Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 6. Februar 2011 bis Samstag 12. Februar 2011

Fünfte Woche im Jahreskreis

Der Ruf des HerrnSonntag
Der Glaube und Christi Macht zu heilenMontag
Wahre VerehrungDienstag
Das innere KönigreichMittwoch
Demut und Glaube: Fundament und KathedraleDonnerstag
UnveränderlichFreitag
Güte im ÜberflussSamstag


Der Ruf des Herrn

6. Februar 2011

Fünfter Sonntag im Jahreskreis

Mt 5,13-16
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Einführendes Gebet:  Jesus, unser Herr, ich komme wieder zu dir um auf dein Wort zu hören. Ich komme als Hungriger, der Nahrung braucht. Ich brauche dich, damit du mich nährst, weil dies kein anderer kann. Ich hungere nicht nach der Nahrung der Welt, sondern nach der Nahrung deiner Gnade. Möge mein Gebet vor dir heute Gefallen finden und für meine Brüder und Schwestern ein Instrument der Gnade sein.

Bitte: Jesus, unser Herr, gib mir die Gnade als dein Jünger im Vertrauen zu wachsen.

1.  Gottes Wahl. Im heutigen Evangelium lädt uns der Herr ein über die außergewöhnliche Gnade, von ihm auserwählt zu werden, nachzudenken. Der Herr erinnert seine Apostel immer wieder daran, dass nicht sie ihn gewählt haben, sondern er hat sie erwählt. Manchmal verlieren wir aus den Augen, dass Christus uns durch die Taufe zu seinen Jüngern berufen hat. Die Erfahrung unserer eigenen Schwäche und unserer begrenzten Fähigkeit zu tun, was recht ist, kann uns mutlos werden lassen. Sollen wir wirklich fähig sein, das Salz der Erde und das Licht der Welt zu sein, wie Jesus es uns zugesagt hat? Doch der Herr hat uns genau für diese Mission erwählt: wir sollen Werkzeuge für die Bekehrung unserer Mitmenschen sein, indem wir die Gesellschaft aus der Dunkelheit heraus in das Licht Christi bringen. Unsere Mission übersteigt die heutige und morgige Welt bei weitem, denn wir sind berufen, allen Menschen zu helfen das ewige Leben zu erlangen. Wer würde sich eine solche Mission selbst anmaßen?

2. Den Vater verherrlichen. Wie sollen wir an diese Aufgabe herangehen? Die Antwort liegt in unserer Taufe begründet. Durch die Taufe wird unsere ganze Existenz in ein neues Leben geführt, in das Leben eines angenommenen Sohnes Gottes oder einer angenommenen Tochter Gottes in Jesus Christus. Von jetzt an können wir alles, was wir zur Verherrlichung Gottes tun, durch unsere Teilnahme an Christi königlichem Priestertum tun. Wie sollen wir dann das Licht der Welt sein? Nicht auf Grund von unseren eigenen Verdiensten oder Kenntnissen, nicht auf Grund von Technologie, Wissenschaft oder irgendeiner weltlichen Macht, sondern auf Grund des Heiligen Geistes, der in uns wirkt und unsere Bemühungen führt und lenkt. Wenn wir also das Licht der Welt und das Salz der Erde sein sollen, so gilt es in erster Linie den Eingebungen des Heiligen Geistes zu folgen und ihm absolut zu vertrauen. Wenn wir das tun, werden wir jene Jünger sein, deren größtes Verlangen darin besteht, den Vater zu verherrlichen, und die Menschen werden in uns die Hand Gottes sehen.

3. Seid stark in der Liebe. Christi Ruf an uns, seine Jünger zu sein und allen Menschen das Evangelium zu verkünden, mag zu viel für uns sein. In unserem aufreibenden Alltag und dem Kampf über die Runden zu kommen, scheint es keine Zeit und keine Kraft zu geben ein Jünger Jesu zu sein. Wir dürfen den Beginn unserer Jüngerschaft nicht aus den Augen verlieren. Sie begann nicht damit, dass wir einen Vertrag mit dem Herrn geschlossen haben. Sie begann in seinem Herzen, als er sagte: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ Sie begann, als er sagte: „ Ich nenne euch nicht länger Diener, sondern Freunde.“ Der Sohn Gottes hat uns seine Freunde genannt. Wer würde es wagen das zu sagen? Wer könnte sich dies erträumen? Niemand! Doch es ist die Wahrheit. Unsere Jüngerschaft gründet in der Liebe, die Christus uns entgegenbringt. Deshalb fordert er uns auf stets in seiner Liebe zu bleiben. Tatsächlich will er, dass wir in seiner Liebe leben, als Reben an seinem Weinstock leben und so Frucht bringen können.

