Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 30. November 2008 bis Samstag 6. Dezember 2008

Erste Woche im Advent

P. Jason Clark LC, P. John Doyle LC, P. Jon Budke LC, P Edward McIlmail

Immer auf der Hut Sonntag
Glaube, der Regenwolken bewegt Montag
Gottes Wege Dienstag
Jesus ist das Brot des Lebens Mittwoch
Hochwassersicher Donnerstag
Wenn wir demütig und gläubig sind, handelst du, oh Herr Freitag
Stärke in der Schwachheit Samstag


Immer auf der Hut

30. November 2008

Erster Sonntag im Advent

P. Jason Clark LC

Mk 13,33-37
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Seht euch also vor und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich vergesse allzu leicht, dass dir der erste Platz in meinem Leben zusteht. Jetzt, in diesem Augenblick aber, bist du mein Herr und Meister. Ich weiß, dass du jetzt hier bei mir bist und mir deine Gnade in Fülle schenken willst. Danke für deine Freundschaft; ich gebe dir meine schwache Liebe dafür. Ich liebe dich, Herr, und wünsche mir, dass du mein Leben beherrschst.

Bitte:  Herr Jesus, hilf mir, stets wachsam zu sein für deine heiligen Eingebungen.

1. „Ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt.“ Herr Jesus, ich bin nicht der Herr meines Lebens; du bist es. Ich sollte also nicht meine Zeit damit vergeuden, das zu tun, was mir gerade passt. Ich werde dir Rechenschaft ablegen müssen darüber, wie ich mein Leben führe, das in Wirklichkeit dir gehört, meinem Schöpfer und Erlöser. Was wirst du von mir fordern, wenn du meine Seele zu dir rufst? Zeige ich in dem, was ich täglich tue, dass mein Leben dir gehört?

2. Bleibt wachsam. Herr Jesus, dieses Evangelium mag ein wenig hart klingen, aber ich danke dir für seine Botschaft. Du erinnerst mich daran, wie wichtig es ist, mein christliches Leben im Zustand einer gesunden Spannung zu führen – einer Spannung, die nichts mit Frustration oder Ängsten irgendwelcher Art zu tun hat, sondern eher mit dem immerwährenden Wunsch, dir näher zu kommen, dir ähnlicher zu werden. So wie ein Liebhaber mit zärtlicher Aufmerksamkeit alle Wünsche der Geliebten zu erfüllen trachtet, will auch ich jede Möglichkeit nutzen, dir zu gefallen.

3. Wird er mich schlafend antreffen, wenn er kommt? Dieses Evangelium lässt mich erkennen, wie notwendig es ist, dass ich Vergebung im Sakrament der Buße erlange. Der entscheidende Moment meines Todes, dieses ganz besonderen Zusammentreffens mit dir von Angesicht zu Angesicht, könnte ganz unerwartet eintreten. Ich muss für diesen Moment gerüstet sein. Ich möchte dir ins Auge sehen können. Ich war bestrebt, dir mit meinen Handlungen Freude zu bereiten, und wenn es mir misslungen ist, habe ich mich in der Beichte an dich gewandt, um Vergebung meiner Sünden zu erlangen. Ich möchte, dass du zu mir sagst: „Sehr gut. Du bist ein tüchtiger und und treuer Diener. Nimm teil an der Freude deines Herrn“ (Mt 25,23).

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, hilf mir „wach zu bleiben“ an allen Tagen meines Lebens und in allem, was ich tue, den Himmel als mein wahres Ziel stets im Auge zu behalten. Hilf mir, jederzeit bereit zu sein, vor dein Angesicht gerufen zu werden.

Vorsatz:   Ich werde mir vornehmen, das Sakrament der Buße regelmäßig zu empfangen.


Glaube, der Regenwolken bewegt

1. Dezember 2008

Montag der ersten Woche im Advent

P. John Doyle LC

Mt 8,5-11
Als Jesus nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen. Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich muss Befehlen gehorchen und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es. Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen;

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich trete mit großer Zuversicht vor dich, denn ich bin sicher, dass du diese Zeit mit mir verbringen und mich durch den Tag begleiten willst. Ich bin dankbar für deine bedingungslose und unfehlbare Liebe. In aller Demut biete ich dir an, dich lieben und dir immer treuer dienen zu wollen.

Bitte:  Herr, verhilf mir zu einem tiefen und doch kindlichen Glauben an dich.

