Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 3. Januar 2010 bis Samstag 9. Januar 2010

Zweite Woche nach Weihnachten

P. Matthew Green LC, P. Jason Smith LC, P. Jeffrey Bowker LC und P. Roderick Ermatinger LC

Das Geschenk von Weihnachten gebührend schätzen Sonntag
Wo wohnst du? Montag
Der Fund des Philippus Dienstag
Für den Herrn gewonnen Mittwoch
Das Licht zieht umher Donnerstag
Gib Christus dein ganzes Leben Freitag
Frieden kommt vom Glauben an Jesus Christus Samstag


Das Geschenk von Weihnachten gebührend schätzen

3. Januar 2010

Zweiter Sonntag nach Weihnachten

P. Matthew Green LC

Joh 1,1-18
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich danke dir, dass du Mensch geworden bist, um mich zu retten. Ich danke dir für das Geschenk des Glaubens an dieses große Geheimnis deiner Liebe und Demut, welches meinem Leben Sinn und Freude gibt.

Bitte:  Himmlischer Vater, hilf mir, all das zu schätzen, was du uns an Weihnachten geschenkt hast. Hilf mir, das ganze kommende Jahr im Licht dieser Geschehnisse zu leben!

1. Licht in der Dunkelheit. Dieser sehr tiefe theologische Text enthält gewaltige Bilder und mächtige Botschaften. Die ersten vier Sätze sprechen sehr eindrücklich zu uns Menschen von heutzutage: Sie sagen uns, dass Gott, der Schöpfer aller Dinge, in die Dunkelheit der Welt gekommen ist, um ein Licht für uns zu sein, eine unauslöschliche Quelle der Hoffnung. Als sie geschrieben worden sind, gab es viel Leid, Ungerechtigkeit, Korruption und Ablehnung der Wahrheit. Die geistige und moralische Dunkelheit der Welt ist wirklich dunkel! Aber Jesus, Mensch gewordener Gott, kam völlig unschuldig und rein auf die Welt, um uns die Botschaft der Liebe, Hoffnung und Erlösung zu bringen. Je mehr die Welt ihn abweist, umso mehr leuchtet seine Güte und Hoffnung auf, denn Gottes Sohn wählte aus freiem Willen den Weg des Leidens und der Demütigungen aus Liebe zu uns. Wenn wir in unserem Leben Dunkelheiten erfahren, müssen wir uns daran erinnern, dass Jesus mit uns und in uns leidet! Wir sollten niemals unsere Augen dem Licht seiner Liebe und seinem Versprechen der Erlösung verschließen – dem Licht, das zum ersten Mal an dem Weihnachten vor zweitausend Jahren aufgeleuchtet ist.

2. Das größte Weihnachtsgeschenk. An jenem ersten Weihnachten gab uns Gott Vater das Geschenk seines göttlichen Sohnes. Als wenn das nicht schon genug wäre, wollte er uns durch den Sohn auch das Geschenk der Gotteskindschaft geben. Kinder haben an der Natur ihrer Eltern teil; durch die Taufe beginnen wir, an der göttlichen Natur teilzuhaben – ein neues Leben durch die heiligmachende Gnade. Obwohl dieses Geschenk erst durch den Erlösungsakt auf Kalvaria besiegelt und gegeben wird, ist es schon als Versprechen hier präsent: ein Samenkorn, dazu bestimmt, Frucht am Stamm des Kreuzes zu tragen. Um uns zu sich hochzuheben offenbarte sich Gott zuerst als ein Kind in der Krippe, er macht sich ganz klein, um einer von uns zu werden. Das ist die Quelle unserer Hoffnung! Solange wir auf Erden in diesem Licht wandeln, werden wir die Tür ins volle Licht Gottes in der Ewigkeit finden.

