Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 9. März 2008 bis Samstag 15. März 2008

Fünfte Woche in der Fastenzeit

P. Matthew Kaderabek LC

Ich bin die Auferstehung und das Leben Sonntag
Steine werfen Montag
Zu wem gehörst du? Dienstag
Die Wahrheit wird euch frei machen Mittwoch
Ich bin der ich bin Donnerstag
Glaubt an die Werke Freitag
Einer wird für sie alle sterben Samstag


Ich bin die Auferstehung und das Leben

9. März 2008

Fünfter Sonntag in der Fastenzeit

P. Matthew Kaderabek LC

Joh 11,1-45
Ein Mann war krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf, in dem Maria und ihre Schwester Marta wohnten. Maria ist die, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank. Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Die Jünger entgegneten ihm: Rabbi, eben noch wollten dich die Juden steinigen und du gehst wieder dorthin? Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist. So sprach er. Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden. Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben. Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen. Da sagte Thomas, genannt Didymus (Zwilling), zu den anderen Jüngern: Dann lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben.

Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen. Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm. Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte. Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen. Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

Einführendes Gebet:   Herr, du willst, dass wir alle dich, das große Licht, sehen. Ich bitte dich um diese Gnade. Vergrößere meinen Glauben; erhelle meine Dunkelheit. Dein Licht möge mir die Hoffnung geben, um weiterzugehen, und deine Liebe soll in meinem Herzen ein brennendes Verlangen danach entzünden, immer an deiner Seite zu sein. Ich will dich von ganzem Herzen lieben, indem ich dir während dieser Meditation aufmerksam zuhöre.

Bitte:  Herr, hilf mir, dich als meinen besten Freund zu schätzen, so dass meine Taten deine Liebe widerspiegeln.

1. Unser wahrer bester Freund. „Seht, wie lieb er ihn hatte!“ sagen die Freunde von Maria und Marta. Es ist ihre Antwort auf den kürzesten Vers der Bibel: „Jesus weinte.“ Nun ist Jesus aber der Menschensohn. Heisst das, dass er teilweise Gott und teilweise Mensch war? Nein! Jesus ist ganz Gott und ganz Mensch. Was könnte ein besseres Beispiel für seine Menschheit sein als seine Tränen am Grab seines lieben Freundes Lazarus? Jesus war kein Übermensch, der gleichgültig gegenüber menschlichem Leid war. Wenn wir meinen, dass niemand je verstehen kann, was wir durchmachen, irren wir uns. Es gibt Einen, der uns immer versteht, der immer bei uns ist. Niemand kann uns mehr lieben als er. Niemand kann die, die wir lieben, mehr lieben, als er. Dies gibt uns ein unglaublich großes Vertrauen und Glauben. Er liebte uns so sehr, dass er bereit war, sein eigenes Leben für unseres hinzugeben und diesen schrecklichen Tod aus Liebe zu uns zu sterben, obwohl wir es nicht verdient hatten. Jesus ist unser wahrer bester Freund. Wir könnten keinen besseren haben. Bleiben wir dieser Freundschaft bis zum Tod treu?

2. Er weiß, was er tut. Marta und Maria beschweren sich: „Herr, wenn du dagewesen wärest, wäre unser Bruder nicht gestorben.” Letztlich meinten sie damit: „Jesus, du bist der Herr. Du hättest dies verhindern können.“ Aber Jesus hatte seinen Aposteln schon zuvor gesagt: „Lazarus ist tot. Euretwegen bin ich froh, dass ich nicht dort war, damit ihr glaubt.“ Später, vor dem Grab, sagte er: „Habe ich euch nicht gesagt, dass ihr, wenn ihr glaubt, die Herrlichkeit Gottes schauen werdet?“ Jesus hatte gewartet, um etwas zu tun, das den Glauben und Gottes Ehre vergrößern würde. Dann betete er zum Vater und rief mit lauter Stimme: „Lazarus, komm heraus!“ Es passiert oft in unserem Leben, dass wir denken, dass etwas Schlimmes nicht passiert wäre, wenn Jesus da gewesen wäre. Das trifft besonders auf die Situation zu, in der ein geliebter Mensch stirbt, besonders wenn er noch sehr jung ist. Warum greift Jesus nicht ein? Warum verhindert er diese Dinge nicht? Sicher könnte er sie verhindern. Immerhin ist er ja Gott. Er ist allmächtig, er kann alles vollbringen. Warum handelt er nicht? Wie wir in der Geschichte von Lazarus sehen, handelt der Herr nicht, weil er etwas noch Größeres tun will, größer noch als was er für Lazarus getan hat. Er will uns das ewige Leben geben. Jesus ist unser bester Freund, und alles, was er für uns tut – auch wenn er es zulässt, dass wir leiden – tut er aus Liebe.

