Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 9. November 2008 bis Samstag 15. November 2008

Zweiunddreißigste Woche im Jahreskreis

P. Daniel Pajerski LC

Lebendige Tempel Sonntag
Zeige mir den Weg Montag
Die Berufung zu dienen Dienstag
Die Macht des Gebets Mittwoch
Suche zuerst das Reich Gottes Donnerstag
Finde dein Leben in der Nachfolge Christi Freitag
Bete ohne Unterlass Samstag


Lebendige Tempel

9. November 2008

Zweiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis
Weihetag der Lateranbasilika in Rom

P. Daniel Pajerski LC

Joh 2,13-22
Das Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen. Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um. Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle! Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich. Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst? Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten? Er aber meinte den Tempel seines Leibes. Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

Einführendes Gebet:   Himmlischer Vater, ich glaube, dass du mich geschaffen hast und dass du mich an deinem Leben durch das Geschenk des Heiligen Geistes teilnehmen lässt. Ich möchte ein lebendiges Zeichen deiner Güte sein, indem ich deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, nachahme.

Bitte:  Herr, hilf mir, dass ich dir mein Herz öffne, und gib mir die Kraft, heute alles zu unterlassen, was mich von dir trennt.

1. Prioritäten. Welche Bedeutung räumen wir der Verehrung Gottes in unserem täglichen Leben ein? Ist der Tag so arbeitsreich, dass wir nicht viel Zeit für ihn zu haben scheinen? Heute erinnert uns Jesus daran, dass in unserem Leben der erste Platz Gott gebührt. Wenn wir dem persönlichen Vorankommen mehr Bedeutung einräumen als unserem Verhältnis zu Gott, dann müssen wir unsere Prioritäten ändern. Jesus zeigt uns bei seinem Auftritt im Tempel, wie tief seine Liebe zum Vater ist und wie ernst er die Verherrlichung des Vaters nimmt.

2. Ein Zeichen vom Himmel. Manchmal zeigte Gott seine Gegenwart dem auserwählten Volk auf spektakuläre Weise – zum Beispiel, als er das Rote Meer teilte, um den Israeliten zu ermöglichen, den Ägyptern zu entkommen. Im heutigen Evangelium teilt Jesus dem Volk mit, dass das bedeutendste Zeichen der Gegenwart Gottes seine Auferstehung von den Toten sein wird. Ewiges Leben und ewige Freude verheißt Jesus denen, die ihn lieben und ihm treu bleiben.

3. Du bist uns nahe. „Er aber meinte den Tempel seines Leibes“. Als Christen glauben wir, dass uns die Taufe zu Söhnen und Töchtern Gottes und zu Brüdern und Schwestern von Christus macht. Wir werden auch zu lebendigen Tempeln des Heiligen Geistes. Welch einen großen Schatz besitzen wir durch die Gnade! Wie bei jedem wertvollen Besitz sollten wir dieses Geschenk pfleglich behandeln. Durch unsere gütige Haltung, unsere ermutigenden Worte und unser großzügiges Handeln bereiten wir dem Heiligen Geist eine würdige Wohnung.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, durch Wort und Tat zeigst du mir den Weg, der zum Himmel führt. Mit dir an meiner Seite, dessen bin ich mir sicher, werde ich niemals straucheln. Bleibe immer bei mir.

Vorsatz:   Ich will heute fünf Minuten in der Bibel lesen.


Zeige mir den Weg

10. November 2008

Montag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Leo der Große, Papst, Kirchenlehrer

P. Daniel Pajerski LC

Lk 17,1-6
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet. Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt. Seht euch vor! Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ändert, vergib ihm. Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben. Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, du hast deine Liebe zu mir durch dein Sterben am Kreuz bezeugt. Dabei zeigtest du mir auch, dass Vergebung möglich ist. Du erwartest, dass ich ein freundliches und versöhnliches Herz habe. Ich bin sicher, du kannst mein Herz in eine Quelle der Liebe und der Vergebung umwandeln.

