Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 19. September 2010 bis Samstag 24. September 2010

Fünfundzwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Barry O’Toole LC, P. Jeffery Jambon LC, P. Christopher Scroggin LC

Die größte EntdeckungSonntag
Eine gerechte RegelungMontag
Durch die Brille des GlaubensDienstag
Entscheide dich in FreiheitMittwoch
Bekehrung des HerzensDonnerstag
Der missverstandene MessiasFreitag
Das Geschenk des GlaubensSamstag


Die größte Entdeckung

19. September 2010

Fünfundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

P. Jeffrey Jambon LC

Lk 16,1-13
Jesus sagte zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin und schreib «fünfzig». Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib «achtzig». Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.

Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht. Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

Einführendes Gebet:  Herr, du bist der Urheber des Lebens und alles Gute kommt von dir. Du bist der Friedensfürst und meine Stütze. Du bist mein Heiler und das Heil selbst. Ich brauche dich und will dir geben. Ich liebe dich und gebe mich dir ganz hin, wohl wissend, dass du mich niemals fallen lässt oder enttäuscht. Danke, dass du dich mir ganz hingibst.

Bitte: Herr, mein Retter, hilf mir heute, mich von ganzem Herzen für dich einzusetzen.

1.  Zwei Gesichter. Das Eine zu sagen und das Gegenteil zu tun muss wohl der härteste moralische Kampf für das menschliche Herz sein. Menschen mit zwei Gesichtern leben in ständiger Unruhe. Ihr Gewissen gibt ihnen eine Richtung vor, aber ihre Taten streben unübersehbar in eine andere. Sie tragen eine Verantwortung die eigentlich erfüllt werden muss, vergeuden aber ihre Zeit mit unnützen Dingen. Somit enttäuschen sie diejenigen, die Nutzen aus ihrer Gewissenhaftigkeit ziehen sollten und das stört den inneren Frieden dieser unehrlichen Menschen.

2. Eine wertvolle Lösung. Zwei Gesichter zu haben schafft Misstrauen in menschlichen Beziehungen. Trotzdem findet Jesus in diesem Gleichnis eine Lösung, einen Ausweg für den unehrlichen Verwalter. Als der Verwalter nämlich merkt, dass seine Zeit begrenzt ist, nutzt er seine Stellung geschickt aus und macht sich Freunde unter den Schuldnern, mit denen er in der Vergangenheit Geschäfte gemacht hat. Der Meister lobt die Taktik des entlassenen Verwalters. Er lobt sogar die Klugheit und Kreativität dieses Gegners, um damit den zukünftigen Verwaltern zu zeigen, wie sie mit Kunden und Lieferanten umgehen sollen, allerdings auf vertrauenswürdige weise. Solch ein voller Einsatz in einer schwierigen Situation könnte sehr nützlich und sogar ehrenhaft sein, besonders durch einen verlässlichen Verwalter. Wieviel Gutes könnte dadurch erreicht werden!

3. Einseitigkeit. Auf der einen Seite scheint es etwas Gutes zu sein, wenn ein Verwalter fruchtbringende Eigenschaften wie Freundlichkeit und Klugheit anwendet, intelligent handelt, vieles in kurzer Zeit schafft. Auf der anderen Seite handelt er hier dennoch entgegen den Wünschen und Vorstellungen seines Meisters. Wie sehe ich das in meinem Leben? Erkenne ich in meiner Beziehung zu Christus und der Kirche wie gesegnet ich bin mit meiner Liebe zu Gott und damit, dass ich meine Fähigkeiten und Talente zur Ehre Gottes und der Errichtung seines Reiches einsetzen kann? Dient alles, was ich tue, angefangen bei Familienaktivitäten bis hin zu Telefongesprächen im Büro oder dem Besuchen einer Party, diesen beiden Zielen?

Gespräch mit Christus: Danke, göttlicher Meister, für diese wichtige Lektion darin, wie man dir wahrhaftig nachfolgen und im tiefsten Herzen froh werden kann. Hilf mir, mein Herz zu erheben, während ich danach strebe, dich mit meinen Gedanken, Worten und Werken zu loben.

Vorsatz:  Ich will sichergehen, dass ich heute allen, denen ich begegne, durch meine Hilfe und Freundlichkeit nutzen kann.


