Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 20. September 2009 bis Samstag 26. September 2009

Fünfundzwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Christopher Scroggin LC, P. Barry O’Toole LC und P. Jefferey Jambon LC

Kindliches Vertrauen Sonntag
Durch das Prisma des Glaubens sehen Montag
Auch wir wollen Jesus sehen Dienstag
Entscheide dich in Freiheit Mittwoch
Bekehrung des Herzens Donnerstag
Der verkannte Messias Freitag
Das Geschenk des Glaubens Samstag


Kindliches Vertrauen

20. September 2009

Fünfundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

P. Christopher Scroggin LC

Mk 9,30-37
Jesus und seine Jünger gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen. Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

Einführendes Gebet:   Herr, du bist der Urheber des Lebens und der Spender alles Guten. Du bist der Fürst des Friedens und mein Halt. Du bist mein Heiland und das Heilmittel selbst. Ich brauche dich und ich muss mich dir hingeben. Ich liebe dich und übergebe mich ganz dir, weil ich weiß, dass du mich niemals im Stich lässt und mich niemals enttäuschen wirst. Ich danke dir für die Gabe deiner selbst.

Bitte:  Herr Jesus, gewähre mir die Gnade, dir liebevoll, gleich einem Kinde, zu vertrauen.

1. Wer ist der Größte? Wir ertappen uns häufig dabei, dass wir, ebenso wie die Jünger, danach trachten, der oder die Größte zu sein. Die Gesellschaft ermutigt uns, alles zu tun, was verspricht, erfolgreich zu sein, „Spitze“ zu sein. Häufig verlieren wir in dem Kampf um Erfolg die Sicht auf Christus und schieben ihn schließlich auf den zweiten Platz ab. Wenn mir wirklich daran gelegen ist und ich mich ehrlich mühe, kann Christus zur wichtigsten Person in meinem Leben werden. Trotz meiner schwachen Neigungen kann er die Nummer Eins in meinem Leben werden.

2. Das Geheimnis zum Erfolg. Unser Herr verrät uns im heutigen Evangelium das Geheimnis zum Erfolg: „Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.“ Dies steht oft im Widerspruch zur üblichen Lebenseinstellung in unserer Welt. Das Evangelium lehrt uns, demütig zu sein, wie Jesus demütig war, um wirkliche Größe zu erreichen. Jesus kam, um zu dienen und nicht um bedient zu werden, und der Höhepunkt dieses Dienens war sein Sterben für uns auf dem Kalvarienberg.

3. Kindliches Vertrauen. Der Erfolg in unserem religiösen Leben beginnt mit unserem kindlichen Vertrauen auf Gott. Jesus stellt ein Kind vor die Jünger und fordert sie auf, dieses kindliche Vertrauensverhältnis und seine Einfachheit vor den Eltern zu betrachten. Ebenso sollen auch wir vor Gott, unserem himmlischen Vater, wie Kinder werden. Wende ich mich an unseren Herrn, wenn ich in Not bin und wenn ich eine Freude, die ich erfahren durfte, jemandem mitteilen will?

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, von nun an will ich mit meinen Ängsten und Sorgen schneller zu dir kommen. Hilf mir, alle meine Sorgen ganz vertrauensvoll in deine Hände zu legen und auf dich wie ein kleines Kind zu vertrauen. Ich weiß, du liebst mich sehr. Stärke mein Vertrauen zu dir.

Vorsatz:   Ich werde den heutigen Tag Gottes Hand anvertrauen und wie ein Kind neben seinem Vater leben.


Durch das Prisma des Glaubens sehen

21. September 2009

Montag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Matthäus, Apostel und Evangelist

P. Barry O’Toole LC

Mt 9,9-13
Als Jesus weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

Einführendes Gebet:   Herr, du bist die wahre Güte und das wahre Leben. Die Nähe zu dir bringt Frieden und Freude. Dir gebühren all mein Vertrauen und meine Liebe. Ich danke dir für das Geschenk des Lebens, für das Geschenk meiner Familie und vor allem für das Geschenk meines Glaubens. Auch bin ich dir dankbar für das Geschenk der Kirche, die du auf dem Fundament der Apostel errichtet hast.