3. Glaubst du das? Jesus sagt zu Marta: „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?“ Glaube ich das? Jesus stellt mir heute dieselbe Frage. Ich muss dies genau verstehen. Der Herr sagt, wer lebt, und an ihn glaubt, wird niemals sterben. Aber auch der gute Verbrecher am Kreuz, der an Jesus glaubte und ihn bat, sich an ihn zu erinnern, wenn er in sein Reich käme, starb neben Jesus. Alle Heiligen, die wir feiern, die ganz offensichtlich glaubten und in Christus lebten, starben ebenso. Was hat Jesus also damit gemeint? Natürlich sprach er nicht vom physischen Tod. Der physische Tod ist eine Folge der Sünde, aber Christus selbst hat den Tod und seine Macht durch seinen eigenen Tod zerstört und das ewige Leben ermöglicht. Jesus sagt, dass wir, wenn wir leben, und an ihn glauben, niemals sterben werden, aber wir werden von diesem Land des Todes auf der Erde zum Land des Lebens im Himmel gelangen. Der Himmel wird für uns ein Land des vollkommenen Lebens sein, der vollkommenen Freiheit und der vollkommenen Liebe Christi. Wir nähern uns keinem Sonnenuntergang, sondern einem Sonnenaufgang. Der Tagesanbruch naht!

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, in dir zu leben bedeutet, an deinem Leben teilzuhaben, und das können wir ganz besonders durch die Eucharistie. Welch ungeheures Geschenk hast du uns gegeben! Wenn wir von deinem auferstandenen Fleisch essen und trinken, haben wir schon wahrhaft Anteil an deiner Auferstehung und am ewigen Leben. Ja, ich glaube, dass du weißt, was du tust. Ich glaube, dass du mein bester Freund bist, und dass du dich mir jeden Tag in der Eucharistie schenkst. Ich glaube, dass du der Christus, der Sohn Gottes bist, der Eine, der in diese Welt kommen soll!

Vorsatz:   Ich werde heute mit besonderem Eifer an der Sonntagsmesse teilnehmen und während der Gabenbereitung mein Herz und meine Seele auf die Patene des Priesters legen, um mich Jesus neu darzubringen.


Steine werfen

10. März 2008

Montag der fünften Woche in der Fastenzeit

P. Matthew Kaderabek LC

Joh 8,1-11
Jesus aber ging zum Ölberg. Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich, weil du die Wahrheit selbst bist. Vielleicht verstehe ich manchmal deine Worte nicht, aber wenn es deine Worte sind, will ich nach ihnen handeln. Ich vertraue auf dich, weil du mir die Kraft gibst, das zu tun, was du von mir verlangst. Hilf mir, dies nie zu vergessen. Herr, ich liebe dich, weil du nur das Beste für mich willst.

Bitte:  Herr, gib mir die Gnade, das zu wollen, was der Vater von mir will, und ihn inständig darum zu bitten.

1. Gottes barmherzige Liebe verstehen. Die Frohe Botschaft, die Jesus uns in der Fülle der Zeit offenbaren wollte, ist die, dass er kam, um uns Sünder von der Sünde zu befreien. Aber er tut dies nicht, indem er sagt, dass Sünden wie Ehebruch jetzt nicht mehr so schwerwiegend seien wie zu Zeiten des Alten Testamentes; er sagt nicht, dass die gerechte Strafe weniger als der Tod sei. Tatsächlich kam er, um die volle Schwere der Sünde zu offenbaren und um volle Gerechtigkeit zu erlangen. Wenn wir solche Sünden begangen haben, wurden wir alle kritisiert und zum Tode verurteilt. Aber Jesus, unser Richter, verließ seinen Richterstuhl und nahm unseren Platz in der Reihe der Todgeweihten ein. Er starb an unserer Stelle. Erst wenn wir verstehen, warum die Todesstrafe die gerechte Strafe für solche Sünden ist, werden wir jemals Gottes barmherzige Liebe am Kreuz richtig schätzen lernen.

