Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 10. Juni 2012 bis Samstag 16. Juni 2012

Zehnte Woche im Jahreskreis

P. Shawn Aaron LC, P. Timothy Mulcahey LC, P. Walter Schu LC

Mit den Augen des GlaubensSonntag
Der Ruf zur JüngerschaftMontag
Wahre FührerschaftDienstag
Aufgeben oder erfüllen – Leere oder FülleMittwoch
Die Macht der WorteDonnerstag
Schaut auf das Herz, das so sehr geliebt hatFreitag
Selig ist die, die geglaubt hatSamstag


Mit den Augen des Glaubens

10. Juni 2012

Zehnter Sonntag im Jahreskreis

P. Walter Schu LC

Mk 3,20-35
Jesus ging in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.

Einführendes Gebet:  Wieder ist eine Woche vergangen, verbunden mit dir und im Dienst für dich. Welche Freude, welche Ehre und Herrlichkeit ist es, einem König wie dir dienen zu dürfen! Herr, ich weiß, dass du alles neu machst und dass du mich in dieser Zeit des Gebets den Glauben neu und noch klarer erkennen lassen willst. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebub besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen. Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Bitte: Herr, hilf mir, dass ich mich immer mehr bemühe, für andere zu einer Quelle des Glücks zu werden.

1.  Ein Zuhause für Jesus Christus. Wir wissen, dass Jesus während seiner Zeit des öffentlichen Wirkens immer wieder in Kafarnaum wohnte (Mt 4,13). Im heutigen Evangelium erfahren wir, dass unser Herr zuhause keine Ruhe findet. Die Leute, zu denen er gepredigt hatte, folgten ihm bis zu seiner Haustüre. Wenn wir von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommen, wollen wir uns ausruhen, aber vielleicht warten unser Ehepartner und die Kinder auf uns. Sie brauchen unsere Liebe, und das bedeutet, dass wir ihnen unsere Zeit, unsere Hilfe und unser Mitempfinden schenken. Mitglieder aus dem weiteren Familienkreis, Nachbarn, Freunde und Menschen in Not brauchen ebenso unsere Hilfe und Liebenswürdigkeit. Unsere Lieben und die Hilfsbedürftigen müssen uns aus uns selbst herausziehen, damit wir uns wie Christus ihnen zuwenden und ihnen aus Liebe den ganzen Tag hindurch dienen. Bemühe ich mich darum, wenn ich nach Hause komme, für meine Familie eine Quelle des Glücks und der Unterstützung zu sein, oder verschließe ich mich in meinem Egoismus den Nöten der anderen?

2. Ein Mensch für andere. „Jesus war ein Mensch, der für andere gelebt hat. So viele Leute drängten sich um Jesus und seine Jünger, dass sie keine Zeit zum Essen hatten. Nichts war Jesus wichtiger, als die Seelen seiner Nächsten mit der Nahrung seiner Liebe und seiner Wahrheit zu nähren, so sehr, dass er es vernachlässigte, sich selbst zu ernähren. Diese Haltung der Selbstaufopferung durchdrang jeden Moment seines irdischen Daseins und gipfelte in der Ganzhingabe seines Lebens am Kreuz auf Kalvaria“ (John Bartunek LC, The Better Part, S. 375). Wie sehr bin ich von dem Wunsch durchdrungen, den anderen um mich herum zu dienen, bis hin zum Opfer, dem Maß meiner Liebe zu ihnen? Hat man mir schon einmal vorgeworfen, dass ich verrückt bin, weil ich mich so sehr für andere hingebe?

3. Ist er von Sinnen? Einer der Verwandten Jesu, dessen Weltanschauung allzu menschlich war, glaubte, dass Christi Hingabe für die Anderen übertrieben sei. „Die einzige Erklärung dafür war, so dachten sie, dass er verrückt geworden sei. Wenn wir diese Worte des Evangeliums lesen, können wir nicht anders als über die Liebe, die Jesus für uns hat, berührt zu sein: die Leute hielten ihn deswegen für verrückt. Viele Heilige, die dem Beispiel Christi folgten, wurden für verrückt gehalten – aber sie waren verrückt aus Liebe, verrückt aus Liebe zu Christus“ (The Navarre Bible: St. Mark, S. 87). Sehne ich mich danach, Christus in meinem Herzen und in meinem Leben zu lieben, bis hin zur Verrücktheit? Ist mein großes Lebensziel das Erlangen der Heiligkeit – nicht um meinetwillen, sondern um Christi Liebe willen, um zu helfen, dass sein Reich in allen Seelen aufgerichtet wird?

