Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 14. September 2008 bis Samstag 20. September 2008

Vierundzwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Matthew Kaderabek LC

Zu Christus am Kreuz aufschauen Sonntag
Mutter der Schmerzen Montag
Vom Tod zum Leben Dienstag
Die Wahrheit macht dich frei Mittwoch
Die Sünderin, der die Sünden vergeben wurden Donnerstag
Unerschütterliche Nachfolger Christi Freitag
Fruchtbarer Boden Samstag


Zu Christus am Kreuz aufschauen

14. September 2008

Kreuzerhöhung

P. Matthew Kaderabek LC

Joh 3,13-17
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, du möchtest, dass ich so tief mit dir verbunden bin, dass ich deine Gegenwart ausstrahle. Es macht mich demütig, in deinen Dienst berufen zu sein, und ich weiß, dass dein Auftrag meine eigenen Kräfte übersteigt. Ich hoffe, ich werde so freigebig sein, dass ich meine eigenen Vorlieben zurückstelle und die Fülle deiner Liebe empfangen kann, um Zeuge deiner Güte für alle Menschen zu sein.

Bitte:  Herr Jesus, lass mich mit dir leiden.

1. Göttliche Liebe. Täuschen wir uns nicht: Jesus ist Gott, die zweite Person in der Heiligsten Dreifaltigkeit, der Menschensohn. Wegen der unbegreiflichen Liebe Gottes zu den Menschen litt Jesus und starb trotz seiner Göttlichkeit einen menschlichen Tod am Kreuz. Der Vater verschonte in seinem großen Anliegen, uns zu erlösen, nicht einmal seinen eigenen Sohn. Was ist unsere Antwort auf diese starke, unermessliche und unergründliche Liebe? Wie gehen wir mit unserem eigenen Leid um, wenn wir daran denken, dass nicht einmal der Menschensohn verschont wurde?

2. Moses deutete auf Christus hin. Auf Gottes Befehl und mit seiner Gnade hob Moses in der Wildnis die kupferne Schlange empor, so dass die Israeliten, die in der Wüste von giftigen Schlangen gebissen worden waren, sie sehen konnten und vom physischen Tod bewahrt wurden. Auf Gottes Befehl und mit seiner Gnade war Jesus am Kreuz erhöht worden, so dass alle Menschen, die von der Sünde befallen waren, zu ihm mit den Augen des Glaubens aufblicken, bereuen und glauben konnten und so vor dem ewigen Tod bewahrt würden.

3. Das Paradoxon unserer Erlösung. Die Menschheit hat lange über das Problem des Bösen nachgedacht: warum lässt ein guter und liebender Gott das Böse zu? Der heilige Thomas von Aquin gibt uns hierauf die Antwort: um etwas Besseres daraus werden zu lassen. Das wirklich Allerschlimmste in der Menschheitsgeschichte war der Gottesmord: die Kreuzigung des Gottmenschen Jesus Christus. Gott aber hat aus diesem unsagbar Bösen das höchste Gut in der Weltgeschichte, nämlich die Erlösung der Menschheit hervorgebracht. Wir können Gott vertrauen, dass auch aus unserem Leid etwas Gutes erwächst. Wir müssen darauf vertrauen, dass Gott weiß, was er tut, auch wenn wir es nicht verstehen.

Gespräch mit Christus:  Mein Herr Jesus, die Tiefe deiner Liebe ist für mich unfassbar. Wie kommt es, dass du bereit warst, am Kreuz erhöht zu werden und einen entsetzlich schmerzhaften Tod um meinetwegen zu erleiden – obwohl ich die Strafe eindeutig verdiente, die du ertragen hast. Meine Leiden sind im Vergleich mit den deinen so unbedeutend, mein Jesus, aber als Antwort auf deine rettende Tat will ich mein Kreuz mit Liebe tragen und, indem ich meine Leiden mit den deinen vereine, mich nicht beklagen. Ich danke dir für die Gelegenheit, mit dir zu leiden und dir zu zeigen, dass meine Liebe echt ist.

Vorsatz:   Ich will heute fünf Minuten in aller Stille das Kreuz betrachten und darüber nachdenken.


Mutter der Schmerzen

15. September 2008

Gedächtnis der Schmerzen Mariens

P. Matthew Kaderabek LC

Lk 2,33-35
In jener Zeit staunten sein Vater und seine Mutter über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.

Einführendes Gebet:   Maria, meine Mutter, meine Mutter der Schmerzen, ich bin gekommen, um heute von dir zu lernen und dich in deinen Schmerzen zu begleiten. So wie der heilige Johannes treu an deiner Seite war, als du am Fuße des Kreuzes standst, dein Herz durchdrungen von einem Schwert, werde ich heute bei dir stehen und lernen, geduldig und im Stillen zu leiden, wie du es mir vorgelebt hast.