Gespräch mit Christus: Herr, du hast mich erwählt, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. Das ist zu viel für mich! Trotzdem glaube ich an dich, vertraue ich dir und liebe ich dich. Möge heute jedes Wort und jede Tat mutige Ausdrücke deiner Liebe zu allen sein und diejenigen, denen ich begegne, dazu zu führen, deinen Himmlischen Vater zu verherrlichen.

Vorsatz:  Ich werde auf den Ruf des Herrn an mich, sein Jünger zu sein, vertrauen und so meinen Mitmenschen in Worten und Taten der Nächstenliebe die Größe der Liebe Gottes zeigen.


Der Glaube und Christi Macht zu heilen

7. Februar 2011

Montag der fünften Woche im Jahreskreis

Mk 6,53-56
Sie fuhren auf das Ufer zu, kamen nach Genezareth und legten dort an. Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war. Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du die Macht hast, körperliche und seelische Leiden zu heilen. Ich komme zu dir, denn ich weiß, dass ich vor dir krank und schwach bin, und ich vertraue darauf, dass du mich heilen und stärken willst. In Demut opfere ich dir meine Seele auf, die krank ist durch Egoismus, Stolz und Selbstgenügsamkeit, es ist fast wie ein geistiger „Krebs“. Ich übergebe mich ganz deiner liebenden Barmherzigkeit. Ich danke dir Herr, dass du über mir wachst und mich bedingungslos liebst.

Bitte: Herr, heile mein Herz und meine Seele, und hilf mir, das zu tun, was meiner seelischen Gesundheit am besten dient.

1.  Sie eilten durch die ganze Gegend. Die Menschen in diesem Evangelium eilten zumeist nicht durch die ganze Gegend, um andere einzuladen, zu Jesus zu gehen und von ihm die Vergebung und die Heilung ihrer Seelen zu erlangen. Natürlich waren sie in Eile, aber vor allem deshalb, weil sie wollten, dass der Herr sie von ihren körperlichen Krankheiten heilte. Wie blind ist doch das menschliche Herz, das oft körperliche Krankheit mehr fürchtet als die Krankheit der Seele und das Hinausfallen aus Gottes Gnade! Die schlimmsten Krankheiten, die wir erleiden können, kommen aus unserem Inneren: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Verleumdungen. Das ist es, was den Menschen unrein macht (Mt 15,19-20).

2. Sein Gewand berühren. Heilige Männer und Frauen aus vielen Jahrhunderten haben fest geglaubt, dass das „Berühren“ Christi, das heißt der Empfang der Sakramente, die Gesundheit der Seele und die Erlösung bewirkt. „Mein Herz ist durch viele Sünden verwundet worden“, so betete der heilige Ambrosius vor der heiligen Messe, „ich wachte nicht über meinen Verstand und meine Zunge. Herr der Freundlichkeit und Macht, in meiner Niedrigkeit und Not komme ich zu dir, der Quelle des Erbarmens; ich eile zu dir, damit du mich heilst, ich nehme Zuflucht zu dir. Ich sehne mich danach, dir zu begegnen, nicht als meinem Richter, sondern als meinem Retter. Herr, ich schäme mich nicht, dir meine Wunden zu zeigen. Du allein weißt, wie zahlreich und schlimm meine Sünden sind, und obwohl ich ihretwegen um mein ewiges Heil fürchten könnte, setze ich meine Hoffnung auf dein Erbarmen, welches grenzenlos ist. Schau auf mich voll Erbarmen, Herr Jesus Christus, ewiger König, Gott und Mensch, zu unserem Heil gekreuzigt. Ich vertraue auf dich, denn du bist die Quelle, die in nie erlöschender barmherziger Liebe fließt: erhöre mich und vergib mir meine Sünden und Schwächen.“

