Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 10. Mai 2009 bis Samstag 16. Mai 2009

Fünfte Woche in der Osterzeit

P. Edward Hopkins LC und P. Patrick Langan LC

Wie wir in Ihm bleiben können Sonntag
Heiliger Geist Montag
Die Gefahr, ausgenutzt zu werden Dienstag
Sich von allein losreißen Mittwoch
In der Kirche bleiben Donnerstag
Das Gebot der Liebe Freitag
Evangelisieren Samstag


Wie wir in Ihm bleiben können

10. Mai 2009

Fünfter Sonntag in der Osterzeit

P. Edward Hopkins LC

Joh 15,1-8
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, daß ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Einführendes Gebet:   Ich glaube an dich, Herr. Du bist mein Leben und der Ursprung all meines Glücks. Ich vertraue darauf, dass ich wachsen werde, wenn ich mir deine Eingebungen zu Herzen nehme und deine Gebote halte. Ich liebe dich, Herr. Ich opfere dir dieses Gebet auf, damit meine Liebe zu dir zunimmt und mein Leben in dir verwurzelt bleibt. Du bist meine Hoffnung und meine Stärke.

Bitte:  Ohne dich, Jesus, kann ich nichts bewirken. Herr, lass mich in dir bleiben.

1. „Wer nicht glaubt”. „Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat” (Joh 3,18). In der heutigen Zeit werden Wahrheit und Glauben als „relativ“ betrachtet. Jesus war aber sehr spezifisch und fordernd in seiner Lehre. Sind seine Worte für mich wertvoll und wichtig? Wie gut kenne ich meinen Glauben? Bemühe ich mich darum, studiere ich und beschütze ich ihn als das, wovon meine Rettung abhängt? Wie gut kann ich meinen Glauben anderen erklären? Die Märtyrer sind für den Glauben gestorben. „Wer durch den Glauben und Taufe Christus angehört, muss seinen Taufglauben vor den Menschen bekennen“ (Katechismus der Katholischen Kirche, 14).

2. „Wenn ihr meine Gebote nicht haltet“. „Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, ” (Joh 15,10). Es ist nicht genug, nur mit Herz und Verstand zu glauben oder Lippenbekenntnisse abzulegen. Wir müssen die Lehre Christi auch in unserem Leben ausleben. Jesus erinnert den reichen jungen Mann an die Gebote, als den ersten Schritt zum ewigen Leben (Mt 19,16-22) und auch der Hl. Paulus erinnert die ersten Christen daran: „Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden?” (1 Kor 6,9).

Das Leben Christi, das Leben des Weinstockes, besteht in Heiligkeit, Tugend und aufopfernder Liebe. Ich bleibe in ihm, wenn ich wachse. Wie sehr wachse ich in der Nachfolge Christi? In welchen Bereichen wünscht Jesus am meisten, dass ich wachse? Glaube ich, dass ich dies kann, wenn ich mit dem Weinstock verbunden bleibe? Oder glaube ich, dass ich es „ohne ihn” schaffen werde? „Wer an Christus glaubt, wird Kind Gottes. Diese Annahme an Kindes Statt gestaltet den Menschen um und lässt ihn dem Vorbild Christi folgen. Sie befähigt ihn, richtig zu handeln und das Gute zu tun. In Vereinigung mit seinem Erlöser gelangt der Jünger zur Vollkommenheit der Liebe, zur Heiligkeit“ (Katechismus der Katholischen Kirche, 1709).

3. „Wenn ihr nicht betet”. Der Hl. Petrus wurde von Christus gewarnt, dass er ohne das Gebet nicht treu bleiben würde. (Mt 26,41). Unser gesamtes moralisches Leben hängt von dem Grad unserer inneren Vereinigung mit Christus ab. „Durch die Gnade des Heiligen Geistes wird seine Person zur lebendigen inneren Richtschnur unseres Handelns.“ (Katechismus der Katholischen Kirche, 2074). Seine Gnade, Inspiration und Kraft machen es uns möglich, unsere Schwächen zu überwinden und den Willen das Vaters zu tun. Solange wir in unserem Gebet Gott nicht erfahren, wird unser Leben von Selbstsucht geleitet und beherrscht sein. Durch das Gebet, und in besonderer Weise durch die Sakramente, wird unsere Verbindung mit Christus gestärkt, werden unsere Handlungen von Liebe motiviert, unser Verstand mit seinen Worten erfüllt und unser Leben durch seine Gegenwart ermutigt.

