Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 17. März 2013 bis Samstag 23. März 2013

Fünfte Woche in der Fastenzeit

P. Robert Presutti LC, P. Shawn Aaron LC, P. Jeffery Jambon LC

Richtet nichtSonntag
In deinem Licht schauen wir das LichtMontag
Ein heroisches BeispielDienstag
Die Wahrheit macht dich freiMittwoch
An seinem Wort festhaltenDonnerstag
Taten sind deutlicher als WorteFreitag
Wer nicht für mich ist, ist gegen michSamstag


Richtet nicht

17. März 2013

Fünfter Sonntag in der Fastenzeit
Hl. Judica
Hl. Gertrud

P. Robert Presutti LC

Joh 8,1-11
Jesus ging zum Ölberg. Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

Einführendes Gebet:  Mein Herr und Gott, ich danke dir für diese Gelegenheit bei dir zu sein. Ich bin bereit, dein Wort zu hören und anzunehmen. Ich glaube an dich und an deine Güte. Ich hoffe auf deine Barmherzigkeit. Ich liebe dich und möchte dich mit reinerem Herzen lieben.

Bitte: Jesus Christus hilf mir, Erbarmen zu finden und zu üben.

1.  Steinigt die Sünderin Das Gesetz verlangt ihre Steinigung; die Pharisäer wollen sie durchsetzen. Diese Frau verkörpert auf sehr dramatische Weise, was jeder von uns in weniger dramatischer Form selbst erlebt. Letzten Endes sind wir alle Sünder. Wir alle leiden unter der Anfälligkeit für die Sünde. Schlimmer noch, wenn wir uns der Sünde bewusst werden, verführt uns unser pharisäisches Denken sofort dazu, uns selbst hoffnungslos zu verurteilen, während wir gleichzeitig versuchen, uns von der Schuld freizusprechen, indem wir bei den anderen nach Fehlern Ausschau halten. Es endet damit, dass wir uns selbst und andere steinigen, während wir uns einfach nur Christus zuwenden müssten. Darauf läuft es hinaus: Entweder wir akzeptieren die einzig mögliche Rettung – lassen uns selbst los und gehen zu Christus und lassen uns von ihm den Weg zeigen – oder wir ziehen uns noch tiefer in die Festung unseres Egoismus zurück und hoffen, dass alles nur ein böser Traum war. Demut ist der einzige Weg zur Rettung, Demut gegenüber unserer eigenen Sünde und der der anderen.

2. Eine Nachricht im Sand. Christus hilft uns, Antworten zu finden, indem er die Tiefen unserer Seele durchleuchtet. Er beantwortet die oberflächliche, spontane und selbstgerechte Reaktion der Pharisäer mit der Aufforderung, tiefer zu gehen und gewissenhaft die Antwort auf die Frage zu geben, die sie Christus so heuchlerisch gestellt haben: „Moses hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun was sagst du?“. Christus schweigt. Er wartet, bis sich ihre Empörung gelegt hat. Er schreibt auf die Erde und gibt ihnen damit Gelegenheit nachzudenken. Dann gibt er eine Antwort, wie sie nur der Sohn Gottes geben konnte: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie“. Ganz sanft lehrt uns Christus, unsere oberflächliche, spontane und selbstgerechte Reaktion auf unsere Sünde und die der anderen aufzugeben und stattdessen eine Haltung des Betens, der Besinnung und der Gelehrigkeit einzunehmen, die uns dazu bereit macht, von ihm geführt zu werden.

3. Absolution und Neuanfang. Die Erfahrung totaler Hilflosigkeit ist eine notwendige Voraussetzung für die Erfahrung der Barmherzigkeit Christi. Je tiefer die Erkenntnis unserer Nichtigkeit, desto tiefer die Erfahrung der Barmherzigkeit des Herrn. Es gibt keine schönere Erfahrung, keine tiefere Freude als die Lossprechung durch Christus den Retter: „Ich verurteile dich nicht“. Unsere tief sitzenden Unsicherheiten verschwinden, wenn wir erkennen, dass wir von Phantomen gejagt werden, die unser eigener Stolz und unsere Eitelkeit geschaffen haben. Wir müssen wach werden für die Realität der Barmherzigkeit Gottes.

