Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 23. November 2008 bis Samstag 29. November 2008

Vierunddreißigste Woche im Jahreskreis

P. Eamonn Shelly LC

Die rechte Hand Christi sein Sonntag
Ein großes Abenteuer der Liebe Montag
Licht für die Welt sein Dienstag
Der liebenswürdige Gast unserer Seele Mittwoch
Glaube so groß wie ein Senfkorn Donnerstag
Das Wort bleibt ewig bestehen Freitag
Seid wachsam Samstag


Die rechte Hand Christi sein

23. November 2008

Christkönigssonntag

P. Eamonn Shelly LC

Mt 25,31-46
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ewiger Hirte, du bist der König der Könige und der Herr aller Herren. Hilf mir nach deinem Willen und Beispiel zu leben. Entzünde in meinem Herzen das Feuer deiner Liebe. Gewähre mir die Gnade, den Menschen, denen ich heute begegne, so zu dienen, als wenn ich dir dienen würde.

Bitte:  Herr, hilf mir dein Antlitz in den Gesichtern meiner Mitmenschen zu erkennen. „Sucht mein Angesicht! Dein Angesicht, Herr, will ich suchen” (Ps 27,8-9).

1. Die rechte Hand. Jesu Botschaft ist einfach. Wir sollen auf Erden seine rechte Hand sein, damit wir auch im Himmel einmal an seiner rechten Seite stehen dürfen. Wenn es bei einem Basketballmatch kurz vor dem Ende zu einem entscheidenden Korbwurf kommt, wird natürlich der beste Spieler für diesen Wurf ausgewählt. Das ist ein Spieler, der täglich trainiert. Er trainiert über das übliche Muss hinaus. Er gibt immer sein Bestes, auf und außerhalb des Feldes. Er ist die rechte Hand des Trainers. Jesus möchte, dass wir alle seine rechte Hand seien. Jesus braucht von uns allen den äußersten Einsatz unserer Freude und Begeisterung für seinen Plan, unseren Mitmenschen in Liebe zu dienen. Dann werden wir von Jesus diese wunderbaren Worte hören: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.“

2. Vielsagendes Zeugnis. In unserer heutigen Welt wird über alles Mögliche immer und immer wieder geredet. Alle möglichen Leute, seien es Politiker, Medienstars und viele andere bekannte und unbekannte Gesichter geben über alles mögliche Erdenkliche ihre Meinung so zum Besten, als ob sie die Wahrheit für sich gepachtet hätten. Jesus aber sieht hinter all dieses Gerede. Er weiß, dass der Mensch an seinen Taten gemessen werden wird. In diesem Evangelium treten die Gerechten als demütige Diener auf. Jesus schätzt ihr liebevolles Tun, welches in aller Stille Zeugnis gibt vom Zustand ihrer Seele und von der Tiefe ihrer Liebe. „Die Welt braucht dringend das große prophetische Zeichen der Nächstenliebe! Es genügt nicht, von Christus zu ‚reden‘; man muss ihn gleichsam ‚sichtbar‘ werden lassen durch das beredte Zeugnis des eigenen Lebens.” (Papst Johannes Paul II., Botschaft, Weltjugendtag, 22. Februar 2004)

3. Taten der Nächstenliebe. „Amen, ich sage euch, was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Jesus identifiziert sich selbst mit jedem Menschen, der von Gott erschaffen ist. Wenn wir irgendeinem Namenlosen etwas Gutes tun, dann tun wir es gleichsam für Christus. Immer wenn wir uns bücken, um jemandem behilflich zu sein, dann ist es, als ob wir unsere Knie vor unserem Herrn und König beugen. Jeder Tag bietet unzählige Gelegenheiten um innezuhalten, um die Bedürfnisse unserer Familienangehörigen und Mitmenschen zu sehen und ihnen zu helfen. Wir müssen die Gelegenheiten nutzen, damit uns Christus am Tag unseres Gerichts nicht anklagen muss wegen der unterlassenen Taten der Nächstenliebe in unserem alltäglichen Leben.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, hilf mir, ein Zeuge deiner Liebe und deines Erbarmens zu sein. Gewähre mir die Gnade, innezuhalten und deine großzügige und barmherzige Liebe jedem zu schenken, dem ich heute begegne.

