, wie unser Vertrauen auf Gott zunimmt, nimmt unsere Angst ab. In dem Maß, wie unsere Liebe zunimmt, verschwindet auch unsere Angst. Wovor fürchte ich mich in meiner Beziehung zu Gott? Gebe ich meine Angst auf, indem ich mich ganz auf den Glauben verlasse?

3. Mir geschehe nach deinem Wort. Es ist wirklich unglaublich, dass die Erlösung des Menschengeschlechts von der freien Antwort Marias abhängig gemacht wird. Marias „Ja“ zu Gott zeigt uns die Stärke und Erhabenheit der persönlichen Wahl. Es wirft auch ein Licht auf die große Bedeutung unseres eigenen persönlichen „Ja“ zu Gott im Hinblick auf seinen Plan für unser Leben. Marias von Liebe und Glauben erfüllte Einwilligung in einen Plan, den sie nicht ganz verstand, wird zum Vorbild für unser tägliches „Ja“ zum göttlichen Willen, wie er sich in unserem Leben täglich offenbart.

Gespräch mit Christus: Herr, durch diese Betrachtung ist mir deutlich geworden, dass du derjenige bist, der mein Leben und das der ganzen Menschheit führt. Ich will daran denken, dass du für mich immer das Beste willst, selbst wenn das schmerzt, aber auch reinigend ist. Darum brauche ich mich nicht zu fürchten. Ich glaube und vertraue auf dich, Herr, und bitte dich, meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe zu vermehren.

Vorsatz:  Ich will heute Gottes Willen bereitwillig annehmen, wie Maria es tat – mit Glauben und Liebe.


Aus dem Geist geboren

9. April 2013

Dienstag der zweiten Woche in der Osterzeit
Hl. Waltraud, Äbtissin

P. Steven Reilly LC

Joh 3,7-15
Jesus sagte zu Nikodemus: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen? Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht? Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an. Wenn ich zu euch über irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche? Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Einführendes Gebet:  Herr, du kennst meine Bedürfnisse besser als ich. Dein Geist möge mir eingeben, worum ich in diesem Gebet bitten soll. Ich möchte erfüllen, was du für mich in meinem Leben willst. Ich liebe dich, Herr, und ich setze meine ganze Hoffnung in dich.

Bitte: Herr, vermehre meinen Glauben!

1.  Du bist der Lehrer Israels. Nikodemus war einer der führenden Lehrer, und doch hatte er Fragen an Jesus. Als Glaubenslehrer kannte er sich gut aus mit den Regeln und Vorschriften, aber da gab es noch eine Lücke in seinem Wissen. Er wusste nichts vom Heiligen Geist und der neuen Existenz, die wir erhalten, wenn wir aus „Wasser und Geist“ geboren werden. Eigentlich kann man ihm keinen Vorwurf machen, denn Jesus hatte es noch nicht offenbart, aber wir sehen daraus, wie unabdingbar Glaubenswissen für einen Lehrer des geistlichen Lebens ist, wenn er glaubwürdig sein will. Als bekennende Katholiken müssen wir andere zu einem tieferen Glauben führen. Aber kennen wir unseren Glauben dafür gut genug und leben ihn in unserem Herzen?

2. Aus dem Geist geboren. Sind wir praktische Materialisten? Manchmal nimmt uns der Alltag so sehr in Beschlag, dass wir keinen Gedanken mehr übrig haben für die geistige Welt, die so viel größer ist als die materielle, die unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Durch die Taufe sind wir für die himmlischen Dinge bestimmt. Wir tragen auf unserer Seele das unauslöschliche Zeichen, das dem ganzen Universum verkündet, dass wir Kinder Gottes sind. Immer wenn wir geistig Luft holen und unsere Augen himmelwärts richten, erneuern wir diese Geburt aus dem Geist, durch die der Herr uns zu seinem Eigentum gemacht hat.