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir für das Geschenk des Glaubens. Dieses Geschenk ist kostbarer als das Leben selbst. Hilf mir, die anderen mit den Augen des Glaubens zu sehen, und mich ihnen hinzugeben in Liebe und Fürsorge, so wie du es getan hast. Hilf mir, dich wie „verrückt“ zu lieben, wenn ich allen meinen Brüdern und Schwestern diene.

Vorsatz:  Am Ende meines Arbeitstages will ich mich ganz besonders den Sorgen und Nöten meiner Familie widmen.


Der Ruf zur Jüngerschaft

11. Juni 2012

Montag der zehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Barnabas, Apostel

P. Shawn Aaron LC

Mt 10,7-13
Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben. Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel. Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt. Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden. Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren.

Einführendes Gebet:  Herr, ich beginne diesen Tag im Vertrauen darauf, dass du mich durch ihn leitest. Du bist die tiefste Sehnsucht meines Herzens. In diesem Moment des Gebets möchte ich dir allein gefallen. Wenn ich auch müde und uninspiriert sein mag, wenn ich auch nur Trockenheit verspüren mag, soll dies mein Gebet sein: Ich gebe dir alles hin, was ich habe und bin.

Bitte: Herr, gib mir den Eifer und den Mut, heute dein Apostel zu sein.

1.  Geht und verkündet die Frohe Botschaft: „Wenn ihr zur Arbeit geht, zur Schule, zum Training, zum Essen mit Freunden, verkündet Christus in euren Worten, Taten und der Treue zum Glauben. Kein getaufter Christ wird von dieser edlen Berufung ausgeschlossen, und niemandem kann das Recht genommen werden die Botschaft vom Heil zu hören. Durch seine Kirche vertraut Euch Christus die fundamentale Mission an, die Gabe der Erlösung mit anderen zu teilen, und er lädt Euch ein, an der Errichtung seines Reiches teilzunehmen. Er wählt Euch aus, trotz der persönlichen Begrenztheiten, die jeder hat, weil er Euch liebt und an Euch glaubt” (Papst Johannes Paul II, Predigt, 24. November 1991).

2. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Manche Mitglieder der Kirche haben ein besonderes Charisma für Heilungen (vg. KKK, 1508). Aber auf einzigartige Weise ist dieser Satz an Christi Priester gerichtet. Jeden Tag handeln diese Männer in persona Christi, was bedeutet, dass Christus selbst persönlich durch sie handelt, wenn sie die Sakramente spenden. Im Sakrament der Beichte heilt der Priester beispielsweise jene, die geistlich krank sind, bringt tote Seelen zurück zum Leben, heilt vom Aussatz der Sünde und treibt Dämonen aus. Sogar der sichtbare Verhaltenswandel bezeugt, was Jesus gerade an der Seele bewirkt hat. Das Reich Gottes ist nahe.

3. Steckt nicht Gold, Silbermünzen oder Kupfermünzen in euren Gürtel: Jesus setzt die Maßstäbe hoch: Was er von uns verlangt mag oft zu “hoch”, zu unrealistisch scheinen. Schließlich lehrt Jesus uns, keine Angst zu haben das Evangelium im Wort und in der Wahrheit zu verkünden, an Gottes Macht über die Sünde und den Teufel zu glauben und auf die göttliche Vorsehung zu vertrauen. Gott ist unser Vater, er wird sich um unsere Bedürfnisse kümmern. Suchen wir sein Reich, suchen wir seinen Willen, tun wir seinen Willen. Habe ich dieses Vertrauen auf Gott? Wenn ja, muss ich Gott dankbar sein und dieses Vertrauen bewahren. Wenn nicht, bete ich genug für diese Gnadengabe?

Gespräch mit Christus: Herr, du kennst meine Niedrigkeit und weißt, wie sehr ich deine Gnade brauche, um deinen Willen zu tun. Gib mir deine Gnade ein Apostel zu sein. Hilf mir besonders so zu beten, wie du mir eingibst, damit ich leben kann, wie du willst. Höchst reine Mutter, forme mein Herz nur für Jesus.

Vorsatz:  Heute werde ich die Heilige Jungfrau Maria in einem Bild oder einer Statue besuchen und sie um ihre Fürsprache für alle Missionare bitten.