3. Vom Licht Zeugnis geben. Diese Geschenke übertreffen alles, was wir erwarten oder uns vorstellen können. Gott ist zu uns gekommen, er ist bei uns, und er ist in uns. Um was könnten wir sonst noch bitten? Und so wie jeder, der einen großen Schatz gefunden hat, ihn teilen muss, so müssen auch wir ihn teilen. Wenn wir im Licht gehen, werden die Menschen um uns herum davon erleuchtet. Wir sollten wie Johannes der Täufer werden und diese Hoffnung und Freude nicht nur mit unseren Lippen, sondern auch mit unserem Leben verkündigen. Wir müssen wie Menschen leben, die an die Menschwerdung und die damit verbundenen Konsequenzen glauben. Wir dürfen uns nicht mehr an die Dinge dieser Welt binden; wir dürfen die Hoffnung nicht mehr verlieren, selbst wenn wir uns in größten Schwierigkeiten befinden. Weihnachten ist nicht eine Legende, an die wir uns einmal im Jahr erinnern; es ist ein Ereignis, das unser Leben aufs tiefste berührt. Es muss ein Licht sein, das jeden Tag unser Tun erleuchtet!

Gespräch mit Christus:  Jesus, mein Retter und Freund, es tut mir leid, dass ich dein Licht oft aus den Augen verliere und dass dadurch die Dunkelheit des Rationalismus und des Relativismus mich einschließen und auf falsche Wege führen können. Hilf mir, im kommenden Jahr meine Augen fest auf das Licht deiner Menschwerdung und auf dein Beispiel der Demut und Liebe gerichtet zu halten!

Vorsatz:   Heute will ich das Licht Christi mitteilen, indem ich all meinem Tun eine christliche Dimension verleihe.


Wo wohnst du?

4. Januar 2010

Montag der zweiten Woche nach Weihnachten

P. Jason Smith LC

Joh 1,35-42
Am Tag darauf stand Johannes wieder dort, und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte (Christus). Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels (Petrus).

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich biete dir diesen Tag an. Wie die ersten Jünger, die dir folgten, möchte auch ich bei dir sein. Ich glaube an dich und bitte dich, mir in meinem Unglauben zu helfen. Ich liebe dich und bitte dich, dass ich dich leidenschaftlicher liebe.

Bitte:  Herr Gott, offenbare dich meiner Seele.

1. Die Frage der Jünger. „Herr, wo wohnst du? Diese einfache Frage ist der erste Satz, den die beiden Jünger zu Jesus sagten. Sie offenbart die Verfassung ihres Herzens. Sie mögen noch nicht bereit sein, alles aufzugeben, um ihm zu folgen, aber sie sehnen sich sicherlich danach, bei ihm zu bleiben und von ihm zu lernen, ihn persönlicher kennen zu lernen und ihn nachzuahmen. Ihre Frage offenbart eine tiefe Sehnsucht, eine Bindung mit dem Herrn einzugehen.

2. Unsere Fragen. Unser Abenteuer in der Nachfolge Christi beginnt auch mit Fragen. Die Art unserer Fragen an unseren Herrn offenbart die Verfassung unseres Herzens und unser Verlangen, ihm zu folgen. Es beginnt, wenn wir aufhören zu fragen, „was bringt mir das?“ und uns demütig Gott zuwenden und fragen: „Wie kann ich dienen? Was hast du mit meinem Leben vor? Was ist dein Wille für mich?“ Alle anderen Fragen werden überflüssig und unnötig.

3. Bei Christus wohnen. Obwohl wir alle zu einem Leben mit Christus berufen sind, kann dieses Leben unterschiedliche Formen annehmen. Manche sind dazu berufen, Christus in ihrem Zuhause gegenwärtig zu machen, indem sie ihre Ehe als Mann und Frau leben. Andere sind als Priester oder in einen Orden berufen, um jeden Augenblick des Tages Christus zu widmen und anderen zu dienen. Andere wiederum sind dazu berufen, ledig zu bleiben und die Vielseitigkeit ihres Lebens zu nutzen, um die Liebe Christi zu verkünden, wie es für Verheiratete oder Geweihte nicht möglich ist. Indem Gottes Wille in jedem Stand verwirklicht wird, lebt jede Person bei Christus und erfüllt dadurch die Sendung, die Gott für sie vorgesehen hat.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich danke dir für die Einladung, bei dir zu wohnen. So wie du dich an die beiden Jünger wandtest und sie fragtest: „Was wollt ihr?“, so wendest du dich heute an mich. Gewähre mir die Gnade, bei dir zu bleiben, indem ich das Leben untadelig verbringe gemäß dem Stand, zu dem du mich berufen hast.