Eine gerechte Regelung

20. September 2010

Montag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Andrew Kim Taegon, Priester und Märtyrer
Hl. Paul Chong Hasang, Märtyrer
und Gefährten

P. Jeffery Jambon LC

Lk 8,16-18
Jesus sagte zu der Menge: Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett, sondern man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen. Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt. Gebt also Acht, dass ihr richtig zuhört! Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er zu haben meint.

Einführendes Gebet:  Herr, du wohnst im Licht, in der Wahrheit und in der Liebe. Nichts hat ohne deine Liebe Sinn. Ohne dich, Herr, werden Menschen, Dinge und Ereignisse bedeutungslos. Ich glaube, dass du meine Zuflucht und die Quelle meines Glücks bist, jetzt und für immer. Ich bin überzeugt, dass deine Versprechen sich früher oder später erfüllen; deshalb ziehe ich einen einzigen Tag bei dir tausend Tagen woanders vor.

Bitte: Herr, erhelle meinen Verstand und mein Herz, damit ich deinem Weg, der zum ewigen Leben führt, folge

1.  Fackelträger. Eine Fackel im Dunkeln zu tragen bringt einige Vorteile mit sich. Das sagt auch der Herr wenn er vom Leuchter spricht. In der Nacht spendet der Fackelträger Licht, damit alle, die ihn begleiten, sicher und ohne zu stolpern über dunkle Pfade schreiten können. Es wird keine Zeit mit langsamem Vorwärtstasten im Dunkeln verschwendet. Die ganze Gruppe l geht sicher und schnell dorthin, wo sie hin soll und will. Mit einem Fackelträger geht es allen besser, auch dem Fackelträger selbst. Dies ist der Wert meines Glaubens für eine stark säkularisierte Gesellschaft. Weiß ich die Gabe des Glaubens, die Gott mir geschenkt hat, zu schätzen? Habe ich Angst, sein Licht leuchten zu lassen?

2. Vollkommene Weisheit. Jesus bekräftigt: „Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt.“. Wenn ich von anderen nicht gelobt und anerkannt werde, kann ich mich benachteiligt oder vergessen fühlen. Dann brauche ich viel Licht, um aus diesem schwarzen Loch herauszukommen. Werden meine guten Werke nicht bemerkt? Der Herr selbst wird auf sie aufmerksam machen am jüngsten Tag. Je mehr sie anderen jetzt verborgen sind, desto mehr Verdienst werde ich vor Gott erlangen. Alle Geheimnisse werden in Zukunft offenbar werden. Meine Pflicht ist nicht, sie jetzt zu offenbaren, sondern sie im Verborgenen zu halten und als Fackelträgen auf dem Weg in die Ewigkeit voranzugehen.

3. Ein belohnter Erfolg. „Denn wer hat dem wird gegeben; wer aber nicht hat dem wird auch noch weggenommen, was er zu haben meint.“ Hier geht Jesus in einem Punkt noch tiefer, den wir oben schon betrachtet haben. Jedem der hat bezieht sich offensichtlich auf den erfolgreichen Fackelträger, der seine Freunde durchs Dunkel geführt hat. Ihm wird mehr Verantwortung übergeben werden, oder er wird zumindest von den anderen geschätzt. ... und wer nicht hat: Der Fackelträger, dessen Fackel erlischt wird abgelöst. Er wird entfernt. Lebe ich treu das Feuer des Glaubens oder zögere ich, seine Liebe zu bezeugen?

Gespräch mit Christus: Herr, hilf mir, wie ein weiser Fackelträger zu sein. Lass nicht Faulheit und Vermessenheit mich von der grundlegenden Aufgabe ablenken, meine Lampe stets mit Öl gefüllt zu halten. Herr, gib mir einen festen Glauben!

Vorsatz:  Heute will ich in meinen Gesprächen Zeugnis für das Licht ablegen, indem ich auf schlechte Nachrede verzichte und mich bemühe, die Themen so zu beeinflussen, dass andere dazu geführt werden können, Gott zu preisen.