Wahre Führerschaft

12. Juni 2012

Dienstag der zehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Leo III., Papst

P. Shawn Aaron LC

Mt 5,15-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Einführendes Gebet:  Himmlischer Vater, du Quelle aller Gnaden, du hast mich mein ganzes Leben lang begleitet, und du führst mich auch jetzt noch. Ich danke dir für deine väterliche Fürsorge. Jesus, du Sohn Gottes, du bist für mich am Kreuz gestorben, um für meine Sünden die Schuld zu bezahlen und mir deine bedingungslose Liebe zu zeigen. Ich danke dir, dass du mir den Weg heim zum Vater zeigst. Heiliger Geist, du süßer Gast meiner Seele, du heilst und stärkst mich und du entfachst die innersten Tiefen meiner Seele mit deinem Feuer. Ich danke dir für deine liebende Gegenwart in mir.

Bitte: Herr, zeige mir, wo ich Zeugnis für die Wahrheit ablegen soll.

1.  Der neue Geschmack des Evangeliums. „Ihr seid das Salz der Welt.“ Jesus will damit sagen, dass alle seine Jünger, alle, die im Lauf der Jahrhunderte „Christen“ genannt werden würden, die Verantwortung haben, daran zu arbeiten, der Welt den neuen „Geschmack“ des Evangeliums zu geben und die ganze Welt mit der Lehre Jesu zu erleuchten. Salz verbessert das Essen, indem es den natürlichen Geschmack, der im Essen schon vorhanden ist, erst hervorlockt. So sind auch wir von Gott dazu berufen, die Welt um uns mit der „Salzigkeit“ unseres christlichen Lebens zu verbessern. Gott hat die Welt gut geschaffen, die Sünde aber hat sie verdorben. Durch die Taufe gibt uns Gott das „Salz“ seines göttlichen Lebens – die Gnade – , damit sich diese Gnade der Taufe zu einem Leben der Tugend und der christlichen Nächstenliebe entwickelt, wodurch wir berufen sind, unsere Umwelt zu „würzen“. Habe ich dieses Bewusstsein und diesen Wunsch, der in der Taufe seinen Ursprung hat?

2. Herz und Sinn erleuchten. „Ihr seid das Licht der Welt.” Ohne Licht sind wir blind. Das menschliche Auge ist nutzlos, wo kein Licht eindringen kann. Analog hierzu haben alle Menschen die Fähigkeit, Gott zu erkennen, der die Wahrheit, die Güte und die Liebe ist. Aber ohne das besondere Licht, das Jesus Christus ist, bleibt jene Fähigkeit bestenfalls getrübt. Jesus möchte, dass wir sein Licht in der heutigen Gesellschaft seien. Durch unseren Lebensstil müssen andere Leute sehen können: Sie müssen Christus sehen können. Sie müssen die Würde der menschlichen Person und die hohe Berufung zum ewigen Leben mit Gott, zu welchem alle berufen sind, erkennen können. Sie müssen sehen, dass die Liebe und Barmherzigkeit über das Böse, das Leiden und den Tod triumphieren. Die Welt braucht unser Licht, weil die Welt Christus braucht.

3. Das leuchtende Beispiel der Heiligen. Wie ist es um die Demut bestellt? Was ist damit gemeint, wenn die rechte Hand nicht wissen soll, was die linke Hand tut? Jesus erinnert uns daran, dass unser Leben und unser Tun die Menschen zu Gott führen sollen, und nicht zu uns selbst: „Damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Die Welt hatte es notwendig, die selige Mutter Theresa von Kalkutta in Aktion zu sehen. Sie hatte es nötig, die jugendliche Kraft und die Gebrechlichkeit des alt gewordenen Papstes Johannes Paul II. zu sehen. Ihr Licht hat unseren Weg zu Gott erleuchtet. Solange wir hier auf Erden sind, werden wir immer das Beispiel der Heiligen brauchen, und eben zur Heiligkeit sind wir alle berufen!

Gespräch mit Christus: Herr, du hast mir alles gegeben, was ich brauche, um treu zu sein. Gewähre mir auch den Mut und den Eifer, das zu leben, was ich glaube und deine treue Liebe in meinen Gedanken, Worten und Werken zu bezeugen. Reinste Mutter, bewahre mein Herz allein für Jesus.