Vorsatz:   Ich will eine Tat der Nächstenliebe für einen Menschen tun, der heute meine Hilfe braucht, mit derselben Liebe und Aufmerksamkeit, als ob ich es für Christus täte.


Ein großes Abenteuer der Liebe

24. November 2008

Montag der vierunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Andreas Dung-Lac und Gefährten

P. Eamonn Shelly LC

Lk 21,1-4
Jesus blickte auf und sah, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. Dabei sah er auch eine arme Witwe, die zwei kleine Münzen hineinwarf. Da sagte er: Wahrhaftig, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle anderen. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss geopfert; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ewiger Hirte, ich danke dir für deine großzügige Liebe. Sei du mein Licht und mein Hirte bei all meinen Worten und Taten und meine Freude und mein Friede in jeder schweren Stunde.

Bitte:  Herr, gewähre mir die Gnade, das Gute in deinem Plan für mein Leben zu sehen.

1. Fürchtet euch nicht. „Sie gab alles, was sie besaß. Und doch machte sie ein großes Geschäft, weil sie Gott in ihrem Herzen hatte. Gott in seiner Seele zu besitzen ist alles Gold in den Minen Salomons wert. Wer hat jemals mehr als diese Witwe gegeben, die nichts für sich selbst behielt?“ (Hl. Augustinus, Predigt 107 A) Die Witwe liebte Gott so sehr, dass sie ihre letzten zwei Münzen in den Opferkasten des Tempels warf und übergab sich ganz Gottes gnädiger Fürsorge. Sie hatte keine Furcht. Auch wir sollten solch ein Vertrauen in Gott haben. Wie auch immer heute unsere Lebensumstände sein werden, so sollten wir uns ohne Furcht Gott übergeben, denn er hat den einen und einzig wahren Plan für unser Leben in seinen Händen.

2. Drehungen und Wendungen. Die Achterbahn des Lebens hat viele Drehungen und Wendungen. Wir können nie sicher sein, was vor uns liegt und was wir in der Zukunft brauchen. Trotzdem sollen wir uns durch Gottes Versprechen darin bestärken lassen, dass er uns geben wird, was wir im jeweiligen Moment brauchen werden. Gott schenkt uns in seiner unendlichen Güte die notwendige Gnade, die wir brauchen, um die Freuden und Sorgen des Alltags zu bewältigen. Er gibt seine Gnaden für den gegenwärtigen Moment. Wir sollten uns niemals davor fürchten, was die Zukunft bringen könnte. Jesus weiß, was wir brauchen. Wenn wir uns so wie die Witwe Gottes Fürsorge anvertrauen, werden wir die Tiefe seiner Liebe und seines Schutzes erfahren.

3. Auf Heimfahrt. Das Herz der Witwe war auf Gott hin orientiert. Sie wollte ihm etwas geben. Was könnte sie ihm geben, das seinen heiligen Namen verherrlichen würde? Sie ging zum Opferkasten des Tempels und warf ihre zwei letzten Münzen hinein. Der Klang dieser zwei kleinen Münzen, die in den Kasten fielen, hallte im Herzen Jesu wider und erfüllte es mit Freude. Diese zwei kleinen Münzen hatten einen großen Wert im Licht der Ewigkeit. Die Welt bietet materiellen Komfort, den Anreiz von Erfolg und den Applaus der Anderen, aber unser Leben hat allein in Verbindung mit Gott wahren Sinn. An jedem Tag, wenn wir Entscheidungen treffen, sollten wir diese im Licht dessen tun, was sie für unser ewiges Heil bedeuten. Wir müssen uns fragen: „Wird mir das dabei helfen, in den Himmel zu kommen?“

Gespräch mit Christus:  Herr, mögen heute meine Taten dein Herz zum Singen vor Freude bringen. Hilf mir, meine Entscheidungen im Licht der Ewigkeit zu treffen. Lass mich allein das wählen, was gut und edel, heilig und rein ist.

Vorsatz:   Bevor ich heute wichtige Entscheidungen treffe, werde ich innehalten und darüber beten.