Bitte:  Herr, hilf mir, in meinem Glauben einfach und geradlinig zu sein.

1. Herr, hilf mir, in meinem Glauben einfach und geradlinig zu sein. Die Zöllner wurden als Verräter des jüdischen Volkes betrachtet, da sie für die Römer, die „Unterdrücker“ des auserwählten Gottesvolkes, arbeiteten. Der einfache Jude würde nicht einmal mit einem wie diesem sprechen. Aber Jesus sagt zu ihm: „Folge mir nach.“ Matthäus stand auf und folgte ihm sofort, bedingungslos und ohne Fragen zu stellen. Welche wunderbare Einfachheit! Er wusste nicht, dass Christus ihn zu einem von den Zwölfen machen würde. In gewisser Hinsicht könnten wir sagen, dass er einen Blankoscheck unterschrieb und ihn Jesus gab. Matthäus setzt sich nicht hin, um lange abzuwägen, sondern er akzeptiert einfach. Dann geht er einen Schritt weiter: er lädt Jesus in sein Haus zum Essen ein. Ein Jude pflegte nur seine treuen und engsten Freunde und Verwandten zum Essen einzuladen. Das war eine Geste der Vertrautheit, der Freundschaft und der Liebe. Matthäus geht noch weiter und legt den roten Teppich für Christus aus.

2. Komplizierte Berechnungen. Im Gegensatz zur Einfachheit des Matthäus sehen wir die „Gerechtigkeit“ der Pharisäer. Das Essen Jesu mit einem Sünder wie Matthäus ist für sie ein Skandal. Deshalb müssen sie diesen Rabbi wegen seines „schändlichen Verhaltens“ zur Rede stellen. Das Problem besteht darin, dass sie vom Messias nicht die geringste Kenntnis haben. Ihre Ausgangsposition ist brüchig. Sie betrachten Christus (und Gott) von einem sehr rationalen Blickwinkel aus, während es nur auf den Glauben und die Liebe ankommt. Das geschieht auch häufig bei uns, wenn wir anfangen, ohne Glauben und Nächstenliebe Ereignisse, Verhältnisse und unsere Mitmenschen zu beurteilen. Bevor wir das bemerken, haben wir vielleicht schon unseren Nachbarn, eine Behörde, einen Priester oder einen Bischof abgelehnt oder verunglimpft. Wir beurteilen die Dinge nicht von einem übernatürlichen Blickwinkel aus, sondern eher nur nach unseren menschlichen Normen.

3. Zurück zu den Grundlagen. Christus rückt alles ins rechte Licht. „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ Noch einmal lädt uns Jesus ein, unsere Gedanken auf eine übernatürliche Ebene zu richten. Warum wurde Gott Mensch? Wir wiederholen es häufig, zumindest an den großen Feiertagen, im großen Glaubensbekenntnis: „Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, … .“ Es ist wichtig zu prüfen, inwieweit ich alles durch das Prisma des Glaubens sehe und beurteile. Ein wahrer Glaubender, ein wirklicher Apostel, muss seinen „sechsten Sinn“ in allem, was er täglich tut, formen. Wir tun dies durch das Gebet und durch unseren häufigen und engen Kontakt mit Gott. Wir müssen Gott um das Geschenk des Glaubens, das uns eine neue Perspektive für unser Leben gibt, bitten.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich möchte ein einfacher Mensch sein, ein Mensch, der dich und deine Ansprüche ohne Berechnung und ohne Schwierigkeiten annimmt. Befreie mich von allen Hindernissen und schenke mir deine Gnade, damit ich ein überzeugter, treuer und furchtloser Apostel deines Himmelreichs werde, wie es der heilige Matthäus war.

Vorsatz:   Ich will mindestens drei Begebenheiten aus meinem Alltag in einem andächtigen Dialog mit Gott durchgehen (das kann ich zuhause tun, im Auto oder Bus, usw.).


Auch wir wollen Jesus sehen

22. September 2009

Dienstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Barry O’Toole LC

Lk 8,19-21
Eines Tages kamen seine Mutter und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.

