Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 28. Dezember 2008 bis Samstag 3. Januar 2009

Weihnachtsoktav

P. Ernest Daly LC, P Michael Goodyear und P. Matthew Green LC

In der Liebe verwurzelt Sonntag
Im Geist Montag
Das wunderbare Kind Dienstag
Nach Dir suchen Mittwoch
Unsere Mutter kennt den Lobgesang der Engel Donnerstag
Nach Demut trachten Freitag
Lasst euch inspirieren! Samstag


In der Liebe verwurzelt

28. Dezember 2008

Fest der Heiligen Familie

P. Ernest Daly LC

Lk 2,22-40
Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen. Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit und seine Gnade ruhte auf ihm.

Einführendes Gebet:   Jesus, du warst ein kleines Kind in den Armen deiner Mutter. Du warst ein Baby, das den Schutz Josefs brauchte. Du hast ihre Güte und Liebe gespürt. Heute feiern wir diese Liebe deiner Familie. Ich möchte in das Geheimnis dieser Liebe eintreten und es in meine Familie hineinbringen. Ich glaube und vertraue, dass du mir dabei helfen wirst.

Bitte:  Herr, hilf mir, die Wunder der Liebe der Heiligen Familie zu entdecken.

1. Der Bräutigam ist bei uns. Unser Gott ist ein Gott der Liebe. Eine Familie nimmt an dieser Liebe teil, weil Gott die Quelle der Liebe ist, die sie zusammenhält. Die Liebe in einer Familie, die so schön aber auch anspruchsvoll ist, zeigt die Gegenwart von Christi Liebe. Jesus bringt diese Liebe hervor. Sie ist Liebe zum Vater und Liebe zu uns. Nehme ich Christi liebende Anwesenheit in meiner Familie wahr? Bemühe ich mich, diese Liebe zu leben?

2. Der Bund der Familie. Eine Familie ist die Frucht eines Bundes, und Gott ist ein Teil dieses Bundes. Gott wollte von Anfang an, dass der Mensch Teil seiner Familie sei. Die Heilige Familie lässt uns den endgültigen Bund der Liebe Gottes zu jedem von uns erkennen. Sie lebt diesen Bund voller Staunen und setzt ihren Glauben wie Abraham ganz auf Gott, indem sie sich ganz seinem Willen und seiner Liebe hingibt. Sie erfüllen auf vollkommene Weise ihren Teil im Plan Gottes, und Gott hält ihnen die Treue und macht sie zu Mitarbeitern in seinem Erlösungsplan. Wir dürfen sicher sein, dass Gottes Liebe allen Familien gilt. Wir dürfen sicher sein, dass er seinem Erlösungsplan treu bleibt. Bemühe ich mich um die Einheit in meiner Familie, indem ich die übernatürliche Tugend der Nächstenliebe lebe?

3. Geistiges Erbe. Die Heilige Familie ist eine Quelle des Segens. Auch meine Familie ist eine Quelle des Segens, selbst wenn wir schmerzliche Momente erleben. Wenn ich meine Rolle in der Familie treu lebe, wird dies zu einem Segen für die Welt. Das Beispiel christlicher Familien zieht viele Menschen zum Glauben hin. Oft sind die besten Apostel, seien sie nun Geweihte oder Laien, die Frucht des starken Glaubens, der in der Familie gelebt wird. Eine Familie sollte sich nicht in sich selbst verschließen; wie die Heilige Familie hat auch sie eine Sendung. Sie muss Gottes Botschaft in der Welt verbreiten durch ihr Beispiel und ihr Tun. Bin ich meiner Familie ein Vorbild? Bemühe ich mich, zuhause und draußen in der Welt ein Apostel zu sein?

Gespräch mit Christus:  Herr, ich danke dir, dass du die Familie durch deine Gegenwart geheiligt hast. Ich möchte dich in meiner Familie und in den Familien um mich herum immer mehr entdecken. Hilf mir, den Menschen, die mir lieb sind, in Momenten der Freude und des Schmerzes beizustehen. Du bist bei uns, Herr. Hilf uns, deine Apostel zu sein.

Vorsatz:   Ich will mir Zeit nehmen, um einem Mitglied meiner Familie, welches ich vielleicht in letzter Zeit vernachlässigt habe, aufmerksam zuzuhören und mit ihm zu sprechen.


