Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 19. Dezember 2010 bis Samstag 25. Dezember 2010

Vierte Woche im Advent

P. Barry O´Toole LC, P. Robert De Cesare LC, P. Matthew Kaderabek LC, P. Edward McIlmail LC, P. Ernest Daly LC

Gottes Pläne und meine PläneSonntag
Der Herr ist mit dirMontag
Eine Reise voll Glaube und LiebeDienstag
Gipfel der DemutMittwoch
Hört auf den VorbotenDonnerstag
Der Himmel hat die Schlüssel in der HandFreitag
Fleisch, Herrlichkeit, GnadeSamstag


Gottes Pläne und meine Pläne

19. Dezember 2010

Vierter Sonntag im Advent

P. Barry O´Toole LC

Mt 1,18-24
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

Einführendes Gebet:  Herr, ich knie vor dir, und ich bekenne, dass du mein Gott und Alles bist. Ich vertraue auf dich, auch wenn mein Vertrauen manchmal schwach und wankend ist. Manchmal will ich die Dinge auf meine Art tun, und ich achte gar nicht darauf, was du von mir willst. Bitte vergib mir meinen Egoismus und meine Kleinlichkeit. Ich möchte dir meine Liebe zeigen, indem ich dir das Steuer meines Lebens überlasse und meine eigenen Pläne hintansetze.

Bitte: Herr, hilf mir, deinen Willen voll Liebe in allen Begegnungen und Aktivitäten dieses Tages zu vollbringen.

1.  Vorgefasste Wünsche und Pläne. Von Zeit zu Zeit kommt es vor, dass wir ein Ereignis oder einfach nur den Terminplan eines Tages mit allen Einzelheiten planen, und wir freuen uns über das viele Gute, das aufgrund dieser Vorbereitung voraussichtlich geschehen wird. Und wenn wir dann unser Vorhaben in die Tat umsetzen, geht alles schief; es wird eine Katastrophe, und wir sind furchtbar enttäuscht und traurig. Wir fragen uns selbst: „Was habe ich falsch gemacht?“ Thomas von Kempen schrieb einmal in Anlehnung an einen Bibelvers: „Der Mensch denkt, aber Gott lenkt“ (Nachfolge Christi, I. Buch, Kap. 19). Genau das geschah mit dem heiligen Josef. Er hatte geplant, eine wunderbare Familie zu gründen. Er hatte sich in eine schöne Frau verliebt, und sie waren miteinander verlobt. Alles schien wunderbar zu sein, bis sie von ihrem viermonatigen Besuch bei ihrer Cousine heimkommt und er entdeckt, dass sie schwanger ist. Gottes Pläne und seine Pläne stimmten nicht überein.

2. Endlose Suche nach Zeichen. In meinem priesterlichen Dienst begegne ich vielen Menschen, die mir sagen, dass sie Gottes Willen tun wollen, aber einfach nicht wissen, was er von ihnen will. Hier beziehe ich mich auf alles, angefangen vom Erkennen einer Berufung zum Priester und zum gottgeweihten Leben bis hin zu einer ganz wichtigen beruflichen Entscheidung, bei der es gilt, die Zeit, die man am Arbeitsplatz verbringt und die Zeit, die man mit der Familie verbringt, ausgewogen zu verteilen. Wenn diese Menschen versuchen, Gottes Willen zu erkennen, beginnen sie eine endlose Suche nach besonderen Zeichen, anstatt ihre Liebe und ihr Vertrauen auf Gott zu vermehren. Sie werden ganz unruhig und alle Begeisterung verfliegt. Gottes Wille ist kein Ratespiel. Er ist zuallererst daran interessiert, uns seinen Willen mitzuteilen. Das können wir lernen, wenn wir unsere Pläne loslassen, unsere Bequemlichkeit überwinden und das annehmen, was Gott von uns will, ob es uns nun gefällt oder nicht, ob es nun schwer oder einfach ist. Josef hat nicht nach einem Zeichen Ausschau gehalten, trotzdem hat Gott ihm ein Zeichen gegeben. Seine Bereitschaft, Gottes Willen zu erfüllen, war so groß, dass schon ein Traum genügte, um Gottes Willen anzunehmen.