Durch die Brille des Glaubens

21. September 2010

Dienstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Barry O’Toole LC

Mt 9,9-13
Als Jesus weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten

Einführendes Gebet:  Du bist die wahre Güte und das Leben, Herr. Dir nahe zu sein bringt Frieden und Freude. Du verdienst mein ganzes Vertrauen und meine Liebe. Danke für das Geschenk des Lebens, meiner Familie und vor allem meines Glaubens. Auch bin ich dankbar für das Geschenk der Kirche, die du auf den Aposteln gegründet hast.

Bitte: Herr, hilf mir in meinem Glauben einfach und direkt zu sein.

1.  Einfachheit ist Glückseligkeit. Steuereintreiber wurden vom jüdischen Volk als Verräter angesehen, da sie für die Römer, die „Unterdrücker“ Gottes erwählten Volkes, arbeiteten. Ein normaler Jude würde mit einem wie diesem nicht einmal sprechen. Aber Jesus sagt zu ihm: „Folge mir nach.“ Matthäus stand auf und folgte ihm sofort, ohne Fragen oder Bedingungen zu stellen. Welch schöne Einfachheit! Er wusste nicht, dass Christus ihn zu einem der Zwölf machen würde. In gewissem Sinne könnten wir sagen, dass er einen Blankoscheck ausfüllte und ihn Jesus gab. Matthäus setzt sich nicht hin und rechnet, er akzeptiert einfach. Dann geht er einen Schritt weiter: Er lädt Jesus zum Essen in sein Haus ein. Ein Jude lud im Allgemeinen nur seine wahren und engsten Freunde und Verwandten zum Essen ein. Es war ein Zeichen der Intimität, der Freundschaft und Liebe. Matthäus wirft dieses Verhaltensmuster über Bord und legt den roten Teppich für Christus in seinem Leben aus.

2. Komplizierte Berechnungen. Als Gegensatz zur Direktheit des Matthäus sehen wir die „Rechtschaffenheit“ der Pharisäer. Dass Jesus mit einem Sünder wie Matthäus isst, ist für sie ein Skandal. Sie müssen diesen Rabbi wirklich für sein „schändliches Verhalten“ zur Rechenschaft ziehen. Das Problem besteht darin, dass sie das Wichtigste über den Messias nicht verstanden haben. Ihr Ausgangspunkt ist falsch. Sie betrachten Christus (und Gott) von einer rationalen Perspektive, obwohl der Glaube und die Liebe der einzig gültige Blickwinkel ist. Dies passiert in unserem Leben oft, wenn wir anfangen, Ereignisse, Umstände und Anderes ohne Glauben und Nächstenliebe zu beurteilen. Bevor wir das bemerken, mögen wir unseren Nächsten, eine staatliche Autorität oder einen Priester oder Bischof abgelehnt oder sogar diffamiert haben. Wir betrachten die Dinge nicht von einem übernatürlichen Ausgangspunkt, sondern eher mit einfachen menschlichen Standards.

3. Zurück zu den Wurzeln. Christus stellt alles ins richtige Verhältnis. „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ Wieder lädt Jesus uns ein, unsere Gedanken zu einer übernatürlichen Ebene zu erheben. Warum wurde Gott Mensch? Wir wiederholen es häufig, wenigstens jeden Sonntag im Glaubensbekenntnis: „Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen...“ Es ist wichtig, zu untersuchen, in welchem Maße ich alles in meinem Leben durch die Brille des Glaubens sehe und beurteile. Ein wahrer Glaubender, ein wahrer Apostel, muss in allen Geschäften des Tages einen „sechsten Sinn“ entwickeln. Wir können diese Haltung durch das Gebet, unser häufiger und intimer Kontakt mit Gott, entwickeln. Wir müssen Gott um das Geschenk des Glaubens, der uns eine neue Sichtweise des Lebens gibt, bitten.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich möchte ein einfacher Mensch sein, der dich und deine Forderungen ohne Berechnungen und Komplikationen annimmt. Befreie mich von allen Hindernissen und gib mir deine Gnade, damit ich ein überzeugter, treuer und unerschrockener Apostel für dein Reich werde, wie es der Heilige Matthäus war.

Vorsatz:  Im betenden Gespräch mit Gott werde ich wenigstens drei Ereignisse meines Tages untersuchen. (Das kann ich auch zuhause, im Auto oder in der Warteschlange usw. tun).


