Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 10. Februar 2013 bis Samstag 16. Februar 2013

Fünfte Woche im Jahreskreis

P. Ned Brown LC, P. Alex Yeung LC, P. Paul Hubert LC

Unterricht vom See ausSonntag
Der Glaube und Christi Macht zu heilenMontag
Wahre VerehrungDienstag
Freudige WiedergutmachungMittwoch
Das Kreuz ist der einzige Weg zu GottDonnerstag
Warum fasten?Freitag
Ein Christ vergibtSamstag


Unterricht vom See aus

10. Februar 2013

Fünfter Sonntag im Jahreskreis

P. Ned Brown LC

Lk 5,1-11
Als Jesus am Ufer des Sees Gennesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, so dass sie fast untergingen. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.

Einführendes Gebet:  Herr, ich danke dir, dass du uns dein sanftes und mildes Heiligstes Herz offenbarst. Dein Herz verleiht mir das sichere Vertrauen, immer zu dir zurückkehren zu dürfen, wenn ich gefallen bin. Ich weiß, dass ich dich zutiefst verletze, wenn ich deiner unendlichen Liebe zu mir nicht vertraue. Darum will ich mich jetzt während dieser Betrachtung ganz in deine Liebe versenken, oh guter und freundlicher Jesus.

Bitte: Herr, schenke mir einen tiefen Glauben, damit ich mit meinen Kräften mithelfen kann bei deinem großartigen Werk, Seelen zu retten.

1.  Jesus sieht unsere Herzen. Im heutigen Evangelium wird uns unser Herr als ein hervorragender Lehrer der Seelen vorgestellt. Zuerst wird Christus als ein Lehrer der Menge geschildert, deren Herz für Christi Lehre aufgrund seiner großartigen Wunder offen stand. Er wurde zudem auf feinsinnige Weise als Lehrer des heiligen Petrus dargestellt, den er später zur Führung seiner Kirche erwählen wird. Jesus will Petrus zuerst lehren, wie wertvoll er in seinen Augen ist. Jesus gewährt Petrus die Gnade eines Wunders – nicht die Heilung von irgendeiner Krankheit, sondern den Beweis seiner übergroßen Liebe zu ihm. Diese Liebe ist im wunderbaren Fischfang ausgedrückt. Bin ich in der Lage, in den Situationen von Not oder Überfluss, Gesundheit oder Krankheit, in meinem Leben das zu erkennen, was der Herr mich dadurch lehren will? Bin ich offen für seine Lehren der Liebe?

2. Aus den Tiefen unseres Glaubens. Um Petrus auf den größeren Auftrag vorzubereiten, nämlich der erste Papst zu sein, musste unser Herr ihn intensiver unterrichten. Petrus musste sich auf eine eher jenseitige Ebene hin ausrichten, da Christus ihm die Schlüssel des Himmelreiches anvertrauen wollte, wie er es später tat. Christus nahm das Boot des Petrus, um das Volk zu lehren, das sich am Ufer versammelte. Nachdem er die Großzügigkeit von Petrus geprüft hatte, veranlasste er ihn zu einem Akt des Glaubens, indem er ihn aufforderte, auf den See hinauszufahren und die Netze zum Fang auszuwerfen, zu einer Zeit, die zum Fischen nicht günstig war. Wenn Petrus den göttlichen Ruf, ein Menschenfischer zu sein, beantworten sollte, dann musste er sich auf die Wirkung der Wunder unseres Herrn verlassen. Durch das Erlösungswerk Christi rettet Gott, was, menschlich gesehen, unrettbar zu sein scheint.

