Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 12. Juli 2009 bis Samstag 18. Juli 2009

Fünfzehnte Woche im Jahreskreis

P. Jason Clark LC, P. Shawn Aaron LC und P. Eugene Gormley LC

Lernen, seinem Willen zu folgen Sonntag
Die Forderungen der Liebe Montag
Geschenke und Verantwortung Dienstag
Echte Weisheit Mittwoch
Das Joch des Friedens Donnerstag
Sonntagsgottesdienst und Dienst am Sonntag Freitag
Ein unauslöschliches Feuer Samstag


Lernen, seinem Willen zu folgen

12. Juli 2009

Fünfzehnter Sonntag im Jahreskreis

P. Jason Clark LC

Mk 6,7-13
Jesus rief die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben, und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen. Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich, und ich glaube, dass ich deinem Willen in allem, was du für mich vorgesehen hast, folgen soll. Bitte hilf mir, dass ich meine Hoffnung auf all das setze, was du heute für mich geplant hast. Hilf mir, nicht auf die geschaffenen Dinge zu hoffen, sondern auf deinen heiligen Willen. Herr, ich liebe dich und ich möchte dich mit größerer Innigkeit lieben. Öffne mein Herz, damit ich deinen Willen mit Großzügigkeit und Freude beantworte.

Bitte:  Herr, hilf mir, deine Botschaft durch mein Reden und mein Tun zu verbreiten.

1. Jeweils zwei gemeinsam. Jesus sandte die Apostel nicht als isolierte Individuen aus, sondern jeweils zu zweit. Jesus wollte ihnen zu verstehen geben, dass sie als Einzelner nicht stark genug sein würden. Als Einzelner würden sie Angriffen gegenüber anfällig sein. Sie würden eher den Versuchungen unterliegen und leicht entmutigt sein. Die Jünger Jesu waren in ihrer Mission nicht allein und auch wir sind es nicht. Die Mission der Nachfolge Christi kann manchmal schwierig sein. Jesus weiß das und er schickt uns Menschen, die uns auf unserem Weg unterstützen und helfen. Wir sollten erkennen, dass wir auf die Hilfe anderer angewiesen sind und dass auch andere unserer Hilfe bedürfen. Wir sind nicht allein!

2. Nehmt nichts mit. Jesus wollte, dass die Jünger erkennen, dass er selbst für die große Mission verantwortlich ist. Jesus empfiehlt ihnen, Dinge zuhause zu lassen, die wir normalerweise als wesentliche Bestandteile für jede Reise betrachten würden. Das war eine radikale Lektion für die Jünger, so wie sie es auch für uns ist. Jesus will nicht, dass wir auf uns selbst vertrauen, auf die neueste, fortschrittliche Technik, oder auf andere Methoden oder Dinge, die wir erfinden, die wir uns ausdenken, um unsere Sicherheit oder unseren Erfolg zu garantieren. Er selbst ist der Ursprung jedes Erfolges in unserem Leben und er allein kann uns wahre Sicherheit verschaffen. Jesus lehrt die Jünger, außer ihm nichts mit auf die Reise zu nehmen.

3. Sie machten sich auf den Weg. Die Apostel machten sich auf den Weg, um zu predigen und Kranke zu heilen. Sie vertrauten auf Jesus und die Mission, mit der er sie betraut hatte. Während ihrer Arbeit erkannten sie, dass ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt waren. Die Menschen, denen sie auf ihrem Weg begegneten, waren ihnen gegenüber offen. Sie stellten fest, dass sie das Leben der Mitmenschen ändern konnten. In unserem eigenen Leben ist es selten, dass die Menschen gegenüber der Botschaft Christi offen sind, diese auch eifrig anhören und dann ihr Leben ändern wollen. Wir erfahren oft eine feindliche Gesinnung und treffen auf Widerstand. Ob wir nun bei der Verkündigung des Reiches Gottes Erfolg oder Misserfolg haben, wir müssen auf ihn vertrauen und uns daran erinnern, dass wir dazu berufen sind, treu zu sein, selbst dann, wenn wir nach rein menschlichen Maßstäben nicht erfolgreich sind.