Vorsatz:   Ich will dankbar sein für die Berufung, zu der mich Gott gerufen hat.


Der Fund des Philippus

5. Januar 2010

Dienstag der zweiten Woche nach Weihnachten
Hl. Nepomuk Neumann, Bischof

P. Jason Smith LC

Joh 1,43-51
Jesus wollte nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach! Philippus war aus Betsaida, dem Heimatort des Andreas und Petrus. Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich komme zu dir, um dir für deine Güte zu danken. Ich möchte dieses Gebet beginnen, indem ich dir sage, wie sehr ich dich liebe und wie stark ich an dich glaube. Du bist meine Hoffnung und ich möchte nichts mehr, als mit dir die ganze Ewigkeit verbringen. Möge diese Begegnung mit dir mein Herz mit der Gnade erfüllen, die ich brauche, um dir treu zu folgen, wie es Philippus, Andreas und Natanaël taten.

Bitte:  Jesus, erlaube mir, dir zu folgen, wohin auch immer du willst.

1. Überraschung! Als Philippus am Morgen aufwachte, erwartete er sicherlich nicht, Christus zu treffen. Er wusste nicht, dass sich sein Leben tiefgreifend ändern oder dass ihn Abenteuer erwarten würden. Aber Christus wusste es. „Er traf Philippus,“ schreibt Johannes der Evangelist. Jesus machte sich auf die Suche nach Philippus. Johannes beschreibt nur dies von der ersten Begegnung. Aber wir können daraus schließen, dass sie so ergreifend war für Philippus, dass sie eine Saite so tief in ihm anrührte, dass er begann, es den anderen zu erzählen: „Ich habe den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben.“ Mit anderen Worten, in der Person Jesu sah Philippus die Antwort auf das messianische Sehnen des ganzen Volkes Israel – ohne die Antwort auf das Sehnen seines eigenen Herzens zu erwähnen.

2. Wenn Christus uns überrascht. Mitten in unseren täglichen Aktivitäten, sei es „unter einem Feigenbaum“ oder „in Galiläa“, sucht Christus nach uns. Er ruft uns immer, ihm zu folgen und eine stärkere Beziehung mit ihm zu haben. Wie viele Menschen haben über Jahrhunderte hinweg die tröstende Gegenwart Christi erfahren? Wie viele wurden überrascht von den Wundern, die er in ihrem Leben bewirkte? „Überrascht“ zu sein von Christus bildet einen wesentlichen Bestandteil unseres christlichen Lebens. Wenn uns dies passiert, sollten wir Gott danken und die Worte Natanaëls wiederholen: „Du bist der Sohn Gottes; du bist der König von Israel.“

3. Philippus überrascht Natanaël. Als Natanaël an diesem Morgen aufwachte, erwartete er nicht, dass Philippus ihm erzählen würde, dass er Christus gefunden hätte. Es war Philippus’ Einladung, die ihn zu unserem Herrn brachte. Wie Natanaël haben wir unseren Glauben von anderen empfangen; vielleicht waren es unsere Eltern, vielleicht war es ein Freund. Wer immer es war, sie haben von Christus von jemand anderem gehört. So geht die Kette zurück bis zu den ersten Christen. Heute hängt es von uns ab, ob die Menschen auch in Zukunft das Evangelium hören. Wir sollten uns niemals schämen, Zeugnis von unserem Glauben zu geben. Vielmehr sollten wir darauf vertrauen, dass Christus das, was er für uns getan hat, gern auch anderen bringen möchte. Er vertraut auf unsere Hilfe, so dass andere ihn finden können.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, danke für das Geschenk des Glaubens. Gewähre mir immer deine tröstende Gegenwart. Hilf mir, in Zeiten des Unglaubens stärker an dich zu glauben. Hilf mir, Freude und Frieden zu verbreiten, die daher kommen, dass ich dich kenne, damit alle Menschen dahin gelangen, dich zu erkennen, zu lieben und dir zu folgen. Wie Philippus möchte ich andere heute zu dir bringen.

Vorsatz:   Ich werde einen Freund einladen, heute mit mir zur heiligen Messe zu gehen.


Für den Herrn gewonnen

6. Januar 2010

Fest der Erscheinung des Herrn

P. Jeffrey Bowker LC

Mt 2,1-12
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir, dass du dich selbst mir als kleines Kind, geboren von Maria, geschenkt hast. Wenn ich daran denke, wie du so hilflos in der Krippe liegst, füllt sich mein Herz mit Vertrauen. Ich weiß, dass du mich nicht enttäuschen kannst, weil du dich all deiner Größe entkleidet hast, damit ich dich betrachten kann. Du verdienst all meine Hoffnung und Liebe, welche ich dir demütig jetzt darbiete.

Bitte:  Herr, ich bitte dich um ein Herz, das offen für deine Botschaft ist.

1. Wir haben seinen Stern gesehen. Alle Menschen ehrlichen Herzens finden Gott in ihrem Leben. Die Ehrlichkeit der drei Sterndeuter lässt sich an den Opfern erkennen, die sie bereitwillig auf sich nahmen, um ihr Ziel zu erreichen. Die Reise war sehr anstrengend, sie mussten für ihre Familien vorsorgen. Ihre Absicht war rein, frei von egoistischen Beweggründen, denn sie wollten allein Gottes lebendige Gegenwart erleben. Die Offenheit ihres Herzens erlaubte es Gott, durch viele Dinge dieser Welt zu ihnen zu sprechen – von der Weissagung bei Herodes bis zum Stern über dem Kind in der Krippe. Was bin ich bereit zu opfern, um Gott heute zu finden? Ich muss alles außer ihm zur Seite legen und mich von seiner Hand führen lassen, damit ich seine göttliche Gegenwart erleben kann.

2. Die Warnung, nicht zu Herodes zurückzukehren. Herodes und alle Menschen, die nur weltliche Interessen haben, sehen den Stern nicht. Menschen wie sie haben sich vielleicht schon einmal Gedanken über Gott gemacht und sich für ihn interessiert, aber sie missachten seinen Ruf. Sie verlassen selten ihren „Palast“, opfern selten ihre Zeit und widmen sich nicht dem Dienst am Göttlichen. Wenn sie einmal ihren bequemen Palast verlassen, beklagen sie sich, dass Gott sich nirgends in der Welt finden lässt. Sie haben Angst davor, ihre bequeme Welt zu verlieren. Ich will beten, dass mein Herz immer für das offen ist, was das Evangelium von mir in meinem Leben verlangt. Möge Christus kein Hindernis in mir vorfinden; möge er in mir die Entschlossenheit finden, meinen Palast zu verlassen, damit ich ihn finden und ihm folgen kann.

3. Dann holten sie ihre Schätze hervor. Um Liebe schenken zu können, muss ich selbst die Liebe empfangen haben. Wie kann ich den Ansprüchen gerecht werden, die andere mir stellen? Wie kann meiner Berufung und Sendung treu sein, wenn ich auf meinem Weg wenig Zuspruch und Unterstützung bekomme? Jeden Morgen muss ich mich an den Gott wenden, der sich bedingungslos mir hingibt, damit seine Hingabe mich gestalten und in mir wirken kann. Jeden Tag erwartet mich eine notwendige Epiphanie, sei das nun bei der heiligen Messe, beim Gebet oder durch die Werke der göttlichen Vorsehung. Sie befähigen mich, mich selbst hinzugeben. Wenn ich diese Liebe nicht erfahre, bleibt mein Leben verschlossen – ich habe nicht die innere Stärke, um mich ganz hinzugeben. Johannes sagt uns: „Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben….Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat (1 Joh 4,10f,19).