Gespräch mit Christus: Lieber Gott, möge mir die Erfahrung meiner Sündhaftigkeit und Nichtigkeit helfen, Zuflucht bei deiner Barmherzigkeit zu suchen. Du bist der einzige, der in der Stunde der Not zu mir steht. Du hast dich als der einzig wirkliche Freund erwiesen.

Vorsatz:  Ich will Barmherzigkeit und Herzensgüte üben, wenn ich heute an andere denke. Ich will auf Christus vertrauen, wenn ich in Verzweiflung zu geraten drohe.


In deinem Licht schauen wir das Licht

18. März 2013

Montag der fünften Woche in der Fastenzeit
Eduard von England

P. Shawn Aaron LC

Joh 8,12-20
Als Jesus ein andermal zu den Schriftgelehrten und Pharisäern redete, sagte er: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Du legst über dich selbst Zeugnis ab; dein Zeugnis ist nicht gültig. Jesus erwiderte ihnen: Auch wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis gültig. Denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über keinen. Wenn ich aber urteile, ist mein Urteil gültig; denn ich urteile nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. Auch in eurem Gesetz heißt es: Erst das Zeugnis von zwei Menschen ist gültig. Ich bin es, der über mich Zeugnis ablegt, und auch der Vater, der mich gesandt hat, legt über mich Zeugnis ab. Da fragten sie ihn: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; würdet ihr mich kennen, dann würdet ihr auch meinen Vater kennen. Diese Worte sagte er, als er im Tempel bei der Schatzkammer lehrte. Aber niemand nahm ihn fest; denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

Einführendes Gebet:  Vater, du rufst deine Kinder, im Licht Christi zu wandeln. Befreie uns von der Dunkelheit und bewahre uns im Glanz deiner Wahrheit.

Bitte: Herr, schenke mir das Licht des Glaubens.

1.  Ich bin das Licht der Welt. Die Welt braucht Licht. Ich brauche Licht. Christus kam, um uns etwas über den Vater zu lehren. Sein Leben ist ein Leuchtturm inmitten der Dunkelheit und des Nebels eines Lebens ohne Ziel. Sein Lebenszeugnis erhellt unseren Verstand, unser Herz und unser Gewissen. Jesus wird eines Tages sagen: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Ich bin der Weg zum Vater. Die ganze Schöpfung entstand durch das eine Wort des Vaters. Aber die Schöpfung selbst wurde durch die Sünde der Menschen verdorben. So wurde das Wort Fleisch, um alles neu zu machen. Deshalb muss die ganze Schöpfung durch mich gehen, um im Haus meines Vaters ruhen zu können. Ich bin der wahre Gott und der wahre Mensch. Sieh mich an, betrachte mein Leben und du wirst die Bedeutung, das Ziel und den unbegrenzten Wert deines eigenen Lebens entdecken. Von mir wirst du lernen, wie du dich in der Beziehung zum Vater und zu deinem Nächsten richtig verhältst. Meine Wahrheit schenkt deinem Gewissen besonders in den Momenten moralisch schwieriger Entscheidungen Licht. Ich bin das Leben selbst, die Quelle des natürlichen und übernatürlichen Lebens. „Und das Leben war das Licht der Menschen“ (Joh 1,4).

