Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 3. August 2008 bis Samstag 9. August 2008

Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis

P. Jason Wallace LC

In der Gegenwart des Vaters Sonntag
Das Boot kräftig rudern Montag
Den Weisen folgen, nicht den Gelehrten Dienstag
Ein herrliches Licht Mittwoch
Das Siegerteam Donnerstag
Das Pfand für das ewige Leben? Freitag
Zu Jesus gehen Samstag


In der Gegenwart des Vaters

3. August 2008

Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis

P. Jason Wallace LC

Mt 14,13-21
Als Jesus all das hörte, fuhr er mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber die Leute in den Städten hörten davon und gingen ihm zu Fuß nach. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen waren. Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist schon spät geworden. Schick doch die Menschen weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. Jesus antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische bei uns. Darauf antwortete er: Bringt sie her! Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten, und alle aßen und wurden satt. Als die Jünger die übrig gebliebenen Brotstücke einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. Es waren etwa fünftausend Männer, die an dem Mahl teilnahmen, dazu noch Frauen und Kinder.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich glaube, dass du willst, dass mein Glaube an dich immer stärker wird und dass ich auf deine Worte höre, ohne an ihnen zu zweifeln. Ich hoffe auf deine Worte und verlasse mich dabei nicht ausschließlich auf meine eigene Stärke oder meine eigenen Überlegungen. Ich liebe dich, denn du überraschst mich immer wieder und zeigst mir, dass deine Wege nicht meine Wege sind.

Bitte:  Herr Jesus, vermehre meinen Glauben.

1. Am Herzen des Vaters. Es gibt keine größere Freude, als etwas Zeit mit der Person zu verbringen, die wir am meisten lieben. Vielleicht hat unser Vater schon einmal zu uns gesagt: „Lass deine Mutter und mich etwas Zeit miteinander verbringen“, oder „Wir machen unsere zweite Hochzeitsreise.“ Oder es ist wie der Vater, der seine Kinder zu einem besonderen Essen einlädt, nachdem sie ihre erste Beichte gemacht haben – nur der Vater mit dem Sohn, oder der Vater mit der Tochter. Es geschehen besondere Dinge, wenn wir unser Herz denen öffnen, die wir lieben. Christus hat das oft getan. Weil er immer mit seinem Vater verbunden war, liebte er die Momente, in denen er in der Stille mit ihm über die Dinge reden konnte, die sie beide liebten.

2. Ein großzügiges Herz. Nach dem Vater liebt Christus vor allem uns. Er erträgt es nicht, uns in Not zu sehen. Wie jeder Vater, Freund oder Bruder leidet, wenn die ihnen Nahestehenden leiden, so leidet auch das Herz Christi, wenn er uns leiden sieht. Christus kam aus seinen vertrauten Unterredungen mit dem Vater immer mit geschärftem Blick für die Nöte der anderen zurück und mit den Heilmitteln für jedes Problem. Das war für ihn selbstverständlich, fast mühelos. Unser eigenes Vorankommen in den Tugenden ist direkt damit verbunden, wie viel Zeit wir mit unserem Herrn im persönlichen und leidenschaftlichen Gebet verbringen. Aus diesem vertrauten Umgang wächst die Tugend und erobert uns auf ganz natürliche Weise, weil die Liebe unseres Herrn ansteckend ist.

3. Für Gott ist nichts unmöglich. Gott kann Wunder vollbringen, wann und wie immer er will. Nichts kann ihn davon abhalten. Und trotzdem fragen wir uns immer wieder selbst: „Warum wirkt Christus nicht das Wunder, das ich in meinem Leben brauche – meine Gesundheitsprobleme, die Probleme mit dem Arbeitsplatz, mit meinem Ehepartner, oder mit meinen Kindern?“ Könnte es sein, dass wir Unmögliches verlangen? Gott hat einen Plan für unser Leben. Dieser Plan enthält Augenblicke großer Freude und des Kreuzes. Unser Ziel ist es, Gottes Plan zu erfüllen. Wir müssen für die außerordentlichen Augenblicke der Gnade offen sein – wie wir das bei der Vermehrung der Brote und der Fische sehen können – aber wir müssen auch für die Augenblicke offen sein, wo jeder von uns die Erfahrung des Kreuzes macht.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, hilf mir, meine Sendung im Leben zu erfüllen. Meine Sendung besteht in nichts anderem, als deinen Willen zu erfüllen suchen: ihn zu lieben, zu leben, und das Schöne weiterzugeben, das ich dabei erfahre.