Im Geist

29. Dezember 2008

Montag in der Weihnachtsoktav

P. Michael Goodyear LC

Lk 2,22-35
Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus Christus, ich habe mich nach diesem Augenblick mit dir gesehnt. Du gibst meiner Seele neue Kraft und schenkst mir dein Licht, auch wenn ich mich nicht oft genug an dich wende und mein Glaube so schwach ist. Aber nun bin ich hier, Herr, und will diese kostbaren Augenblicke mit dir in meinem Herzen verbringen. Ich möchte offen für die Eingebungen deines Geistes sein. Ich möchte ein gefügiges Werkzeug in deinen Händen sein, um dir und deiner Kirche zu dienen.

Bitte:  Herr, mach mich offen für deinen Geist.

1. Simeon, ein Mann des Geistes. Lukas sagt uns in diesem Abschnitt drei Mal, dass Simeon ein Mann war, der offen für den Heiligen Geist war. Der „Heilige Geist ruhte auf ihm“, denn „es war ihm vom Heiligen Geist offenbart worden, dass er den Tod nicht schauen werde, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.“ Simeon hatte gelernt, auf die Eingebungen des Heiligen Geistes zu hören. Er wird aber nicht nur vom Heiligen Geist inspiriert, sondern wird von ihm machtvoll bewegt. Wir sollten kurz darüber nachdenken, wie sich dieser Mann ganz dem Wirken des Geistes übergab.

2. Maria, vom Geist überschattet. Es gibt niemanden, der so wie Maria dem Heiligen Geist gefügig war. Sie setzte dem Wirken des Heiligen Geistes kein Hindernis in den Weg. „Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Macht des Höchsten wird dich überschatten“ (Lk 1,35). Maria gehorchte immer voller Glauben Gott. Als sie nun bei der Darstellung ihres Sohnes im Tempel steht, hört sie durch das Werkzeug des Geistes: „Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“ Und wieder ist sie ganz offen für den Heiligen Geist und nimmt das vorausgesagte Leiden schon jetzt an.

3. Voller Staunen über den Heiligen Geist. Wir alle haben schon unglaubliche Geschichten über Ereignisse gehört, wo das Wirken des Heiligen Geistes ganz offensichtlich und so wunderbar war. Vielleicht durften wir selbst schon solche Momente erleben. Gibt es irgendeinen Grund, warum wir das nicht erleben sollten? Gibt es aber noch Hindernisse, die wir dem Heiligen Geist in unserem Leben in den Weg stellen? Er sollte der sanfte Gast unserer Seele sein. Wie fördern wir diese Freundschaft mit dem Heiligen Geist? Wir müssen für Stille in unserem Herzen sorgen, damit wir seine Stimme im Lärm so vieler weltlicher Stimmen, die sein Wort ersticken wollen, unterscheiden können. Wir müssen dann aber auch dieser Stimme gegenüber gelehrig und gehorsam sein.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, aus dieser Szene deiner Darstellung im Tempel können wir soviel lernen. Ich habe jetzt vor allem auf die Gegenwart deines Heiligen Geistes geschaut, die in diesem Evangelium so offensichtlich ist. An Weihnachten feiern wir, dass du als kleines Kind bei uns bist. Jetzt muss aber unser ganzes Leben Zeugnis dafür ablegen, dass wir auf deinen Heiligen Geist hören. Du hast ihn uns gesandt, damit wir nicht alleine sind. Möge er uns im Leben immer begleiten und möge er uns immer an die vielen Dinge erinnern, die du gesagt und getan hast, damit du uns zum Haus deines Vaters führen kannst.

Vorsatz:   Ich will an diesem Tag aufmerksam für den Heiligen Geist sein und diesen Punkt in meiner Gewissenserforschung besonders prüfen.


Das wunderbare Kind

30. Dezember 2008

Dienstag in der Weihnachtsoktav

P. Ernest Daly LC

Lk 2,36-40
Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit und seine Gnade ruhte auf ihm.

Einführendes Gebet:   Herr, wie Anna komme ich heute zu dir, um das, was wirklich notwendig ist, zu leben: meine Beziehung mit dir. Ich glaube, dass du deine Versprechen hältst. Ich glaube, dass du die Sünde und den Tod besiegt hast. Ich liebe dich, Herr.