2. Wer mir nachfolgt, wird nicht im Dunkeln wandeln, sondern das Licht des Lebens haben. Es gibt Augenblicke, in denen diese Behauptung völlig unwahr zu sein scheint; Augenblicke im Leben, in denen die Seele, die versucht Christus zu folgen und sich selbst der Verbreitung des Reiches Gottes zu widmen, verfolgt wird und allein und verwirrt zurück bleibt. Bedenken wir, wie die Mutter Gottes Situationen gegenüberstand, in denen sie Gottes Wege nicht klar verstehen konnte: Josefs Entscheidung, sich von ihr zu trennen, die Geburt in einem Stall, das Martyrium der Unschuldigen Kinder, die Flucht nach Ägypten, der Verlust des Kindes Jesus im Tempel, die Verhaftung, Geißelung, Kreuzigung und der Tod ihres Sohnes. Genau in dieser ‚Dunkelheit’ leitete das Licht des Glaubens sie „sicherer als die Mittagssonne“ (Hl. Johannes vom Kreuz). Genau dieses Licht des Glaubens an den Gott, den wir nicht sehen, ermöglicht uns, unsere Brüder und Schwestern zu lieben, die wir sehen. Genau das Licht dieses Glaubens erlaubt es uns, die göttliche und menschliche Gegenwart unseres Herrn in der geweihten Hostie zu erfassen. Genau dieses Licht erlaubt es uns, Gottes Ebenbild in jeder Person vom Moment der Empfängnis an bis zum letzten Atemzug zu finden, egal welcher Rasse oder Glaubensrichtung sie angehört, egal welche physische oder geistige Fähigkeiten sie besitzt. Der Glaube, der wirkliche und wahre Glaube, verändert unser ganzes Leben. Auch wenn wir der größten Einsamkeit, der grausamsten Krankheit, dem bittersten moralischen Schmerz gegenüberstehen, wird eine Seele, die glaubt und mit dem Glauben in Einklang steht, innerlich froh sein können. Sie weiß, dass sie durch ihr Leiden ihre Liebe zu Gott zeigt, dass sie Jesus Christus ähnlicher wird und einen kleinen Beitrag zur Rettung der Seelen leistet, indem sie ihre Leiden mit den Leiden Christi vereint“.

3. Ich weiß, woher ich komme und wohin ich gehe. Das Evangelium des Johannes beharrt auf der vollkommenen Identität zwischen dem Vater und dem Sohn. Jesus stößt nicht zufällig auf seine Identität, und er wird nicht zufällig gefangen genommen und gekreuzigt. ‚Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave‘ (Phil 2,6), damit wir „das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10). Er hat sein Leben hingegeben, damit er unser sündiges Wesen vernichten und uns zur Neuheit seines Lebens führen konnte. Der heilige Irenäus behauptete, dass er alles in seiner Person „zusammenfasst“. Jesu vollkommenes Wissen um seine Identität offenbart uns die grenzenlose Freiheit seiner Liebe, einer Liebe, die jede seiner Taten beseelt, besonders seinen Tod am Kreuz. Für uns zu sterben war der Grund seines Lebens.

Gespräch mit Christus: Lieber Herr, in deinem Licht sehe ich das Licht. In deinem Leben finde ich die Erklärung für mein eigenes Leben. Du bist mein Sinn, du gibst meinem Leben Bedeutung und Hoffnung. Du weißt auch um die Anforderungen des Alltags, die mein Leben stark beeinflussen. Das Hin- und Hergezerre der Welt versucht mich auf einen Weg zu bringen, der, wenn er zu Ende gegangen wird, mich eines Tages von dir, meiner wahren Freude, trennen kann. Schenk mir das Licht des Glaubens und gib mir die Gnade, dich aufrichtig und ehrlich zu suchen, damit ich, verbunden mit dir, Licht, Salz und Sauerteig für jene sein kann, die ich heute treffen werde. Reinste Mutter, bereite mein Herz allein für Jesus.

Vorsatz:  Ich will zumindest drei Mal während des Tages innehalten und überprüfen, was ich tue, um mein Herz, meine Gedanken und meinen Willen zu Jesus zu erheben, und dann mein Handeln neu auf ihn auszurichten.


Ein heroisches Beispiel

19. März 2013

Dienstag der fünften Woche in der Fastenzeit
Hl. Josef, Bräutigam der Gottesmutter

P. Jeffery Jambon LC

Mt 1,16,18-21,24
Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der, der Christus genannt wird. Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

Einführendes Gebet:  Herr, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist, ich vertraue auf deine Liebe und Gnade. Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich und ich liebe dich über alles. Diese drei – Glaube, Hoffnung und Liebe – werden mich für die Herausforderungen dieses Tages stärken. Herr, ich vertraue mich dir bedingungslos an.