Vorsatz:   Ich will heute fünf Minuten vor unserem Herrn im Allerheiligsten Sakrament verweilen.


Das Boot kräftig rudern

4. August 2008

Montag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Maria Vianney

P. Jason Wallace LC

Mt 14,22-36
Gleich darauf forderte Jesus die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

Sie fuhren auf das Ufer zu und kamen nach Gennesaret. Als die Leute dort ihn erkannten, schickten sie Boten in die ganze Umgebung. Und man brachte alle Kranken zu ihm und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

Einführendes Gebet:   Herr, lehre mich, an dich zu glauben, auch wenn ich nicht alles verstehe. Hilf mir, auf dich zu hoffen, auch wenn die Wellen der Zerstörung auf mich einstürzen. Erleuchte mich, damit ich in meiner Liebe standhaft bleibe, auch wenn meine Leidenschaften versuchen, mich von dir wegzuziehen.

Bitte:  Herr, bitte gib mir die Gnade, beharrlich zu bleiben.

1. Den Berg hochsteigen. Als ich als Jugendlicher an einem Freizeitcamp unserer Pfarrgemeinde teilnahm, stiegen wir auf hohe Berge in den Rocky Mountains. Als es Abend wurde, lud uns der Priester beim gemütlichen Sitzen ums Lagerfeuer ein, einen Rosenkranz zusammen zu beten. Augenblicke des Gebets helfen uns, auszuharren und den Tag hindurch auf dem rechten Weg zu bleiben. Auch wenn wir uns noch so sehr danach sehnen, von den Strapazen auszuruhen, wissen wir doch, dass es nichts Lohnenderes gibt als einige Momente stillen Gebets, in denen wir mit dem Herrn sprechen, unsere Herzen zu ihm erheben und uns an die Wunder erinnern, die er für uns getan hat. Steigen wir also wie Christus jeden Abend auf den Berg, um diese so kostbare Zeit mit dem Vater zu verbringen.

2. Petrus auf dem Wasser, Petrus im Wasser. Der Wind ist ein Symbol für unsere Leidenschaften. Zeitweise brausen sie auf, lassen dann für eine Weile wieder nach, bevor sie uns von neuem ins Gesicht blasen. Wir müssen zäh sein, um bei diesem Gegenwind voranzukommen. Petrus war zäh: Er ging auf dem Wasser. Er glaubte. Aber wie wir alle, so fing auch er an zu zweifeln. Wir müssen in unserem Glauben stark bleiben und davon überzeugt sein, dass der Herr uns seine Liebe beweisen will. Jeden Tag, wenn wir von den Stürmen unserer Leidenschaften bedrängt werden, gibt er uns die Gelegenheit, stark zu bleiben. Werde ich meinen Blick auf den Herrn gerichtet halten können, auch wenn alles um mich herum einstürzt?

3. Das Boot kräftig rudern. Wenn wir für den Herrn arbeiten, braucht es Zeit für das vertraute Gebet, wie wir im ersten Punkt betrachtet haben, aber es braucht auch Zeit für das konkrete Handeln. Christen müssen gleichzeitig Menschen des Gebetes und Menschen des entschlossenen Kampfes sein. Wir müssen wissen, wie wir beten und mit unserem Herrn als unserem besten Freund reden sollen, wir müssen aber auch wissen, dass sich wahre Freundschaft in konkreten Taten zeigen muss. Manchmal müssen wir uns eben in die Riemen legen und hart rudern. Das Leben ist hart, die Welt fordert uns jeden Tag von neuem heraus, wir alle haben aber unsere Schwächen, aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen, denn sonst werden wir auf die Felsen der Zerstörung geworfen. Wir müssen das Boot kräftig rudern.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich danke dir, dass du mir zeigst, dass es eine Zeit fürs Beten gibt und eine Zeit, in der wir unser Gebet in konkretes Handeln umsetzen müssen. So werden unsere Taten zu Gebet. Leite mich, so zu leben, wie ich bete, damit die Menschen dich durch mein Handeln erkennen können.