Vorsatz:  Heute will ich jemandem von Jesus erzählen und meine Worte auf die Ehrlichkeit gründen, mit der ich meine christlichen Pflichten erfülle.


Aufgeben oder erfüllen – Leere oder Fülle

13. Juni 2012

Mittwoch der zehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Antonius von Padua

P. Shawn Aaron LC

Mt 5,13-16
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

Einführendes Gebet:  Himmlischer Vater, du Quelle aller Gnaden, du hast mich mein ganzes Leben lang begleitet, und du führst mich auch jetzt noch. Ich danke dir für deine väterliche Fürsorge. Jesus, du Sohn Gottes, du bist für mich am Kreuz gestorben, um für meine Sünden die Schuld zu bezahlen und mir deine bedingungslose Liebe zu zeigen. Ich danke dir, dass du mir den Weg heim zum Vater zeigst. Heiliger Geist, du süßer Gast meiner Seele, du heilst und stärkst mich und du entfachst die innersten Tiefen meiner Seele mit deinem Feuer. Ich danke dir für deine liebende Gegenwart in mir.

Bitte: Jesus, hilf mir, wahre Freiheit in Einheit mit deinem Willen zu leben.

1.  Ganz erfüllen. Gott hat sein Volk durch das Gesetz und die Propheten für das Heil vorbereitet. In Christus ist dieses Heil nah: Jesus, das Fleisch gewordene Wort, wird das Gesetz und die Propheten erfüllen und sie richtig auslegen. Das Gesetz wird von den Steintafeln in die Herzen der Menschen geschrieben, wie wir in den Seligpreisungen sehen konnten. Jesus kam besonders deshalb, um die tiefe Sehnsucht des menschlichen Herzens nach Glück zu erfüllen, welches letztlich im ewigen Leben bei Gott seine höchste Erfüllung findet. „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen” (Gal 4,4-5).

2. Das Brechen der Regeln. „Regeln sind dazu da, dass sie gebrochen werden“, so lautet das „Credo der Jugend“. Wenn wir erwachsen werden, können wir die Erfahrung machen, dass äußere Schranken unserem subjektiven Glück im Wege stehen. Wir nennen sie Gesetze. Wenn nun der Wunsch, unseren eigenen Willen durchzusetzen, größer wird, wiegt das Gewicht dieser Gesetze immer schwerer – „Tu dies, tu das nicht.“ Autoritätspersonen können dann als wachsendes Hindernis unserer persönlichen Erfüllung im Wege stehen. Wir ziehen die falsche Schlussfolgerung, dass sich Gesetze und Glück wie Öl und Wasser nicht miteinander vereinbaren lassen. Und so lassen wir zu, dass sich Sündenmuster entwickeln und wir nicht das tun, was uns unser Gewissen sagt, und unbewusst erhaschen wir einen Blick auf die Methodik, die der Teufel anwendet, um uns seine Kriterien einzuflüstern. Wenn wir nicht aufpassen, können sich in uns Haltungen tief verwurzeln, die uns gegen Gott und seine Kriterien – die Zehn Gebote, die Seligpreisungen, das Kreuz und die Lehre der Kirche - kämpfen lassen.

3. Der richtige Gebrauch der Freiheit. „Das Sittengsetz kommt von Gott und findet immer in ihm seine Quelle“ (Papst Johannes Paul II., Veritatis splendor, Nr. 40) Unsere wahre Freiheit liegt nicht in der Ablehnung von Gottes Gesetz, sondern in seiner Annahme. Gott ist kein herzloser Diktator, sondern ein Vater, der uns liebt und unser Bestes will. Wenn er für uns Normen aufstellt, dann deshalb, weil er unser ewiges Glück im Sinn hat, so wie ein begabter Trainer, der die Sportler immer wieder herausfordert, damit diese ihr volles Potential entwickeln können. „Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet?“ (Mt 7,9-10). Jesus stellt diese Frage, weil er seinen Vater kennt. Selbst wenn wir Eltern kennen würden, welche ihr Kind nicht liebten, so kann Gott der Vater unmöglich das nicht wünschen, was wirklich das Beste für uns ist. Gott ist und wird immer die Liebe sein.

Gespräch mit Christus: Herr, die Sünde klopft immer an meine Tür, aber du hast versprochen, dass wir immer deine Gnade erlangen können. Hilf mir, die Gnaden, die du mir gibst, um in Einheit mit deinem ewigen Gesetz zu leben, zu nützen. Reinste Mutter, bewahre mein Herz allein für Jesus.

Vorsatz:  Heute will ich einige Augenblicke über die Zehn Gebote oder meine Verantwortung als Christ nachdenken.


Die Macht der Worte

14. Juni 2012

Donnerstag der zehnten Woche im Jahreskreis

P. Shawn Aaron LC

Mt 5,20-26
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen.

Einführendes Gebet:  Himmlischer Vater, du Quelle aller Gnaden, du hast mich mein ganzes Leben lang begleitet, und du führst mich auch jetzt noch. Ich danke dir für deine väterliche Fürsorge. Jesus, du Sohn Gottes, du bist für mich am Kreuz gestorben, um für meine Sünden die Schuld zu bezahlen und mir deine bedingungslose Liebe zu zeigen. Ich danke dir, dass du mir den Weg heim zum Vater zeigst. Heiliger Geist, du süßer Gast meiner Seele, du heilst und stärkst mich und du entfachst die innersten Tiefen meiner Seele mit deinem Feuer. Ich danke dir für deine liebende Gegenwart in mir.

Bitte: Jesus, sanftmütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

1.  Zorn in unserem Herzen. Jesus spricht hier im Besonderen über das Zürnen, das heißt, über den Wunsch nach Vergeltung oder über eine Haltung, die schlicht die Vergebung verweigert. Jesus führt uns immer zum menschlichen Herzen. Alles Handeln kommt von den Entscheidungen, die im Herzen getroffen werden, auch wenn das nicht gleich offensichtlich ist. Wenn wir in unserem Herzen ein Gefühl entwickeln – sei es nun gut oder böse – wird es irgendwann Früchte tragen. „Lasst euch durch den Zorn nicht zur Sünde hinreißen! Die Sonne soll über eurem Zorn nicht untergehen“ (Eph 4,26). Wer nicht bereit zur Vergebung ist, wird in seinem Herzen Gefühle der Verbitterung entwickeln, welche letztlich das Leben und die Beziehungen zerstören. „Verzeihen heißt, sich auf das Gute zu berufen, das größer ist als jegliches Böse“ (Papst Johannes Paul II., Erinnerung und Identität, S. 15).

2. Beleidigende Worte sind schlimm. „Stock und Stein brechen mein Gebein, doch Worte bringen keine Pein.” Jeder von uns weiß, wie durchdringend die Macht der Worte ist. Mit ihnen können wir aufbauen oder zerstören, ermutigen oder niederdrücken, heilen oder verwunden. Es ist sehr eindrucksvoll, dass Jesus beleidigende Worte gegen „unsere Nächsten“ anspricht, das heißt, jene beleidigen, die uns am Nächsten stehen, die unserem Herzen am Nächsten sind. Wir wissen schon, dass die, welche wir am meisten lieben, diejenigen sind, welche uns zutiefst verletzen können. Ein liebloses Wort eines geliebten Menschen kann uns tiefer verwunden als ein Dolch. Was Jesus uns hier offenbaren will ist die Tatsache, dass Gott jedes unserer Worte ernst nimmt. Und er wird von uns Rechenschaft für sie fordern, weil Worte die äußere Bekanntmachung dessen sind, was wir im Herzen tragen. Die Macht der Worte offenbart das Gewicht der Worte.

3. Keinen Groll im Herzen bewahren. „Wenn dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat…“ Dieser Satz macht uns etwas unruhig in unserem Sessel. Jesus gibt uns einen erschütternden Einblick in Gottes Herz. Gottes innerstes Wesen ist eine Einheit in der Liebe – drei Personen, eine Natur. Wir sind nach dem Bild Gottes geschaffen, und wir sind geschaffen, um für immer in Einheit mit Gott zu leben. Das trifft aber auch auf unsere Nächsten zu. Wenn wir die Einheit der Liebe mit denen um uns herum verwundet haben, müssen wir diese Verletzung wieder gut machen. Und es ist in der Tat für Gott so wichtig (und so wichtig für uns), dass Gott unser „Opfer“ nicht annehmen wird, wenn wir bewusst die Einheit mit unseren Nächsten verwundet haben. Nehmen wir besonders schwierige Beziehungen ins Gebet und holen wir uns von Gott die Kraft, so zu lieben, wie es unsere Pflicht ist. Er fordert keine Tugend und verweigert uns dann seine Gnade.