Gespräch mit Christus:  Christus, deine Liebe zu mir bewegt mich dazu, mich selbst hinzugeben und nichts zurückzuhalten. Ich habe einen Augenblick in der Menschheitsgeschichte berührt, welcher mein Begreifen weit übersteigt und mein Herz für dich gewinnt. Hilf mir, mich dir so zu schenken, wie du dich mir schenkst: bei der heiligen Messe, im Gebet und bei der Begegnung mit meinen Mitmenschen rufst du mich, dir zu dienen.

Vorsatz:   Heute will ich mich bemühen, die Liebe zu den Mitgliedern meiner Familie zu vertiefen und sie so zu lieben, wie Christus sie liebt.


Das Licht zieht umher

7. Januar 2010

Donnerstag der zweiten Woche nach Weihnachten
Hl. Valentin, Bischof und hl. Raimund von Penafort, Ordensgeneral des Dominikanerordens

P. Roderick Ermatinger LC

Mt 4,12-17;23-25
Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.

Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien. Man brachte Kranke mit den verschiedensten Gebrechen und Leiden zu ihm, Besessene, Mondsüchtige und Gelähmte, und er heilte sie alle. Scharen von Menschen aus Galiläa, der Dekapolis, aus Jerusalem und Judäa und aus dem Gebiet jenseits des Jordan folgten ihm.

Einführendes Gebet:   Mein Himmlischer Vater, du hast mich aus deiner unendlichen Liebe heraus geschaffen. Obwohl ich dich oft nicht so geliebt habe, wie ich es als dein Kind hätte tun sollen, sendest du mir Gaben über Gaben. Du sandtest deinen Sohn, um mich zu erlösen und mich in und durch deinen Sohn eins mit dir zu machen. Du und dein einziger geliebter Sohn sandtet euren Geist der Liebe und Wahrheit, den Heiligen Geist, damit er in meinem Herzen, meinem Verstand und meinem Körper wohne. Ich danke dir, dass ich deine Liebe erfahren darf. Ich schenke dir dafür mein eigenes Herz und meinen Wunsch, dir großzügig auf das Antwort zu geben, worum du mich bittest.

Bitte:  Jesus, hilf mir, dir mein Herz zu öffnen.

1. Das wahre Licht ist hier. Johannes der Täufer tat alles, worum ihn der Vater bat. Dabei blieb er stets demütig. Die Leute dachten, er sei der Christus; doch er erlaubte dem Stolz nicht, das Licht der Wahrheit auszulöschen, und verkündete, dass er nicht der Christus sei. Die Welt belohnte Johannes den Täufer mit Schweigen und dem Tod. Welchen Schatz schenkte ihm hingegen Gott für seine Treue? Lob – „Willkommen mein guter und treuer Diener“ – und ewiges Leben. Johannes war nur die Stimme; er rief die Menschen auf, zu bereuen und sich zu bekehren. Nun verkündet das Wort selbst diese Worte. Johannes war eine Stimme in der Wüste. Nun tritt das Wort, das das Leben und das Licht selbst ist, in der Öffentlichkeit auf. Möge das Licht der Wahrheit unsere Herzen für das wahre und ewige Himmelreich öffnen. Kann ich zwischen dem, was wirklich Gold in Gottes Augen ist und dem, was nur wie Gold glänzt, aber das Gegenteil davon ist, unterscheiden? Kann man das in meinen Worten und Taten erkennen?

2. Jesus predigt mit mehr als nur Worten. Unser Herr Jesus ging umher und tat nur Gutes: er heilte Kranke, tröstete die Einsamen, vergab den Sündern und predigte das Evangelium. Unser Glaube sagt uns dies, und wir sehen es vor unseren Augen, wenn wir das Evangelium lesen. Aber begegnen wir dem Herrn wirklich wie jene, die seinen Weg vor 2000 Jahren kreuzten? Ich kann diese Frage beantworten, wenn ich mein Leben betrachte: Lebe ich mehr und mehr wie Christus oder nicht? Schätze ich alles Gute, das Christus in meinem Leben getan hat und danke ich ihm dafür? Will ich von ganzem Herzen immer mit Christus zusammen sein, auf der Erde wie im Himmel? Wo mein Herz ist, da ist auch mein Schatz. Wie Christus bin ich berufen, mit mehr als nur Worten zu predigen.