Vorsatz:   Wenn ich heute versucht bin, aufzugeben, werde ich mich erst recht anstrengen, standhaft zu bleiben.


Den Weisen folgen, nicht den Gelehrten

5. August 2008

Dienstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis

P. Jason Wallace LC

Mt 15,1-2,10-14
Da kamen von Jerusalem Pharisäer und Schriftgelehrte zu Jesus und sagten: Warum missachten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen sich nicht die Hände vor dem Essen.

Und er rief die Leute zu sich und sagte: Hört und begreift: Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Weißt du, dass die Pharisäer über deine Worte empört sind? Er antwortete ihnen: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden. Lasst sie, es sind blinde Blindenführer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen.

Einführendes Gebet:   Herr, schenke mir Einsicht in deine Wege, damit ich den Weg lieben kann, den du für mich gezeichnet hast, und bei jedem Schritt voll Hoffnung voranschreiten kann. Ich verbeuge mich vor dir, weil du mir immer wieder zeigst, dass deine Wege nicht meine Wege sind. Ich danke dir, denn ich finde das wahre Glück, wenn ich deine Güte zu mir anerkenne.

Bitte:  Herr, lehre mich deine Wege.

1. Traditionen. Christus klärt uns über das Wesentliche auf. Die Pharisäer hatten sehr viele Traditionen geschaffen. Viele darunter waren in guter Absicht geschaffen worden und halfen den Leuten, in der Tugend zu wachsen. Aber mit der Zeit wurden sie zu bloßen Ritualen, die an die Stelle einer Liebesbeziehung mit Gott traten. Kehren wir also zum Wesentlichen zurück, das unser Leben mit Christus bestimmen soll. Lege ich größeren Wert auf meine Gewohnheiten und Vorlieben, als auf das, was Christus von mir durch seine Kirche verlangt? Verliere ich das Ziel aus den Augen, indem ich mich mehr auf die Mittel zum Ziel konzentriere, als auf das Ziel an sich, nämlich Christus?

2. Der innere Mensch. Was aus dem Munde eines Menschen kommt, zeigt, was für ein Mensch er ist; es zeigt, welche Werte er in seinem Herzen trägt. Entweder werden wir Worte hören, die von Gottes Liebe durchdrungen sind, oder wir werden Worte hören, die voller Widerlichkeiten sind. Wir werden sehen, ob ein Mensch nur an sich denkt oder an die Nöte der Anderen. Wir werden herausfinden, wer sich als Werkzeug Gottes sieht und wer Gott zum Werkzeug für seinen eigenen Erfolg macht. Was in einem Menschen ist, zeigt sich immer in seinen Worten.

3. Wahre Führerschaft. Der Mensch sollte Gottes Weisheit folgen. Wer von Gottes Weisheit erfüllt ist, weiß, wie er einem anderen Menschen am besten helfen kann, sein Ziel zu erreichen: die Vereinigung mit Christus. Draußen gibt es vielerlei Arten von Pflanzen (Menschen); wir müssen jenen folgen, die von der Weisheit Gottes gesät worden sind. Wir brauchen Hilfe, um unterscheiden zu können, welche Pflanzen von unserem Herrn kommen. Wir können sie an ihren Früchten erkennen, aber wir brauchen vielleicht trotzdem einen geistlichen Führer, der uns dabei hilft, die Bewegungen unserer Seele zu unterscheiden, damit wir nicht in die Grube des blinden Führers fallen.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, wir leben in einer verwirrten Welt, in welcher die Menschen das Böse „gut“ und das Gute „bös“ nennen. Schenk mir die Gabe der Unterscheidung der Geister, damit ich deinen Frieden immer in meinem Herzen bewahren kann.

Vorsatz:   Ich will unseren Herrn in der Eucharistie besuchen und um die Gabe der Weisheit bitten.