Bitte:  Herr, du hast Worte des ewigen Lebens. Sei du heute meine Stärke und mache meinen Glauben stark genug, um Berge zu versetzen.

1. Ein Licht auf meinem Weg. „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10). Jedesmal, wenn Jesus uns belehrt, tut er das um unseres ewigen Lebens willen, das den ersten Platz in seinen Gedanken und seinem Herzen hat. Er liebt uns und will, dass wir den Weg gehen, der uns mit ihm auf ewig im Himmel verbindet. Die persönliche Sünde blockiert unseren Weg zum Leben und führt zum geistigen Tod. Heute belehrt er uns über den Ernst der Sünde. Er sagt, dass es besser ist, den physischen Tod zu erleiden, als jemanden zur Sünde zu verführen. Oft sind wir besorgt, dass wir körperlich gesund bleiben, und das aus gutem Grund. Aber Jesus will, dass wir uns mehr Sorgen um die Gesundheit unserer Seele und die Seelen der anderen machen.

2. Durch sein Beispiel geleitet. Wenn uns jemand kränkt, spüren wir den Schmerz der Ablehnung. Aber wenn wir eine Entschuldigung ablehnen, werden auch wir verletzend. Das Kommen Jesu in die Welt eröffnete eine neue Lebensweise. Nicht länger sollte sich das Volk für das Gesetz der Vergeltung entscheiden – „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Jesus lehrte einen neuen Weg des Lebens, und er zeigte uns durch sein eigenes Beispiel, wie man leben soll. Auf uns selbst gestellt würden wir es schon sehr schwer haben, einmal zu vergeben, geschweige denn siebenmal an einem einzigen Tag. Aber Jesus zeigt uns, wie es möglich ist. In seinem Todeskampf am Kreuz sann er nicht auf Vergeltung; er vergab. Wenn wir auf ein Kreuz schauen und uns erinnern, dass Jesus uns am Kreuz vergeben hat, glauben wir dann nicht, dass er uns die Kraft geben wird, unserem Nächsten zu vergeben?

3. Vermehre meinen Glauben. Jesus benutzt das Beispiel vom Entwurzeln eines Baumes, um uns zu einem festen Glauben zu ermutigen. Auf der Oberfläche sehen wir nur den Baum; wir sehen nicht seine Wurzeln. Wir müssen unter die Oberfläche gehen, um sie zu sehen. Unser Handeln kann ähnlich gesehen werden. Der Mensch sieht nur unser sichtbares Handeln, aber Gott sieht „unter die Oberfläche“. Er sieht die Wurzeln unseres Handelns: unsere Motive, die tief in unseren Herzen verwurzelt sind. Christus lädt uns ein, einen so festen Glauben zu entwickeln, dass er den ganzen Baum mit seinen Wurzeln versetzen kann. Der Glaube sollte nicht nur das beeinflussen, was wir tun, sondern auch den Grund, aus dem wir es tun.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, du sagst uns, dass wir ohne dich nichts tun können. Doch ich weiß auch, dass ich mit dir alles zu tun vermag, was du von mir verlangst. Nimm all mein heutiges Handeln an und hilf mir, meine Motive so zu läutern, dass alles, was ich tue, von deiner Liebe geleitet und genährt wird.

Vorsatz:   Ich will innerhalb der nächsten beiden Wochen zur Beichte gehen, um Gottes Vergebung zu erfahren.


Die Berufung zu dienen

11. November 2008

Dienstag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Martin, Bischof von Tours

P. Daniel Pajerski LC

Lk 17,7-10
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken. Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, dass du mir mein Leben gegeben hast, damit ich Frucht bringe, die von bleibendem Wert ist. Ich lege meine Fähigkeiten und Begabungen heute in deine Hände und vertraue darauf, dass du mir hilfst, sie zum Nutzen jener einzusetzen, die in Not sind.