Bitte: Herr, gewähre mir ein reines Gewissen wie das deines Ziehvaters Josef.

1.  Meine Situation. Auf dem Weg unserer geistlichen Entwicklung kann es Gefahren geben. Wenn alles ruhig und gut läuft, unsere Bemühungen im Privatleben und im Berufsleben allseits geschätzt werden, dann scheint unser Leben gut und in Ordnung zu sein. Wenn das Leben aber schwierig ist, demütigend oder schmerzlich, dann legt sich wie ein grauer Schleier über alles. Wir beginnen uns dann vielleicht zu fragen, ob Gott uns überhaupt noch liebt. Unseren Glauben an Gott müssen wir immer stark erhalten. Nehmen wir uns dabei Josef als Vorbild, denn er ließ sich durch Schwierigkeiten nicht entmutigen.

2. Ein reines Gewissen. Josef war ein gerechter Mann und er wollte Marias Geschichte durchaus glauben. Aber die Fakten wogen zu schwer. Maria bedeutete ihm sehr viel, er liebte sie. Er fühlte sich aber auch betrogen. Da er ein reines Gewissen hatte, versuchte er, den so schönen Traum von einer Ehe mit Maria zu vergessen und sich ohne viel Aufhebens von ihr zu trennen. Gott sah die Redlichkeit Josefs und teilte ihm die Wahrheit über Marias Zustand mit. Eine Botschaft in einem Traum genügte, um sein dafür offenes Herz zu überzeugen. Wie offen bin ich für die Taten Gottes in meinem Leben? Wie sehr bin ich bereit, Gottes Willen zu tun?

3. Es ist nicht alles einfach für einen gerechten Mann. Gott erwählte einen Mann von großer Redlichkeit für die Bürde der Verantwortung für die Erziehung seines Sohnes. Ob sich Josef jemals vorgestellt hatte, dass er Maria nur fünf Monate später auf einer beschwerlichen und gefährlichen Reise nach Bethlehem bringen würde? Ob er jemals erwartet hatte, dass er bedroht durch Schwerter und Soldaten nach Ägypten würde fliehen müssen? Das war jedenfalls der Preis, den er für seine Redlichkeit zahlen sollte. Gleichzeitig aber bedeutete dies für ihn, der Ziehvater des Schöpfers des Universums zu sein, mit all den Segnungen.

Gespräch mit Christus: Christus, König und Herr, dein Ziehvater Josef ist mir ein Vorbild dafür, wie man die Kreuze und Schwierigkeiten des Lebens in Mut und Würde trägt. Hilf mir zu erkennen, wie schön es ist, ohne Grenzen zu geben und mein Leben dir hinzugeben.

Vorsatz:  Ich werde heute einen Moment für ein Gebet suchen, in dem ich den heiligen Josef darum bitten werde, mich zu lehren, wie man in schwierigen Momenten heiter und gelassen bleibt.


Die Wahrheit macht dich frei

20. März 2013

Mittwoch der fünften Woche in der Fastenzeit
Hl. Irmgard, Hl. Wolfram

Joh 8,31-42
Da sagte er zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien. Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde. Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; nur der Sohn bleibt für immer im Haus. Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet. Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham. Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt. Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott. Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.

Einführendes Gebet:  Herr, du bist das Leben, die Wahrheit und die Güte. Du bist auch der Frieden und die Barmherzigkeit. Ich bin so dankbar, dass ich diese Zeit habe, um mich dir zuzuwenden. Ohne dich kann ich nichts Gutes tun. Und wenn ich Gutes tue, dann bist du es, der dies in mir bewirkt, trotz meinem Versagen. Ich danke dir, Herr. Hier bin ich, um dich noch mehr zu lieben.

Bitte: Gewähre mir die Gnade, Herr, in deinem Wort zu bleiben und frei zu werden durch deine Wahrheit.

