Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 16. Dezember 2012 bis Samstag 21. Dezember 2012

Dritte Woche im Advent

P. Edward McIlmail LC, P. Barry O’Toole LC, P. Robert de Cesare LC, P. Matthew Kaderabek LC

Nächstenliebe für alleSonntag
Der tiefere Sinn meines LebensMontag
Der gerechte JosefDienstag
Der zweifelnde ZachariasMittwoch
Der Herr ist mit dirDonnerstag
Eine Reise voll Glaube und LiebeFreitag
Gipfel der DemutSamstag


Nächstenliebe für alle

16. Dezember 2012

Dritter Sonntag im Advent

P. Edward McIlmail LC

Lk 3,10-18
Da fragten ihn die Leute: Was sollen wir also tun? Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso. Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun? Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist. Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold! Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Weizen in seine Scheune zu bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk in seiner Predigt.

Einführendes Gebet:  Herr, in dieser Adventszeit sehne ich mich danach, dein Beispiel der Demut mehr zu erfassen, dass du als Kind zu uns gekommen bist. Ich bitte dich, dass diese Zeit der Besinnung meine Hoffnung auf deine Vorsehung wieder lebendig werden lässt.

Bitte: Herr, schenke mir die Gnade, in der Tugend zu wachsen, die ich am meisten üben sollte.

1.  In Reichweite. Nächstenliebe erfordert auch Gerechtigkeit. Im Kompendium des Katechismus, Nr. 381, wird die Gerechtigkeit als der feste und beständige Willen, anderen das ihre zu geben, definiert. In der Bibelstelle von heute weist Johannes der Täufer auf zwei Ebenen der Gerechtigkeit gegenüber dem Nächsten hin. Auf der ersten Ebene empfiehlt er den Steuereintreibern und Soldaten, dass sie mit dem Lohn, den sie erhalten, zufrieden sein sollen. Die zweite Ebene geht weiter. Darin wird verlangt, dass wir unseren Überfluss mit den Notleidenden teilen. Der Überfluss könnte überall um uns herum sein: in unserem Schrank, unserer Vorratskammer, auf unserem Girokonto. Was könnte ich mit den Armen teilen? Ein gutes Sprichwort sagt: Lebe bescheiden, damit andere einfach leben können.

2. Für alle offen. Alle möglichen Leute kommen zu Johannes dem Täufer, um Rat zu holen. Er antwortet ihnen allen. Sie hungern nach dem Sinn im Leben. Sie wollen sich bekehren. Die gleiche Art von Menschen gibt es auch heute. Vielleicht sind das Katholiken, die nicht mehr praktizieren, oder Protestanten, oder Juden, Muslime oder sogar Atheisten. Auch sie suchen nach dem Sinn in ihrem Leben. Ob es ihnen bewusst ist oder nicht, sie alle suchen Christus, „der dem Menschen den Menschen selbst voll kund macht“ (Gaudium et Spes, 22). War ich bisher bereit, dieses „Geheimnis“ mit anderen zu teilen? Gibt es Bereiche in meinem Leben, in denen ich mich scheue, von Religion zu reden? Im Büro? Im Kaufhaus? Am Mittagstisch? Johannes der Täufer wollte keinen ausschließen. Würde ich auch so handeln?

3. Den Grund legen. Indem er zu Nächstenliebe und Gerechtigkeit aufrief, wollte Johannes das Volk für die Ankunft des Messias vorbereiten. Ohne offene Herzen für den Nächsten würden sie die kraftvolle Botschaft Christi nicht annehmen können. Nächstenliebe bereitet das Herz für die Saat des Evangeliums vor. Wenn jemals meine Beziehung zu Christus erkalten sollte, sollte ich mich fragen: „Wie steht es um meine Nächstenliebe?“ Der Schlüssel zur Selbstfindung verlangt, dass ich mich zuallererst um Gott und andere kümmere.

Gespräch mit Christus: Herr, für dich ist die Nächstenliebe von höchstem Wert. Du hast sogar in der Nacht vor deinem Tod gesagt: „Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“ (Joh 13,34). Weihnachten sollte Liebe in meinem Herzen erwecken. Lass mich dich, Jesus, in jedem Menschen sehen, dem ich heute begegne.

Vorsatz:  Ich will heute einen besonderen Akt der Nächstenliebe für jemand vollbringen, zuhause, am Arbeitsplatz oder in der Schule.