3. Eine Lehre der Barmherzigkeit. Barmherzigkeit ist die weise Pädagogik Gottes; indem er sich gegenüber Sündern barmherzig zeigt, erklärt Christus uns seine einzigartige Botschaft. Die Erkenntnis von Petrus offenbarte sich in seinem Geständnis am Ufer. Petrus bekennt seine Zweifel und den Mangel an „Gehorsam“ im Glauben bei der Aufforderung unseres Herrn, auf den See hinauszufahren. Unser Herr erteilte Petrus eine bedeutende Lektion, indem er ihn, im Gegensatz zu seinem schwachen und geringen Glauben, mit einem übergroßen Fischfang segnete. Bin ich ehrlich und offen gegenüber Gott und im Umgang mit meinen Mitmenschen? Bin ich bereit, mich großzügig der Arbeit der Neuevangelisation zu öffnen?

Gespräch mit Christus: Herr hilf mir, mit deiner barmherzigen Gnade anzunehmen, was, menschlich gesprochen, unmöglich ist. Hilf mir auch, deinem Ruf zu folgen, in deinem Weinberg zu arbeiten, um eine Kultur der Liebe in der heutigen Welt zu verbreiten. Lass mich, Herr, dir und deiner Freundschaft immer treu bleiben, und hilf mir, aufrichtig in meinem Glauben und eifrig im Dienst an dir und im Dienst am Nächsten in Not zu sein.

Vorsatz:  Heute will ich zu unserem Herrn beten und ein Opfer bringen, damit er der Kirche großzügige und treue Berufungen schenkt, besonders da, wo sie diese am meisten braucht.


Der Glaube und Christi Macht zu heilen

11. Februar 2013

Montag der fünften Woche im Jahreskreis
Unsere Liebe Frau in Lourdes

Mk 6,53-56
Sie fuhren auf das Ufer zu, kamen nach Genezareth und legten dort an. Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war. Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du die Macht hast, körperliche und seelische Leiden zu heilen. Ich komme zu dir, denn ich weiß, dass ich vor dir krank und schwach bin, und ich vertraue darauf, dass du mich heilen und stärken willst. In Demut opfere ich dir meine Seele auf, die krank ist durch Egoismus, Stolz und Selbstgenügsamkeit, es ist fast wie ein geistiger „Krebs“. Ich übergebe mich ganz deiner liebenden Barmherzigkeit. Ich danke dir Herr, dass du über mir wachst und mich bedingungslos liebst.

Bitte: Herr, heile mein Herz und meine Seele, und hilf mir, das zu tun, was meiner seelischen Gesundheit am besten dient.

1.  Sie eilten durch die ganze Gegend. Die Menschen in diesem Evangelium eilten zumeist nicht durch die ganze Gegend, um andere einzuladen, zu Jesus zu gehen und von ihm die Vergebung und die Heilung ihrer Seelen zu erlangen. Natürlich waren sie in Eile, aber vor allem deshalb, weil sie wollten, dass der Herr sie von ihren körperlichen Krankheiten heilte. Wie blind ist doch das menschliche Herz, das oft körperliche Krankheit mehr fürchtet als die Krankheit der Seele und das Hinausfallen aus Gottes Gnade! Die schlimmsten Krankheiten, die wir erleiden können, kommen aus unserem Inneren: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Verleumdungen. Das ist es, was den Menschen unrein macht (Mt 15,19-20)“.

2. Sein Gewand berühren. Heilige Männer und Frauen aus vielen Jahrhunderten haben fest geglaubt, dass das „Berühren“ Christi, das heißt der Empfang der Sakramente, die Gesundheit der Seele und die Erlösung bewirkt. „Mein Herz ist durch viele Sünden verwundet worden“, so betete der heilige Ambrosius vor der heiligen Messe, „ich wachte nicht über meinen Verstand und meine Zunge. Herr der Freundlichkeit und Macht, in meiner Niedrigkeit und Not komme ich zu dir, der Quelle des Erbarmens; ich eile zu dir, damit du mich heilst, ich nehme Zuflucht zu dir. Ich sehne mich danach, dir zu begegnen, nicht als meinem Richter, sondern als meinem Retter. Herr, ich schäme mich nicht, dir meine Wunden zu zeigen. Du allein weißt, wie zahlreich und schlimm meine Sünden sind, und obwohl ich ihretwegen um mein ewiges Heil fürchten könnte, setze ich meine Hoffnung auf dein Erbarmen, welches grenzenlos ist. Schau auf mich voll Erbarmen, Herr Jesus Christus, ewiger König, Gott und Mensch, zu unserem Heil gekreuzigt. Ich vertraue auf dich, denn du bist die Quelle, die in nie erlöschender barmherziger Liebe fließt: erhöre mich und vergib mir meine Sünden und Schwächen.“