Entscheide dich in Freiheit

22. September 2010

Mittwoch der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Jeffery Jambon LC

Lk 9,1-6
Dann rief Jesus die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. Und er sandte sie aus mit dem Auftrag, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd. Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn euch aber die Leute in einer Stadt nicht aufnehmen wollen, dann geht weg und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf. Sie verkündeten das Evangelium und heilten überall die Kranken

Einführendes Gebet:  Herr, du bist der Urheber des Lebens und alles Gute kommt von dir. Du bist der Friedensfürst und meine Stütze. Du bist mein Heiler und das Heil selbst. Ich brauche dich und will dir geben. Ich liebe dich und gebe mich dir ganz hin, wohl wissend, dass du mich niemals fallen lässt oder enttäuscht. Danke, dass du dich mir ganz hingibst.

Bitte: Herr, hilf mir, mich auf deine Gnade und nicht auf weltliche Dinge zu verlassen.

1.  Die Sendung. Christus sendet seine Apostel mit unzureichenden Vorräten aus, die frohe Botschaft zu verkünden. Sie müssen auf die Vorsehung vertrauen. Jesus schrumpft ihre Reisekoffer sozusagen auf praktisch nichts. Wie konnten sie Leute berühren? Wie der heilige Paulus fühlten sie, dass Jesus ihre Schritte von einem gewissen Abstand aus lenkte: Ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft (Phil 3,8). Jesus gab ihnen Einschränkungen, um sie zu lehren, dass es ihre Liebe zu ihm ist, die Frucht bringt und nicht Karrieredenken. Habe ich zuhause, im Büro oder bei meinen Besorgungen die gleiche Überzeugung? Bin ich bereit, zwei Meilen zu gehen, wenn meine Kirchengemeinde mich drängt, eine zu gehen?

2. Von allen Dingen befreit. Christus warnt uns davor, Besitz zu horten, nicht so sehr durch das, was er sagt, sondern, was er tut. Er sendet seine Freunde nicht wie Schafe unter die Wölfe, um sich das ganze Wochenende auf einem bequemen Sofa auszuruhen. Jesus zeigt zunächst an einem guten Beispiel, was für apostolischen Erfolg nötig ist. Er wurde in einem schmutzigen Stall geboren. Sein erstes Bett war eine Futterkrippe. Sein erster apostolischer Erfolg war, im Alter von 12 Jahren, seinen Eltern zu erklären dass seine Zeit gekommen sei. Er sandte Petrus, um Münzen aus dem Maul eines Fisches zu holen, weil er kein Geld hatte, die Steuern zu bezahlen. Er ließ zu, dass einfache Begebenheiten - eine Frau am Brunnen oder ein Trauerzug in einem Dorf - über Generationen für die ganze Welt festgehalten wurden. Später wird er in das Grab eines anderen gelegt. Materieller Wohlstand allein kann einfach nicht erreichen, wozu uns der Herr aussendet!

3. Eine freie Wahl. Jesus schickte seine Jünger nicht auf ein Survival Camp. Trotzdem schien es so zu sein, dass, je härter die Bedingungen waren, desto größer die Anziehungskraft für sie war. Diese galiläischen Fischer nahmen aus freien Stücken einen unbekannten Beruf an. Sie machten die Erfahrung eines Schatzes, der sie mit Enthusiasmus erfüllte, sodass sie alles verkauften, um ihn zu erhalten und zu teilen. Dieser Schatz ist Christus. Das Evangelium sagt: „Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf...“ Die Apostel brauchten nicht lange, um zu entscheiden, was sie tun wollten, da sie einen Schatz in ihrem tönernen Gefäß trugen, der weit und breit verbreitet werden musste.

Gespräch mit Christus: Jesus, unser Herr, so wundervoll materielle Dinge auch sind, sie sind nichts im Vergleich dazu, dich zu besitzen und anderen von dir zu erzählen. Sieh auf mein Bemühen um deinetwillen und segne es. Herr, hilf mir, wie du dem heiligen Paulus geholfen hast, stets für eine himmlische Krone, die nicht verblasst oder rostet, zu kämpfen.