Licht für die Welt sein

25. November 2008

Dienstag der vierunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Katharina von Alexandrien

P. Eamonn Shelly LC

Lk 21,5-11
Als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden.

Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt? Er antwortete: Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach! Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ewiger Hirte, lass mich die Wahrheit immer mehr erkennen und lieben. Vermehre meinen Eifer, deine Lehren zu kennen, damit ich dein Wort denen weitergeben kann, die im Dunkeln leben.

Bitte:  Herr, gewähre mir die Gnade, überzeugt und selbstbewusst zu anderen über die Gründe meines Glaubens zu sprechen.

1. Wenn er wiederkommt. Jesus beschreibt die letzte Prüfung, welche die Kirche vor seinem zweiten Kommen bestehen muss. Dabei schenkt er uns einen Blick auf die wunderbare übernatürliche Macht, die in jener Zeit gegenwärtig sein wird. Die Naturkatastrophen, die sich in letzter Zeit ereignet haben, lassen uns die Macht der Naturgewalten verspüren und lassen uns erkennen, wie zerbrechlich unser Leben hier auf Erden ist. Jesus will aber nicht, dass wir uns fürchten. Jesus will, dass wir auf die wunderbare rettende Macht Gottes vertrauen. Gott gab seinen einzigen Sohn für uns hin, damit wir mit ihm auf ewig im Himmel leben könnten. „Jesus Christus ist der Herr: er besitzt alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Er ist ‚hoch über alle Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften‘ erhoben, denn der Vater hat ihm ‚alles‘ ‚zu Füßen gelegt‘“ (Katechismus der Katholischen Kirche, 668).

2. Glaubwürdige Zeugen. Jesus wird am Ende der Zeiten kommen, um die Lebenden und die Toten zu richten. Wenn er kommt, „wird der verherrlichte Christus die innersten Gesinnungen der Herzen aufdecken um jedem Menschen nach seinen Werken vergelten, je nachdem, ob dieser die Gnade annahm oder zurückwies“ (Katechismus der Katholischen Kirche, 682). Jesus nennt uns nicht den genauen Tag und die Zeit seines zweiten Kommens. Darum ist es wichtig, dass wir heute Christi mächtige verwandelnde Gnade annehmen und durch unsere Taten und Worte glaubwürdige Zeugen dieser Gnade sind. Wir können vom Beispiel der Samariterin lernen, die Christi verwandelnde Gnade am Brunnen empfangen hat. Sie ließ freudig ihren Wasserkrug zurück und lief tanzend zurück in die Stadt mit einem Herzen voller Licht, um den Leuten dort voller Eifer von ihrer Begegnung mit Christus zu erzählen (vergleiche Joh 4): „Das Zurücklassen des Wasserkrugs, wie das Wegwerfen seines alten Mantels durch Bartimäus, symbolisiert die Neuheit des Lebens, das alles von Jesus, der Quelle des Lebens, erlangt“ (Erasmo Leiva-Merikakis, The Way oft he Disciple). Wie die Samariterin können auch wir glaubwürdige Zeugen unseres neuen Lebens in Christus sein, indem wir die innere Verwandlung unserer Seele in unseren äußeren Taten zum Ausdruck bringen, auf dass, wenn Christus wiederkommt, sein Urteil über uns so lauten wird: „Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener.“ (Mt 25,21)

3. Von innen nach außen. Das strahlende, verwandelnde Licht, welches Petrus, Jakobus und Johannes bei der Verklärung sahen, ist das Licht, welches wir bei Christi zweitem Kommen sehen werden. Jesus wird in Herrlichkeit als der Sohn Gottes und der König der Könige kommen. Bis zu dieser Zeit sendet Jesus alle seine Apostel aus, um die Welt in seinem Namen zu evangelisieren. Christus sagt nicht, dass es einfach sein wird. Er warnt alle, die ihm nachfolgen, davor, sich nicht von jenen täuschen zu lassen, die sich als Messiasse ausgeben. Er sagt ihnen, dass sie Verfolgung, Hass und vieles mehr erfahren werden. Aber Jesus braucht sie, damit sie Kinder des Lichtes seien, Lampen, die in der Dunkelheit leuchten. „Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts!“ (Eph 5,8). Christus will, dass wir alle von Innen nach Außen verwandelt werden, geformt von seiner verwandelnden Gnade, damit wir hinausgehen können und voll Überzeugung die Welt in seinem Namen evangelisieren könnnen.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ewiger Hirte, ich danke dir für deine wunderbare verwandelnde Gnade. Ich möchte ein Kind des Lichtes für diese Welt sein. Schenke mir die Begabung, ein wortgewandter und glaubwürdiger Zeuge für die wunderbare rettende Macht Gottes zu sein.

