Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 20. März 2011 bis Samstag 26. März 2011

Zweite Woche in der Fastenzeit

P. Todd Arsenault LC

Zuhören und lernenSonntag
Vergebung von HerzenMontag
Taten sprechen lauter als WorteDienstag
Gott ins Zentrum stellenMittwoch
Zu spät für eine Veränderung?Donnerstag
Die Kraft der persönlichen FreiheitFreitag
Der barmherzige VaterSamstag


Zuhören und lernen

20. März 2011

Zweiter Sonntag in der Fastenzeit

P. Todd Arsenault LC

Mt 17,1-9
Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

Einführendes Gebet:  Ich komme zu dir, Herr, als Sünder in Ehrfurcht vor deiner großen Liebe und Barmherzigkeit. Ich glaube an dich, und ich stelle dich ins Zentrum meines Lebens. Ich lege demütig alles vor dich hin, was ich bin, und erkenne wie die Apostel meine Niedrigkeit vor deiner Größe. Auf die Fürsprache der heiligen Gottesmutter lege ich diese Meditation in deine Hände und vertraue darauf, dass du mir die Gnaden geben wirst, die ich am meisten brauche.

Bitte: Herr, lehre mich, deine Stimme zu hören.

1.  Unerwartete Gnaden. Petrus, Jakobus und Johannes erfahren die besondere Gnade, mit Jesus auf den Berg zu gehen, wo er vor ihren Augen verwandelt wird. Was war das für ein großartiger Anblick: Jesus redet vor ihren Augen mit Moses und Elija. Sie sind außer sich und sehen voll Ehrfurcht, was sich ereignet. Genau so offenbart sich Jesus jedem von uns. Wenn wir es am wenigsten erwarten, gibt er uns seine wundervolle Gnade, um uns auf unserem Weg mit ihm zu stärken. Dieses Privileg dient aber nicht einfach dazu, zu sehen und zu bewundern; es ist ein Ruf, auf seine Einladung der Liebe zu antworten. Jesus rief diese drei Apostel zu einem tieferen Grad an Liebe und Vertrauen zu ihm; so tut er es auch mit uns.

2. Auf ihn hören. Beim Anblick Jesu sind die Apostel von Ehrfurcht ergriffen und wissen nicht, was sie sagen sollen. Petrus muss etwas sagen, aber es scheint, als wisse er eigentlich gar nicht, was er sagen soll. Die Frage ist: Warum glaubte er, etwas sagen zu müssen? In unserem geistlichen Leben besteht die Gefahr, dass wir zu viel sagen wollen. An dieser Stelle des Evangeliums hören wir die wunderbaren Worte des Vaters: „Dies ist mein Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe. Auf ihn sollt ihr hören!“ Christus ruft uns dazu auf, aufmerksam auf sein Wort zu hören, anstatt zu meinen, wir müssten viel sagen. Für Christus zählen Taten viel mehr als nur Worte.

3. Steht auf, habt keine Angst. Nach der Verklärung hilft Jesus den drei Aposteln auf. Die Erfahrung der Verklärung Christi ging über ihren Verstand. Doch Christus wollte ihnen seine wahre Natur, seine göttliche Natur offenbaren. Sie müssen es nicht erklären können oder vollständig verstehen; sie müssen nur im Glauben handeln. Dazu sind sie berufen: voll Glauben zu handeln. Wir haben keine Zeit, davor Angst zu haben, was die Zukunft bringen wird. Wir müssen uns von unserer Bequemlichkeit und unseren gewohnten Einstellungen erheben, auf Christus hören und voll Glauben tun, was er sagt. Es gibt so viel für uns zu tun, aber so wenig Zeit, es zu tun. Wir müssen jeden Moment nutzen, um vom Herrn selbst durch das Gebet und die Sakramente zu lernen und die Welt wirklich zu verändern, in dem wir mehr Seelen dazu bringen, Christus kennen - und lieben zu lernen und für ihn zu leben.