3. Zeugnis geben. Jesus spricht hier über das Zeugnis. Er möchte, dass auch wir Zeugen sind. Wir sollen die Wahrheit der „himmlischen Dinge“, die er offenbart hat, an die Welt weitergeben. Das beste Zeugnis ist sicher ein Leben in der Freude des auferstandenen Herrn und ein Leben der Nächstenliebe. Fröhliche, liebevolle Katholiken geben durch ihr Verhalten zu erkennen, dass ihr Glaube authentisch ist. Bevor wir ärgerlich, wütend oder kritisierend werden, wollen wir uns fragen: „Ist das das Zeugnis eines Lebens, das vom Heiligen Geist erfüllt ist?“

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir für die Gabe des Heiligen Geistes in meinem Leben. Manchmal lebe ich nicht im Einklang mit dem großen Segen, den du über mich ausgegossen hast, aber ich weiß, dass deine Geduld und Barmherzigkeit mir immer eine neue Chance geben. Hilf mir, meine Mitmenschen zu lieben und ihnen durch meine Nächstenliebe den Himmel einen Spalt weit zu öffnen.

Vorsatz:  Ich will heute im Gespräch mit anderen versuchen, durch meine Worte einen geistigen Samen in ihren Herzen zu säen.


Kinder des Lichtes

10. April 2013

Mittwoch der zweiten Woche in der Osterzeit
Hl. Engelbert, Abt

P. Steven Reilly LC

Joh 3,16-21
Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

Einführendes Gebet:  Herr, du kennst meine Bedürfnisse besser als ich selbst. Ich wende mich deinem Geist zu, damit er mich lehrt, um was ich in diesem Gebet bitten soll. Ich möchte deinen heiligen Willen für mein Leben erfüllen. Ich liebe dich, Herr, und ich setze all meine Hoffnung auf dich.

Bitte: Herr, vergrößere meinen Glauben an die Macht der Auferstehung.

1.  Gott liebt die Welt. Der Tsunami, der die Länder des Indischen Ozeans 2004 getroffen hat, das Erdbeben in Haiti 2010 oder das Seebeben und der Tsunami in Japan vor einem Jahr hat viele Menschen an Gottes Güte zweifeln lassen. Wie könnte er eine solche Katastrophe erlaubt haben, wenn er gut ist? Aber was lehrt uns unser Glaube? Dass Gott die Welt liebt, so sehr, dass er seinen einzigen Sohn gesandt hat. Das Böse in der Welt ist real und gegenwärtig, und auch große Naturkatastrophen zeigen, dass die Natur selbst mit der Macht des Todes zusammenwirken kann. Der erste zerbrechende Schlag auf die Kette, die die Welt gefangen hält, war Christi Tod am Kreuz. Die Hinrichtung unseres Herrn war das Verwerflichste, was die Geschichte je gesehen hat, aber durch Gottes Macht ist sie zu einer Quelle ewigen Lebens für uns alle geworden, wie wir jetzt in dieser Osterzeit feiern. Durch die Macht der Auferstehung bewegen wir uns alle auf den letzten Sieg über Leiden und Tod zu.

2. Die Sünde ist das schlimmste Übel. Wenn auch die zerstörerischen Folgen, die durch Naturkatastrophen herbeigeführt werden, grausam sind, sie kommen von außen. Aber die Sünde ist etwas, das uns von Innen her zersetzen kann. Das heutige Evangelium erinnert uns an Seelen, die sich bewusst für das Böse entscheiden. Die Ironie besteht darin, dass die Menschen sich in einer Suche nach einer Form der Selbsterfüllung frei dafür entscheiden. Statt Erfüllung begegnen sie der Leere eines Lebens, das die Last der selbstauferlegten Verdammnis mit sich bringt. Wenn wir jemanden kennen würden, der sich freiwillig dazu entscheiden würde, in einer dunklen Höhle zu leben, würden wir diese Person für verrückt halten. Aber wo sind die dunklen Wege in unserem eigenen Leben?

