Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 27. Februar 2011 bis Samstag 5. März 2011

Achte Woche im Jahreskreis

P. Robert DeCesare LC, P. Todd Belardi LC, P. John Doyle LC, P. Eamonn Shelly LC

Wer ist mein HerrSonntag
Der Preis stimmt, die Entscheidung liegt bei unsMontag
Der Lohn der SelbstverleugnungDienstag
Den Kelch Christi trinkenMittwoch
Geh!Donnerstag
Jesus und der FeigenbaumFreitag
Vom Himmel oder der ErdeSamstag


Wer ist mein Herr

27. Februar 2011

Achter Sonntag im Jahreskreis

P. Robert DeCesare LC

Mt 6,24-34
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme erneut zu dir im Gebet. Auch wenn ich dich nicht sehe, vertraue ich darauf, dass du gegenwärtig bist und mich in deiner Lehre unterweisen willst. So wie du mir deine Liebe dadurch zeigst, dass du diese Zeit mit mir verbringst, so will ich dir meine Liebe zeigen, indem ich diese Zeit mit dir im Geist des Glaubens, des Vertrauens und des aufmerksamen Hinhörens verbringe. Hier bin ich, Herr, um dich zu hören und mit Liebe zu antworten.

Bitte: Herr, hilf mir, dass ich dich an die erste Stelle in meinem Leben setze.

1.  Niemand kann zwei Herren dienen. „Denn alle, die vom Fleisch bestimmt sind, trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht, alle, die vom Geist bestimmt sind, nach dem, was dem Geist entspricht.“ (Römer 8,5) Die zwei stehen sich gegenüber. Es gibt einen ständigen Kampf zwischen dem Fleisch und dem Geist. Sie wollen einander gegenseitig beherrschen. „Ich stoße also auf das Gesetz, dass in mir das Böse vorhanden ist, obwohl ich das Gute tun will.“ (Römer 7,21). Da der Geist gegen das Fleisch und das Fleisch gegen den Geist steht, sollte sich niemand selbst darin betrügen, dass er beiden dienen könne. Es ist unmöglich beiden Herren zu dienen, denn sie stehen immer im Kampf miteinander.

2. „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“ Der heilige Thomas More half einem jungen Freund der Familie, Richard Rich. Als More verhaftet wurde, führten Neid und Machthunger Rich dazu, falsch gegen More auszusagen, um seine eigene Position am Hofe zu stärken. Neid und ungezügelter Ehrgeiz können Seelen zerstören. Das zeigt auch, was es für unsere Seele bedeutet, wenn wir uns darüber definieren, was wir haben, statt darüber, was wir sind. Papst Johannes Paul II. schrieb in Evangelium Vitae: „Auf diese Weise werden die Werte des Seins durch jene des Habens ersetzt. Das einzige Ziel, auf das es ankommt, ist die Erlangung des eigenen materiellen Wohlergehens. Die sogenannte »Lebensqualität« wird vorwiegend oder ausschließlich als wirtschaftliche Leistung, hemmungsloser Konsumismus, Schönheit und Genuß des physischen Lebens ausgelegt, wobei die tiefer reichenden — beziehungsmäßigen, geistigen und religiösen — Dimensionen des Daseins in Vergessenheit geraten.“ (No. 23) Die zwei sind wie Gegenpole und wir stehen mittendrin und müssen uns für einen von beiden entscheiden, denn beide sind nicht möglich.

3. „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und gehen“ Was bringt es uns, wenn wir uns mit dieser Welt beschäftigen und dabei das verlieren, was das wichtigste für uns ist, nämlich unser Glück in der nächsten Welt? Was hat wirklich Bedeutung außer dem Reich Gottes? Wir sind dazu berufen, nach diesem Reich zu streben, und zwar hier und jetzt. Nach dem Reich Gottes zu streben, verlangt von uns, dass wir unser Bestes geben, ist aber niemals niederdrückend. Wir müssen immer danach streben, das Gute zu tun und das Böse zu meiden. Wir müssen danach streben, unsere Tendenz zu weltlichen Gütern und Annehmlichkeiten mehr und mehr zu verringern und immer mehr wie Christus zu werden. Wenn wir so handeln, wie wir sollten, dann streben wir nach dem Reich Gottes.

