Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 18. Mai 2008 bis Samstag 24. Mai 2008

P. Dominic Pham LC

Geheimnis und Wirklichkeit der Liebe Gottes Sonntag
Die Macht des Gebets Montag
Der Größte im Reich Gottes Dienstag
Für oder gegen Christus Mittwoch
Ich will in Ewigkeit leben Donnerstag
Die Heiligkeit der Liebe Freitag
Wie die Kinder bleiben Samstag


Geheimnis und Wirklichkeit der Liebe Gottes

18. Mai 2008

Dreifaltigkeitssonntag

P. Dominic Pham LC

Joh 3,16-18
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.

Einführendes Gebet:   Vater, Sohn und Heiliger Geist, ich glaube an dich und deine immerwährende Liebe zu mir. Ich glaube, dass du deinen Sohn in die Welt gesandt hast, um mich von meinen Sünden und meinen bösen Neigungen zu befreien. Ich will dich mehr lieben. Diese Zeit des Gebets soll ein Ausdruck meiner Liebe und Dankbarkeit sein.

Bitte:  Herr, lass mich niemals vergessen, dass du immer bei mir bist.

1. Gott hat die Welt so sehr geliebt. Die Liebe geht nicht zuerst von uns aus, sondern von Gott. Das größte Geschenk ist die Erlösung, sie ist ein freies Geschenk von Gott. Wir selbst könnten uns ein so wunderbares Geschenk niemals verdienen. Aber weil Gott uns so sehr liebt, hat er uns erlöst und als seine Kinder angenommen. Je mehr wir diese seine Liebe erkennen, umso mehr wird es uns möglich sein, ihm mit unserer eigenen Liebe zu antworten.

2. Liebe, die rettet. Gottes Liebe bleibt nicht tatenlos. Sie streckt sich nach uns aus. „Wir wurden mit Gott versöhnt durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren“ (Röm 5,10). Gottes Liebe kennt keine Grenzen; seine Liebe will sich immer weiterschenken. Unser Herr gibt uns in jedem Augenblick unseres Lebens die Möglichkeit, das ewige Glück zu erlangen.

3. Wir verurteilen uns selbst, wenn wir nicht an den einen Retter glauben. Der heilige Augustinus sagte einst: „Er, der mich ohne mich erschaffen hat, kann mich ohne mich nicht retten.“ Gott hat uns durch seine ewige Liebe die Möglichkeit gegeben, die ewige Freude zu gewinnen. Er hat uns aber auch den freien Willen gegeben, durch welchen wir uns entscheiden können, auf diesen Lohn hinzuarbeiten. Um die ewige Freude zu gewinnen, müssen wir unseren Beitrag leisten, indem wir Gottes Geschenk annehmen und alles tun, was dieses Geschenk von uns verlangt. Der stolze Mensch hat kein Anrecht auf das Heil. Er schließt sich davon aus, weil er nicht einsieht, dass er Gott braucht.

Gespräch mit Christus:  Herr, gewähre mir, dass ich in der Haltung der Demut vor dir lebe. Lass mich erkennen, dass du in meinem Leben gegenwärtig bist und lass mich dein Antlitz suchen in allem, was ich denke, rede und tue. Hilf mir, durch meine Freude und Nächstenliebe ein sichtbares Zeichen deiner Liebe für alle meine Brüder und Schwestern zu sein.

Vorsatz:   Wann immer ich heute das Kreuzzeichen mache, will ich es bewusst und voll Liebe tun.