3. „Wacht auf!“ „Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.“ Das Schlüsselwort ist das „Erwachen“. Er erwachte aus seinen naiven Tagträumen über sein zukünftiges Familienleben. Er hatte keinen Beweis, dass Maria ihn anlog, warum sollte er sich dann von ihr trennen? Weil er sich verletzt und betrogen fühlte; weil die Dinge nicht so liefen, wie er es sich vorgestellt hatte; weil er die Wege Gottes nicht begriff. Wacht auf! Zerbrecht die Ketten der Gebundenheit an eure egoistischen Pläne! Öffnet euer Herz für Gottes wunderbaren Plan! Fürchtet euch nicht! Öffnet Christus weit die Türen eures Herzens! Heute bittet er euch um euer Mitwirken an seinem Plan, die ganze Menschheit zu retten.

Gespräch mit Christus: Herr, ich fühle mich unsicher und voller Angst. Meine Zukunft ist ungewiss. Wie der heilige Josef wehre ich mich innerlich dagegen, wie die Dinge sich entwickeln. Ich nehme es nicht wahr, dass du die Fäden meines Schicksals in deinen zärtlichen und liebenden Händen hältst. Hilf mir, meinen Egoismus zu überwinden und deinen Plan, egal wie er für mich ist, liebend anzunehmen. Dann werde ich wirklich den Gesang des himmlischen Chores der Engel hören können, der laut verkündet: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen seiner Gnade.“

Vorsatz:  Heute will ich Christus im Allerheiligsten Altarsakrament besuchen und ihn bitten, mir dabei zu helfen, mein Herz zu öffnen, um seinen Willen für mein Leben anzunehmen.


Der Herr ist mit dir

20. Dezember 2010

Montag der vierten Woche im Advent

P. Robert De Cesare LC

Lk 1,26-38
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Einführendes Gebet:  Herr, ich weiß durch meinen Glauben, dass diese Augenblicke der Betrachtung die wichtigsten meines Tages sind. Ich öffne meinen Verstand, mein Herz und meinen Willen für das, was du mit mir tun willst, weil ich weiß, dass du für mich nur mein Bestes willst. Ich weiß, dass du mir die Gnade geben wirst, alles zu tun, was du von mir verlangst, und dass du mich stets begleitest. Das genügt mir.

Bitte: Herr, schenk mir die Gnade, deinen heiligen Willen zu tun.

1.  Gott durch die kleinen, alltäglichen Aufgaben gefallen. Der Engel Gabriel findet Maria nicht beim Verrichten außergewöhnlicher Dinge vor, sondern dabei, wie sie alltägliche Aufgaben wie Wäsche waschen, Wischen, Wasser holen erledigt und die täglichen Gebete wie jeder gläubige Jude spricht. Aber dadurch, dass sie das Gewöhnliche tut, tut sie, was Gott gefällt. Wir sollten uns an ihr ein Beispiel nehmen. Arbeit kann wirklich ein Mittel zur Heiligkeit sein. Der Mensch, sagt Papst Johannes Paul II., ordnet nicht nur die Umwelt nach seinen Bedürfnissen, sondern er verwirklicht auch sich selbst als Mensch, ja wird gewissermaßen „mehr Mensch“ (Laborem Exercens , Nr. 9). Wir gefallen Gott, wenn wir unsere Pflicht tun, unserer Verantwortung nachkommen und arbeiten, um unsere Grundbedürfnisse zu befriedigen. Wenn wir auch nicht in jedem Moment etwas Außerordentliches tun, preisen und ehren wir doch Gott, wenn wir das Gewöhnliche mit Liebe tun.