Gespräch mit Christus: Herr, ich will alles hinter mir lassen, was mich davon abhält, dich an die erste Stelle zu setzen. Ich weiß, dass das nicht einfach werden wird. Ich möchte mich selbst überwinden für dich. Hilf mir, dich über alles andere in meinem Leben zu stellen, so dass ich wirklich nach dem Reich des Himmels strebe.

Vorsatz:  Ich werde ein kleines Opfer bringen, um in jener Tugend zu wachsen, die ich am meisten benötige.


Der Preis stimmt, die Entscheidung liegt bei uns

28. Februar 2011

Montag der achten Woche im Jahreskreis

P. Todd Belardi LC

Mk 10,17-27
Als sich Jesus wieder auf den Weg machte, lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme erneut zu dir im Gebet. Auch wenn ich dich nicht sehe, vertraue ich darauf, dass du gegenwärtig bist und mich in deiner Lehre unterweisen willst. So wie du mir deine Liebe dadurch zeigst, dass du diese Zeit mit mir verbringst, so will ich dir meine Liebe zeigen, indem ich diese Zeit mit dir im Geist des Glaubens, des Vertrauens und des aufmerksamen Hinhörens verbringe. Hier bin ich, Herr, um dich zu hören und mit Liebe zu antworten.

Bitte: Herr, hilf mir, mich immer mehr von den Dingen dieser Welt zu lösen, um dir besser nachfolgen zu können.

1.  Gott ist gut. Der reiche Jüngling erkannte, dass Christus gut war. Er kniet vor ihm nieder, weil er weiß, dass Christus etwas besitzt, das er nicht hat. Was ist es? Der Geist der bedingungslosen Liebe. Christus hilft uns, aus uns herauszugehen und ihm mehr zu vertrauen. Und darum ermutigt uns auch Papst Benedikt: „Ich sage euch, liebe Jugendliche: Habt keine Angst vor Christus! Er nimmt nichts weg, er gibt euch alles. Wenn wir uns ihm schenken, empfangen wir das Hundertfache zurück. Ja, öffnet eure Türen weit für Christus – und ihr werdet das wahre Leben finden“ (Predigt vom 24. April 2005).

2. Die gute Seite der Dinge sehen. Es ist leicht, bei einer Sache nur zu sehen, was sie einen kostet. Der junge Mann wird traurig, weil er mehr auf die Kosten als auf den Lohn schaut. Den Preis würde er zuerst spüren, der Lohn würde erst später kommen. Wie oft machen wir diese Erfahrung im Leben! Die Welt, in der wir leben, will alles und sofort, ohne dafür bezahlen zu wollen. Anstatt uns auf die Kosten zu konzentrieren, sollten wir auf den Lohn schauen, den Gott uns versprochen hat. Wir werden entdecken, dass die Kosten gering sind und dass der Lohn für immer bleibt.

3. Loslassen. Der heilige Paulus sagt, dass nichts über Christus gehen sollte. Im Fall des jungen Mannes hatte dieser aber etwas anderes Christus vorgezogen. Der Komfort, die Sicherheit und die materiellen Dinge waren ihm wichtiger als die persönliche Einladung Christi zur Vollkommenheit. Abhängigkeit führt zur Traurigkeit; in einem Herzen, das mit den Dingen dieser Welt ganz erfüllt ist, gibt es keinen Platz für Gott. Nur das Loslassen führt zu wahrer Freude. Gott gibt sich dem, der ihn ohne Bedingungen sucht.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, hilf mir, ein Leben der Freiheit zu leben. Hilf mir zu erkennen, wie gut du bist. Lass mich durch den Glauben die gute Seite der Dinge sehen und in allen Dingen eine Gelegenheit erkennen, dich zu lieben. Ich möchte allein von dir abhängig sein und ganz losgelöst sein von meinen Sünden.

Vorsatz:  Ich will etwas aussuchen, von dem ich mich heute loslösen kann.


Der Lohn der Selbstverleugnung

1. März 2011

Dienstag der achten Woche im Jahreskreis

Mk 10,28-31
Da sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme erneut zu dir im Gebet. Auch wenn ich dich nicht sehe, vertraue ich darauf, dass du gegenwärtig bist und mich in deiner Lehre unterweisen willst. So wie du mir deine Liebe dadurch zeigst, dass du diese Zeit mit mir verbringst, so will ich dir meine Liebe zeigen, indem ich diese Zeit mit dir im Geist des Glaubens, des Vertrauens und des aufmerksamen Hinhörens verbringe. Hier bin ich, Herr, um dich zu hören und mit Liebe zu antworten.