Bitte:  Herr Jesus, hilf mir, dir immer treu zu sein und auf dich zu vertrauen, besonders in der Versuchung. Hilf mir, für dich Zeugnis abzulegen, auch wenn es ungelegen ist.

1. Maria begegnet uns am Kreuz. Während seines Leidens und seines Todes verharrte Maria im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe zu ihrem Sohn, unserem Herrn. Ihr Schmerz ist kaum vorstellbar, als sie am Fuße des Kreuzes stand, außerstande, dem Todeskampf ihres Kindes, für das sie zärtlich seit seiner Geburt gesorgt hat, abzuhelfen. Jesus vertraute die ganze Menschheit seiner Mutter an, als er Johannes damit betraute, für sie zu sorgen. Sie begegnet uns jetzt als unsere Mutter, besonders wenn wir unsere Leiden annehmen. Wir sollten niemals zögern, sie um Hilfe und Trost zu bitten.

2. Maria hilft uns, die Sünde zu hassen. Maria ist rein, voll der Gnade und ohne Erbsünde. Sie verdiente es nicht, Seite an Seite mit ihrem Sohn zu leiden. Die Verdienste, die sie durch ihr Leiden für uns erworben hat, sind unermesslich. Im Gegensatz zu jedem anderen menschlichen Geschöpf, ist Maria für das Leiden Christi nicht mitverantwortlich. Während sie den Todeskampf ihres Sohnes sieht, erfährt sie mehr als jedes andere Geschöpf die Schwere der Sünde. Maria, unsere Mutter, kann uns helfen, echten Schmerz und aufrichtige Reue über unsere Sünden zu empfinden. Sie wird uns immer helfen, wenn wir uns auf eine gute Beichte vorbereiten. Wir brauchen sie nur zu bitten.

3. Maria ist ein Vorbild an Gehorsam. Wir sind aufgerufen, Gottes Gebote zu halten, auch wenn unser Gehorsam in diesem Leben zu Leiden führt. Marias „fiat“ führte zu großem irdischen Leid, wie Simeon vorausgesagte. Dennoch leistete Maria vollkommenen Gehorsam und gab dadurch der Kirche und der Welt ein Beispiel. Ihr Glaube war fest und ihr Einsatz beständig, ebenso wie sie darauf vertraute, dass Gott wusste, was er tat.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, zu deinem eigenen wunderbaren Vorbild im Leiden, das du uns gegeben hast, damit wir dich nachahmen, hast du uns das Beispiel deiner liebevollen Mutter gegeben. Wenn wir nun deine Mutter am Fuß des Kreuzes in ihrem Leid betrachten, können wir sie nicht dort allein lassen. Wir wollen sie zu uns nehmen, so wie du Johannes gebeten hast, sie zu sich zu nehmen. Mutter der Schmerzen, wo auch immer du weinst, ich will versuchen, dir deine Tränen zu trocknen und dir, so viel ich kann, zu helfen.

Vorsatz:   Ich will heute einen Rosenkranz beten und besonders um die Gnade der Beharrlichkeit im Leiden bitten.


Vom Tod zum Leben

16. September 2008

Dienstag der vierundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Kornelius, und hl. Cyprian

P. Matthew Kaderabek LC

Lk 7,11-17
Einige Zeit später ging er in eine Stadt namens Naïn; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm. Als er in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! Dann ging er zu der Bahre hin und fasste sie an. Die Träger blieben stehen, und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf! Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück. Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich seines Volkes angenommen. Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.

Einführendes Gebet:   Mein Jesus, was ist das für ein Geschenk und eine Freude, diese Zeit mit dir allein zu verbringen. Ich möchte dich genauer kennenlernen. Ich möchte stärker auf dich hoffen. Ich möchte dich mit größerer Beständigkeit in meinem täglichen Leben lieben. Nur du kannst mir diese Geschenke geben. Nur du kannst mich zu einem kühnen und frohen Apostel deines Himmelreiches machen.

Bitte:  Herr Jesus, las mich immer im Stand der Gnade bleiben.