Vorsatz:  Heute werde ich einen Moment vor dem Allerheiligsten Sakrament verbringen, um ernsthaft für die missionarischen Anliegen des Heiligen Vaters für diesen Monat zu beten.


Bekehrung des Herzens

23. September 2010

Donnerstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Pater Pio, Priester

P. Barry O’Toole LC

Lk 9,7-9
Der Tetrarch Herodes hörte von allem, was geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden. Andere meinten: Elija ist wiedererschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Herodes aber sagte: Johannes habe ich selbst enthaupten lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn einmal zu sehen.

Einführendes Gebet:  Wenn ich mich dir heute nähere, Herr, weiß ich, dass ich es nicht wert bin, bei dir zu sein. „Aber du allein, Herr, hast Worte ewigen Lebens und ich glaube; ich bin gekommen, um zu erkennen, dass du der Heilige Gottes bist.“ Ich knie vor dir in Reue, Anbetung und hoffe auf deine Barmherzigkeit.

Bitte: Hilf mir, Herr, mich mehr zu dir zu bekehren.

1.  Unser tägliches Gespräch mit Gott. Herodes' Wunsch Jesus zu sehen ist nicht auf Glauben oder Motive der Bekehrung begründet. Während seines gesamten Gefängnisaufenthaltes hat Johannes der Täufer Herodes immer wieder zur Bekehrung eingeladen. „Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu.“ (Mk 6,20). Aber Herodes verschob seine Bekehrung immer wieder. Wir müssen uns täglich bekehren. Es ist nicht genug, nur zu sagen, dass wir Jesus als unseren persönlichen Herrn und Retter angenommen haben und „wiedergeboren“ sind, wir müssen beginnen, das neue Leben zu leben und unsere Entscheidung für Christus jeden Tag zu erneuern. Heute will ich mich von meinen Schwächen und Unzulänglichkeiten abwenden. Ich möchte dir näher kommen, Herr.

2. Was ist die Wahrheit. Es gibt Momente im Leben, in denen wir in den Spiegel schauen und uns so sehen müssen, wie wir wirklich sind. Man braucht Mut, um direkt zu schauen und zu fragen „Was machst du aus dir und den Talenten, die Gott dir gegeben hat?“ Nun ist nicht alles in Herodes' Leben relativ; eine Wahrheit akzeptiert er: „Ich habe Johannes enthauptet.“ Dies hätte der Ausgangspunkt für eine wahre Bekehrung und Annahme von Gottes Barmherzigkeit in seinem Leben sein können. Alles, was er über Jesus hörte, beunruhigte sein Gewissen. Er fürchtete sich davor, dass seine Sünde zurückkommen und ihn verfolgen würde. Bekehrung beginnt immer mit der Akzeptanz unseres Versagens und unserem Hang zum Bösen. Der heilige Philipp Neri soll sich jeden Morgen im Spiegel betrachtet und gesagt haben: „Herr, pass heute darauf auf, dass Philipp dich nicht wieder betrügt.“

3. Selig sind die, die reinen Herzens sind. Jesus selbst lehrte uns in den Seligpreisungen: „Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ Um diese Seligpreisung ein wenig detaillierter zu erklären, sagt Gregor von Nyssa: „Derjenige, der Gott schaut, besitzt in diesem Akt des Schauens alles, was es an Gutem gibt. So verstehen wir das unendliche Leben, die Unvergänglichkeit und die nie endende Seligkeit. Damit werden wir uns am ewig währenden Reich des nie endenden Glücks erfreuen; wir werden das wahre Licht sehen und die süße Stimme des Geistes hören; wir werden unaufhörlich über alles frohlocken, was gut ist in der unerreichbaren Herrlichkeit.“ Gott zu schauen und zu besitzen ist das Ergebnis unserer täglichen Bekehrung. Es ist das Versprechen eines Friedens im Herzen, wahren Glücks und ewigen Lebens. Es ist die Fülle von allem, nach dem man sich in diesem Leben und im ewigen Leben sehnen kann. Es ist die eigentliche Bedeutung unserer Existenz. Was können wir mehr wollen?