1.  Pulsierender Glaube. Glaube ist solange nicht wirklich vorhanden, bis er unser Verhalten und vor allem unsere konkreten Entscheidungen berührt. Im Wort Christi zu „bleiben“ bedeutet, unser Leben seinem Leben und an seine Tugenden anzugleichen, vor allem an die Tugend der Nächstenliebe, die das wahre Wesen der christlichen Lehre und Moral ist. In seinem Wort zu „bleiben“ heißt, seine Worte in die Tat umzusetzen. An einer anderen Stelle des Evangeliums wird uns gesagt, dass nicht diejenigen ins Himmelreich kommen, die „Herr, Herr…“ rufen, sondern nur diejenigen, die in ihrem Leben tatsächlich den Willen des Vaters tun. „In seinem Wort bleiben“ ist der Weg zur Heiligkeit – es ist auch die Quelle für das tägliche Ausharren im Glauben. Sein Wort in die Tat umzusetzen bedeutet, immer wieder aufzustehen, den Staub abzuklopfen und immer wieder neu zu beginnen, wenn wir schwanken oder auch fallen. Wie gut „bleibe“ ich im Wort Christi? Könnte ein unvoreingenommener Außenstehender an meinem Verhalten und meinen Taten erkennen, dass ich Christus nachfolge?

2. Ein wahrer Jünger lebt in der Wahrheit. Christus scheint anzudeuten, dass es wahre und falsche Jünger gibt. Es gibt nur eine Möglichkeit, den Unterschied zwischen diesen beiden zu erkennen: nämlich, ob jemand sein Wort nicht nur als eine Idealvorstellung, sondern tatsächlich als eine Lebensregel bereitwillig annimmt. Heutzutage möchte uns eine Fülle von Stimmen, sogar innerhalb der christlichen Gemeinschaft, dazu bringen, dass wir nur noch einem „beruhigenden“ Christentum folgen. Heraus kommt dabei eine Form des Christentums, in der man angeblich an Christus glauben kann, auch wenn man Verhaltensweisen oder Gesinnungen übernimmt, die dem „Weg“ seiner Nachfolge, wie ihn die Kirche verbindlich lehrt, vollkommen widerspricht. Die Versuchung, Glaube und seine Anwendung voneinander zu trennen, ist uns niemals fern. Wie sehr haben diese irrigen Stimmen mein eigenes Verständnis von dem beeinflusst, was es heißt, Christus als Oberhaupt seiner Kirche nachzufolgen?

3. Echte Freiheit. Die Freiheit, die Christus denen verspricht, die in seinem Wort bleiben, ist viel tiefer als die Freiheit, die die Welt anbietet. Die Freiheit Christi ist nicht einfach eine politische Freiheit. Es ist auch nicht die Fähigkeit zu wählen, was ich möchte, wann ich möchte und wie ich möchte. Die Freiheit der Jünger Christi ist eine geistige, moralische und innere Freiheit; es ist die Freiheit, nach der sich jede Person tief im Innersten des Herzens sehnt. Und nur Christus schenkt diese Art der Freiheit.

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir für die Freiheit, die du mir gegeben hast! Du hast mich so geschaffen, und ich möchte wahrhaft frei sein. Zeige mir, wie ich wirklich frei sein kann. Ein Beweis meiner Freiheit ist, wenn ich das Höchste tue, wozu diese Freiheit mich befähigt: Herr, ich will dir meine Freiheit schenken und meinen Willen, so dass dein Wille geschehen möge.

Vorsatz:  Ich will meine Freiheit so verantwortlich ausüben, wie Christus es will.


An seinem Wort festhalten

21. März 2013

Donnerstag der fünften Woche in der Fastenzeit
Hl. Christian

Joh 8,51-59
Jesus sprach zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen. Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben, und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus? Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest. Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

Einführendes Gebet:  Herr, du bist das Leben, die Wahrheit und die Güte. Du bist auch der Frieden und die Barmherzigkeit. Ich bin so dankbar, dass ich diese Zeit habe, um mich dir zuzuwenden. Ohne dich kann ich nichts Gutes tun. Und wenn ich Gutes tue, dann bist du es, der dies in mir bewirkt, trotz meinem Versagen. Ich danke dir, Herr. Hier bin ich, um dich noch mehr zu lieben.