1. Voller Mitleid und barmherzig. Wir hören oft von der Barmherzigkeit Gottes, aber sie scheint verborgen und weit außerhalb unseres Lebens zu sein – das heißt, bis wir über eine Begebenheit im Evangelium wie über diese hier nachdenken. Stellen wir uns Jesus vor, der, umgeben von vielen begeisterten Anhängern, diesem Trauerzug am Stadttor begegnet. Er bleibt stehen, unterbricht sein Gespräch und schenkt seine ganze Aufmerksamkeit der weinenden Mutter, die ihren einzigen Sohn verloren hat. Lukas deutet seine Aufmerksamkeit so, dass Jesus „Mitleid mit ihr hatte“. Jesus empfand in seiner menschlichen Natur viel Mitgefühl mit dieser weinenden Frau. Er fühlt ihren Schmerz. Wieviel mehr versteht Jesus in seiner göttlichen Natur den Schmerz – physisch, emotional oder spirituell –, den jeder von uns täglich erfährt. Wie dieser Witwe begegnet er jedem von uns voller Mitgefühl und ist bereit, ein Wunder zu wirken, wenn wir ihn lassen. Manchmal besteht das Wunder darin, dass er uns vom Schmerz befreit, wie er es bei der Witwe in dem heutigen Evangelium tut. Aber manchmal besteht das Wunder auch darin, dass er uns unsere Sünden vergibt oder uns stärkt, unseren Schmerz um seinetwillen zu ertragen oder um mehr Seelen – unsere eigene Seele eingeschlossen – zur ewigen Freude in sein Himmelreich zu bringen.

2. Die Freude der Kirche. Die Kirche, die oft auch „Mutter“ genannt wird, freut sich, wenn ihre sündigen Kinder durch das Sakrament der Versöhnung in ein Leben der Gnade zurückkehren. Der heilige Ambrosius und der heilige Augustinus sahen diese Begebenheit des heutigen Evangeliums als Widerspiegelung dieser Wahrheit. Der heilige Ambrosius sagt uns, dass die Kirche eine Mutter ist, die sich für jedes ihrer Kinder so einsetzt, wie die Witwe für ihren einzigen Sohn (Kommentar über das Lukasevangelium, V,92). Der heilige Augustinus hebt hervor: „Die verwitwete Mutter jubelte über die Auferstehung dieses jungen Mannes … Unsere Mutter, die Kirche, jubelt jeden Tag, wenn ein Mensch im Heiligen Geist wieder aufersteht. Der junge Mann war physisch tot gewesen; der Mensch in der schweren Sünde ist geistig tot. Der Tod des jungen Mannes wurde sichtbar betrauert; der Tod des Letzteren bleibt unsichtbar und wird nicht bedauert. Er sucht den heraus, von dem er wusste, dass er tot ist; nur er kann ihn in das Leben zurückbringen“ (Sermones, 98,2).

3. Auferstanden vom ewigen Tod. Christus will in seiner endlosen Barmherzigkeit, dass jeder von uns das ewige Leben erhält. Die Quelle dieses Mitgefühls ist unerschöpflich, wie uns die heilige Faustina sagt. In seiner Barmherzigkeit verlieh Jesus seinen irdischen geweihten Priestern die Vollmacht, Sünden zu vergeben (Joh 20,22-23). Wenn unsere lässlichen Sünden gebeichtet und vergeben sind, erhalten wir mehr an Gnade (einen größeren Anteil am göttlichen Leben der Heiligsten Dreifaltigkeit), kommen Christus näher und empfangen die Kraft, die Todsünde zu meiden. Wenn unsere Todsünden gebeichtet und vergeben sind, empfangen wir nicht nur Gnade und kommen Christus näher, sondern das Schlimmste bleibt uns erspart, nämlich der geistige Tod, der ewige Tod unserer Seele. Wir wollen Gott dafür allezeit loben und preisen! Kein Wunder, dass die Mutter, die Kirche, sich so sehr freut.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, wo würde ich ohne das Sakrament der Versöhnung sein, das mich so oft vor dem ewigen Tod bewahrt hat. Ich kann mir nicht vorstellen, wie leidvoll es für mich wäre, meine Sünden ein ganzes Leben lang mit mir herumtragen zu müssen und noch viel weniger, ohne deine Freundschaft leben zu müssen. Durch die Beichte kann ich sicher sein, dass mir vergeben ist und dass du den Frieden meiner Seele wieder herstellst. Lass nicht zu, dass mich mein Stolz und mein Schamgefühl davon abhalten, Gewinn aus diesem wundervollen Sakrament, dem Sakrament der Freiheit, zu ziehen.

Vorsatz:   Heute will ich mindestens fünf Minuten lang mein Gewissen erforschen und meine nächste Beichte vorbereiten, zu der ich in dieser Woche gehen will.


Die Wahrheit macht dich frei

17. September 2008

Mittwoch der vierundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hildegard von Bingen, hl. Robert Bellarmin

P. Matthew Kaderabek LC

Lk 7,31-35
Jesus sprach zu der Menge: Mit wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen? Wem sind sie ähnlich? Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint. Johannes der Täufer ist gekommen, er isst kein Brot und trinkt keinen Wein, und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagt ihr: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder recht bekommen.

Einführendes Gebet:   Herr, diese Zeit des Gebetes sollte mir alles bedeuten: die Zeit, nach der ich mich sehne, die Nahrung, die mich kräftigt und der Trost, der mich stärkt. Ich weiß, dass du in mir wirkst, auch wenn ich es nicht merke und nicht imstande zu sein scheine, deine Gegenwart zu erkennen. Ich möchte eifrig und von Herzen beten, nicht nur mit meinem Verstand.