Ein herrliches Licht

6. August 2008

Mittwoch der achtzehnten Woche im Jahreskreis

P. Jason Wallace LC

Mt 17,1-9
Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

Einführendes Gebet:   Herr, wenn ich das Licht deiner Verklärung sehe, ist es einfach, zu glauben. Ich hoffe auf dein Licht und deine Stärke, auch wenn ich einsam und niedergeschlagen bin. Ich liebe dich für diese Augenblicke des Lichts. Ich danke dir, Herr, dass du mir die Gnaden schenkst, die mich durch die Prüfungen des Lebens hindurch tragen werden.

Bitte:  Herr, lass mich deine Güte und Schönheit immer vor meinen Augen haben.

1. Das ist mein Sohn, auf ihn sollt ihr hören. Wir besitzen Jesu Worte in den Evangelien. Wir kennen den Weg, aber manchmal hören wir nicht hin. Hinhören bedeutet mehr als nur Hören. Wir können alle möglichen Arten von Lärm hören, aber wenn wir nicht wirklich hinhören, können wir diesen Lärm nicht definieren. Haben wir uns nicht auch schon bei großen Menschenansammlungen von all dem Lärm ablenken lassen? Ein Nebenstehender kann dann mit uns sprechen, wenn wir uns aber nicht ganz auf ihn konzentrieren, können wir seine Worte nicht verstehen. Ein anderes Mal hören wir nicht hin, weil wir zu sehr mit dem inneren Lärm unserer eigenen Gedanken beschäftigt sind. Wir müssen uns also anstrengen und hinhören, was Jesus uns zu sagen hat und dürfen uns dabei nicht von all dem Lärm um uns und in uns ablenken lassen.

2. Augenblicke des Lichts. Manchmal schenkt Gott uns Augenblicke, in denen seine Wahrheit blendend deutlich vor unseren Augen ist. Denken wir an Mutter Teresa, die ihre Berufung schon in so jungem Alter deutlich vor sich sah. Sie bekam ein wunderbares Licht unseres Herrn. Aber Gott ist auch zu uns allen gekommen, vielleicht schon ganz oft. Er schenkt unseren Herzen und unserem Verstand immer wieder sein Licht, damit wir stark genug sind, um ihm zu folgen. Das ist einfach wunderbar. Er kennt den richtigen Augenblick, um unser Leben zu erleuchten.

3. „Steht auf, habt keine Angst“ Diese Worte, die auch von unserem letzten Papst Johannes Paul II. immer wieder gesprochen worden waren, klingen in unserem Leben immer wieder von neuem auf. Eltern sagen diese Worte, wenn ihre Kinder aus Angst bestimmte Dinge nicht tun wollen. Angst kann sich auf vielerlei Weise äußern. Was ist mein Angstfaktor? Habe ich Angst davor, zu versagen, mich und meinen Besitz Gott zur Verfügung zu stellen, nach einem Fall wieder aufzustehen? Habe ich Angst davor, unserem Herrn die Herrschaft über mein Leben zu überlassen? Gott bittet uns darum, aufzustehen und unser Leben ihm zu übergeben. Habt keine Angst; unsere Freude ist es, bei Christus zu sein.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, oft wehre ich mich dagegen, mich ganz dir zu überlassen. Ich ziehe mich in mich selbst zurück und habe Angst davor, die Kontrolle über mein Leben zu verlieren. Ich habe Angst davor, mein Leben dir zu übergeben. Lehre mich, großzügig zu sein.

Vorsatz:   Ich will Gott im Gebet für die wunderbaren Augenblicke seines Lichts, die er mir geschenkt hat, danken.


Das Siegerteam

7. August 2008

Donnerstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis

P. Jason Wallace LC

Mt 16,13-23
Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.

Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

Einführendes Gebet:   Herr, vermehre meinen Glauben, damit ich dich als den annehmen kann, der du bist. Ich glaube, dass du der Messias bist, und ich glaube, dass du dein Leben für mich hingegeben hast. Ich hoffe auf dein Kreuz und deine Auferstehung. Ich will das lieben, was du liebst, nicht mehr und nicht weniger.

Bitte:  Herr, schenk mir die Gnade, dich in deiner Ganzheit anzunehmen.