2. Fürchte dich nicht. Maria „erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.“ Wenn Gott uns seinen Plan vorstellt, empfinden vielleicht auch wir Angst. Es mag sein, dass wir nicht voll verstehen, was er für Pläne hat. Sein Plan mag uns zu groß erscheinen. Aber wenn Gott etwas von uns will, zeigt er uns, dass es unsere Kräfte nicht übersteigt. Wie bei der Menschwerdung in Maria wird Gott es bewirken und all die Gnade geben, die für die Ausführung nötig ist.

3. Mir geschehe, wie du gesagt hast. Als der Engel Gabriel Maria die Menschwerdung erklärt und ihr mitteilt, dass bei Gott alles möglich ist, vollbringt Maria einen Akt des Glaubens. Ihr Akt des Glaubens ist das, was das Zweite Vatikanische Konzil den „Gehorsam des Glaubens“ nennt.“ „Dem offenbarenden Gott ist der ‚Gehorsam des Glaubens‘ zu leisten. Darin überantwortet sich der Mensch Gott in Freiheit, indem er sich ‚dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwirft‘ und seiner Offenbarung willig zustimmt“ (Dei Verbum, Nr. 5). Gott gab Maria diese Gnade und ließ sie nicht im Stich; auch uns wird er nicht im Stich lassen. Wenn wir tun, was Gott will, und in seinem Plan mitarbeiten, wird er uns unterstützen. Er wird uns begleiten, wenn wir seinen Willen tun und seinen Plan zur Vollendung bringen. Gottes Wille ist unsere Heiligkeit, und wenn wir seinen Willen tun, hilft Gott uns, heilig zu werden.

Gespräch mit Christus: Herr, lehre mich, deinen Willen zu tun wie deine Mutter es getan hat, damit ich in deiner Nähe bleibe. Ich möchte deinen Willen tun, obwohl ich manchmal weiß, dass es schwierig oder unmöglich scheint. Gib mir die Gnade der Beständigkeit, damit auch ich mit dir mitarbeiten kann, egal, ob du mich um etwas Gewöhnliches oder etwas Außergewöhnliches bittest.

Vorsatz:  In einer schwierigen Situation werde ich ein „Gegrüßet seist du Maria“ beten und Maria um die Gnade der Treue bitten.


Eine Reise voll Glaube und Liebe

21. Dezember 2010

Dienstag der vierten Woche im Advent

P. Matthew Kaderabek LC

Lk 1,39-45
Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

Einführendes Gebet:  Herr, beruhige du meinen Geist und mein Herz. Ich weiß, dass du jetzt bei diesem Gebet gegenwärtig bist. Stärke in mir den Glauben, dass du in meinem Leben handelst. Du führst mich zu dir. Hilf mir, mich ganz in deine Hände zu legen. Stärke meinen Glauben, damit ich bereit werde, alles für dich zu tun und alles für dich zu erleiden. Benutze mich als ein Instrument deiner Gnade im Leben derer, denen ich heute begegne.

Bitte: Herr, hilf mir, so zu glauben und so zu lieben wie Maria und anderen die Augen für deine weihnachtliche Ankunft zu öffnen.

1.  Maria, unser Vorbild im Advent Maria ist für uns das Vorbild, wie wir in der Adventszeit leben sollen, um uns für das Kommen Christi vorzubereiten. Gott Vater bereitete Maria vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis darauf vor, die Mutter seines Sohnes zu werden. Als treue Tochter Israels betete sie von Jugend auf für das Kommen des Messias. Als junge Frau durfte sie erkennen, dass sie ein Teil der Antwort Gottes auf dieses Gebet war, und zwar so, wie sich das kein hebräisches Mädchen hätte vorstellen können: der Messias würde nicht nur ihr Sohn sein, sondern ihr Sohn würde auch Gott sein. Ihr „fiat“, ihr „Ja“ aus tiefstem Herzen, das sie dem Erzengel Gabriel gab, setzte die nahe Vorbereitung der Geburt von Jesus, dem Messias, in Gang. Schließen wir uns der Antwort Marias an, sie ist unsere Führerin auf unserer eigenen Pilgerreise des Glaubens. Hören wir auf den Herzschlag des betrachtenden Herzens Marias, damit unser Weihnachten sich an der Frucht der ersten Weihnacht freuen kann.