Bitte: Herr, hilf mir, meine Akte der Selbstverleugnung in der richtigen Absicht zu tun.

1.  Petrus‘ Frage. Auf den ersten Blick scheint Petrus egoistisch zu sein, als ob er gesagt hätte: „Wir haben alles aufgegeben, was bekommen wir jetzt dafür?“ Aber seine Frage ist nicht die Folge seines Egoismus sondern ist eine Reaktion auf die vorhergehende Aussage Jesu, dass es für einen reichen Mann sehr schwierig sei, in den Himmel zu kommen. Petrus will also wissen, wie es dann für jemanden wie ihn aussieht, der alles aufgegeben hat, um Christus zu folgen. Wie sehr müssen wir uns von weltlichen Dingen lossagen, um sicher einen Platz im Himmel zu haben? Jesus gibt keine konkrete Antwort auf diese Frage, aber er sagt uns, dass jene, die alles aufgegeben haben, nicht nur ihren Lohn in der Ewigkeit haben werden, sondern auch schon in diesem Leben reich belohnt werden.

2. Die wahre Motivation. Lohn gibt es nicht für jene, die einfach etwas aufgeben, sondern für jene, die etwas für Christus und die Liebe des Evangeliums aufgeben. Ein Opfer nur um des Opferns willen, oder noch schlimmer ein Opfer aus selbstsüchtigen Motiven, ist in Gottes Augen nichts wert. Opfer haben nur dann einen Wert, wenn sie für Christus und sein Evangelium erbracht werden, für Liebe. Unsere Absicht hinter unserem Verzicht muss sein, Christus Ehre zu erweisen und Zeugnis zu geben für die Lehre des Evangeliums. Ist das wirklich die wahre Motivation hinter unseren Opfern?

3. Ewiges Leben. Der Lohn für unsere Opfer beginnt in diesem Leben und erreicht seinen Höhepunkt im nächsten. Der Unterschied zwischen den beiden besteht darin, dass es in diesem Leben auch Verfolgungen geben wird. In diesem erleben wir die Liebe Christi und das Leid der Verfolgung. Dieses Leben dient der Reinigung unserer Liebe, unserer Absichten. Wenn wir hier unsere Liebe beweisen, werden wir das Leben mit Christus in Ewigkeit genießen.

Gespräch mit Christus: Herr, du weißt, wie sehr ich an mir selbst, an meinen Besitztümern und meinen Annehmlichkeiten hänge. Hilf mir, alles aufzugeben, was ich aufgeben sollte, aus Liebe zu dir und deinem Evangelium, nicht aus Eigenliebe oder dafür, was ich damit erreichen könnte. Hilf mir, keine Angst davor zu haben, mich selbst zu verleugnen, um dir näherzukommen.

Vorsatz:  Ich werde etwas aufgeben, das mich davon abhält, näher zu Gott zu kommen.


Den Kelch Christi trinken

2. März 2011

Mittwoch der achten Woche im Jahreskreis

P. John Doyle LC

Mk 10,32-45
Während sie auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute wunderten sich über ihn, die Jünger aber hatten Angst. Da versammelte er die Zwölf wieder um sich und kündigte ihnen an, was ihm bevorstand. Er sagte: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben; sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen.

Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme erneut zu dir im Gebet. Auch wenn ich dich nicht sehe, vertraue ich darauf, dass du gegenwärtig bist und mich in deiner Lehre unterweisen willst. So wie du mir deine Liebe dadurch zeigst, dass du diese Zeit mit mir verbringst, so will ich dir meine Liebe zeigen, indem ich diese Zeit mit dir im Geist des Glaubens, des Vertrauens und des aufmerksamen Hinhörens verbringe. Hier bin ich, Herr, um dich zu hören und mit Liebe zu antworten.

Bitte: Herr, hilf mir, das Beispiel deines Dienens aus Liebe nachzuahmen.