3. Alle, die ihn berührten, wurden geheilt. Alle, die Jesus Christus gläubig berührten, wurden geheilt: die kanaanitische Frau, der blinde Mann, die zehn Aussätzigen, der Mann mit der vertrockneten Hand, der Gelähmte, die Tochter des Jairus, die Frau mit den Blutungen, der Junge, der von einem Dämon besessen war, der Taubstumme. Alle diese Leute im Evangelium hatten Eines gemeinsam: es war ihr Glaube, der dem Herrn erlaubte, sie zu heilen. Im Fall der Frau, die unter Blutungen litt, heißt es: „Es strömte eine Kraft von ihm aus“ (Mk 5,30). Glauben ist einer der mächtigsten Akte der menschlichen Person, denn Gott selbst wollte sich durch diesen bewegen lassen. Wie stark ist mein Glaube an die Macht unseres Herrn Jesus Christus? Strecke ich mich nach ihm aus und berühre ihn im Glauben Tag für Tag? Lasse ich ihn in meinem Leben durch meinen Glauben wirken? Worauf warte ich noch?

Gespräch mit Christus: Herr, du bist allmächtig und du bist die Quelle meiner Rettung und der Heilung meiner Seele. In diesem Gebet wende ich mich im Glauben an dich, auch wenn ich unwürdig bin und mein Glaube noch so schwach ist. Heile mich, Herr. Gib mir die Kraft, der Macht des Bösen in meinem Leben zu widerstehen und mich ganz deiner Gnade und Güte zu übergeben. Herr, ich glaube; vermehre meinen Glauben.

Vorsatz:  Ich will an diesem Tag den Herrn immer wieder durch kleine Sätze im Glauben bekennen.


Wahre Verehrung

8. Februar 2011

Dienstag der fünften Woche im Jahreskreis

Mk 7,1-13
Die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, hielten sich bei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Hand voll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung. Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korbín, das heißt: eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun. So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen.

Einführendes Gebet:  Herr, danke für dein Evangelium und für all die Wahrheit, die du mich lehrst. Danke, dass du mich vor den Einstellungen und Haltungen bewahrst, die für mich zur Versuchung werden könnten. Ich liebe dich wegen deiner Güte und Barmherzigkeit, und ich möchte mich in deine liebenden Arme begeben.

Bitte: Herr, hilf mir, dir aufrichtig in Wahrheit und Liebe zu dienen.

1.  Nur ein Lippenbekenntnis. Jesus ruft seine Jünger auf, authentisch zu sein. Allzu oft machen sogenannte Jünger den Eindruck, ihm zu folgen, während sie gleichzeitig mit ihrem Herzen ganz woanders sind. Obwohl die Pharisäer äußerlich auf dem Weg zur Heiligung scheinbar alles richtig machen, verrät die Art, wie sie Jesus und andere behandeln, ihre wahre Haltung. Jesus würde sie „weißgetünchte Gräber“ (Mt 23,27) nennen: äußerlich rein und glänzend, aber von innen voll mit Knochen toter Menschen. Selbstgerechtigkeit führt zu ihrem Sturz. Solche Haltungen mögen einem stolzen Menschen kurzfristig Sicherheit bieten, doch diese wird immer eine Illusion bleiben, weil sie nicht auf der Wahrheit basiert. Ehre ich Gott auf irgendeine Weise ebenfalls nur mit den Lippen, aber sage in meinem Herzen etwas anderes oder verhalte mich gegensätzlich dazu?

2. Wertlose Verehrung. Wahre Verehrung beginnt mit Demut, wenn die Seele erkennt, dass sie nichts Gutes in oder durch sich selbst besitzt, sondern dass all ihre Gaben von Gott kommen. Verlassen wir auch uns nicht oft mehr auf unsere Talente und unser Können, als auf die Gaben, die von Gott kommen? Es ist nicht ohne Bedeutung, dass Jesus über das Gebet des Pharisäers, der sich selbst über andere erhebt, negativ urteilt (Lk 18,11). Wie kann ich sichergehen, dass mein Gebet wirklich hingebungsvoll ist, dass ich nämlich unseren Herrn mit den Worten meines Herzens anspreche?