Bitte: Möge ich deine Stimme, Herr, hören und mein Herz nicht gegenüber dem verschließen, um was du mich heute bittest.

1.  Der wahre Feind. Heute finden wir Jesus in lebhaftem Gespräch mit den Juden. Sie scheinen das gleiche Thema zu diskutieren, nämlich den Tod, aber in Wirklichkeit beziehen sie sich auf zwei sehr unterschiedliche Verständnisweisen der einen Wirklichkeit. Die Juden sprechen über den leiblichen Tod, während Jesus über den seelischen spricht – der eine viel größere Tragweite hat als der leibliche Tod. Christus weist uns warnend auf die Ernsthaftigkeit des Todes der Seele hin, der die Folge schwerer Sünde ist. Darum bittet die Kirche traditionell in der Allerheiligenlitanei, erlöst zu werden „a morte perpetua“, vom ewigen (seelischen) Tod, vor dem Jesus uns warnte. In der Fastenzeit sollen wir uns bemühen, alle Formen dieses Übels aus unserem Leben zu tilgen, besonders durch Gebet, durch Buße und durch Almosenspenden.

2. Nur der Heilige Geist gibt Leben. Jesu Gesprächspartner schaffen es nie, die Bedeutung seiner Worte zu erfassen, weil ihr Denken rein diesseitig ausgerichtet ist. Nur mit einem Geist des Glaubens und mit der Hilfe des Heiligen Geistes können wir die Dinge Gottes verstehen. Die heutige Welt ist voll von dem, was wir einen Geist des Materialismus nennen könnten. Man betrachtet materielle Dinge und Werte als Lösung für alles. Aber haben wir bemerkt, dass – wie es scheint - wir innerlich umso leerer werden und unsere westliche Kultur umso hohler wird, je mehr materieller Wohlstand und technische Leistungsfähigkeit zunehmen? Materielle Dinge sind notwendig, da wir auch Teil der Materie sind. Aber eine rein materielle Erklärung wird niemals ausreichen, um die tieferen Bedürfnisse des Menschen zu stillen. Deshalb sagt Christus: „Nur der Heilige Geist gibt Leben“. Wir müssen danach streben, dass die geistige oder übernatürliche Dimension fester Bestandteil unseres Lebens wird, denn nur so können wir uns und unsere Welt richtig sehen und die Wahrheit erkennen, die die Materie überschreitet.

3. Offen für eine Herausforderung. Die Aufforderung Jesu, den Blick des Herzens und der Seele auf die Ebene Gottes, des Vaters, zu heben, stößt auf starken Widerspruch. Und wirklich, seine Zuhörer wollen ihn steinigen! Christus fordert uns immer dazu auf, auf die Ebene Gottes zu steigen. Und dies tut er, weil er uns seine Liebe offenbaren will. Wie antworte ich in meinem eigenen Leben auf diese Herausforderung?

Gespräch mit Christus: Du, Herr, hast in der Stille meiner Nacht gesprochen und dein Wort hat meinem Herzen deinen Willen offenbart. Weil du zu mir gesprochen hast, weiß ich nun, was du von mir willst: die Erfüllung deiner Gebote. Ich möchte deinen Willen erfüllen, Herr. Ich möchte glauben gemäß deiner Lehre. Ich möchte auf deine Verheißungen hoffen. Ich möchte so lieben und so leben, wie deine Führung und deine Gesetze es mir zeigen.

Vorsatz:  Ich will mich bemühen, die Welt, meine Mitmenschen und mich selbst von der Ebene Gottes zu sehen, so wie Jesus es mich lehrt.


Taten sind deutlicher als Worte

22. März 2013

Freitag der fünften Woche in der Fastenzeit
Clemens August von Galen, Kardinal

Joh 10,31-42
Da hoben die Juden (wiederum) Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott. Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter? Wenn er jene Menschen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die Schrift nicht aufgehoben werden kann, dürft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lästerst Gott - weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht. Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin. Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem Zugriff. Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort blieb er. Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes über diesen Mann gesagt hat, ist wahr. Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.