2. Wer liebt, erkennt, was im jeweiligen Augenblick alles zu tun ist. Kaum hatte der Erzengel Maria nach der Ankündigung ihrer wichtigen Rolle in Gottes unglaublichem Erlösungsplan in Nazareth verlassen, da machte sich Maria schon auf die Reise. Sie eilte zu ihrer Cousine Elisabet, die schwanger war. Gabriel hatte ihr nicht aufgetragen, Elisabet zu helfen, er hatte es nicht einmal vorgeschlagen. Es war ihre große Liebe, die Maria zum Handeln veranlasste und sie antrieb, die lange Reise von 80 Kilometern zu Elisabets Zuhause außerhalb von Jerusalem auf sich zu nehmen. Dass Maria diese anstrengende und gefährliche Reise auf sich nahm, zeigt, dass jemand, der liebt, erkennt, was im jeweiligen Moment alles zu tun ist, so wie Maria das auch bei der Hochzeit in Kana tat. Sie zeigte uns dadurch, dass jemand, der wirklich liebt, immer bereit ist, das ihm mögliche zu tun und zu helfen, selbst auf Kosten großer Opfer. Wir können uns vorstellen, dass Maria diese Haltung schon in ihrer Kindheit hatte.

3. Missionar sein – Christus bringen! Indem Maria mit dem kleinen Jesus in ihrem Schoß Elisabet zu Hilfe eilte, wurde sie die erste Missionarin, die erste, die die frohe Botschaft brachte, die die ganze Menschheitsgeschichte ändern sollte. Maria konnte Elisabet, die mit Johannes dem Täufer schwanger war, eine unbeschreibliche Freude bringen, gerade weil sie ihnen Christus brachte. Aus demselben Grund sang sie voll Freude ihr wunderbares Magnificat. Wenn wir andere mit Freude erfüllen wollen, müssen wir ihnen Christus bringen. Er ist das größte Geschenk, das wir jemandem, den wir lieben, bringen können. Im Vergleich dazu sind alle materiellen Gaben nichts. Wenn wir unseren Lieben nicht Jesus bringen, bringen wir nichts, das wirklich bleibt. Wenn wir Christus zu den Menschen bringen, bringen wir ihnen Alles!

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, deine Mutter möchte, dass ich von ihrem Beispiel lerne. Sie gibt mir ein, dich in dieser Weihnachtszeit zu anderen zu bringen. Ich kenne viele Menschen, die dich so sehr brauchen, die vor allem deine Vergebung brauchen, die nach deiner Liebe und deiner Gegenwart hungern, vielleicht ohne dass sie es wissen. Ich weiß, dass ich meine innige Beziehung mit dir nicht für mich behalten soll, sondern dass ich diese Gabe mit anderen teilen soll. Das Beispiel deiner Mutter zeigt mir, wie ich die Adventszeit gut leben kann und es treibt mich an, missionarisch zu wirken, indem ich dich in die Welt hineintrage.

Vorsatz:  Ich will meinen Glauben mit einem Freund oder Verwandten in dieser Weihnachtszeit teilen.


Gipfel der Demut

22. Dezember 2010

Mittwoch der vierten Woche im Advent

P. Edward McIlmail LC

Lk 1,46-56
Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Einführendes Gebet:  Herr, ich liebe dich, weil du mich zuerst geliebt hast. Du hast mich deine fürsorgende Hand in so vielen Ereignissen meines Lebens erkennen lassen; wie kann ich nicht an dich glauben? Diese Tage des Advents sind so schnell vorbei gegangen. Du bist schon fast an meiner Türschwelle, bereit anzuklopfen. Ich möchte an Weihnachten für dein Kommen gerüstet sein. Daher bringe ich meine demütige Bitte vor dich.

Bitte: Herr Jesus, hilf mir, für das Leben und alle deine Gnaden dankbar zu sein.