Gespräch mit Christus:  Herr, du hast mich mit der Mission betraut, deine Frohe Botschaft meiner Familie, meinen Freunden und Kollegen und jedem, dem ich begegne, weiterzugeben. Hilf mir, dieser Mission treu zu bleiben und dass ich sie nicht meinen Vorlieben anpasse, sondern sie gemäß deinem Willen erfülle.

Vorsatz:   Ich will heute meine Gebete großzügig und treu erfüllen.


Die Forderungen der Liebe

13. Juli 2009

Montag der fünfzehnten Woche im Jahreskreis

P. Shawn Aaron LC

Mt 10,34-11,1
Jesus sprach zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist - amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.
Als Jesus die Unterweisung der zwölf Jünger beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen.

Einführendes Gebet:   Allmächtiger und ewiger Gott, ich bitte dich um neue Kraft, damit ich mutig sein kann wie Christus unser Hirte. Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich und will dich von ganzem Herzen, ganzer Seele, mit all meinen Gedanken und all meiner Kraft lieben. Ich sehne mich danach, eines Tages in die Gemeinschaft der Heiligen im Himmel aufgenommen zu werden, wo dein Sohn Jesus Christus lebt und herrscht mit dir und dem Heiligen Geist, Ein Gott in alle Ewigkeit.

Bitte:  Jesus, ich will so lieben, wie du mich geliebt hast.

1. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Wer selbstgefällig ist nimmt die aktuellen Gefahren und eigenen Fehler nicht wahr und wird so selbstzufrieden. Das ist ein falscher Friede, sogar ein schädlicher Friede. Das ist ein Friede in Selbstzufriedenheit, der uns einlullt und den Verlust solcher Dinge zur Folge haben kann, die im Leben wirklich höchst wertvoll sind: Gott, Glaube, Familie etc. … Jesus kommt, diesen falschen Frieden zu beenden, indem er die Tische unseres Lebens umstößt (vergleiche Joh 2,15) und sich bemüht, uns auf die Gefahren aufmerksam zu machen, vor denen uns unser falscher Friede blind gemacht hat. So wie er die Schafe und Rinder aus dem Tempel hinaustrieb, genau so will er äußere Umstände, Prüfungen und Schwierigkeiten als sein „Schwert“ benutzen, um all das aus unserem Leben zu vertreiben, was der Güte Gottes und unserer eigenen Würde entgegensteht.

2. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Mit diesem Ausspruch beginnen wir, eine leise Ahnung von der Art des Schwertes zu bekommen, das der Herr gebraucht. Er gibt uns einen Maßstab, der vom Himmel nach unten reicht, weil er uns von der Erde nach oben zu erheben versucht. Welche natürliche Beziehung ist enger als die zwischen Eltern und Kind, besonders zwischen einer Mutter und ihrem Kind? Aber auch diese Verbindung muss hinter der Liebe, die wir Gott entgegenbringen, zurückstehen. Warum? Weil kein Geschöpf, nicht einmal unsere Eltern, uns zur Fülle des Lebens und des Glücks bringen kann, die allein von Gott kommt. Gott will, dass wir ihn lieben, nicht weil er unsere Liebe braucht, sondern weil wir ihn brauchen. Er ist die objektive Wirklichkeit, und wir müssen uns stets von der subjektiven zur objektiven Wirklichkeit bewegen, wenn wir im Besitz der Wahrheit sein wollen. Jesus lädt uns ein, unsere Maßstäbe, die mehr auf das Irdische und Vergängliche ausgerichtet sind, auf das Übernatürliche und Unvergängliche auszurichten.

3. Und wer einem auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt … Wenn man dem (der) Geringsten unserer Brüder und Schwestern einen Becher Wasser gibt, wird es nicht unbelohnt und deshalb nicht unbemerkt bleiben. Auf diese Weise zeigt uns Jesus, dass er uns nicht aufruft, Gott mit einer Liebe zu lieben, die andere ausschließt. Die Forderung, Gott auf den ersten Platz zu setzen, schließt nicht die Liebe zur Mutter oder zum Vater, zur Schwester oder zum Bruder aus. Sobald wir Gott so lieben, wie er es verdient, werden wir lernen, andere wirklich so zu lieben, wie sie es verdienen. Tatsächlich erwerben wir eine Vorstellung von Gott, den wir nicht sehen können, dadurch, dass wir unseren Nächsten lieben, den wir sehen.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, dir nachzufolgen fordert all meine Kräfte, aber manchmal scheint es, dass ich nicht die Kraft habe zu geben, was du verlangst. Hilf mir, mit dir im Gebet und durch die Sakramente innig verbunden zu bleiben, um so die Gnade zu erhalten, nach dem Maßstab der Liebe und der Großzügigkeit zu leben, den du verlangst. Mutter, du Reine, lass mein Herz nur für Jesus schlagen.

