Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 4. Mai 2008 bis Samstag 10. Mai 2008

P. Daniel Pajerski LC

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch Sonntag
Gott ist meine Stärke Montag
Ich kann sehen Dienstag
Wahrheit und Leben Mittwoch
Aufgerufen zur Einheit Donnerstag
Ich möchte dir folgen Freitag
Die Orientierung behalten Samstag


Wahrlich, wahrlich, ich sage euch

4. Mai 2008

Siebter Sonntag der Osterzeit

P. Jason Bullock LC

Joh 17,1-11a
Dies sagte Jesus. Und er erhob seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.

Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

Einführendes Gebet:   Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe. Du weißt, wenn ich Trost brauche oder wenn ich Zeiten brauche, wo ich dich nicht spüre. Hilf mir, alles als ein Geschenk von deiner liebenden Hand anzunehmen. Mit kindlicher Einfalt will ich auf deine Vorsehung und dein Erbarmen vertrauen.

Bitte:  Herr, lass mein Vertrauen auf dich stärker werden.

1. Was erwartet der Herr von uns? Wir verstehen oft nicht, was Gott in unserem Leben zu tun versucht. Vieles von dem, was er zulässt, macht für uns scheinbar keinen Sinn. „Warum hat Gott das zugelassen? Wo war Gott hier?“ Wir hätten es gern, dass Gott uns auf alles eine Antwort geben würde. Wir würden Gottes Plan gerne kennen, damit wir unser Ja dazu geben könnten. Aber Gott handelt nicht auf diese Weise. Er sagte zuerst zu Abraham, dass er sein Land verlassen solle; erst später offenbarte er ihm den Plan für sein Leben. Christus berief zuerst die Apostel; erst später führte er sie nach und nach darin ein, was das eigentlich alles so mit sich bringen sollte.

2. Sie haben meine Worte angenommen. Christus ist die Wahrheit selbst. Er kann niemals täuschen noch getäuscht werden. Er kennt die Gedanken seiner Apostel und weiß ganz genau, was sie brauchen. Er kennt auch die rechte Zeit, um ihnen seinen Plan zu offenbaren: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen” (Joh 16,12). Wir müssen uns vorbereiten, um das annehmen zu können, was er uns sagen möchte. Dafür müssen wir uns von vielen Dingen loslösen und vor allem vertrauen: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich” (Joh 14,1).

3. Vertrauen bewirkt Freude. Wenn wir Christus voll Vertrauen nachfolgen, werden wir wirklich Freude erfahren. Unser Vertrauen auf ihn lässt uns nicht irre gehen. Nur dann, wenn wir versuchen, ein Leben ohne Christus zu führen, werden wir Furcht und Enttäuschung erleben. Wir machen uns selbst dadurch alles schwer. “Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird“ (Joh 15,11). Um dahin zu gelangen, müssen wir die Pilgerfahrt des Glaubens machen, eine Pilgerfahrt, die manchmal auch durch dunkle Täler führt: Trotzdem gehen wir voll Vertrauen, weil wir wissen, dass er mit seinem Stock und seinem Stab an unserer Seite ist (vgl. Psalm 23).

Gespräch mit Christus:  Jesus, wie oft mach ich mir über alles mögliche Sorgen und verlasse mich nur auf meine eigene Kraft. Hilf mir, jeden Tag mehr auf dich zu vertrauen. Ich weiß, dass dein Weg mich wirklich froh machen wird, auch wenn ich ihn nicht immer verstehe.

Vorsatz:   Heute will ich alles, was der Tag mir bringen wird, mit Vertrauen und Dankbarkeit aus Gottes Hand annehmen.


Gott ist meine Stärke

5. Mai 2008

Montag der siebten Woche der Osterzeit

P. Daniel Pajerski LC

Joh 16,29-33
Da sagten seine Jünger zu Jesus: Jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Gleichnissen. Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist. Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt? Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

Einführendes Gebet:   Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebe und dass ich in meiner Liebe noch wachsen möchte. Heute lege ich meine Gedanken, Worte und Werke in deine Hand, damit du sie verwandelst. Ich möchte deinen Willen erfüllen, und ich weiß, dass du mir den Mut geben wirst, dir den ganzen Tag über treu zu bleiben.