Bitte:  Herr Jesus, möge ich immer die Wahrheit suchen und bereit sein, alle Konsequenzen daraus für mein Leben anzunehmen.

1. Suche die Wahrheit ohne Ausflüchte. Der Glaube ist letztlich ein Geschenk Gottes, aber um es zu erhalten, müssen wir mit seiner Gnade zusammenwirken und offen sein für die Wahrheit. Im heutigen Evangelium tadelt Jesus jene, die leere Ausreden vorbringen, um ihn abzulehnen. Er vergleicht sie mit Kindern, die von ihrem eigenen Standpunkt so eingenommen sind, dass sie keinen besseren verstehen können. Es gibt eine oft erzählte Geschichte über ein vierjähriges Mädchen, dem es schwer fiel, ihre Plastikperlen gegen echte Perlen, die ihr Vater ihr anbot, einzutauschen. Wie häufig sind wir wie dieses Kind von unserem sündigen Lebensstil so eingenommen, dass wir blockiert sind, die Glaubwürdigkeit, die Schönheit und die Freiheit, von der Sünde abzulassen, um Christus nachzufolgen, zu begreifen? Wie häufig bringen wir leere Ausreden vor, um Christus, der in der Lehre seiner Kirche gegenwärtig ist, abzulehnen, und um unseren sündigen Lebensstil, unsere Plastikperlen, beizubehalten?

2. Die Heiligen als unsere Vorbilder. Jesus sagt: „Die Weisheit hat recht bekommen durch all ihre Kinder“. Wenn die erste „Weisheit” sich auf Christus bezieht, wie es das Buch der Sprüche 8,22 und das Buch der Weisheit 7,26 vorschlagen, und der Ausdruck „ihre Kinder“ sich auf die „Kinder der Weisheit“ bezieht, wie man in Hebräisch für „weise Menschen“ sagt, dann preist diese Evangeliumsstelle die Heiligen. Sie sind weise Männer und Frauen, die durch alle Zeiten hindurch nicht nur offen waren für die Wahrheit Gottes, sondern anderen die Wahrheit bezeugt haben, oft durch die Hingabe ihres Lebens. Ein Segen dieses Jahrhunderts ist die breite Verfügbarkeit von Büchern und Filmen, die über das Leben der Heiligen erzählen. Wann habe ich zuletzt eine Schrift eines Heiligen oder dessen Biographie gelesen, oder einen Heiligen als Helden für meine Kinder dargestellt, damit sie ihm nacheifern?

3. Nächstenliebe im Gespräch. Alles, was wir haben und tun, ist ein Geschenk Gottes, auch unsere Fähigkeit zu sprechen oder auf anderem Wege miteinander zu kommunizieren. Sprechen spielt eine wichtige Rolle in der Erlösungsgeschichte. Gott tadelte und zerstreute die, die den Turm zu Babel bauten, indem er ihre Sprache verwirrte. Gott segnet und beginnt, das Volk des neuen Bundes, die Kirche, wieder zu vereinen, durch ein gegenteiliges Sprachwunder – das Geschenk an die Jünger, nach Pfingsten in fremden Sprachen reden zu können. In dieser Evangeliumsstelle erleben wir, dass das Volk ihr wertvolles Geschenk der Sprache nutzt, um Lügen über Jesus und Johannes den Täufer zu verbreiten. Nutzen wir unser Geschenk der Sprache wie Heilige oder wie die „Menschen der Generation zur Zeit Christi“? Sind wir bedacht, gut über andere zu sprechen und unsere Zungen in Augenblicken des Zorns im Zaum zu halten? Vermeiden wir Klatsch und Tratsch sowie Sünden der Herabsetzung und falscher Anschuldigungen? Sind wir vertraut mit den Abschnitten des Katechismus der Katholischen Kirche, die das achte Gebot behandeln?

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, meine eigenen Meinungen und Ideen sind leer und schwach, wenn sie nicht auf deiner Wahrheit beruhen. Du bist meine Wahrheit. Lass mich niemals so töricht sein zu glauben, dass ich Dinge besser verstehe als du. Gib mir Augen für die Wahrheit und gewähre mir die Gnade, Täuschungen und die Taktiken dieser Welt zu erkennen und schnell abzulehnen. Schließlich, Herr, bitte ich dich um die Gnade, mein Reden zu benutzen, um andere in der Wahrheit aufzubauen und nicht, um sie ihnen zu entreißen. Die Menschen um mich herum sollen die Nächstenliebe in meinem Reden erkennen. Dies soll mein Markenzeichen sein.

Vorsatz:   Heute will ich über mindestens zwei Leute gut sprechen und bedacht sein, Klatsch und Tratsch zu meiden.