Der tiefere Sinn meines Lebens

17. Dezember 2012

Montag der dritten Woche im Advent
Lazarus von Betanien

P.Barry O’Toole LC

Mt 1,1-17
Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams: Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda und seinen Brüdern. Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. Perez war der Vater von Hezron, Hezron von Aram, Aram von Amminadab, Amminadab von Nachschon, Nachschon von Salmon. Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. Obed war der Vater von Isai, Isai der Vater des Königs David. David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war. Salomo war der Vater von Rehabeam, Rehabeam von Abija, Abija von Asa, Asa von Joschafat, Joschafat von Joram, Joram von Usija. Usija war der Vater von Jotam, Jotam von Ahas, Ahas von Hiskija, Hiskija von Manasse, Manasse von Amos, Amos von Joschija. Joschija war der Vater von Jojachin und seinen Brüdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft. Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von Schealtiël, Schealtiël von Serubbabel, Serubbabel von Abihud, Abihud von Eljakim, Eljakim von Azor. Azor war der Vater von Zadok, Zadok von Achim, Achim von Eliud, Eliud von Eleasar, Eleasar von Mattan, Mattan von Jakob. Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus der Messias genannt wird. Im Ganzen sind es also von Abraham bis David vierzehn Generationen, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft vierzehn Generationen und von der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus vierzehn Generationen.

Einführendes Gebet:  Herr, in dieser Woche der Vorbereitung auf das Fest deiner Geburt möchte ich in meinem Herzen einen Platz für dich bereiten. Ich glaube, dass du hier bei mir bist und zu mir sprechen willst. Weil ich dich liebe, habe ich mich auch nach diesem Augenblick der Ruhe und Besinnung gesehnt, obwohl es nicht leicht war, diesen Augenblick zu finden. Ich hoffe, dass du mich in deiner Gnade den arbeitsreichen Tag über begleiten wirst, so dass ich die Entscheidungen treffen kann, die dir gefallen werden.

Bitte: Herr, hilf mir, dass ich mir meiner menschlichen Würde stärker bewusst werde und dass dies auf alle ausstrahlt, denen ich heute begegnen werde.

1.  Ermittlung des Familienstammbaums. Viele Menschen versuchen, Ahnenforschung über ihre Familie zu betreiben, und gehen Jahrhunderte zurück, um ihre Ursprünge festzustellen. Manchmal ist diese Suche einfach, weil die Familie über viele Generationen im selben Land gelebt hat, vielleicht sogar in derselben Stadt. In anderen Fällen erfordert die Suche, einen Ozean zu überqueren, alte Aufzeichnungen auszugraben und in alten und verstaubten Büchern herumzustöbern. Die Ermittlung des Familienstammbaums ist ein Versuch, besser zu verstehen, wer wir sind. Jesus brauchte diese ganze Erforschung seines Stammbaumes nicht. Wenn es eines Nachweises bedürfte, könnten wir die Eckpfeiler seines Lebens nennen: es ist sein Bewusstsein, dass er vom Vater gekommen ist und aus Gehorsam gegenüber dem Willen seines Vaters die menschliche Natur angenommen hat. Auch wir kommen vom Vater, der uns erschuf. Auch wir haben hier auf Erden einen Auftrag. Darin liegt der Sinn unseres ganzen Seins: Wir sind aus der Liebe Gottes, des Vaters entsprungen.

2. Gott ist immer treu. Die Ahnenforschung im Evangelium des Matthäus geht zurück bis zu Abraham, unserem Vater im Glauben. Gott hatte Abraham eine Verheißung gegeben, die besagte, er würde ihn zum „Stammvater einer Menge von Völkern“ (Gen 17,4) machen. Matthäus will gleich zu Beginn seines Evangeliums klarstellen, dass Gott stets treu zu seinen Verheißungen steht. Jesus, der Messias, der Sohn Davids und der Sohn Abrahams, ist die Erfüllung von allem, was Gott verheißen hatte. Somit hat der heilige Petrus zu Recht erklärt: „Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen“ (Apg 4,12). Wenden wir uns Jesus zu, nicht nur um unser ewigen Heiles willen, sondern auch inmitten unserer täglichen Prüfungen und Sorgen? Ist er der ständige Bezugspunkt unseres Tages?