Vorsatz:   Heute will ich mich dreimal selbst verleugnen und dies für denjenigen aufopfern, der Gebete braucht.


Geschenke und Verantwortung

14. Juli 2009

Dienstag der fünfzehnten Woche im Jahreskreis
Sel. Kateri Tekakwitha, Jungfrau

P. Shawn Aaron LC

Mt 11,20-24
Dann begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan. Ja, das sage ich euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann stünde es noch heute. Ja, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dir.

Einführendes Gebet:   Gott unser Vater, du bist mein Schutz gegen die brennende Hitze des Tages und die Stürme des Lebens. Ich weiß, dass ich mit deiner Hilfe rechnen kann, wenn ich stolpere, dass du mich festhältst, wenn ich falle, und dass du meine Schritte im Glauben sicher der Verheißung des ewigen Lebens entgegenführst.

Bitte:  Jesus, hilf mir, dich mit aufrichtigem Herzen zu suchen.

1. Jesus begann, den Städten Vorwürfe zu machen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man mehr anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen (vergleiche Lk 12,48). Mit jedem Segen steigt der Grad der Verantwortung. Die mächtigen Wunder, die er in diesen Städten tat, wurden in Israel nicht von jedem gesehen, geschweige denn von der Welt. Deshalb haben diejenigen, die sie sehen, eine größere Verantwortung als die, die sie nicht sehen. Jesus macht Ihnen Vorwürfe, um sie wachzurütteln. Wenn die Wunder sie nicht zu einem tieferen Glauben gebracht haben, dann vielleicht die Ermahnung, dass sie eines Tages verantwortlich vor Gott sein werden. Habe ich auch eine ähnliche Furcht vor Strafe notwendig, damit ich von meinen Sünden ablasse, oder bin ich mehr darauf konzentriert, Gott in den kleinen Dingen meines Alltags zu gefallen?

2. Weil sie sich nicht bekehrt hatten. Alle Zeichen von Jesus haben die Umkehr des Herzens zum Ziel. Schon im Alten Testament waren die Zeichen und Wunder, die Jahwe tat, dazu bestimmt, Israel eine Antwort des Glaubens und Vertrauens zu entlocken. Die Gefahr für Israel, für die Zuhörer von Jesus und ebenso für uns besteht darin, dass man sich an die Zeichen gewöhnt und mehr Zeichen fordert, wodurch die Zeichen ihren Sinn– eine Neuausrichtung unseres Lebens von der Selbstbezogenheit zur Christusbezogenheit - verlieren. Wie Herodes wollen wir uns an den Wundern von Jesus ergötzen, aber unser Leben wollen wir nicht ändern. Jesus tut niemals ein Wunder, um zu beeindrucken, sondern nur, um ein Herz zu Gott zu bekehren oder es in eine innigere Vereinigung mit ihm zu bringen.

3. Ja, das sage ich euch: es wird ihm nicht so schlimm ergehen ... Aus dieser strengen Rede können wir viel lernen: erstens: wir werden nach unseren Taten und Unterlassungen gerichtet; zweitens: das Urteil Gottes hat verschiedene Abstufungen. Da Gott alles sieht und vollkommen versteht, wird sein Urteil objektiv sein. Diejenigen, die weniger wussten, werden weniger streng beurteilt. Mit anderen Worten, Sodom, Tyrus und Sidon werden tatsächlich verurteilt, aber entsprechend dem Naturgesetz, nicht jedoch nach dem christlichen Glauben, zu dem sie damals noch keinen Zugang hatten. Schließlich können wir daraus, wenn auch nicht abschließend, folgern, dass es unterschiedliche Abstufungen im Himmel und in der Hölle geben wird, die sich danach richten, wie gut unsere Taten mit dem übereinstimmten, was wir als wahr und gut erkannt haben. Dieses Wissen sollte uns antreiben, gegenüber Gott großzügiger zu sein und mehr auf die Dinge von oben zu achten. Unser Herr wird unsere kleinsten guten Taten wunderbar belohnen.