Vorsatz:   Ich will heute mit zwei Personen über den Grund meiner Hoffnung und meines Glaubens sprechen.


Der liebenswürdige Gast unserer Seele

26. November 2008

Mittwoch der vierunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Konrad und hl. Gebhard

P. Eamonn Shelly LC

Lk 21,12-19
Jesus sagte zu der Menge: Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, du führst und lehrst mich durch den Heiligen Geist. Du zeigst mir die Tiefe deiner Liebe zu mir auf Schritt und Tritt. Ich will dir meine Liebe durch mein beständiges Beten zeigen.

Bitte:  Herr, hilf mir auf die Eingebungen des Heiligen Geistes zu vertrauen. Gewähre mir die Gnade, auf sie zu bauen und voller Vertrauen und Einfachheit heute zu handeln.

1. Totales Vertrauen. Jesus nimmt bei seinen Worten kein Blatt vor den Mund. Er spricht geradeheraus und einfach, als er den Aposteln sagt, dass sie Verfolgung, Hass und vielleicht sogar der Tod erwartet, nur weil sie seine Apostel sind. Er sagt ihnen auch, dass sie, obwohl sie mit diesen negativen Erfahrungen rechnen müssen, sich nicht im Voraus darauf vorbereiten sollten. Sie sollen vielmehr einfach vertrauen und auf die den Heiligen Geistes warten, der ihnen eingeben wird, was sie sagen und tun sollen. „Vertrauen ist keine abstrakte mentale Tugend, sondern ein radikaler Akt von Sich-Selbst-Anvertrauen, der Übergabe seines ganzen Seins in die Hände Gottes genau in dem Moment, in dem es menschlich gesprochen darauf ankommt, größte Selbstinitiative zu ergreifen und alle seine eigenen Kräfte einzusetzen“ (Erasmo Leiva-Merikakis, The Way of the Disciple).

2. Prompte Kooperation. Gott sandte uns den Heiligen Geist, um uns zu stützen und zu erleuchten. Er ist der liebenswürdige Gast unserer Seele. Wir haben in ihm einen wirklichen Freund und Helfer. Wir müssen auf die sanften Eingebungen des Heiligen Geistes achten. Diese Eingebungen werden uns in den gewöhnlichen Aktivitäten unseres täglichen Lebens geschenkt, so wie der Rat, den uns ein Freund gibt oder den wir beim Lesen eines guten Buches bekommen, oder sie können so schnell wie ein Blitz aufleuchten und uns plötzlich Klarheit in einer Angelegenheit geben, die uns gerade beschäftigt. Wir können natürlich außergewöhnliche Eingebungen mit unserem Seelenführer oder einem Freund besprechen, wenn wir aber die Gewissheit haben, dass es der Heilige Geist ist, der uns inspiriert, dann will Christus, dass wir vertrauen und handeln. Die Eingebungen des Heiligen Geistes brauchen nicht unsere menschliche Vorbereitung, sondern sie verlangen von uns unsere Achtsamkeit auf das Übernatürliche und unsere Kooperation.

3. Ich bin schwach und er ist stark. Der heilige Paulus sagte: „Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ (2 Kor 12,10) Jesus verspricht, dass er in unseren Prüfungen bei uns sein wird. Er verspricht, dass unser Ausharren um seines Namens willen belohnt werden wird. Jesu Gnade genügt, um uns in jedem Augenblick zu stützen, aber er möchte, dass unser Glaube stärker wird. Jesus braucht uns als gereifte Jünger, die auf die Kraft seiner Gnade vertrauen, wenn wir das Reich Christi in der Welt ausbreiten. „Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit.“ (2 Kor 12,9)

Gespräch mit Christus:  Herr, ich vertraue mich deiner Fürsorge an, denn wenn ich schwach bin machst du mich stark. Hilf mir, still zu werden, damit ich das sanfte Flüstern des Heiligen Geistes hören kann und seinen Eingebungen folgen kann.