2. Geh und sündige von nun an nicht mehr. Wir müssen eine wahre Abscheu vor unseren Sünden haben und erkennen, wie todbringend sie sind – sie töten nicht nur uns, sondern sie töteten den Herrn, diejenige Person, die uns mehr (und reiner) geliebt hat, als irgendjemand es jemals vermögen wird. Niemand hat uns je mehr geliebt als Jesus, und darum hat nie jemand mehr gehasst, was uns tötet – die Sünde – als er. Wir sind gerufen, diese tödlichen geistlichen Gifte so sehr zu hassen wie Jesus. Er sagte in der Bergpredigt aus Liebe zu uns: „Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt“ (Mt 5, 29-30). Wenn wir uns beim Begehen einer Sünde ertappen, sollen wir das Wort des Herrn ernst nehmen, das er zu der Frau gesagt hat: “Geh und sündige von nun an nicht mehr” und alle Gelegenheiten zur Sünde meiden.

3. Der Heiler unserer Seele. Der Herr will nicht, dass wir warten, bis andere uns beim Sündigen ertappen und vor ihn hin schleppen. Er will, dass wir von selbst kommen. Im Nachhinein war es ein großes Geschenk, dass die Frau im Evangelium ertappt und vor Jesus geschleppt wurde, denn ansonsten hätte sie womöglich niemals Gottes Barmherzigkeit erfahren. Aber der Herr sagt uns, dass es einen einfacheren Weg gibt. Am Abend des Ostersonntags hauchte er den Aposteln den Heiligen Geist ein und sandte sie aus, in seinem Namen Sünden zu vergeben und die Vergebung zu verweigern. Durch sie rief und sandte Jesus noch andere, dann wieder andere, bis zu den heutigen Priestern, welche die gleiche Sendung empfangen haben: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh 20,21). Jesus wurde vom Vater gesandt, die Sünden zu vergeben, und Jesus sendet Priester mit derselben Mission aus. Christus handelt durch sie im Sakrament der Beichte, genau wie er durch sie im Sakrament der Eucharistie handelt. Deshalb sollten wir mit derselben Leichtigkeit zu Ihm im Sakrament der Vergebung gehen, wie wir zu Ihm im Sakrament der Eucharistie kommen. Die Fastenzeit ist für uns erst dann richtig gnadenreich, wenn wir eine gute Beichte gemacht haben und Gottes Barmherzigkeit empfangen haben. Am Ende dieser Beichte wird Jesus zu uns voll zärtlicher Liebe sagen, was er zu der Frau sagte: „Ich verurteile dich nicht. Geh und sündige nicht mehr.“

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, aufgrund meiner vielen Sünden verdiene ich es, gesteinigt zu werden. Aber du hast dein Leben hingegeben, um deine Braut heilig und rein zu machen. Du, der du der Einzige bist, der wirklich einen Stein hätte werfen dürfen, hast die Steine, die für mich bestimmt waren, abbekommen und bist aus Liebe zu mir an meiner Stelle gestorben. Ich möchte den Rest meines Lebens damit verbringen, dir zu zeigen, wie dankbar ich für deine barmherzige Liebe bin.

Vorsatz:   Ich werde in dieser Woche zur Beichte gehen und mich doppelt bemühen, denen, die mich verletzen, Gottes geduldige Barmherzigkeit zu zeigen.


Zu wem gehörst du?

11. März 2008

Dienstag der fünften Woche in der Fastenzeit

P. Matthew Kaderabek LC

Joh 8,21-30
Jesus sagte zu den Pharisäern: Ich gehe fort und ihr werdet mich suchen und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch? Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt. Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

Einführendes Gebet:   Vater, ich möchte nur zu dir gehören. Lass nicht zu, dass ich mein Geburtsrecht für den Himmel für die armseligen Vergnügungen dieser Welt verkaufe. Ich vertraue auf dich. Hilf mir, noch fester auf dich zu vertrauen.