3. Zusammenfassung der Menschheitsgeschichte. Der Mensch war zu Großem geboren: er war nach dem Abbild Gottes, ihm ähnlich, erschaffen worden. Die Aufzählung der Namen in der Ahnentafel bei Matthäus gliedert sich in drei Gruppen, so, als wolle er eine Erläuterung der Menschheitsgeschichte geben. (1) Abraham vertiefte durch seinen Gehorsam den Bund mit Gott. Der Mensch wurde geboren und erhöht, ein König zu sein. (2) Doch schon bald stellte sich heraus, dass er ein Tyrann ist. Er missbrauchte die Freiheit, die Gott ihm gegeben hatte, war trotzig, war ungehorsam und kehrte seinem Schöpfer den Rücken. Mit Tränen in den Augen sah der Vater, wie sein verschwenderischer Sohn in die Verbannung geht. (3) Jedoch schrieb Gott die Geschichte der Menschheit nicht, um sie in einer Tragödie enden zu lassen. Er sandte seinen Sohn in die Welt, um dem Menschen zu helfen, seine Größe zurückzugewinnen: so dass die Menschen sogar Söhne und Töchter Gottes werden sollten. Geschichte ist nicht eine Straße ins Nichts. Sie hat ein Ziel: mit Gott im Himmel vereinigt zu sein. Deshalb schulden wir Gott allen Ruhm, Lob und Ehre jetzt und für immer.

Gespräch mit Christus: Herr, deine Geburt an Weihnachten ist der Mittelpunkt und die Krönung der Menschheitsgeschichte. Ich danke dir für das Geschenk des Lebens, für die Aufgabe, mit der du mich betraut hast, für die mir gewährte Möglichkeit, meine Würde zurückzugewinnen, und schließlich dafür, dass du mich als dein Kind angenommen hast. Ich weiß um meine Schwachheit und den Sumpf, in den zu versinken ich fähig bin. Ich weiß aber auch, dass du mir durch deine Gnade immer beistehst. Ich biete dir den heutigen Tag und alle Tage meines Lebens als ein Geschenk meiner Liebe zu dir an. Möge dir dieses Geschenk immer Freude bereiten.

Vorsatz:  Heute will ich mein Gewissen prüfen und mich vorbereiten, eine gute Beichte abzulegen, damit mein Herz eine würdige Wohnung für das Jesuskind sein kann, das bald kommt.


Der gerechte Josef

18. Dezember 2012

Dienstag der dritten Woche im Advent
Hl. Philipp, Bischof

P. Edward McILmail LC

Mt 1,18-24
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme demütig zu dir. Ich habe schon oft gesündigt, deshalb ist mir meine Schwäche bewusst. Deine große Liebe jedoch gibt mir die Sicherheit, dass du mich durch deine Gnade weiterhin auf dem Weg zur Heiligkeit führen wirst.

Bitte: Herr, hilf mir, den heiligen Josef besser in seiner Art und Weise, wie er mit seinen Mitmenschen umging, zu verstehen und ihm nachzueifern.

1.  Keine Bloßstellung. Josef war zunächst bestürzt, als er sah, dass Maria ein Kind erwartete. Sie war doch eine Frau, die er bisher als untadelige Frau kennen gelernt hatte. Rechtlich gesehen hätte er sie öffentlich abweisen können. Das tat er jedoch nicht. Er war bereit, die ganze Sache auf sich beruhen zu lassen, um Maria nicht fälschlicherweise bloßzustellen. Welch große Tugend ist es doch: Das Beste von anderen zu denken! Es spiegelt ein Herz des Friedens und der Ruhe wider! Wie viele Freundschaften zerbrachen und wie viele Kriege begannen, weil die Menschen das Schlimmste von anderen dachten. Habe ich jemals die Absichten eines anderen verurteilt, und musste später erfahren, dass es nicht so war, wie es zuerst ausgesehen hatte? Wem sollte ich einen Vorschuss an Vertrauen schenken?

2. Die Erklärung des Engels. Der Engel erscheint erst dann, nachdem Josef sich entschließt, das Liebevollere zu tun und Maria ohne Aufsehen wegzuschicken. So geschieht es oft im geistlichen Leben: Gott offenbart uns von seinem Plan erst dann mehr, wenn wir in einer schwierigen Situation mit Liebe handeln. Es ist, als ob Jesus sagen würde: „Behandle andere gut und du wirst mich besser verstehen.“ Ist in einer schwierigen Situation die Nächstenliebe meine erste Antwort?