1. Das Kreuz und das Kruzifix. Jesus kündigt sein bevorstehendes Leiden und seinen Tod an. Der Grund seines Kommens zu uns erreicht den Punkt der Erfüllung. Das leere Kreuz wird bald den gekreuzigten Erlöser halten. Die Christen sind aufgerufen, auf unseren gekreuzigten Herrn zu schauen, nicht auf ein leeres Kreuz. Wir müssen am Kreuz Christi Anteil nehmen. Ich nahm einst eine meiner nicht katholischen Freundinnen mit in die Kirche. Wir gingen in eine Seitenkapelle, wo ein Kreuz an der Wand hing, das unseren Herrn in seinem Leiden sehr realistisch darstellte. Ich hatte mich schon ziemlich daran gewöhnt, sie aber schaute das Kruzifix an und sagte: „Das ist ekelhaft. Warum hängt bei euch Christus am Kreuz?“ Das ist eben die Geschichte von Christi Leben: Er musste nach Jerusalem gehen, vieles erleiden, getötet werden und am dritten Tag auferstehen. Um aufzuerstehen, musste er zuerst gekreuzigt werden. Werde ich dazu in der Lage sein, mich mit Christus ans Kreuz schlagen zu lassen, damit ich auch einmal mit ihm auferstehen kann?

2. Das Siegerteam. Dieses Evangelium berichtet uns, dass Christus die Schlüssel des Sieges in der Hand hält. Er ist der Sieger. Er will, dass wir zu seinem Team gehören – und will nicht jeder zum Siegerteam gehören? Er hat den Spielplan vor uns ausgebreitet. Er hat die Vollmacht, zu binden und zu lösen in die Hände von Petrus, seinem Stellvertreter, gelegt. Unsere Aufgabe besteht nun darin, jeden Tag das Böse durch das Gute zu besiegen. Wir müssen den neuen Menschen der Tugend anziehen und den alten Menschen des Lasters ausziehen. Solange wir auf Erden sind, werden wir auf eine von zwei Arten leiden müssen: Wir können die schändlichen Folgen der Niederlage durch unsere persönlichen Sünden erfahren, oder wir können die freudigen Folgen des Sieges über unsere sinnlichen und nutzlosen Neigungen erfahren. Entscheiden wir uns also für das Siegerteam!

3. Liebe und Wahrheit. Christus liebt Petrus so sehr, dass er ihm die Wahrheit einfach sagen muss. Wir können das mit der Liebe vergleichen, die unsere Eltern für uns haben: Sie lieben uns so sehr, dass sie alle unsere Fehler korrigieren, damit wir es besser machen. Petrus antwortet Christus oft mit menschlicher Weisheit, statt sich nach dem Göttlichen auszustrecken. Wie oft stören menschliche Berechnungen unsere Bemühungen? Wie oft lassen wir uns, weil wir die Dinge nicht deutlich sehen, daran hindern, den Eingebungen des Heiligen Geistes zu folgen? Auf Christus zu vertrauen und die Tugenden zu leben ist oft ein Schwimmen gegen den Strom, aber nur diese Äußerungen der Liebe können Herzen verwandeln.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, hilf mir die Schönheit deiner Wege zu erkennen. Deine Weisheit wird mich frei machen. Du bist der Retter der Welt. Leite mich auf dem Pfad hin zu deinem Herzen.

Vorsatz:   Heute will ich mich fragen, welche Sünde ich am meisten begehe und sie dann durch die entsprechende Tugend ersetzen.


Das Pfand für das ewige Leben?

8. August 2008

Freitag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Dominikus

P. Jason Wallace LC

Mt 16,24-28
Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen. Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an die Macht deines Kreuzes. Ich möchte alle Kreuze, die ich erfahren muss, mit dem Erlösungsakt deiner Liebe verbinden. Ich danke dir, Herr, dass du mich lehrst, wie ich die Leiden des Lebens mit dir leben kann.

Bitte:  Herr, lehre mich, dich so sehr zu lieben, dass ich nie mehr in den Irrtum verfalle, mein Leben zu verwirken, indem ich andere Dinge mehr liebe als dich.