In dieser geschäftigen Welt sind wir manchmal versucht, das Gebet auf spontane Akte des Glaubens oder dringende Hilferufe zu reduzieren. Wir sind zu sehr in Gewohnheiten festgefahren, um uns Zeit für Christus zu nehmen und so überlassen wir ihm nur die Reste. Erwarte ich mir, ohne entsprechender Hinwendung zum Gebet bedeutende apostolische Früchte zu gewinnen, apostolische Früchte für die immer wichtiger werdende Aufgabe, die Welt durch Christus zu verwandeln? Berücksichtige ich, im Lärm des Lebens, mein Bedürfnis für solide, ausschließliche und tiefe Augenblicke mit Christus? Jesus hat sich entschlossen, im Geschenk der Eucharistie bei mir zu bleiben. Wie oft bleibe ich bei ihm vor dem Allerheiligsten?

Gespräch mit Christus:  Lieber Herr, hilf mir, dich und deine Liebe im Gebet zu erfahren. Mache mich fähig, meine Beziehung zu dir zu vertiefen, und zwar dadurch, dass ich aufmerksam auf deine Worte höre, die authentisch durch die Kirche gelehrt werden. Gib meinem Glauben und meinen Worten Gültigkeit durch mein Leben. Wie oft renne ich irdischen Freuden nach, die meine inneren Sehnsüchte niemals stillen können! Herr, hilf mir, nach dir allein zu hungern, damit ich mich dir zuwende und so mit der Freude und Zufriedenheit erfüllt werde, die aus der innigen Freundschaft mit dir kommt.

Vorsatz:   Ich will heute, vorzugsweise vor dem Allerheiligsten, über das Evangelium meditieren und Jesus fragen, was ich noch brauche, um in ihm zu bleiben.


Heiliger Geist

11. Mai 2009

Montag der fünften Woche in der Osterzeit

P. Patrick Langan LC

Joh 14,21-26
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Judas - nicht der Judas Iskariot - fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt? Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir für die Gelegenheit, bei dir zu sein. Es gibt Dinge im Leben, Herr, zu denen ich mich hingezogen fühle, aber du ziehst mich viel mehr an. Ich hoffe auf dich, und ich liebe dich. Vielleicht verstehe ich nicht richtig, was es bedeutet zu lieben, und vielleicht liebe ich nicht so, wie ich sollte, aber ich liebe dich wirklich.

Bitte:  Herr, Vieles lenkt mich ab. Hilf mir, dies zu ändern.

1. Die Gefahr. Es ist leicht, dich zu vergessen, Herr, besonders wenn so viele Bilder auf mich einstürzen. Jedes Bild prägt sich meinem Herzen ein, jedes Gefühl, dem ich mich hingebe, hinterlässt eine Spur. Diese können aus dem Radio kommen, dem Internet, von Liedern, Romanen... von überall. Sie scheinen meinen Verstand zu überschwemmen und bewirken, dass ich dich noch schneller vergesse. Diese Bilder und Gefühle können mich unfähig machen, den großartigen Gehalt, den wahren Sinn und das wahre Glück des Lebens zu erkennen. Du erinnerst mich daran, dass ich in allen Dingen nur Mittel erkennen soll, die mir dabei helfen sollen, mein endgültiges Ziel zu erreichen.