1.  Der feste Entschluss Jesu. Jesus geht seinen Jüngern voraus, fest entschlossen. Manche von denen, die ihm nachfolgen, wird es immer unwohler dabei, aber Jakobus und Johannes scheinen den Ernst der Lage nicht begriffen zu haben. Jesus hat Begleiter, aber in einem gewissen Sinne ist er allein. Immer wieder hat er versucht, seinen Jüngern zu erklären, dass er in seiner Sendung abgelehnt und beschimpft werden wird und irgendwann sogar den grausamsten Tod erleiden wird. Aber es scheint so, dass sie den Sinn dieser Botschaft nicht begreifen können; diese Botschaft leuchtet ihnen nicht ein. Auch wir hören manchmal Christi Worte, dass wir unser Kreuz jeden Tag auf uns nehmen und unser Leben für ihn verlieren sollen, und diese Aussicht erschreckt uns gewaltig. Jesus lädt uns aber immer wieder ein, seinen Spuren zu folgen und unsere täglichen Kreuze zu tragen, dabei aber unseren Blick auf unser himmlisches Zuhause, das Neue Jerusalem, zu richten.

2. Ehrgeizige Nachfolger. Jakobus und Johannes waren vom Herrn persönlich berufen worden. Sie durften Jesus oft begleiten, wenn er allein wegging, um zu beten. Beide liebten Unseren Herrn sehr, und darum darf es uns nicht überraschen, dass sie ganz in seiner Nähe sein wollten, wenn er in seine Herrlichkeit eintreten würde. Jesus tadelt sie nicht wegen ihrer Bitte, auch wenn sie zu einer Zeit kommt, als sein Herz von großen Sorgen erfüllt ist. Jesus lädt sie ein, über die Folgen ihrer Bitte nachzudenken. Auf der rechten und linken Seite Jesu in seiner Herrlichkeit zu sitzen bedeutet, durch eine ähnliche Prüfung hindurchzugehen, wie diejenige, durch die er selbst bald hindurchgehen muss – sie werden zu seiner Rechten und Linken stehen müssen an dem Tag, an welchem er auf das Kreuz erhoben wird. Jesus lädt auch uns ein, „die Dinge von oben“ zu suchen und unser Streben auf den Himmel zu richten und nicht auf irdischen Ruhm.

3. Der Größte muss dienen. Die meisten von uns befehlen lieber, als sie gehorchen. Ehrgeiz führt schnell zu Rivalität und bitteren Gefühlen, wie es auch bei den zwölf Aposteln war. Jesus tritt schnell dazwischen und gibt uns eine wertvolle Lektion über die Bedeutung der Autorität, eine Lektion, die wir uns zu Herzen nehmen sollten. Autorität jeglicher Art hat nur einen Zweck: zu dienen. Sehe ich die Autorität, die mir gegeben ist, als Dienst an? Ist es mir wichtiger, dass mir gehorcht wird – unmittelbar und exakt – als dass ich ein Beispiel für andere sein soll? Wie kann ich Jesus ähnlicher werden beim Ausüben meiner Autorität? Habe ich erkannt, dass dies eine besondere Weise sein kann, mein Kreuz auf mich zu nehmen und Jesus nachzufolgen?

Gespräch mit Christus: Jesus, hilf mir, voll Eifer nach den Dingen von oben zu suchen. Lass nicht zu, dass mein Herz von Ehrgeiz erfüllt ist, sondern vielmehr wie dein Herz sanftmütig und demütig ist.

Vorsatz:  Ich will anderen dienen, egal, wer oder was sie sind.


„Geh“!

3. März 2011

Donnerstag der achten Woche im Jahreskreis

P. Eamonn Shelly LC

Mk 10, 46-52
Jesus und seine Jünger kamen nach Jericho. Als er mit ihnen und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazareth war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme erneut zu dir im Gebet. Auch wenn ich dich nicht sehe, vertraue ich darauf, dass du gegenwärtig bist und mich in deiner Lehre unterweisen willst. So wie du mir deine Liebe dadurch zeigst, dass du diese Zeit mit mir verbringst, so will ich dir meine Liebe zeigen, indem ich diese Zeit mit dir im Geist des Glaubens, des Vertrauens und des aufmerksamen Hinhörens verbringe. Hier bin ich, Herr, um dich zu hören und mit Liebe zu antworten.

Bitte: Herr, gewähre mir die Gnade ein mutiger Zeuge für dich und dein Königreich zu sein.

1.  Zuhören. Wir müssen Christus zuhören, der in unserem Inneren spricht und uns aufruft, hinauszugehen und durch unser Leben das Evangelium zu verkünden. Erinnern wir uns, wie viel Zeit wir jeden Tag damit verbringen, über uns nachzudenken und nicht über Jesus und sein Reich. Durch die Taufe hat er uns aufgetragen, nicht nur über unseren Glauben Bescheid zu wissen, sondern auch danach zu handeln und ihn mit anderen zu teilen. Der blinde Bettler registrierte aufmerksam das Vorübergehen Jesu; seine Aufmerksamkeit war der erste Schritt zu seiner Heilung.