Bitte:  Herr, lass mich erkennen, wie ich ein besserer Zeuge werden kann.

1. Sie betete an. Wir alle beten etwas an. Die Weisheit lehrt uns, wen wir in Wahrheit anbeten sollen: Gott allein. Gott verdient es, dass wir ihm unser ganzes Herz schenken, weil er unser wahrer Vater ist. In der Anbetung entdecken wir neu unseren größten Schatz wie der verlorene Sohn: „Ich will zum Haus meines Vaters gehen“ (Lk 15,18). In der Anbetung gehen wir zu dem Ort, wo wir am meisten willkommen sind und Hilfe finden, wo wir unseren wahren Freund finden, wo wir mehr so werden, wie wir sein sollen. Die Anbetung öffnet uns, um Gottes Gnaden zu empfangen. Sie hilft uns, die Gaben, die Gott uns schenken möchte, wirklich zu schätzen. Bemühe ich mich, Gott mit ganzem Herzen, mit ganzem Verstand und mit ganzer Seele in der Eucharistie anzubeten?

2. Sie sprach zu allen von dem Kind. Gebet und Anbetung hier auf Erden beschränken sich nicht nur auf den Gang zur Kirche. Sie erlauben uns, die gute Botschaft der Liebe Gottes zu entdecken, damit wir diese gute Botschaft mit anderen teilen. Das Gebet, das uns nicht zum Evangelisieren führt, ist Selbsttäuschung. Unser Heiliger Vater zeigt uns die innige Verbindung zwischen Gebet und Evangelisation auf. Er lädt uns ein, anderen das weiterzugeben, was wir in unserer Beziehung mit Christus entdeckt haben. Er fordert uns dazu auf, andere zu Christus zu führen. Lebe ich in diesem betrachtenden und aktiven Geist?

3. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig, und die Gnade Gottes ruhte auf ihm. Weihnachten ist eine Botschaft der Hoffnung. Gott bereitet in der Stille die Zukunft. Ein Kind und ein junger Mensch erinnern uns daran, dass Gott die Welt nicht aufgibt, dass er in jeder Generation neue Wege findet, sein Heil allen Menschen zu bringen. Bin ich im Herzen jung? Versuche ich immer zu erfahren, was Gott mir jeden Tag sagen möchte und versuche ich, jene Tugenden zu leben, die mich zu einem besseren Werkzeug der Gnade Gottes machen? Wenn ich Christus nachfolge, sollte ich darauf vertrauen, dass Gottes Gnade auch auf mir ruht, dass er mein bescheidenes und oft verborgenes Mühen in großer Liebe anschaut und dass er durch mich trotz meiner Schwachheit anderen hilft, die gute Botschaft zu sehen, dass er in ihrem Leben gegenwärtig und aktiv ist.

Gespräch mit Christus:  Herr, ich danke dir für deine Gegenwart und Fürsorge. Du hast mich nach deinem Bild erschaffen, und in der Gegenwart deines Sohnes entdecke ich die Tiefen deiner Liebe. Hilf mir, heute deine Liebe neu voller Staunen zu entdecken und hilf mir, deine gute Botschaft anderen zu bringen.

Vorsatz:   Heute will ich ein paar Augenblicke in Stille vor dem Jesuskind verweilen und ihm für seine Gegenwart unter uns danken. Ich will mich besonders bemühen, zu jedem, dem ich heute begegne, freundlich zu sein und Freude auszustrahlen.


Nach Dir suchen

31. Dezember 2008

Mittwoch in der Weihnachtsoktav

P. Ernest Daly LC

Joh 1,1-18
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, dass du das Wort bist, das in die Welt gekommen ist. Ich weiß, dass du zu mir vom Vater sprichst, von seiner Wahrheit und Liebe. Ich weiß, dass ich darauf vertrauen kann, dass du mich zum Vater führst. Obwohl mein Herz so klein ist, kommst du, um nach mir zu suchen. Danke, dass du gekommen bist, um mich zu suchen.

Bitte:  Herr, hilf mir, dich heute mehr zu suchen.