Die Sünderin, der die Sünden vergeben wurden

18. September 2008

Donnerstag der vierundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Lambert

P. Matthew Kaderabek LC

Lk 7,36-50
Jesus ging in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch. Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl und trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie, und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl. Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er: Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, von der er sich berühren lässt; er wüsste, dass sie eine Sünderin ist. Da wandte sich Jesus an ihn und sagte: Simon, ich möchte dir etwas sagen. Er erwiderte: Sprich, Meister! Jesus sagte: Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig. Als sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, erließ er sie beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben? Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er mehr erlassen hat. Jesus sagte zu ihm: Du hast recht. Dann wandte er sich der Frau zu und sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben; sie aber hat ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar abgetrocknet. Du hast mir zur Begrüßung keinen Kuss gegeben; sie aber hat mir, seit ich hier bin, unaufhörlich die Füße geküsst. Du hast mir nicht das Haar mit Öl gesalbt; sie aber hat mir mit ihrem wohlriechenden Öl die Füße gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe. Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben. Da dachten die anderen Gäste: Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt? Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden!

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir für diese Zeit, die ich mit dir verbringe. Hilf mir, sie gut zu nutzen. Vermehre meinen Glauben, so dass ich deine Hand erkenne, die mein Leben führt. Stärke meine Hoffnung, so dass ich dir in allem vertraue. Entzünde meine Liebe, so dass ich dir in den kleinsten Dingen meines Lebens treu bleibe. Lass mich niemals von dir getrennt sein.

Bitte:  Hilf mir, Herr Jesus, mit dir in der rechten Gesinnung zu Tisch zu sitzen und dir die gebührende Ehrfurcht zu erweisen.

1. Christus ist Gott. Wieder einmal erleben wir Jesus, der Dinge tut, die im Alten Testament Gott allein vorbehalten sind: Sünden zu vergeben. (Auch heute gilt natürlich, dass Gott allein Sünden vergeben kann. Gott hat aber seinen Priestern die Vollmacht gegeben, auf Erden Sünden zu vergeben.) Wie der Autor C. S. Lewis es in seinem Buch Mere Christianity schreibt, ist es unmöglich, das Evangelium zu lesen und daraus zu schließen, dass Christus ein großer Prophet ist, aber nicht Gott. Er war entweder Gott oder ein schlechter Mensch, ja sogar besessen. Jesus beanspruchte ausdrücklich, Gott zu sein. Er sagte: „Noch ehe Abraham wurde, bin ich“ (Joh 8,58), und das „Ich bin“ ist der Name, den Gott Moses als seinen Namen offenbarte. Außerdem nahm er auch jedesmal implizit in Anspruch, Gott zu sein, wenn er Sünden vergab, ein häufiges Ereignis in allen Berichten des Evangeliums. Wenn wir einmal entschieden haben, an Jesus zu glauben, was folgt dann daraus?

2. Wo viele Sünden sind, ist die Gnade noch viel größer. Gott trat in Zeit und Raum mit einem Auftrag ein. Dieser Auftrag war (und ist) es, so viele Seelen wie möglich von der Fessel und Unterdrückung der Sünde zu befreien. Das Geschenk der heiligmachenden Gnade, das der Menschheit verloren gegangen war, als unsere Stammeltern sündigten, steht uns durch Jesus Christus wieder zur Verfügung. Und die heiligmachende Gnade öffnet uns buchstäblich die Pforten des Himmels, wenn wir mit ihr arbeiten. Der Himmel freut sich über die Umkehr und Rettung eines einzelnen Sünders. Der Himmel freut sich mit Jesus über die Rettung dieser Frau, von der das heutige Evangelium berichtet. Sie war zu Tränen gerührt, dass ihr vergeben und sie von den Fesseln ihrer Sünde befreit worden war; Gnade überkam sie und die Liebe für Christus strömte weiter. Die Geschichte ist voll von großen Sündern, denen viel vergeben wurde und die viel geliebt und große Heilige wurden: Maria Magdalena, Paulus, Franz von Assisi und Augustinus, um ein paar Namen zu nennen. Können wir ihren Fußstapfen folgen? Gott liebt uns und möchte uns häufig im Sakrament der Versöhnung begegnen, um uns unsere Sündenschuld zu vergeben. Er möchte, dass wir vor Freude weinen –, dass wir wahrhaft frei sind, frei zu erkennen, frei zu lieben und frei, ihm in diesem Leben zu dienen, so dass wir für immer glücklich mit ihm im ewigen Leben sein können.