Gespräch mit Christus: Jesus, unser Herr, danke, dass du dich mir offenbart hast und mir gezeigt hast, wie ich auf Gott hören und seinen Willen treu befolgen kann. Ich weiß, wie sehr ich dir Hindernisse in den Weg lege, wenn ich einfach immer rede, statt auf dich zu hören. Ich muss immer mehr lernen, aufmerksamer auf dich zu hören. Hilf mir, dass ich der Botschaft deiner Liebe offen und fromm gegenüber stehe.

Vorsatz:  Ich werde in meiner Gebetszeit heute darauf achten, mehr auf den Herrn zu hören, als selbst zu reden.


Vergebung von Herzen

21. März 2011

Montag der zweiten Woche in der Fastenzeit

Lk 6,36-38
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

Einführendes Gebet:  Lieber Jesus, zu oft vergleiche ich mich selbst mit anderen und halte mich für besser als sie. Ich denke oft nicht an dich und deine Güte. Ich vergesse, dass alles, was ich habe, von dir kommt und dass ich keinen Anspruch auf irgendeine Eigenschaft oder Tugend habe, auch wenn ich mich dann gut fühlen könnte. Ich möchte von nun an immer an diese Wahrheit denken und wahre Demut in meinem Herzen haben. Hier bin ich, Herr, um dich durch das Gebet mehr kennen und lieben zu lernen.

Bitte: Herr, hilf mir, von Herzen zu vergeben.

1.  Das wahre Schlachtfeld. Auch wenn es schwierig ist, gelingt es uns doch zumeist, für ein Unrecht, das wir erlitten haben, eine Erklärung zu finden. Wir vergessen, was geschehen ist, und machen weiter. Schwieriger ist es allerdings, wirklich zu verzeihen: ins Herz dessen zu schauen, der uns verletzt hat, und darin auch das Gute zu sehen. Unsere Herzen sind ein Kampfplatz für das Gute und das Böse, und zu vergeben verlangt unseren Willen, uns selbst und demjenigen, der uns verletzt hat, zu helfen, die Logik des Bösen zu überwinden. Wir müssen uns für das Gute entscheiden und darauf vertrauen, dass das Gute letztlich viel anziehender ist für das menschliche Herz als der Götze des Bösen. Christus sah immer auf das Herz und das Gute, das darin enthalten war.

2. Halte auch die andere Wange hin. „Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden“ (Lk 6,32). Christliche Vergebung schließt den Verzicht auf Schadenersatz mit ein. Es bedeutet, die andere Wange hinzuhalten. Es bedeutet, auch den Mantel wegzugeben. Das alles ist aber relativ einfach im Vergleich dazu, selbst auf den guten Ruf zu verzichten und die Nächstenliebe weiter zu üben, auch wenn wir dabei missverstanden werden. Selbst in diesem Fall müssen wir auf Schadenersatz verzichten und geduldig darauf warten, dass der Vater uns wieder aufhebt.

3. Über die ganze Distanz gehen. Die christliche Moral ist eine positive. Sie besteht nicht allein darin, schlechte Dinge nicht zu tun, sondern gute Dinge zu tun: Gottes Reich aufbauen. Wir verändern die Welt nur wenig, wenn wir Dinge nicht tun. Christus gab sich damit nicht zufrieden. Er gab sein Gewand her, er verzichtete auf seinen guten Ruf, und er gab restlos alles hin – bis zu seinem letzten Blutstropfen. Wir denken vielleicht oft, dass wir besser als unsere Mitmenschen sind, aber wir sollen uns nicht mit unseren Mitmenschen vergleichen. Wir müssen uns mit Gott vergleichen, und er hat uns gezeigt, wie wir Frucht bringen können: indem wir unser Lösegeld mit dem eigenen Blut bezahlen. Seine Großzügigkeit in der Vergebung und im Erbarmen ist grenzenlos.

Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, hilf mir, dich und meinen Nächsten immer vollkommener zu lieben. Ich will großzügig mit meiner Liebe sein, weil du mir deine grenzenlose Liebe geschenkt hast und weil du die Quelle meines Glücks bist.

Vorsatz:  Im Streit und in Konfliktsituationen zu Hause und am Arbeitsplatz will ich der Erste sein, der sich entschuldigt und Versöhnung anbietet, um die Einheit wiederherzustellen.