Vorsatz:   Ich will heute zur heiligen Messe in meiner Pfarrei gehen. Ich will auf das Wirken des Heiligen Geistes in meiner Seele achten, der mich vielleicht aufrufen möchte, einen freiwilligen Dienst zu übernehmen.


Glaube so groß wie ein Senfkorn

27. November 2008

Donnerstag der vierunddreißigsten Woche im Jahreskreis

P. Eamonn Shelly LC

Lk 17,11-19
Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein. Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien. Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ewiger Hirte, du nährst meine Seele mit deinem Leib und Blut. Du gibst mir Leben durch die Eucharistie. Gewähre mir die Gnade, dir in meinem Leben nachzufolgen und immer ähnlicher zu werden.

Bitte:  Herr Jesus, wie wertvoll sind mir die Augenblicke, wo ich deinen Leib und dein Blut empfange. Schenk mir die Gnade, immer die Möglichkeit zu haben, täglich zur heiligen Messe gehen zu können, damit ich von dir das Leben und Gnaden empfangen kann.

1. Sich zutiefst nach Christus sehnen. Die Leute im Dorf hatten gehört, dass Jesus sie besuchen kommt. Ihre Neugier über diesen Jesus Christus muss groß gewesen sein. Als Jesus das Dorf betritt, ließen die Bewohner alles stehen und liegen und gingen zu ihm. Da näherten sich Jesus plötzlich zehn Aussätzige und flehten ihn um sein Erbarmen und ihre Heilung an. Was dachten nun wohl die anderen Dorfbewohner? Vielleicht sagten sie zueinander: „Diese Aussätzigen sind verrückt! Sie nennen diesen Mann ‚Meister‘ und tun so, als ob sie tatsächlich glaubten, dass er sie heilen könnte!“ Wenn die Aussätzigen in den Augen der Menge auch als verrückt galten, so streckten sie sich doch voller Glauben dem Einen Heiligen entgegen, der sie heilen konnte. Ihr Glaube wurde belohnt. Welche Selbstgefälligkeit hindert uns daran, Christus für unsere eigene Heilung zu suchen? Wir müssen wie die Aussätzigen werden und Jesus mit großem Glauben und großer Achtung entgegengehen. „Meister, hab Erbarmen mit uns!”

2. Ein starker Glaube. Alle zehn Aussätzigen folgten den Anweisungen Jesu, und alle zehn wurden geheilt, als sie sich auf den Weg machten. Jedoch kehrte nur ein Aussätziger zurück. Er kam zurück und pries Gott, er warf sich zu den Füßen Jesu nieder und dankte ihm. Die Dorfbewohner wunderten sich über die Rückkehr dieses Mannes. Er war als Aussätziger weggegangen und kehrte als Gesunder zurück. Der Glaube dieses Mannes war echt. Er wusste, wer ihn geheilt hatte, und seine Dankbarkeit brachte seinen tiefen Glauben zum Ausdruck. Dieser Aussätzige hatte zu Christus um Hilfe geschrieen und war erhört worden, und das wollte er nie mehr vergessen. Sein Lohn war die Erneuerung seiner Seele und eine innige Erfahrung des Erbarmens und der Liebe Gottes.

3. Den guten Lauf vollenden. Obwohl alle zehn Aussätzigen geheilt worden waren, war der Glaube nicht bei allen so stark verwurzelt: nur einer kehrte zurück und warf sich zu den Füßen Jesu nieder. Liegt das kleine Senfkorn unseres Glaubens noch auf hartem Boden? Wir müssen darauf achten, dass unser Glaube in fruchtbaren, tiefen Boden des Gebets und der Eucharistie gesät wird, damit er bis zum Ende fortdauern und bestehen kann. „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten.“

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ewiger Hirte, immer wenn ich zu dir im Gebet rufe, erhörst du mich und stehst mir bei. Ich danke dir für deine barmherzige Liebe. Stärke und nähre weiterhin meine Seele, wenn ich deinen heiligen Leib und dein heiliges Blut empfange. Lass das Wunder der Eucharistie die Wurzeln meines Glaubens vertiefen, damit ich ein starker und treuer Apostel sein kann.