3. Wie empfangen wir Jesus? Jesus erklärt sich bereit, im Haus des Pharisäers Simon zu essen, doch Simon unterlässt es, Jesus gewisse grundsätzliche Aufmerksamkeiten entgegenzubringen, die zu dieser Zeit üblich waren. Simon begrüßt Jesus nicht mit einem Kuss, er bietet ihm kein Wasser für seine Füße an und er salbt sein Haupt nicht mit Öl. Diese Versäumnisse zeigen Simons Mangel an Glauben, insbesondere im Gegensatz zu der weinenden Frau, die alle drei Geringschätzungen wiedergutmacht. Wie stehen wir da im Vergleich mit Simon? Jesus erklärt sich bereit, in unser Haus zu kommen und bei uns Mahl zu halten, wenn wir an der heiligen Messe teilnehmen. Ja, er sehnt sich sogar danach: „Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen“ (Lk 22,15). Wie bereiten wir uns vor, ihn zu begrüßen und ihn in der heiligen Kommunion zu empfangen? Vor allem sollten wir uns fragen, in welchem Zustand unsere Seele ist? Aber auch das ist wichtig: geben wir Zeugnis von unserem Glauben durch ein Mindestmaß an Höflichkeiten, wie zum Beispiel: pünktlich zu sein, passend gekleidet zu sein, machen wir eine Kniebeuge, wenn wir die Kirchenbank betreten und verlassen, zeigen wir die angemessene Liebe und Ehrfurcht? Haben wir die Voraussetzungen für den Empfang der heiligen Kommunion genau beachtet? Erklären wir unseren Kindern kindgerecht die verschiedenen Teile der heiligen Messe, und bekräftigen wir ihnen in Wort und Tat die wirkliche Gegenwart Christi in der Eucharistie?

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, deine Vergebung meiner Schuld hat mir neues Leben und neue Hoffnung gegeben. Durch deine Barmherzigkeit bin ich erneuert worden. Ich bin äußerst dankbar für dein Geschenk an mich, und du hast mein Herz mit Freude erfüllt. Ich danke dir so sehr für deine Einladung, mit dir am eucharistischen Tisch zu speisen. Kein Festessen war jemals reicher und sättigender. Herr, hilf mir, niemals dieses Geschenk für selbstverständlich zu halten. Lass mich dir meine Liebe und Wertschätzung durch meine andächtige Teilnahme an der heiligen Messe zeigen, indem ich dir jede mögliche Ehrfurcht erweise.

Vorsatz:   Ich will an diesem Sonntag mindestens fünf Minuten vor Beginn der heiligen Messe in der Kirche sein, damit meine Seele Ruhe findet und mein Herz sich richtig vorbereiten kann, meinen Herrn in der heiligen Kommunion zu empfangen.


Unerschütterliche Nachfolger Christi

19. September 2008

Freitag der vierundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Januarius

P. Matthew Kaderabek LC

Lk 8,1-3
In der folgenden Zeit wanderte Jesus von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes. Die Zwölf begleiteten ihn, außerdem einige Frauen, die er von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt hatte: Maria Magdalene, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren, Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere. Sie alle unterstützten Jesus und die Jünger mit dem, was sie besaßen.

Einführendes Gebet:   Mein himmlischer Vater, du hast mich aus deiner grenzenlosen Liebe geschaffen. Auch wenn ich dich nicht so geliebt habe, wie es sich für ein gutes Kind gehört, machst du mir nach wie vor ein Geschenk nach dem anderen. Du sandtest deinen Sohn, um mich zu erlösen und dich mit mir zu vereinen, in und durch deinen Sohn. Du und dein einziger geliebter Sohn sandtet den Geist der Liebe und Wahrheit, den Heiligen Geist, um in mir zu wohnen. Öffne mein Herz und meine Augen für all das, was du für mich getan hast und weiterhin tust, so dass ich in Großmut mit dir, deiner Kirche und all deinen Kindern wachsen kann. Vervollkommne mich im Feuer deiner Liebe, und wie du deinen einzigen Sohn und deinen Heiligen Geist gesandt hast, so sende mich in diese Welt, um sie zu entzünden.

Bitte:  Herr Jesus, gib mir den Mut zum unerschütterlichen Dienen.

1. Betet den Rosenkranz. Wir sind von Päpsten, Bischöfen, Priestern und Heiligen ermahnt worden, den Rosenkranz oft zu beten, sogar täglich. Haben wir diese große geistige Hilfe aufgegriffen? Wenn wir den Rosenkranz beten, betrachten wir das Evangelium. Diese heutige Evangeliumsstelle wird im dritten Geheimnis des lichtreichen Rosenkranzes betrachtet: Jesus verkündet das Reich Gottes. Das Betrachten der 20 Geheimnisse des Rosenkranzes hilft uns, Jesus durch die wesentlichen Ereignisse seines Lebens kennenzulernen, und sich ihm zu nähern. Wenn wir den Rosenkranz beten, kommen wir Jesus außerdem durch die Fürsprache seiner heiligen Mutter Maria näher. Maria hatte die engste persönliche Beziehung zu Christus, die ein Mensch jemals zu ihm hatte. Es ist sicher, dass sie den heiligen Frauen, die in dieser Evangeliumsstelle genannt werden, half, ihren Sohn kennenzulernen, zu lieben und ihm zu dienen. Sie wird auch uns helfen, wenn wir sie nur darum bitten.