Die Macht des Gebets

19. Mai 2008

Montag der siebten Woche im Jahreskreis

P. Dominic Pham LC

Mk 9,14-29
Als sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, sahen sie eine große Menschenmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Sobald die Leute Jesus sahen, liefen sie in großer Erregung auf ihn zu und begrüßten ihn. Er fragte sie: Warum streitet ihr mit ihnen? Einer aus der Menge antwortete ihm: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen; immer wenn der Geist ihn überfällt, wirft er ihn zu Boden und meinem Sohn tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und wird starr. Ich habe schon deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu. Da sagte er zu ihnen: O du ungläubige Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir! Und man führte ihn herbei. Sobald der Geist Jesus sah, zerrte er den Jungen hin und her, sodass er hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wälzte. Jesus fragte den Vater: Wie lange hat er das schon? Der Vater antwortete: Von Kind auf; oft hat er ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns! Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt. Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Als Jesus sah, dass die Leute zusammenliefen, drohte er dem unreinen Geist und sagte: Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn und kehr nicht mehr in ihn zurück! Da zerrte der Geist den Jungen hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Der Junge lag da wie tot, so dass alle Leute sagten: Er ist gestorben. Jesus aber fasste ihn an der Hand und richtete ihn auf, und der Junge erhob sich. Als Jesus nach Hause kam und sie allein waren, fragten ihn seine Jünger: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Er antwortete ihnen: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.

Einführendes Gebet:   Mein Herr und Vater, ich weiß, dass dem, der glaubt, alles möglich ist. Wer nicht glaubt, dem ist nichts möglich. Du weißt, dass ich an dich glaube, auch wenn mein Glaube manchmal nicht so stark ist, wie er sein sollte. Hilf mir, die Ereignisse dieses Tages mit den Augen des Glaubens zu sehen, das heißt mit deinen Augen.

Bitte:  Herr Jesus, ich glaube, hilf meinem Unglauben.

1. Die Gegenwart Christi. Es passiert uns immer wieder, dass wir in eine katholische Kirche oder Kapelle gehen und Gott viele Gebete, Bitten und Klagen vorbringen, ohne dass uns die wichtigste Wahrheit bewusst ist: Christi Gegenwart im Tabernakel. Wir halten es als für ganz selbstverständlich, dass der Herr des Lebens und der Geschichte dort vor uns ist, fortwährend in der Stille auf uns wartend. Sobald uns das wirklich bewusst ist, sollten wir doch voll Hoffnung darauf vertrauen, dass alle unsere Probleme eine Lösung finden werden – Christus wird uns helfen! Wir Menschen tendieren dazu, alles viel komplizierter zu machen, als es in Wirklichkeit ist. Viele Probleme, die in unserem Leben auftauchen, haben ihre Ursache in einem Mangel an Glauben. Wenn wir unsere Probleme im Licht des Glaubens betrachten, erscheinen sie uns nicht mehr sinnlos; vielmehr erkennen wir in ihnen Möglichkeiten, unser Kreuz zu tragen und die Tugenden der Geduld und des Glaubens zu üben. Gottes Zeit wird kommen!

2. Ohne Gottes Gnade sind alle Werke unnütz. Im heutigen Evangelium zeigt uns Christus die Macht des Gebets. Gott hat uns die Freiheit gegeben, damit wir in seinem Erlösungsplan mitarbeiten. Es stimmt schon, dass alles, was wir tun, seinen Wert hat. Wenn unsere Taten aber völlig von Gott losgelöst sind, dann haben sie keinen Wert im Erlösungsplan Gottes. Hüten wir uns also davor zu meinen, dass wir alles alleine machen können!

3. Die Macht des Gebets. Unser Herr will, dass wir im Erlösungswerk mitarbeiten. Wir tun das, indem wir unseren Herrn lieben und diese Liebe durch das Gebet und den Gehorsam gegenüber seinem Willen ausdrücken. Wenn wir zu unserer vollen Abhängigkeit von Gott „Ja“ sagen, sind wir in der Lage, Dinge zu tun, die uns sonst nicht möglich wären. Je mehr wir uns auf Gott verlassen, umso mehr erkennen wir die Sinnlosigkeit allen menschlichen Tuns, das nicht in der Gnade Gottes getan wird. Auf uns allein gestellt sind wir „kurzsichtig“, weil wir alles nur zu unserem eigenen Nutzen tun wollen. Dann trägt unser Tun nur wenig Frucht. Mit Gott verbunden sehen wir alles mit den Augen des Glaubens, und unser Tun und unsere Absichten bleiben rein und tragen reichlich Frucht.