Einführendes Gebet:   Herr, du bist der Urheber des Lebens und der Spender alles Guten. Du bist der Friedensfürst und mein Helfer. Du bist mein Arzt und die Medizin selbst. Ich brauche dich dringend. Ich liebe dich und binde mich ganz an dich, denn ich weiß, dass du mich weder im Stich lassen noch mich betrügen könntest. Ich danke dir dafür, dass du dich mir ganz schenkst.

Bitte:  Herr, hilf mir, dein Wort zu hören und danach zu handeln.

1. Wir wollen Jesus sehen. Heute, wie vor zweitausend Jahren, sehnt sich die Menschheit danach, Jesus zu sehen. Jeder hat sein eigenes Motiv: einige brauchen Heilung – wie Bartimäus, der Blinde aus Jericho, der Jesus hinterherschrie, bis er Mitleid mit ihm hatte und ihn heilte (Mk 10,46-52); andere wollen ihn aus Neugier sehen – wie Zachäus, der einen Baum bestieg, um Jesus zu sehen, denn er war klein (Lk 19,2-10); wieder andere, um sein Wort zu hören – wie die Menge, die sich am See Genesaret um ihn drängte, um das Wort Gottes zu hören (Lk 5,1-10); wieder andere aus Liebe und um ihn zu umsorgen – wie die heilige Jungfrau Maria und Maria aus Magdala (Mk 15,41).

2. Christus ist nicht leicht zu erobern. „Sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen.“ Auch wenn wir Christus mit den reinsten Absichten suchen, ist es nicht immer leicht, unser Ziel zu erreichen. Da sind ganz bestimmt Steine auf dem Weg, und wir müssen auf sie vorbereitet sein. Der Satan versucht immer wieder, uns durch die Sünde von Gott zu trennen, und wenn wir der Scheu vor der Beichte Raum in unseren Herzen geben, erhalten wir nicht die heilende Gnade Gottes. Auch versucht die Welt, uns so fern wie möglich von Gott zu halten, indem sie uns Tausende von Zerstreuungen und Vergnügungen anbietet, um uns vom Gebet, von der Einkehr und der Bekehrung fern zu halten. Und wirklich haben wir manchmal sehr wenig die Frömmigkeit, den Dienst an anderen und ein tugendhaftes Leben im Sinn. Bequemlichkeit und Trägheit können auch die Besten von uns überwältigen. Wir müssen ihn wissen lassen, dass wir ihn suchen.

3. Weist Jesus seine engsten Freunde zurück? Welche Bedeutung haben für Jesus diejenigen, „die das Wort Gottes hören und danach handeln“? Er kam, um allen zu predigen und alle zu retten. Und entgegen dem ersten Eindruck, den seine Worte vermitteln, schließen sie seine Mutter und Verwandten nicht aus. Christus setzt sie nicht herab; vielmehr hebt er uns – und sie – auf eine Stufe an Vertrautheit hoch, die stärker ist als Blutbande. Das ist die Schönheit der Liebe Gottes: er beruft uns zu einem immer höheren Grad an Würde und einer immer größeren Vertrautheit mit ihm.

Gespräch mit Christus:  Herr, ich möchte bei allem, was heute geschieht, dein Angesicht sehen. Vertreibe alle meine Feinde und meine geistliche Lauheit. Heile meine geistliche Blindheit, denn du allein kannst mir helfen. Ohne dich kann ich nichts Gutes tun. Hilf mir, dieser Würde, die du mir verliehen hast, zu entsprechen.

Vorsatz:   Ich will mir an diesem Abend fünf Minuten Zeit nehmen, um eine gründliche Gewissenserforschung vorzunehmen und mich vielleicht auf eine Beichte vorzubereiten. Ich will die Hindernisse beseitigen, die mich hindern, das Angesicht Gottes zu sehen, und Gott für die Gnaden danken, die er mir geschenkt hat.


Entscheide dich in Freiheit

23. September 2009

Mittwoch der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Jefferey Jambon LC

Lk 9,1-6
Dann rief Jesus die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. Und er sandte sie aus mit dem Auftrag, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd. Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn euch aber die Leute in einer Stadt nicht aufnehmen wollen, dann geht weg und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf. Sie verkündeten das Evangelium und heilten überall die Kranken.