Vorsatz:   Ich will täglich zur heiligen Messe gehen und einen Freund dazu einladen.


Das Wort bleibt ewig bestehen

28. November 2008

Freitag der vierunddreißigsten Woche im Jahreskreis

P. Eamonn Shelly LC

Lk 21,29-33
Und Jesus gebrauchte einen Vergleich und sagte: Seht euch den Feigenbaum und die anderen Bäume an: Sobald ihr merkt, dass sie Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ewiger Hirte, vermehre mein Wissen und meine Liebe zur Wahrheit. Hilf mir, eifrig deine Lehren kennenlernen zu wollen, damit ich dein Wort denen mitteilen kann, die im Dunkeln leben.

Bitte:  Herr, vermehre meinen Glauben an dein Wort, damit ich die Welt evangelisieren kann.

1. Auf Christus ausgerichtet. Jesus nennt uns nicht das genaue Datum und die Zeit seines zweiten Kommens, aber er versichert uns, dass es Zeichen geben wird, die uns erkennen lassen, dass sein Kommen nicht mehr fern ist. Er will, dass wir aufmerksam sind und seine Wiederkunft in freudiger Hoffnung erwarten. Unser Blick muss auf Christus ausgerichtet sein, damit wir bei seiner Ankunft am Ende der Zeiten vorbereitet sind. Wir können unsere Herzen vorbereiten, indem wir uns Zeit für das Gebet nehmen, die heilige Messe besuchen, in der heiligen Schrift lesen und Gottes Willen jeden Tag erfüllen.

2. Jesus als persönlichen Erlöser annehmen. Jesus will, dass alle Menschen in sein Reich eintreten. Er sehnt sich wirklich zutiefst danach, die Ewigkeit zusammen mit uns zu verbringen. Wir können das Eintreffen dieser Verbundenheit beschleunigen und seiner Herde schon hier auf Erden eingereiht werden, wenn wir die Worte unseres Herrn hören und annehmen: „Denn das Wort des Herrn ist gleich einem Samen, der auf dem Acker gesät wird: die es im Glauben hören und der kleinen Herde Christi beigezählt werden, haben das Reich selbst angenommen; aus eigener Kraft sprosst dann der Same und wächst bis zur Zeit der Ernte (Lumen Gentium, 5). Jesus als unseren persönlichen Retter annehmen und die Lehren der heiligen Schrift und der Kirche kennen wird bewirken, dass unser Glaube aufsprießt und bis zur Ernte des zweiten Kommens Jesu wachsen wird.

3. Zeit des Frühlings. Christus hofft auf eine reiche Ernte, wenn er wiederkommt. Der Frühling der Neuevangelisation, welchen Papst Johannes Paul II. angekündigt hat, hat schon viele Seelen dazu bewegt, Christus als ihren Retter und Erlöser anzunehmen. Während seines Lebens hat Papst Johannes Paul II. die Welt durch sein Beispiel erbaut. Seine Enzykliken und Bücher haben viele Menschen erleuchtet. Die Weltjugendtage und andere Evangelisierungsbemühungen der Kirche haben die Samen des Glaubens bis an die Enden der Erde ausgestreut. Die fortwährenden Ergebnisse dieses Frühlings der Evangelisation kommen im Wachstum der Kirche und im Aufblühen von Priester- und Ordensberufungen zum Vorschein. Jesus Christus hat gezeigt, dass er alle Samen des Glaubens, die wir ausgestreut haben, von der Saat bis zur Ernte nähren und erhalten wird.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ewiger Hirte, lass mich immer für die Begegnung mit dir vorbereitet sein. Du bist mein Retter und Erlöser. Stärke meinen Glauben und meine Erkenntnis, damit ich jeden Tag die Samen des Glaubens ausstreuen kann. Ich will beten, dass die Ernte reich sein wird, wenn du wiederkommst.