Bitte:  Herr Jesus, du hast während deines Erdenlebens geheilt, gelehrt und Sünden vergeben. Gewähre mir die Freude, die du jenen schenkst, die dir in ihren Nächsten dienen.

1. Liebe ist geduldig. Haben Sie schon mal das Gefühl gehabt, dass niemand ihre verrichtete Arbeit schätzt? Wenn ja, dann sind Sie in der gleichen Situation wie der Sklave im heutigen Gleichnis. Er hatte den ganzen Tag hart gearbeitet, aber anstelle von Anerkennung erhielt er Anweisungen, weiter zu arbeiten. Das ist scheinbar schwer zu vermitteln, aber wir müssen uns erinnern, dass Jesus die Beispiele so auswählt, dass wir den Weg zur spirituellen Reife verstehen können. Wenn wir dem Weg des Dienstes am Nächsten und an unseren Angehörigen folgen, sollten wir uns bemühen, aus reiner Liebe, die auf das Wohlergehen der anderen bedacht ist, zu handeln. Auch wenn es schmerzt, dass niemand unsere Zuwendung bemerkt, sollten wir bedenken, dass Gott in unseren Herzen liest und sich immer freut über das Gute, das wir tun.

2. Wir sind auf Gott angewiesen. Es ist schwer, Anweisungen zu erhalten und gehorsam zu sein; doch der Ruf zu dienen ist auch ein Vertrauensvotum. Wenn wir dienen, stärken wir unsere Familien, unsere Mitmenschen und sogar die Kirche selbst. Niemand von uns ist so talentiert, dass er es nicht nötig hat, sich im täglichen Leben auf andere zu verlassen. Wenn wir bescheiden sind, gelangen wir zu der Einsicht, dass wir andere brauchen, die uns helfen; aber weit wichtiger ist es zu erkennen, dass wir für alles, was gut ist, auf Gott angewiesen sind.

3. Bei weitem mehr. Jesus weiß, was es bedeutet, weit mehr zu tun als nur dem Ruf der Pflicht zu folgen. Er war nicht verpflichtet, ein hilfloses Kind zu werden; dennoch wurde er es, weil er wollte, dass wir ihm näher kommen können. Er brauchte unsere Begrenztheit durch Hunger und Ermüdung nicht zu erleben; dennoch durchlebte er sie, weil er unsere Lasten tragen wollte. Es gab kein Gesetz, das vorschrieb, er müsse am Kreuz sterben; dennoch erlitt er den Kreuzestod, weil seine Liebe keine Grenzen kennt. Wenn wir unser Leben mit dem des göttlichen Herrn vergleichen, müssen wir sagen: „Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan“.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich danke dir, dass du Mensch geworden bist, so dass ich von deinem Beispiel der grenzenlosen Liebe lernen kann. Du hast mir das Leben geschenkt und willst, dass ich es in Fülle erfahre, indem ich die vollkommene Liebe und Hingabe an andere lebe. Ich verspreche dir zu folgen, wo auch immer du mich hinführst.

Vorsatz:   Ich will heute ein paar Augenblicke im Gebet verbringen und Gott bitten, in die Kirche Arbeiter für die Ernte durch Berufungen zum Priester und zum geweihten Leben zu senden.


Die Macht des Gebets

12. November 2008

Mittwoch der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Josaphat, Bischof, Märtyrer

P. Daniel Pajerski LC

Lk 17,11-19
Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein. Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien. Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.

Einführendes Gebet:   Mein Herr und mein Gott, du hast die Macht, alles, was meine Seele entstellt, zu heilen. Wenn ich sündige, vergrößere ich den Abstand zwischen dir und mir, aber jetzt strecke ich im Gebet meine Hand nach dir aus. Ich hoffe auf deine Güte und Gnade.

Bitte:  Herr Jesus, du lehrst mich, zu bereuen und an das Evangelium zu glauben. Gewähre mir deine Vergebung, damit ich auch aufstehe und dir auf dem Weg des Glaubens folge.