2. Die Würde der Frauen. „In der Geschichte der Kirche gab es seit den frühesten Zeiten – neben den Männern – zahlreiche Frauen, in denen die Antwort der Braut auf die erlösende Liebe des Bräutigams ihre volle Ausdruckskraft erlangte. Als erste sehen wir jene Frauen, die Christus persönlich begegnet und ihm gefolgt waren und nach seinem Abschied zusammen mit den Aposteln im Abendmahlssaal von Jerusalem „einmütig im Gebet verharrten“ bis zum Pfingsttag. An jenem Tag redete der Heilige Geist durch „Söhne und Töchter“ des Gottesvolkes und erfüllte so, was der Prophet Joël vorausgesagt hatte (vgl. Apg 2,17). Jene Frauen und später noch andere hatten durch ihre Gnadengaben und ihren vielfältigen Dienst einen aktiven und wichtigen Anteil am Leben der Urkirche, an der Grundlegung der ersten und der nachfolgenden christlichen Gemeinden. … Der Apostel Paulus spricht von ihren „Mühen“ um Christi willen: Diese weisen auf die verschiedenen Bereiche des apostolischen Dienstes der Kirche hin, angefangen bei der „Hauskirche“. In ihr nämlich geht der „aufrichtige Glaube“ von der Mutter auf die Kinder und Enkel über, genauso wie es im Haus des Timotheus der Fall war (vgl. 2 Tim 1,5)“ (Papst Johannes Paul II, Mulieris Dignitatem, 27). „Wenn es um die Befreiung der Frauen von jeder Form von Missbrauch und Vorherrschaft geht, hält das Evangelium eine Botschaft von unvergänglicher Aktualität bereit, die der Haltung Christi selbst entspringt. Indem er sich über die in der Kultur seiner Zeit geltenden Vorschriften hinwegsetzte, nahm er den Frauen gegenüber eine Haltung der Öffnung, der Achtung, der Annahme und der Zuneigung an. Auf diese Weise ehrte er in der Frau die Würde, die sie seit jeher im Plan und in der Liebe Gottes besitzt“ (Papst Johannes Paul II., Brief an die Frauen).

3. Die Treue der heiligen Frauen. Die heiligen Frauen, dargestellt in diesem Abschnitt des Evangeliums nach Lukas, folgten Jesus und sorgten für ihn und die Zwölf. Als alle Jünger, außer einem, den Mut verloren und Jesus bei seiner Passion verließen, harrten sie bei ihm aus. Sie begleiteten ihn zum Kalvarienberg, sie standen am Fuß des Kreuzes und sie halfen, sein Begräbnis und seine Einbalsamierung vorzubereiten. Ihre Treue wurde belohnt. Jesus erschien nach seiner Auferstehung zuerst den Frauen. Ihnen allein war es gestattet, die Engel zu sehen. Sie waren bei seiner Himmelfahrt und zu Pfingsten anwesend, und sie waren wahrscheinlich näher bei der Jungfrau Maria als die Apostel. Ihr Dienst und ihre Treue inmitten der Prüfung und Ungewissheit waren mehr als heroisch. Sie lebten die Wahrheit der Aussage: „Dienen bedeutet herrschen“ (Lumen Gentium, 36).

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, wir haben in diesem Evangelium viel zu lernen von dem treuen Zeugnis dieser Frauen. Sie waren standhaft in ihrer Treue und in ihrem Dienen und haben dich niemals verlassen. So soll auch mein Leben sein. Ich möchte, dass du auf mich zählen kannst, Jesus. Ich bin nicht bloß ein „Schönwetterfreund“. Wenn es schwer wird, werde ich für dich dasein, so wie du immer für mich da bist.

Vorsatz:   Ich werde mir heute Zeit nehmen, eine der Frauen anzurufen und zu danken, deren Zeugnis vom aufopfernden Dienen einen deutlichen Wandel in meinem Leben bewirkt hat.