Vorsatz:   Ich will heute einen Abschnitt in der heiligen Schrift lesen und betrachten.


Seid wachsam

28. November 2008

Samstag der vierunddreißigsten Woche im Jahreskreis

P. Eamonn Shelly LC

Lk 21,34-36
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Nehmt euch in Acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, so wie man in eine Falle gerät; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir, dass du uns deine Mutter zur Mutter gegeben hast. Sie zieht mich näher zu deinem Herzen. Gewähre mir die Gnade, ihre Tugenden nachzuahmen.

Bitte:  Herr, mach, dass mein Herz allein dir gehört.

1. Augenblicke der Stille. Die Ängste und Sorgen des Alltags können uns davon abhalten, Gott kennenlernen, lieben und ihm dienen zu wollen. Wir sind oft sehr beschäftigt und kümmern uns um alles Mögliche, was unserer Meinung nach getan werden muss. Unsere wichtigste Aufgabe ist aber das Gebet. Es hilft uns, einem Tag die richtige Richtung zu geben, wenn wir jeden Morgen einen Abschnitt aus der heiligen Schrift betrachten. Wenn wir innehalten und in einer Kapelle vorbeischauen und in Stille niederknien, können wir erkennen, dass die kleinen Dinge, um die wir uns so viele Sorgen machen, in Wirklichkeit nicht wichtig sind. Die Zeit, die wir dem Gebet widmen, hilft uns wirklich, unsere Aufmerksamkeit darauf zu richten, worauf es wirklich ankommt und die anderen Dinge im Licht der Ewigkeit zu betrachten.

2. Große Liebe. Gottes Liebe zu jedem Einzelnen von uns ist so groß. Der menschliche Verstand kann die Größe von Gottes Liebe niemals erfassen. Ein mir bekannter Priester spricht oft von der „überreichen kostenlosen Liebe Jesu Christi“. Wenn er diese Worte voller Leidenschaft ausspricht, strahlt er die Tiefe der Liebe Christi aus. Jeder, der diese tiefe und bleibende Liebe Christi zu uns anerkennt, sollte wachsam sein, beständig beten und in der Tugend standhaft bleiben. Christus ermahnt uns, unsere Herzen nicht durch die Prüfungen und Schwierigkeiten unseres Lebens verhärten zu lassen. Er warnt uns vor den Gefahren in der Welt, die uns von seiner Liebe wegziehen. Er will, dass wir tugendhaft leben, damit wir eines Tages in Demut und aufrecht vor dem Menschensohn stehen können.

3. Sanftmütige Liebe. Jesus will, dass wir wachsam und vorsichtig sind. Er will nicht, dass wir uns schutzlos und verwundbar den Gefahren dieser Welt ausliefern. Jesus braucht unseren klaren Verstand und unsere Verantwortlichkeit in allen Umständen. Er weiß aber auch, dass wir manchmal versagen. Im Garten Gethsemani schwitzte Christus Blut und Wasser, als er das erdrückende Gewicht unserer Sünden auf sich nahm. Er bat Petrus zu wachen und zu beten, aber Petrus schlief immer wieder ein. Später hat ihn Petrus sogar verleugnet. Wir sind wie Petrus: Wir sind Sünder, die lau und sorglos werden können und die dadurch den Willen Christi aus den Augen verlieren. Wir können dadurch falsche Entscheidungen treffen und Christus fallenlassen. Jesus zieht aber unsere Aufmerksamkeit wieder auf sich und ermutigt uns sanft, unsere Liebe zu ihm zu erneuern, damit er uns sagen kann, was er von uns erwartet, so wie er es bei Petrus gemacht hat. „Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!“ (Joh 21,17)

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ewiger Hirte, deine unermeßliche Liebe treibt mich an. Hilf mir, vor den Gefahren der Welt auf der Hut zu sein, damit ich ein Leben der Tugend und Reinheit führen kann. Wenn ich falle, ruf mir deine Liebe in Erinnerung und gib mir die Gnade, dein Reich weiter aufzubauen.

Vorsatz:   Ich will heute einen Besuch bei der Gottesmutter Maria, meiner liebsten Mutter, machen und das Gebet „Memorare“ für jemanden beten, der Hilfe braucht.