Gespräch mit Christus: Herr, lehre mich zu lieben und hilf mir, ein Heiliger zu werden. Du hast mich erschaffen und du hast mich zum katholischen Glauben berufen. Hilf mir, diesen Glauben großzügig zu leben und den Primat der Liebe in meinem Alltag zu verwirklichen. Reinste Mutter, bewahre mein Herz allein für Jesus.

Vorsatz:  Heute will ich drei verborgene Taten der Nächstenliebe tun.


Schaut auf das Herz, das so sehr geliebt hat

15. Juni 2012

Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu

P. Jason Koch LC

Joh 19,31-37
Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag. Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.

Einführendes Gebet:  Komm, Heiliger Geist, erfülle mein Herz mit Liebe für dich. Sanfter Gast meiner Seele, erleuchte mich, damit ich die Liebe Christi für mich wirklich verstehe. Ich bin dieser Liebe nicht würdig, aber ich bitte um dein Erbarmen.

Bitte: Gott, hilf mir, dass ich den Menschen um mich herum größere Liebe erweise.

1.  Schaut auf das Herz, das bis zum Tod geliebt hat. Die Kreuzigung Christi ist das Ereignis, das „in erschreckender Klarheit zeigt, wie sehr Jesus ein Zeichen des Widerspruchs ist. Tatsächlich gibt es nur zwei Arten von Menschen: jene, die ihn anbeten, und jene, die ihn verspotten.... Es ist die höchste Schule der Liebe: Während er selbst leidet, vergibt Jesus denen, die an seinem Leid schuld sind. Er antwortet auf das Böse mit Gutem” (Papst Johannes Paul II., 12. März 1989). Heute betrachten wir das Herz, das uns unendlich liebt. Herr, danke für deine Liebe. Hilf mir, diese Liebe zu beantworten.

2. Schaut auf den Durchbohrten. Als Christus starb, verspotteten ihn die Soldaten und führenden Männer des Volkes, so als ob sie in ihren Erwartungen enttäuscht worden wären. Das Volk schaute einfach zu. Von den Verbrechern, die mit ihm gekreuzigt worden waren, verspottete ihn der eine, während der andere sich ganz seiner Liebe und seinem Erbarmen anvertraute. Jeder von uns schaut auf den Durchbohrten in einer anderen Weise, aber immer wird eine Wahl zu treffen sein: ihn zu lieben oder ihn zu verspotten. Herr, ich liebe dich; hilf mir, in der Liebe zu dir zu wachsen.

3. Christus legt die Messlatte höher. Wie Jesus sich dem Willen des Vaters überlässt, so müssen auch wir uns völlig hingeben, wenn wir unsere Dankbarkeit zeigen wollen. Nachdem wir die Liebe Christi betrachtet haben, können wir nicht einfach so wie vorher weitermachen. Wir müssen täglich in der Liebe und Würdigung dessen, was Christus für uns getan hat, wachsen. Wir waren wie Vögel, die in einer Falle gefangen sind, und nun sind wir frei. In Freiheit sollten wir diese Liebe der Menschheit mitteilen, durch das Gebet, durch unsere Worte und unser Beispiel. Erbitten wir von Christus die Entschlossenheit, was nur immer möglich ist zu tun, um seine Liebe unter den Mitmenschen zu verbreiten.

Gespräch mit Christus: Herr, an diesem Fest deines Heiligsten Herzens erkenne ich deine Liebe für die ganze Menschheit. Schenke mir die Gnade, ein wenig mehr wie du zu lieben, weil du mir aufgetragen hast: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe“ (Joh 15,12). Ohne deine Gnade kann ich das nicht. Ich flehe dich um die Gnade an, in der Liebe zu wachsen.

Vorsatz:  Ich will mit den Mitgliedern meiner Familie geduldig sein.


Selig ist die, die geglaubt hat

16. Juni 2012

Samstag der zehnten Woche im Jahreskreis
Unbeflecktes Herz Mariens

P. Timothy Mulcahey LC

Lk 2,41-51
Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort. Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.

Einführendes Gebet:  Liebste Mutter Maria, von deinem Beispiel der Liebe hat Christus, dein Sohn, zu lieben gelernt. Lehre mich zu lieben wie du. Unterweise mich in deinen Tugenden. Hilf mir, jede Gelegenheit zu nutzen, um in ihnen zu wachsen. Hilf mir, keine Gelegenheit, die das Leben mir schenkt, auszulassen, um zu lieben und in der Tugend voranzuschreiten. Ich möchte immer so lieben wie du.