Gespräch mit Christus:  Herr, schenk mir die Demut der Erkenntnis, dass du die Hauptfigur meines Lebens bist. Ich brauche deine Gnade, um den Wert des persönlichen Betens zu schätzen. Ich will nicht so leben und handeln, als ob ich dich nicht bräuchte. Ich weiß, dass du mir heute, ja an jedem Tag, etwas zu sagen hast. Wenn ich nicht aufmerksam bin, werde ich deine Worte nicht hören und dir niemals näher kommen. Jesus, lehre mich beten!

Vorsatz:   Heute will ich vor meiner Arbeit oder vor meinem Lernen ein kurzes Gebet zum Heiligen Geist sprechen.


Der Größte im Reich Gottes

20. Mai 2008

Dienstag der siebten Woche im Jahreskreis

P. Dominic Pham LC

Mk 9,30-37
Jesus und seine Jünger gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.

Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

Einführendes Gebet:   Herr, ich weiß, dass du in jeder Situation meines Lebens gegenwärtig bist und dass du mir hilfst, dich durch meinen Gehorsam gegenüber deinem Willen immer mehr zu lieben. Hilf mir, dich zu lieben, indem ich dir und den anderen in deinem Namen diene.

Bitte:  Herr Jesus, hilf mir, einfach und demütig wie ein Kind zu sein.

1. Der Menschensohn muss leiden. Was Jesus lehrte, war manchmal für die Jünger schwer zu begreifen. Warum sollte er, der doch Gottes Sohn war, leiden müssen? Er muss es nicht; er will es so. Durch sein Leiden wollte er uns erlösen. Freiwillig zu leiden, damit dadurch andere leben können, ist der größte Ausdruck von Liebe, den es gibt. Und darum hat Gott diesen Weg gewählt. Warum fürchteten sich die Apostel davor? Als Jünger Christi wussten sie, dass sie ihren Meister nachahmen sollten. Wenn er leiden sollte, bedeutete das für sie, dass auch sie leiden sollten. Es ist ganz natürlich, dass man vor dem Leiden fliehen will, aber ein wahrer Christ muss das Leid willkommen heißen und muss es sogar immer mehr lieben! Darin besteht das wunderbare Geheimnis: Wer sich selbst verliert, gewinnt das Leben.

2. Wer ist der Größte? Christus sagt, dass, wer der Größte sein will, der Diener aller sein soll. In unserem Alltag kann es schwierig sein, ein Diener aller zu sein, besonders, wenn die Botschaft der Welt so ganz anders lautet: Kümmere dich nur um dich selbst! Aber Christus ist ein Zeichen des Widerspruchs, das heißt, er schwimmt gegen den Strom. Warum sind wir dann überrascht, wenn er uns sagt, dass wir der Diener aller sein sollen, wenn wir groß sein wollen? Wir werden niemals weiter von Ruhm und Ehre entfernt sein, als dann, wenn wir gerade diese suchen, und wir werden dem Ruhm und der Ehre niemals näher sein, als dann, wenn wir diese gering schätzen!

3. Die Einfachheit eines Kindes als Bedingung für die Rettung. Christus sagt uns, dass wir wie die Kinder werden sollen, nicht, dass wir kindisch werden sollen. Wir müssen reif werden, denn so will es die Eigenart des Lebens. Wir alle wissen, dass Kinder große Qualitäten besitzen, sie besitzen aber auch genauso wie die Erwachsenen Eigenschaften, die nicht so gut sind. Christus sagt uns hier, dass wir einige der großartigen Eigenschaften von Kindern uns zu eigen machen sollen: tiefes Vertrauen im Wissen um die totale Abhängigkeit von Gott, Freude und Einfachheit.