Fruchtbarer Boden

20. September 2008

Samstag der vierundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Andreas Kim Teagon und hl. Paul Chong Hasang und Gefährten, Märtyrer

P. Matthew Kaderabek LC

Lk 8,4-15
Als die Leute aus allen Städten zusammenströmten und sich viele Menschen um ihn versammelten, erzählte er ihnen dieses Gleichnis: Ein Sämann ging aufs Feld, um seinen Samen auszusäen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg; sie wurden zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf Felsen, und als die Saat aufging, verdorrte sie, weil es ihr an Feuchtigkeit fehlte. Wieder ein anderer Teil fiel mitten in die Dornen, und die Dornen wuchsen zusammen mit der Saat hoch und erstickten sie. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfach Frucht. Als Jesus das gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! Seine Jünger fragten ihn, was das Gleichnis bedeute. Da sagte er: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen. Zu den anderen Menschen aber wird nur in Gleichnissen geredet; denn sie sollen sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen. Das ist der Sinn des Gleichnisses: Der Samen ist das Wort Gottes. Auf den Weg ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, denen es aber der Teufel dann aus dem Herzen reißt, damit sie nicht glauben und nicht gerettet werden. Auf den Felsen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort freudig aufnehmen, wenn sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln: Eine Zeitlang glauben sie, doch in der Zeit der Prüfung werden sie abtrünnig. Unter die Dornen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, dann aber weggehen und in den Sorgen, dem Reichtum und den Genüssen des Lebens ersticken, deren Frucht also nicht reift. Auf guten Boden ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort mit gutem und aufrichtigem Herzen hören, daran festhalten und durch ihre Ausdauer Frucht bringen.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich glaube, dass du der Sohn Gottes bist, der in die Welt kam, um uns zu erlösen, weil du uns liebst. Deine Menschwerdung erfüllt mich mit Hoffnung. Die einzige Antwort, die ich geben kann, ist, dich mit meinem ganzen Herzen, meiner Seele, meinem Verstand und meiner ganzen Kraft zu lieben.

Bitte:  Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen!

1. Demut ist der Schlüssel zur Heiligkeit. Wie viele Wege gibt es, die man verfehlen kann! Jesus sagte: „Ich bin der Weg“. Folge ich seinem Weg? Ohne die Gnade Gottes würden die Lehren und Gebote Jesu bei mir auf den Weg, den Felsen oder unter die Dornen fallen, würden also abgelehnt, nicht aufgenommen oder nicht umgesetzt werden. Wenn ich wie der gute Boden bin, dann muss ich Gottes Gnade anerkennen und ihm für diese Gnade danken. Wenn ich falle, muss ich in Demut und mit Ausdauer und Geduld meine Fehler bekennen und neu beginnen. Ich weiß, dass Gott in einer demütigen Seele außerordentliche Dinge bewirken kann. Ebenso weiß ich, dass er sehr zurückhaltend ist bei einem Herzen, das voller Stolz ist.

2. Forme dein Gewissen. Was ist der steinige Weg, wenn nicht ein totes Gewissen, ein Gewissen, das eingelullt ist und durch wiederholte Kompromisse und Sünden schläft? Der Teufel kann Gottes Wahrheit aus einem Herzen, das verhärtet ist, oder aus einem Gewissen, das durch Sünden tot ist, leicht wegreißen. Ich muss ständig mein Gewissen nach der Lehre der Kirche formen und meine Entschlossenheit durch Gebet und Empfang der Sakramente stärken, um ihr zu folgen, ohne Rücksicht auf Konsequenzen. Jesus sagte: „Ich bin die Wahrheit“. Habe ich gelernt, die Wahrheit zu erkennen und mich an ihr zu erfreuen?

3. Bringe Frucht. Welche Frucht verlangt Gott? Sicherlich ist es die Rettung der Seelen, angefangen mit meiner eigenen. Forme ich beharrlich meine Seele und schütze sie? Hat sich mein Gebetsleben mit der Zeit verbessert, oder ist es geblieben, wie es in meiner Kindheit war? Bin ich bereit, anderen zu helfen, Christus in seiner Fülle kennenzulernen? Bete ich? Lese ich in der Heiligen Schrift? Sehe ich meine Familie als mein erstes Apostolat an, den ersten Platz, wo Jesus von mir erwartet, dass ich Frucht bringe? Bin ich geduldig mit meinem Ehepartner und meinen Kindern? Mit meiner Verwandtschaft? Halte ich am Wort Gottes fest mit einem Herzen, das aufrichtig und gut ist? Jesus sagte: „Ich bin das Leben“. Ist er mein Leben? Nur dann werde ich Frucht bringen, die Bestand hat.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, du bist mein Weg, meine Wahrheit und mein Leben. Ich möchte sehr gerne der gute Boden sein, in dem dein Wort gedeiht und dreißigfach, sechzigfach und einhundertfach Früchte bringt. „Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade“ (Ps 119,105). Stärke mich, wenn ich versucht bin, Kompromisse einzugehen und den einfachen Weg zu gehen. Der einfache Weg ist gewöhnlich eine Sackgasse.

Vorsatz:   Ich werde mich konzentrieren und gegen Ablenkungen während des Wortgottesdienstes in der Sonntagsmesse kämpfen, um einen guten Boden anzubieten, in dem das Wort unseres Herrn Wurzeln schlagen kann.