Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 19. Oktober 2008 bis Samstag 25. Oktober 2008

Neunundzwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Alfonse Nazzaro LC

Ich gehöre zu Gott Sonntag
In Einklang mit sich selbst und mit Christus Montag
Ich möchte dich besser kennenlernen Dienstag
Unglaubliche Geduld ist unglaubliche Gnade Mittwoch
Auf Christus getauft Donnerstag
Die Liebe täglich leben Freitag
Unschätzbare Liebe Samstag


Ich gehöre zu Gott

19. Oktober 2008

Neunundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

P. Alfonse Nazzaro LC

Mt 22,15-21
Damals kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person. Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

Einführendes Gebet:   Gott, im Wissen darum, dass du mein Schöpfer bist und ich dein bin, gebe ich mich dir hin. Herr, möge ich mich niemals an die Welt verkaufen, weil ich schon dir gehöre.

Bitte:  Herr, hilf mir, mich dir ganz hinzugeben, so dass allein dein Wille mein Verlangen ist.

1. Gib dich ganz hin. Wenn wir Gott unser ganzes Wesen schenken, sind wir in der Lage, Gott ganz zu empfangen. Sobald wir erkennen, dass wir ohne unseren Schöpfer nichts sind, können wir uns besser dem Willen des Schöpfers unterordnen. Wir ordnen uns oft den Anforderungen der Welt unter, was das Einhalten unserer Prinzipien, der Gebrauch unserer Zeit und das Bewahren unserer Prioritäten betrifft. Doch all das gehört Gott.

2. Sich mit sich selbst versöhnen. Versöhnung bedeutet nicht nur, regelmäßig bei einem Priester zu beichten, obwohl es gewiss keine tiefe Versöhnung mit Gott ohne dieses Sakrament gibt. Versöhnung bedeutet auch, sich selbst und die Wahrheit darüber, wie wir sein sollten, zu kennen, und die Dinge in Ordnung zu bringen, die mit dieser Wahrheit nicht übereinstimmen. Versöhnung verlangt von einem jeden von uns, sich still hinzusetzen und zu beten, zu überprüfen und zu reflektieren. Nur dann können wir erkennen, wo wir uns ändern müssen. Dann müssen wir uns von unserem eigenen Willen lossagen und uns an den Fuß des Kreuzes stellen und alles dem Herrn hinhalten.

3. Zufrieden mit sich selbst. Die Erlösung am Kreuz erlangt uns wahre Herzensruhe. Am Fuß des Kreuzes finden wir Hoffnung und Treue; dort werden unsere Augen geöffnet, damit wir unser wahres Wesen erkennen können. Taten der Reue und der Einfachheit sind sichere Wege, unser Leben nach dem Vorbild Christi zu vervollkommnen. Dies erfordert eine wahre Hingabe an den Herrn, sowie eine tiefere Akzeptanz der Wahrheit, dass wir nicht allein sind und dass wir es nicht alleine schaffen können.

Gespräch mit Christus:  Herr, Gott aller Menschen, Gott aller Dinge, mein Gott, hilf mir, mich hinzugeben, einfacher zu werden, mich selbst dir zu Füßen des Kreuzes zu übergeben. Lass mich Maria als Beispiel der Einfachheit, Stille und wahren Entsagung nehmen. Hilf mir, zu erkennen, wofür du mich erschaffen hast und deinen Willen für mich anzunehmen. Ich nehme deinen Willen von Herzen an, weil ich weiß, dass Gebet, Fasten, Einfachheit, Erforschung, Taten der Nächstenliebe und das Sakrament der Versöhnung mir ewiges Leben bringen werden.

Vorsatz:   Ich weiß, dass ich Gott gehöre und dass ich Gott geben muss, was ihm gehört. Deshalb entscheide ich mich, mich ganz ihm hinzugeben, denn ich weiß, dass ich alles gewinne, wenn ich Christus gewinne.


Im Einklang mit sich selbst und mit Christus

20.Oktober 2008

Montag der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Wendelin

P. Alfonse Nazzaro LC

Lk 12,13-21
Einer aus der Volksmenge bat Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

Einführendes Gebet:   Herr, ich weiß, dass mein Schatz im Himmel ist, und dass du den Schlüssel zu diesem Schatz hast. Ich möchte deinen Lohn und deinen Schatz, Jesus. Ich weiß, dass ich zu einem erstaunlichen Preis erkauft worden bin.