Taten sprechen lauter als Worte

22. März 2011

Dienstag der zweiten Woche in der Fastenzeit

Mt 23,1-12
Darauf wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Einführendes Gebet:  Herr, auch wenn ich dich nicht mit eigenen Augen sehen kann, glaube ich, dass du jetzt gegenwärtig bist, tief in meinem Inneren, und dass du mich viel besser kennst als ich mich selbst. Ich weiß auch, dass du mich mehr liebst, als ich mich selbst liebe. Ich danke dir, dass du mich liebst und über mir wachst, auch wenn ich deine Liebe nicht verdiene. Ich bereue meine Sünden und möchte dich jeden Tag mehr lieben.

Bitte: Herr, hilf mir, so demütig zu sein, wie du es warst.

1.  Selbstlose Nächstenliebe. Wie können wir wissen, dass wir wirklich für Gott arbeiten? Wenn wir bereit sind, für ihn umsonst zu arbeiten. Gott beruft manche, als Missionare für die Armen zu wirken, welche ihren Wohltätern nichts als Lächeln und Dankbarkeit zurückgeben können. Andere Missionare wirken unter Menschen, die menschlich und geistlich gesehen arm sind, die weder die Notwendigkeit noch den Wert christlicher Evangelisation anerkennen. Eltern bringen viel Zeit und Arbeit auf, oft auch im Verborgenen, um ihre Familien zu unterhalten, oft ohne ein einfaches „Dankeschön“ zu bekommen. Christus wollte keinen Lohn für seine guten Taten: Als die Leute ihn zu ihrem König machen wollten, floh er, um die gute Nachricht an einem anderen Ort zu verkünden. Sind mir Taten der Nächstenliebe wirklich wichtiger als eine hohe Stellung in der Gesellschaft? Oder will ich für meine guten Taten von anderen gelobt werden?

2. Kleine Missverständnisse. Unser Wert vor Gott hängt nicht von unseren Titeln oder unserer Stellung in der Gesellschaft ab, sondern von unserer Treue in der Erfüllung von Christi Geboten der Nächstenliebe und des Dienens. Wenn wir für unsere guten Taten Missverständnis ernten, sollten wir uns freuen. Denn das bedeutet, dass Gott uns einlädt, in unserer Nächstenliebe eine Stufe höher zu steigen. Durch seine Treue zeigt uns Christus, dass wir fest glauben dürfen, dass sich Gottes Versprechen erfüllt. Das Buch der Weisheit zeigt uns, dass das Missverstandenwerden zu Gottes Plan gehören: „Als falsche Münze gelten wir ihm; von unseren Wegen hält er sich fern wie von Unrat. Das Ende der Gerechten preist er glücklich und prahlt, Gott sei sein Vater. Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, und prüfen, wie es mit ihm ausgeht. Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an und entreißt ihn der Hand seiner Gegner. Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren, um seine Sanftmut kennen zu lernen, seine Geduld zu erproben. Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt” (Weish 2,16-20).

3. Das Kreuz ist unser Anspruch auf die Herrlichkeit. „Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32). Christus hat sich nicht selbst erhöht, damit andere von ihm Notiz nehmen; er lehnte jede Selbsterhöhung ab. Er suchte sich nicht die Ehrenplätze bei Festgelagen aus (er saß mit den Zöllnern zusammen), er saß nicht auf den Ehrenplätzen in der Synagoge (man warf ihn von dort hinaus), und er suchte nicht den Ruhm auf den Marktplätzen („Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen“ (Mk 10,18)). Sein Schweigen machte Pilatus wütend: „Du sprichst nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen?“ (Joh 19,10). Sie riefen Christus zu, sich selbst zu erhöhen, indem er vom Kreuz herabsteigen sollte, aber er tat es nicht. Das ist die wahre Prüfung unseres Vertrauens und unserer Liebe: zu vertrauen, dass Gott uns wirklich beisteht, wenn er zulässt, dass wir wegen unserer Treue gekreuzigt werden, und diese Kreuzigung zu lieben, indem wir sie bereitwillig und gern zum Heil der Seelen annehmen.

Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, ich weiß, dass ich niemals so demütig sein kann wie du, aber ich möchte so demütig wie möglich werden und fest daran arbeiten. Ich möchte allen Stolz hinter mir lassen, der schon so viel Schaden in meinem Leben angerichtet hat. Ich möchte immer dein Beispiel lebendig vor Augen haben, damit ich Fortschritte machen kann – nicht aus Eigenliebe, sondern um dir zu gefallen und deinen Willen zu erfüllen.

Vorsatz:  Ich will über jene Beziehung in meinem Leben nachdenken, wo mein Stolz den meisten Schaden angerichtet hat. Ich möchte konkrete Schritte unternehmen, um durch echte Demut den Umgang mit dieser Person zu verbessern.


Gott ins Zentrum stellen

23. März 2011

Mittwoch der zweiten Woche in der Fastenzeit
Turibio von Mongrovejo, Bischof von Lima

Mt 20,17-28
Als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er unterwegs die zwölf Jünger beiseite und sagte zu ihnen: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; aber am dritten Tag wird er auferstehen.

Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Einführendes Gebet:  Herr, auch wenn ich dich nicht mit eigenen Augen sehen kann, glaube ich, dass du jetzt gegenwärtig bist, tief in meinem Inneren, und dass du mich viel besser kennst als ich mich selbst. Ich weiß auch, dass du mich mehr liebst, als ich mich selbst lieben kann. Ich danke dir, dass du mich liebst und über mir wachst, auch wenn ich deine Liebe nicht verdiene. Ich bereue meine Sünden und möchte dich jeden Tag mehr lieben.

Bitte: Herr, hilf mir, nicht menschliche Ehren und Anerkennung zu suchen.

1.  Sehnsucht nach Anerkennung. Jakobus und Johannes sehen sich der Versuchung ausgesetzt, die der Teufel jedem Apostel stellt: „Was bekomme ich, Herr?” Wir beginnen unser Apostolat mit einer reinen Absicht, aber wenn wir nicht aufpassen, können sich unlautere Absichten einschleichen. Deswegen sollten wir stets bereit sein, unsere Arbeit der Zustimmung der kirchlichen Autorität zu unterstellen. Christus enthielt sich aller Machtgier und allem Zank. Johannes wollte Christus auf einen „Konkurrenten“ hinweisen: „Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.“ Christus antwortete einfach: „Hindert ihn nicht... denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns“ (Mk 9,38f).

2. Christus lässt sich nicht entmutigen. Christus hat seinen Aposteln gerade von seinem Leiden erzählt, und es bedrückt ihn sehr. Aber in ihrer eigenen Sehnsucht nach Anerkennung beachten sie Christi Leiden gar nicht. Er lässt sich aber nicht entmutigen. Vielmehr hilft er ihnen behutsam, sich nicht selbst in den Mittelpunkt zu stellen, um ihm in der Selbsthingabe bis zum Tod nachzufolgen.

3. Anderen den Vorzug überlassen. „Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die der Menschensohn euch geben wird“ (Joh 6,27). Menschliche Anerkennung ist vergänglich; sie hält nicht einmal ein Leben lang. Im Himmel wird menschliche Anerkennung auch nutzlos sein – unsere Augen werden auf Gott gerichtet sein, nicht auf die anderen oder auf uns selbst. Aber wir wissen aufgrund unseres Glaubens, dass Gott uns im Himmel für unsere Verdienste belohnen wird. Er wird uns dafür preisen, dass wir anderen gedient haben, besonders, wenn wir andere dazu gebracht haben, ihn zu lieben und ihm zu dienen. Bin ich davon überzeugt? Welchen flüchtigen Ehren jage ich hinterher? Wie kann ich Christus und den Dienst für ihn an die erste Stelle in meinem Leben setzen?

Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, ich vergleiche mich zu oft mit anderen. Wie schnell halte ich mich für besser als sie. Ich ignoriere dich und deine große Güte. Ich vergesse, dass alles, was ich habe, von dir kommt, und dass ich mich keiner meiner Qualitäten und Tugenden rühmen kann. Hilf mir, diese Wahrheit stets in Erinnerung zu bewahren, damit ich eine Haltung echter Demut in meinem Herzen lebe.