Gespräch mit Christus:  Mein Herr Jesus, du rufst mich zu größerer Großzügigkeit, wenn du mich aufrufst, mein Kreuz jeden Tag mit Freude im Herzen zu tragen. Ich will nicht mehr vor dem Kreuz fliehen. Ich will es annehmen und immer mehr lieben. Für die Welt ist das Irrsinn, aber wenn das Kreuz mir wirklich Glückseligkeit erwirbt, dann soll die Welt mich ruhig zu den größten Narren zählen.

Vorsatz:   Ich will heute eine geistliche Kommunion machen und zum Herrn beten, wie ein Kind mit seinem Vater spricht.


Für oder gegen Christus

21. Mai 2008

Mittwoch der siebten Woche im Jahreskreis

P. Dominic Pham LC

Mk 9,38-40
Johannes sagte zu ihm: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.

Einführendes Gebet:   Herr, manchmal fällt es uns schwer, uns über den Erfolg anderer zu freuen. Mein Stolz und mein Neid gewinnen oft die Überhand. Wie schnell vergesse ich, dass wir alle ein Team bilden, dass wir ein Leib sind in dir. Hilf mir zu verstehen, dass der Erfolg eines Gliedes der Kirche auch mein Erfolg ist, und dass meine Erfolge auch die Erfolge der ganzen Kirche sind.

Bitte:  Herr, hilf mir, meine besondere Sendung innerhalb deines mystischen Leibes voll Freude zu erkennen und der Versuchung zu widerstehen, meinen eigenen Ruhm zu suchen.

1. Christus ist unser einziges Ziel. Durch meine Taufe bin ich dem mystischen Leib Christi eingegliedert worden und zu einem Teil seines Leibes geworden. Wenn ich mir das immer wieder bewusst mache, werde ich der Versuchung des Neides widerstehen. Wir alle arbeiten für eine gemeinsame Sache, auch wenn unsere Talente und „Funktionen“ verschieden sind. Zu wem könnte der Mund sprechen, wenn ihn die Füße nicht zu jemandem trügen? Darum freuen sich die Füße, wenn der Mund spricht, weil der Mund seine Sendung ohne die Füße nicht erfüllen könnte. Darum wollen wir uns über die Erfolge der anderen freuen und mit ihnen über ihre Misserfolge weinen, denn ihre Erfolge und ihre Misserfolge sind auch die unsrigen. Unser einziges Ziel muss es sein, das Evangelium zu allen Völkern zu bringen und so viele Seelen wie möglich zu retten. Das muss das Zentrum unserer Gebete und apostolischen Bemühungen sein. Nur das baut die Kirche auf, den mystischen Leib Christi.

2. Teamwork setzt Demut voraus. Je mehr ich Dinge tue, die niemand sieht, umso mehr Ehre gebe ich Gott. Wenn wir ein großes Ereignis vorbereiten, können wir als Team viel effektiver arbeiten. Einige im Team kümmern sich um die Bekanntmachung, andere sammeln Spenden, andere besorgen das nötige Material, und wieder andere stellen das Personal für das stattfindende Ereignis. Oft ist es aber so, dass diejenigen, deren Arbeit nach außen hin sichtbarer ist, mehr von den Leuten gelobt werden. Wieviele Seelen lassen es zu, dass der Neid die ungesehenen Mühen, die sie für ihre guten Werke aufgebracht haben, verdirbt! Aber wie wertvoll sind die Werke, die in demütigem Dienen und aus Liebe zum Herrn getan werden! Herr Jesus Christus, ich opfere dir alle Dinge auf, die ich getan habe und von denen niemand Notiz genommen hat, ja gerade diese noch viel mehr als jene, für die ich von den Leuten schon Dank erhalten habe, weil ich weiß, dass du alles Verborgene siehst.