3. Der gute Ruf Jesu. Diese Stelle im Evangelium könnte auch eine zweite Verkündigung genannt werden. Bei der ersten Verkündigung sagte Maria „Ja“ zu dem Engel. Nun war das „Ja“ Josefs notwendig, um sicherzustellen, dass Jesus auch einen irdischen Vater mit einer angesehenen Ahnenreihe haben würde. Jesus will immer wieder auf diese Welt kommen: durch Werke der Nächstenliebe, durch ein freundliches Wort – oder in einem neugeborenen Kind. Er zählt auf unsere Hilfe. Um welche Hilfe könnte Jesus mich bitten, so dass er seine Pläne ausführen kann? Oder bringe ich seine Pläne zum Scheitern, weil ich bequem, eigensinnig oder egoistisch bin? Bittet er mich darum, jemandem zu helfen? Einem Mitglied meiner Familie, einer bekannten Person, einem Arbeitskollegen?

Gespräch mit Christus: Herr, du lädst mich ein, dir bei deiner Sendung Seelen zu retten, zu helfen. Du achtest meine Freiheit, und du möchtest, dass ich dir aus Liebe antworte. Hilf mir, dir großzügig zu antworten.

Vorsatz:  Ich will heute einer Bitte um Hilfe großzügig nachkommen.


Der zweifelnde Zacharias

19. Dezember 2012

Mittwoch der dritten Woche im Advent
Hl. Petrus von Arolsen

P. Edward McIlmail LC

Lk 1,5-25
Zur Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester namens Zacharias, der zur Priesterklasse Abija gehörte. Seine Frau stammte aus dem Geschlecht Aarons; sie hieß Elisabeth. Beide lebten so, wie es in den Augen Gottes recht ist, und hielten sich in allem streng an die Gebote und Vorschriften des Herrn. Sie hatten keine Kinder, denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren schon in vorgerücktem Alter. Eines Tages, als seine Priesterklasse wieder an der Reihe war und er beim Gottesdienst mitzuwirken hatte, wurde, wie nach der Priesterordnung üblich, das Los geworfen, und Zacharias fiel die Aufgabe zu, im Tempel des Herrn das Rauchopfer darzubringen. Während er nun zur festgelegten Zeit das Opfer darbrachte, stand das ganze Volk draußen und betete. Da erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars. Als Zacharias ihn sah, erschrak er und es befiel ihn Furcht. Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben. Große Freude wird dich erfüllen und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und andere berauschende Getränke wird er nicht trinken und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein. Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, bekehren. Er wird mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen. Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich erkennen, dass das wahr ist? Ich bin ein alter Mann und auch meine Frau ist in vorgerücktem Alter. Der Engel erwiderte ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. Aber weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen, wenn die Zeit dafür da ist, sollst du stumm sein und nicht mehr reden können bis zu dem Tag, an dem all das eintrifft. Inzwischen wartete das Volk auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. Als er dann herauskam, konnte er nicht mit ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen nur Zeichen mit der Hand und blieb stumm. Als die Tage seines Dienstes im Tempel zu Ende waren, kehrte er nach Hause zurück. Bald darauf empfing seine Frau Elisabeth einen Sohn und lebte fünf Monate lang zurückgezogen. Sie sagte: Der Herr hat mir geholfen; er hat in diesen Tagen gnädig auf mich geschaut und mich von der Schande befreit, mit der ich in den Augen der Menschen beladen war.

Einführendes Gebet:  Herr, schenke mir die Gnade, diese Zeit der Erwartung auf Weihnachten so gut wie möglich zu nutzen. Mein Glaube stützt sich auf dich, meine Hoffnung richtet sich darauf aus, die Ewigkeit mit dir zu verbringen. Hilf mir, den Wert der Zeit im Hinblick auf die Ewigkeit mehr zu schätzen.

Bitte: Herr, hilf mir, die Zeichen, die du mir in meinem Leben schickst, zu erkennen und auf sie zu antworten.