1. Ewiges Leben. Wenn wir von den Mühen unseres Alltags ganz gefangen sind, ist es hilfreich, sich für ein paar Augenblicke hinzusetzen, die Augen zu schließen und unseren Geist und unser Herz zu Christus zu erheben. Erinnern wir uns daran, wo unser Ziel ist: Der Himmel, oder die „Ziellinie“, wie der heilige Paulus sagt. Diese Welt ist nicht alles; wir wurden für größere und bessere Dinge geschaffen. Betrachten wir, was Christus für uns vorbereitet hat. Genießen wir dessen Schönheit! Genießen wir den Trost, den es uns bringt und entschließen wir uns, den Preis des ewigen Lebens niemals zu verscherzen. Wenn wir uns also im Aktivismus zu verlieren drohen, müssen wir unser Herz zu Gott erheben! Wenn Versuchungen kommen und uns von allen Seiten bedrängen, müssen wir uns dem Herrn zuwenden! Wenn die Leiden des Alltags schwer auf uns lasten, dürfen wir den Preis des ewigen Lebens nicht aus dem Sinn verlieren! Wir sind Pilger mit einem einzigen Ziel: für immer mit Jesus im Himmel vereinigt zu sein. Die bloße Betrachtung dessen wird uns genügend Kraft spenden.

2. Folgt mir nach. Christus nachzufolgen ist nicht einfach, aber es ist überaus lohnenswert. Nichts im Leben lässt sich leicht gewinnen, und je Wichtiger etwas ist, umso mehr sind wir bereit, dafür zu leiden. Was ist wichtiger als das ewige Leben? Wir müssen das Kreuz auf uns nehmen und dem Herrn nachfolgen. Die Erfahrung zeigt, dass Menschen, die keine Selbstverleugnung üben, weder ihre ungeordneten Leidenschaften und Neigungen kontrollieren, noch eine treue und persönliche Liebe zu Christus aufrechterhalten können. Der Grad der Selbstverleugnung zeigt den Grad unserer übernatürlichen Liebe und unserer wahren Hingabe an. Für sich allein genommen hat die Selbstverleugnung im Leben eines Menschen keinen Sinn und liegt auch der menschlichen Natur überhaupt nicht, die dazu geneigt ist, jede nur mögliche Befriedigung zu suchen. Jedoch ist die Selbstverleugnung das Kreuz, und von diesem Kreuz bekommen wir die Kraft, die notwendig ist, um die Heiligkeit zu erlangen. Selbstverleugnung aus Liebe zum Herrn gibt uns die Kraft, nicht in Rationalismus zu verfallen und unseren Stolz, unsere Selbstzufriedenheit und Sinnlichkeit zu bekämpfen.

3. Rette dein Leben, indem du es verlierst. Es scheint paradox zu sein, unser Leben retten zu wollen, indem wir es verlieren. Was ist mit unseren Vorhaben, unserer Handlungsweise, dem großen Ferienhaus, den Auslandsreisen? Es muss uns klar sein, dass wir, wenn wir den Himmel erlangen wollen, unsere Freiheit so nutzen müssen, wie Gott sie gedacht hat. Wir sollen die Wahrheit annehmen und aus freiem Willen lieben. Freiheit findet wie alle Tugenden ihre Erfüllung in der Nächstenliebe, welche letztlich Freundschaft mit Gott bedeutet. Je mehr ich mich Christus übergebe, mich in ihm verliere, umso freier werde ich. Mein Glück besteht dann darin, ein demütiger Diener zu sein, der seine Freude darin gefunden hat, in Freundschaft mit Christus verbunden zu sein und nicht meinen Willen zu tun, sondern zuzulassen, dass sein Wille in mir geschehe.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, hilf mir, wie das Samenkorn zu sein, das stirbt, um die Früchte der Heiligkeit und der ständigen Bekehrung meiner eigenen Seele und der Seelen der anderen zu bewirken. Hilf mir, immer auf dich zu schauen.

Vorsatz:   Ich will nachdenken, wo meine Vorhaben und Entschlüsse nicht mit denen von Christus übereinstimmen und sie entsprechend ändern.