1. Ich will kommen und ihn gesund machen. Jesus hat ein Herz, das sich bereitwillig den Notleidenden öffnet. Sicher hatte er, als er nach Kafarnaum kam, nicht vor, einen Abstecher zu machen, um den Diener eines Fremden zu heilen. Oft geht es uns in unserem Alltag genauso: Nach einem anstrengenden Tag wollen wir uns gerade entspannen, da klingelt das Telefon oder ein kleines Stimmchen bittet um Hilfe bei den Hausaufgaben. Gerade in diesen Momenten lädt uns Jesus ein, seinem Beispiel des Dienens zu folgen. Drehen wir den Spieß einmal für einen Moment um. Wie oft haben wir jemanden um ein wenig Zeit gebeten? Bitten wir Jesus um die Gnade der Flexibilität und um stete Hilfsbereitschaft.

2. Ich bin nicht würdig. Der Hauptmann ist sich zutiefst seiner eigenen Unwürdigkeit bewusst. Das aber ist es, was Jesus für ihn einnimmt. Wir beten manchmal so, als verdienten wir Gottes Gnade, der Hauptmann aber weiß, dass er nicht würdig ist, dass Jesus zu ihm kommt. So groß war der Glaube und die Demut dieses Mannes, dass wir seine Worte benutzen, um unsere eigenen Gefühle auszudrücken, bevor wir Jesus in der heiligen Eucharistie empfangen: „Oh Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“ Wir wollen in dieser Adventszeit auf unserem Weg der Vorbereitung auf die Ankunft Christi diese Worte des Hauptmanns verinnerlichen.

3. Der Glaube bewegt Regenwolken. Wenn man überhaupt davon sprechen kann, dass Jesus eine Schwäche hatte, dann zeigte sich diese „Schwäche“ am ehesten dann, wenn er in anderen den Glauben erkannte. Nie wirkte er ein Wunder ohne sich zuvor des Glaubens auf Seiten des Empfängers zu versichern, und nie wies er jemanden ab, der ihn im Glauben um etwas bat. Jesus sagt, wenn euer Glaube auch nur so groß wie ein Senfkorn ist, so könnt ihr Berge versetzen. Und obwohl ich persönlich noch nie erlebt habe, dass jemand Berge versetzt hat, habe ich sehr wohl gesehen, wie kleinere Dinge durch Gebet in Bewegung geraten sind – Regenwolken zum Beispiel. Wenn wir Berge, Regenwolken oder etwas anderes bewegen wollen, müssen wir im Glauben darum bitten und werden damit Jesu Schwachstelle treffen. Wir wollen unser Bittgebet mit gläubigem Vertrauen an unseren Herrn richten und mit Liebe zu seinem Willen. Er hört uns wirklich zu, und er kann bewegen, was immer bewegt werden soll.

Gespräch mit Christus:  Jesus Christus, lass mich dich um den Glauben bitten, den du von mir erwartest. Ich will von jetzt an daran denken, dass ich mit meinen Sorgen zu dir komme, egal wie klein sie sind, denn ich weiß, dass du mich begleitest und mir helfen und mich leiten willst. Hilf du mir dann, dich in denen zu erkennen, die meine Unterstützung brauchen. Mit deiner Hilfe will ich ihnen nach deinem Vorbild bereitwillig und freundlich beistehen.

Vorsatz:   Kurz vor dem Mittagessen werde ich in einem einfachen Akt des Glaubens an Christus bekennen, dass er mich leitet und beschützt.


Gottes Wege

2. Dezember 2008

Dienstag der ersten Woche im Advent

P. Jon Budke LC

Lk 10,21-24
In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Einführendes Gebet:   Christus, ich glaube, dass du mir helfen kannst, aus meinen Begabungen etwas Gutes zu machen, und ich hoffe, dass du mir erlaubst, dich täglich besser kennen zu lernen. Ich liebe dich und vertraue darauf, dass du mich durch mein Leben begleitest. Du leitest aber nicht nur mich, sondern machst auch, dass ich ein Beispiel für andere sein kann.

Bitte:  Herr, hilf mir, in allen Lebenslagen unerschütterlich auf dich zu vertrauen.