1.  Sehen und doch nicht glauben. Zacharias hatte keine Entschuldigung dafür, dass er nicht glaubte. Er befand sich im Allerheiligsten des Herrn, überallhin verbreitete sich der Duft verbrennenden Weihrauches. Und nun bot sich ihm eine unglaubliche Gelegenheit. Es war ein begnadeter Augenblick, ein heiliger Ort. Ein Engel erscheint! Und doch zweifelt er. Er glaubt nicht. Er hatte „alle Gebote“ befolgt und doch führte ihn seine Treue in einem entscheidenden Augenblick nicht zu einem lebendigen Glauben. Machen wir den gleichen Fehler? Wir beten vielleicht viel, aber wir reagieren skeptisch, wenn Gott eine besondere Bitte an uns heranträgt. Warum ist das so? Beten wir mit einem Herzen voller Liebe, oder ist unser Herz beim Beten fern vom Herrn?

2. Ausreden, nur Ausreden. Zacharias dachte, dass sein Alter Gottes Pläne verhindern würde. Er unterschätzte die Macht Gottes. Es ist in der Tat nicht Gott, der begrenzt ist, sondern es sind sozusagen wir, die ihm Grenzen setzen. In der ganzen Bibel beruft Gott scheinbar ungeeignete Menschen. Moses stotterte wahrscheinlich (Ex 4,10). Jeremias war „zu jung“ (Jer 1,6). Petrus war ungebildet (Apg 4,13), Saulus von Tarsus hasste die Christen (Apg 9,10). Alle waren unwahrscheinliche Kandidaten für das Amt des Propheten oder Apostels, sie ließen sich jedoch von Gott gebrauchen. Was ist meine Entschuldigung dafür, zu Gott „Nein“ zu sagen? Bin ich zu beschäftigt? Zu alt? Zu jung? Zu unwürdig? Ist es möglich, dass Gott mich aufruft etwas zu tun, von dem ich glaube, dass es meine Fähigkeiten übersteigt?

3. Weitermachen. Gott führt seinen Plan durch, trotz Zacharias Mangel an Glauben. Der Allmächtige wollte für seinen Sohn einen passenden Botschafter, Johannes den Täufer, bereiten. Deshalb ließ er Zacharias für eine Weile stumm sein. Es sollte uns nicht überraschen, wenn Gott mit seinem Plan weitermacht, selbst wenn wir ihm Widerstand leisten. Es ist möglich, dass er etwas Ungewöhnliches in unserem Leben bewirkt, um seine Pläne weiterzubringen. Gehören diese Rückschläge, die wir manchmal erleben, vielleicht zu Gottes Plan? Vielleicht bereitet er uns für etwas Besseres vor?

Gespräch mit Christus: Herr, ich habe manchmal schon gedacht, dass ich nicht so ungläubig wie Zacharias reagiert hätte. Aber manchmal ist es wirklich schwer, deinen Willen anzunehmen. Vielleicht fühle ich mich sogar so, als hätte ich den entscheidenden Augenblick verpasst und dass du nicht mehr an mir interessiert bist. Hilf mir, nicht mehr so zu denken, sondern fest auf dich zu vertrauen.

Vorsatz:  Ich werde ein Ave Maria beten, um darauf vorbereitet zu sein, „Ja“ zu den Plänen Gottes in meinem Leben zu sagen.


Der Herr ist mit dir

20. Dezember 2012

Donnerstag der dritten Woche im Advent
Hl. Vitus

P. Robert de Cesare LC

Lk 1,26-38
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Einführendes Gebet:  Herr, ich weiß durch meinen Glauben, dass diese Augenblicke der Betrachtung die wichtigsten meines Tages sind. Ich öffne meinen Verstand, mein Herz und meinen Willen für das, was du mit mir tun willst, weil ich weiß, dass du für mich nur mein Bestes willst. Ich weiß, dass du mir die Gnade gewähren wirst, alles zu tun, was du von mir verlangst, und dass du mich stets begleitest. Das genügt mir.

Bitte: Herr, schenk mir die Gnade, deinen heiligen Willen zu tun.

1.  Gott durch die kleinen, alltäglichen Aufgaben gefallen. Der Engel Gabriel findet Maria nicht beim Verrichten außergewöhnlicher Dinge vor, sondern dabei, wie sie alltägliche Aufgaben des Haushaltes erledigt und die täglichen Gebete wie jeder gläubige Jude spricht. Aber dadurch, dass sie das Gewöhnliche tut, tut sie, was Gott gefällt. Wir sollten uns an ihr ein Beispiel nehmen. Arbeit kann wirklich ein Mittel zur Heiligkeit sein. Der Mensch, sagt Papst Johannes Paul II., ordnet nicht nur die Umwelt nach seinen Bedürfnissen, sondern er verwirklicht auch sich selbst als Mensch, ja wird gewissermaßen „mehr Mensch“ (Laborem Exercens , Nr. 9). Wirgefallen Gott, wenn wir unsere Pflicht tun, unsere Verantwortung wahrnehmen und arbeiten, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn wir auch nicht in jedem Moment etwas Außerordentliches tun, preisen und ehren wir doch Gott, wenn wir das Gewöhnliche mit Liebe tun.