Vorsatz:  Ich werde jeden Tag dieser Woche ein besonderes Gebet um Demut sprechen.


Zu spät für eine Veränderung?

24. März 2011

Donnerstag der zweiten Woche in der Fastenzeit

Lk 16,19-31
Jesus sagte zu den Pharisäern: Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte. Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß. Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

Einführendes Gebet:  Herr, auch wenn ich dich nicht mit eigenen Augen sehen kann, glaube ich, dass du jetzt gegenwärtig bist, tief in meinem Inneren, und dass du mich viel besser kennst als ich mich selbst. Ich weiß auch, dass du mich mehr liebst, als ich mich selbst lieben kann. Ich danke dir, dass du mich liebst und über mir wachst, auch wenn ich deine Liebe nicht verdiene. Ich bereue meine Sünden und möchte dich jeden Tag mehr lieben.

Bitte: Herr, hilf mir, großzügig zu sein und dem Nächsten, der in Not ist, zu dienen.

1.  Egoismus nützt niemandem und ist eine Sünde. Der Reiche lebte ein Leben im Luxus, gefesselt von der neuesten Mode und dem feinsten Essen. Er hat niemandem wehgetan: Er hat Lazarus nicht sein Eigentum weggenommen. Es machte ihm nichts aus, dass Lazarus an seinem Tisch nach Resten suchte. Er kritisierte ihn nicht dafür, dass er keine Arbeit hatte, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Was also war die Sünde des reichen Mannes? Er behandelte Lazarus nicht wie eine Person. Für den Reichen war Lazarus nur ein bedeutungsloser Teil seiner Umgebung. Wie vielen Menschen begegne ich auch mehrere Male, die mir nichts Besonderes bedeuten?

2. Leiden lässt uns wachsen. Das Wort „Sympathie“ hat griechische Wurzeln, die „mit jemandem mitleiden“ bedeuten. Unser eigenes Leiden macht uns menschlicher und öffnet uns für die Not der anderen. Unsere Sicht wird empfänglicher für die Nöte anderer, und unsere Herzen antworten eher mitfühlend. Doch Leiden kann ein zweischneidiges Schwert sein. Wenn wir stolz sind, oder wenn wir vergessen, dass Gott Prüfungen zulässt, um unsere Liebe zu reinigen, kann Leiden in uns auch Neid, Hass, Bitterkeit und Zurückgezogenheit bewirken. Wie habe ich auf Leiden in meinem Leben geantwortet? Hat es mich mitfühlender oder bitterer und egoistischer gemacht?

3. Durch Leiden Seelen retten. Leiden macht uns auch eifriger für das Apostolat, Seelen zu retten. Der Eifer des Reichen, seinen Brüdern zu Hilfe zu kommen, war leider ein „Eifer, der zu spät gekommen ist“. Weil er all seine Energie und sein Vermögen dafür ausgab, Leiden zu vermeiden, war er total in sich selbst gefangen. Sein Lebenssinn bestand aus lauter irdischen Dingen, und am Ende hatte er Gott nichts vorzuweisen. Eine unserer größten Leiden im Fegefeuer wird die Erkenntnis sein, dass wir so viel mehr für die Rettung der Seelen hätten tun können.

Gespräch mit Christus: Herr, ich konnte in dieser Meditation ernsthafter in mein Innerstes schauen und dabei erforschen, ob mein Herz an dir hängt, ob du mein Schatz bist. Vielleicht hänge ich in manchen Bereichen immer noch an den Schätzen dieser Welt. Aber ich möchte mich vollständig davon befreien. Ich weiß, dass ich mein Herz nur an eine Sache hängen kann, und dass mein Herz das ausstrahlen wird, von dem es erfüllt ist. Füll mich mit dir selbst, damit ich dich ausstrahlen kann. Alles, was nicht zu dir gehört, hindert mich daran, dich anderen zu bringen. Reiß mich von meinem Egoismus heraus. Mach mich zu deinem Apostel.

Vorsatz:  Ich werde für jemanden beten, den ich nur schwer lieben kann, und ich werde freundlich zu einem Fremden sein.