3. Menschen antworten auf die Wahrheit. Ein Jünger Christi darf niemals entmutigt sein, denn die Menschen antworten auf die Wahrheit, auf das Evangelium von Jesus Christus. Wir sehen dies in den Evangelien und durch die Geschichte der Kirche hindurch. Wenn unsere Bemühungen, das Evangelium zu verbreiten, auf harten Boden fallen, müssen wir nachdenken, wie wir reagieren werden. Christus verlangt von uns, sein Evangelium in Wort und Tat zu verkünden. Er will, dass wir Frucht bringen. Christus sagte auch voraus, dass wir größere Dinge vollbringen werden als er. Wir wissen auch, dass Christus die Sünde und den Tod besiegt hat. Wenn wir all das wissen, dürfen wir uns nicht mehr entmutigen lassen, wenn unsere Bemühungen, das Evangelium zu verkünden, keine Frucht tragen. Wir sollen nur unsere Arbeit tun, Christus kümmert sich um den Rest. So einfach ist es.

Gespräch mit Christus:  Herr, du bist gekommen, um die Sünder zu retten; komme an diesem neuen Tag neu in mein Leben. Nimm all meine Angst vor dir weg, Herr Jesus. Lehre mich, dass du ein Gott des Mitleids bist und dass du sanftmütig und demütig von Herzen bist.

Vorsatz:   Ich will mir überlegen, wie ich meiner Pfarrgemeinde konkret helfen kann, das Evangelium zu verkünden.


Gib Christus dein ganzes Leben

8. Januar 2010

Freitag der zweiten Woche nach Weihnachten
Hl. Severin

P. Roderick Ermatinger LC

Mk 6,34-44
Als Jesus ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange. Gegen Abend kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist schon spät. Schick sie weg, damit sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Sollen wir weggehen, für zweihundert Denare Brot kaufen und es ihnen geben, damit sie zu essen haben? Er sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und seht nach! Sie sahen nach und berichteten: Fünf Brote und außerdem zwei Fische. Dann befahl er ihnen, den Leuten zu sagen, sie sollten sich in Gruppen ins grüne Gras setzen. Und sie setzten sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig. Darauf nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie sie an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische ließ er unter allen verteilen. Und alle aßen und wurden satt. Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. Es waren fünftausend Männer, die von den Broten gegessen hatten.

Einführendes Gebet:   Mein Himmlischer Vater, du hast mich aus deiner unendlichen Liebe heraus geschaffen. Obwohl ich dich oft nicht so geliebt habe, wie ich es als dein Kind hätte tun sollen, sendest du mir Gaben über Gaben. Du sandtest deinen Sohn, um mich zu erlösen und mich in und durch deinen Sohn eins mit dir zu machen. Du und dein einziger geliebter Sohn sandtet euren Geist der Liebe und Wahrheit, den Heiligen Geist, damit er in meinem Herzen, meinem Verstand und meinem Körper wohne. Öffne mein Herz und meine Augen für alles, was du für mich getan hast und noch für mich tun wirst, damit ich mich dir, deiner Kirche und allen deinen Kindern großzügiger hingebe. Vervollkommne mich im Feuer deiner Liebe, und sende auch mich, wie du deinen einzigen Sohn und deinen Heiligsten Geist gesandt hast, um das Feuer deiner Liebe zu entfachen.

Bitte:  Jesus, unser Herr, segne mich mit der Gabe der Großzügigkeit.