Einführendes Gebet:   Herr, du bist der Urheber des Lebens und der Spender alles Guten. Du bist der Fürst des Friedens und mein Halt. Du bist mein Heiland und das Heilmittel selbst. Ich brauche dich und ich muss mich dir hingeben. Ich liebe dich und übergebe mich ganz dir, weil ich weiß, dass du mich niemals im Stich lässt und mich niemals enttäuschen wirst. Ich danke dir für die Gabe deiner selbst.

Bitte:  Herr, hilf mir, mich auf deine Gnade und nicht auf weltliche Dinge zu verlassen.

1. Die Sendung. Christus sendet seine Apostel mit nicht ausreichenden Vorräten aus, die frohe Botschaft zu verkünden. Sie müssen auf die Vorsehung vertrauen. Jesus verringert ihre Ausstattung auf sozusagen gar nichts. Wie konnten sie Leute berühren? Wie der heilige Paulus konnten sie verstehen, dass Jesus ihre Schritte von einem gewissen Abstand aus lenkte: Ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft (Phil 3,8). Jesus gab ihnen Einschränkungen, um sie zu lehren, dass es ihre Liebe zu ihm ist, die Frucht bringt und nicht materieller Besitz und Organisationstalent. Habe ich zuhause, im Büro oder bei meinen Besorgungen die gleiche Überzeugung? Bin ich bereit, zwei Meilen zu gehen, wenn meine Kirchengemeinde mich drängt, eine zu gehen?

2. Von allen Dingen befreit. Christus warnt uns davor, Besitz zu horten; das verdeutlicht uns sein Handeln. Er sendet seine Freunde nicht wie Schafe unter die Wölfe, damit er sich das ganze Wochenende ausruhen kann. Jesus zeigt durch sein gutes Beispiel, was notwendig ist, um erfolgreich zu missionieren. Er wird in einem schmutzigen Stall geboren. Sein erstes Bett war eine Futterkrippe. Er sandte Petrus, um Münzen aus dem Mund eines Fisches zu fischen, weil er kein Geld hatte, die Steuern zu bezahlen. Er wollte, dass einfache Begebenheiten wie die Begegnung mit der Frau am Brunnen oder der Beerdigungszug einer Witwe und aller Dorfbewohner, über Generationen für die ganze Welt festgehalten wurden. Er wurde in das Grab eines anderen gelegt. Materieller Wohlstand allein genügt nicht, um das zu erfüllen, wozu uns der Herr aussendet!

3. Eine freie Wahl. Jesus schickte seine Jünger nicht auf ein Überlebenslager. Trotzdem schien es so zu sein, dass, je härter die Bedingungen waren, desto größer die Anziehungskraft wurde. Diese galiläischen Fischer nahmen aus freien Stücken einen unbekannten Beruf an. Die Apostel hatten den Schatz gefunden, der sie mit solchem Enthusiasmus erfüllte, dass sie alles verkauften, um diesen Schatz zu erhalten und zu teilen. Dieser Schatz ist Christus. Das Evangelium sagt: „Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf....“ Die Apostel brauchten nicht lange, um die Entscheidung zu treffen, was sie tun sollten, weil sie in ihrem tönernen Gefäß einen Schatz trugen, der weit und breit verbreitet werden musste.

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, so wundervoll materielle Dinge auch sind, sie sind nichts im Vergleich dazu, dich zu besitzen und anderen von dir zu erzählen. Sieh gnädig auf das, was ich für dich tue und segne es. Herr, hilf mir, wie du dem heiligen Paulus geholfen hast, stets um die himmlische Krone, die du uns bereitet hast, zu kämpfen.

Vorsatz:   Heute werde ich einen Moment vor dem Allerheiligsten Sakrament verbringen, um ernsthaft für die missionarischen Anliegen des Heiligen Vaters für diesen Monat zu beten.