Bitte:  Gott, hilf mir, dich und nur dich zu suchen und nicht nach den Reichtümern dieser Welt zu streben.

1. Disharmonie. Es geschieht leicht, dass man von den Dingen dieser Welt gefangen ist – Geld, Gier, Zeit, Arbeit, Abhängigkeit. Sie reißen in uns Löcher, die nur vom wahren Heiland gefüllt werden sollten; aber wir versuchen, unseren eigenen Weg zu gehen und suchen Schätze auf dieser Erde in der Hoffnung, unser gebrochenes, zwiespältiges Sein zu heilen. Aber irdische Dinge tragen oft nur zur Disharmonie in unserem Leben bei. Welche irdischen Schätze lassen mich in Disharmonie leben?

2. Persönliches Wachstum. Die Disharmomie in meinem Leben zu erkennen ist der erste Schritt zur Heilung. Mit der Erkenntnis kommt die Einsicht, dass nichts die Leere in uns füllen kann, außer dem wahren Erlöser. Denken wir daran, dass das Reich Gottes ganz, wahr und vollkommen ist. Geistliche Gesundheit und Wachstum verlangen Liebesopfer für Christus und das beständige Verharren in der Liebe zu Christus, so dass wir steten Fortschritt machen. Der einfachste Weg zu persönlichem Wachstum ist, in der Liebe zu Christus zu wachsen und beständig danach zu streben, ihn zu erreichen. Beständigkeit ist der Schlüssel.

3. Harmonie. Wir sollten uns freuen, denn der Herr hat uns große Dinge versprochen, sodass wir unser Herz mit seinem vereinen können. Christus kam und sagte: „Ich bin da“, damit wir seine Hilfe empfangen und von ihm im Überfluss Segen erhalten können. Harmonie wird dadurch erreicht, dass wir seine kleinen und demütigen Diener werden und bereit sind, für Gottes Liebestat von Christus benutzt zu werden. Durch eine Liebe, die sich für andere vergießt, können wir uns wirklich selbst lieben und Selbstverwirklichung und Größe finden. Die Freude im Herzen des Dieners bringt ihm Harmonie mit dem Schöpfer seines Herzens.

Gespräch mit Christus:  Jesus, hilf mir, mich zu erkennen und zu erkennen, wo in mir Disharmonie herrscht. Welche Taten von mir trennen mich von dir? Ich verlange nur danach, dir zu dienen, Herr. Hilf mir zu wachsen, indem ich dich und andere liebe. Ich weiß, Herr, dass ich nur so in Harmonie mit deiner Liebe wachsen kann.

Vorsatz:   Ich nehme mir vor, Herr, die Stellen in mir zu finden, wo ich gegenüber den weltlichen Begierden schwach geworden bin. Ich werde die Stärke dieser weltlichen Leidenschaften für den Dienst und die Liebe zu meinen Mitmenschen nutzen.


Ich möchte dich besser kennenlernen

21. Oktober 2008

Dienstag der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Ursula und Gefährtinnen

P. Alfonse Nazzaro LC

Lk 12,35-38
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach - selig sind sie.

Einführendes Gebet:   Herr, ich will beständig und geduldig auf dich warten, weil ich weiß, dass du versprochen hast, wiederzukehren. Ich glaube, Herr, dass du wiederkommen wirst. Ich werde weiter auf dich voll Wachsamkeit warten.

Bitte:  Herr, hilf mir, bei dir zu bleiben, zu beten und auf dich zu warten.

1. Hört zu. Können wir ihn hier, inmitten der geschäftigen weltlichen Aktivitäten, wirklich hören? Wieviel Wirrwarr gibt es in unserem Leben? Schützen wir uns selbst vor dem geschäftigen Treiben dieser Welt, damit wir ihn anklopfen hören können? Er klopft an; wir müssen antworten. Um wirklich vorbereitet zu sein, müssen wir zuhören, um zu wissen, was er von uns will. Hören wir zu?

2. Öffnet eure Augen. Können wir ihn sehen? Manche sagen, dass er da ist; ist er es wirklich? Unsere Augen müssen frei von den Bildern dieser Welt sein; wir müssen wachsam sein, weil er kommt. Jesus ist unsere Hilfe und unsere Zuflucht, aber wenn wir uns verstecken, können wir ihn nicht sehen. Wie sehr hat Gott uns gesegnet, dass wir die Gelegenheit haben, ihn sehen zu dürfen. „Unser Gott ist im Himmel; alles, was ihm gefällt, das vollbringt er. Die Götzen der Völker sind nur Silber und Gold, ein Machwerk von Menschenhand. Sie haben einen Mund und reden nicht; sie haben Augen und sehen nicht“ (Ps 115,3-5). Sind unsere Augen offen für Gott?