3. Alle, die ihn berührten, wurden geheilt. Alle, die Jesus Christus gläubig berührten, wurden geheilt: die kanaanitische Frau, der blinde Mann, die zehn Aussätzigen, der Mann mit der vertrockneten Hand, der Gelähmte, die Tochter des Jairus, die Frau mit den Blutungen, der Junge, der von einem Dämon besessen war, der Taubstumme. Alle diese Leute im Evangelium hatten Eines gemeinsam: es war ihr Glaube, der dem Herrn erlaubte, sie zu heilen. Im Fall der Frau, die unter Blutungen litt, heißt es: „Es strömte eine Kraft von ihm aus“ (Mk 5,30). Glauben ist einer der mächtigsten Akte der menschlichen Person, denn Gott selbst wollte sich durch diesen bewegen lassen. Wie stark ist mein Glaube an die Macht unseres Herrn Jesus Christus? Strecke ich mich nach ihm aus und berühre ihn im Glauben Tag für Tag? Lasse ich ihn in meinem Leben durch meinen Glauben wirken? Worauf warte ich noch?

Gespräch mit Christus: Herr, du bist allmächtig und du bist die Quelle meiner Rettung und der Heilung meiner Seele. In diesem Gebet wende ich mich im Glauben an dich, auch wenn ich unwürdig bin und mein Glaube noch so schwach ist. Heile mich, Herr. Gib mir die Kraft, der Macht des Bösen in meinem Leben zu widerstehen und mich ganz deiner Gnade und Güte zu übergeben. Herr, ich glaube; vermehre meinen Glauben.

Vorsatz:  Ich will an diesem Tag den Herrn immer wieder durch kleine Stoßgebete im Glauben bekennen.


Wahre Verehrung

12. Februar 2013

Dienstag der fünften Woche im Jahreskreis

Mk 7,1-13
Die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, hielten sich bei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Hand voll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung. Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korbín, das heißt: eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun. So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen.

Einführendes Gebet:  Herr, danke für dein Evangelium und für all die Wahrheit, die du mich lehrst. Danke, dass du mich vor den Einstellungen und Haltungen bewahrst, die für mich zur Versuchung werden könnten. Ich liebe dich wegen deiner Güte und Barmherzigkeit, und ich möchte mich in deine liebenden Arme begeben.

Bitte: Herr, hilf mir, dir aufrichtig in Wahrheit und Liebe zu dienen.

1.  Nur ein Lippenbekenntnis. Jesus ruft seine Jünger auf, authentisch zu sein. Allzu oft machen sogenannte Jünger den Eindruck, ihm zu folgen, während sie gleichzeitig mit ihrem Herzen ganz woanders sind. Obwohl die Pharisäer äußerlich auf dem Weg zur Heiligung scheinbar alles richtig machen, verrät die Art, wie sie Jesus und andere behandeln, ihre wahre Haltung. Jesus würde sie „weißgetünchte Gräber“ (Mt 23,27) nennen: äußerlich rein und glänzend, aber von innen voll mit Knochen toter Menschen. Selbstgerechtigkeit führt zu ihrem Sturz. Solche Haltungen mögen einem stolzen Menschen kurzfristig Sicherheit bieten, doch diese wird immer eine Illusion bleiben, weil sie nicht auf der Wahrheit basiert. Ehre ich Gott auf irgendeine Weise ebenfalls nur mit den Lippen, aber sage in meinem Herzen etwas anderes oder verhalte mich gegensätzlich dazu?