1. Gott offenbart sich den Einfältigen. Wir sehnen uns danach, Christus besser kennen zu lernen. Wie gern würden wir Gott und seine unendliche Liebe ein wenig besser verstehen! Aber unser kleiner Verstand kann sich kaum einen Begriff von den göttlichen Personen oder ihren Eigenschaften machen. Selbst nach stundenlangen Studien müssten wir uns eingestehen, dass unser Bemühen umsonst war. Wahre Erkenntnis Gottes und Jesu Christi kann nicht aus Büchern gewonnen werden. Wahre Erkenntnis Gottes und Jesu Christi gewinnen nur die, die lernen, ihrer Seele im Gebet Ruhe zu verschaffen. Wir müssen sein wie das kluge Kind, das, wenn es hinfällt, zu seiner Mutter läuft, um liebevoll in die Arme genommen zu werden. Wenn wir uns einerseits unserer Kleinheit und andererseits Gottes reiner, liebender Güte bewusst sind, werden wir zulassen – ja sogar genießen – dass er uns das Blut und die Tränen abwischt, die unsere Sünde über uns gebracht hat. Nur wenn wir uns in Gottes zärtliche vergebende Hände geben, können wir sagen, dass wir ihn kennen.

2. Gott erwählt die Einfältigen. Christus beruft jeden von uns zu einer besonderen Aufgabe im Leben. Vielleicht finden wir, dass es da viele andere gibt – gebildete, kluge Leute – die sicher besser geeignet wären für diesen Ruf, die es viel besser machen könnten als wir. Christus schaut aber nicht immer nach den Menschen mit dem schnellsten und schärfsten Verstand oder der besten Ausbildung. Oft forscht er bis an die Enden der Erde nach der einen Seele, die einfältig und offen genug ist für seinen Plan und die bereit ist, ihn auszuführen. Einfalt und Demut sind der Schlüssel zur Erwählung durch Gott, um aktiver an seinem Heilsplan mitzuwirken.

3. Die Einfältigen überlassen Gott die Erfüllung des Gesamtplanes. Wie viele Propheten und Könige haben die Zeit Christi und mit ihm die Vollendung des Erlösungswerkes herbeigesehnt! Mit ihrem geduldigen Warten haben sie uns ein Beispiel von Beständigkeit und Hingabe an Gottes Verheißungen gegeben, obwohl sich nur wenige davon zu ihrer Zeit erfüllt haben. Sie haben eine aktive Rolle dabei gespielt, die Menschen ihrer Zeit zu führen und zu leiten, aber sie haben die Erfüllung von Gottes Gesamtplan nicht erlebt. Gott will, dass wir wie sie sind– die Saat der Erlösung säen, auch wenn sie jahrelang nicht aufgeht. Uns wird ebensowenig wie den Propheten die Gnade zuteil, je das Gesamtbild zu schauen. Die Einfältigen vertrauen darauf, dass Gott weiß, was er tut. Kardinal John Henry Newman betete in seinem berühmten Gedicht „Wolkensäule“: „Behüte des Pilgers Fuß, ich will nicht das Ferne sehen– einen Schritt nach dem anderen zu sehen, genügt mir“. Überlasse ich das Gesamtbild meines Lebens Gott, meinem Vater, oder versuche ich, selbst mein Leben zu bestimmen?

Gespräch mit Christus:  Christus, ich bitte nicht um großes Verständnis oder Wissen. Hilf mir, mit der Einfalt und dem Vertrauen eines Kindes alles anzunehmen, was du in mir wirken willst. Ich bitte nicht um größeren Einblick in die Tiefen deiner göttlichen Eigenschaften. Ich möchte nichts weiter als immer mehr dein Freund werden, und ich weiß, dass ich dazu unerschütterliches Vertrauen in deine unendliche Liebe zu mir brauche. Ich will mich von dir lieben und führen lassen, wie du es für richtig hältst.

Vorsatz:   Ich werde mein Herz weiter öffnen für das, was Gott mit mir vorhat.


Jesus ist das Brot des Lebens

3. Dezember 2008

Mittwoch der ersten Woche im Advent

P. John Doyle LC

Mt 15,29-37
Jesus zog weiter und kam an den See von Galiläa. Er stieg auf einen Berg und setzte sich. Da kamen viele Menschen und brachten Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere Kranke zu ihm; sie legten sie vor ihn hin, und er heilte sie. Als die Menschen sahen, dass Stumme plötzlich redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gehen und Blinde sehen konnten, waren sie erstaunt und priesen den Gott Israels.

Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen. Da sagten die Jünger zu ihm: Wo sollen wir in dieser unbewohnten Gegend so viel Brot hernehmen, um so viele Menschen satt zu machen? Jesus sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben, und noch ein paar Fische. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern und die Jünger verteilten sie an die Leute. Und alle aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übrig gebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich wende mich vertrauensvoll an dich, meinen Freund und Retter. Du wachst immer über mir und beschützt mich, ob ich nun an dich denke oder nicht. Ich danke dir. Ich liebe dich und bin dankbar für diese Augenblicke, in denen du mich in deiner Gegenwart erneuerst.

Bitte:  Mein Jesus, schenke mir ein unerschütterliches Vertrauen in deine bedingungslose Liebe.

1. Jesus auf dem Berg. Jesus ist die zentrale Person der Geschichte und aller menschlichen Sehnsüchte. Auch wenn er an abgelegene Orte geht, wie im heutigen Evangelium, suchen ihn die Menschen auf. Wenn er am See von Galiläa entlanggeht oder auf den Berg steigt, immer suchen ihn alle Menschen. Er frägt sie nicht nach ihrer Vergangenheit oder verurteilt sie wegen ihrer Sünden. Er gibt einfach jedem, was er oder sie braucht: den Blinden das Augenlicht; den Stummen die Sprache; den Tauben das Gehör. Stellen wir uns für einen Augenblick diese vielen hilfsbedürftigen Menschen vor, die sich um den Herrn versammelt haben. Stellen wir uns zu ihnen. Jetzt kommt die Reihe an uns, und plötzlich scheint die Menge verschwunden zu sein und wir sind ganz allein bei Jesus. Er schaut in unsere Augen mit seinem liebevollen Blick und frägt uns, was wir brauchen – auch wenn er es schon im Voraus weiß. Mein Jesus, ich suche dich! Heile mich, und lass nicht zu, dass irgendeine Sünde mich heute von dir trennt.

2. „Sie haben nichts zu essen.“ Die Liebe denkt nicht immer praktisch. Jesu Herz ist voll Erbarmen und Mitleid für alle, die seine Hilfe suchen. Er kennt die Opfer, die sie auf sich genommen haben, um zu ihm zu kommen und er will sie nicht enttäuscht heimschicken. Die Jünger haben nur das praktische Problem gesehen, aber Jesus in seiner Liebe zu diesen Menschen weiß ganz genau, was er tun will. Was kann ich hier von Christus lernen? Werde ich jemals im Stich gelassen oder nicht zufriedengestellt werden, wenn ich Christus mit einem ehrlichen Herzen aufsuche?

3. Das Brot des Lebens. Das Wunder, das Jesus bei der Brotvermehrung wirkt, ist das Vorspiel zu einem noch viel größerem Wunder, das er wirken will. Jesus kennt die Sehnsüchte unserer Herzen, und er weiß, dass das irdische Essen seine Grenzen hat, selbst wenn es reichlich vorhanden ist. Der heilige Augustinus stellt fest: „Du hast uns für dich erschaffen, Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir“ (Bekenntnisse). Wie kann ich nicht darauf vertrauen, dass Jesus mir immer das geben wird, was ich wirklich brauche, nachdem er sich doch so sehr erniedrigt hat, um für uns zum Brot zu werden, das wir essen können und das uns wirklich sättigt?

Gespräch mit Christus:  Mein Jesus, ich habe ein eigensinniges Herz. Ich weiß, dass du allein die Sehnsüchte meiner Seele stillen kannst; und doch setze ich so oft mein Vertrauen auf die vergänglichen Dinge dieser Welt. Gib meinem Herzen von neuem die Gewissheit, dass du dich um alles kümmern wirst, wenn ich mein ganzes Vertrauen auf dich setze. Gib mir die Kraft, dass ich immer auf dem Weg bleibe, der auf den Berg hinaufführt zu deinem himmlischen Reich, wo du alles in allem sein wirst.

Vorsatz:   Ich will im Laufe des Tages, vielleicht vor dem Mittagessen, innehalten und eine geistliche Kommunion machen, um Christus in mein Herz einzuladen. Ich will ihm für die Gabe seiner selbst in der heiligsten Eucharistie danken und mein Vertrauen auf ihn erneuern.


Hochwassersicher

4. Dezember 2008

Donnerstag der ersten Woche im Advent

P. Edward McIlmail LC

Mt 7,21,24-27
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.

Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.