Bekehrung des Herzens

24. September 2009

Donnerstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Barry O‘Toole LC

Lk 9,7-9
Der Tetrarch Herodes hörte von allem, was geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden. Andere meinten: Elija ist wiedererschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Herodes aber sagte: Johannes habe ich selbst enthaupten lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn einmal zu sehen.

Einführendes Gebet:   Herr, wenn ich nun in deine Gegenwart trete, weiß ich, dass ich nicht würdig bin, bei dir zu sein. „Aber du allein, Herr, hast Worte des ewigen Lebens, und ich glaube; ich habe erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.“ Ich kniee vor dir in Reue, Anbetung und in der Hoffnung, dass du mir vergeben wirst.

Bitte:  Herr, hilf mir, mich immer mehr zu dir zu bekehren.

1. Unsere tägliche Umkehr zu Gott. Herodes Wunsch, Jesus zu sehen, gründete nicht auf Glauben oder dem Wunsch nach Bekehrung. Johannes der Täufer hatte während seiner Gefangenschaft Herodes immer wieder zur Umkehr eingeladen. „Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu“ (Mk 6,20). Herodes verschob aber seine Bekehrung immer wieder. Wir müssen uns täglich bekehren. Es genügt nicht zu sagen, dass wir Jesus als unseren persönlichen Herrn und Retter angenommen haben und so „wieder geboren“ sind, wir müssen dieses neue Leben wirklich leben und unsere Entscheidung für Christus jeden Tag erneuern. Heute will ich mich von meiner Schwäche und meinen Unzulänglichkeiten abkehren. Ich will näher zu dir gelangen, Herr.

2. Was ist die Wahrheit? Es gibt einen Moment im Leben, in dem wir in den Spiegel schauen müssen und uns selbst sehen müssen, wie wir wirklich sind. Es braucht Mut, genau hinzusehen und zu fragen: „Wer bist du wirklich? Was machst du aus dir und den Talenten, die Gott dir gegeben hat? Was ist die Wahrheit?“ Nicht alles im Leben des Herodes ist relativ; eine Wahrheit akzeptiert er: „Ich habe Johannes enthaupten lassen.“ Hier hätte eine echte Bekehrung und die Annahme von Gottes Erbarmen beginnen in seinem Leben beginnen können. Zumindest gab er zu, einen Fehler gemacht zu haben. Und alles, was er über Jesus hörte, machte sein Gewissen unruhig. Er hatte Angst, dass seine Sünde zurück kommt, um ihn zu verfolgen. Eine Bekehrung beginnt immer mit dem Eingeständnis unseres eigenen Versagens und unserer Hinneigung zum Bösen. Man sagt, dass sich der heilige Philipp Neri morgens im Spiegel betrachtete und sagte: „Herr, pass heute auf den Philipp auf, damit er dich nicht wieder verrät.“

3. Selig sind, die ein reines Herz haben. Jesus selbst lehrte uns in den Seligpreisungen: „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.“ Der heilige Gregor von Nyssa sagt Folgendes zu dieser Seligpreisung: „Der Mensch, der Gott sieht, besitzt in diesem Akt des Sehens alles, was es an Gutem gibt. Dadurch können wir eine Vorstellung von einem Leben, das niemals endet, bekommen; ewige Unvergänglichkeit und unsterbliche Schönheit. Durch diese werden wir uns am ewigen Reich des niemals endenden Glücks erfreuen; wir werden das wahre Licht sehen und die süße Stimme des Heiligen Geistes hören; wir werden jubeln und uns an Allem, was gut ist, in der unermesslichen Herrlichkeit erfreuen.“ Gott sehen und besitzen ist das Ergebnis unserer täglichen Bekehrung. Diese Gottesschau verleiht uns Frieden im Herzen, wahres Glück und ewiges Leben. Sie ist die Erfüllung aller Wünsche, nach der alle Menschen in diesem Leben und im Leben der kommenden Welt verlangen. Sie ist Sinn und Ziel unserer Existenz. Was könnten wir noch mehr verlangen?