2. Die Gabe. Andererseits weiß ich, dass du uns die Gabe des Heiligen Geistes gesandt hast. Wie du im Evangelium versprichst, wird er nie aufhören, mich an dich zu erinnern. Alles, was ich tun muss, ist, ihn meine Vorstellungskraft mit seinen Bildern, Gedanken und Einsichten füllen zu lassen. Natürlich muss ich auch die Medien der Welt richtig und mit Maß benutzen. Heiliger Geist, ich weiß, dass du mir ganz nahe bist; nimm Besitz von meiner Seele und mach sie dir zu eigen. Lenke all meine Entscheidungen, damit ich mich für das Richtige entscheide und das Böse ablehne.

3. Die Gabe annehmen. Wenn ich es vergesse, wird mich der Heilige Geist an alles, was Christus gesagt hat, erinnern. Alle Gefühle und Gedanken, die du mir eingießt, Heiliger Geist, werden mir helfen, mit Begeisterung und Kraft zu leben. Du erfüllst meinen Verstand mit großen und mächtigen Bildern. Ich muss mich nur für dich öffnen.

„Oft wird das Beten durch die Zerstreuung erschwert. Wollten wir auf die Zerstreuungen Jagd machen, gingen wir ihnen in die Falle, während wir doch nur zu unserem Herzen zurückzukommen brauchen. Eine Zerstreuung offenbart uns, woran wir hängen. Sich dessen demütig vor Gott bewusst werden weckt unsere Liebe, die ihm nichts vorzieht, wenn wir ihm entschlossen unser Herz schenken, damit er es reinige. Hier ist der Ort des Kampfes und der Entscheidung, welchem Herrn wir dienen wollen“ (Katechismus der Katholischen Kirche, 2729).

Gespräch mit Christus:  Herr, ich habe die Möglichkeit, mich von Gedanken der Wut, der Begierde und der Macht einnehmen zu lassen – Gedanken, die mich altern lassen und mich zu einem verschlossenen Menschen werden lassen. Hilf mir, alles Notwendige zu tun, um diese Versuchungen zu vermeiden. Erlaube dem Heiligen Geist, meinen Verstand und meine Seele zu beleben.

Vorsatz:   Ich werde meinen Verstand reinigen, indem ich meine Gedanken auf Gott und seine Dinge ausrichte.


Die Gefahr, ausgenutzt zu werden

12. Mai 2009

Dienstag der fünften Woche in der Osterzeit

P. Patrick Langan LC

Joh 14,27-31a
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir für die Gelegenheit, bei dir zu sein. Es gibt Dinge im Leben, Herr, zu denen ich mich hingezogen fühle, aber du ziehst mich viel mehr an. Ich hoffe auf dich, und ich liebe dich. Vielleicht verstehe ich nicht richtig, was es bedeutet zu lieben, und vielleicht liebe ich nicht so, wie ich sollte, aber ich liebe dich wirklich.

Bitte:  Herr, hilf mir, mich immer daran zu erinnern, wer ich bin, woher ich komme und wohin ich gehe.

1. Handeln. In der heutigen Kultur glauben viele, dass das, was sie tun, sie zu jemandem machen wird. Sie glauben, dass vom Handeln das Sein kommt, weil sie sich durch ihre Aktivitäten definieren. Dadurch werden sie leicht ausgebeutet. Im Amerika des 19. Jahrhunderts wurde einem Sklaven häufig dessen Geburtstag nicht genannt, damit er nie wirklich wusste, wer er war. Er war nur für die Arbeit geschaffen. Dieselbe Versuchung besteht heute. Viele Menschen arbeiten so lange: manche, um den Schwierigkeiten oder der Verantwortung zuhause zu entkommen; andere wegen der Genugtuung, die es ihnen gibt, eine Aufgabe erledigt zu sehen; wieder andere, nur um mehr Geld zu verdienen und sich ein bequemeres Leben leisten zu können. Aber das sind alles Ausdrucksformen derselben Skaverei.

2. Sein. Durch sein Beispiel zeigt uns Christus aber eine andere Art zu leben, eine Art, die in die entgegengesetzte Richtung geht. Zuerst einmal muss ich sein. Dann wird das Tun aus meinem Sein kommen. Christus sagt es wieder und wieder: Ich bin der Sohn meines Vaters. Also werde ich auch so handeln. Als Moses Gott im brennenden Dornbusch fragte, wer er sei, antwortete er: „Ich BIN der „Ich BIN“.“ Wer bin ich? Was mich definiert, ist meine Beziehung zu Gott. Stellen wir uns das vor: Ich habe das Privileg, ein Kind Gottes zu sein! Gott hat mich so sehr geliebt, dass er mich als sein Kind angenommen hat! Dies ist aller Mühe wert. Das ist es, was ich wirklich bin, und ich sollte entsprechend handeln, wie Christus mich gelehrt hat.

3. Frieden. Christi großer Frieden kommt aus dem Betrachten darüber, wer ich bin. Wenn ich Gottes Wort betrachte, entdecke ich, dass ich Gottes Geschöpf bin. Plötzlich finde ich die Stärke, mich der Wirklichkeit zu stellen. Andere werden mich nicht ausnutzen können, und ich werde aufhören, andere auszunutzen, weil ich – wie sie – ein Kind Gottes bin. Meine Würde kommt von dieser grundlegenden Wahrheit: Ich bin nach Gottes Bild geschaffen worden. Ich komme von Gott, und er lädt mich ein, zu ihm zurückzukommen und mit ihm in alle Ewigkeit glücklich zu sein.

Gespräch mit Christus:  Ich habe die schlechte Angewohnheit, mich allein auf mein Handeln zu konzentrieren. Deshalb bin ich immer besorgt. Ich möchte sein wie du, Herr, und zunächst sehen, wer ich bin und mein Tun daraus resultieren lassen. Dies wird mir Frieden bringen. Doch ich brauche deine Gnade. Hilf mir, als ein wahrer Sohn oder eine wahre Tochter zu leben.

Vorsatz:   Heute werde ich für jemanden zwei gute Taten vollbringen, der in Not ist, um ihm zu helfen, Gottes Liebe zu ihm zu erfahren.


Sich von allein losreißen

13. Mai 2009

Mittwoch der fünften Woche in der Osterzeit

P. Patrick Langan LC

Joh 15,1-8
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir für die Gelegenheit, bei dir zu sein. Es gibt Dinge im Leben, Herr, zu denen ich mich hingezogen fühle, aber du ziehst mich viel mehr an. Ich hoffe auf dich, und ich liebe dich. Vielleicht verstehe ich nicht richtig, was es bedeutet zu lieben, und vielleicht liebe ich nicht so, wie ich sollte, aber ich liebe dich wirklich.

Bitte:  Herr, hilf mir, in meinem inneren Leben zu wachsen, damit ich mit dir vereint bleiben kann.

1. Getrennt. Herr, es ist so leicht, dich zu vergessen, wenn wir im Leben so viel zu tun haben. Es ist leicht, dich zu vergessen, wenn die Dinge gut laufen. Fast ohne es zu bemerken, beginne ich, mich vom Weinstock zu trennen. Mein Gebet ist ein guter Maßstab: Wenn ich mich vom Weinstock trenne, wird es kürzer und kürzer und hört fast ganz auf. Ich gehe meinen eigenen Weg. Ich vergesse zu beten. Aber es ist nicht notwendigerweise eine Frage des Streichens von Aktivitäten, sondern eine Frage dessen, sie für Gott und in Einheit mit ihm zu tun.

2. Keine Frucht. Wenn ich mich selbst von Christus, dem Weinstock, trenne und meine Energien anderswo einsetze, weiß ich, was geschehen wird. Ich werde keine Frucht bringen. Das ist meine Erfahrung; es ist bereits passiert. Schließlich werde ich verblühen und wie ein trockener Zweig abgeschnitten werden. Am Ende werden diese verblühten, alten, vertrockneten Zweige gesammelt und ins Feuer geworfen werden, und sie werden verbrannt. Ich kann keinesfalls Frucht bringen, wenn ich vom Weinstock getrennt bin.

3. Reiche Frucht. Ich will reiche Frucht bringen. Ich möchte dabei helfen, diese Welt zu verändern. Das ist erstrebenswert für mich. Das bedeutet mir viel. Ich habe es auf verschiedene Arten versucht, und ich weiß, dass ich die Früchte bringen kann, die später zu Wein gepresst werden. Auf diese Weise werde ich den Vater verherrlichen. In dieser Meditation spüre ich schon den Saft, der in meine Seele zurückströmt. Mein Leben wird Frucht für andere bringen. Herr, hilf mir, am Weinstock zu bleiben. Hilf mir, das Band der Einheit zu stärken. Lass meinen Glauben und meine Liebe zu dir wachsen, denn du bist Alles für mich.

Gespräch mit Christus:  Herr, es ist leicht, auf etwas zu vertrauen, das wir sehen, fühlen und berühren. Es ist klüger, unendlich klüger, dir zu vertrauen, auch wenn du mir jetzt noch verborgen bist.

Vorsatz:   Heute werde ich wenigstens dreimal eine meiner Aktivitäten für Gott aufopfern.


In der Kirche bleiben

14. Mai 2009

Donnerstag der fünften Woche in der Osterzeit
Hl. Matthias, Apostel

P. Patrick Langan LC

Joh 15,9-11
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir für die Gelegenheit, bei dir zu sein. Es gibt Dinge im Leben, Herr, zu denen ich mich hingezogen fühle, aber du ziehst mich viel mehr an. Ich hoffe auf dich, und ich liebe dich. Vielleicht verstehe ich nicht richtig, was es bedeutet zu lieben, und vielleicht liebe ich nicht so, wie ich sollte, aber ich liebe dich wirklich.

Bitte:  Herr, vermehre meine Liebe und Wertschätzung der Kirche und ihrer Verantwortlichen.

1. Die Kirche. Wenn Christus sagt: „Haltet meine Gebote und bleibt in meiner Liebe“, spricht er nicht nur von den Zehn Geboten, sondern auch von der Kirche. Was ist die Kirche? Sie ist Christi Ausbreitung durch die Zeit. Wir können nicht sagen: „Christus ja; Kirche, nein“, weil die Kirche der mystische Leib Christi ist. Durch die Sakramente und ihre verlässliche Lehre macht mir die Kirche Christus heute gegenwärtig. Durch die Kirche erhielt ich das Geschenk des Glaubens. Ich möchte in Christus bleiben. Ich möchte voller Begeisterung in seiner Kirche bleiben.

2. Die Priester und Bischöfe. Aus diesem Grund, Herr, möchte ich deine Priester und Bischöfe lieben. Ich weiß, wie schwer ihre Arbeit ist. Ich sehe ihre Standhaftigkeit. Die Eucharistie kann überall auf der Welt empfangen werden, weil die Priester treu sind. Ich danke dir für die Bischöfe und Priester. Ich danke dir für unsere Gemeinde. Ich möchte die Gemeinde voll Begeisterung, mit meiner Zeit und mit meinen finaniziellen Opfern unterstützen.

3. Der Papst. Herr, ich möchte den Heiligen Vater lieben. Er ist der Fels, auf dem du deine Kirche erbauen wolltest. Weil er den geraden Weg geht, erkennt die Welt seine moralische Autorität an. Herr, ich möchte mehr darüber lernen, was er sagt. Heute ist das durch das Internet so einfach. Es braucht nur ein wenig Interesse und ein wenig Zeit. Dies ist eine Möglichkeit, um in deiner Liebe zu bleiben. So wird meine Freude vollkommen sein.

Gespräch mit Christus:  Als du kamst, Herr, wolltest du uns durch die Sakramente heilen, und du hast die Kirche errichtet, um durch sie die Sakramente den Gläubigen auszuteilen. Weil du in der Kirche gegenwärtig bist, besteht sie nun schon seit 2000 Jahren. Ich danke dir, dass du uns dieses Heilssakrament gegeben hast.

Vorsatz:   Ich werde etwas lesen, was Papst Benedikt XVI. geschrieben hat. (Ich kann vieles davon auf der Homepage des Vatikans finden.)


Das Gebot der Liebe

15. Mai 2009

Freitag der fünften Woche in der Osterzeit

P. Edward Hopkins LC

Joh 15,12-17
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, daß ihr euch aufmacht und Frucht bringt und daß eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

Einführendes Gebet:   Ich glaube an dich, Herr, an deine große Liebe für mich. Du bist mein Schöpfer und mein Erlöser. Ich vertraue auf deine Freundschaft; ich vertraue darauf, dass du mir das Verständnis und den Willen gibst, zu lieben, wie du geliebt hast. Ich liebe dich, Herr, weil du mich zuerst geliebt hast. Ich will dich dadurch lieben, dass ich dein Leben und deine Liebe anderen zugänglich mache.

Bitte:  Entflamme mein Herz mit deinem Herzen.

1. Ein Gebot. „Und kann die Liebe befohlen werden?” Papst Benedikt XVI. stellt diese provokante Frage in seiner ersten Enzyklika „Deus Caritas Est”. Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sie ist auch ein Akt des Willens. „Gott schreibt uns nicht ein Gefühl vor, das wir nicht herbeirufen können”(Nr. 17). Es kann uns nicht befohlen werden, jemand zu mögen oder uns zu verlieben, aber wir können uns entscheiden, unsere Feinde zu lieben. Wichtiger noch ist es, dass wir durch die Erfahrung der Freude, geliebt zu werden, dahin geführt werden, die Liebe zu erwidern. Gott hat uns zuerst geliebt. „Nicht ihr habt mich erwählt...” Wir erfahren diese Liebe für uns als eine sich wiederholende Realität, jedesmal wenn wir die Sakramente empfangen, aber auch jedesmal wenn wir bedenken, dass er uns ständig im Sein erhält. Diese persönliche Erfahrung macht uns fähig, Liebe zu verstehen und sie teilen zu wollen.

2. Freunde. Wie die Liebe, so wird in heutiger Zeit auch die Freundschaft oft falsch dargestellt, denn sie ist mehr als Bequemlichkeit, gegenseitige Toleranz oder Nützlichkeit. Freunde teilen nicht nur Liebe, sie teilen Geheimnisse und vertrauliches Wissen. Liebe führt zu „einer Gemeinschaft des Denkens und Fühlens” (Deus Caritas Est, 17). Ich möchte wissen, was ein Freund denkt und wünscht, damit ich dessen Gedanken teilen und vielleicht sogar dessen Wünsche erfüllen kann. „Die Liebesgeschichte zwischen Gott und Mensch besteht eben darin, dass diese Willensgemeinschaft in der Gemeinschaft des Denkens und Fühlens wächst und so unser Wollen und Gottes Wille immer mehr ineinanderfallen: der Wille Gottes nicht mehr ein Fremdwille ist für mich, den mir Gebote von außen auferlegen, sondern mein eigener Wille aus der Erfahrung heraus, dass in der Tat Gott mir innerlicher ist als ich mir selbst“ (Idem).

3. Erwählt, Frucht zu bringen. Jesus hat nur einige Gebote gegeben, aber sie haben alle mit der Liebe zu tun: „Tut dies zu meinem Gedächtnis”, „Liebt einander!”, “Liebt eure Feinde!”, “Geht und verkündet allen Nationen”, u.s.w. Die wesentliche und dringliche Art dieses Gebotes der Liebe ist mit der Mission Christi eng verbunden. Wir sind erwählt und beauftragt, andere zu lieben. Wenn diese Liebe echt ist, wenn sie am Weinstock seiner Liebe gewachsen und groß im Opfer ist, dann wird sie Frucht bringen. Die unvergängliche Frucht, für die er starb, ist das ewige Leben der Freundschaft mit Gott. Was andere am meisten von mir brauchen, sind nicht materielle Güter oder meine eigene Freundschaft, sondern eine Erfahrung der Liebe für sie, nämlich das Wissen um Christus. „Ich sehe mit Christus und kann dem anderen mehr geben als die äußerlich notwendigen Dinge: den Blick der Liebe, den er braucht“ (Deus Caritas Est, 18).