2. Wertlose Verehrung. Wahre Verehrung beginnt mit Demut, wenn die Seele erkennt, dass sie nichts Gutes in oder durch sich selbst besitzt, sondern dass all ihre Gaben von Gott kommen. Verlassen wir auch uns nicht oft mehr auf unsere Talente und unser Können, als auf die Gaben, die von Gott kommen? Es ist nicht ohne Bedeutung, dass Jesus über das Gebet des Pharisäers, der sich selbst über andere erhebt, negativ urteilt (Lk 18,11). Wie kann ich sichergehen, dass mein Gebet wirklich hingebungsvoll ist, dass ich nämlich unseren Herrn mit den Worten meines Herzens anspreche?

3. Wahre Verehrung. Die Pharisäer nutzen die Talente und Gaben, die Gott ihnen gegeben hatte, nicht zu Gottes Ehre, sondern für ihren eigenen persönlichen Profit, ob er nun darin bestand, gelobt und bewundert zu werden oder bequem und selbstzufrieden zu leben. Wahre Gottesverehrung bedeutet, die Dinge, die Gott geschaffen hat, dazu zu nutzen, ihm näher zu kommen. Dann gebrauchen wir die geschaffenen Dinge auch richtig: „Der Glaube an den einzigen Gott lässt uns alles, was nicht Gott ist, soweit gebrauchen, als es uns ihm näher bringt, und uns soweit davon lösen, als es uns von ihm entfernt.“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 226). „Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir. Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir“ (Gebet des hl. Nikolaus von Flüe).

Gespräch mit Christus: Herr, danke für mein Leben und all das Gute, das du mir gegeben hast. Hilf mir zu erkennen, dass du alles geschaffen hast und dass alles, was ich habe, von dir kommt. Möge ich alles, was ich habe, nutzen, um anderen zu dienen und dir näher zu kommen, der Quelle alles Guten.

Vorsatz:  Ich werde mein Gewissen erforschen, ob ich irgendeine meiner Gaben und Talente nutze, um mich selbst zu ehren oder einem Gruppenegoismus zu dienen. Ich werde mich bemühen, alle Gaben in den Dienst Gottes zu stellen.


Freudige Wiedergutmachung

13. Februar 2013

Mittwoch der fünften Woche im Jahreskreis
Aschermittwoch

P. Alex Yeung LC

Mt 6,1-6,16-18
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir her posaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Einführendes Gebet:  Herr, du weißt, wie sehr ich dich brauche und wie sehr ich in allem von dir abhänge. Du kennst meine Schwächen und meine Fehler. Hilf mir, im Vertrauen zu wachsen und in meinem Tun meine ganze Hoffnung auf deine Liebe und Barmherzigkeit zu setzen. Lehre mich, jeden Tag auf deine Macht, auf dein Versprechen und auf deine Gnade zu vertrauen. Herr, lass mich diese Fastenzeit mit dem ehrlichen Wunsch beginnen, in der Liebe zu wachsen und mich vorzubereiten, die Geheimnisse deines Leidens, deines Todes und deiner Auferstehung würdig zu begehen.

Bitte: Herr, hilf mir einzusehen, was ich in meinem Leben ändern muss, was der Änderung bedarf.

1.  Übungen in der Fastenzeit. Wenn wir die Fastenzeit beginnen, werden wir daran erinnert, dass wir für unsere Sünden Sühne leisten und uns mit Gott versöhnen müssen. Jeder Versuch, ein geistliches Leben zu führen und dabei die Säulen von Gebet, Fasten und Almosengeben zu vernachlässigen, ist wie das Bauen auf Sand. Das Gebet reinigt unsere Absichten und bindet alles, was wir tun, an Gott. Das Fasten löst uns los von unserer Bequemlichkeit und von uns selbst. Das Almosengeben bringt zum Ausdruck, dass die Armen in Jesus unsere Brüder sind und dass wir in Jesus alle eine Familie sind. Außerdem erinnert es uns daran, dass wahrer Reichtum nicht im Besitz irdischer Dinge besteht, sondern in der Liebe zu Gott. Wir alle haben es nötig, unser geistliches Leben zu überprüfen, um sicher zu gehen, dass wir uns wirklich bemühen, das Gebet, das Fasten und das Almosengeben zu üben.