Gespräch mit Christus:  Herr, ich sehne mich wirklich danach, dein Angesicht zu schauen. Verbirg dein Angesicht nicht vor mir. Hilf mir, mich anzunehmen, wie ich wirklich bin und danach zu streben, meine Schwächen und meine Neigung zur Sünde zu überwinden. Hilf mir, mein Herz zu reinigen, damit ich dich in meinem täglichen Leben sehen und dich für immer im kommenden Leben besitzen kann.

Vorsatz:   Ich werde wahre Bekehrung suchen, indem ich aufrichtig das Sakrament der Buße empfange und versuche, an der heiligen Messe teilzunehmen oder wenigstens Christus in der Eucharistie zu besuchen.


Der verkannte Messias

25. September 2009

Freitag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Barry O‘Toole LC

Lk 9,18-22
Jesus betete einmal in der Einsamkeit, und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.

Einführendes Gebet:   Herr, du bist der Urheber des Lebens und der Spender alles Guten. Du bist der Fürst des Friedens und mein Halt. Du bist mein Heiland und das Heilmittel selbst. Ich brauche dich und ich muss mich dir hingeben. Ich liebe dich und übergebe mich ganz dir, weil ich weiß, dass du mich niemals im Stich lässt und mich niemals enttäuschen wirst. Ich danke dir für die Gabe deiner selbst.

Bitte:  Jesus, unser Herr, gib mir den Mut, dich als den Messias zu bezeugen.

1. „Nach den letzten Umfragewerten…”. Oft hören wir in den Nachrichten Meinungsumfragen zu bestimmten Themen, Leuten oder Ereignissen. Daran ist nichts neu. Aber als Christus sich selbst einer Meinungsumfrage stellt, indem er fragt: „Für wen halten die Leute mich?“, ist er nicht an seinen Umfragewerten interessiert. Wenn dies sein Motiv wäre, hätte er sehr entmutigt sein müssen, weil die öffentliche Meinung so weit weg von der Wahrheit war. „Was meint ihr, Johannes der Täufer?“ – es gibt einen ziemlichen Unterschied zwischen dem Bräutigam und dem attraktivsten Mann auf einer Hochzeit. Andere Meinungen entfernen sich noch weiter. Was im Leben zählt, ist nicht, was andere über uns denken oder sagen. Die einzige Meinung, die zählt, ist Gottes Meinung: was er von uns und von dem, was wir tun, hält. Herr, nicht jeder kennt uns. Wir leben in einer Generation, die nach mehr Zeichen sucht. Sende uns dein Geschenk des Glaubens, damit wir wirklich glauben und so gerettet werden.

2. Persönliche Überzeugungen. Jesus hatte drei kurze Jahre, um sein Blut für unsere Erlösung zu vergießen und die Kirche zu gründen. Um die Kirche zu gründen, musste er einige raue Fischer verändern. Er musste sie dazu bringen, fest an seine Gottheit und seine Sendung zu glauben, damit sie sein Werk der Erlösung nach seinem Tod fortführen konnten. Jesus hatte gerade einige Zeit im Gebet verbracht, und er wusste, woher die Veränderung kommen würde. Wie weit hatten seine Jünger es geschafft, ihre Herzen für das Werk des Vaters zu öffnen? „Für wen haltet ihr mich?“ Petrus ergreift die Gelegenheit. Er hätte es nicht präziser und exakter sagen können: „Für den Messias Gottes.” Wie ist es bei mir? Wer ist Jesus für mich? Ist er wirklich mein Messias und Erlöser? Predige ich anderen seine Wahrheit durch mein Leben und meine Worte? Ich möchte ein glühenderer Apostel deines Reiches werden, Herr. Gib mir überzeugende Worte und Taten, damit andere dich als den Messias Gottes erkennen.

3. Die Pharisäer haben es nicht verstanden. Damit man Petri Glaubensbekennntnis nicht falsch verstehe, entschied Jesus, den Begriff zu definieren. „Messias“ bedeutet: „Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.“ Die Pharisäer stellten sich unter dem Messias etwas ganz anderes vor. Sie dachten, dass der Messias sie von der römischen Besatzung befreien würde. Sie hatten nicht verstanden, dass die sklavische Abhängigkeit von Rom nichts war im Vergleich zur sklavischen Abhängigkeit von der Sünde und vom „Fürst dieser Welt“. Wenn wir die Sünde und Satan heute besiegen wollen, gibt es nur einen Weg: das Kreuz. Jesus ist der Retter der Welt. Durch sein Leiden und Sterben ist er zur Lösung all unserer Probleme geworden. Deshalb sagt er uns: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Lk 9,23).