3. Christus führt uns zum Licht. Der physische Körper Christi war durch die bösen Entscheidungen und die Grausamkeit der Menschen zerstört worden. Als der auferstandene Herr den Aposteln im Obergemach erschien, deutete sein verherrlichtes Leben in eine neue Richtung, in die auch sie gehen sollten. Durch unser Leben in der Kirche richten wir uns auf die Erneuerung aller Dinge in Christus hin, in der es keinen Tod mehr geben wird, und wo jede Träne getrocknet wird. Die Folgen von Naturkatastrophen und das moralische Übel der Sünde wollen unseren Glauben herausfordern. Aber sie sind der letzte Atemzug unseres besiegten Feindes. Wir wollen also von neuem Mut fassen! Wir gehen auf das Licht zu, wo Christus der König und der Herr der ganzen Schöpfung ist.

Gespräch mit Christus: Herr, ich sehne mich danach, im Licht zu leben. Vertreib alle Dunkelheit der Sünde und des Unglaubens aus meiner Seele. Manchmal kämpfe ich damit, das Muster deines göttlichen Plans zu erkennen. Aber durch meinen Glauben weiß ich, dass du die Liebe und Barmherzigkeit bist, und dass du mich in ein Licht führst, das niemals abnehmen wird.

Vorsatz:  Ich werde meine geistige Sicht der Welt erneuern, indem ich mein Herz im Laufe des Tages häufig auf Gott richte.


Die Gabe von oben

11. April 2013

Donnerstag der zweiten Woche in der Osterzeit
Hl. Stanislaus von Krakau, Bischof

P. Steven Reilly LC

Joh 3,31-36
Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen. Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an. Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

Einführendes Gebet:  Ich komme arm und unwürdig vor dich, Herr. Aber du heißt mich mit einer solchen Liebe willkommen. Mit meinen Bemühungen während dieser Meditation möchte ich bescheiden auf deine große Freundlichkeit antworten.

Bitte: Herr, hilf mir, mit deiner größten Gabe, dem Heiligen Geist, mitzuarbeiten.

1.  Kein Rationieren. Jesus rationiert die Gabe des Heiligen Geistes nicht. Durch den Heiligen Geist hebt Christus unser ganzes Leben auf ein neues Niveau. Die Großzügigkeit des Herrn ist erstaunlich. Denken wir an die Eucharistie. Jedes Mal, wenn wir den Herrn empfangen, bewirkt er in unserer Seele eine Erneuerung und Vertiefung der Gegenwart des Heiligen Geistes. Mit jeder Kommunion bereiten wir unsere Körper und Seelen auf die Unsterblichkeit der Auferstehung vor. Wie können wir angesichts einer solchen Großzügigkeit kleinlich bleiben?

2. Eine Gabe der Einheit. Die Gabe des Geistes ist entscheidend für unsere menschlichen Beziehungen. Jesu innigstes Gebet beim letzten Abendmahl galt der Einheit seiner Jünger: „Dass sie eins seien, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir“ (Joh 17,21). Für eine solche Einheit ist der Heilige Geist unerlässlich. Wenn die Gabe des Geistes effektiv ist, liefert sie das Gegengift für alle unsere Tendenzen zur Uneinigkeit. Der Geist bekämpft unseren Stolz und Egoismus, indem er uns an Christi Demut erinnert. Er ruft die Erkenntnis hervor, dass wir die Nächstenliebe leben müssen, und gibt uns die Stärke, zu geben ohne nachzurechnen. Er ermöglicht uns, in der Einheit zu bleiben.

3. Eine persönliche Gabe. Die Tiefe unseres Herzens befindet sich dort, wo wir letztlich die Gabe des Geistes erfahren. Aber manchmal fühlen wir uns mehr wie ein trockener Brunnen, statt wie eine Quelle sprudelnden Wassers zum ewigen Leben (vgl. Joh 4,14). Der Heilige Geist ist am Werk – in Fülle – nicht weniger in den Momenten der Trockenheit als in den Momenten des Trostes. Er will uns von unseren schlechten Neigungen, die uns zurückhalten, reinigen. Er führt uns dazu, Gott um seiner selbst willen zu suchen und nicht nur dann, wenn wir ihn als göttlichen Geber geistlicher Tröstungen brauchen. Wir sollten aber voller Hoffnung seinen Trost erwarten, denn der Herr ist nahe. Wenn wir diesen Trost erfahren, werden wir die Bestärkung darin erfahren, dass die Gabe des Geistes unseres Herrn mit nichts anderem verglichen werden kann!