2. Nicht zur Schau stellen. Jesus kritisiert die Heuchler sehr streng, die ihre Taten den anderen zur Schau stellen, um gelobt zu werden. Solche Paraden sind vor Gott ohne Wert und sind keine Sühne für unsere Sünden; sie vergrößern nur unsere Sündenschuld. Er ruft uns auf, im Verborgenen zu beten und zu fasten und im Geheimen Almosen zu geben, ohne dass jemand etwas davon erfährt. So können wir sicher sein, dass wir alles aus Liebe zu Gott und nicht aus Liebe zu uns selbst tun. Jene, die ihre Frömmigkeit und Großzügigkeit zur Schau stellen, „haben ihren Lohn schon empfangen“, und sammeln sich keine Schätze für den Himmel. Wir wollen also ohne große Worte und im Verborgenen wirken, um allein Gott zu gefallen.

3. Gott liebt einen freudigen Spender Nichts bringt uns Christus näher, als an seiner Seite zu gehen und die Dinge tun, die er aus Liebe zum Vater getan hat. Während der Fastenzeit lädt Gott uns ein, unser Herz und unsere Sinne zu reinigen und unsere Absichten neu auf ihn hin auszurichten. Christi Wirken in der Öffentlichkeit geschah im Gehorsam und aus Liebe zum Willen des Vaters. Unser Programm für die Fastenzeit sollte diesen Gehorsam und diese Liebe auf einfache, aber entschlossene Weise widerspiegeln. Was kann ich heute für Gott tun? Welches Opfer kann ich ihm bringen, das ihm gefällt? Meinen Entschluss will ich dann ausführen, ohne dass jemand davon erfährt.

Gespräch mit Christus: Jesus, gib mir die Gnade, diese Fastenzeit mit großer Begeisterung und Liebe zu beginnen. Hilf mir, sie freudig zu leben, im Wissen darum, dass ich in deiner Gegenwart lebe, um dir und nur dir allein zu gefallen.

Vorsatz:  Ich will mir für die Fastenzeit vornehmen, zu beten, zu fasten und Almosen zu geben.


Gott im Bewusstsein haben

14. Februar 2013

Donnerstag nach Aschermittwoch
Hl. Cyrill und Hl. Methodius, Patrone Europas

Lk 10,1-9
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

Einführendes Gebet:  Herr, ich weiß, dass du in meinem Leben wirkst, und doch nehme ich deine Gegenwart so selten wahr. Allein das Wissen um deine Gegenwart in den vergangenen Jahren meines Lebens sollte Grund genug für mich sein, mein Leben in Zukunft dir und deiner Sendung zu widmen. Dein Leben immer besser zu kennen, wird bewirken, dass ich mich nach dir sehne. Ich will Gutes tun, damit dieser Tag Früchte für die Ewigkeit trägt. Lass nicht zu, dass meine weltlichen Wünsche mich blind machen und mich daran hindern, heute dein Apostel zu sein.

Bitte: Herr, gib mir die Gnade, mich deinem Willen durch ein tieferes Vertrauen und eine tiefere Zuversicht mehr hinzugeben.