1.  Das Schlüsselwort. Das Magnifikat, ja sogar die ganze Geschichte der Erlösung, kann in dem Wort „Wohlwollen“ zusammengefasst werden. Das ist das wahre Weihnachtsmotiv. Gott schaut mit Wohlwollen auf die Menschheit. Manchmal sehen wir unser geistliches Leben als ein Bemühen an, das wir auf uns nehmen, um Gott gefällig zu werden und um dadurch seinen Segen auf uns zu ziehen. Das würde bedeuten, dass wir in gewisser Weise unser eigenes Wachsen in Heiligkeit bewirken können. Das ist jedoch nicht der Fall: Gnade heißt ja gerade unverdient und ungeschuldet. Wir haben keinen Anspruch gegenüber Gott. Unser geistliches Leben sollte darin bestehen, uns vor Gott als die zu zeigen, die wir wirklich sind: Sünder. Indem wir unsere Schwäche vor seine Allmacht bringen, kann er uns aus unserer Armseligkeit befreien und uns als seine Kinder annehmen. So geschah es ja auch, als er „auf die Niedrigkeit seiner Magd“ geschaut hat.

2. Er wollte einer von uns werden. Um uns seine unermessliche Liebe zu zeigen, wird Gott einer von uns. Liebe lässt uns danach verlangen, der Person, die wir innig lieben, ähnlicher zu werden. Wie konnte Gott seinem geliebten Geschöpf ähnlicher werden? Er wurde nicht nur Mensch, sondern er teilte das Schicksal der Ärmsten der Armen. Nur sehr wenige, auch kaum Sozialhilfeempfänger, wurden in einem Stall geboren. Wie viele Babies werden in einen Futtertrog einer Kuh oder eines Pferdes gelegt? Genau dies ist eine Krippe. Obwohl er reich war (er war der allmächtige Gott), wurde er arm, um uns durch seine Armut zu bereichern. Wir sollten uns selbst fragen, was wir tun, um unserem Geliebten ähnlicher zu werden. Was machen wir, um Christus in seiner Selbsthingabe nachzuahmen? Haben wir gelernt, unsere Launen und Begierden abzulegen, um Dinge zu tun, die unserem Ehepartner, unseren Kindern oder Eltern gefallen? Das ist die Art und Weise, wie wir uns selbst auf ein gnadenreiches Weihnachten vorbereiten.

3. Unerschöpflicher Segen. Der Schluss des Magnifikats ist eine Verherrlichung Gottes in der Erkenntnis, dass er denen sein Wohlwollen schenkt, die ihn lieben. Alle Generationen werden uns „selig“ preisen. Gott wird die Macht seines Armes zeigen, er wird die Niedrigen erhöhen und die Hungernden mit guten Gaben beschenken. Wir haben wirklich so viel bekommen, für das wir dankbar sein sollten. Die Herausforderung unseres christlichen Lebens besteht darin, dass wir uns an unsere Gnadengaben erinnern und unsere Taten mit dem Siegel der Dankbarkeit kennzeichnen. Wir ehren Gott und preisen Gott, wenn wir versuchen, auf all das Gute, das er in unserem Leben getan hat, zu antworten. Dann werden auch andere uns selig nennen, weil unsere kindliche Haltung Gott die Tür öffnet, noch mehr Gutes durch uns zu tun. Zähle ich oft meine Gnadengaben? Versuche ich wirklich, Gott etwas zurückzugeben, indem ich mit ihm mitarbeite, und bin ich mir bewusst, dass er dadurch noch mehr Gutes vollbringen und mich noch mehr segnen wird?

Gespräch mit Christus: Herr, ich bereite meine Seele auf dein Kommen an diesem Weihnachtsfest vor und lade dich ein, in meine bescheidene Wohnung einzutreten. Bitte gehe nicht vorüber, ohne meiner armen Seele deine Gnaden zu verleihen. Ich bedarf deiner Gnade. Ich werde heute unser Zusammensein nicht beenden, ohne zuvor wenigstens einen Krümel von deinem Gastmahl mitzunehmen. Erlaube mir, dir zu danken und dich zu preisen für deine grenzenlose Barmherzigkeit, mit der du auf mich schaust.