2. Fürchte dich nicht. Maria „erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.“ Wenn Gott uns seinen Plan vorstellt, empfinden vielleicht auch wir Angst. Es mag sein, dass wir nicht voll verstehen, was er für Pläne hat. Sein Plan mag uns zu groß erscheinen. Aber wenn Gott etwas von uns will, zeigt er uns, dass es unsere Kräfte nicht übersteigt. Wie bei der Menschwerdung in Maria wird Gott es bewirken und all die Gnade geben, die für die Ausführung nötig ist.

3. Mir geschehe, wie du gesagt hast. Als der Engel Gabriel Maria die Menschwerdung erklärt und ihr mitteilt, dass bei Gott alles möglich ist, vollbringt Maria einen Akt des Glaubens. Ihr Akt des Glaubens ist das, was das Zweite Vatikanische Konzil den „Gehorsam des Glaubens“ nennt.“ „Dem offenbarenden Gott ist der ‚Gehorsam des Glaubens‘ zu leisten. Darin überantwortet sich der Mensch Gott in Freiheit, indem er sich ‚dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwirft‘ und seiner Offenbarung willig zustimmt“ (Dei Verbum, Nr. 5). Gott gab Maria diese Gnade und ließ sie nicht im Stich; auch uns wird er nicht im Stich lassen. Wenn wir tun, was Gott will, und in seinem Plan mitarbeiten, wird er uns unterstützen. Er wird uns begleiten, wenn wir seinen Willen tun und seinen Plan zur Vollendung bringen. Gottes Wille ist unsere Heiligkeit, und wenn wir seinen Willen tun, hilft Gott uns, heilig zu werden.

Gespräch mit Christus: Herr, lehre mich, deinen Willen zu tun wie deine Mutter es getan hat, damit ich in deiner Nähe bleibe. Ich möchte deinen Willen tun, obwohl ich manchmal weiß, dass es schwierig oder unmöglich scheint. Gib mir die Gnade der Beständigkeit, damit auch ich mitarbeiten kann, egal, ob du mich um etwas Gewöhnliches oder etwas Außergewöhnliches bittest.

Vorsatz:  In einer schwierigen Situation werde ich ein „Gegrüßet seist du Maria“ beten und Maria um die Gnade der Treue bitten.


Eine Reise voll Glaube und Liebe

21. Dezember 2012

Freitag der dritten Woche im Advent

P. Matthew Kaderabek LC

Lk 1,39-45
Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

Einführendes Gebet:  Herr, beruhige du meinen Geist und mein Herz. Ich weiß, dass du jetzt bei diesem Gebet gegenwärtig bist. Stärke in mir den Glauben, dass du in meinem Leben handelst. Du führst mich zu dir. Hilf mir, mich ganz in deine Hände zu legen. Stärke meinen Glauben, damit ich bereit werde, alles für dich zu tun und alles für dich hinzugeben. Benutze mich als ein Instrument deiner Gnade im Leben derer, denen ich heute begegne.

Bitte: Herr, hilf mir, so zu glauben und so zu lieben wie Maria und anderen die Augen für deine Menschwerdung zu öffnen.

1.  Maria, unser Vorbild im Advent. Maria ist für uns das Vorbild, wie wir in der Adventszeit leben sollen, um uns auf das Kommen Christi vorzubereiten. Gott bereitete Maria vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis darauf vor, die Mutter seines Sohnes zu werden. Als treue Tochter Israels betete sie von Jugend auf für das Kommen des Messias. Als junge Frau durfte sie erkennen, dass sie ein Teil der Antwort Gottes auf dieses Gebet war, und zwar so, wie sich das kein hebräisches Mädchen hätte vorstellen können: der Messias würde nicht nur ihr Sohn sein, sondern ihr Sohn würde auch Gott sein. Ihr „fiat“, ihr „Ja“ aus tiefstem Herzen, das sie dem Erzengel Gabriel gab, setzte die nahe Vorbereitung der Geburt von Jesus, dem Messias, in Gang. Schließen wir uns der Antwort Marias an, sie ist unsere Führerin auf unserer eigenen Pilgerreise des Glaubens. Hören wir auf den Herzschlag des betrachtenden Herzens Marias, damit unser Weihnachten sich an der Frucht der ersten Weihnacht freuen kann.