Gespräch mit Christus:  Lieber Herr, öffne meine Augen für das unablässige Handeln deiner Gnade in meinem Leben. Lass niemals zu, dass ich selbstgefällig werde oder das wunderbare Geschenk des Glaubens unterbewerte. Ich danke dir, dass du mich an die Bedeutung meiner täglichen Entscheidungen erinnerst. Mutter, du Reinste, lass mein Herz nur für Jesus schlagen.

Vorsatz:   Heute will ich jemandem von Jesus erzählen und meine Worte auf die Ehrlichkeit gründen, mit der ich meine christlichen Pflichten erfülle.


Echte Weisheit

15. Juli 2009

Mittwoch der fünfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Bonaventura, Bischof und Kirchenlehrer

P. Shawn Aaron LC

Mt 11,25-27
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

Einführendes Gebet:   Allmächtiger und ewiger Gott, ich bitte dich um neue Kraft, damit ich mutig sein kann wie Christus unser Hirte. Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich und will dich von ganzem Herzen, ganzer Seele, mit all meinen Gedanken und all meiner Kraft lieben. Ich sehne mich danach, eines Tages in die Gemeinschaft der Heiligen im Himmel aufgenommen zu werden, wo dein Sohn Jesus Christus lebt und herrscht mit dir und dem Heiligen Geist, Ein Gott in alle Ewigkeit.

Bitte:  Jesus, hilf mir, dich mit aufrichtigem Herzen zu suchen.

1. Du hast all das den Weisen und Klugen verborgen. Weisheit, Erkenntnis und Einsicht sind drei von den sieben Gaben des Heiligen Geistes. Klug und weise zu sein kann hier nicht gemeint sein. Jesus spricht hier von denen, deren Stolz und übertriebenes Selbstbewusstsein sie ihrer eigenen Meinung nach weise und klug machen, und das auch zu ihrem eigenen Nutzen. Die Geheimnisse Gottes sind vor ihnen folglich vollkommen verborgen, weil sie ihr Herz und ihre Sinne nur auf sich selbst als den höchsten Wert ausrichten: „Je größer ein Wesen ist, umso mehr will es über sein eigenes Leben bestimmen. Es will immer weniger abhängig sein und so selbst eine Art Gott sein, der niemand anderes braucht. Hier entsteht dieser Wille zur Unbedürftigkeit, den wir Hochmut nennen.“ (Kardinal Joseph Ratzinger, Gott und die Welt, S. 135). Am Ende sind sie es, die die Tür zu Gott verschlossen haben, aber Gott wird niemals die Tür vor uns verschließen.

2. Den Unmündigen aber hast du es offenbart. In demselben Evangelium wird Jesus diese Grundwahrheit später mit anderen Worten nochmals bestätigen, wenn er sagt: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ (Mt 18,3). Auch als Erwachsene dürfen wir nicht aufhören, wie Unmündige zu sein, unkompliziert und in angemessener Weise abhängig. Kinder sind von Natur aus nicht schwierig und hinterlistig. Erst mit der Zeit lernt man, sich hinter einer Maske zu verstecken und Listen zu entwickeln. Nach und nach beginnen wir, berechnend zu werden, Ausflüchte zu gebrauchen, unsere Großzügigkeit abzumessen und von der Schlichtheit und der Gradlinigkeit des Weges, den Gott vorgezeichnet hat, abzuirren. Wir müssen uns bemühen, aufrichtig zu unserem Herrn und aufrichtig zu uns selbst zu sein, indem wir danach streben, ihm über alles zu gefallen. Misserfolg im Leben ist unserer Unlauterkeit, diesem Fehlen hoher Gesinnung und äußerster Treue zuzuschreiben, wobei diese Tugenden notwendig sind, um das ehrenhaft zu erfüllen, worum der Herr uns bittet.