3. Wahre Verehrung. Die Pharisäer nutzen die Talente und Gaben, die Gott ihnen gegeben hatte, nicht zu Gottes Ehre, sondern für ihren eigenen persönlichen Profit, ob er nun darin bestand, gelobt und bewundert zu werden oder bequem und selbstzufrieden zu leben. Wahre Gottesverehrung bedeutet, die Dinge, die Gott geschaffen hat, dazu zu nutzen, ihm näher zu kommen. Dann gebrauchen wir die geschaffenen Dinge auch richtig: „Der Glaube an den einzigen Gott lässt uns alles, was nicht Gott ist, soweit gebrauchen, als es uns ihm näher bringt, und uns soweit davon lösen, als es uns von ihm entfernt.“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 226). „Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir. Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir“ (Gebet des hl. Nikolaus von Flüe).

Gespräch mit Christus: Herr, danke für mein Leben und all das Gute, das du mir gegeben hast. Hilf mir zu erkennen, dass du alles geschaffen hast und dass alles, was ich habe, von dir kommt. Möge ich alles, was ich habe, nutzen, um anderen zu dienen und dir näher zu kommen, der Quelle alles Guten.

Vorsatz:  Ich werde mein Gewissen erforschen, ob ich irgendeine meiner Gaben und Talente nutze, um mich selbst zu ehren oder einem Gruppenegoismus zu dienen. Ich werde mich bemühen, alle Gaben in den Dienst Gottes zu stellen.


Das innere Königreich

9. Februar 2011

Mittwoch der fünften Woche im Jahreskreis

Mk 7,14-23
Dann rief Jesus die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Er verließ die Menge und ging in ein Haus. Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften Wortes. Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein. Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube, dass du mein Schöpfer und mein Erlöser bist und dass du alles weißt. Obwohl keine meiner Sünden dir verborgen ist, weiß ich, dass du mich dennoch bedingungslos liebst und darauf wartest, dass ich bereue und mich an dich wende, damit du mir vergeben kannst und mich einmal mehr reinwaschen kannst. Danke, dass du mich unendlich liebst. Ich biete dir als Antwort meine schwache Liebe an.

Bitte: Herr, hilf mir, meine gefallene Natur zu überwinden und dich an die erste Stelle in meinem Leben zu setzen.

1.  Nichts was von aussen kommt, macht unrein. „Das Reich Gottes”, wie Christus uns im Evangelium sagt, „ist in euch.” Folglich ist auch alles, was gegen das Reich Gottes ankämpft, in uns. Im Katechismus der Katholischen Kirche lesen wir, dass die Erbsünde eine „Ermangelung der ursprünglichen Heiligkeit und Gerechtigkeit“ ist (Nr. 405). Es heißt dort weiter, dass die menschliche Natur „in ihren natürlichen Kräften verletzt“ ist, und dass sie „der Verstandesschwäche, dem Leiden und der Herrschaft des Todes unterworfen und zur Sünde geneigt“ ist; „diese Neigung zum Bösen wird ‚Konkupiszenz’ genannt“ (ebd.). Diese Konkupiszenz bringt alle Arten von gestörten Tendenzen in uns ans Tageslicht. Diese gestörten Tendenzen sind – wenn sie angenommen werden – das, was den Menschen entweiht, wie der Herr uns erklärt. Unsere Heiligkeit und Reinigung muss von innen her geschehen (indem wir unsere Gedanken und Sehnsüchte an den Lehren des Evangeliums ausrichten), und sich durch konkrete gute Taten (in Wort und Tat) nach außen zum Ausdruck bringen. Wo richtet diese Konkupiszenz in meinem Leben den meisten Schaden an?

2. Was von innen kommt, macht unrein. Die Sünde und der Tod kamen durch den Ungehorsam des Adam in die Welt. Aber „sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheimgefallen, so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteil geworden“ (Röm 5,15). Es ist wahr, dass der Tod und die Sünde aufgrund unserer Konkupiszenz in uns herrschen wollen, aber es ist nicht weniger wahr, dass wir alle Mittel zur Verfügung haben, um die Sünde aus unserem Herzen zu entfernen und ein neues Leben in Christus zu leben. Christus hat die Sünde und den Tod bereits besiegt. Mit seiner Gnade können wir sie in unserem Herzen besiegen. Ohne jemals zurückzublicken, müssen wir uns auf diesen Weg begeben, den Weg, auf dem Christus in uns herrschen kann. Bemühe ich mich aufrichtig darum, die Konkupiszenz in meinem Leben mit der Gnade Christi zu besiegen?

3. Wer Ohren hat zu hören, der höre. „Ach würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! Verhärtet euer Herz nicht” (Ps 95,7f). Wie oft haben wir Menschen unser Herz vor der Botschaft des Evangeliums und damit auch unserem eigenen höchsten Gut verschlossen? Im Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus (Lk 16,19-31) fleht der Reiche Abraham an, er möge Lazarus zu seinen Brüdern schicken, um sie vor dem Schicksal, das sie aufgrund ihres materialistischen, egoistischen Lebensstils erwartet, zu warnen. Dem reichen Mann wird gesagt, dass sie das Gesetz und die Propheten haben, worauf er antwortet, dass nur jemand, der von den Toten wiederkehrt, seine Brüder zum Glauben führen könne. Ihm wird gesagt, dass auch dann die Menschen nicht glauben würden. Ich darf meinem Herzen nicht erlauben, sich gegenüber Gottes rettendem Wort zu verhärten! Aber um offen zu bleiben, muss mein Herz vor hohlem Spaß und leichtfertigem Lebensstil bewahrt werden, denn die können mich schwerhörig gegenüber den sanften Anweisungen Christi machen.

Gespräch mit Christus: Herr, öffne meine Ohren und nimm den Schleier von meinen Augen, damit dein Reich in meinem Herzen anfangen und herrschen kann. Befreie mich davon, irgendetwas mehr zu lieben als dich. Von Herzen will ich mich freuen, wenn du mein Leben „anspruchsvoll“ machst. Solche Anfragen und Ansprüche an mein Leben sind ein Beweis deiner Liebe. Hilf mir, Herr, die christliche Nächstenliebe so zu leben, dass ich auch am Tag des Jüngsten Gerichts wachsam bin.

Vorsatz:  Ich will mich bemühen, gute Gedanken und Wünsche zu hegen, und ich will alles meiden, was mich von Jesus trennen könnte.


Demut und Glaube: Fundament und Kathedrale

10. Februar 2011

Donnerstag der fünften Woche im Jahreskreis
Hl. Scholastika, Jungfrau

Mk 7,24-30
Jesus brach auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben. Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen. Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben. Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen. Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen. Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte.

Einführendes Gebet:  Herr, ich komme heute zu dir, um die Lektionen für meinen Glauben zu lernen, die du mich lehren willst. Ich möchte lernen, geduldig zu sein, wenn du meinen Glauben prüfst. Ich weiß, du willst ihn nur stärken und fruchtbarer machen für mein Leben. In diesem Gebet möchte ich dir vertrauen und dich lieben wie es dir gebührt.

Bitte: Herr, mache meinen Glauben lebendig und beharrlich.

1.  Sucht nach höheren Gaben. Unser Herr ist uns nahe, wenn wir leiden. In diesem Evangelium leidet eine Tochter an einer Besessenheit durch einen Dämon, und ihre Mutter leidet mit ihr. Was uns aber an diesem Text besonders bewegt, ist die Tatsache, dass der Herr zunächst das Leiden der Mutter vergrößert, indem er sie zurückweist. Das scheint so wenig zu Jesus zu passen, den wir als „von Herzen demütig und sanftmütig“ kennen. Es entspricht so gar nicht dem Bild des gütigen Jesus, der stets voller Mitleid ist für die Not anderer. Aber unser Herr wollte dieser Frau das größte Geschenk machen, das ein menschliches Wesen erhalten kann: das Geschenk der Erlösung. Weil das Geschenk so groß war, musste der Empfänger erst dafür vorbereitet werden. Erst danach konnte er das Liebste, was die Frau hatte, was für sie auch ihre eigene Zukunft bedeutete, heilen: die eigene Tochter.