Bitte:  Herr, lass mich nur zu dir gehören und mich ganz deinem heiligen Willen anvertrauen.

1. Zu Gott gehören. Zu wem gehöre ich? Als getaufte Christen gehören wir zu Gott, wie ein Sohn zu seinem Vater gehört. Der Teufel ist ein Dieb, und seine größte Freude ist es, Gott seinen wertvollsten Besitz zu stehlen: seine Söhne und Töchter. Er kann uns nicht mit Gewalt stehlen, sondern muss uns überzeugen, unser Geburtsrecht freiwillig durch die Sünde zu verspielen. Es wäre undenkbar, einen Prinzen zu überreden, seinen Palast für einen Schweinestall einzutauschen, aber der Teufel nimmt diese Herausforderung an. Er ist der Vater der Lüge, und wir dürfen seine Macht nicht unterschätzen. Er weiß ganz genau, wie er uns täuschen und dazu überreden kann, unser wertvolles Erbe gegen eine Schüssel Linsensuppe einzutauschen. Dies ist eine Sünde, ein unglaublicher Schwindel. Wenn wir dies nur so klar sehen würden wie Christus, würden wir niemals mehr sündigen.

2. Zu dieser Welt gehören. Nur weil er sie so sehr liebt, ist Jesus so aufgebracht über die Pharisäer. Er weiß, dass sie so viel empfangen haben und einen hohen Platz im Himmelreich angeboten bekommen haben, und doch entscheiden sie sich, dieses Geschenk auszuschlagen. Er weiß, dass ihre Sünde des selbstgerechten Stolzes sie in dieser Welt und der nächsten nur unglücklich machen wird. Es ist ihr Unglück, das ihn aufbringt, nicht das Unglück, das sie ihm durch ihre Angriffe zufügen. Habe ich Mitleid mit den armen Sündern, die in ihrem eigenen Egoismus gefangen sind? Gebe ich mir Mühe, sie mit Geduld und Liebe zum Licht zu bringen? Oder verurteile ich sie nur, weil sie mich verletzen?

3. Gott gefallen. Jesus konnte sagen: „Ich tue immer, was ihm gefällt.“ Diese Worte klingen in meinem Herzen nach. Ich möchte Gott gefallen, aber meine Sehnsüchte sind immer noch so gemischt. Ich muss durch das Kreuz des Leidens gereinigt werden, so dass nur das Gold meiner selbstlosen Sehnsucht, Gott zu gefallen und anderen zu helfen, übrig bleibt. Meine egoistische Sehnsucht, mir selbst zu gefallen, muss verschwinden; sie ist wie ein ungewolltes Beigemisch, wie Dreck und Steine, die mir meine Würde und Schönheit nehmen. Verbrenne sie und reinige mich, Herr, damit ich dir immer gefallen kann und damit ich die Bedürfnisse anderer vor meine eigenen setze, nach dem Beispiel deines Sohnes.

Gespräch mit Christus:  Jesus, lehre mich, die Welt so zu sehen, wie du sie siehst, mit einem großen übernatürlichem Geist, damit ich wie du die himmlischen Dinge höher schätze als die Dinge hier unten. Die geschaffenen Dinge um mich herum können nie mein Ziel sein. Sie sind nur Werkzeuge, um mir zu helfen, mein ewiges Ziel des Himmels zu erreichen.

Vorsatz:   Heute werde ich versuchen, nur das zu tun, was Gott gefällt, besonders durch eine große Nächstenliebe in meinen Beziehungen zu anderen.


Die Wahrheit wird euch frei machen

12. März 2008

Mittwoch der fünften Woche in der Fastenzeit

P. Matthew Kaderabek LC

Joh 8,31-42
Jesus sagte zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien. Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde. Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; nur der Sohn bleibt für immer im Haus. Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet. Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham. Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt. Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott. Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.