Bitte:  Mein Herr und mein Gott, vermehre meinen Glauben. Schenke mir die Gnade, auf deine fortwährende Gegenwart zu vertrauen, und hilf mir, die Welt durch die Liebe zu besiegen.

1. Fürchtet euch nicht! Das Gespräch der Jünger mit Jesus im heutigen Evangelium findet während der Einsetzung des Letzten Abendmahls am Gründonnerstag statt. Jesus hatte seine Jünger über Jahre gelehrt, doch erst jetzt sagen sie: „Jetzt redest du offen“. Es ist wahr, dass die Botschaft Jesu meistens klar war, aber seine Jünger nicht immer das hören oder verstehen wollten, was ihnen Schwierigkeiten bereitete. Als er sie im Voraus über sein bevorstehendes Leiden und seinen bevorstehenden Tod ins Vertrauen zog, berichtet uns das Evangelium: „… sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte“ (Lk 9,45). Furcht vor einem Opfer kann unser Verstehen der Lehren Christi oft beeinträchtigen. Jedoch müssen wir auch immer daran denken, dass Christus alles kennt, auch die Furcht, die uns manchmal in Versuchung führt, vor dem Opfer zu fliehen. Aber unsere Ängste werden von der Macht, die seine Liebe uns anbietet, überwunden.

2. Wahrer Glaube. „Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater“ (Joh 16,28). Diese Worte Jesu überzeugten seine Jünger, dass er alles weiß. Bessere Kenntnis über Jesus war ein Schritt vorwärts, doch es scheint, dass die Kenntnis nicht ausreichend war. Schon bald hatten sie den Herrn durch ihre Taten verraten: „Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen.“ Als sie sahen, wie ihr Meister litt und abgelehnt wurde, schwankten sie in ihrem Glauben, denn er war unvollkommen. Wahrer Glaube an Gott ist mehr als bloßes Verstehen. Wahrer Glaube verlangt von uns nicht nur, Jesus zu kennen, sondern ihn ebenso durch unser Handeln zu lieben.

3. Ruhe nach dem Sturm. Jeder bewundert einen Sieger, aber nicht jeder sieht die Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, um den Sieg zu erringen. Jesus hingegen ist immer bei uns. Er sagt uns, „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12,24). Im heutigen Evangelium sagt er sehr deutlich, dass uns unsere Berufung, ihm zu folgen, in Bedrängnis bringen wird. Nicht jeder wird uns verstehen, wenn wir im täglichen Leben dem Evangelium folgen. Manchmal haben wir vielleicht das Gefühl, dass niemand in unserer Nähe ist, um uns zu unterstützen. „Habt Mut“, sagt Christus zu uns. Er ist unser großer Lohn. Er, der Vater und der Heilige Geist sind immer bei uns. Sie sind der Friede, der uns erwartet, nachdem wir im Kampf treu gewesen sind.

Gespräch mit Christus:  Herr, ich glaube an dich. Du liebst mich so sehr, dass du dein Leben hingabst, um mich aus meinen Sünden zu retten. Deine Liebe ist es, die mir Mut und Klugheit in Zeiten des Zweifels verleiht. Hilf mir, dir immer treu zu bleiben.

Vorsatz:   Heute will ich jeden Augenblick der Langeweile oder der Einsamkeit geduldig ertragen, indem ich mich bemühe, an die Gegenwart Jesu und die Verbundenheit mit ihm zu glauben.


Ich kann sehen

6. Mai 2008

Dienstag der siebten Woche der Osterzeit

P. Daniel Pajerski LC

Joh 17,1-11a
Jesus erhob seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

Einführendes Gebet:   Himmlischer Vater, du hast mich erschaffen und ich verdanke dir alles. Meine Begabung und Fähigkeiten sind am besten eingesetzt, wenn sie der Erfüllung deines Willens dienen. Ich bin berufen, dich durch mein Handeln zu verherrlichen, indem ich deinen Sohn nachahme. Ich vertraue darauf, dass du mir den richtigen Weg zeigst, dir zu folgen.

Bitte:  Vater, du offenbarst dich mir in der Person deines Sohnes Jesus Christus. Hilf mir, mich jeden Tag auf den Himmel vorzubereiten, indem ich dich mehr kennenlerne und stärker liebe.

1. Seht ihr, was ich sehe? Selbst die einfachsten Handlungen im irdischen Leben Jesu geschahen im Einklang mit dem Vater. Das Erheben seiner Augen zum Himmel im Gebet zeigte symbolisch, wo sein Herz immer war: bei seinem Vater im Himmel. Mit dem Erheben seiner Augen fordert uns Jesus auf, über den rein materiellen Wert der Güter hinaus zu sehen. Wie oft hat Jesus wohl während seines einfachen Lebens in Nazareth seine Augen im Gebet zu Gott erhoben? Er wandelte schlichte Begebenheiten in rettende Begebenheiten um, indem er sie seinem Vater aufopferte. Gott beruft uns, in der Welt zu leben, um sie umzuwandeln, indem wir unsere Gedanken nach oben zum Himmel richten, wo Gott in seiner Herrlichkeit thront. Auch wenn wir fest in unsere Pflichten auf Erden eingebunden sind, fordert uns Jesus auf, über die Dinge des Himmels nachzudenken, die für immer währen: Liebe, Friede, Freude und Glück.

2. Die Stimme der Macht. Gott übt seine Macht über uns allein zu unserem eigenen Nutzen und aus Liebe zu uns aus. Wir gehören ihm, und er führt uns wie ein liebender Vater. Bei der Verklärung Jesu war die Stimme des Vaters zu hören: „Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.“ Wenn wir auf Jesus und seine Lehre hören, dann hören wir auf die Stimme des guten Hirten. Der Vater gab Jesus Macht über alle Menschen, damit er allen ewiges Leben schenkt.

3. Arbeit und Gebet. Jesus lebte sein Erdenleben für uns und für unsere Erlösung. Unsere Erlösung war das Werk, das Jesus am Kreuz vollbrachte. Wir wissen, dass er auch betete, während er dieses Werk vollbrachte. Er betete, dass der Vater seinen Verfolgern vergeben möge. Im heutigen Evangelium sagt er offen, dass er auch für uns betet. Sein Leben ist eine ständige Ermahnung, denn er will, dass wir uns das ewige Leben, das er uns durch seinen Tod am Kreuz erwarb, durch Arbeit und Gebet verdienen. Gott selbst arbeitete und betete für unsere Erlösung. Wie viel Arbeit und Gebet sind wir bereit, Gott darzubringen, um mit seiner Güte mitzuwirken?

Gespräch mit Christus:  Mein Jesus, durch deine Menschwerdung wolltest du mir dein himmlisches Leben mitteilen. Hilf mir, in meinem Leben meinen Blick immer auf die ewige Freude zu richten, damit ich darauf hoffen kann, sie im Himmel zusammen mit dir zu erfahren. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben meiner Seele. Mit dir an meiner Seite werde ich niemals wanken.

Vorsatz:   Ich will einige Augenblicke vor unserem Herrn in der heiligen Eucharistie oder in einem stillen Gebet verbringen und ihm für die Führung danken, die er uns durch den Papst und den mit ihm verbundenen Bischöfen gibt.


Wahrheit und Leben

7. Mai 2008

Mittwoch der siebten Woche der Osterzeit

P. Daniel Pajerski LC

Joh 17,11b-19
Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, dass deine Worte die Wahrheit und das Leben sind. Deine Lehre schützt mich vor dem Bösen und gibt mir Kraft. Ich komme im Gebet zu dir, weil ich darauf vertraue, dass meine Freude umso vollkommener sein wird, je mehr ich meinen Willen mit deinem Willen vereine.

Bitte:  Herr, schütze mich vor allem, was mich von dir trennt.

1. Gnade, die unvergleichlich ist. Im heutigen Evangelium bittet Jesus um Einheit. Er möchte, dass wir eins sind mit ihm, mit dem Vater und mit dem Heiligen Geist. Die Sünde ist die große Gefahr, die diese Einheit bedroht. Im Garten Eden wandte der Satan die Taktik der Spaltung und Eroberung an. Er verursachte die Trennung, indem er Misstrauen in die Herzen von Adam und Eva säte. Geschwächt durch Zweifel wurden sie von der Sünde besiegt. Auch wir sind durch die Sünde verwundet, aber Gottes Gnade heilt diese Wunde. Gottes Gnade ist dieser göttliche Schutz, um den Jesus seinen Vater so eindringlich für uns bittet: „Heiliger Vater, beschütze sie…“. Seine Gnade heilt unsere Seele. Wir sollten jede Gelegenheit nutzen, die sich uns bietet, um diese Gnade zu empfangen, besonders durch den Empfang der Sakramente.

2. Ich bin die Wahrheit und das Leben. Die Wahrheit ist wunderbar, weil sie von Gott kommt. Ein Leben, das auf der Wahrheit aufgebaut ist, ist auf festem Grund gebaut. Der heilige Thomas von Aquin sagt: „Die Menschen könnten nicht miteinander leben, wenn es kein gegenseitiges Vertrauen gäbe, das bewirkt, dass sie aufrichtig zueinander sein können“ (Summa theologiae, II-II, 109, 3 ad. 1). Wir sind frei, die Wahrheit anzunehmen, sie abzulehnen oder sie sogar wie Pontius Pilatus in Frage zu stellen, aber unser Glück hängt davon ab, entsprechend der Wahrheit zu leben. Die Wahrheit erlaubt uns, in Harmonie mit Gott und miteinander zu leben.

3. Kettenreaktion. “Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.“ Gott kam in die Welt, weil er sie durch seine Liebe umwandeln wollte. Die ersten Jünger haben diese Liebe persönlich erfahren und konnten nicht anders, als das zu verbreiten, was sie erfahren hatten. Wie Papst Benedikt am Weltjugendtag im Jahr 2005 sagte: „Um ein uns heutzutage wohlbekanntes Bild zu nutzen, das ist sozusagen die Kernspaltung im Innersten des Seins – der Sieg der Liebe über den Hass, der Sieg der Liebe über den Tod. Nur von dieser inneren Explosion des Guten her, die das Böse überwindet, kann dann die Kette der Verwandlungen ausgehen, die allmählich die Welt umformt.“

Gespräch mit Christus:  Jesus, du hast Worte des ewigen Lebens. Dankbar und voll Freude nehme ich sie an, um so dir ähnlicher zu werden. Du hast mich durch deinen Tod und deine Auferstehung von meinen Sünden befreit. Hilf mir, dir zu danken durch die Art und Weise, wie ich meinen Alltag lebe.

Vorsatz:   Ich werde mir heute Zeit nehmen, jemandem in Not zu helfen.


Aufgerufen zur Einheit

8. Mai 2008

Donnerstag der siebten Woche der Osterzeit

P. Daniel Pajerski LC

Joh, 17,20-26
Jesus erhob seine Augen zum Himmel und betete: Aber ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich. Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt. Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.

Einführendes Gebet:   Jesus, heute gewährst du mir einen Einblick in deine Gedanken und in dein Herz. Obwohl ich ein einfaches Geschöpf bin, überschüttest du mich mit deiner Gnade. Du sehnst dich danach, Zeit mit mir zu verbringen, und ich möchte alles stehen und liegen lassen, um während dieser Zeit des Gebetes bei dir zu sein.

Bitte:  Herr Jesus, hilf mir, dein treuer Freund nicht nur in Worten, sondern auch durch Taten zu sein.

1. Die Macht der Worte. “Und wie klein kann ein Feuer sein, das einen großen Wald in Brand steckt. Auch die Zunge ist ein Feuer …“ (Jak 3,5-6). Jesus kennt ganz genau die Macht unserer Worte. Wir können viele Dinge mit ihnen bewirken. Wir können andere durch unsere Rede aufbauen, und wir können ihnen leider auch schaden. Am wichtigsten ist jedoch, dass wir unsere Stimme gebrauchen, um Nachfolger für Christus zu gewinnen. Geführt vom Heiligen Geist hat unser Zeugnis die Kraft, anderen zu helfen, an Gott zu glauben. Auch Handlungen sind beredsam und laden andere ein, die Güte Gottes an uns zu erkennen. Wenn wir Jünger Christi in unseren Worten und durch unser Handeln sind, verwirklichen wir das Gebet Jesu: „Ich bitte für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.“

2. Alle sollen eins sein. Haben Sie auch schon einmal nach dem letzten fehlenden Puzzleteil in einem Puzzle gesucht? Wir alle sind im Äußeren sehr verschieden und haben unterschiedliche Gaben und Fähigkeiten. Aber trotzdem will Gott, dass wir mit ihm, in ihm und miteinander vereint sind. Er führt diese Einheit durch seinen mystischen Leib, die Kirche, herbei. Wenn wir mit der Gnade Gottes kooperieren, erlauben wir dem Heiligen Geist, alle Puzzleteile zu verbinden. Wenn wir sündigen, stören wir diese Einheit und bringen uns selbst in Gefahr, das fehlende Puzzleteil des Puzzles zu sein. Wenn wir Gott und den Nächsten lieben, wird uns Gott zur Vollkommenheit führen: so wie ein Puzzle ohne ein einziges fehlendes Teil.

3. Herr, ich glaube. Als Jesus vor zweitausend Jahren auf der Erde lebte, begleiteten ihn seine Jünger. Sie waren diejenigen, die er mit seinen Augen sah und lehrte. Er unterhielt sich mit ihnen, aß mit ihnen und machte seine treuen Nachfolger aus ihnen. Weil er aber auch Gott war, sah er mehr als nur seine Jünger, die gerade zu diesem Zeitpunkt der Geschichte bei ihm waren. In seinem Gebet sah er jeden einzelnen Menschen, der ihn in den folgenden Jahrhunderten kennenlernen und lieben würde. Er betete dafür, was ihm am wichtigsten war: er betete für uns. Er selbst sagt: „Vater, du hast sie mir gegeben“. Unser Glaube verändert das Leben, weil wir an einen Gott glauben, der uns ganz persönlich kennt und liebt. Er allein kann alle unsere Bedürfnisse erfüllen.

Gespräch mit Christus:  Jesus, du hast mich gerufen, dein vertrauter Freund zu sein. Du liebst mich so sehr, dass du das Leben, das du mit dem Vater und dem Heiligen Geist teilst, auch mit mir teilen willst. Als du auf dieser Erde warst, hast du mich schon gekannt und für mich gebetet. Ich möchte diesen Tag an deiner Seite verbringen und andere durch meine Worte und mein gutes Beispiel für dich gewinnen.

Vorsatz:   Ich will ein freundliches Wort zu jemandem sagen, den ich gedankenlos durch meine Worte verletzt habe.


Ich möchte dir folgen

9. Mai 2008

Freitag der siebten Woche der Osterzeit

P. Daniel Pajerski LC

Joh 21,15-19
Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Zum zweitenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum drittenmal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

Einführendes Gebet:   Mein Jesus, du lädst mich ein, dir zu folgen. Ich glaube, dass ich dir durch meine Taten gefallen kann, und ich hoffe, mir Schätze für den Himmel zu sammeln. Ich will dir folgen, wohin auch immer du mich führst, weil ich deinen Willen erfüllen möchte.

Bitte:  Herr, du weißt, dass auch ich dich liebe. Gib mir die Kraft, dich heute zu lieben, ganz gleich, was kommt.

1. Ich habe euch erwählt. Wenn wir jemanden auswählen könnten, mit dem wir einige Zeit verbringen wollten, wen würden wir wählen? Wäre es ein Hollywoodstar, ein berühmter Musiker, der weltbeste Athlet oder ein mächtiger Politiker? Gott hatte die freie Wahl, wem er sich offenbaren wollte. Er hätte sich die Hohenpriester, Pontius Pilatus oder Caesar aussuchen können, um ihnen zu zeigen, dass er nach der Kreuzigung wieder lebendig war. Er zog es jedoch vor, sich den einfachen Fischern zu offenbaren. Anstatt in die Paläste zu gehen, wählte er das stille Ufer des Sees von Tiberias, um sie zu treffen. Dort wollte er gerade mit denen speisen, die ihn in der Stunde seines Leidens verlassen hatten. Wir werden vielleicht niemals berühmt sein oder in den Nachrichten erscheinen, aber wir haben das große Privileg, dass Gott uns kennt und liebt. Was könnten wir mehr wollen?

2. Im Nachhinein ist man immer klüger. Das Evangelium berichtet uns, dass Petrus betrübt war, als Christus ihn das dritte Mal fragte, ob er ihn liebe. Es sieht so aus, als ob Christus an der Aufrichtigkeit von Petrus zweifelte. Wie auch immer, aus Güte gab er Petrus die Gelegenheit, seine Liebe auszudrücken, die er nicht gezeigt hatte, als er Christus drei Mal verleugnet hatte. Wir können den Schmerz nachfühlen, wenn jemand unsere Taten oder Worte in Frage stellt, aber Gott lässt diese Prüfungen und Leiden in unserem Leben zu, um uns zu läutern. Wenn Gott uns Leiden auferlegt, bietet er uns immer eine Gelegenheit, um das wiedergutzumachen, was wir versäumt haben und ihn mit unserem ganzen Herzen und Verstand zu lieben.

3. Geistliche Reife. Manchmal können wir erleben, wieviel Aufmerksamkeit einem kleinen Baby geschenkt wird. Wenn man jung ist, will man gern der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sein. Wenn wir älter und reifer werden, neigen wir dazu, uns viel mehr auf uns selbst zu verlassen. Im geistlichen Leben kann dies gefährlich sein. In seinem Dialog mit Petrus deutet Jesus an, dass es ein Zeichen von geistiger Unreife sein kann, wenn man einfach das tut, was man gerade möchte -, wie ein kleines Kind, das immer seinen Willen erfüllt haben muss. Die Gesellschaft verführt uns oft zu der Annahme, dass es der Gipfel der Freiheit sei, immer das tun zu können, was man gerade will. Jesus zeigt uns eine andere, mehr herausfordernde Perspektive. Er sagt: „Wenn du aber alt geworden bist, […] wird ein anderer dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.“ Gott bietet uns ständig seine Hand an, um uns zu führen. Hin und wieder führt er uns auf den Weg des Opfers, des Opfers aus Liebe. Dieses Opfer ist ein sicherer Weg, um Gott zu lieben und ihn zu preisen.

Gespräch mit Christus:  Jesus, obwohl du mein Gott und mein Schöpfer bist, hast du Freude daran, bei mir, deinem Diener, zu sein. Du schenkst mir deine Liebe, damit ich stark genug bin, um meinen Verantwortlichkeiten nachzukommen. Ohne dich kann ich nichts tun, aber mit dir ist alles möglich.

Vorsatz:   Ich will heute auf einige Minuten vor dem Fernseher verzichten, um jemandem, der mir nahe steht, einen Gefallen zu tun.


Die Orientierung behalten

10. Mai 2008

Samstag der siebten Woche der Osterzeit

P. Daniel Pajerski LC

Joh 21,20-25
Petrus wandte sich um und sah, wie der Jünger, den Jesus liebte, (diesem) folgte. Es war der Jünger, der sich bei jenem Mahl an die Brust Jesu gelehnt und ihn gefragt hatte: Herr, wer ist es, der dich verraten wird? Als Petrus diesen Jünger sah, fragte er Jesus: Herr, was wird denn mit ihm? Jesus antwortete ihm: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach! Da verbreitete sich unter den Brüdern die Meinung: Jener Jünger stirbt nicht. Doch Jesus hatte zu Petrus nicht gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Dieser Jünger ist es, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist. Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müsste.

Einführendes Gebet:   Herr, vermehre meinen Glauben. Ich vertraue auf deine liebende Fürsorge. Wie die Jünger dir folgten, so möchte auch ich als dein Jünger in ihre Fußstapfen treten. Ich weiß, dass du der Weg, die Wahrheit und das Leben bist.

Bitte:  Jesus, hilf mir, immer meine Augen auf dich zu richten. Lass mich deine liebende Gegenwart den Tag hindurch erkennen.

1. Nur Eines ist notwendig. Im heutigen Evangelium geht Petrus an der Seite von Jesus, dreht sich aber um und wendet seine Augen von seinem Meister ab. Jesus sieht, wie Petrus sich abwendet, aber, was noch wichtiger ist, er bemerkt die Unruhe in seinem Herzen. Deshalb fragt er ihn: „Was geht dich das an?“ Er möchte, dass Petrus ihm seine ganze Aufmerksamkeit schenkt, aber vor allem möchte er, dass im Herzen von Petrus Ruhe und Frieden einkehrt. Wie häufig finden wir in der Bibel Stellen, wo unser Herr zu seinen Jüngern sagt: „Fürchtet euch nicht!“ Gott hat einen liebevollen Plan für jeden von uns. Sich mit anderen zu vergleichen bringt oft Angst und Ruhelosigkeit mit sich. Wenn wir den Tag hindurch das Beispiel Christi vor Augen und in unseren Herzen haben, werden wir die wirklich wichtigen Dinge im Blickfeld bewahren.

2. Der treue Nachfolger. Das letzte Abendmahl hatten die Apostel noch lebhaft vor Augen. In dieser Nacht hatte Jesus ihnen seinen eigenen Leib und sein Blut zur Speise gegeben. Die heilige Eucharistie ist der Beweis für die Sehnsucht Jesu, immer bei uns zu sein. Der Lieblingsjünger Jesu, der heilige Johannes, erkannte, was für eine bedeutende Großzügigkeit das war, und er war entschlossen, das Jesus zu vergelten. Er folgte ihm während der Gerichtsverhandlung und stand nach der Kreuzigung Jesu unter dem Kreuz. Im heutigen Evangelium sehen wir wieder, wie Johannes dem Herrn folgt. Er war entschlossen, Jesus nicht aus den Augen zu verlieren. Er lehrt uns, dass ein wahrer Nachfolger Jesu niemals von dessen Seite weicht.

3. Die Zukunft gestalten. Der heilige Johannes sagt, dass Jesus vieles andere getan hat, was nicht im Evangelium festgehalten wurde. Es gibt vieles, was Jesus noch in der Welt tun möchte. Alles, was er dazu braucht, ist unsere aktive Mithilfe. Mit der Hilfe der Gnade Gottes können wir die Zukunft gestalten. Wir sind es, die seine Gegenwart spürbar werden lassen können, weil er durch seine Gnade in uns lebt. Gott ist der Autor meines Lebens, und das Buch wird nur richtig geschrieben werden, wenn ich erkenne, dass ich alles ihm verdanke.

Gespräch mit Christus:  Jesus, ich lasse mich oft ablenken, weil mir oft andere wichtiger sind als du. Dennoch bist du barmherzig und führst mich immer wieder zurück zu der grünen Weide, wo ich Ruhe finde in dir. Mir fehlt nichts, weil du mein Hirte bist.

Vorsatz:   Am Ende dieses Tages werde ich mir etwas Zeit nehmen, um darüber kritisch nachzudenken, wie nah ich heute Christus in Gedanken und Werken gefolgt bin.