1. Herr, erhöre unser Gebet. Aussätzige waren in religiöser und sozialer Hinsicht Ausgestoßene. Sie lebten außerhalb der Stadt, und es war ihnen nicht erlaubt, an öffentlicher Gottesverehrung teilzunehmen. Eine Heilung von ihrem Aussatz bedeutete Linderung ihrer physischen Schmerzen und Leiden sowie eine Rückkehr in die Gesellschaft. Jesus war ihre einzige Hoffnung und deshalb schrien sie zu ihm: „Hab Erbarmen mit uns!“ Wenn wir beten, sollten wir an Jesus mit der gleichen Intensität und dem gleichen Enthusiasmus, wie es die Aussätzigen taten, herantreten. Das Gebet ist eine Einladung, die „Stimme“ unserer Seele zu erheben und Gott um das Geschenk seiner Liebe und Freundschaft zu bitten. Er wird uns immer geben, was wir brauchen.

2. Gehorsam ist Glückseligkeit. Wenn wir Gott um Gutes bitten, scheint es uns oft, dass er auf unser Gebet nicht antwortet. Die Aussätzigen setzten alle Hoffnung darauf, rein zu werden, und wussten, dass Jesus die Antwort auf ihre Gebete war. Anstatt ihre Bitte sofort zu erfüllen, forderte Jesus sie auf, sich den Priestern zu zeigen. Die Aussätzigen waren sogleich bereit, den Worten des Meisters zu folgen. Erst, nachdem sie den Worten Jesu gläubig gehorchten, wurden sie geheilt. Unser Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes öffnet unsere Herzen und lehrt uns, die Dinge aus seiner Perspektive zu sehen. Wir können immer sicher sein, dass seine Worte unsere Seele beleben und unseren Verstand erleuchten.

3. Geben wir Gott die Ehre. Die unterschiedliche Reaktion der Aussätzigen auf ihre Heilung ist für uns eine Lektion über die Tiefgründigkeit unseres Gebets. Alle zehn Aussätzigen waren sehr bemüht, Gutes von Gott zu erhalten, und ihr Verlangen drückte sich aus in ihrer Bitte, geheilt zu werden. Gründlich sorgten sie dafür, dass Gott ihre Stimmen hörte. Aber sobald sie bekommen hatten, worum sie baten, scheinen die meisten von ihnen Jesus vergessen zu haben. Das gleiche kann auch in unserem Leben vorkommen. Wenn wir Gott um etwas bitten, möchten wir sicher sein, dass er unser Gebet hört. Bemühen wir uns ebenso sehr, ihm unseren Dank auszudrücken? Nur der Mann aus Samarien war ebenso eifrig bemüht, Gott zu danken und zu preisen, wie er um Heilung gebeten hatte. Können wir dasselbe sagen?

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich danke dir, dass du am Kreuz für mich gestorben bist. Ich danke dir, dass du mir zeitlebens unzählige Male geholfen hast. Öffne mein Herz und hilf mir, dich mit derselben Ausdauer zu lieben und dir zu dienen, mit der ich dich um Hilfe und Führung gebeten habe.

Vorsatz:   Ich will heute ein Gesätz des Rosenkranzes aufopfern für diejenigen, die an schweren Krankheiten leiden.


Suche zuerst das Reich Gottes

13. Novermber 2008

Donnerstag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis

P. Daniel Pajerski LC

Lk 17,20-25
Als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist schon mitten unter euch. Er sagte zu den Jüngern: Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben. Und wenn man zu euch sagt: Dort ist er! Hier ist er!, so geht nicht hin, und lauft nicht hinterher! Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum andern leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen. Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.

Einführendes Gebet:   Allmächtiger Vater, ich preise dich für diesen Tag, den du mir geschenkt hast. Ich vereine mein Gebet mit der Anbetung, die die Engel und Heiligen dir darbringen. Ich bin mir sicher, dass diese Augenblicke mit dir mein Verlangen stärken werden, deinem Weg zu folgen, der zum ewigen Leben führt.

Bitte:  Herr Jesus, vermehre meinen Glauben. Du hast mir Anteil an deinem Leben gegeben; hilf mir, dass sich dieses Leben immer mehr in meinem Herzen ausbreitet.

1. Niemals aufgeben. Das Leben ist ein wertvolles Geschenk, und jedes Lebewesen braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Es ist beschwerlich zu beobachten, wie ein Baum wächst, aber mit der Zeit sehen wir, dass er größer geworden ist und Früchte trägt. Zu oft wünschen wir uns, sofort und greifbar den Lohn für unsere Anstrengungen zu erhalten, auch wenn Gott uns vielleicht bittet, geduldig vorzugehen. Jesus arbeitete viele Jahre geduldig in Nazareth, und sein himmlischer Vater war mit allem, was er tat, zufrieden. Uns ist neues Leben in der Taufe geschenkt worden. Dieses neue Leben erfordert Zeit und gleichbleibende Anstrengung, um Frucht zu tragen. Tägliches Gebet, häufiger Empfang der Sakramente und ständiges Bemühen um Güte werden uns befähigen, Frucht zu tragen, die von Dauer ist.

2. Arbeiten und beten. Ein voller Terminplan ist heutzutage allgemein üblich. Am Ende eines arbeitsreichen Tages fragen wir uns, wie viel haben wir wirklich geleistet? Vielleicht vergessen wir dabei, uns zu fragen, ob wir auch etwas getan haben, um unsere Freundschaft mit Christus zu festigen. Eine solche Freundschaft mitten in einem arbeitsreichen Tag aufzubauen ist weniger schwierig als wir denken. Mit seiner Gnade nehmen wir tatsächlich am Leben Gottes teil. Christus ist immer bei uns, und wir können unsere tägliche Arbeit mit ihm teilen, indem wir ihm unsere Gedanken im Laufe des Tages immer wieder zuwenden. Beten ist nicht etwa der Versuch, Christus zwischen unser Tun „hineinzuschieben“. Beten heißt, Christus als unseren Begleiter zu haben bei allem, was wir tun, und niemals zu vergessen, für wen wir all das tun.

3. Die Liebe überwindet alles. Wir alle erfahren Leid, aber mit Christus als unserem Freund wissen wir, dass Leid niemals das letzte Wort haben wird. Christus kam, um Licht in unser Gewissen zu bringen und uns vor der Finsternis der Sünde zu bewahren. Unser Verhältnis zu ihm ist etwas Dynamisches, das sich ständig ändert. Er vergleicht sein Leben nach seiner Auferstehung mit dem Aufleuchten eines Blitzes, der durch den Himmel schießt. Wenn ein Mensch verliebt ist, denkt er ständig darüber nach, was er Gutes und Schönes für die Person, die er liebt, tun kann. Liebe ist immer aktiv und niemals müde, alles zu tun, was der geliebten Person helfen wird. Auf diese Art und Weise können wir sogar das Leid für die, die wir lieben, ertragen und dabei dem Beispiel Christi folgen.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, du tatest Gutes jeden Tag, an dem du über diese Erde gingst. Ich will heute an deiner Güte teilhaben. Du littest für mich am Kreuz, und ich weiß, dass dein Beispiel der Liebe mich bestärken wird, heute das zu tun, was dir gefällt.

Vorsatz:   Heute will ich meine Arbeit am Morgen und am Nachmittag durch ein kurzes Gebet Gott aufopfern.