Gespräch mit Christus: Herr, der Heilige Geist ist die Seele der Kirche. Er ist die Gabe, die du uns mit einer solchen Großzügigkeit gegeben hast. Hilf uns, mehr in Einklang mit dieser Wirklichkeit zu leben. Hilf uns, gehorsam zu sein, wenn wir vom Stolz versucht werden. Hilf uns, zu lieben, wenn wir versucht sind, abzulehnen. Möge dein Heiliger Geist beständig das Band stärken, das uns zusammenhält.

Vorsatz:  Ich will in meiner Umgebung die Nächstenliebe fördern, indem ich besonders auf die Eingebungen des Heiligen Geistes achte.


Unsere armseligen Gaben für Gott

12. April 2013

Freitag der zweiten Woche in der Osterzeit
Hl. Julius, Papst
Hl. Herta, Märtyrerin

P. Steven Reilly LC

Joh 6,1-15
Jesus ging an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt. Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll. Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele! Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. Als die Menge satt war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt. Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Stücken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme zu dir, armselig und unwürdig. Doch du nimmst mich mit so viel Liebe an. Als kleinen Dank für deine große Liebe will ich mich bei dieser Betrachtung besonders mühen, auf dein Wort zu hören und mich von dir formen zu lassen.

Bitte: Herr, hilf mir, die Prüfungen zu verstehen, die du mir sendest und das Geschenk deiner Gnaden immer mehr zu schätzen.

1.  Die Prüfungen des Lebens. Im Evangelium lesen wir, dass Jesus seine Jünger auf die Probe stellt und sehen will, wie sie angesichts aussichtsloser Situationen reagieren. Dieser ‚Test‘ hat sie bestimmt ein wenig nervös gemacht. Als die Apostel die riesige Menge an Leuten sah, mussten sie sich wohl etwas überfordert gefühlt haben. In dieser Hinsicht haben sie die Prüfung vielleicht nicht bestanden. Christus wollte, dass sie die Erfahrung machen, dass menschlicher Erfindungsreichtum als alleiniges Fundament für die Kirche nicht genügt. Egal wie klug die Apostel oder ihre Nachfolger sein würden, die Nöte der Seelen und der Welt würden unsere menschlichen Fähigkeiten immer bei weitem übersteigen. Und wo ist nun die Lösung? Es gibt nur eine Lösung: der Herr selbst!

2. Eine Gabe, die nicht genügt. Noch während die Apostel um eine Lösung rätseln, tritt ein kleiner Junge auf und bietet großzügig das Essen an, das er besitzt. In Unschuld und Einfachheit bringt er seinen Korb mit und weiß genau in seinem Herzen, dass der Herr etwas Wunderbares tun kann. Vielleicht dachte unser Herr an diesen Jungen, als er sagte: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen“ (Mt 18,3). Dieser Junge, der ganz auf Jesus vertraute, gibt den Jüngern eine wunderbare Lektion: übergebt alles Christus. Und dabei ist es nicht wichtig, ob das, was wir ihm geben, in den Augen der anderen oder auch in unseren Augen klein erscheint; durch seine göttliche Macht können große Dinge mit unseren fünf Broten und den zwei Fischen geschehen.

3. Nichts darf verschwendet werden. Es ist interessant, dass unser Herr den Jüngern den Auftrag gibt, die übrig gebliebenen Brotstücke einzusammeln. Daraus können wir die Erkenntnis ziehen, wie wertvoll Gottes Gnade ist. Obwohl die Macht des Herrn unendlich ist, sollten wir nicht selbstzufrieden werden und seine Gnade als Verbrauchsgut im Überfluss betrachten. Seine Gnade ist kostbar und darf nicht verschwendet werden. Aber genau das scheint zu passieren. Wir haben so viele Sakramente bekommen, aber wir sind noch weit weg von der Heiligkeit. Das ist erneut ein Zeichen von der wunderbaren Geduld des Herrn. Auch wenn wir den Wert seiner Gaben nicht in vollem Umfang schätzen, hört er doch nicht auf, sie uns zu schenken.