Zu Jesus gehen

9. August 2008

Samstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis

P. Jason Wallace LC

Mt 17,14-20
Als sie zurückkamen, begegneten sie einer großen Zahl von Menschen. Da trat ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn! Er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden. Immer wieder fällt er ins Feuer oder ins Wasser. Ich habe ihn schon zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen. Da sagte Jesus: O du ungläubige und unbelehrbare Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir! Dann drohte Jesus dem Dämon. Der Dämon verließ den Jungen, und der Junge war von diesem Augenblick an geheilt. Als die Jünger mit Jesus allein waren, wandten sie sich an ihn und fragten: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Er antwortete: Weil euer Glaube so klein ist. Amen, das sage ich euch: Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.

Einführendes Gebet:   Herr, voll Glauben knie ich vor Dir. Mach meinen Glauben stark, damit ich deine Vorsehung in meinem Leben erkennen kann. Hilf mir, nicht auf vergängliche Ehren zu hoffen, sondern mich dafür einzusetzen, dass dein liebender Wille erfüllt werde. Lehre mich, Dir meine Liebe zu zeigen, indem ich alles annehme, was Du mir auf meinem Weg sendest.

Bitte:  Herr, gib mir die Gnade, auf Dich zu vertrauen.

1. Die harte Realität der Welt. Kurz vor diesem Ereignis hatten die Apostel die Verklärung Christi miterlebt. Sind auch Sie schon einmal voller Begeisterung von Exerzitien nach Hause gekommen und wollten die Welt verändern? Aber dann sind unerwartete Kreuze gekommen – ein ablehnendes Wort, eine Versuchung, die Sie zuvor niemals kannten, eine Familientragödie. Wenn wir uns ganz von Gottes Herrlichkeit umfangen fühlten, mussten wir plötzlich die harte Realität dieser Welt erfahren. Die glücklichen Momente, in denen wir Gott wirklich erfahren, sollen uns die Kraft geben, die Herausforderungen, die noch vor uns liegen, mit Kraft und Ausdauer anzugehen. Wir müssen voranschreiten, selbst wenn uns wie den Soldaten im Krieg die Kugeln nur so um die Ohren fliegen. Wir brauchen dazu einen starken Glauben.

2. Echter Glaube. Die Apostel waren losgezogen und meinten, dass sie die Leute heilen könnten, aber sie vergaßen dabei die geheimnisvolle Zutat – den Glauben. Es sind nicht die Apostel, die diese Werke vollbringen; Gott wirkt durch sie. Könnte es sein, dass sie das vergessen hatten und anmaßend geworden waren? Wie oft passiert es auch uns, dass wir eine großartige Erfahrung beim Gebet machen; kaum sind wir aber aus der Haustüre hinausgegangen, verfallen wir gleich wieder in unseren Egoismus. Getrennt von Christus haben wir aber keine Kraft. Wir müssen unseren Glauben in die Tat umsetzen. Achten wir aber darauf, dass unsere Taten mit und durch Christus getan werden.

3. Zurückblicken. Stellen wir uns vor, wie Petrus zurückblickte auf die vielen Erlebnisse, die er mit Christus hatte und dabei feststellte, wie geduldig unser Herr immer wieder mit ihm gewesen war. Er erinnerte sich auch daran, wie barmherzig Jesus mit den Menschen gewesen war. Ist diese Geduld und Barmherzigkeit Jesu auch meine tägliche Stütze? Oder verliere ich oft meine Geduld und werde unsicher, weil ich nicht weiß, wie ich mit den Fehlern anderer Menschen oder mit Konfliktsituationen umgehen soll? Ist es schwer für mich, wenn die Menschen das Offensichtliche nicht erkennen wollen? Geh ich mit dem Versagen und den Fehlern der Anderen nicht richtig um? Gehen wir zu Christus. Schauen wir auf ihn, auf sein sanftes Lächeln und erinnern wir uns daran, wie lang er warten musste, bis wir ihm in die Augen schauten und unser Leben änderten.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, du streckst mir immer deine Hände entgegen, aber oft benutzte ich meine Hände für meine eigenen Ziele. Nimm mich jetzt an der Hand und führe mich dorthin, wohin ich nach deinem Willen gehen soll.

Vorsatz:   Wenn ich heute bete, will ich auf den Weg zurückblicken, den ich bis jetzt schon gegangen bin, und dankbar sein.