1. Er kam in sein Eigentum. Unser Gott kam, um nach uns zu suchen. „Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns zuerst geliebt” (vgl. 1 Joh 4,10). Was findet Gott an uns so besonders? Die Bibel gebraucht Bilder der Liebe von Braut und Bräutigam oder von Vater und Mutter, um uns zu erklären, wie sehr sich Gott danach sehnt, uns zu seinem Eigen zu machen. Er weiß, dass darin unser wahres Glück liegt. Oft sucht er auf geheimnisvolle Weise nach dem Menschen, aber in Jesus Christus zeigt er sich ganz klar selbst und seine Sehnsucht danach, bei uns zu sein. Schätze ich das Geschenk der Menschwerdung? Verstehe ich jeden Tag etwas besser, wie demütig und kraftvoll Gott meine Liebe sucht?

2. Aus Gott geboren. Unsere Verwandlung in Christus hinein ist ein Geschenk. Gott bietet uns dieses Geschenk an, und wenn wir dafür offen sind, verändert er unsere Beziehung zu ihm tief. Durch Christus haben wir das Vertrauen, vor den Vater zu kommen und ihn unseren „Vater“ zu nennen, nicht bloß unseren „Schöpfer“. Durch Christus haben wir die Kraft, die Sünde abzulegen und die Heiligkeit Gottes anzulegen. Durch Christus haben wir die Möglichkeit, Einfluss auf die Heilsgeschichte zu nehmen, indem wir dabei helfen, der Welt seine Frohe Botschaft zu verkünden. Dies resultiert aus Gottes Güte und Barmherzigkeit. Schätze ich das Geschenk, dass Gott mich als Kind angenommen hat? Versuche ich, als neuer Mann oder neue Frau zu leben, geboren aus dem Geist?

3. Voll Gnade und voll Wahrheit. Jesus Christus zeigt uns, was es bedeutet, wahrhaft Mensch zu sein. Die Kraft und Schönheit seines Lebens, die Selbstlosigkeit seiner hingebungsvollen Liebe hilft uns die Höhen zu erkennen, zu denen wir berufen sind. Er zeigt uns, dass es möglich ist, heilig zu sein. Er führt uns den Weg; wir müssen nur seinen Fußspuren folgen. Mit ihm können wir darauf vertrauen, dass das Gute, das wir im Leben vollbracht haben, für immer Bestand haben wird. Verliebe ich mich jeden Tag neu in Christus? Bin ich so von ihm fasziniert, dass ich jeden Tag etwas Neues in ihm entdecke? Kann ich sagen, dass er mich jeden Tag mehr für seine Sache gewinnt?

Gespräch mit Christus:  Herr, danke, dass du gekommen bist, um nach mir zu suchen. Heute möchte auch ich dich suchen. Hilf mir, dich im Glauben zu entdecken. Hilf mir, die Zeichen deiner Gegenwart in der Kirche, in den Sakramenten und in dem Guten, das du in meinen Mitmenschen säst, zu erkennen. Gib mir neue Ohren und ein offenes Herz, um auf dein Wort zu hören und dich in meinem Leben willkommen zu heißen.

Vorsatz:   Heute werde ich mit jemandem über Jesu Liebe, wie sie sich durch seine Menschwerdung zeigt, sprechen.


Unsere Mutter kennt den Lobgesang der Engel

1. Januar 2009

Hochfest der Gottesmutter Maria

P. Ernest Daly LC

Lk 2,16-21
So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war. Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.

Einführendes Gebet:   Herr, du bist mein Freund, mein Vater und mein Beschützer. Ich komme zu dir an diesem neuen Tag und vertraue auf deine Gegenwart. Ich erneuere meine Liebe zu dir und vertraue auf deine leitende Hand.

Bitte:  Herr, ich möchte den Lobgesang der Engel hören. Lehre mich hinzuhören.

1. Manchmal brauchen wir etwas Hilfe. Wären die Hirten beeindruckt gewesen, Maria, Josef und das Kind Jesus zu finden, wenn die Engel das Geschehen nicht erklärt hätten? Sie hätten einfach gedacht, dass es eine arme, obdachlose Familie wäre - unscheinbar und anspruchslos wie ihr eigenes Leben als Hirten. Aber die Engel offenbarten ihnen eine Wirklichkeit, die sie sich niemals hätten vorstellen oder wahrnehmen können. In meinem Leben hat Gott auch mir Engel geschickt, die mir helfen, ihn zu entdecken: den Glauben der Eltern oder Großeltern, das liebe und arglose Zutrauen eines Kindes, das gute Beispiel eines Freundes, eines Lehrers, eines Priesters oder einer Ordensschwester und das Beispiel unseres Heiligen Vaters. Maria lehrt mich auch, in ihrem Sohn Gott zu erkennen. Danke ich Gott für die Engel, die er mir gesandt hat? Folge ich ihrem Ratschlag und suche Christus in den alltäglichen Situationen meines Lebens?