2. Gefühle, nichts als Gefühle. Über zwei Dinge müssen wir uns hinsichtlich unserer Gefühle im Klaren sein: Erstens dürfen wir sie nicht zum unfehlbaren Kompass für unser geistiges Lebens machen. Zweitens bedeutet mangelnde Unterstützung unserer Gefühle nicht, dass der Herr uns aufgibt. Es kann leicht geschehen, dass wir das vergessen und unseren Gefühlen, Stimmungen und Versuchungen blind folgen. Wir verwechseln dann Gefühle mit Glauben. Diese gläubige Frau zeigt uns sehr schön die richtige Haltung. Ihr Beispiel der Demut angesichts der scheinbaren feindseligen Zurückweisung durch Jesus erstaunt uns. Kein Aufbegehren, kein Protest, keine Feindseligkeit, kein Jammern. Sie bleibt beharrlich auf Christus fixiert. Sie bleibt bei ihrer demütigen und vertrauensvollen Einstellung zu ihm, der die Macht hat, ihre Tochter vom Dämon zu befreien. Bin ich imstande, im Gebet auszuharren, auch wenn ich meine, der Herr hört gar nicht zu?

3. Eine weithin sichtbare Kathedrale des Glaubens. Wenn wir doch nur von der syrophönizischen Frau lernen könnten! Auf ihrem schon festen Fundament des Glaubens baut Jesus einen noch größeren Glauben auf – eine groß weithin sichtbare Kathedrale. Wir sollen über die geheimnisvollen und weisen Wege des Herrn nachdenken und meditieren, wenn wir unter seinen Zurückweisungen leiden. Wir müssen demütig bleiben und dürfen nicht vergessen, dass wir von Christus, unserem guten Hirten, geliebt sind. Er hat versprochen, uns nicht als Waisen zurückzulassen. Warum vertrauen wir dann so wenig?

Gespräch mit Christus: Herr, lass mich nicht Glauben mit Gefühlen verwechseln. Lass mich nicht Vertrauen mit Sentimentalität verwechseln. Lass mich niemals mein Verhältnis zu dir auf bloße Gefühle reduzieren, ganz gleich wie passend oder ehrenwert sie mir gerade erscheinen mögen. Hilf mir, ein demütiges Wesen zu bewahren und fest zu bleiben in meinen Überzeugungen. Ich will nur danach trachten, dir zu vertrauen, dich zu lieben und dir zu gefallen.

Vorsatz:  Wenn ich angenehme, wertvolle und hilfreiche Gefühle habe, will ich Gott danken und ihn loben. Aber ich will diese Gefühle darauf richten, wie ich den Glauben immer mehr vertiefen und danach leben kann.


Unveränderlich

11. Februar 2011

Freitag der fünften Woche im Jahreskreis
Unsere Liebe Frau in Lourdes

Mk 7,31-37
Jesus verließ das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.

Einführendes Gebet:  Herr, ich spüre wirklich deine Liebe in meinem Herzen. Ich hoffe auf dich, weil du mein Vertrauen gewonnen hast, indem du mir deine aufopferungsvolle Liebe offenbart hast. Ich liebe dich Herr. Mach mich für alle zum Zeugen deiner Liebe.

Bitte: Herr, öffne mein Herz deiner Liebe, damit ich ein überzeugender Zeuge vor der Welt dafür bin, dass deine Liebe wirksam ist.

1.  Wie wäre ich, wenn ich den Glauben nicht hätte. Das heutige Evangelium lässt uns einen Mann betrachten, der von Geburt an weder hören noch sprechen konnte, Fähigkeiten, welche die meisten von uns für selbstverständlich halten. Auf ähnliche Weise können wir mit dem katholischen Glaubensgut so vertraut und so darin eingetaucht sein, dass wir die Wahrheiten, die wir von unserer katholischen Kirche empfangen haben, für selbstverständlich halten. Was für Menschen wären wir, wenn wir die Gabe des Glaubens, der uns stützt, führt und unsere Werte formt, nicht empfangen hätten? Wir wollen uns über das Geschenk des Glaubens, den wir empfangen haben, freuen und uns seiner würdig zeigen, indem wir den Glauben treu bewahren und leben.