3. …Und der, dem es der Sohn offenbaren will. Die Kenntnis vom Vater ist das höchste Gut, das der Mensch besitzen kann, weil sie der tiefsten Sehnsucht im menschlichen Herzen nach Glück entspricht. Der heilige Thomas von Aquin sagt uns, dass Glück die Erkenntnis ist, dass wir das Gut besitzen, das wir suchen. Wir nennen die vollkommene Kenntnis des Guten, das wir besitzen, „Himmel“, der unser letztes Ziel in unserem Leben ist. Wem würde Jesus den Vater nicht offenbaren wollen? Gab es jemals einen Menschen, dem Jesus nicht wünschte, den Vater zu kennen und im Himmel zu sein? Die Taten Jesu – seine Predigten, seine Opfer und sein Tod am Kreuz – zeigen, dass er den Vater jedem offenbaren will. Doch gefällt es ihm, Sie und mich auszuwählen, ihm dabei zu helfen, dieses Ziel zu erreichen. Wünschen wir uns wirklich, dass jeder den Vater kennt und in den Himmel kommt? Unser Handeln wird bereits diese Frage für uns beantworten.

Gespräch mit Christus:  Liebster Herr, schenke mir die Weisheit und Klugheit, die von der Einheit mit dir kommen, während ich das kindliche Wesen beibehalte, das du verlangst. Hilf mir, dass ich mich auf dich wie ein liebendes Kind verlasse. Mutter, du Reinste, lass mein Herz nur für Jesus schlagen.

Vorsatz:   Heute will ich in dem Brief an die Philipper die Verse 5-11 im 2. Kapitel lesen und betrachten.


Das Joch des Friedens

16. Juli 2009

Donnerstag der fünfzehnten Woche im Jahreskreis

P. Shawn Aaron LC

Mt 11,28-30
Jesus sprach: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

Einführendes Gebet:   Allmächtiger und ewiger Gott, ich bitte dich um neue Kraft, damit ich mutig sein kann wie Christus unser Hirte. Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich und will dich von ganzem Herzen, ganzer Seele, mit all meinen Gedanken und all meiner Kraft lieben. Ich sehne mich danach, eines Tages in die Gemeinschaft der Heiligen im Himmel aufgenommen zu werden, wo dein Sohn Jesus Christus lebt und herrscht mit dir und dem Heiligen Geist, Ein Gott in alle Ewigkeit.

Bitte:  Herr Jesus, sanftmütig und demütig von Herzen, hilf mir, dein Joch auf mich zu nehmen.

1. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Wenn du täglich darum ringst zu tun, was moralisch richtig ist, auch wenn die Menschen in deiner Umgebung den einfachen Weg vorziehen, dann komm zu Jesus. Wenn im Leben selbstsüchtiges Vergnügen und verbotener Gewinn als überaus erstrebenswert erscheinen, dann komm zu Jesus. Wenn dich dein sündiges Verhalten und deine Charakterschwächen so belasten, dass sie deine Berufung zur Ehe, als Eltern, als Freund, als geweihte Seele, als Christ(in) beeinflussen, dann komm zu Jesus. Wenn das Leben ungerecht und Gott bestenfalls fern zu sein scheinen, dann komm zu Jesus. Er verweist uns nicht auf eine Reihe von Grundsätzen und edlen Tugenden, sondern einzig auf seine Person. Wir folgen nicht Vorschriften um der Vorschriften willen. Wir folgen Jesus. Nur wenn wir zuerst zu ihm gekommen sind, werden wir die notwendigen Vorschriften verstehen, die helfen, den hohen Wert dieser Beziehung zu schützen.

2. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir. Der heilige Paulus ermahnt die Galater, in Christi Frieden zu leben: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen“ (Gal 5,1). Doch in seinem Brief an die Epheser fordert uns der heilige Paulus auf, Sklaven Christi zu sein und mit aufrichtigem Herzen den Willen Gottes zu tun (vergleiche Eph 6,5). Ein Sklave zu sein bedeutet, dass ich mich dem Willen eines anderen füge oder ich einem, der in gewisser Weise stärker ist als ich, (widerwillig) untergeordnet bin. Wer Sklave einer Leidenschaft, Eitelkeit, der Selbstsucht oder eines anderen Lasters ist, ist diesem Laster ausgesetzt, wie etwas, das stärker ist als man selbst. Aber Jesus nennt uns Freunde und nicht Sklaven (vergleiche Joh 15,14-15). Ein „Sklave“ Christi zu sein bedeutet, ihm freiwillig mein Leben anzuvertrauen mit der Absicht, ihm dahin zu folgen, wohin er mich führt. Die Erfahrung zeigt, dass er uns immer auf den Weg führt, der uns Glück und Erfüllung bringt, auch wenn er das Kreuz bereithält.

3. So werdet ihr Ruhe für eure Seele finden. Das Wort „Ruhe“ bedeutet in diesem Zusammenhang nicht das Ende von Arbeit und Kampf, sondern Seelenfrieden, Freude und tiefgründiges Glück. Das ist die Ruhe, die wir alle ersehnen, die Ruhe, die eines Tages ununterbrochen in der Glückseligkeit des Himmels herrschen wird. Wir haben Einzelne getroffen, die diesen Frieden und diese Freude trotz ihrer jeweiligen Lebensumstände erfahren haben. Wir müssen aber beachten, dass Jesus nicht versprochen hat, uns die schweren Lasten, die Prüfungen oder die Leiden abzunehmen. Aber wenn wir sein Joch auf uns nehmen, wenn wir uns seinem Plan, seinem Willen und seiner Liebe fügen, garantiert er uns die Freude. Wenn wir es noch niemals erlebt haben, dann sollten wir heute beginnen; geben wir ihm das, von dem wir in unserem Herzen wissen, dass er uns darum bittet. Obwohl das Joch zuerst schmerzt, wie jedes Joch, bringt es die Helligkeit des Friedens und die Leichtigkeit der Freude.

Gespräch mit Christus:  Heiliger Herr, du führst mich zum ewigen Frieden, ich muss dir nur folgen; aber dir zu folgen, scheint nicht immer einfach zu sein. Gib mir vor allem das, was du von mir verlangst: Glaube, Großzügigkeit, Mut, Vertrauen und Liebe. Mit diesen Gaben und deiner Gnade werde ich die nötige Kraft für die Reise haben.

Vorsatz:   Heute will ich ein Gesätz des Rosenkranzes zusätzlich für die Personen beten, die am weitesten von Jesus entfernt sind.


Sonntagsgottesdienst und Dienst am Sonntag

17. Juli 2009

Freitag der fünfzehnten Woche im Jahreskreis

P. Eugene Gormley LC

Mt 12,1-8
In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger hatten Hunger; sie rissen deshalb Ähren ab und aßen davon. Die Pharisäer sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren - wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die heiligen Brote aßen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften? Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen? Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel. Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt; denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.

Einführendes Gebet:   Allmächtiger und ewiger Gott, ich bitte dich um neue Kraft, damit ich mutig sein kann wie Christus unser Hirte. Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich und will dich von ganzem Herzen, ganzer Seele, mit all meinen Gedanken und all meiner Kraft lieben. Ich sehne mich danach, eines Tages in die Gemeinschaft der Heiligen im Himmel aufgenommen zu werden, wo dein Sohn Jesus Christus lebt und herrscht mit dir und dem Heiligen Geist, Ein Gott in alle Ewigkeit.

Bitte:  Herr, hilf mir, jeden Sonntag zu einem besonderen Tag für mich und meine Familie zu machen.

1. Die Jünger waren hungrig. Es war Sabbat, ein Tag der Ruhe. Die Jünger hatten eine schwere und arbeitsreiche Woche hinter sich, und sie waren hungrig. Jesus erlaubte ihnen, auf den Feldern nach etwas Essbarem zu suchen. Sie hätten auch entmutigt darüber sein können, dass keine richtige Mahlzeit auf sie wartete. Sie waren aber an schwere Zeiten gewöhnt. Sie waren sehr beschäftigt, weil es viel zu tun gab. Es gab nicht viel „Freizeit“. Christus wirkte auch an den Wochenenden; seine Sendung hörte nicht auf. Die Jünger gehörten zu Jesus und nahmen an seiner Sendung teil. Das machte alle ihre Opfer wertvoll und gab ihnen die nötige Kraft, sie zu bewältigen. Wenn wir auf Christus vertrauen und uns mit ihm verbinden, können wir inmitten von Prüfungen geduldig und ruhig bleiben.