Gespräch mit Christus: Herr, ich sehne mich wirklich danach, dein Angesicht zu schauen. Verbirg es nicht vor mir. Hilf mir, mich anzunehmen, wie ich wirklich bin, und hilf mir, mich zu bemühen, meine Schwächen und meinen Hang zur Sünde zu überwinden. Hilf mir, mein Herz zu reinigen, damit ich dich in meinem täglichen Leben sehen und dich im ewigen Leben besitzen möge.

Vorsatz:  Ich werde mich heute um wahre Bekehrung bemühen, indem ich einen aufrechten Akt der Reue vollbringe und versuche, den Gottesdienst zu besuchen oder wenigstens Christus in der Eucharistie zu besuchen.


Der missverstandene Messias

24. September 2010

Freitag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Barry O’Toole LC

Lk 9,18-22
Jesus betete einmal in der Einsamkeit, und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. 10,32-34

Einführendes Gebet:  Herr, du bist der Urheber des Lebens. Du hast alles erschaffen, was lebt. Gib, dass ich dich, der du die höchste Liebe bist, über alles andere im Leben stelle. Hilf mir, alles andere hintanzustellen, damit mein Herz zuerst deine größere Ehre sucht. Ich glaube an die Macht deiner Liebe. Ich vertraue auf dich, denn was du für mich bereitet hast, ist jenseits aller Vorstellung. Ich entscheide mich heute für dich, meine einzige Liebe. Du bist mein, oh Herr

Bitte: Herr Jesus, gewähre mir den Mut, dich als den Messias zu bezeugen.

1.  Entsprechend der letzten Meinungsumfrage. Häufig hören wir in den Nachrichten von Meinungsumfragen über bestimmte Themen, Personen oder Ereignisse. Daran ist nichts Besonderes. Aber wenn Christus die Volksmeinung erfahren will, indem er fragt: „Für wen halten mich die Leute?“, ist er nicht an einer Beurteilung seiner Person durch die Allgemeinheit interessiert. Wenn das sein Motiv wäre, wäre er sehr entmutigt gewesen, weil die öffentliche Meinung so weit von der Wahrheit entfernt war. „Was sagt ihr? Johannes der Täufer?“ – Es besteht bei der Hochzeitsfeier ein ziemlicher Unterschied zwischen dem Bräutigam und dem Trauzeugen. Die Meinungen anderer gehen noch weiter auseinander. Im Leben zählt nicht das, was andere über uns denken oder reden. Wichtig ist nur, was Gott meint: was er über uns denkt und was wir tun. Herr, nicht jeder kennt dich. Wir leben in einer Generation, die mehr Zeichen erwartet. Sende uns dein Geschenk des Glaubens, so dass wir aufrichtig glauben können und somit gerettet sind.

2. Persönliche Überzeugungen. Jesus hatte nur drei Jahre, um sein Blut für unsere Erlösung zu vergießen und seine Kirche zu gründen. Um sie zu gründen, musste er einige einfache Fischer umwandeln. Er musste sie dazu bringen, fest an seine Gottheit und seine Sendung zu glauben, damit sie nach seinem Tod das Werk der Erlösung fortsetzen würden. Jesus hatte eine Zeit lang im Gebet verweilt und er wusste, woher die Umwandlung kommen würde. Wie gelang es seinen Jüngern, ihr Herz dem Werk des Vaters zu öffnen? „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Petrus zeigt sich der Situation gewachsen. Er hätte es nicht kürzer und präziser sagen können: „Für den Messias Gottes“. Wie steht es mit mir? Wer ist Jesus für mich? Ist er für mich wirklich der Messias und Erlöser? Verkünde ich diese Wahrheit anderen durch mein Leben und durch meine Worte, die ich spreche? Herr, ich möchte ein leidenschaftlicherer Apostel deines Reiches sein. Schenke mir überzeugende Worte und Taten, damit auch andere zu der Erkenntnis kommen können, dass du der Messias Gottes bist.