Einführendes Gebet:   Herr, ich will diese Zeit des Gebets so gut wie möglich nutzen und neue Kraft aus deiner Quelle unendlicher Macht schöpfen. Hilf mir, alle Zerstreuungen auf die Seite zu legen, damit ich mich dir in ungeteilter Aufmerksamkeit zuwenden kann. Ich weiß, dass du mir etwas ganz Besonderes sagen willst. Sprich, Herr, dein Diener hört.

Bitte:  Herr, hilf mir, den wahren Wert des Gehorsams zu erkennen, und zwar bis zu dem Punkt, dass ich mit dir dein Motto teilen kann: „lieber tot, als ungehorsam.“

1. Der Zeuge. „Ich sage euch, was ich beim Vater gesehen habe.“ Jesus kommt als Zeuge, der den Vater gesehen hat und der weiß, wie wir in Gemeinschaft mit ihm im Himmel leben können. Durch sein Leben gibt er uns das Beispiel, wie wir leben müssen, um den Himmel zu gewinnen. Unsere Eigenliebe hindert uns aber sehr, weil wir vor dem Gedanken zurückschrecken, wie Jesus Samenkörner zu werden, die in die Erde fallen und sterben. Es ist schmerzhaft zu schrumpfen und aufzubrechen. Begraben zu werden und im Schmutz zu liegen ist nicht einfach. Jesu Botschaft fordert uns heraus zu Demut und Selbstverleugnung. Und deshalb wollen die Juden ihn töten. Will auch ich seine Stimme in meinem Herzen zum Schweigen bringen, wenn sie meine Eigenliebe irritiert?

2. Sklaven. „Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde.“ Zur Zeit Jesu gehörten Sklaven zum gewohnten Bild des Lebens. Das musste in den Zuhörern lebendige Bilder vom Elend der Sklaven, die sie jeden Tag sahen, hervorrufen. Falls das Wort „Sklave“ seine Ausdruckskraft verloren hat, weil wir noch nie einen Menschen erlebt haben, der seiner Freiheit und Würde beraubt war, dann müssen wir unsere Vorstellungskraft benutzen, um diesen mächtigen Vergleich zu verstehen. Die Sünden, die wir begehen, binden uns fester als Ketten oder Seile das jemals könnten. Ein starker Mann kann eine Eisenkette brechen; aber nur die unendliche Macht Gottes kann die Ketten der Sünde brechen. Welcher vernünftige Mensch würde weiterhin angekettet und versklavt bleiben wollen, wenn er frei werden könnte? Wer würde die Sünde wählen, wenn er die Tugend wählen könnte?

3. Jünger. „Die Wahrheit wird euch frei machen.“ Wir sind in vielerlei Hinsicht immer noch Sklaven der Sünde. Aber es gibt keinen Grund zur Verzweiflung. Auch wenn wir Gefangene sind, so haben wir doch den Schlüssel zur Freiheit. Dieser Schlüssel ist die Wahrheit. Die Wahrheit ist Christus, der uns den Weg des Lebens zeigt. Wenn wir seinen Spuren folgen und entsprechend seinen Worten und Geboten leben, werden wir den Gipfel der Vollkommenheit und der Freiheit erreichen. Wie ernst nehmen wir die Bildung unseres Gewissens, indem wir die Lehren unseres Glaubens lernen, damit wir die Wahrheit erkennen und die Sünde in allen ihren Formen abweisen können.

Gespräch mit Christus:  Liebster Herr, ich möchte frei sein. Hilf mir, diesen Wunsch, den du mir ins Herz gesenkt hast, so zu nutzen, dass ich mich bewusst in jedem Moment dieses Tages in Freiheit dazu entscheide, deinen Willen zu erfüllen, und nicht meinen egoistischen Leidenschaften nachlaufe und sie zu rechtfertigen suche. Ich bin schwach, und ich brauche deine Hilfe. Ich will in deinem Wort bleiben. Ich will dein Jünger sein.

Vorsatz:   Ich will mich für die Freiheit und nicht für die Sklaverei entscheiden, indem ich mich entschließe, heute keine bewußte Sünde, nicht einmal eine lässliche, zu begehen.


Ich bin der ich bin

13. März 2008

Donnerstag der fünften Woche in der Fastenzeit

P. Matthew Kaderabek LC

Joh 8,51-59
Jesus sagte zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen. Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus? Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest. Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir für diese Zeit mit dir. