Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 26. April 2009 bis Samstag 2. Mai 2009

Dritte Woche in der Osterzeit

P. Paul Campbell LC, P. Daniel Ray und P. James Swanson LC

Wir sind Zeugen für den auferstandenen Herrn Sonntag
Dem ewigen Leben entgegen rudern Montag
Das Zeichen, das alle unsere Vorstellungen übertrifft Dienstag
Ihr könnt nicht verloren gehen, weil ich euch immer finden werde Mittwoch
Brot für die Ewigkeit Donnerstag
Streben nach einem erfüllten Herzen Freitag
Wollt ihr mich verlassen? Samstag


Wir sind Zeugen für den auferstandenen Herrn

26. April 2009

Dritter Sonntag der Osterzeit

P. Paul Campbell LC

Lk 24,35-48
Da erzählten die zwei Jünger Jesu, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen.

Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, dass du jetzt gegenwärtig bist, wenn ich mich im Gebet zu dir wende. Ich vertraue auf dich und glaube fest, dass du mir heute alle Gnaden gibst, die ich brauche. Ich danke dir für deine Liebe und deine Großzügigkeit. Ich möchte dir aus Dankbarkeit mein Leben und meine Liebe schenken.

Bitte:  Herr, stärke meinen Glauben an deine Gegenwart in der Eucharistie und in meinem Leben.

1. Jesus wurde am Brechen des Brotes erkennbar. Diese Stelle in der Schrift behandelt das Treffen Christi mit den zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Sie kehrten nach Jerusalem zurück und berichteten den anderen Jüngern, was sie beim Brechen des Brotes erkannt hatten – das ist der Name, den die ersten Christen der Eucharistie gaben. Lukas berichtete nicht nur über eine Erscheinung des auferstandenen Herrn, sondern er lehrte auch, dass dieser in der Eucharistie gegenwärtig ist. Jesus liebt uns, wie er es so deutlich am Kalvarienberg geoffenbart hat. Er möchte uns unsere Sünden vergeben und uns das ewige Leben schenken. Doch mit seiner Selbsthingabe am Kalvarienberg ist es nicht genug. Er sehnt sich danach, sich auch weiterhin an uns zu verschenken und immer bei uns zu bleiben. Die Eucharistie ist ein Zeichen seiner überaus großen Liebe. Sie ist der Ursprung und der Gipfel unseres religiösen Lebens. Sie ist ein Geheimnis, über das wir täglich meditieren und das wir so oft wie möglich in unserem Leben erfahren sollten.

2. Friede sei mit euch. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Friede sei mit euch!” Er würde ihnen den Frieden schenken – einen Friede, der nicht von dieser Welt ist. Was kann uns erschrecken, wenn wir von seiner Liebe überzeugt sind? Warum sollte uns irgendetwas beunruhigen, wenn wir davon überzeugt sind, dass er bei uns ist? Deshalb fragt er seine Jünger: „Was seid ihr so bestürzt? ” Sie waren Zeugen für seine Liebe am Kreuz und für die Herrlichkeit seiner Auferstehung. Sie waren Zeugen für seine Macht und seine Güte. Wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein? Bin ich in Sorge? Was beschwert mein Herz und mein Gemüt? Was raubt mir meinen Schlaf und meinen Frieden? Wir können unsere Sorgen Jesus übergeben. Wir können uns an seine Liebe, seine Gegenwart und an sein Geschenk des Friedens erinnern. Sobald uns Sorgen überschütten, sollten wir uns an Jesus wenden und diese Dinge in unseren Herzen überdenken.

3. Ihr seid Zeugen. Jesus braucht auch heute noch Zeugen. Wie viele Menschen kennen ihn nicht? Wie viele Menschen wissen nichts von seiner Liebe und tragen noch die Last von Sünden? Wir, die das Geschenk des Glaubens empfangen haben, sind verpflichtet, dieses mit anderen zu teilen. Die Welt braucht Zeugen. Die Welt muss Vorbilder sehen, die von der Gnade verwandelt sind. Katholiken, die Kohärenz zeigen und den Glauben leben, den sie bekennen. Wir müssen auch Zeugnis geben für die verwandelnde Kraft Christi in der Eucharistie. Versuche ich, meine Familie und meine Freunde näher zu unserem Herrn in der Eucharistie zu bringen?

Gespräch mit Christus:  Herr, ich lege meine Sorgen in deine Hände. Hilf mir, weiterhin deiner Vorhersehung zu vertrauen. Bleibe heute bei mir und hilf mir, das zu leben, was ich glaube. Ich weiß, dass du bei mir bist, aber es fällt mir schwer, meinen Glauben anderen mitzuteilen. Gib mir den Mut, den ich brauche, um von dir und deiner Liebe zu sprechen. Ich weiß, dass die Menschen dich brauchen. Schenke mir die Klugheit, zu wissen, was ich tun und reden soll.

Vorsatz:   Heute will ich jemandem, der mir nahe steht, die Liebe zu Christus in der Eucharistie vermitteln.


Dem ewigen Leben entgegen rudern

27. April 2009

Montag der dritten Woche in der Osterzeit

P. Daniel Ray

Joh 6,22-29
Am nächsten Tag sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die Jünger allein abgefahren waren. Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, dass du gegenwärtig bist, wenn ich jetzt zu dir bete. Ich vertraue auf dich und weiß, dass du mir alle Gnaden geben willst, die ich heute brauche. Ich danke dir für deine Liebe, für deine unendliche Großzügigkeit mir gegenüber. Dafür will ich dir mein Leben und meine Liebe als Antwort schenken.

Bitte:  Herr, stärke meinen Glauben.

1. Ein voller Bauch oder erfüllt mit Gnade? Manche Fernsehprediger verkünden ein „Evangelium des Wohlstands“, indem sie denen finanziellen Erfolg, Gesundheit oder allgemeines Wohlergehen versprechen, die Christus in ihrer Kirche folgen. „Es wird ihnen nur Gutes geschehen!“ sagen sie. Sicherlich sind die irdischen Dinge gut, aber Christus zeigt, dass seine größten Gaben nicht die „Brote sind, die den Leib sättigen“, sondern die Gnade und das ewige Leben, die wir durch den Glauben erlangen können. Der Glaube ist zugleich unsere Gabe für Gott wie auch sein Geschenk an uns. Er öffnet unser Herz, damit es die Gabe empfangen kann, die niemals mehr vergeht: das ewige Leben.

2. Rudern, rudern, immer weiter rudern! Christus blieb nicht bei der Menge, sondern ging hinüber nach Kapharnaum. Die Menge, die noch vom Brot der wunderbaren Brotvermehrung gesättigt war, überlegte, wo Christus hingegangen sein könnte und stieg in die Boote, um ihn zu suchen. Wenn es scheint, dass Christus von uns fortgegangen ist, dann müssen wir in unsere Boote steigen und rudern: nach ihm im Gebet suchen und uns von seinen Sakramenten erneuern lassen. Er will, dass wir ihm aktiv folgen und nicht passiv am Ufer sitzen bleiben, das Boot im Trockendock. Wir müssen das Boot ins Wasser des Gebets schieben und rudern.

3. Gottes Werk ist unser Werk und umgekehrt. „Das ist das Werk Gottes…“ Unser Glaube an den Einen, den der Vater gesandt hat, ist zugleich das Ergebnis von Gottes Wirken in unserem Leben wie auch unser Werk, indem wir das Geschenk des Glaubens nutzen und vermehren. Der Glaube ist vor allem ein Geschenk Gottes an uns. Es ist aber ein Geschenk, das nur dann wächst, wenn wir es üben, benutzen und um mehr bitten. So wie ein Läufer mehr laufen muß, um besser zu werden, so müssen wir mehr glauben, um mehr glauben zu können. Erst dann ist unser Herz offen, um die Gabe eines größeren Glaubens zu empfangen.

Gespräch mit Christus:  Herr, ich will mich nicht damit begnügen, nur nach den „Broten, die sättigen“ zu suchen, sondern ich will die Freude und das Heil suchen, die aus dem Glauben an dich kommen. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Mk 9,24). Zeige mir, was ich tun muß, um dir nachzufolgen. Hilf mir, deinen Weg klar zu erkennen, und gib mir die Kraft, ihm zu folgen.

Vorsatz:   Wenn ich heute Schwierigkeiten, Hindernisse oder Enttäuschungen meistern muss, will ich meinen Glauben an Gott üben und seinen Willen zu erfüllen suchen.


Das Zeichen, das alle unsere Vorstellungen übertrifft

28. April 2009

Dienstag der dritten Woche in der Osterzeit

P. Daniel Ray LC

Joh 6,30-35
Die Menge entgegnete Jesus: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, dass du gegenwärtig bist, wenn ich jetzt zu dir bete. Ich vertraue auf dich und weiß, dass du mir alle Gnaden geben willst, die ich heute brauche. Ich danke dir für deine Liebe, für deine unendliche Großzügigkeit mir gegenüber. Dafür will ich dir mein Leben und meine Liebe als Antwort schenken.

Bitte:  Herr, meine Seele hungert nach Nahrung, die ich nicht hier auf Erden finden kann. Gewähre mir, dass ich an dich und deine Gegenwart in der Eucharistie glauben kann.

1. Ein himmlisches Mahl. Für die Israeliten war das Manna vom Himmel in der Zeit des Auszugs aus Ägypten ein rettendes Geschenk. Täglich kam es vom Himmel herab, so dass sie nicht auf ihrer Reise verhungern mußten, sondern erhalten und gestärkt wurden, um das verheißene Land zu erreichen. Der Zug durch die Wüste war beschwerlich und lang, aber es gab jeden Morgen ausreichend Manna zum Aufsammeln, das genügte, um ihren Hunger den Tag hindurch zu stillen. Das wahre Brot vom Himmel, das der Vater uns gibt – Christus in der Eucharistie – bewirkt dasselbe in unserer Seele: Es nährt uns, damit wir hier, wo die geistliche Nahrung so knapp ist, nicht verhungern müssen. Sie erhält und stärkt uns, damit wir das verheißene Land in der Ewigkeit erreichen können.

2. Bittet und ihr werdet empfangen. Jene, die nicht nach Brot hungern, bitten auch nicht darum. Jene, die hungrig sind, backen sich Brot oder kaufen es. Und doch hungert jeder Mensch in seiner Seele nach einem Brot, das er nicht selber machen kann und das auch sonst kein Mensch für ihn machen kann. Die einzige Möglichkeit, um diese Nahrung zu erhalten, ist die demütige Hinwendung zu jenem, der allein diese Nahrung geben kann; er muss vor den Herrn hintreten mit offenen Händen und einem offenen Herzen. „Herr, gib uns immer dieses Brot.“ Es ist ein Brot, das zugleich aus der Ewigkeit kommt und zur Ewigkeit hinführt. Es sättigt unseren tiefsten Hunger. Aber das „Brot vom Himmel“ ist kein von Menschenhand gemachtes Brot. Christus kann sich selbst nur denen geben, die darum wissen, dass sie ihn brauchen und die deshalb bitten: „Herr, gib uns immer dieses Brot.“

3. Sucht und ihr werdet finden. Wer hätte davon träumen können, dass Gott zu uns als Mensch hinabsteigen würde? Und wer hätte sich vorstellen können, dass er weiterhin zu uns hinabsteigen würde, um für uns Brot zu sein? Gibt es noch irgendetwas, das er nicht für uns tun würde? Um das unvorstellbare Geschenk seines Brotes zu empfangen, müssen wir zwei Dinge beachten: „Wer zu mir kommt…“ und „Wer an mich glaubt…“. Zu Christus zu kommen verlangt von uns, dass wir uns in Bewegung setzen – von dort aufzustehen, wo wir sind, und dort hinzugehen, wo er ist, und alles loszulassen, was unsere Hände festhalten, damit wir sie zu ihm erheben und seine Gaben darin empfangen können. An Christus zu glauben bedeutet, unseren Glauben und unser Vertrauen auf ihn zu setzen. Wir müssen ihn beim Wort nehmen und voll Staunen die Wahrheit seiner Realpräsenz in der Eucharistie annehmen.

Gespräch mit Christus:  Herr, deine Realpräsenz in der Eucharistie ist etwas, das ich in meinem Verstand verstehen kann, das ich aber viel mehr mit meinem Herzen glauben muss. Ich glaube, dass ich mit deinem Brot nie mehr hungrig sein werde und dass ich, wenn ich an dich glaube, nie mehr durstig sein werde. Hilf mir, im Glauben an deine wirkliche Anwesenheit in der Eucharistie zu wachsen. Ich weiß, dass du mich durch dieses kostbare Geschenk deiner selbst lehren willst, dich mehr zu lieben.

Vorsatz:   Ich will für ein paar Momente in eine katholische Kirche gehen, um mit Christus in der Eucharistie zu sprechen und ihn um einen festeren Glauben zu bitten.


Ihr könnt nicht verloren gehen, weil ich euch immer finden werde

29. April 2009

Mittwoch der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Katharina von Siena, Jungfrau und Kirchenlehrerin

P. Daniel Ray LC

Joh 6,35-40
Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt (mich) gesehen und doch glaubt ihr nicht. Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen; denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag. Denn es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, daß du gegenwärtig bist, wenn ich jetzt zu dir bete. Ich vertraue auf dich und weiß, dass du mir alle Gnaden geben willst, die ich heute brauche. Ich danke dir für deine Liebe, für deine unendliche Großzügigkeit mir gegenüber. Dafür will ich dir mein Leben und meine Liebe als Antwort schenken.

Bitte:  Herr, hilf mir, tiefer auf dich zu vertrauen.

1. Ein leeres Loch, so groß wie Christus. „Es war, als ob ich ein großes Loch in meinem Herzen hatte, und ich konnte es mit nichts füllen.“ So drückte sich jemand aus, der erst kürzlich nach vielen Jahren wieder den Weg zu den Sakramenten gefunden hat. Er hungerte und dürstete nach Christus, und dankbarerweise hatte Christus es nicht zugelassen, dass irgendetwas anderes den Platz, der allein ihm gehörte, füllen konnte. Als er Christus wiederfand – seine Barmherzigkeit in der Beichte, seine Nahrung spendende Gnade in der Kommunion – konnte er all das Gute erfahren, das Christus selbst versprochen hatte: „Wer zu mir kommt, den werde ich niemals abweisen.“ Jeder von uns wird ständig in seinem Herzen Löcher entdecken können, kleine oder große. Christus allein kann sie ausfüllen. Um Christus von neuem in unseren Herzen begrüßen zu können, müssen wir zuerst sein Erbarmen und seine aufrichtende Gnade erflehen.

2. Warum also fürchtet ihr euch? Wenn das, was wir brauchen und wonach wir uns im tiefsten sehnen, Christus ist, warum gehen wir dann nicht sogleich zu ihm? Manchmal hindert uns unser Stolz daran, oder Trägheit in den spirituellen Dingen, oder vielleicht auch Oberflächlichkeit in unserem spirituellen Leben. Aber hinter all diesen Gründen steckt oft die Furcht, dass wir, wenn wir uns Christus öffnen, etwas verlieren könnten. Benedikt XVI. sprach über diese Furcht in seiner ersten Predigt als Papst: „Habt keine Angst vor Christus! Er nimmt nichts, und er gibt alles. Wer sich ihm gibt, der erhält alles hundertfach zurück. Ja, aprite, spalancate le porte per Cristo – dann findet Ihr das wirkliche Leben. Amen“ (Hl. Messe zu Beginn des Pontifikats am 24. April 2005).

3. Können Sie mir sagen, wo das Fundbüro ist? Diese Frage hat Christus niemals gestellt – noch wird er sie jemals stellen. Es ist der Wille des Vaters, dass Christus keinen von denen verliert, die ihm anvertraut sind. Christus scheitert niemals in seiner Sendung. Vielmehr verspricht im heutigen Evangelium: „Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.“ Diese Garantie haben wir, dass wir niemals verlassen und ohne seine Gnaden gelassen werden, die uns stützen. Es wird niemals eine Schwierigkeit, ein Hindernis oder eine Versuchung für ihn zu groß sein, dass er uns nicht dabei helfen könnte, sie zu überwinden.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich vertraue auf dich. Trotz aller realen Kämpfe und Hindernisse auf meinem Weg weiß ich, dass du mich zu dir führen wirst. Du bist der Einzige, der die Tiefen meines Herzens füllen kann. Irgendwie sind alle diese Prüfungen auf geheimnisvolle Weise der Weg, auf dem das zur Wirklichkeit wird.

Vorsatz:   Wenn ich heute irgendeinem Hindernis gegenüberstehe – und sei es auch noch so klein – dann werde ich ein kurzes Gebet sprechen, bei dem ich meine Situation Christus anempfehlen werde.


Brot für die Ewigkeit

30. April 2009

Donnerstag der dritten Woche in der Osterzeit

P. Daniel Ray LC

Joh 6,44-51
Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, dass du gegenwärtig bist, wenn ich jetzt zu dir bete. Ich vertraue auf dich und weiß, dass du mir alle Gnaden geben willst, die ich heute brauche. Ich danke dir für deine Liebe, für deine unendliche Großzügigkeit mir gegenüber. Dafür will ich dir mein Leben und meine Liebe als Antwort schenken.

Bitte:  Herr Jesus, hilf mir, die Gabe deiner selbst in der Eucharistie mehr zu schätzen.

1. Geht zur Quelle. Der Vater ist derjenige, der Jesus gesandt hat und der die Seelen zu ihm ziehen wird. „Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt.“ Darum verdanken jene Menschen, die an jenem Morgen Christi Worte gehört und so zu ihm geführt wurden, diesen Glauben dem Geschenk des Vaters. Wenn wir heute den Glauben an Christus haben, dann ist auch das ein Geschenk des Vaters, der uns zu seinem Sohn führen will. Wenn wir zweifeln oder im Glauben schwach sind, sollten wir den Vater bitten, uns näher zu seinem Sohn zu führen und uns zu helfen, mit ganzem Herzen und ganzem Verstand zu glauben.

2. Das Wort, das Fleisch geworden ist. Christi Geburt geschah in der Stadt Bethlehem, deren Namen auf Hebräisch „Haus des Brotes“ bedeutet. Er wurde in eine Krippe gelegt, in welche normalerweise das Futter für die Tiere gelegt wurde. Bevor er Brot wurde, um unsere Speise zu werden, wurde er zuerst Mensch. Uns ein ganz besonders gesegnetes Brot zu geben, wäre nicht annähernd so bedeutungsvoll gewesen wie die Hingabe seiner selbst an uns. So sehr liebt Gott uns allezeit: er gibt sich immer wieder ganz, ohne Rückhalt.

3. Das Fleisch, das Brot geworden ist. Das Evangelium berichtet uns, wie Christus aus Mitleid mit der Menge das Brot vermehrt hat: „Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen” (Mt 15,32). Vom selben Mitleid wird er bewegt, wenn er sich uns als unser Brot in der Eucharistie hingibt. Er will nicht, dass wir aus Mangel an geistlicher Nahrung sterben. Christus – in der größtmöglichen Geste von Demut – wurde ein Mensch wie wir, in allem uns gleich außer der Sünde. Aber in einer noch größeren Geste von Demut stieg er noch tiefer, um unsere geistliche Nahrung zu werden.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, wie kann ich dir nicht vertrauen? Du bist schon ein Mensch wie ich geworden. Dann hast du noch einen tieferen Stand des Dienstes angenommen, um zur Nahrung meiner Seele zu werden. Hilf mir, dich in der Eucharistie mit Dankbarkeit zu empfangen und mir dabei deiner liebenden Gegenwart ganz bewusst zu sein.

Vorsatz:   Ich will heute mein Herz vorbereiten, damit ich am Sonntag die heilige Messe gut mitfeiern und Christus voll Liebe in der Kommunion empfangen kann.


Streben nach einem erfüllten Herzen

1. Mai 2009

Freitag der dritten Woche in der Osterzeit

P. James Swanson LC

Joh 6,52-59
Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, dass du gegenwärtig bist, wenn ich jetzt zu dir bete. Ich vertraue auf dich und weiß, dass du mir alle Gnaden geben willst, die ich heute brauche. Ich danke dir für deine Liebe, für deine unendliche Großzügigkeit mir gegenüber. Dafür will ich dir mein Leben und meine Liebe als Antwort schenken.

Bitte:  Herr, hilf mir, die Herausforderungen des heutigen Tages mutig anzupacken und dir im Glauben weiter zu folgen.

1. Die Juden versuchen zu verstehen. Am vorangegangenen Tag hatte Jesus die Brote und Fische vermehrt, um die Menge zu speisen. Die Juden erkennen, dass es hier um etwas Außergewöhnliches geht, dass Jesus der Messias sein könnte, oder zumindest ein Prophet. Sie sind so neugierig geworden, dass sie ihm weiter folgen und Fragen stellen. Alles was er gesagt hat, hat ihnen gefallen – bis jetzt. Manches haben sie nicht ganz oder nicht richtig verstanden, aber es erinnerte sie an das, was sie zu hören gewohnt waren, so dass es ihnen keine großen Schwierigkeiten bereitete, zu verstehen. Sie fahren fort, Fragen zu stellen, suchen zu verstehen, besonders ein Verstehen, mit dem sie gut leben können. Welche Haltung nehme ich ein, wenn ich mich beim Herrn über Ereignisse und Herausforderungen meines Lebens beklage? Versuche ich, Gottes Plan besser zu verstehen und anzunehmen, oder hängt meine Reaktion davon ab, wieviel ich verstehe?

2. Jesus wird den Juden unverständlich. Jetzt sagt Jesus wirklich etwas Erschreckendes. Er möchte, dass sie sein Fleisch essen und sein Blut trinken! Bis dahin waren die meisten von ihnen bereit, ihn als einen Brot-Versorger zu akzeptieren. Er gab ihnen gestern zu essen; vielleicht wird er es wieder tun, wenn sie nur lange genug herumhängen. Ihre Vorstellungen vom Messias sind zu materialistisch und nur auf die Wiederherstellung des Reiches Davids auf Kosten der Römer ausgerichtet. Jesus hingegen möchte sie auf eine neue Ebene heben. Er möchte sie in das Geheimnis der liebenden Großzügigkeit Gottes einführen. So gut das Manna in der Wüste auch war, er möchte etwas viel Besseres geben. So wundervoll Davids Königreich war, er möchte ein viel großartigeres Königreich geben. Es geht so weit über das hinaus, was sie suchen, dass sie nicht im Stande sind zu verstehen, was er anbietet. Es wird im Glauben angenommen werden müssen.

3. Die größten Geschenke müssen im Glauben empfangen werden. Wir können vieles verstehen, auch viele geistige Dinge. In seiner Güte hat Gott uns so viel Verstand gegeben, dass wir einige Wahrheiten über ihn begreifen können. Aber diese sind die einfacheren Wahrheiten, die nicht die volle Herrlichkeit Gottes offenbaren. Sie sind nicht so vollkommen wie die wichtigeren Wahrheiten über ihn. Jesus möchte uns sein Fleisch zum Essen und sein Blut zum Trinken geben. Er offenbart es den Menschen, aber sie verstehen ihn nicht, da sie keinen Glauben haben. Manche streifen umher, um einen anderen „Wundertäter“ zu finden. Wieder Andere suchen zu verstehen und ziehen herum, um nach einem „Lehrer“ zu suchen, den sie verstehen. Aber einige suchen auch voller Hoffnung nach der Offenbarung des Geheimnisses Gottes, dem größten Geschenk, das Gott geben kann. Sie wollen nicht ihren Bauch oder ihren Kopf füllen. Sie suchen nach etwas, was ihre Herzen erfüllt. Das ist die Art von Geschenken, die Jesus uns in Fülle geben möchte.

Gespräch mit Christus:  Herr, so häufig erbitte ich materielle Geschenke von dir. Hilf mir zu erkennen, dass die größten Geschenke, die du gibst, mein Verstehen übersteigen; aber wenn ich bereit bin, sie im Glauben anzunehmen, werden sie mein Herz erfüllen. Vielleicht wird es mir mit der Zeit möglich, auch davon etwas zu verstehen, aber die Größe des Glaubens liegt darin, dir zu vertrauen.

Vorsatz:   Welches spirituelle Geschenk brauche ich am dringendsten? Glaube? Nächstenliebe? Demut? Etwas anderes? Heute werde ich mir Zeit nehmen, Gott im Gebet darum zu bitten, mir dieses Geschenk zu gewähren.


Wollt ihr mich verlassen?

2. Mai 2009

Samstag der dritten Woche in der Osterzeit
Hl. Athanasius, Bischof und Kirchenlehrer

P. Daniel Ray LC

Joh 6,60-69
Viele seiner Jünger, die ihm zuhörten, sagten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören? Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, dass du gegenwärtig bist, wenn ich jetzt zu dir bete. Ich vertraue auf dich und weiß, dass du mir alle Gnaden geben willst, die ich heute brauche. Ich danke dir für deine Liebe, für deine unendliche Großzügigkeit mir gegenüber. Dafür will ich dir mein Leben und meine Liebe als Antwort schenken.

Bitte:  Herr, hilf mir, alles, was du offenbart hast, ganz anzunehmen.

1. Harte Worte zu verdauen. Viele Juden wollten nicht akzeptieren, dass Jesus mit dem Vater eins sei – dass er Gott sei. Für einige war die Akzeptanz der Gottheit Christi ein Sprung, den sie nicht bereit waren, zu wagen. Seine Botschaft war noch nicht in ihr Herz gedrungen. Als er nun erklärte, wie er sich selbst in der Eucharistie ihnen geben würde, verweigerten sie sich ihm. Der erste Akt des Glaubens (der Glaube an seine Gottheit) war notwendig, um den zweiten Akt des Glaubens (der Glaube an seine Gegenwart in der Eucharistie) vollziehen zu können. Jede Wahrheit, die Christus über sich selbst offenbart, ist mit den anderen Wahrheiten, die er noch über sich selbst offenbaren will, verbunden. Wenn wir eine nicht akzeptieren, können wir auch die anderen akzeptieren. Das Umgekehrte gilt ebenso: Je mehr wir im Wissen, Glauben und in der Liebe zu Christus wachsen, umso leichter werden andere Schwierigkeiten in unserem geistlichen Leben.

2. Wollt auch ihr gehen? Christus lädt uns ein, seine Wahrheit und seine Liebe anzunehmen, er zwingt uns nicht dazu. Wir sind frei, jede rettende Wahrheit, die er uns offenbart, anzunehmen oder nicht. Wenn wir aber irgendeine Wahrheit über Christus ablehnen, werden wir dadurch ärmer, denn er ist die Wahrheit selbst. Dasselbe gilt für jede Gnade, die er uns anbietet. Nach dieser Rede über die Eucharistie verließen ihn viele seiner Jünger und begleiteten ihn nicht mehr. Er hatte sie eingeladen, ihm aus freiem Willen zu folgen, so waren sie jetzt auch frei, ihn wieder zu verlassen. Werden sie fähig sein, die Freude seiner Auferstehung zu erfahren? Werden sie die Fülle des Lebens, die er verheißen hat, empfangen? Werden sie das finden, was ihre Herzen so sehr brauchten und so sehr wollten, wenn sie nicht länger mit Christus gingen? Gottes Barmherzigkeit allein steht das Urteil darüber zu.

3. Zu wem sollen wir gehen? Petrus glaubte schon an die Gottheit Christi. „Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“ Petrus konnte alles, was Christus lehrte oder sagte, annehmen, selbst wenn er es nicht vollständig verstehen konnte. Sein Vertrauen in Christus befähigte ihn, zum Kern der Sache zu kommen: Was hätte er gewinnen können, wenn er woanders hin oder zu jemand anderem gegangen wäre? Auch wenn der Weg mit Christus voller Unverständlichkeiten und Leiden wäre – er wird es tatsächlich sein –welche andere Richtung könnte Petrus nehmen, die besser wäre?

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, auch ich bin zum Glauben und zur Überzeugung gekommen, dass du der Heilige Gottes bist. Woanders als in dir könnte ich Sinn und Frieden für meine Seele finden? Deine Worte und deine Gegenwart in der Eucharistie sind Leben für meine Seele.

Vorsatz:   Heute will ich jedes Leiden annehmen, das mir geschieht, im Vertrauen darauf, dass es zum liebenden Plan Gottes gehört.