1.  Kein Fundament haben. „Ist es, weil wir kein Brot haben?“ Wir können sehen, wie leicht es ist, die Botschaft, die Gott uns im Gebet sendet, misszuverstehen, weil wir nur mit den aktuellen Sorgen beschäftigt sind. Vielleicht hungern wir nach Erfolg, oder erwarten, dass ein Freund oder jemand von der Familie mit uns Frieden schließt. Oder wir denken vielleicht nur an unser Geld und Vermögen. Ein ruheloses Herz kann das Wesentliche des Lebens nicht erkennen, weil es nicht auf Fels gegründet ist. Die Seele, die in Christus ruht, weiß, dass alles in rechter Ordnung ist, solange sie Christus begegnet und seinen Willen erfüllt.

2. Sich an die Werke Gottes erinnern. „Erinnert ihr euch nicht?“ Eine der schlimmsten Sünden des Volkes Israel war es, Gottes großen Taten, die er für sie vollbracht hatte, zu vergessen. Es ist wichtig, oft und mit Dankbarkeit an die vielen Wohltaten, die wir von unserem Herrn empfangen haben, zu denken. Jeder von uns sollte sich daran erinnern: Gott hat uns erschaffen und das Werk unserer Heiligkeit in uns begonnen. Wenn er uns jetzt bis hierher gebracht hat, obwohl unser Anteil daran sehr bescheiden war, wie viel weiter könnten wir gehen, wenn wir uns ihm in völliger Hingabe schenken würden? Wie viele Probleme würden dadurch von Gott zu unserem Wohl gelöst werden können?

3. Sich wünschen, wieder sehen zu können. Jeder, der Christus nachfolgt, sollte täglich ein gesundes Misstrauen gegenüber seinen Vorstellungen haben, wo es in seinem Leben hingehen soll. Wir brauchen sozusagen einen geistlichen Kompass, der uns die richtige Richtung zeigt. Dieser kann in der Schule des Gebets gefunden werden. Der heilige Augustinus bemerkt, dass das Gebet die Sehnsucht nach Gott wachsen lässt, dass es unser Herz von seinen Ablenkungen reinigt, und dass unsere Zuneigung und Hingabe an den Geliebten immer größer wird. Das Feuer der göttlichen Liebe kann viele Verletzungen und Komplexe unserer Seele heilen, wenn wir uns ihm beständig öffnen.

Gespräch mit Christus: Herr, bewahre mich vor der geistlichen Appetitlosigkeit, die mich den Hunger nach deiner Gegenwart in meinem Leben verlieren lässt. Der tägliche Druck und ungeordnete Leidenschaften können meine Fähigkeit, dich zu lieben, wie ich es sollte, blockieren. Wie sehr bringe ich mich selbst dadurch in Gefahr; ich zerstöre dadurch mein Glück in dieser Welt der Illusionen. Befreie mich, Jesus, von meiner eigenen Dummheit! Gib mir den Hunger, dich wieder zu lieben, zurück, denn ich verspreche dir, mich nie wieder von Aktivismus und Stolz treiben zu lassen.

Vorsatz:  Heute werde ich die Dinge aufschreiben, von denen ich nach reiflicher Überlegung erkannt habe, dass sie mich von Christus wegführen könnten. Ich will auf sie verzichten und sie nur insoweit zulassen, wie Jesus sie in meinem Leben haben will.


Warum fasten?

15. Februar 2013

Freitag nach Aschermittwoch
Siegfried von Schweden

P. Alex Yeung LC

Mk 9,14-15
Da kamen die Jünger des Johannes zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.

Einführendes Gebet:  Herr, du weißt, wie sehr ich dich brauche und wie sehr ich in allem von dir abhängig bin. Du kennst meine Schwächen und meine Fehler. Ich setze meine ganze Hoffnung auf deine Liebe und Barmherzigkeit. Ich will auf deine Macht, auf dein Versprechen und auf deine Gnade jeden Tag vertrauen. Ich möchte dir heute mit deiner Hilfe auf dem Kreuzweg voll Liebe und Großzügigkeit nachfolgen, um dir immer näher zu kommen.

Bitte: Herr, lehre mich, das Opfer als Weg der Sühne und Reinigung gerne anzunehmen.