2. Rufen. Christus wünscht, dass wir so sind, wie es der heilige Paulus war: kühn in der Predigt und in der Verteidigung der Wahrheit. Er will, dass wir unsere Menschenfurcht überwinden. Oft ertappen wir uns dabei, wie wir von dem, was andere denken und sagen, beeinflusst sind, und wie wir unfähig sind, wir selbst zu sein. Die Welt versucht uns einzuschüchtern, indem sie über uns lacht und uns lächerlich erscheinen lässt. In Wirklichkeit will sie uns zwingen, unseren Glauben nur privat zu leben, ohne für Christus und die Wahrheit Zeugnis abzulegen. In solchen Zeiten sollten wir uns wie Bartimäus verhalten – sogar noch lauter schreien als er und für das eintreten, was wahr ist, und beharrlich dabei bleiben. Das verlangt sehr viel von uns; aber kostete es Christus nicht das Leben, für die Wahrheit einzutreten?

3. Sehen. Das Leben des blinden Bartimäus dürfte niemals wieder so gewesen sein, wie es vorher war. Er war durch Christus innerlich vollständig umgewandelt – sogar sein körperliches Leiden war geheilt. Er konnte wieder sehen. „Sehen“ bedeutet, unser Leben und alles, was es mit sich bringt, aus der Perspektive Gottes zu sehen. „Sehen“ bedeutet, dass wir glücklich sind, indem wir den Willen Gottes erfüllen, egal, was er von uns verlangt.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich bitte dich, hilf mir, die großen Taten, die du in meinem Leben vollbringst, zu sehen. Hilf mir, die Erfahrung des Kreuzes als echte Chance zu begreifen, in meiner Beziehung zu dir zu wachsen.

Vorsatz:  Ich will den Namen und das Vorbild Jesu Christi in einem Gespräch, das ich heute mit jemandem führe, verständlich machen.


Jesus und der Feigenbaum

4. März 2011

Freitag der achten Woche im Jahreskreis

P. John Doyle LC

Mk 11,11-26
Und er zog nach Jerusalem hinein, in den Tempel; nachdem er sich alles angesehen hatte, ging er spät am Abend mit den Zwölf nach Betanien hinaus.

Als sie am nächsten Tag Betanien verließen, hatte er Hunger. Da sah er von weitem einen Feigenbaum mit Blättern und ging hin, um nach Früchten zu suchen. Aber er fand an dem Baum nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigenernte. Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen. Und seine Jünger hörten es.

Dann kamen sie nach Jerusalem. Jesus ging in den Tempel und begann, die Händler und Käufer aus dem Tempel hinauszutreiben; er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um und ließ nicht zu, dass jemand irgendetwas durch den Tempelbezirk trug. Er belehrte sie und sagte: Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker sein? Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht. Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten hörten davon und suchten nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen. Denn sie fürchteten ihn, weil alle Leute von seiner Lehre sehr beeindruckt waren. Als es Abend wurde, verließ Jesus mit seinen Jüngern die Stadt.

Als sie am nächsten Morgen an dem Feigenbaum vorbeikamen, sahen sie, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war. Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus: Rabbi, sieh doch, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt. Jesus sagte zu ihnen: Ihr müsst Glauben an Gott haben. Amen, das sage ich euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer!, und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen. Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet - glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil. Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme erneut zu dir im Gebet. Auch wenn ich dich nicht sehe, vertraue ich darauf, dass du gegenwärtig bist und mich in deiner Lehre unterweisen willst. So wie du mir deine Liebe dadurch zeigst, dass du diese Zeit mit mir verbringst, so will ich dir meine Liebe zeigen, indem ich diese Zeit mit dir im Geist des Glaubens, des Vertrauens und des aufmerksamen Hinhörens verbringe. Hier bin ich, Herr, um dich zu hören und mit Liebe zu antworten.

Bitte: Herr Jesus, hilf mir, Gebet und Tun zu vereinen.

1.  Die Unfruchtbarkeit eines sündigen Lebens. Wir sehen, dass Jesus einen unfruchtbaren Feigenbaum zum Verdorren bis auf die Wurzeln bringt, obwohl er weiß, dass es gar nicht die Zeit ist, um Feigen zu ernten. Jesus hat nie ein Wunder für sich selbst gewirkt, darum wissen wir, dass er den Baum nicht deswegen bestraft, weil er nicht seinen Hunger stillt. Dieses Ereignis geschieht unmittelbar vor seinem Eintritt in den Tempel von Jerusalem, wo er mit Menschen rechnet, die sich eifrig für die Dinge seines Vaters abmühen. Stattdessen trifft er Menschen, die sich für weltliche Geschäfte abmühen, oft sogar in betrügerischer und ungerechter Weise. Die Früchte der Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, die Jesus erwartet, sind nirgends zu finden; und so symbolisiert in gewisser Weise der Feigenbaum Jerusalem. Bin ich ehrlich im Umgang mit anderen? Weiß ich, dass der Herr von mir Früchte erwartet? Nutze ich meine Zeit gut, um Früchte im Gebet und in meinem Tun zu bringen?

2. Ein Tag im Leben von… Dieser Evangeliumsabschnitt würde einen guten Stoff für einen Dokumentarfilm über einen Tag im Leben von Christus bieten. Er bricht früh in Bethanien nach Jerusalem auf, er geht in den Tempel hinein, zieht den Zorn jener auf sich, deren Tische er umwirft, und anschließend gibt er seinen Jüngern Unterweisungen auf seiner Rückkehr spät am Abend nach Bethanien. Gleich am nächsten Tag beginnt er seinen Dienst wieder mit einer Lehre über die Wichtigkeit des Glaubens beim Beten. Jesus vergeudet nicht eine Sekunde seiner Zeit; immer will er den Willen seines Vaters erfüllen. Trotzdem war er kein Wichtigtuer. Im Normalfall mischt er sich nicht in die Geschäfte der anderen ein, aber er lässt es ganz bestimmt nicht zu, dass im Haus seines Vaters unehrliche Geschäfte gemacht werden. Und darum treibt er die unehrlichen Händler aus dem Tempel heraus. Nutze ich meine Zeit gut? Schließt das auch eine Zeit für das Gebet mit ein? Ist mein Verhalten in einem Gotteshaus, wo der Herr in der Eucharistie wohnt, ehrfürchtig?

3. Glauben an die Macht des Gebets. Gebet und Tun sind aufs Innigste miteinander verbunden. Jesus hatte Recht, als er die Geldwechsler und Tiere aus dem Tempel trieb. Und auch wir sollen uns ganz bestimmt nicht um weltliche Geschäfte sorgen, wenn wir in der Kirche sind. Es ziemt sich aber sehr wohl, unsere Ängste und Sorgen, unsere Freuden und unser Versagen Christus im Gebet hinzuhalten. Es ist gut für uns, unseren Herrn zu fragen, wie er unsere Sorgen sieht und um seine Gnade zu bitten, ihm weiter nachzufolgen. Und wenn wir uns eine besondere Zeit für das Gebet reservieren, um Christus zu begegnen, werden wir darin die Kraft und den Wunsch finden, seine Botschaft anderen weiterzugeben. Im Gebet werden wir mit apostolischem Eifer erfüllt. Wenn unser Alltag von einem Dienen aus Liebe zu Gott bestimmt wird, wird er selbst zum Gebet. Ist mein Gebet die Quelle innerer Stärke, und ist mein Tun ein mit Liebe erfülltes Gebet?

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, du verlangst viel von mir, aber du stehst mir immer zur Seite mit deiner Gnade und deiner Gegenwart. Hilf mir, meine Zeit klug für die Ausbreitung deines Reiches zu nutzen.

Vorsatz:  Ich nehme mir heute vor, fünf Minuten länger zu beten mit dem Anliegen, Christus besser zu dienen.


Vom Himmel oder der Erde

5. März 2011

Samstag der achten Woche im Jahreskreis

P. John Doyle LC

Mk 11,27-33
Sie kamen wieder nach Jerusalem. Als er im Tempel umherging, kamen die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm und fragten ihn: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir die Vollmacht gegeben, das zu tun? Jesus sagte zu ihnen: Zuerst will ich euch eine Frage vorlegen. Antwortet mir, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue. Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von den Menschen? Antwortet mir! Da überlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Sollen wir also antworten: Von den Menschen? Sie fürchteten sich aber vor den Leuten; denn alle glaubten, dass Johannes wirklich ein Prophet war. Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Jesus erwiderte: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme erneut zu dir im Gebet. Auch wenn ich dich nicht sehe, vertraue ich darauf, dass du gegenwärtig bist und mich in deiner Lehre unterweisen willst. So wie du mir deine Liebe dadurch zeigst, dass du diese Zeit mit mir verbringst, so will ich dir meine Liebe zeigen, indem ich diese Zeit mit dir im Geist des Glaubens, des Vertrauens und des aufmerksamen Hinhörens verbringe. Hier bin ich, Herr, um dich zu hören und mit Liebe zu antworten.

Bitte: Jesus, schenk mir wahre Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit im Leben.

1.  Das Übel der Unehrlichkeit. Jesus hatte einen Tag zuvor einen Aufruhr im Tempel verursacht. Er hatte die Tische der Geldwechsler umgestoßen und die Tiere hinausgetrieben. Jeder andere wäre im Gefängnis gelandet, aber hier war Christus, und seine Stunde war noch nicht gekommen. Die Hohenpriester und Schriftgelehrten wollten aber eine Erklärung – besser gesagt eine Entschuldigung – um Jesus anklagen zu können. Er antwortet auf ihre Frage sehr schlau mit einer Gegenfrage, welche sie nicht beantworten können aus Furcht, dass ihre Unehrlichkeit der Menge dadurch bekannt werden könnte. Wie sehr verletzte Unseren Herrn diese Unehrlichkeit auf Seiten der Schriftgelehrten und Pharisäer! Er wollte zu ihnen nicht offen sprechen, weil sie beabsichtigten, seine Worte zu verdrehen. Verabscheue ich Unehrlichkeit wie er? Gibt es in meinem Leben Spuren von Unehrlichkeit? Bin ich mehr darüber besorgt, was andere von mir denken, als was Christus von mir denkt?

2. Glauben verlangt Umkehr. Jesus hat diese Worte nicht gesagt, aber sie wussten, dass er sie hätte sagen können. Ihr unruhiges Gewissen sagte ihnen, dass die Anklage richtig gewesen wäre. Warum hatten sie dem Vorläufer des Herrn nicht geglaubt? War es nicht derselbe Grund, aus welchem sie auch dem Herrn selbst nicht glaubten? Johannes der Täufer bezichtigte sie der Unehrlichkeit. Sie waren gekommen, um die Taufe der Umkehr zu empfangen, aber in Wirklichkeit wollten sie ihr Leben nicht ändern. Hätte Jesus Grund, mich wegen Unehrlichkeit zu tadeln? Empfange ich manchmal das Sakrament der Buße ohne das echte Verlangen, mein Leben zu ändern? Oder meide ich die Beichte überhaupt, weil ich denke, dass in meinem Leben nichts geändert werden muss?

3. Unwissen ist eine billige Entschuldigung. Es ist sicher nicht das erste oder letzte Mal, dass man Unwissen vorschiebt, um die Konsequenzen der Wahrheit zu verhindern, aber diese Art Unwissen ist ganz klar schuldhaft. Die Sprecher waren keine ungebildeten Leute, sondern sie waren Führer des Gottesvolkes, und als solche hatten sie die Verantwortung, die Leute so zu führen, dass sie den Bund, den Gott mit ihnen geschlossen hatte, einhielten. Die Leute hatten in Johannes einen großen Propheten gesehen, der die Sünder durch seine Predigt und sein Beispiel der Entsagung zur Umkehr aufgerufen hatte, doch die jüdischen Autoritäten wollten nicht akzeptieren, dass sich irgendjemand außer ihnen das Recht nehmen könnte, in Gottes Namen zu sprechen. Eigentlich wussten sie es, aber sie waren nicht bereit, die Wahrheit anzunehmen. Schütze ich mich manchmal mit dem Argument des Unwissens, wenn ich etwas tue, von dem ich mir nicht sicher bin, ob es richtig ist?

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, manchmal weiß ich, was du von mir willst, aber es kostet mich viel, deinen Willen in die Tat umzusetzen. Manchmal habe ich soviel Angst davor, was andere sagen oder denken könnten, oder ich habe Angst vor den Konsequenzen. Schenke mir den Geist der Ehrlichkeit und Stärke, damit ich deinen Willen immer annehmen und ihm folgen kann.

Vorsatz:  Ich will heute früher zum Gottesdienst kommen, um noch ein paar Minuten in Stille vor Unserem Herrn zu verbringen und ihn um die Gnade zu bitten, immer ehrlich und aufrichtig in meinem Tun zu sein.