Finde dein Leben in der Nachfolge Christi

14. November 2008

Freitag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis

P. Daniel Pajerski LC

Lk 17,26-37
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Und wie es zur Zeit des Noach war, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein. Die Menschen aßen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging; dann kam die Flut und vernichtete alle. Und es wird ebenso sein, wie es zur Zeit des Lot war: Sie aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten. Aber an dem Tag, als Lot Sodom verließ, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und alle kamen um. Ebenso wird es an dem Tag sein, an dem sich der Menschensohn offenbart. Wer dann auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, soll nicht hinabsteigen, um sie zu holen, und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren. Denkt an die Frau des Lot! Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen. Ich sage euch: Von zwei Männern, die in jener Nacht auf einem Bett liegen, wird der eine mitgenommen und der andere zurückgelassen. Von zwei Frauen, die mit derselben Mühle Getreide mahlen, wird die eine mitgenommen und die andere zurückgelassen. Da fragten sie ihn: Wo wird das geschehen, Herr? Er antwortete: Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.

Einführendes Gebet:   Ich glaube, himmlischer Vater, dass du mich geschaffen hast und mich am Leben hältst. Ich verlasse mich heute auf dich, dass du mir zeigst, wie ich deinen Sohn nachahmen kann. Ich möchte seinen Fußspuren folgen und alle Talente nutzen, die du mir geschenkt hast.

Bitte:  Jesus, du hast immer getan, was deinem Vater gefallen hat. Hilf mir, dich zu verstehen, dich zu lieben und dich nachzuahmen.

1. Setze dein Vertrauen auf Gott. Im Alten Testament gab Gott Noach sehr konkrete Anweisungen, wie er die Arche bauen sollte. Im Buch Genesis heißt es: „Noach tat alles genau so, wie ihm Gott aufgetragen hatte.“ Was war das Ergebnis? Noach und sein ganzes Haus waren vor der Flut gerettet. Der Gehorsam auf das Wort Gottes wird uns immer retten. Als Christen glauben wir, dass wir Gott kennenlernen, indem wir Jesus Christus kennenlernen. Immer wenn wir Jesus hören, seine Worte in uns aufnehmen und seiner Lehre folgen, können wir so zuversichtlich wie Noach sein, dass wir Gott selber hören. Gott rettete Noach vor der zerstörerischen Flut und sandte seinen Sohn, um uns vor der Sünde zu retten.

2. Ich brauche dich. Im Evangelium lädt uns Jesus ein, zu wachen und zu beten. Wenn wir beten und gewissenhaft Gottes Willen in unserem Alltag zu erkennen suchen, sind wir in Zeiten der Versuchung gefestigter. Eine der größten Versuchungen unserer modernen Zeit ist es, auf uns selbst zu bauen und zu glauben, dass wir Gott nicht brauchen. Dies gilt besonders, wenn all die Bedürfnisse des Lebens so leicht erfüllbar sind. Wenn wir uns nicht aufrichtig bemühen, Gott für all seine Geschenke zu danken, können wir zu der abwegigen Auffassung gelangen, wir wären völlig unabhängig. Jesus erinnert uns heute, dass wir unangenehm überrascht werden können, wenn wir ihn aus unserem Leben drängen.

3. Die besten Pläne. „Wo der Heilige Geist einbricht, bringt er stets die Pläne der Menschen durcheinander“ (Kardinal Josef Ratzinger, Weltkongress der kirchlichen Bewegungen und neuen Gemeinschaften, Rom, Mai, 1998). Gott möchte immer das, was gut für uns ist, und er wird uns häufig herausfordern, unsere Denkgewohnheiten zu ändern. Manchmal sind unsere Pläne zu engherzig. Wir suchen nur unseren persönlichen Vorteil, ohne an die anderen zu denken oder an das, was Gott gefällt. Für uns Christen gilt: wenn wir unser Leben „verlieren“, können wir unser Glück in Christus finden.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich danke dir für die Zeit des Gebets, die du mir gewährt hast. Ich weiß, dass du mich gewählt hast, bevor ich dich wählte. Mit Hilfe deines Geistes der Liebe will ich heute viel Frucht bringen.

Vorsatz:   Ich werde mir Zeit nehmen, jemandem, der mir nahe steht, einen Gefallen zu tun.