3. Freut euch, wenn andere Frucht tragen. Das ist auch unser Sieg! Auch vom rein menschlichen Standpunkt aus gesehen können wir feststellen, dass es sich positiv auf unser eigenes Leben auswirkt, wenn wir uns mit anderen über deren Erfolge freuen. Der Erfolg anderer dient der Rettung der Seelen, dem Dienst an den Hilfsbedürftigen und der Freude für diejenigen, die verzweifelt sind und schwere Zeiten durchleben. Wenn wir erleben dürfen, wie die Gesichter von Kindern strahlen, deren Träume in Erfüllung gegangen sind, erfüllt uns das mit viel mehr Freude, als wenn wir Geld für irgendwelche Dienste empfangen hätten. Darum sollte uns das dazu motivieren, noch großzügiger in unserer Hingabe zu sein, wenn wir die Früchte sehen, die andere für die Rettung der Seelen hervorbringen.

Gespräch mit Christus:  Herr, du willst, dass ich dich kennenlerne, liebe und dir diene, und dass ich mit dir in alle Ewigkeit glücklich sei. Es ist dein Wunsch, dass ich mit den Menschen um mich herum zusammenarbeite, damit dein Reich immer weiter wachse, und ich will das von ganzem Herzen und voll Freude tun, ohne irgendwelchen Neid oder Missgunst zu empfinden. Bitte hilf mir, wenn es vielleicht auch manchmal schwer ist, Freude über den Erfolg anderer zu empfinden. Für mich muss allein wichtig sein, dass dein Reich auf dieser Erde errichtet wird.

Vorsatz:   Ich werde für alle Missionare der Welt beten und Gott für ihre Großzügigkeit danken. Ich werde auch darüber nachdenken, wie ich ein Missionar in meiner Umgebung und meinem Lebensstand sein kann.


Ich will in Ewigkeit leben

22. Mai 2008

Fronleichnam

P. Eamon Shelly LC

Joh 6,51-58
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, schenke mir deinen Leib in der heiligen Eucharistie. Möge meine Seele durch die Kraft dieses heiligen Sakraments mit der Freude und dem Frieden, die nur bei dir zu finden sind, erfüllt werden.

Bitte:  Herr, lass mich das Brot des Lebens häufig empfangen, damit ich dadurch das Leben in Fülle habe.

1. Fürchtet euch nicht, ich bin es. Es gab einen Bischof, der mit seinem nicht gerade schönen Aussehen humorvoll umzugehen wusste; und wirklich, er hatte keine Schwierigkeiten zuzugeben, dass er hässlich aussah. Eines Tages näherte sich ihm eine Frau, die diesen heiligmäßigen Mann sehr verehrte, und bat ihn, ein Photo von ihm, das sie gerade gekauft hatte, zu signieren. Sie wollte es einrahmen und in ihr Wohnzimmer hängen. Der Bischof schrieb auf das Photo. „Fürchtet euch nicht, ich bin es“. Obgleich wir in der heiligen Eucharistie nur eine Hostie sehen, glauben wir im Vertrauen auf das Wort Jesu, dass sich unter dieser Brotgestalt der Leib Christi verbirgt. Darum fürchtet euch nicht, es ist Christus.

2. Wie kann das sein? Die Juden stritten sich mit Jesus über diese schwer zu begreifende Wahrheit, die sie nicht akzeptieren konnten. So verhält es sich auch mit vielen, die sonntags zur heiligen Messe gehen und an die Realpräsenz Christi in der heiligen Eucharistie nicht wirklich glauben. Bisweilen empfangen wir vielleicht sogar die heilige Eucharistie ohne wirklich zu wissen, was wir eigentlich tun. Auf diese Weise lassen wir es zu, dass Zweifel sich in unserem Herzen einnisten können.

3. Ihr werdet niemals sterben. Tief im Herzen eines jeden Mannes, einer jeden Frau und eines jeden Kindes schlummert die Sehnsucht nach einem Leben für immer. Auf Erden kann nur die heilige Eucharistie, Christus selbst, den Durst nach dem ewigen Leben stillen. Daher können wir so große Ruhe und Freude erleben, wenn wir die heilige Eucharistie aufrichtig verehren und sie mit großer Ehrfurcht, festem Glauben und brennender Liebe empfangen.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, schenke mir deinen Leib in der heiligen Eucharistie und gewähre mir die Gnade, dass ich jeden Tag tiefer an deine wirkliche Gegenwart in der Eucharistie glaube.

Vorsatz:   Ich will versuchen, zusätzlich zur Sonntagsmesse eine heilige Messe unter der Woche zu besuchen.


Die Heiligkeit der Liebe

23. Mai 2008

Freitag der siebten Woche im Jahreskreis

P. Dominic Pham LC

Mk 10,1-12
Von dort brach Jesus auf und kam nach Judäa und in das Gebiet jenseits des Jordan. Wieder versammelten sich viele Leute bei ihm, und er lehrte sie, wie er es gewohnt war. Da kamen Pharisäer zu ihm und fragten: Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen? Damit wollten sie ihm eine Falle stellen. Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? Sie sagten: Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau aus der Ehe zu entlassen. Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber. Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.

Einführendes Gebet:   Herr, im Sakrament der Ehe können wir deine Liebe zu uns erkennen. Mein Herr, ich war oft untreu gegenüber deiner Liebe, aber du bist trotzdem treu geblieben. Ich bitte dich um dein Erbarmen und um die Gnade, dich so zu lieben, wie es dir gebührt.

Bitte:  Jesus, hilf mir, dir in ungeteilter Liebe zu dienen.

1. Geschaffen zur Einheit mit Gott durch die Liebe. Wenn wir Gott lieben, kann es keine Grenzen geben für das, was wir für ihn tun wollen. Wir glauben, dass alles zu unserem Besten dient und dass er uns niemals fallen lässt. Diese Liebe ist keine bloße Gefühlssache. Ja, diese Liebe kann sogar manchmal weh tun. Es gibt aber einen Trost, der jeden Schmerz erträglich macht: Das Wissen, dass wir alles durch Christus, mit Christus und in Christus tun, bis wir schließlich mit dem heiligen Paulus einmal sagen können: „Christus ist mein Leben“.

2. Die Ehe, ein Spiegelbild der Liebe Gottes. Jesus zeigt uns, wie sehr er seine Kirche liebt, indem er sich als Bräutigam und die Kirche als seine Braut beschreibt. Das ist ein sehr eindrückliches Bild für die Liebe – ein Bild, das zum Ausdruck bringt, dass der Bräutigam sich ganz hingibt, damit die Braut leben kann. Die Liebe zwischen Ehemann und Ehefrau ist viel exklusiver als jene zwischen Freunden. Wir dürfen und sollen viele Freunde haben, jedoch wird die Liebe zwischen Ehemann und Ehefrau einzig von diesen beiden Personen geteilt. Wenn wir doch mehr die Liebe betrachten würden, welche der Herr für uns empfindet! Wie könnten wir uns dann noch vor einem Gott fürchten, der uns mit reinster Hingabe liebt?

3. Ehebruch, Untreue gegen Gottes Liebe. Gott beschreibt in der Bibel den Bruch des Bundes durch Israel als Ehebruch. Keine andere Untreue beschreibt besser den Schmerz, den Gott empfindet, wenn wir sündigen. Wir alle können den Schmerz nachempfinden, den ein Ehemann oder eine Ehefrau verspürt, wenn der Ehepartner untreu war; und so sollen wir auch den Schmerz betrachten, den Gott verspürt, wenn wir ihn verletzen. Er ist immer so gut und treu zu uns, und so viele Male drehen wir ihm unseren Rücken zu. Was ist für mich die Sünde? Empfinde ich Abscheu vor ihr, wie ich beim Gedanken an einen treulosen Partner Abscheu empfinde? So sieht Gott die Sünde. Wir sollen die Sünde nicht hassen, weil wir Gott fürchten, sondern weil wir ihn lieben und ihn niemals beleidigen wollen.