Gespräch mit Christus: Herr, ich kann das Erbarmen in deinen Augen sehen, als du auf die große Menge blickst. Sie sind hungrig, aber ich bin so arm und schwach angesichts solcher Not. Komm mir zu Hilfe! Schenke mir die Gnade, die ich brauche, um mit dir am Werk der Erlösung großzügig mitzuwirken.

Vorsatz:  Ich will anderen großzügig helfen und mehr auf Gottes Gnade als auf meine Fähigkeiten vertrauen.


Auf dem Wasser gehen

13. April 2013

Samstag der zweiten Woche in der Osterzeit

P. Steven Reilly LC

Joh 6,16-21
Als es aber spät geworden war, gingen seine Jünger zum See hinab, bestiegen ein Boot und fuhren über den See, auf Kafarnaum zu. Es war schon dunkel geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. Da wurde der See durch einen heftigen Sturm aufgewühlt. Als sie etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gefahren waren, sahen sie, wie Jesus über den See ging und sich dem Boot näherte; und sie fürchteten sich. Er aber rief ihnen zu: Ich bin es; fürchtet euch nicht! Sie wollten ihn zu sich in das Boot nehmen, aber schon war das Boot am Ufer, das sie erreichen wollten.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme zu dir, armselig und unwürdig. Doch du nimmst mich mit so viel Liebe an. Als kleinen Dank für deine große Liebe will ich mich bei dieser Betrachtung besonders mühen, auf dein Wort zu hören und mich von dir formen zu lassen.

Bitte: Ich brauche mich nicht zu fürchten, da ich weiß, dass du immer an meiner Seite bist.

1.  Harte Zeiten. Viele Momente in unserem Leben gleichen den Augenblicken, die oben beschrieben sind: Dunkelheit, kaum ein Vorankommen, unruhiges Fahrwasser. Wenn unsere Seele von unkontrollierten Gefühlen umspült wird, wie Stolz und Eitelkeit, dann verlieren wir die Richtung und es erscheint uns alles sinnlos. Wie könnte es auch anders sein, wenn Christus nicht an Bord ist? Wenn wir kämpfen, sollten wir unser Gebetsleben betrachten. Vielleicht liegt ja genau darin die Antwort auf unsere Schwierigkeiten.

2. ICH BIN! Die Antwort Jesu auf die Angst seiner Apostel ist eine wirklich majestätische Antwort. Das griechische „Ich bin es“ nimmt Bezug auf das hebräische „Ich bin“ des Alten Testaments. Das ist der geoffenbarte Name Gottes, den er Moses im brennenden Dornbusch gesagt hatte. Das ist der Name, der für Gegenwart und Präsenz steht. Gott beobachtet unsere Mühen nicht aus dem Abseits. Er kommt uns zur Hilfe, so wie den Aposteln in der Geschichte.

3. Der sichere Hafen. Das plötzliche Erreichen des Ufers in dieser Geschichte ist schwer zu verstehen. Für die Apostel muss es wie das Erwachen aus einem Alptraum gewesen sein, aus der Gefahr in der Mitte des stürmischen Sees zur sicheren Landung mit Jesus am Ufer. Was soll uns das sagen? Vielleicht dass wir unser Ziel schon erreicht haben, sobald wir Jesus an Bord nehmen.

Gespräch mit Christus: Herr, hilf mir, dass ich nicht meinem Stolz, meiner Eitelkeit und meiner Sinneslust erliege. Wenn ich keine Fortschritte mache, wem kann ich Vorwürfe machen außer mir selbst? Ja, ich vertraue auf deine Gnade. Deine göttliche Gegenwart macht mich sicher. Herr, verlasse nie mein Boot!

Vorsatz:  Ich will heute Jesus im Tabernakel besuchen und mein vollständiges Vertrauen zu ihm erneuern.