2. Christus ist die Offenbarung des Vaters und dessen Liebe. Christus offenbarte sich diesem Mann und in seiner Macht gab er ihm das Gehör und die Sprache. „Christus … macht in der Offenbarung des Geheimnisses des Vaters und seiner Liebe dem Menschen den Menschen selbst voll kund und erschließt ihm seine höchste Berufung“ (Gaudium et spes, Nr. 22). Wenn wir gegenüber der göttlichen Offenbarung taub sind, sind wir wie dieser Mann unfähig, die Botschaft über die wahre Bedeutung unseres Lebens zu hören, sind wir unfähig, uns Gott und den anderen hinzugeben. Und das Leben geht so an uns vorbei. Wenn aber Gott unsere Ohren und unsere Zunge berührt, wenn er uns mit seiner Gnade heilt und bevollmächtigt, dann erhält unser Leben eine ganz neue Richtung und Bedeutung. Gott berührt unsere Ohren und unsere Zunge, wir müssen aber diese Gnade annehmen, damit unser Leben dem von ihm gewollten Zweck dient.

3. Wir sind vor der Welt Zeugen für Gottes wahre Liebe. Unser Herr schenkte diesem Mann das Gehör und die Sprache wieder. Christus offenbarte ihm so seine wahre Identität: „Er, der das Bild des unsichtbaren Gottes ist (Kol 1,15), ist selbst der vollkommene Mensch“ (Redemptor hominis, Nr. 10). Wie schwer war wohl sein Leben vor dieser Offenbarung! Wie schwer muss es für ihn gewesen sein, zu glauben und zu lieben! „Der Mensch kann nicht ohne Liebe leben. Er bleibt für sich selbst ein unbegreifliches Wesen; sein Leben ist ohne Sinn, wenn ihm nicht die Liebe geoffenbart wird, wenn er nicht der Liebe begegnet, wenn er sie nicht erfährt und sich zu eigen macht, wenn er nicht lebendigen Anteil an ihr erhält“ (ebd.). Mit seiner wiederhergestellten Gesundheit wird er zum Bevollmächtigten von Gottes Erlösungswerk. Wer kann ihn davon abhalten, über seine wunderbare Erfahrung, die er mit seinem Erlöser gemacht hat, zu berichten? Wie sehr von Gott geliebt muss er sich an diesem Tag gefühlt haben, als Christus ihn gesund machte! Dieser Mann glaubt, und deshalb redet er! Warum schweigen wir? Wissen wir nicht, dass wir als Katholiken vor der Welt Zeugnis geben sollen von der Liebe Gottes, die wirklich existiert?

Gespräch mit Christus: ‚Spät hab ich dich geliebt, du Schönheit, ewig alt und ewig neu, spät hab ich dich geliebt! Und sieh, bei mir drin warst du, und ich lief hinaus und suchte draußen dich, und hässlich ungestalt warf ich mich auf das Schöngestaltete, das du geschaffen. Du warst bei mir und ich war nicht bei dir. Und was von dir so lang mich fern hielt, waren Dinge, die doch, wenn sie in dir nicht wären, gar nicht wären. Du aber riefst und schriest und brachst mir meine Taubheit. Du blitztest, strahltest und verjagtest meine Blindheit. Du duftetest, und ich trank deinen Duft und atme nun in dir. Gekostet hab ich dich, nun hungere ich nach dir und dürste. Und du berührtest mich, ich aber glühte in Sehnsucht auf nach deinem Frieden’ (Bekenntnisse des hl. Augustinus, X, 27).

Vorsatz:  Heute will ich mit einem Freund oder Familienmitglied über einen Aspekt meines Glaubens sprechen.


Güte im Überfluss

12. Februar 2011

Samstag der fünften Woche im Jahreskreis

Mk 8,1-10
In jenen Tagen waren wieder einmal viele Menschen um Jesus versammelt. Da sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen; denn einige von ihnen sind von weither gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher soll man in dieser unbewohnten Gegend Brot bekommen, um sie alle satt zu machen? Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Dann nahm er die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern zum Verteilen; und die Jünger teilten sie an die Leute aus. Sie hatten auch noch ein paar Fische bei sich. Jesus segnete sie und ließ auch sie austeilen. Die Leute aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übrig gebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll. Es waren etwa viertausend Menschen beisammen. Danach schickte er sie nach Hause. Gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern ins Boot und fuhr in das Gebiet von Dalmanuta.