Gespräch mit Christus:  Herr, du hast mich schon vor aller Zeit dazu berufen, dich zu lieben. Gewähre mir, dass ich dir treu bin, indem ich mein Herz allen Dingen gegenüber verschließe, die mich aus deinen liebenden Armen reißen könnten. Hilf mir, die Liebe, die du mir erwiesen hast, meinen Brüdern und Schwestern weiterzuschenken. Hilf mir dabei, sie dir näherzubringen.

Vorsatz:   Heute will ich um die Gnade der Treue für alle Verheirateten bitten.


Wie die Kinder bleiben

24. Mai 2008

Samstag der siebten Woche im Jahreskreis

P. Dominic Pham LC

Mk 10,13-16
Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

Einführendes Gebet:   Herr, es ist schwer, in einer so komplexen Welt wie ein Kind zu bleiben. Und doch glaube ich in kindlicher Einfachheit an deine Liebe zu mir und vertraue dir ganz. Ich wünschte mir, dir meine Liebe besser zeigen zu können. Bitte hilf mir, in der Einfachheit und kindlichen Unschuld zu wachsen, damit ich deine Reinheit und Güte allen weitergeben kann, denen ich begegne.

Bitte:  Jesus, schenke mir die Demut, die mich erkennen lässt, wie sehr ich dich brauche.

1. Lasst die Kinder zu mir kommen. Christus ist der gute Hirte, und er kennt seine Schafe. Er hat mich erschaffen, und ich gehöre ihm. Er kennt mich ganz und gar, und er möchte, dass ich seiner göttlichen Vorsehung vertraue. Ich soll zu ihm kommen wie ein kleines Kind, das seinen Vater sucht. Manche sehen in der Abhängigkeit eine Schwäche, aber ob es uns nun passt oder nicht, wir alle sind abhängig von Gott. Wir sind abhängig vom guten Wetter, das er uns schickt, vom Essen, das wir seiner Güte verdanken, vom Arbeitsplatz, den er uns bewahrt, von seiner Hilfe bei der Erziehung unserer Kinder. Der große Unterschied besteht darin, dass manche ihm für seine Güte danken, während andere zu stolz dazu sind, um seine Größe oder auch nur seine bloße Existenz anzuerkennen.

2. Anlass zum Skandal. Jeder hat das Recht, Gottes Liebe kennenzulernen. Wir dürfen das Licht des Glaubens, das uns geschenkt wurde, nicht unter einem Gefäß verstecken. Auch sollen wir für andere nicht ein Anlass zum Skandal sein, besonders für kleine Kinder. Es ist so wichtig, dass ich ein Leben führe, das mit dem Glauben übereinstimmt, den ich bekenne, nicht nur zu meinem eigenen Heil, sondern auch als gutes Beispiel für andere.

3. Das Reich Gottes in mir. Der Herr will auch, dass ich zu ihm komme. Vor ihm bleibe ich immer ein Kind. Es ist notwendig, dass ich Gott als meinen Vater anerkenne, und dass ich einfach und vertrauend bleibe. Das Reich Gottes ist nicht außerhalb meiner Reichweite. Wenn ich getauft bin, besitze ich alle Talente, die ich brauche, um ein treues Leben zu führen. Es hängt von meiner persönlichen Entscheidung ab. Bin ich gewillt, Gottes Gnade in mir arbeiten zu lassen, indem ich demütig und wie ein Kind bin?

Gespräch mit Christus:  Herr, du bist mein Vater. Du liebst mich mit unendlicher Liebe. Es ist für mich nicht einfach, meinen Stolz abzulegen und den Weg der Demut anzunehmen. Ich bin manchmal so eigensinnig und will die Dinge auf meine Art und Weise tun, aber ich weiß, dass mich das nicht glücklich machen kann. Bitte hilf mir, mein Leben voll Liebe und Vertrauen vor dich hinzulegen und dir die Entscheidungen zu überlassen, denn du weißt, was für mich das Beste ist.

Vorsatz:   Heute will ich ein Gesätz vom Rosenkranz für all jene aufopfern, die in deinem Dienste stehen.