1. Du gibst uns alles, was wir brauchen. Jesus ist der gute Hirte. Er will alle seine Schafe speisen, die verlorenen und die wiedergefundenen. Er kennt alle unsere Bedürfnisse; er hat Mitleid mit uns, wenn er alle unsere Leiden sieht. Alle, die ihn aufnehmen, nährt unser Herr erst mit seiner Gnade, dann mit seinen Lehren und dann mit seinem Fleisch und Blut. Er gibt uns alles, was wir an Leib und Seele brauchen. Wie oft denken wir, dass wir etwas entbehren? Wo suchen wir danach? Gehen wir zu Christus oder gehen wir woanders hin?

2. Wende dich Christus zu. Wir sehen einen deutlichen Unterschied zwischen der Haltung der Apostel und der Jungfrau Maria in diesem Evangelium. In Kana, als Maria sah, dass der Wein ausging, wandte sie sich an ihren Sohn (vgl. Joh, 2,1-11). Als die Apostel hingegen hier sahen, dass die Menschen nichts zu essen hatten, dachten sie zunächst an die Dörfer in der Umgebung. Sowohl Maria als auch die Apostel hatten Mitleid mit der Not der Menschen; doch Maria hatte die bessere Lösung. Christus will wissen, ob wir wirklich glauben, dass er es ist, der für jede Situation, in der wir uns befinden, eine Lösung hat. Christus wird uns prüfen: Wollen wir uns auf pragmatische Lösungen verlassen oder auf ihn?

3. Sei großzügig mit Christus. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass wir unserem Herrn wenig geben können. Alles was wir besitzen und was für unseren Herrn von irgendeinem Wert ist, kommt letztlich doch von ihm selbst. Diese Wirklichkeit zeigt deutlich, wie klein wir sind und wie groß Gott ist. Denken wir an den kleinen Jungen, der zwei Fische und fünf Laibe Brot hatte. Er und seine Familie müssen hungrig gewesen sein. Er hätte Jesus und den Aposteln sagen können, sie sollten sich ihr eigenes Essen besorgen. Aber stattdessen gab er Jesus alles, was er hatte, obwohl es angesichts der Bedürfnisse der Massen eine recht kümmerliche Gabe war. Und schauen wir, was aus der großzügigen Tat wurde – Christus zeigte seine Herrlichkeit und Macht! Die Apostel speisten die Massen, sie sammelten die Reste und wuchsen im Glauben. Wie hat diese großzügige Tat uns bewegt?

Gespräch mit Christus:  Herr, wie kann ich kleiner werden, damit du wachsen kannst? Mein Herz brennt vor innigem Verlangen, dir alles zu geben; doch ich weigere mich so oft, dich zu anderen zu bringen. Hilf mir, zu erkennen, wie schön es ist, dich zu anderen zu bringen.

Vorsatz:   Heute werde ich für alle Menschen, denen ich begegne, ein authentischer, großzügiger Christ sein.


Frieden kommt vom Glauben an Jesus Christus

9. Januar 2010

Samstag der zweiten Woche nach Weihnachten

P. Roderick Ermatinger LC

Mk 6,45-52
Gleich darauf forderte Jesus seine Jünger auf, ins Boot zu steigen und ans andere Ufer nach Betsaida vorauszufahren. Er selbst wollte inzwischen die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten. Spät am Abend war das Boot mitten auf dem See, er aber war allein an Land. Und er sah, wie sie sich beim Rudern abmühten, denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache ging er auf dem See zu ihnen hin, wollte aber an ihnen vorübergehen. Als sie ihn über den See gehen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien auf. Alle sahen ihn und erschraken. Doch er begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Dann stieg er zu ihnen ins Boot und der Wind legte sich. Sie aber waren bestürzt und außer sich. Denn sie waren nicht zur Einsicht gekommen, als das mit den Broten geschah; ihr Herz war verstockt.