Einführendes Gebet:  Herr, du bist das Leben, die Wahrheit und die Güte. Du bist auch der Frieden und die Barmherzigkeit. Ich bin so dankbar, dass ich diese Zeit habe, um mich dir zuzuwenden. Ohne dich kann ich nichts Gutes tun. Und wenn ich Gutes tue, dann bist du es, der dies in mir bewirkt, trotz meinem Versagen. Ich danke dir, Herr. Hier bin ich, um dich noch mehr zu lieben.

Bitte: Herr, hilf mir meinen Glauben aktiv zu leben.

1.  Die Werke geben Zeugnis. Im heutigen Evangelium lehrt uns Jesus, dass unser Glauben sich nicht nur darauf stützt, was Gott verheißen hat, sondern auch darauf, was Gott getan hat. Christus weist auf seine Werke als Grundlage des Glaubens an ihn als den Sohn hin: „Glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt….“ Das größte all dieser Werke ist die Auferstehung von den Toten, die wir nun bald feiern werden. Werke sind immer mächtiger als Worte. Worte können den Verstand überzeugen, aber Werke bewegen den Willen zu handeln – zu entscheiden. Jesus vollbringt auch heute noch die Werke des Vaters, vor allem in den Sakramenten der Eucharistie und der Beichte, wie auch in den anderen Sakramenten. Sehe ich in diesen Werken das, was sie wirklich sind – wahre Taten von Christus, die die Kraft haben, zu verändern?

2. Die Welt braucht das Zeugnis des heiligen Lebens. Wir dürfen niemals die Bedeutung und die Kraft des persönlichen Zeugnisses in der heutigen Welt unterschätzen. Wir werden überschwemmt mit Informationen und äußeren Reizen aller Art. Es wimmelt nur so von Worten, Bildern und Slogans. Die Werke wahrer Heiligkeit sind dennoch viel lauter als je zuvor. Papst Paul VI. drückte dies am besten aus: „Der Mensch braucht heute das Zeugnis mehr als Argumente.“ Stimmen in unserem Leben unsere Werke mit unseren Worten überein? Bringen unsere Werke das zum Ausdruck, was wir bezeugen? Oder haben wir „nur Worte und keine Werke“?

3. Lasst euer Licht in der Welt scheinen, damit sie zum Glauben kommt. Gottes Wort ist besonders geeignet, das menschliche Herz und Gewissen zu durchdringen. Wir müssen auf die umwandelnde Kraft der Heiligen Schrift vertrauen. Wenn dieses Wort in das Leben der Gläubigen aufgenommen wird, vervielfacht sich dessen Kraft sogar noch. Der gewaltige und sogar bösartige Widerstand, den Jesus auf Seiten seiner Gegner antrifft, kann andere nicht davon abhalten, an ihn zu glauben. Dieses Geheimnis wiederholt sich immer wieder im Leben der Kirche. Wo der Widerstand gegen die Botschaft des Evangeliums am größten ist, dort finden auch die meisten Bekehrungen statt. „Wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden“, um mit dem Hl. Paulus zu sprechen. Diese erwiesene Wahrheit kann uns davor schützen, in unseren Bemühungen um die Evangelisierung den Mut zu verlieren.

Gespräch mit Christus: Herr, ich glaube an dich, wenn ich meine Netze einmal oder hundertmal auswerfe und sie nass, leer und fast zerrissen einziehe. Ich glaube, dass du deine Erwählten prüfst, weil dann die Ernte, der Fischfang umso größer sein kann. Ich möchte mich ganz auf dich verlassen, damit ich immer in deiner Nähe sein darf und an deinem Herzen ruhen darf.

Vorsatz:  Ich will mich heute darum bemühen, dass mein Tun und meine Werke mit dem Glauben übereinstimmen, den ich bekenne.


Wer nicht für mich ist, ist gegen mich

23. März 2013

Samstag der fünften Woche in der Fastenzeit

Joh 11,45-57
Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was er getan hatte. Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen. Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht überhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten. Jesus bewegte sich von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der Wüste zurück, an einen Ort namens Efraim. Dort blieb er mit seinen Jüngern. Das Paschafest der Juden war nahe, und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, während sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen.