2. Wer liebt, erkennt, was im jeweiligen Augenblick alles zu tun ist. Kaum hatte der Erzengel Maria nach der Ankündigung ihrer wichtigen Rolle in Gottes unglaublichem Erlösungsplan in Nazareth verlassen, da machte sich Maria schon auf die Reise. Sie eilte zu ihrer Cousine Elisabeth, die schwanger war. Gabriel hatte ihr nicht aufgetragen, Elisabeth zu helfen, er hatte es nicht einmal vorgeschlagen. Es war ihre große Liebe, die Maria zum Handeln veranlasste und sie antrieb, die lange Reise von 80 Kilometern zu Elisabeths Zuhause außerhalb von Jerusalem auf sich zu nehmen. Dass Maria diese anstrengende und gefährliche Reise auf sich nahm, zeigt, dass jemand, der liebt, erkennt, was im jeweiligen Moment alles zu tun ist, so wie Maria das auch bei der Hochzeit in Kana tat. Sie zeigte uns dadurch, dass jemand, der wirklich liebt, immer bereit ist, das ihm mögliche zu tun und zu helfen, selbst auf Kosten großer Opfer. Wir können uns vorstellen, dass Maria diese Haltung schon in ihrer Kindheit hatte.

3. Missionar sein – Christus bringen! Indem Maria mit dem kleinen Jesus in ihrem Schoß Elisabeth zu Hilfe eilte, wurde sie die erste Missionarin, die erste, die die frohe Botschaft brachte, die die ganze Menschheitsgeschichte ändern sollte. Maria konnte Elisabeth, die mit Johannes dem Täufer schwanger war, eine unbeschreibliche Freude bringen, gerade weil sie ihnen Christus brachte. Aus demselben Grund sang sie voll Freude ihr wunderbares Magnifikat. Wenn wir andere mit Freude erfüllen wollen, müssen wir ihnen Christus bringen. Er ist das größte Geschenk, das wir jemandem, den wir lieben, bringen können. Im Vergleich dazu sind alle materiellen Gaben nichts. Wenn wir unseren Lieben nicht Jesus bringen, bringen wir nichts, das wirklich bleibt. Wenn wir Christus zu den Menschen bringen, bringen wir ihnen Alles!

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, deine Mutter möchte, dass ich von ihrem Beispiel lerne. Sie spornt mich an, dich in dieser Weihnachtszeit zu anderen zu bringen. Ich kenne viele Menschen, die dich so sehr brauchen, die vor allem deine Vergebung brauchen, die nach deiner Liebe und deiner Gegenwart hungern, vielleicht ohne dass sie es wissen. Ich weiß, dass ich meine innige Beziehung mit dir nicht für mich behalten soll, sondern dass ich diese Gabe mit anderen teilen soll. Das Beispiel deiner Mutter zeigt mir, wie ich die Adventszeit gut leben kann und es treibt mich an, missionarisch zu wirken, indem ich dich in die Welt hineintrage.

Vorsatz:  Ich will meinen Glauben mit einem Freund oder Verwandten in dieser Weihnachtszeit teilen.


Gipfel der Demut

22. Dezember 2012

Samstag der dritten Woche im Advent
Hl. Jutta, OSB,
Hl. Franziska Cabrini

P. Edward McIlmail LC

Lk 1,46-56
Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Einführendes Gebet:  Herr, ich liebe dich, weil du mich zuerst geliebt hast. Du hast mir deine helfende Hand in so vielen Ereignissen meines Lebens gereicht; wie kann ich nicht an dich glauben? Diese Tage des Advents sind so schnell vorbei gegangen. Du bist schon fast an meiner Türschwelle, bereit anzuklopfen. Ich möchte an Weihnachten für dein Kommen gerüstet sein. Daher bringe ich meine demütige Bitte vor dich.

Bitte: Herr Jesus, hilf mir, für das Leben und alle deine Gnaden dankbar zu sein.