2. Hinweise auf ein neues Lied. In einer Symphonie deutet das erste Ertönen des Hauptthemas nur auf ihren musikalischen Reichtum hin. Maria hatte dieses Thema zuerst vom Engel Gabriel gehört. Jetzt greifen die Hirten dieses Thema auf – den Lobgesang der Engel; auch wenn die Hirten ihren Part mit großer Begeisterung spielen, dringt wahrscheinlich wenig davon aus der kleinen Stadt Bethlehem nach außen. Dennoch hatte das Lied begonnen, und es ist in gleicher Weise zu einem Crescendo angewachsen, wie Christus seine Mission erfüllte. Die Geschichte enthüllt Gottes geheimnisvollen Plan der Erlösung. Ich bin Teil dieser Geschichte, dieser Symphonie. Gebe ich mein Bestes, das Lied Mariens und das Lied Gottes fortzusetzen, indem ich meine Verpflichtungen erfülle und mich an einem Apostolat beteilige?

3. Und sein Name soll Jesus sein: „Gott rettet“. Maria und Josef führen das Lied fort. Sie kennen das Geheimnis: dieses Kind wird Israel und die ganze Menschheit retten. Sie fangen an, es der Welt zu erklären, indem sie einen historischen Namen wählen, nämlich Jesus (Yeshua), ein Name, der jetzt nicht nur zu einem Versprechen, sondern eine Person wird. Dies ist Gottes neuer Name. Das ist unser Gott: „Gott rettet“. Er ist nicht nur ein Gott, der der Ursprung von allem ist. Unser Gott steht fest zu uns, er begibt sich selbst zu uns, um uns zu retten. Die Menschheit hatte vermutet, dass Gott der Schöpfer war, und die Juden waren überrascht worden von seiner Freundschaft, aber weder die Heiden noch die Juden ließen es sich träumen, dass Gott auch die Liebe in dieser Form wäre. Wage ich, von Gottes Güte zu träumen? Lasse ich mir inmitten der verzweifelten Welt von Christus Friede und Hoffnung schenken?

Gespräch mit Christus:  Herr, ich habe heute etwas Neues gehört. Du erinnerst mich an diesem Weihnachtsfest daran, dass es Zeit für ein neues Lied ist, für ein Lied des Vertrauens und der Hoffnung. Maria lehrt mich dieses Lied, das die frohe Botschaft ist. Ich möchte diese frohe Botschaft in mein Leben stärker hineinnehmen. Ich weiß, dass du mir hilfst, dich jeden Tag mehr zu erkennen. Hilf mir auch, dich anderen zu offenbaren.

Vorsatz:   In Marias Gegenwart will ich mich heute bemühen, dieses neue Lied zu singen und eine christliche Tugend zu üben, und heute einen konkreten Entschluss fassen, wie ich diese Tugend in die Tat umsetzen kann.


Nach Demut trachten

2. Januar 2009

Freitag in der Weihnachtszeit
Hl. Basilius der Große und Hl. Gregor von Nazianz

P. Matthew Green LC

Joh 1,19-28
Dies ist das Zeugnis des Johannes: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?, bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst? Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer. Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich glaube dass du Gottes Sohn bist, der in diese Welt gekommen ist, um uns zu retten, weil du uns liebst. Deine Menschwerdung erfüllt mich mit Hoffnung. Ich kann darauf nur damit antworten, dass ich dich mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzer Kraft und ganzem Gemüt liebe.

Bitte:  Jesus, hilf mir von Johannes dem Täufer zu lernen, wie ich andere zu dir bringen kann.

1. Jesus bekannt machen. In den nächsten Tagen spricht die Schrift von Johannes dem Täufer. Sie führt hin zum Fest der Epiphanie, wo wir die Erscheinung des Herrn in der Welt feiern. Die Tradition hat verschiedene ähnliche Begebenheiten mit der Epiphanie verbunden. Obwohl die Ankunft der Magier in Bethlehem die erste davon ist, ist auch die Taufe Jesu im Jordan ein Schlüsselereignis in der Offenbarung – der Epiphanie – des Auftrags und der göttlichen Natur Jesu. Und obgleich die Taufe des Herrn erst eine Woche nach der Epiphanie als eigenes Fest gefeiert wird, haben beide Ereignisse einen gemeinsamen Nenner: Sie machen die Wahrheit über Jesus bekannt. Eine erste Frage, die wir uns stellen müssen ist diese: Was tue ich, ein gläubiger Christ, um anderen die Wahrheit über Jesus bekannt zu machen?

2. Die Macht der Demut. In diesem Evangelium zeigt Johannes der Täufer die notwendige Grundhaltung, um Christus bekannt zu machen: Demut. Er könnte sich als Messias, als Christus feiern lassen. Natürlich würde die Täuschung irgendwann offenbar werden, aber eine Zeitlang hätte er ganz Israel zu seinen Füßen haben können. Allzu oft erliegen heutzutage Menschen der Versuchung und manipulieren ihre Grundsätze, um kurzfristig Ruhm und Macht zu erlangen – man denke an die Manager, die die Profite ihrer Firma aufblähen oder Wissenschaftler, die ihre Ergebnisse frisieren. Ihr unvermeidlicher Absturz ist tragisch. Johannes der Täufer weiß, dass er nur dadurch Gott dienen und seinen Auftrag erfüllen kann, indem er Gott allein die Ehre gibt und nicht sich selbst, und niemals vorgibt mehr zu sein als er ist. Auch wir können nur dann als wahre Christen leben und Jesus für andere sichtbar machen, wenn wir unseren eigenen Stolz und unsere Eitelkeit überwinden.

3. Die Liebe leben. Was die Botschaft Johannes des Täufers wirklich bedeutsam macht, ist dass er diese Botschaft nicht nur verkündet, sondern dass er sie selbst verkörpert. Er sagt, tut Buße, und tut es selbst zuerst, indem er in die Wüste geht und ein asketisches Leben führt. Er tauft mit Wasser, taucht aber zuerst selbst hinein. Wenn wir Jesus für andere sichtbar machen wollen, müssen wir ihn zuerst selbst kennen. Wir können die Kernaussage des Evangeliums, die Botschaft der Liebe, nicht verkünden, wenn wir die Liebe in unserem Alltag nicht selbst leben. Wir können nicht andere kritisieren und verurteilen und immer nach dem „Superstar“ Ausschau halten (der wir selbst sein wollen) und dabei hoffen, ein erfolgreicher Apostel Christi zu sein. Wenn wir aber mit Gottes Hilfe unser Bestes tun, um die Liebe zu leben, brauchen wir kaum Worte. Unser Beispiel allein wird das Leben der Menschen verändern.

Gespräch mit Christus:  Herr, wenn ich mich selbst und mein Leben betrachte, sehe ich, dass ich zu oft selbstsüchtig war und nur auf das geschaut habe, was für mich angenehm und wünschenswert ist. Hilf mir, dich über alles zu lieben. Hilf mir, dich sichtbar machen zu wollen, auch wenn es meinen eigenen Stolz und meine Bequemlichkeit kostet.

Vorsatz:   Heute werde ich mir besondere Mühe geben, durch mein Handeln zu zeigen, was es bedeutet, Christus zu lieben und meinen Nächsten.


Lasst euch inspirieren!

3. Januar 2009

Samstag in der Weihnachtszeit

P. Matthew Green LC

Joh 1,29-34
Am Tag darauf sah er Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekanntzumachen. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich weiß, dass alle Christen aufgerufen sind, dich mit ihrem Leben zu verkünden, und den Weg zu gehen, den du gelehrt hast. Ich möchte dir immer näher kommen und immer mehr so sein, wie du mich haben willst. Ich liebe dich und sehne mich danach, von deiner Gnade verwandelt zu werden.

Bitte:  Heiliger Geist, hilf mir aufmerksam und offen für deine Eingebungen zu sein.

1. Vertraue auf Gott und seine Führung. Obwohl Johannes der Täufer wusste, dass er als der Vorläufer des Messias gesandt war, wusste er zunächst nicht, wer der Messias sein würde. Aber die Ungewissheit konnte ihn nicht aufhalten. Er wusste, dass Gott einen Plan hatte und dass ihm in diesem Plan eine Rolle zugedacht war; sobald er wusste, in welche Richtung er aufbrechen sollte, machte er sich auf, obwohl er das genaue Ziel noch nicht kannte. Mag sein, dass wir uns gelegentlich wünschen, Gottes Plan ganz zu kennen und dass wir zögern uns aufzumachen, weil wir nicht ganz sicher sind, was wir tun sollen. Aber Gott enthüllt uns seinen Plan nur selten von Anfang an. Er möchte, dass wir ihm vertrauen, dass wir handeln ohne zu wissen, und darauf vertrauen, dass Gott seinen Plan zu einem guten Ende führen wird. Nicht dass wir nicht vorausschauend sein sollten, aber wir können nicht erwarten, dass Gott uns in seinen „Masterplan“ einweiht. Wenn Gott uns ruft, sollten wir aufbrechen ohne Gottes Wege in Frage zu stellen.

2. Der Heilige Geist ist unser Führer. Die Tatsache, dass wir auf Gott vertrauen und ihm gestatten sollen, seinen Plan erst im Laufe unseres Auftrags zu enthüllen, bedeutet, dass wir sehr genau auf sein Wirken in unserem Leben achten müssen. Johannes der Täufer erkannte Jesus, weil er sich ganz und gar auf die Zeichen konzentrierte, die Gott ihm gab: Der Heilige Geist offenbarte ihm, dass Jesus der Messias war. Gewöhnlich spricht Gott nicht zu uns durch Visionen und besondere Zeichen; wenn wir aber wie Johannes der Täufer genau auf die Eingebungen des Heiligen Geistes achten und Gottes Willen in den Ereignissen um uns herum sehen, werden wir in der Lage sein, seinen Plan für unser Leben zu erkennen und zu erfüllen. Die beste Gelegenheit, um auf Gott zu hören, ist im Gebet, daher sollte es zu unserer täglichen Routine gehören, Zeit mit Gott zu verbringen.

3. Mit dem Unerwarteten umgehen lernen. Als Johannes der Täufer erkannte, dass Jesus der Messias war, mag er überrascht gewesen sein. Die beiden Männer waren mütterlicherseits miteinander verwandt, und sie könnten sich durchaus gekannt haben, bevor Johannes in die Wüste ging. Aber Johannes lässt keinen Zweifel daran, dass er nicht wusste, wer der Messias war, bevor der Heilige Geist ihm die wahre Identität Jesu offenbarte. Johannes mag die allgemeine Meinung geteilt haben, dass Jesus ein Mann wie jeder andere war, wenn auch ein besonders gerechter und frommer. Entscheidend ist, dass er nicht an der göttlichen Eingebung zweifelt, sondern sofort danach handelt, indem er Jesus seinen Anhängern offenbart. Auch in unserem Leben mag Gott uns bitten, etwas Unerwartetes zu tun, oder er lässt uns seinen Willen dort erkennen, wo wir es am wenigsten erwarten. Wir müssen die Bereitschaft Johannes des Täufers haben, um das Wirken Gottes zu erkennen und entsprechend zu handeln, selbst wenn es nicht unseren Erwartungen entspricht.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, es ist manchmal schwierig, deinen Willen in meinem Leben zu erkennen. Selbst wenn ich zu wissen glaube, was du von mir erwartest, fällt es oft schwer es auch zu tun – vor allem wenn es etwas ist, was ich nicht erwartet habe oder wenn von mir verlangt wird, meine Bequemlichkeit dafür zu opfern. Aber Herr, ich will wirklich deinen Willen tun. Verleih mir den Geist der Gelehrigkeit und Hingabe, den Johannes der Täufer hatte.

Vorsatz:   Heute werde ich im Gebet mein persönliches Versprechen erneuern, Gottes Willen in meinem Leben stets erkennen und befolgen zu wollen. Ich will versuchen, die Eingebungen des Heiligen Geistes zu beachten, die mir den rechten Weg weisen wollen.