Einführendes Gebet:   Herr, ich komme zu dir demütig und voller Hoffnung. Du willst mir sicherlich etwas mitteilen. Ich komme zu dir im Gebet und im Vertrauen auf deine Liebe und deine Gnade, die mir die Kraft geben wird, alles zu tun, um was du mich bittest. Ich opfere dieses Gebet für jene in meiner Familie auf, die vielleicht weit weg von dir sind.

Bitte:  Herr, hilf mir, mein Leben des Glaubens und der Nächstenliebe zu vertiefen, um besser auf die vor mir liegenden Prüfungen vorbereitet zu sein.

1. Die Fassade. Es ist einfach, Jesus als „Herr, Herr“ anzusprechen. Durch den Glauben wissen wir, dass er der Sohn Gottes ist. Seine Wunder und der Fortbestand seiner Kirche sind ein Beweis seiner göttlichen Natur. Unsere Anerkennung seiner Gottheit ist aber nicht genug. Es ist keine Garantie für den Himmel, wenn wir zugeben, dass Jesus unser Retter ist. Der Glaube an Christus darf nicht nur reines Lippenbekenntnis bleiben; er muss unsere Herzen und unseren Verstand durchdringen. Der Glaube bedeutet dann, dass wir den Willen von Gott Vater erfüllen – in Gedanken, Worten und Werken. Wie setze ich meinen Glauben an Christus in Werke um? Genügt es mir, einige Gebete zu sprechen und wenig mehr?

2. Ungesehen. Christus ermahnt seine Jünger, ihren Glauben auf Felsen zu bauen und nicht auf Sentimentalität. Um ein solides Fundament für den Glauben zu bauen, braucht es viel Arbeit. Es verlangt Beständigkeit im Gebet, in Werken der Nächstenliebe und der Großzügigkeit. Es verlangt auch Demut und Reinheit der Absicht, da die Bereitung des Fundaments nichts Glamouröses an sich hat. Eine große Baugrube im Erdboden auf einer Baustelle ist nicht gerade schön. So ist es auch im geistlichen Leben; ein Fundament auszuheben verlangt von uns, dass wir tief graben und unsere schlimmsten Fehler beseitigen. Das ist keine angenehme Arbeit. Sie verlangt von uns, dass wir unsere Fehler ehrlich erkennen und dass wir die Maske, die wir vielleicht vor den anderen tragen, wegreißen. Wenn wir das nicht tun, riskieren wir, dass wir auf Sand bauen. Wie gut hebe ich mein Fundament aus?

3. Zu spät. Wenn alles ruhig ist, scheint das Fundament solide zu sein. Schönes Wetter beweist aber nicht die Stärke eines Gebäudes. Die wahre Prüfung kommt erst, wenn das Wetter unangenehm wird. Dasselbe geschieht in unserem geistlichen Leben. Wenn alles um uns herum heiter ist, ist es einfach, mit allen in Frieden zu sein. Wenn uns aber eine Krise befällt – eine Ablehnung, eine Krankheit, Widerstand gegen sittliches Handeln – dann erfahren wir, wie stark unser Glaube wirklich ist. Petrus, der prahlte, dass er unserem Herrn beistehen würde, selbst wenn „alle an dir Anstoß nehmen“ (Mt 26,33), musste ziemlich hart erfahren, dass sein Mut doch nicht so groß war, wie er gedacht hatte. Er hat Christus im Garten Gethsemani wie alle anderen Apostel im Stich gelassen. Wie gehe ich mit den alltäglichen Versuchungen und Rückschlägen um? Wie gut könnte ich mit einer ernsthaften Krise umgehen?

Gespräch mit Christus:  Herr, manchmal fürchte ich, dass ich nicht viel besser als Petrus bin, der prahlte, dass er dir beistehen würde und dann aber geflohen ist, als dich die Soldaten am Gründonnerstag gefangen nahmen. Ich will ein wahrer christlicher Zeuge in der Welt sein, aber ich brauche deine Hilfe, um meine Menschenfurcht und meine Trägheit zu überwinden.

Vorsatz:   Ich will ein sichtbares Zeugnis meines Glaubens geben.