Einführendes Gebet:   Mein Himmlischer Vater, du hast mich aus deiner unendlichen Liebe heraus geschaffen. Obwohl ich dich oft nicht so geliebt habe, wie ich es als dein Kind hätte tun sollen, sendest du mir Gaben über Gaben. Du sandtest deinen Sohn, um mich zu erlösen und mich in und durch deinen Sohn eins mit dir zu machen. Du und dein einziger geliebter Sohn sandtet euren Geist der Liebe und Wahrheit, den Heiligen Geist, damit er in meinem Herzen, meinem Verstand und meinem Körper wohne. Öffne mein Herz und meine Augen für alles, was du für mich getan hast und noch für mich tun wirst, damit ich mich dir, deiner Kirche und allen deinen Kindern großzügiger hingebe. Vervollkommne mich im Feuer deiner Liebe, und sende auch mich, wie du deinen einzigen Sohn und deinen Heiligsten Geist gesandt hast, um das Feuer deiner Liebe zu entfachen.

Bitte:  Herr, ich möchte mich dir mit ganzem Herzen hingeben, jetzt und für immer.

1. Die wahre Speise – der Wille des Vaters. Nachdem der Herr die Fische und die Brote vermehrt hatte und die Menschen ihren Hunger gestillt hatten, verließ er sie. Dann ging er auf den Berg, um beim Vater zu sein. Die Speise unseres Herrn war es, den Willen des Vaters zu tun. Christus ging auf einen Berg, um sich von Ablenkungen zu entfernen. Dort konnte er sich in ein Gespräch von Herz zu Herz mit dem Vater vertiefen. Unser Herr fand den Willen des Vaters dort, wohin ihn die göttliche Vorsehung brachte und durch sein tiefes und beständiges Gespräch mit dem Vater.

2. Glauben wir wirklich an Jesus Christus? Nun ein anderes Wunder: unser Herr geht auf dem Wasser. Er beherrscht die Natur, und zwar genau die Natur, die den Aposteln Angst macht. Mehr noch, wie der Herr die Natur beherrscht, überwältigt die zitternden Männer. Auch heute, gerade in diesem Moment der Heilsgeschichte, geschieht so viel. Zittern wir angesichts der Macht Gottes? Sehen wir wirklich, wie schwach und unbedeutend wir sind? Und am wichtigsten von allem, glauben wir wirklich, dass Jesus Christus der Herr der Herren, der König der Könige ist? Erlauben wir Christus, dass er unsere Ängste besiegt, oder lassen wir uns vom Chaos dieser Welt verschlingen? Wir müssen betrachten, was Christus tut, damit unser Glauben stark wird und wir uns ihm hingeben können. Wenn wir erfassen, wer er ist, wird der Prinz des Friedens in unseren Herzen regieren. Danach dürstet Christus.

3. Friede sei mit dir. Wenn wir überlegen, wonach wir uns am meisten sehnen, werden wir merken, dass es Frieden ist. Wenn wir Christus in unsere Herzen einlassen, werden wir wahren und ewigen Frieden erfahren. Frieden resultiert letztlich aus unserer totalen Hingabe an Jesus Christus. Das ist nicht einfach, und wir brauchen dafür ein Leben lang. Doch unsere Geschichte der Hingabe an Jesus Christus kann besondere Momente haben. In einem Moment der Entscheidung kann unser Leben für immer verändert werden. Sicher erlebte jeder der Apostel einen besonderen Moment, als sie sich dazu entschieden haben, Christus in ihr Herz einzulassen. Obwohl diejenigen, die ihr Herz für Christus geöffnet hatten, viele Male fielen, regierte doch der Friede in ihren Herzen. Der Grund für ihr Versagen lag nicht in der Abwendung ihres Herzens von Gott, sondern war eher durch ihr schwaches Fleisch bedingt. Christus sagt uns allen: „Habt keine Angst, nehmt euer Kreuz auf euch und folgt mir nach.“

Gespräch mit Christus:  Herr, du zeigst uns immer wieder deine Macht. Bitte gib mir die Kraft, mich jeden Moment dieses Tages dir und dem Willen des Vaters ganz hinzugeben.

Vorsatz:   Vor jeder Tat werde ich mich darauf besinnen, nur den Willen des Vaters zu tun.