1.  Mit Christus leiden. Jesus sagte, dass die Zeit kommen würde, in der seine Jünger fasten werden. Jetzt, da der Herr in Herrlichkeit zu seinem Vater heimgekehrt ist, liegt es an uns, seine Botschaft der Liebe Gottes weiterzutragen. „Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt“ (Kol 1,24), wie der heilige Paulus sagt. Wir verbinden uns mit Christus, um ihn nachzuahmen und erwarten von ihm und für die anderen Gnaden zu erwerben. Jedes christliche Leben muss von einem gesunden Geist des Opfers und der Selbstverleugnung erfüllt sein.

2. Körperlicher und geistiger Hunger. Der Hunger, den wir haben, wenn wir fasten, ist ein Symbol für den tieferen geistigen Hunger, den wir nach Gott und dem Himmel haben sollten. Diese Welt macht uns oft allzu bequem, und wir vergessen schnell, dass sie nicht unser letztes Zuhause ist. Wir sind Pilger in einem fremden Land, weit weg von unserem letzten Ruheplatz. Das Fasten erinnert uns an die Sehnsucht, die Reisende nach dem Urlaubsziel haben, die aber auch froh sind, wenn sie wieder gut zu Hause angekommen sind. Der echte Christ sehnt sich voll Hoffnung nach dem Himmel, wo er für immer bei Gott sein wird und ewiges Glück erfährt. Er weiß, dass alles Gute, was wir in dieser Welt erfahren, nur ein Schatten ist im Verhältnis zu den wunderbaren Dingen, die Gott für die vorbereitet hat, die ihn lieben (vgl. Röm 8,28).

3. Durst nach Seelen. Vom Kreuz herab sagte Jesus: „Mich dürstet“. Das war sein Durst nach der Versöhnung aller Menschen mit dem Vater. Es war der Durst nach Seelen, danach, dass sie umkehren und Gott lieben und den Weg in sein himmlisches Reich finden mögen. Das freiwillige Opfer und die Selbstverleugnung, aufgeopfert für die Bekehrung der Herzen der anderen, bringt ihnen die Gnade, die sie brauchen, um sich zu ändern und zu Gott umzukehren. Niemand kann sich selbst bekehren, und niemand, der in schwerer Sünde lebt, kann sich die Gnade Gottes verdienen. Darum müssen wir durch unser stellvertretendes Gebet und Opfer für die anderen eintreten, damit sie die übernatürliche Gnade bekommen, die sie brauchen, um ihre Hindernisse zu überwinden. Der größte Akt der Nächstenliebe, den wir bringen können, und die größte Freude, die wir erfahren können, ist die Rettung einer Seele für Gott. Wie viele Seelen warten auf unser Gebet und Opfer?

Gespräch mit Christus: Herr, hilf mir, großzügig und voll Freude Opfer zu bringen, denn ich weiß ja, dass das Opfer mich mehr mit dir verbindet und dass es die Bekehrung so vieler Seelen bewirkt, die du geliebt hast und für die du gestorben bist.

Vorsatz:  Ich will an eine Person denken, von der ich glaube, dass sie Gottes Gnade braucht, und für sie heute meine Gebete und Gedanken darbringen.


Ein Christ vergibt

16. Februar 2013

Samstag nach Aschermittwoch
Hl. Juliana, Märtyrerin

P. Paul Hubert LC

Lk 5,27-32
Als Jesus von dort wegging, sah er einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf, verließ alles und folgte ihm. Und er gab für Jesus in seinem Haus ein großes Festmahl. Viele Zöllner und andere Gäste waren mit ihnen bei Tisch. Da sagten die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten voll Unwillen zu seinen Jüngern: Wie könnt ihr zusammen mit Zöllnern und Sündern essen und trinken? Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.