3. Öffnet eure Herzen. Unsere Herzen sind für die beständige Liebe, die Gott zu uns hat, geschaffen. Seine Treue ist unendlich. Der Herr weiß, dass wir uns nach ihm sehnen, nach ihm rufen und ihn suchen, häufig jedoch an den falschen Orten. Wenn unsere Herzen rein und offen sind, erhört er unsere Bitten und befreit uns. Wenn der Herr an unserer Seite ist, beben unsere Herzen nicht und fürchten sich nicht. Ist unser Herz offen für die Liebe, die Christus zu uns hat?

Gespräch mit Christus:  Herr, hier bin ich. Ich stehe hier und warte. Ohne dich bin ich nichts. Du bist meine Stärke; deine rechte Hand leitet mich. Wenn ich falle, hebst du mich auf; wenn ich verletzt bin, heilst du mich; wenn ich müde bin, stärkst du mich; wenn ich Angst habe, gibst du mir Mut. Hilf mir Herr, in allem, was ich tue. Hilf mir, auf dich zu hören, deine Stimme zu hören. Hilf mir, meine Augen zu öffnen, damit ich dich und deinen Willen für mich erkennen kann. Hilf mir, mein Herz zu öffnen, damit ich deinen Willen annehmen kann.

Vorsatz:   Herr, heute will ich mir Zeit nehmen, um dir zuzuhören; ich will einige Minuten während des Tages still werden, damit ich hören kann, was du zu mir sprichst. Hilf mir, meine Augen vor der Welt zu verschließen, damit ich dich wirklich sehen kann. Ich werde mein Herz deinem Willen öffnen. Zeige mir deinen Weg, Herr.


Unglaubliche Geduld ist unglaubliche Gnade

22. Oktober 2008

Mittwoch der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Alfonse Nazzaro LC

Lk 12,39-48
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Da sagte Petrus: Herr, meinst du mit diesem Gleichnis nur uns oder auch all die anderen? Der Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr einsetzen wird, damit er seinem Gesinde zur rechten Zeit die Nahrung zuteilt? Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! Wahrhaftig, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen. Wenn aber der Knecht denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht zurück!, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen; wenn er isst und trinkt und sich berauscht, dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen. Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr verlangen.

Einführendes Gebet:   Herr, ich weiß, dass dein Wiederkommen neues Leben bedeutet. Lehre mich, Herr, geduldig und demütig auf dich zu warten. Zeige mir, wo ich warten sollte; hilf mir, Glauben und Vertrauen auf deine Wiederkunft zu haben.

Bitte:  Bereite mich mit einem offenen Verstand und einem offenen Herzen auf dein Kommen vor, Herr. Hilf mir, treu und klug zu sein und die Freude deines Kommens zu erwarten.

1. Trost daraus schöpfen, dass er wiederkommen wird. Der Trost, zu wissen, dass Christus wiederkommen wird, ist alles, was wir brauchen. Der Herr ist unser Fels; er ist unser Fundament. Wir wissen aus der Schrift, dass Gott seine Versprechen stets hält; deshalb wissen wir, dass Christus eines Tages wiederkehren wird. Sind wir bereit? Haben wir unsere Herzen vorbereitet? Bereiten wir uns täglich so vor, als ob heute der Tag wäre, an dem wir dem auferstandenen Herrn von Angesicht zu Angesicht begegnen werden?

2. Geduld. Sind wir immer treu genug? Wir müssen froh darüber sein, dass Christus treu ist, selbst wenn wir es nicht sind. Treue, obwohl sie eine Gabe Gottes ist, verlangt Geduld. Geduld ist eine Tugend und daher eine Gnade. Treue bedeutet beständige Zuneigung und Ergebenheit, ein festes Einhalten von Versprechen. Verlangt dies nicht eine geduldige Seele? Verlangt das Warten auf Versprechen von uns nicht, geduldig zu warten? Wir vertrauen darum mit einer starken Überzeugung geduldig darauf, dass die Warheit siegen wird.