2. Die Pharisäer stellen Jesus zur Rede. Der Sabbat war festgesetzt worden, damit sich das jüdische Volk an seinen besonderen Bund mit Gott erinnern und darüber nachsinnen sollte. Gott hatte sie aus der Sklaverei befreit und hatte ihnen Ruhe verschafft. Die Pharisäer waren allerdings mehr damit beschäftigt, was man am Sabbat nicht tun darf, statt darauf zu achten, was man tun sollte.Wir sollten uns am Sonntag damit beschäftigen, was wir tun sollten, um Jesus würdig zu empfangen. Dann würden uns zweitrangige Dinge nicht vom Wesentlichen ablenken. Unsere Beziehung zu Gott ist eine ganz besondere. Er hat uns von der Sklaverei befreit. Er fährt fort, uns zu lieben und bittet uns, ihn und die anderen von ganzem Herzen zu lieben. Denke ich am Sonntag an meinen Bund mit unserem Herrn? Bin ich für alles Gute, das er für mich getan hat und immer noch tut, dankbar? Steht Gott am Sonntag für mich an erster Stelle?

3. Der Sonntagsgottesdienst. Christus lehrte seine Jünger viel über seine Sendung. Sie begriffen, schätzten und lebten sie immer mehr. Er lehrte sie, an der Liturgie des Sabbats eifrig teilzunehmen, aber auch für die Nöte anderer offen zu bleiben, auch am Sabbat. Gutes zu tun, ist nach dem Gesetz an jedem Tag der Woche erlaubt, besonders am Tag des Herrn. Christus heilte den Mann mit der verdorrten Hand am Sabbat, er speiste seine Jünger am Sabbat und er heilte eine Frau mit krummem Rücken an einem Sabbat. Die Nächstenliebe wird uns Anregungen geben, anderen Gutes zu tun, sogar an einem Sonntag. „Sonntagsgottesdienst“ und „Dienst-am-Sonntag“ gehören zusammen. Verwende ich meinen Sonntag, oder zumindest einen Teil davon, dazu, denen Ruhe zu bringen, die sie am meisten brauchen? Wie kann ich an diesem Tag den Armen und Außenseitern helfen? Wie kann ich die Haltung des Dienens meinen Kindern nahebringen?

Gespräch mit Christus:  Herr, du willst dich mir in deinem Wort und deinem Leib in jeder Sonntagsmesse und jeder Messe, die ich unterhalb der Woche besuche, schenken. Gib mir immer diesen Hunger nach dieser Begegnung mit deiner Liebe und der Freundschaft mit dir. Möge ich anderen mit derselben Liebe dienen, wie du mir dienst. Möge der Sonntag der wichtigste Tag für mich und meine Familie sein.

Vorsatz:   Der kommende Sonntag soll ein Tag der Anbetung und der Erholung sein. Ich will versuchen, jemandem etwas Gutes zu tun, und ich will jemandem helfen, den Sonntagsgottesdienst von Neuem zu besuchen.


Ein unauslöschliches Feuer

18. Juli 2009

Samstag der fünfzehnten Woche im Jahreskreis

P. Shawn Aaron LC

Mt 12,14-21
Die Pharisäer aber gingen hinaus und fassten den Beschluss, Jesus umzubringen. Als Jesus das erfuhr, ging er von dort weg. Viele folgten ihm, und er heilte alle Kranken. Aber er verbot ihnen, in der Öffentlichkeit von ihm zu reden. Auf diese Weise sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Seht, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Völkern das Recht verkünden. Er wird nicht zanken und nicht schreien, und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat. Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.

Einführendes Gebet:   Gott unser Vater, du gabst uns deinen Sohn, um uns zu deinen Kindern zu machen. Ich glaube und hoffe, dass ich zum festen Glauben an ihn durch die Schule des Evangeliums gelange. Ich danke dir für deine bedingungslose Liebe. Ich schenke dir als Antwort meine Liebe, weil ich weiß, dass du diese Liebe freudig willkommen heißt.