Die Kraft der persönlichen Freiheit

25. März 2011

Freitag der zweiten Woche in der Fastenzeit
Verkündigung des Herrn

Lk 1,26-38
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Einführendes Gebet:  Himmlischer Vater, du hast uns Maria als unsere gesegnete Mutter gegeben. Ich danke dir. Ich weiß, dass sie beständig für uns eintritt und dass du auf ihre Fürsprache hörst. Ich vertraue auf deine Barmherzigkeit und Liebe. Du führst mich heim, um für ewig bei dir zu sein. Ich setze mein ganzes Vertrauen auf dich. Ich schenke dir dafür meine schwache, aber dankbare Liebe.

Bitte: Herr, schenk mir deine Hoffnung, und lass mich in deinem Glauben und deiner Liebe gerecht werden.

1.  Gottes Initiative. Viel zu häufig führen wir unseren Erfolg auf unser eigenes Tun zurück. Unsere Ausbildung, unser Wohlstand oder unser technisches Wissen können uns dazu verleiten, ein falsches Gefühl der Sicherheit bei der Gestaltung unserer Welt zu entwickeln. Das heutige Evangelium erinnert uns daran, dass der Erlösungsplan Gottes für die Menschheit seiner eigenen Initiative entspringt. Er sendet seinen Sohn in die Welt zu einer bestimmten Zeit und an einen bestimmten Ort. Er stattet Maria im Voraus mit allem aus, was sie brauchen wird, um ihre Berufung zur Mutter des Erlösers zu erfüllen – eine Berufung, die sie aus freiem Willen und durch den Glauben annimmt. Ich tue gut daran, mir mehr und mehr klarzumachen, dass Gott der wirkliche Mittelpunkt meines Lebens ist.

2. Fürchte dich nicht. Eine der ständigen Wiederholungen im Evangelium ist die Ermahnung Jesu: „Fürchtet euch nicht.“ Wenn der Herr sich nähert, ist es unsere natürliche Reaktion, Angst zu haben. Wir können uns vor seiner Gegenwart fürchten oder davor, dass er von uns womöglich etwas verlangen wird. Wir können uns auch angesichts unserer eigenen Begrenztheit vor seinem Ruf nach wirklicher Umkehr und Heiligkeit des Lebens ängstigen. Ebenso können wir uns vor den offensichtlichen Schwierigkeiten, die eine authentische Nachfolge Jesu mit sich bringt, fürchten. Wie Maria müssen wir unsere Furcht durch bereitwillige Annahme des Willen Gottes mit Glauben und Liebe überwinden. In dem Maß, wie unser Vertrauen auf Gott zunimmt, nimmt unsere Angst ab. In dem Maß, wie unsere Liebe zunimmt, verschwindet auch unsere Angst. Wovor fürchte ich mich in meiner Beziehung zu Gott? Gebe ich meine Angst auf, indem ich ganz auf Gott vertraue?

3. Mir geschehe, wie du gesagt: Es ist wirklich unglaublich, dass die Erlösung des Menschengeschlechts von der freien Antwort Marias abhängt. Marias „Ja“ zu Gott zeigt uns die Stärke und Erhabenheit der persönlichen Wahl. Es wirft auch ein Licht auf die große Bedeutung unseres eigenen persönlichen „Ja“ zu Gott im Hinblick auf seinen Plan für unser Leben. Marias von Liebe und Glauben erfüllte Einwilligung in einen Plan, den sie nicht ganz verstand, wird zum Vorbild für unser tägliches „Ja“ zum göttlichen Willen, wie er sich in unserem Leben täglich offenbart.

Gespräch mit Christus: Herr, durch diese Betrachtung ist mir deutlich geworden, dass du derjenige bist, der mein Leben und das der ganzen Menschheit führt. Ich will daran denken, dass du für mich immer das Beste willst, selbst wenn das schmerzt, aber auch reinigend ist. Darum brauche ich mich nicht zu fürchten. Ich glaube und vertraue auf dich, Herr, und bitte dich, meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe zu vermehren.

Vorsatz:  Ich will heute, wie Maria, Gottes Willen in festem Glauben und Liebe bereitwillig annehmen.