3. Unverhüllte Gnade. Jesus ruft jeden von uns auf besondere Weise. Petrus wurde berufen, die Kirche, die Christus begonnen hatte, weiterzuführen. Er kannte die Wahrheit; deshalb verlangte Gott viel von ihm. In Wirklichkeit sind die Dinge, zu denen Gott uns ruft, im Lichte Christi gesehen nicht viel. Wir sehen sie nur dann als Last an, wenn sie uns in unseren weltlichen Bestrebungen und Beschäftigungen im Weg sind. Die Gnade, die wir im Suchen und Finden erhalten, ist unendlich. In der Apostelgeschichte antwortete Petrus, als er vor Gericht dafür gescholten wurde, dass er im Namen Jesu lehrte: „Ob es vor Gott recht ist, mehr auf euch zu hören als auf Gott, das entscheidet selbst. Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben“ (vgl. Apg 4,13-20). Durch einen solchen Gehorsam erlangen wir Gnade. Obwohl viel von denen verlangt wird, denen viel gegeben ist, wird denen, die Christus gehorchen, ein großer Lohn versprochen.

Gespräch mit Christus:  Herr, du hast versprochen, wiederzukommen und darum warte ich geduldig auf dich. Ich weiß, dass dein Lohn im Himmel viel größer ist als die Belohnungen oder Prüfungen dieses irdischen Lebens. Hilf mir, den Glauben und das Durchhaltevermögen zu haben, die wir brauchen, um auf dich zu warten, damit ich bei deiner Ankunft nicht überrascht bin, sonder voll Freude.

Vorsatz:   Ich werde eine gute Tat für die Person tun, mit der ich die größten Schwierigkeiten habe.


Auf Christus getauft

23. Oktober 2008

Donnerstag der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes von Capestrano

P. Alfonse Nazzaro LC

Lk 12,49-53
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden und ich bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir für das Feuer deiner Liebe und den Eifer für deinen Dienst, den du in meine Seele gelegt hast. Vergrößere diese Flamme, damit ich allein dir diene und dein Feuer verbreite.

Bitte:  Herr, hilf mir, den Mut und den Glauben zu haben, dein Wort zu verbreiten.

1. Die Welt in Brand setzen. Christus sagt seinen Jüngern: „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen.“ Das Feuer der Liebe Christi strahlt sowohl Hitze als auch Licht aus. Wir sollten heute beten und Christus bitten, all unsere Begierden von uns zu nehmen, die nicht von ihm sind, damit das heilige Feuer all die Anhänglichkeiten, die uns von ihm fern halten, verbrennen möge. Wir sollten beten, dass das heilige Feuer unseren Pfad erleuchten und uns den Weg weisen möge, und dass wir das Feuer verbreiten, damit die Welt in der Liebe Christi leuchten möge.

2. Christi Taufe. „Ich muss mit einer Taufe getauft werden“. Christus ruft uns auf, Teil seines größeren Planes für die Liebe zu sein. Jesus zeigt uns, dass die Liebe, die er der Welt bringt, nicht nur aus Gefühlen und schönen Worten besteht. Vielmehr verlangt sie von uns Selbstentäußerung, ein Sich-Selbst-Sterben, eine Taufe. Die Taufe, von der Christus spricht, ist sein eigenes erlösendes Leiden für uns am Kreuz. Dies ist der Grund, warum er als Mensch unter uns gelebt hat. Es ist eine intensive Liebe, eine Hingabe des eigenen Lebens für ein anderes. Unsere Liebe wird nur mit dem Feuer der Liebe Christi brennen, wenn auch wir uns selbst für andere im täglichen Leben sterben können.

3. Spaltungen im Leben. Daran zu denken, dass es in unserem Leben eine solche Spaltung geben wird, ist schwer anzunehmen. Christus will hier sagen, dass diejenigen, die glauben, Christi Liebe folgen und die Welt in Brand setzen werden. Dann gibt es noch diejenigen, die nicht glauben, oder die lau sind. Wir erinnern uns an die Offenbarung des Johannes, in der Christus der Kirche in Laodizea verkündet: „Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt , werde ich dich aus meinem Mund ausspeien“ (Offb 3,16). Wir sollten Lauheit mehr fürchten als mögliche Spaltungen aufgrund unseres Lebens nach der Wahrheit. Obwohl es Spaltungen gibt, wird die Wahrheit stets Hoffnung und Freude bringen und uns befreien. Wir sollten diese Wahrheit verbreiten.