Gespräch mit Christus:  Lieber Herr Jesus, schenke mir ein beständiges, wachsendes Verlangen, deine Gebot der Liebe zu leben. Erwecke in mir ein Bewusstsein deiner immerwährend gegenwärtigen Liebe in meinem Leben. Bewege mich dadurch, grenzenlos zu lieben, ohne die Menschenfurcht, ohne die Angst etwas zu verlieren, das weniger als die Liebe ist.

Vorsatz:   Ich will mich dazu entscheiden, heute jemandem zu dienen, nicht nur, weil ich dazu ein Verlangen habe, sondern aus Liebe zu Christus.


Evangelisieren

16. Mai 2009

Samstag der fünften Woche in der Osterzeit

P. Patrick Langan LC

Joh 15,18-21
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir für die Gelegenheit, bei dir zu sein. Es gibt Dinge im Leben, Herr, zu denen ich mich hingezogen fühle, aber du ziehst mich viel mehr an. Ich hoffe auf dich, und ich liebe dich. Vielleicht verstehe ich nicht richtig, was es bedeutet zu lieben, und vielleicht liebe ich nicht so, wie ich sollte, aber ich liebe dich wirklich.

Bitte:  Herr, hilf mir, mein Kreuz voll Freude zu umarmen.

1. Last. „Die Welt hat mich zuerst gehasst.“ Dies ist die unglaubliche Geschichte der Evangelien. Christus kam, und die Menschheit war gegen ihn. Und als die Geschichte Christi in den Evangelien voranschreitet, werden die Kräfte des Widerstands immer schlimmer: Die Gefahren nehmen mit jeder Seite im Evangelium zu. Dies war wirklich eine schwere Last für Christus, vergleichbar vielleicht mit der Last von Eltern, deren Kinder sich gegen sie wenden. Vielleicht fühle ich diese Last auch. Vielleicht erfahre auch ich manchmal diese Ablehnung von Menschen, die ich liebe oder von denen, die nicht glauben wollen.

2. Akzeptieren. Christus nahm diese Last an. Er beschwerte sich nicht. Vielleicht hat er seinen Vater um einen einfacheren Weg gebeten. Dasselbe geschieht in unserem Leben. Oft begegne ich Problemen, auch wenn ich es gut meine. Es gibt Momente im Leben, in denen ich an meine Grenzen stoße und die Grenzen, die mir von anderen gesetzt werden, akzeptieren muss. Es sind bedeutende Momente im Leben – Momente, in denen ich mein Kreuz annehme, wie Christus es getan hat. Dieses Annehmen ist nicht leicht, aber zugleich erfüllt es mein Herz mit einem tiefen Frieden und manchmal sogar mit Freude.

3. Lösungen. Wenn ich mein Kreuz annehme, erfahre ich neuen Mut, und meine Vorstellungskraft blüht auf. Liebe sucht immer nach Lösungen: Christus gab nie auf, nach Wegen zu suchen, um die Menschen zu erreichen. Ich muss mein Bestes geben, um zu evangelisieren, auch wenn ich Ablehnung erfahren kann. Mit Christi Hilfe ist kein Hindernis zu groß. Er wird mir helfen, alle Probleme zu überwinden, die mir begegnen können. Das Wichtigste dabei ist, dass ich mich darauf konzentriere, seinen Willen aus Liebe zu erfüllen. Er wird sich um den Rest kümmern.

Gespräch mit Christus:  Herr, du kennst meine Last. Du weißt, was mir den Schlaf raubt, weswegen ich nachts aufwache. Hilf mir, es anzunehmen, wie du dein Kreuz angenommen hast.

Vorsatz:   Ich werde aufhören, mich zu beschweren und mich bemühen, anderen ihre Last und ihr Leiden zu erleichtern.