Bitte:  Jesus, mach mein Herz wie dein Herz aufmerksam für die Nöte der anderen.

1. Als Jesus das erfuhr, ging er von dort weg. Das ist hier für uns eine wichtige Lektion: Es ist noch nicht seine „Stunde“, deshalb erzwingt Jesus sie nicht. Jesus verspottet die Pharisäer nicht, noch provoziert er einen unnötigen Konflikt. Wenn Jesus eine Person herausfordert, dann deshalb, um sie zu einer tieferen Selbsterkenntnis und letztlich zu einer Umkehr des Herzens und des Lebens zu veranlassen. Er tat dies bei mehreren Gelegenheiten mit denselben Schriftgelehrten und Pharisäern. Aber jetzt ist nicht die Zeit, sich mit ihnen auf Streitgespräche einzulassen; ihre Herzen sind verschlossen und sie wollen ihn nicht anhören. Wenn es einmal Meinungsverschiedenheiten (vielleicht auch mit einem(r), den (die) wir lieben) gibt und die Emotionen auf einmal hochkommen, wird klar, dass eine oder beide Seiten nicht bereit sind, die Wahrheit zu akzeptieren; dann ist es klug, sich liebevoll und demütig zurückzuziehen, bis unsere Herzen wieder mehr bereit sind zuzuhören.

2. Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen. Die Bemerkung von Matthäus in diesem Abschnitt ist ganz aufschlussreich: „Viele folgten ihm, und er heilte alle Kranken.“ Wir dürfen uns nicht vorstellen, dass alle Heilungen physischer Natur waren. Jesus ist so „sanftmütig und bescheiden“, dass jeder fühlte, dass er sich ihm nähern kann. Wenn ein geknicktes Rohr zu Jesus kommt – ein Mensch, vom Leben, von Prüfungen und seiner eigenen Sünde arg mitgenommen – dann will er vor allem seine Seele heilen. Bis auf den heutigen Tag nimmt er sich unaufhörlich derer an, die zerbrochen sind, und richtet sie wieder auf. Er ist der gute Arzt, der die Wunden verbindet, so dass der Mensch geheilt wird. Im Licht dieses Verhaltens erkennen wir den Gegensatz zwischen den Pharisäern, die ihn zu töten suchen, und Jesus, der fortfährt, allen, die zu ihm kommen, Leben zu geben.

3. Den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. Alles, was Jesus braucht, um das Leben eines Menschen zu ändern, ist ein bisschen glimmende Asche des Glaubens und der Hoffnung.. Beispielsweise können wir keinen Menschen zwingen, uns zu lieben oder uns zu trauen. Gott respektiert auch selbst genau die Freiheit, die er uns anvertraut hat. Trotzdem gibt unser Herr dem Menschen einen forschenden Verstand und ein suchendes Herz. Deshalb können wir sagen, dass der Mensch von Natur aus religiös ist, und zwar von Anbeginn an. Atheisten wurden nicht als solche geboren; sie wurden es aufgrund eigener Wahl. In der menschlichen Seele stellt uns Gott bereits ein Anzündholz für Glauben, Hoffnung und Liebe bereit. Sobald wir getauft sind, kann dieses Anzündholz ein unauslöschliches Feuer werden. Es kann jedoch vernichtet werden, wenn wir es unachtsam den Winden und Wellen einer ungezügelten Selbstsucht sowie säkularen, ungläubigen und absichtlichen Zweifeln aussetzen. Egal, wie weit wir glauben, dass wir uns von ihm entfernt haben, wenn wir uns einfach zu Jesus hinwenden, werden wir feststellen, dass er bereits auf uns schaut.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, du siehst und weißt, was aus mir wird, wenn ich mit dir im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe verbunden bleibe. Stärke in mir die Sehnsucht, im Gebet mit dir so vereint zu bleiben, dass ich dich in der Liebe nachahme. Hilf mir, mit dir zu werden, was ich ohne dich niemals werden kann. Mutter, du Reinste, lass mein Herz nur für Jesus schlagen.

Vorsatz:   Heute will ich jemandem helfen, der neuen Mut braucht und der jemanden braucht, der ihm zuhört.