Gespräch mit Christus:  Herr, ich weiß, dass du mich berufen hast, um mit dem Feuer deiner Liebe zu leuchten und deine Liebe in der Welt zu verbreiten. Hilf mir, auf deinen Ruf zu antworten. Ich möchte, dass jeder weiß, was ich über dich weiß, Herr: die Wahrheit zu kennen und durch die Macht deines Kreuzes befreit zu sein.

Vorsatz:   Ich will dein Feuer sein, Herr, und mit dem Wind des Heiligen Geistes deine Wahrheit ausbreiten. Ich werde die Wahrheit sagen, wo sie gesagt werden muss, und ich werde deine Liebe denen offenbaren, die dich nicht kennen. Heute werde ich mit jemandem über meinen Glauben sprechen.


Die Liebe täglich leben

24. Oktober 2008

Freitag der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Antonius Maria Claret

P. Alfonse Nazzaro LC

Lk 12,54-59
Jesus sagte zu den Leuten: Sobald ihr im Westen Wolken aufsteigen seht, sagt ihr: Es gibt Regen. Und es kommt so. Und wenn der Südwind weht, dann sagt ihr: Es wird heiß. Und es trifft ein. Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil?

Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen. Sonst wird er dich vor den Richter schleppen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und der Gerichtsdiener wird dich ins Gefängnis werfen. Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.

Einführendes Gebet:   Herr, wie großartig ist es, dass du mich dazu erwählt hast, dein Jünger zu sein. Danke, dass du mein Kreuz trägst, wenn es mir zu schwer wird. Ich weiß, dass in dir all die Stärke und Gnade liegt, die ich brauche, um diesen Tag gut zu leben.

Bitte:  Herr, danke für das Leben. Hilf mir in diesem Moment, offen für ein neues Leben in dir zu sein. Hilf mir, Klarheit über die Dinge zu bekommen, die mich dir näher bringen und über die Dinge, die mich von dir trennen.

1. Das Offensichtliche sehen. Es ist seltsam, wie wir die Wahrheit in unserem Herzen erkennen. Als Gott uns geschaffen hat, bewirkte er, dass wir uns nach der Wahrheit sehnen. Unser Gewissen offenbart uns dies: Es kennt die Wahrheit und versucht uns zu ermutigen, nach der Wahrheit zu leben. Warum sind wir dann Heuchler? Warum verleugnen wir unser Gewissen und leben nur nach allzu pragmatischen Prinzipien? Wir tappen oft im Dunkeln, obwohl wir wissen, wo das Licht ist. Die Gegenwart allein zählt. Gestern ist vorbei; morgen ist noch nicht da. Wir wollen heute für Christus leben.

2. Sich über die Lügen erheben. Der Herr bittet uns, für ihn zu leben, aber wir sind in der Welt gefangen, indem wir ihre Umstände, Kultur, ihre Akzeptanz von Lügen, usw. für uns entscheiden lassen, was richtig ist. Wir sind berufen, zu erkennen, was im Lichte Christi richtig ist; stattdessen lassen wir weltliche Dinge unsere Entscheidungen formen und bewerten. Unsere Augen sind unsere Leuchte. Wenn unsere Augen gut sind, werden wir voll Licht sein; wenn unsere Augen schlecht sind, werden wir voll Dunkelheit und Lügen sein. Erheben wir uns also über die Dunkelheit und die Lügen.

3. Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast. Christus sagt uns, dass er schon den Preis für uns bezahlt hat, dass er schon die Last für uns getragen hat. Warum bestehen wir dann dauernd darauf, Dinge auf eigene Faust zu machen? Hier sagt Christus uns, dass wir, wenn wir versuchen, Dinge selbst zu erledigen, bezahlen müssen, um aus den Schlingen, in die wir geraten sind, befreit zu werden. Aber wenn wir unsere Sünden bekennen und Christus erlauben, unsere Last zu tragen – wenn wir uns dem Preis, den er schon bezahlt hat, unterordnen – dann werden wir befreit. Entdecken wir Christus und nehmen seine Liebe heute und jeden Tag in uns auf.

Gespräch mit Christus:  Danke für deine bedingungslose Liebe, Herr. Hilf mir, die offensichtliche Liebe zu sehen, die du mir geschenkt hast; hilf mir, die Wahrheit zu erkennen; und hilf mir, mich über die Dunkelheit zu erheben, indem ich dein Licht in mir leuchten lasse.