Wenn wir demütig und gläubig sind, handelst du, oh Herr

5. Dezember 2008

Freitag der ersten Woche im Advent

P. Jason Clark LC

Mt 9,27-31
Als Jesus weiterging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids! Nachdem er ins Haus gegangen war, kamen die Blinden zu ihm. Er sagte zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich euch helfen kann? Sie antworteten: Ja, Herr. Darauf berührte er ihre Augen und sagte: Wie ihr geglaubt habt, so soll es geschehen. Da wurden ihre Augen geöffnet. Jesus aber befahl ihnen: Nehmt euch in Acht! Niemand darf es erfahren. Doch sie gingen weg und erzählten von ihm in der ganzen Gegend.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich will dieses Gebet in derselben Haltung beginnen, welche diese zwei blinden Männer hatten. Ich komme demütig und im vollen Wissen um meine Sünden zu dir. Ich will sie nicht verstecken – du kennst sie schon durch und durch. Stattdessen bereue ich sie und opfere dir ein zerknirschtes Herz auf, das sich nach der heilenden Berührung deines Erbarmens sehnt.

Bitte:  Herr Jesus, hilf mir so zu sehen, wie du siehst.

1. Sohn Davids, hab Erbarmen mit uns! Herr Jesus, diese blinden Männer haben dich demütig und reuevoll gesucht. Sie waren sich ihrer Begrenztheit und Schwäche bewusst, als sie zu dir gekommen sind. Und gerade deshalb sind sie ja zu dir gekommen. Wenn sie gesund gewesen wären, wären sie vielleicht niemals zu dir gekommen. Sie bemitleideten sich nicht selbst und haben sich nicht über ihre Lage beklagt, als sie zu dir gekommen sind. Sie fragten nicht: „Warum hast du zugelassen, dass wir blind geboren wurden? Das ist nicht fair, dass ich nicht sehen kann. Warum musste mir das geschehen?“ In ihrem Leid stellten sie keine solchen Fragen – die Art von Fragen, welche ich so oft zu stellen neige. Herr, bitte hilf mir, meiner Schwäche tief bewusst zu sein und zu dir inmitten von Prüfungen zu kommen. Jene Männer, die einst blind waren, konnten sich mit ihren Flügeln des Glaubens in die Höhe schwingen. Welche Gnadengeschenke möchte mir unser Herr durch meine gegenwärtigen Krankheiten und Leiden gewähren?

2. Glaubt ihr, dass ich das tun kann? Herr Jesus, alle Dinge wurden durch dich geschaffen. Ich glaube wirklich, dass du heilen kannst; ich glaube wirklich, dass du die absolute Gewalt über alle geschaffenen Realitäten hast. Bitte vermehre meinen Glauben an dich und an deine Macht über alle Ereignisse und Aktivitäten meines Lebens. Ich glaube, dass du alles, was mir geschieht, aus einem bestimmten Grund zulässt. Wenn es schwere Dinge sind, lässt du sie zu, weil du dadurch etwas Gutes für mich bewirken kannst. Bitte stärke mich, damit ich dir helfen kann, Gutes aus Bösem hervorzubringen.

3. Sie gingen weg und erzählten von ihm in der ganzen Gegend. Wenn wir demütig und gläubig zu Jesus kommen, wirkt er in unserem Leben wirklich auf bemerkenswerte Weise. Sein Handeln in unserem Leben bewirkt, dass wir ihn immer mehr lieben und in unserem Innern eine tiefe Dankbarkeit erfahren. Obwohl Jesus die Männer ernsthaft warnte, konnten diese nicht darüber schweigen, dass er sie geheilt hatte. Und auch wir können unsere Dankbarkeit vor allem dadurch zeigen, indem wir den Menschen um uns herum erzählen, welche großen Dinge Jesus für uns getan hat. Sein Wirken in unserem Leben inspiriert uns, sein Wort zu verbreiten. Wie können wir dieses Licht unter einen Scheffel stellen? Wie kann eine Stadt auf einem Hügel verborgen bleiben? Wie können wir den Menschen um uns herum nicht von den großen Dingen erzählen, die Jesus für uns getan hat?

Gespräch mit Christus:  Herr, deine Wege sind nicht meine Wege. Du siehst dort Gutes, wo wir vielleicht nur Böses sehen. Ich brauche die Sicht des Glaubens, damit ich Taten und Ereignisse mit einer Haltung des Vertrauens und der Dankbarkeit deuten kann. Ich lege alles in deine Obhut. Ich vertraue auf dich und möchte auch andere davon überzeugen, auf dich zu vertrauen.

Vorsatz:   Ich möchte jemandem, der in Not ist, ein Wort oder eine Geste der Ermutigung schenken.