Einführendes Gebet:  Herr, du schenkst uns sonnige, wolkige und regnerische Tage. Du überraschst uns jeden Tag, indem du jeden Tag einmalig machst, um uns auf dein Kommen, auf das wir hoffen, vorzubereiten. Herr, deine Liebe erklärt alles und lenkt alles; ich möchte auf deine unendliche Barmherzigkeit und Liebe antworten, indem ich dich jeden Tag mehr liebe.

Bitte: Herr, du weißt, wie schwer es mir fällt zu vergeben. Hilf mir, jederzeit Vergebung zu üben.

1.  Die Kranken brauchen einen Arzt, nicht die Gesunden. Was für eine großartige Antwort: „Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.“ Dies ist eine Aussage, gültig für die ganze Menschheit, die der Erlösung bedarf. Dies ist eine Zusage, die uns zeigt, dass Gott niemanden ausschließt. Christus ist für alle Sünder gekommen, und er ruft jeden zur Umkehr auf, damit alle bereuen und durch seine Gnade umkehren. Das zeigt uns, dass Christus jeden erreichen und jedem vergeben möchte. Er ist nicht wie wir, die wir andere diskriminieren und Groll gegeneinander hegen. Wenn jemand mehr sündigt, bemüht sich Gott erst recht, ihm zu helfen und ihm seine Vergebung und seine aufbauende Gnade anzubieten. Was für ein Beispiel für uns zum Nachahmen, wenn wir uns schwer tun mit anderen! Christus mahnt uns zur Geduld. Christus lehrt uns, dass wir lieben und Brücken bauen sollen, wo immer sich die Gelegenheit bietet.

2. Jene, die sich Christus widersetzen, kennen ihn nicht. Christus gibt uns durch seine Vergebungsbereitschaft ein Beispiel. Und er sendet uns, damit wir das Evangelium den Menschen verkünden, die ihn nicht kennen oder die ihn bewusst oder auch unbewusst angreifen. Interessant ist jedoch, dass Christus jene, die sich ihm widersetzen, die „Gerechten“ nennt, weil sie starrköpfig und unbekehrbar sind. Christus ruft uns dazu auf, zu vergeben, so oft es nötig ist (Lk 17,4). Wir müssen lernen, wie man in einer Welt vergibt, die oft unbarmherzig und wenig vergebungsbereit ist, und in der nichts verpasst werden darf.

3. Allein die Liebe. Diese Evangeliumsstelle erinnert uns an die ehebrecherische Frau, die zu Jesus gebracht wurde (vgl. Joh 8,2-10). Das Gesetz des Moses war klar, dennoch wusste Jesus, dass etwas verändert werden musste, um es dem Menschen zu ermöglichen, in den Himmel zu kommen. Er wusste, dass nur Vergebung und Liebe zu allen Menschen sie im Paradies vereinigen kann. Er wusste, dass alle Menschen gesündigt hatten, und daher konnten sie nicht jemand anderen anklagen, ohne sich in Wirklichkeit selbst mit anzuklagen. Daher antwortete Christus jenen, die die ehebrecherische Frau anklagten, „wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie“ (Joh 8,7). Wir sind alle Sünder. Wir alle bedürfen der Vergebung und haben einander zu vergeben. Wir alle müssen lernen, die Liebe so in unsere Herzen eindringen zu lassen, dass sie das Band wird, das uns wieder vereinigt.

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir, dass du mich erlöst hast. Hilf mir, dass ich voll und ganz jenen vergebe, die mir Unrecht getan haben. Hilf mir, sie zu lieben, für sie zu beten und ihnen Gutes zu tun, auch wenn sie mich ärgern und verletzen. Hilf mir, unermüdlich danach zu streben, der Welt deine Botschaft zu bringen, die Trennung, Diskriminierung, Hass und Krieg überwinden kann.

Vorsatz:  Ich will an die Menschen denken, die ich nicht mag oder denen gegenüber ich gleichgültig bin, und ich will wenigstens an eine ihrer guten Eigenschaften denken. Ich will gut über sie reden, und, wenn ich kann, will ich eine gute Tat für sie vollbringen.