Bete ohne Unterlass

15. November 2008

Samstag der zweiunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Albert der Große, Bischof, Kirchenlehrer

P. Daniel Pajerski LC

Lk 18,1-8
Jesus sagte seinen Jüngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten: In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind! Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie lässt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht. Und der Herr fügte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt. Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, dass du die Macht hast, alles zu tun, dass du sogar mein Herz aus Stein in ein Herz verwandeln kannst, das dich bedingungslos liebt. Ich weiß, dass deine Gegenwart mir Kraft geben wird, alles zu tun, was du mir aufgetragen hast.

Bitte:  Mein Herr und mein Gott, vermehre meinen Glauben. Gewähre mir die Gnade, auf deine immerwährende Gegenwart zu vertrauen und dir zu helfen, die Welt durch die Liebe zu besiegen.

1. Der gerechte Richter. Wir verdanken Gott unser Leben. Wenn dies das wesentlichste Geschenk Gottes ist, dann ist es nur recht, dass unser Leben ein ständiges Gebet sein sollte. Im Gebet drücken wir unsere Abhängigkeit von Gott aus. Wir sollten nicht in die Falle tappen zu denken, dass das tägliche Gebet ein heroischer Akt sei; vielmehr ist es ein Zeichen unserer Einsicht, dass wir in allem vollkommen von Gott abhängig sind. Daher ist es falsch, Angst wegen materieller Dinge zu haben. Meinen wir wirklich, der „gerechte Richter“ wird vergessen, was wir zum Leben brauchen? Er wird liebevoll darauf achten, dass wir alles erhalten, was wir brauchen.

2. Stoff zum Nachdenken. Heute erfahren wir, was Christus über das Beten denkt. Jesus war ständig im Gespräch mit dem Vater. Da er immerzu mit seinem Vater sprach, gab es niemals irgendwelche Unstimmigkeiten. Auf sein öffentliches Auftreten bereitete er sich vierzig Tage im Gebet vor. In der Wüste war die Einheit, die er mit dem Vater im Gebet pflegte, eine Festung, in die sogar die starke Versuchung des Teufels nicht eindringen konnte: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (Mt 4,4). Gebet kann auch unser tägliches Brot werden, und mit seiner Hilfe werden wir alles erfüllen können, worum er uns bittet.

3. Heiliger Thomas, lehre mich zu glauben. Wenn jemand skeptisch ist, bezeichnen wir ihn als „ungläubigen Thomas“. Der heilige Apostel Thomas ist jedoch ein Beispiel gerade des Glaubens, von dem Christus in dem heutigen Evangelium spricht. Thomas war nicht der einzige Apostel, der vor dem Kreuz geflohen war. Christus zeigte Thomas nach seiner Auferstehung seine Hände und seine Seite, aber Thomas musste immer noch mit Glauben antworten. Es stimmt nicht, dass Thomas nicht an Gott glaubte; er hat vielmehr den Jüngern nicht geglaubt. Sein anfänglicher Unglaube und seine Befürchtung sind eigentlich unsere größte Gewissheit. Unser Glaube basiert auf der Lebenserfahrung gewöhnlicher Männer und Frauen. Die anderen Apostel glaubten, weil auch sie den auferstandenen Christus sahen. Somit können wir sicher sein, dass die Grundwahrheiten unseres Glaubens auf sicherem Fundament stehen und wir dürfen voll Freude das Kommen unseres Herrn in Herrlichkeit erwarten.

Gespräch mit Christus:  Jesus, du hast Worte des ewigen Lebens. Ich freue mich über deine Gnade und deine Wahrheit, durch welche ich dir ähnlicher werden kann. Du befreitest mich durch deinen Tod und deine Auferstehung von meinen Sünden. Hilf mir, durch die Art und Weise, wie ich meinen Alltag lebe, dir zu danken.

Vorsatz:   Ich werde einige Augenblicke vor unserem Herrn in der Eucharistie oder im stillen Gebet verbringen und ihm für die vielen Gnaden danken, die er mir geschenkt hat.