Einführendes Gebet:  Herr, wie schnell verliere ich den Glauben und verlasse mich mehr auf Dinge, die ich sehen und anfassen kann, als auf deine Versprechen und deine Kraft. Aber ich glaube wirklich an dich und daran, dass du das Brot des Lebens bist und dass nur du das tiefste Verlangen meiner Seele stillen kannst. Als mein Schöpfer weißt du, was ich brauche und gibst es mir jeden Tag. Als mein Erlöser führst du mich auf dem schmalen Pfad von Vergebung und Erlösung. Ich möchte dir viel enger nachfolgen.

Bitte: Herr, stärke meinen Glauben, damit ich so großherzig sein kann wie du.

1.  Ich habe Mitleid mit diesen Menschen. Jesus zeigt Mitleid mit der Menge, sogar mit ihren irdischen Bedürfnissen. Er weiß genau, wie weltlich sie sein können, nur interessiert an der Befriedigung ihres Hungers und Durstes. An einer anderen Stelle sagt er: „Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? … Denn um all das geht es den Heiden“ (Mt 6,25-32) – „Heiden“, also denen, die keinen Glauben und kein Vertrauen in den Vater im Himmel haben. Unser Herr sorgt sich nicht um Nahrung oder Kleidung für sich selbst, wohl aber für andere. Doch damit lässt er es nicht bewenden. Er will mehr für sie. Er will für sie das Größte, und deshalb gibt er ihnen weit mehr als ein vergängliches Mahl. Mit dem Brot und dem Wein schenkt er ihnen den Glauben. Denn „der Mensch lebt nicht nur von Brot“ (Lk 4,4).

2. Woher soll man Brot bekommen, um sie alle satt zu machen? Die Apostel stellen eine sehr menschliche Frage und zeigen damit, wie klein ihr Glaube an Jesus ist. Wozu sich anstrengen, wenn die Sache ohnehin unmöglich ist? Wie oft hindert uns diese Art zu denken daran, Großes für Gott zu tun und Großes von ihm zu erwarten! Wie oft geben wir uns geschlagen und begnügen uns mit Bedauern und Jammern über scheinbar hoffnungslose Situationen, als wäre Gott nicht fähig und willens, uns zu helfen! Wir brauchen den Glauben der Jungfrau Maria, die das Unmögliche glaubte und so die Mutter von all dem wurde, was wir glauben.

3. Sie aßen so viel sie wollten, und es blieben noch sieben Körbe voll über. Jesus schenkt allen, die ihm folgen, die Fülle des Lebens und der Liebe, einen Überfluss an Güte und Gnade. Seine Wege sind die Wege des Lebens. Er lässt zu, dass wir in diesem Leben Mangel leiden, damit wir durch Glauben, Hoffnung und Liebe an die wahre Quelle des Überflusses gelangen. Wer sich selbst sucht, indem er nach rein materiellen Gütern strebt – die immer begrenzt sein werden – wird oft Mangel leiden und ständig in Sorge sein, zu verlieren, was er hat. Wer Christus und seine Gnade sucht – die nach seiner Verheißung unbegrenzt ist – wird keine Angst haben, wenn er seine weltlichen Güter verliert. In diesem Sinn kann man Jesu Aussage verstehen (vgl. Lk 8,18): Wer hat, dem wird gegeben, (die Gaben des geistigen Lebens: wie Glaube Hoffnung, Liebe) und wer nicht hat, dem wird auch noch genommen, was er zu haben meint (vergängliche, endliche materielle Güter).

Gespräch mit Christus: Herr, verleihe mir die Gabe des Mitleids, damit ich anderen in deinem Sinne dienen kann. Verleih mir die Gabe des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, damit ich verstehen lerne, dass deine Güte keine Grenzen und kein Ende kennt, und dass du so viele Gnaden auf uns alle ausgießen willst, bis unsere Gefäße überlaufen.

Vorsatz:  Ich will heute großzügig Nächstenliebe üben.