Vorsatz:  Heute werde ich aus Dankbarkeit für die vielen Gnaden, die ich empfangen habe, jemandem in Not etwas Gutes geben.


Hört auf den Vorboten

23. Dezember 2010

Donnerstag der vierten Woche im Advent

P. Edward McIlmail LC

Lk 1,57-66
Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.

Einführendes Gebet:  Herr, während ich demütig im Gebet vor dir knie, erkenne ich deine Macht und Herrlichkeit. Ohne dich bin ich nichts, aber mit dir kann ich alles vollbringen. Mit diesem Vertrauen bitte ich dich, mir zu helfen, diese Zeit des Gebets gut zu nutzen, als einen Ausdruck meines tiefen Wunsches, dich zu lieben und dich nachzuahmen. Ich bin hier, um dir zu gefallen und dich zu verherrlichen.

Bitte: Herr, hilf mir, die Rolle der Eltern und Familien als Hauskirche tiefer zu schätzen.

1.  Eine erstaunliche Gnade. Elisabet und Zacharias erhielten die große Gnade eines Kindes in ihrem Alter. Und nicht nur irgendein Kind: Es war Johannes der Täufer. Um für die große Berufung bereit zu sein, würde er die Liebe und die Anleitung brauchen, die nur Eltern geben können. Große Menschen führen oft ihren Weg auf die Liebe einer Mutter oder eines Vaters (oft beide) zurück, die vor den Augen der Welt verborgen bleiben. Bin ich meinen Eltern dankbar für das, was ich von ihnen empfangen habe? Suche ich stets danach, was wirklich das Beste für meinen Ehegatten und die Kinder ist, und nicht, was im Licht der Welt das Beste zu sein scheint?

2. Gottes Ruf. Das Kind würde nicht nach dem Vater benannt werden, sondern vielmehr den Namen erhalten, den Gott erwählte. Große Spannungen im Leben eines Kindes (und manchmal auch von Erwachsenen) ergeben sich aus der Nähe zu den Eltern und deren Plänen für das Leben des Kindes. In Wirklichkeit sollten wir in erster Linie unserem himmlischen Vater nahe sein. Es ist einzig Gott, der uns Sinn und Berufung in unserem Leben gibt. Gibt es eine Erwartung der Eltern oder Familienmitglieder, die mich von Gottes Plan für mich zurückhält? Oder wenn ich eine Mutter oder ein Vater bin, verlange ich ungerechterweise von meinem Kind, dass es nach meinen Plänen lebt? Mische ich mich in seine oder ihre Berufung ein? In seine oder ihre Ehe?

3. Das „Ja“ des Zacharias. Zacharias Stimme kehrt erst dann zurück, als er sich in den Plan Gottes geschickt hat und dem Namen des Kindes zustimmt. Wenn wir endlich „Ja“ zu Gott in unserem Leben sagen, dann finden wir den tiefsten Sinn in unserem Leben. Dann können wir uns am besten ausdrücken. Lasse ich Gott warten?

Gespräch mit Christus: Herr, Zacharias nahm einen langen und gewundenen Pfad auf seinem Weg, über neun Monate lang. Lass mich mein eigenes Leben als einen Weg erkennen und habe Geduld mit denen, die immer noch auf ihrem Weg sind.

Vorsatz:  Ich will heute „Ja“ zu Gott sagen, und etwas tun, worum er mich bittet.


Der Himmel hat die Schlüssel in der Hand

24. Dezember 2010

Freitag der vierten Woche im Advent

P. Barry O‘Toole LC

Lk 1,67-79
Sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt und begann prophetisch zu reden: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen; er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David. So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten. Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen; er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht, an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat; er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage. Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden. Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

Einführendes Gebet:  Herr, ich glaube an deine liebende Gegenwart, und ich bin tief berührt, wenn ich deine unendliche Liebe bei mir persönlich erfahre und betrachte. Ich verdiene deine Gnade nicht, doch ich kann nicht ohne sie leben. Du rufst mich dazu auf, meine Sünden zu bekennen und hast mich aus meinem Elend zu dir erhoben und schenkst mir in deiner Liebe als eines deiner Kinder zu leben. Ich möchte dir wirklich meine Liebe zeigen.