Bitte: Maria, meine Mutter, hilf mir, dein treues Kind zu sein. Bring mich zu deinem Sohn.

1.  Von außen gesehen ist nicht alles klar. Maria hat das Herz einer Mutter, die wie ihr Sohn lieben möchte. Für Maria war der Weg nicht immer klar. Es gab viele Prüfungen und Schwierigkeiten. Trotzdem ist Maria entschlossen, ihrem Sohn zu folgen. Sie will ihm folgen und seine Sendung verstehen. Sie sorgt auf jede mögliche Weise für ihn – auch im Religiösen. Es gab viele Überraschungen für sie, als Christus heranwuchs und sich auf seine Sendung vorbereitete. Sie hat niemals damit gerechnet: ihren Sohn drei Tage lang verloren zu haben, in so jungem Alter. Ihr Sohn wollte im Haus seines Vaters sein und sein Werk vorbereiten. Er liebte es dort zu sein und bereitete sich für den Tag vor, als er hinausziehen und das Werk in die Tat umsetzen würde, für das er gesandt worden war. Auch Maria bereitete sich auf diesen Tag vor und Christus half ihr, dafür bereit zu sein.

2. Sie bewahrte all das in ihrem Herzen. Für Maria war es schwer, den vollen Sinn dieses Augenblicks zu begreifen. Sie war eine Frau des Gebets und der Betrachtung, und darum bewahrte sie alle diese Dinge in ihrem Herzen, wo sie sich daran erinnern, darüber nachdenken und sie mit anderen Ereignissen während ihrer Sendung vergleichen konnte. Was bedeutete all das? Worauf deutete es hin? Gottes Plan würde sich erst mit der Zeit zeigen und Maria würde dafür bereit sein. Es war nicht so sehr das Verstehen, das sie brauchte, sondern eher das Annehmen und die Treue, es zu erfüllen. Maria hatte ein betrachtendes Herz, das sich selbst mit der Sendung ihres Sohnes vereinen und identifizieren wollte. Sie wusste, dass sie ihren Teil zu dieser Sendung beitragen musste und dass sie sich dafür durch das Gebet vorbereiten musste.

3. Nimm Marias Hand. Wir werden niemals die Absicht und den Sinn unseres Lebens begreifen, wenn wir nicht beten und betrachten, wie Maria es tat. Das braucht Zeit, Geduld und viel Einfachheit und Vertrauen. „Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ!“ ruft mit lauter Stimme ihre Base Elisabeth, als Maria sie nach der Verkündigung durch den Engel Gabriel besuchte. Wir sind gesegnet, wenn wir glauben können. Es kann viel Zeit vergehen, bis wir Gottes Ratschluss für unser Leben in Erfüllung gehen sehen können. Wir müssen wie Maria sein und unserer Sendung treu bleiben, indem wir auf dem Weg gehen, der für uns gezeichnet worden ist. Es kann ein Weg sein, der nicht klar ist. Wir brauchen nicht alles wissen, was vor uns liegt – nur die Richtung, in die wir laufen müssen. Maria hat sich die Sendung ihres Sohnes mit ganzem Herzen ganz zu Eigen gemacht. Sie lädt auch uns ein, sie uns zu Eigen zu machen. Maria nimmt uns bei der Hand und führt uns sicher auf diesem unklaren, schwierigen und unbekannten Weg.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus Christus, als du uns schon alles gegeben hast – dein Leben, deine Liebe, dein Leib und Blut in der Eucharistie – da hast du uns vom Kreuz herab deine Mutter gegeben. Ich danke dir für dieses große Geschenk. Ich möchte ihr treues Kind sein. Ich will alle ihre Tugenden nachahmen, besonders ihre Treue zu dir bis hin zum Kreuz und noch darüber hinaus. Schenk mir die Gnade, euch beide zu begleiten bis zum Fuß des Kreuzes. Ich möchte dir so nah und vollkommen folgen wie Maria es tat. Ich möchte dir allein gehören und nur deinen Willen tun.

Vorsatz:  Ich werde Maria bitten, in mir alle christlichen Tugenden zu formen durch das tägliche Beten des Rosenkranzes. Ich möchte ihr einen besonderen Besuch machen, indem ich diese Woche einen Ort aufsuche, wo eine Muttergottesstatue oder ein Muttergottesbild verehrt wird.