Der barmherzige Vater

26. März 2011

Samstag der zweiten Woche in der Fastenzeit

Lk 15,1-3, 11-32
Alle Zöllner und Sünder kamen zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern. Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

Einführendes Gebet:  Herr, auch wenn ich dich nicht mit eigenen Augen sehen kann, glaube ich, dass du jetzt gegenwärtig bist, tief in meinem Inneren, und dass du mich viel besser kennst als ich mich selbst. Ich weiß auch, dass du mich mehr liebst, als ich mich selbst lieben kann. Ich danke dir, dass du mich liebst und über mir wachst, auch wenn ich deine Liebe nicht verdiene. Ich bereue meine Sünden und möchte dich jeden Tag mehr lieben.

Bitte: Jesus, führe mich zu einer völligen Abkehr von der Sünde in meinem Leben.

1.  Liebe: das zweischneidige Schwert. Versetzen wir uns einmal in die Lage des Vaters. Er liebt seine Söhne, opfert sich für sie auf und denkt an sie mit großen Hoffnungen und väterlichem Stolz. Er wünscht sich sehr, dass sie glücklich werden und will nur das Beste für sie. Vor allem wünscht er sich, dass sie auf seine Liebe mit der gleichen Großzügigkeit und der gleichen Hingabe antworten. Es gibt nichts Schmerzlicheres für einen Liebenden als die unerwiderte, verkannte oder verschmähte Liebe. Bedenken wir, wie sehr Gott uns liebt: Er schickt seinen einzigen Sohn in die Welt, um Mensch zu werden – mit allen Einschränkungen und Leiden, die das bedeutet – um für uns, wegen unserer Sünden, am Kreuz zu sterben.

2. Gottes reichen Segen vergessen. Sobald der jüngere Sohn anfängt, an sich selbst zu denken und seine Aufmerksamkeit von der Liebe des Vaters abzuwenden, bekommt er Probleme, die mit dem geistigen und materiellen Ruin enden. Sein Erbe einzufordern heißt dem Vater den Tod zu wünschen, denn gewöhnlich erbt man erst nach dem Tod der Eltern. Wie oft habe ich Gott den Tod gewünscht, indem ich meinen Willen über den seinen gestellt habe? Egoismus führt zu Undankbarkeit: Ich vergesse, dass ich alles ohne die geringste Gegenleistung von Gott empfangen habe. Egoismus führt auch dazu, dass man das Glück überall sucht, nur nicht da, wo es wirklich ist: bei Gott.

3. Ein schweres Erwachen. Immer wenn wir uns von der Liebe und Gnade Gottes abwenden und uns der Sünde zuwenden, verlieren wir die Orientierung und gehen weg von Gott in ein „fernes Land“. Gottes Wille ist unser Zuhause, selbst wenn er auf den ersten Blick unbequem und unverständlich erscheint. Die Sünde verdunkelt den Verstand und schwächt den Willen. Wenn wir sündigen, entfernen wir uns immer von Gott. Aber jeder Heilige hat eine Vergangenheit, und jeder Sünder hat eine Zukunft. Wir können jetzt sofort zu Gott zurückkehren. Er ist hier bei uns, in diesem Moment, mit seiner Barmherzigkeit. Er sehnt sich glühend nach unserer Umkehr, so wie sich der Vater im Gleichnis nach der Rückkehr seines Sohnes gesehnt haben muss. Ich kann aufstehen und zu meinem Vater zurückkehren. Ich kann Christus meine Vergangenheit übergeben. Ich kann zu ihm gehen und um Vergebung bitten.

Gespräch mit Christus: Himmlischer Vater, ich täusche mich nicht über die vielen Male, wo ich „Nein“ zu dir gesagt und mich für mich selbst entschieden habe. Ich bin dankbar, dass ich einen so geduldigen und verzeihenden Vater habe wie dich. Ich bereue meine mangelnde Liebe zu dir. Jetzt wende ich mich erneut ab von der Sünde und dir wieder zu, denn ich vertraue auf dein Erbarmen und deine Vergebung.

Vorsatz:  Ich will einen Akt aufrichtiger Reue vollziehen in dankbarer Freude über Gottes Liebe und sein Erbarmen mit mir.