Bitte: Herr, hilf mir, dich zu suchen und dich in der Stille zu finden.

1.  Stille für die Betrachtung. Zacharias konnte neun Monate lang nicht reden (von Gott so auferlegt). Anfangs war es für ihn bestimmt frustrierend, dass er sich mit den anderen nicht normal unterhalten konnte. Mit der Zeit verwandelt sich diese Frustration in Resignation und zögerliches Annehmen. Durch Beharrlichkeit und Gebet beginnt er plötzlich die Prüfung, die Gott ihm auferlegt hatte, zu lieben und von ganzem Herzen bereitwillig anzunehmen. So wird es immer sein. Wenn wir sehen, wie jemand im Krankenhaus, im Pflegeheim oder sogar auf der Straße oder bei der Arbeit viel leidet, müssen wir ihnen diese Botschaft der Hoffnung bringen. Das Leiden hat einen Sinn, es hat einen erlösenden Wert, wenn wir unser Leiden mit dem Leiden Christi vereinen.

2. Stille für die Vereinigung mit unserem Herrn. Wir sehen, dass diese neun Monate, in denen Zacharias stumm war, für ihn eine Gelegenheit waren, Gott näher zu kommen. Durch das Gebet erlangte er eine tiefere und aus der Erfahrung erworbene Erkenntnis über Gott, welches ihn zu einem Apostel machte, der anderen diese Erfahrung mitteilen wollte. Diese neun Monate der Stille machten ihn sogar zum Propheten: Er verkündigt, dass die Rettung seines Volkes nahe ist. Auch wir werden Worte der Weisheit und der Ermutigung für andere bekommen, wenn wir lernen, allein mit Gott in der Tiefe unseres Herzens zu sein. Die Stille ist ein Mittel, um diese Vertrautheit mit Gott zu erlangen.

3. Stille, um zu loben. Sicherlich musste Zacharias manchmal an die Worte des Engels denken: „du sollst stumm sein und nicht mehr reden können bis zu dem Tag, an dem all das eintrifft“ (Lk 1,20). Dabei wurde er mit Hoffnung erfüllt. Der Tag wird kommen, an dem er wieder sprechen kann! Er hat neun Monate Zeit, um seine Rede vorzubereiten. Seine ersten Worte richten sich nicht gegen Gott, weil dieser ihn leiden ließ, sondern sie sind ein Lobhymnus auf die Barmherzigkeit Gottes gegenüber der sündigen Menschheit. Er hat sein Erbarmen selbst erfahren. Auch wir sollen durch unser Reden Wahres mitteilen, und die größte Wahrheit ist das, was Gott für jeden von uns getan hat und für jeden Einzelnen tun möchte. Wenn unser Reden das Ergebnis einer tiefen Betrachtung ist, werden unsere Worte Frucht tragen. Baut mein Reden andere auf? Sind meine Worte von Gottes Gegenwart getragen? Ist mir klar, wie sehr wir andere durch gute Unterhaltungen aufbauen können?

Gespräch mit Christus: Herr, heute Nacht wird dein Sohn geboren. Ich will einen gut vorbereiteten Platz für ihn finden. Bitte hilf mir, diesen Platz warm und bequem zu gestalten. Ergänze du, was bei meinem armseligen Bemühen noch fehlt. Lass all mein Tun an diesem Tag eine würdige Huldigung für den kommenden König der Herrlichkeit sein.

Vorsatz:  Heute will ich mich bemühen, andere durch meine Worte aufzubauen.