3. Die Pharisäer verstanden es ganz falsch. Damit kein Missverständnis darüber aufkommen konnte, was Petrus mit seinem Bekenntnis des Glaubens meinte, hat Jesus gesagt, was gemeint ist. „Messias“ bedeutet … „Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.“ Die Pharisäer verstanden nicht, was mit Messias gemeint war. Sie dachten, der Messias würde sie von der römischen Besatzung befreien. Sie verstanden nicht, dass die Knechtschaft unter Rom nichts war im Vergleich zur Sklaverei unter der Sünde und dem „Fürsten dieser Welt“. Wenn wir heute die Sünde und den Satan besiegen wollen, gibt es nur einen Weg: das Kreuz. Jesus ist der Erlöser der Welt. Durch sein Leiden und Sterben ist er zur Lösung aller unserer Probleme geworden. Deshalb sagt er uns: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Lk 9,23)

Gespräch mit Christus: Herr, ich fürchte dieses Kreuz mit jeder Faser meines Seins, aber dein Wille geschehe – nicht meiner. Ich weiß, dass alles am Ende gelingen wird, wenn du bei mir bist. Ich will ein besserer Apostel für dein Reich sein.

Vorsatz:  Trotz des Widerstands, dem ich begegnen mag, will ich heute versuchen, jede Begegnung mit anderen zu nutzen, meinen Glauben mit ihnen zu teilen und sie näher zu Gott zu führen.


Das Geschenk des Glaubens

25. September 2010

Samstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Christopher Scroggin LC

Lk 9,43b-45
Alle Leute staunten über das, was Jesus tat; er aber sagte zu seinen Jüngern: Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden. Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, so dass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.

Einführendes Gebet:  Herr, du bist der Urheber des Lebens und alles Gute kommt von dir. Du bist der Friedensfürst und meine Stütze. Du bist mein Heiler und das Heil selbst. Ich brauche dich und will dir geben. Ich liebe dich und gebe mich dir ganz hin, wohl wissend, dass du mich niemals fallen lässt oder enttäuscht. Danke, dass du dich mir ganz hingibst.

Bitte: Herr Jesus, stärke meinen schwachen Glauben und führe mich auf deinen Pfaden.

1.  Blinder Glauben an die Wissenschaft. Es gibt so viele alltägliche Dinge, die wir für selbstverständlich ansehen. Wir glauben blind an die Elektrizität in unseren Gebäuden, an die gewaltige Technik in einem Wolkenkratzer, in dem wir arbeiten, etc. Es kommt uns selbstverständlich vor. Wir denken nicht viel darüber nach. Wir vertrauen darauf, dass alles immer funktioniert. Wenn aber unser „Glaube“ über die Grenze des erfahrungsgemäßen Wissens, wie Elektrizität und Technik, hinausgeht in den Bereich des Geistigen, stoßen wir auf Hindernisse für unseren Glauben.

2. Übernatürlicher Glaube. Man kann Jesu Aussage in diesem Evangelium über sein Leiden und seinen Tod nur mit einem „übernatürlichen Glauben“ verstehen. Dieser Glaube ist ein Geschenk, das wir in großer Demut von Gott erbitten müssen, damit es Licht auf unser ganzes Leben wirft. Glaube führt zu größerem Wissen als rein menschliche Kenntnisse. Im Vertrauen auf Jesus bitten wir ihn um diesen Glauben.

3. Angst, zu fragen. Die Jünger im heutigen Evangelium trauten sich nicht, Jesus eine Frage zu stellen. Nach etwas fragen, was wir nicht verstehen, ist nicht unbedingt schlecht: es ist ganz normal und zeigt eine kindliche Haltung. Christus hat immer eine Antwort, und zwar eine verständliche Antwort, auf unsere Fragen, selbst wenn wir sie nicht in alle ihrer Tiefe erfassen können. Denn Christus möchte nicht, dass wir seine Lehre und seine Werte nur passiv annehmen. Er möchte, dass wir sie frei annehmen, nicht so sehr, weil wir sie vollkommen verstehen, sondern eher, weil wir Gott vertrauen und ihn lieben, ihn, der sich uns selbst zeigt.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, es ist so einfach für mich, mein Leben von einem rein menschlichen Standpunkt aus zu betrachten. Gewähre mir einen wachen Glauben, damit ich alle Dinge aus deiner Sicht sehe. Möge mein Glauben alle Tage meinen Weg erleuchten.

Vorsatz:  In meinem Gebet heute werde ich in aller Demut um das Geschenk des Glaubens an Jesus Christus bitten.