Vorsatz:   Heute werde ich bewusster auf meine Umgebung achten und versuchen, das Gute in allem, was ich tue, zu sehen. Ich werde nicht nach der Zukunft oder auf die Vergangenheit schauen, sondern heute für dich leben, Herr.


Unschätzbare Liebe

25. Oktober 2008

Samstag der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Alfonse Nazzaro LC

Lk 13,1-9
Zu dieser Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den Galiläern, die Pilatus beim Opfern umbringen ließ, sodass sich ihr Blut mit dem ihrer Opfertiere vermischte. Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden - meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.

Einführendes Gebet:   Danke, Herr, dass du gekommen bist, damit wir das Leben haben. Ich weiß, dass du deinen Sohn als unschätzbaren Segen der Vergebung und Erneuerung gesandt hast. Führe mein Herz und meinen Verstand, damit ich weiß, dass nicht so sehr zählt, was ich tue, sondern dass ich es für dich tue und dass ich mich danach sehne, für immer bei dir zu sein.

Bitte:  Hilf mir, Herr, dein vergebendes Herz zu suchen und neu zu beginnen. Hilf mir, deine Worte zu betrachten und mich an deine Güte und Demut zu erinnern und mich von deinem Geist verwandeln und erneuern zu lassen.

1. Vom Geist verwandelt. Jeder von uns trägt die Wunden der Erbsünde in sich, aber Christus wurde gesandt, damit die Sünde uns nicht weiter fesseln kann. Wir können erneuert, geheilt und neu gemacht werden, wenn wir zur Beichte gehen. Wir geben das alte, gebrochene Sein für einen erneuerten Geist. Wir werden Schritt für Schritt in ein Ebenbild Christi verwandelt. Sogar der Schlimmste der Sünder kann bereuen. Erinnern wir uns daran, dass Petrus Christus verleugnete – eine wirklich schwere Sünde – aber er hatte den Mut, verwandelt und erneuert zu werden durch Christi Vergebung. Sind wir bereit, verwandelt und erneuert zu werden?

2. Die Freude der Erneuerung. Der Frühling bringt neues Leben; er bringt der Welt ein Gefühl der Erneuerung. Wir Menschen haben in jedem Moment jedes Tages eine Erneuerung, weil wir wissen, dass Christus gesandt wurde, um uns zu erneuern. Freuen wir uns darüber, akzeptieren wir es und leben wir es. In seiner Liebe zu uns und seinem Mitleid für uns hat Christus uns erlöst und unsere Herzen erneuert. Wir dürfen wissen, dass wir in seinem Geist bleiben können und dass sein Versprechen – seine Garantie eines heiligen und himmlischen Erbes – in Erfüllung gehen wird.

3. Den Frieden teilen. Gott wollte nie, dass seine Freude nur einigen wenigen bestimmt sei; er wollte, dass wir alle diesen Frieden teilen. Haben wir uns je gefragt: „Was wäre geschehen, wenn Jesus in nur einer Stadt geblieben wäre?“ Was, wenn, unter irgendwelchen unmöglichen Umständen, er nur eine begrenzte Anzahl an Menschen hätte retten wollen? Ich hätte nie von seiner Liebe gewusst und seine Liebe nie erfahren. Aber die Wahrheit ist, dass wir die Freude und den Frieden des Herrn kennen. Wir sind von seinem Geist verwandelt worden und durch seine Liebe zu uns erneuert worden. Wir müssen diese Freude und den Frieden teilen und die Frohe Botschaft verbreiten. Das Johannesevangelium sagt uns: „Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt“ (Joh 3,34).

Gespräch mit Christus:  Christus, ich weiß, dass du mich berufen hast, von deinem Geist verwandelt zu werden, und ich sehe die Freude eines erneuerten Geistes in mir. Hilf mir, immer mehr so zu werden wie du. Ich weiß, dass Gott uns inmitten seiner Liebe zu uns die Freude der Versöhnung und Reue schenkt. Dieser unschätzbare Akt der Liebe ist alles, was ich brauche. Hilf mir, diese Liebe zu teilen.

Vorsatz:   Ich nehme mir vor, mithilfe des Heiligen Geistes mein Herz von der Liebe Christi verwandeln zu lassen. Ich werde heute eine gute Beichte machen.