Fleisch, Herrlichkeit, Gnade

25. Dezember 2010

Samstag der vierten Woche im Advent
Geburt des Herrn

P. Ernest Daly LC

Joh 1,1-18
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Einführendes Gebet:  Herr, danke für diesen Weihnachtstag. Ich glaube, dass du ein kleines Kind geworden bist, um mich zu erlösen und mir die Liebe des Vaters zu zeigen. Ich liebe dich. Deine Geburt zeigt mir die Tiefe deiner Liebe zu mir. Ich möchte mir heute von Neuem Mühe geben, ein Christ zu sein, der dich liebt.

Bitte: Herr, hilf mir, mehr über deine Liebe zu staunen.

1.  Fleisch. „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Für die meisten Familien ist Weihnachten ein Tag der besonderen Nähe zueinander. Wir nehmen uns Zeit füreinander. Wir wissen auch, dass Gott uns nah ist. Er ist der „Eine“, der uns in der Liebe verbindet. Heute betrachten wir in stillem Staunen das Christkind. Inmitten aller Aufregung und aller Emotionen unseres Weihnachtstages können wir nicht anders als in Freude innezuhalten: Mein Gott ermöglicht es mir, ihn in diesem Kind zu umarmen. Hier ist ein erstaunliches Geheimnis von inniger Verbundenheit. Hier findet alle menschliche Nähe ihren großartigsten Ausdruck. Und das wurde allein durch Gottes Initiative möglich. Er ist Fleisch geworden. Er hat unter uns gewohnt. Lasse ich mich zu Jesus hinziehen? Erlaube ich ihm, mich zu lieben? Erlaube ich mir, ihn zu lieben?

2. Herrlichkeit. „Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen.” Für Johannes ist die Herrlichkeit Gottes, die auf Christi Antlitz erstrahlt, die Herrlichkeit der Liebe. Jesu Herrlichkeit besteht darin, fähig zur Liebe zu sein – zur Liebe zu uns. Was für einen erstaunlichen Gott haben wir! Er fordert unsere Vernunft heraus. Seine weihnachtliche Herrlichkeit besteht darin, sich selbst so klein zu machen, dass er ein winziges Kind wird, das unserer Liebe bedarf. Seine Herrlichkeit wird später darin bestehen, sich aus freiem Willen aus Liebe zu uns kreuzigen zu lassen. Würdige ich diese großartige Liebe? Bin ich bereit, in dieses Geheimnis einzudringen? Bin ich dazu bereit, mich von der Herrlichkeit der Liebe Gottes erfüllen zu lassen und sie auszustrahlen?

3. Gnade. „Voll Gnade und Wahrheit.” Die Gnade, von der hier gesprochen wird, ist der liebende Blick des Vaters. Jesus bringt unserer Welt und unserem Leben den liebenden Blick des Vaters. Er verwandelt unsere Welt in den Ort, an dem der Vater seinen Sohn findet. Der Vater ist zufrieden; Christus lebt unter uns. Dies ist die Gnade, die Christus bedeutet: Gottes Initiative der Liebe. Gnade ist ein Geschenk. Sie ist nicht von mir abhängig. Ich muss sie einfach annehmen. Ich muss sie einfach würdigen, wie Johannes es getan hat. Würdige ich Christus? Versuche ich, mein Leben zu einem Geschenk zu machen, wie sein Leben ein Geschenk für uns war?

Gespräch mit Christus: Jesus, danke für diesen Weihnachtstag. Ich weiß, dass an diesem Tag viel los sein kann, aber ich weiß auch, dass er sehr schön sein wird. Er ist schön, weil du hier bist, Herr. Danke, dass du an diesem Weihnachtstag hier bist. Ich möchte dich lieben, wie Maria es getan hat. Ich möchte deine Gnade und Herrlichkeit den Menschen um mich herum bringen.

Vorsatz:  Heute werde ich mich bemühen, eine besondere Freude und Güte in meinen Beziehungen zu anderen zu zeigen, besonders in meiner Familie. Ich werde nach einem besonderen Weg suchen, jeden von ihnen heute glücklich zu machen.