1.  Das Schlüsselwort. Das Magnifikat, ja sogar die ganze Geschichte der Erlösung, kann in dem Wort „Wohlwollen“ zusammengefasst werden. Das ist das wahre Weihnachtsmotiv. Gott schaut mit Wohlwollen auf die Menschheit. Manchmal sehen wir unser geistliches Leben als ein Bemühen an, das wir auf uns nehmen, um Gott gefällig zu werden und um dadurch seinen Segen auf uns zu ziehen. Das würde bedeuten, dass wir in gewisser Weise unser eigenes Wachsen in Heiligkeit bewirken können. Das ist jedoch nicht der Fall: Gnade heißt ja gerade unverdient und ungeschuldet. Wir haben keinen Anspruch gegenüber Gott. Unser geistliches Leben sollte darin bestehen, uns vor Gott als die zu zeigen, die wir wirklich sind: Sünder. Indem wir unsere Schwäche vor seine Allmacht bringen, kann er uns aus unserer Armseligkeit befreien und uns als seine Kinder annehmen. So geschah es ja auch, als er „auf die Niedrigkeit seiner Magd“ geschaut hat.

2. Er wollte einer von uns werden. Um uns seine unermessliche Liebe zu zeigen, wird Gott einer von uns. Liebe lässt uns danach verlangen, der Person, die wir innig lieben, ähnlicher zu werden. Wie konnte Gott seinem geliebten Geschöpf ähnlicher werden? Er wurde nicht nur Mensch, sondern er teilte das Schicksal der Ärmsten der Armen. Nur sehr wenige, auch kaum Sozialhilfeempfänger, wurden in einem Stall geboren. Wie viele Babies werden in einen Futtertrog einer Kuh oder eines Pferdes gelegt? Genau dies ist eine Krippe. Obwohl er reich war (er war der allmächtige Gott), wurde er arm, um uns durch seine Armut zu reich zu machen. Wir sollten uns selbst fragen, was wir tun, um unserem Geliebten ähnlicher zu werden. Was machen wir, um Christus in seiner Selbsthingabe nachzuahmen? Haben wir gelernt, unsere Launen und Begierden abzulegen, um Dinge zu tun, die unserem Ehepartner, unseren Kindern oder Eltern gefallen? Das ist die Art und Weise, wie wir uns selbst auf ein gnadenreiches Weihnachten vorbereiten.

3. Unerschöpflicher Segen. Der Schluss des Magnifikats ist eine Verherrlichung Gottes in der Erkenntnis, dass er denen sein Wohlwollen schenkt, die ihn lieben. Alle Generationen werden uns „selig“ preisen. Gott wird die Macht seines Armes zeigen, er wird die Niedrigen erhöhen und die Hungernden mit guten Gaben beschenken. Wir haben wirklich so viel bekommen, für das wir dankbar sein sollten. Die Herausforderung unseres christlichen Lebens besteht darin, dass wir uns an unsere Gnadengaben erinnern und unsere Taten mit dem Siegel der Dankbarkeit kennzeichnen. Wir ehren Gott und preisen Gott, wenn wir versuchen, auf all das Gute, das er in unserem Leben getan hat, zu antworten. Dann werden auch andere uns selig nennen, weil unsere kindliche Haltung Gott die Tür öffnet, noch mehr Gutes durch uns zu tun. Zähle ich oft meine Gnadengaben? Versuche ich wirklich, Gott etwas zurückzugeben, indem ich mit ihm mitarbeite, und bin ich mir bewusst, dass er dadurch noch mehr Gutes vollbringen und mich noch mehr segnen wird?

Gespräch mit Christus: Herr, ich bereite meine Seele auf dein Kommen an diesem Weihnachtsfest vor und lade dich ein, in meine bescheidene Wohnung einzutreten. Bitte gehe nicht vorüber, ohne meiner armen Seele deine Gnaden zu verleihen. Ich bedarf deiner Gnade. Ich werde heute unser Zusammensein nicht beenden, ohne zuvor wenigstens einen Krümel von deinem Gastmahl mitzunehmen. Erlaube mir, dir zu danken und dich zu preisen für deine grenzenlose Barmherzigkeit, mit der du auf mich schaust.

Vorsatz:  Heute werde ich aus Dankbarkeit für die vielen Gnaden, die ich empfangen habe, jemandem in Not etwas Gutes geben.