Stärke in der Schwachheit

6. Dezember 2008

Samstag der ersten Woche im Advent

P. John Doyle LC

Mt 9,35-10,1,5a,6-8
Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich glaube an dich, du bist der Herr des Himmels und der Erde. Herr Jesus, ich vertraue auf deine Güte und liebende Sorge um mein Wohl und das Wohl jedes einzelnen Menschen auf dieser Erde. Herr Jesus, ich liebe dich und möchte dir immer besser dienen. Ich bin kein besonders gutes oder starkes Werkzeug, aber ich weiß, dass du durch die, die auf dich vertrauen, alles tun kannst.

Bitte:  Hilf mir, Herr, die Geheimnisse deines heiligsten Herzens zu ergründen und mit Liebe zu antworten.

1. Das Herz Christi. „Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Jesus ist unser Schöpfer und unser Erlöser. Er weiß, dass wir vor allem seine Freundschaft suchen, ob wir darum wissen oder nicht. Er weiß, dass nur er allein unsere innersten Sehnsüchte stillen kann. Wir müssen mit Jesus Mitleid haben, wenn wir an seine Leiden denken, an seine Wunden, die ihm so viele Seelen zufügen, wenn sie sich weigern, sich ihm zuzuwenden, der einzigen Quelle des Lichts, des Lebens und des Glücks. Denke ich jemals daran, wie sehr sich Jesu Herz aufgrund der Gleichgültigkeit und der Ablehnung so vieler Seelen, die er unendlich liebt, nach Trost sehnt?

2. Bittet den Herrn der Ernte. „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.“ Es gibt so viele Seelen, die Heilung brauchen und so wenige, die unserem Herrn helfen, sein Reich aufzubauen und Seelen zu retten. „Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.“ Christus ruft uns, ihm bei seiner Sendung zu helfen. Wir dürfen nicht gleichgültig bleiben, wenn unsere Brüder und Schwestern um Hilfe schreien, weil sie die Wahrheit nicht kennen und Gottes wunderbare Liebe nicht erfahren haben. Wir müssen davon überzeugt sein, dass Jesus die einzige Antwort auf ihre Sehnsüchte ist. Bete ich oft zum Herrn der Ernte? Ist es mir bewusst, dass ich gerufen bin, Arbeiter bei der Ernte des Herrn zu sein?

3. Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Jesus sendet uns, obwohl wir uns schwach und hilflos vorkommen. Können wir „die Kranken heilen, die Toten erwecken, die Aussätzigen reinigen und die Dämonen austreiben?“ Gibt es niemanden anderen, Herr? Nein. Christus ruft uns aus demselben Grund, aus dem er seine ersten Apostel gerufen hat, nämlich, weil er die Schwachen erwählt, um zu zeigen, dass er es ist, der alles bewirkt. „Getrennt vom Weinstock könnt ihr nichts tun“ (vergleiche Joh 15,5). Aber mit ihm vereinigt werden wir Frucht bringen. Vertrauen wir auf ihn, besonders wenn wir unsere Schwachheit und Unfähigkeit spüren. Der heilige Apostel Paulus erinnert uns daran: „Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt“ (Phil 4,13), und „denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ (2 Kor 12,10).

Gespräch mit Christus:  Oh Herr Jesus, ich möchte auf die Sehnsüchte deines Herzens antworten. Du hast uns so sehr geliebt, dass du für uns am Kreuz gestorben bist, und wir antworten dir so armselig. Du verdienst unsere dankbare und treue Liebe, aber wir lassen dich so oft im Stich. Ich möchte dein heiligstes Herz trösten, indem ich mithelfe, viele Seelen in Freundschaft mit dir zurückzubringen. Ich möchte ein Teil der Lösung und nicht ein Teil des Problems sein; trotzdem fühle ich mich unwürdig für die Aufgabe, dein Apostel zu sein. Hilf mir, mit dir mitzuarbeiten. Hilf mir, deine Sehnsucht, uns zu heilen und dich um uns zu kümmern, zu stillen. Hier bin ich, Herr, um deinen liebenden Willen zu tun.

Vorsatz:   Ich will heute vor das Allerheiligste hintreten, um meine Verbindung und Freundschaft mit meinem auferstandenen Herrn zu vertiefen und ihn zu bitten, mehr heilige Priesterberufungen für seine Kirche auszusenden.