Gespräch mit Christus:  Herr, ich fürchte das Kreuz mit jeder Faser meines Seins, aber nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Ich weiß, dass am Ende alles gut werden wird, wenn du bei mir bist. Ich möchte ein besserer Apostel deines Reiches sein.

Vorsatz:   Trotz allen Widerstandes, dem ich begegnen mag, werde ich heute jede Begegnung mit anderen zu einer Gelegenheit machen, meinen Glauben mit ihnen zu teilen und sie näher zu Gott zu bringen.


Das Geschenk des Glaubens

26. September 2009

Samstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Christopher Scroggin LC

Lk 9,43b-45
Alle Leute staunten über das, was Jesus tat; er aber sagte zu seinen Jüngern: Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden. Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, so dass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.

Einführendes Gebet:   Herr, du bist der Urheber des Lebens und der Spender alles Guten. Du bist der Fürst des Friedens und mein Halt. Du bist mein Heiland und das Heilmittel selbst. Ich brauche dich und ich muss mich dir hingeben. Ich liebe dich und übergebe mich ganz dir, weil ich weiß, dass du mich niemals im Stich lässt und mich niemals enttäuschen wirst. Ich danke dir für die Gabe deiner selbst.

Bitte:  Herr Jesus, stärke meinen schwachen Glauben und führe mich auf deinen Pfaden.

1. Blinder Glaube an die Wissenschaft. Es gibt so viele alltägliche Dinge, die wir für selbstverständlich ansehen. Wir glauben blind an die Elektrizität in einem Raum, an die gewaltige Technik in einem Wolkenkratzer, um nur zwei Beispiele zu nennen. Alles kommt uns selbstverständlich vor. Wir denken nicht viel darüber nach. Wir vertrauen darauf, dass alles immer funktioniert. Wenn unser „Glaube“ über die Grenze des erfahrungsgemäßen Wissens, wie Elektrizität und Technik, hinausgeht in den Bereich des Geistigen, stoßen wir auf Hindernisse für unseren Glauben.

2. Übernatürlicher Glaube. Man kann Jesu Aussage über sein Leiden und seinen Tod in diesem Evangelium nur mit einem „übernatürlichen Glauben“ verstehen. Dieser Glaube ist ein Geschenk, das wir in großer Demut von Gott erbitten müssen, damit es Licht auf unser ganzes Leben wirft. Glaube führt zu größerem Wissen als rein menschliche Kenntnisse. Im Vertrauen auf Jesus wollen wir ihn um diesen Glauben bitten.

3. Angst, zu fragen. Die Jünger im heutigen Evangelium trauten sich nicht, Jesus eine Frage zu stellen. Nach etwas fragen, was wir nicht verstehen, ist nicht unbedingt schlecht: es ist ganz normal und zeigt eine kindliche Haltung. Christus hat immer eine Antwort auf unsere Fragen – eine „verstehbare“ Antwort -, selbst wenn wir sie nicht vollkommen verstehen können. Denn Christus möchte nicht, dass wir seine Lehre und seine Werte nur passiv annehmen. Er möchte, dass wir sie frei annehmen, nicht so sehr, weil wir sie vollkommen verstehen, sondern eher, weil wir dem Gott vertrauen und ihn lieben, der sich uns selbst geoffenbart hat und uns so sehr liebt.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, es ist so einfach für mich, mein Leben nur von einem rein menschlichen Standpunkt aus zu betrachten. Gewähre mir einen festen Glauben, damit ich alle Dinge aus deiner Sicht sehe. Mein Glaube möge meinen Weg alle Tage meines Lebens erleuchten.

Vorsatz:   In meinem Gebet heute werde ich in aller Demut um das Geschenk des Glaubens an Jesus Christus bitten.