Einführendes Gebet:  Herr, du bist das Leben, die Wahrheit und die Güte. Du bist auch der Frieden und die Barmherzigkeit. Ich bin so dankbar, dass ich diese Zeit habe, um mich dir zuzuwenden. Ohne dich kann ich nichts Gutes tun. Und wenn ich Gutes tue, dann bist du es, der dies in mir bewirkt, trotz meinem Versagen. Ich danke dir, Herr. Hier bin ich, um dich noch mehr zu lieben.

Bitte: Herr, hilf mir deinen Willen über meinen eigenen Willen und meine Pläne zu stellen.

1.  Keine Kompromisse. Das heutige Evangelium beginnt mit der Reaktion auf die Auferweckung des Lazarus von den Toten durch Jesus. Manche Augenzeugen dieses Wunders glaubten an ihn, andere nicht; diese „Anderen“ schlossen sich den Gegnern von Christus an, um „Öl in das Feuer zu gießen“. Denn sie suchten einen Grund, um ihn zu verurteilen. Hier sehen wir das Geheimnis der Handlungsfreiheit des Menschen. Das offenkundige Handeln Gottes in unserem Leben verpflichtet uns gewissermaßen, sich für eine der beiden Seiten der Wahrheit zu entscheiden. Auf welche Seite der Wahrheit stelle ich mich, wenn ich das offenkundige Handeln Gottes in meinem Leben, in der Stimme meines Gewissens oder in dem Leben anderer spüre? Hilft es mir, immer tiefer an Christus zu glauben?

2. Ist alles eine Frage der Macht? Warum widersetzten sich die Pharisäer so sehr der Botschaft und dem Handeln Jesu? Eine Antwort könnte in der menschlichen Neigung liegen, Macht auszuüben, selbst im Bereich der Religion. Die religiösen Autoritäten zurzeit Christi sahen sich ohne Zweifel als die Wächter des Glaubens, der ihnen von ihren Vorfahren überliefert wurde. Aber es scheint, dass dieses Wächteramt langsam zu einer Machtposition wurde. Sie sind weniger interessiert an der Rechtmäßigkeit der Identität Jesu, seiner Botschaft und Mission, als vielmehr an der Aufrechterhaltung der etablierten religiösen und politischen Ordnung. Sogar ihr Widerstand ist in Gottes Plan enthalten. Ihre Ablehnung bewirkt, dass Jesus für das Volk stirbt und „nicht nur für das Volk …, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln“ (Joh 11,52). Wie sehr versuche ich, Gottes Handeln in meinem Leben zu beeinflussen und zu kontrollieren?

3. Bereitwillig den Willen des Vaters tun. Wir können uns Christi Gedanken und Gefühle lediglich vorstellen, als die Ereignisse Gestalt annehmen, die zu seinem Leiden und Tod führen und von denen er weiß, dass sie kommen werden. Anstatt sich dem Plan des Vaters zu widersetzen, sehen wir Christus gelassen und gefasst, obwohl die Spannung zunimmt. Seine Entschlossenheit nimmt zu. Er gibt sich vollkommen dem Willen seines Vaters hin. Jesus lehrt uns die Weisheit, das loszulassen, was vollkommen in der Hand des Vaters liegt. Er lehrt uns, den göttlichen Willen mit vollkommenem Vertrauen und Gelassenheit bereitwillig anzunehmen, unabhängig davon, wie schwer es für uns sein mag.

Gespräch mit Christus: Du Herr weißt, was das Beste für mich ist, weil du mein Vater bist, unendlich gut, mir zugeneigt, meinen Bitten gegenüber aufgeschlossen, bestrebt, mir den Leib deines Sohnes zu geben und immer gegenwärtig im wunderbaren Geheimnis deiner Eucharistie.

Vorsatz:  Ich will gläubig und bereitwillig annehmen, was ich nicht beeinflussen kann - und auch nicht soll.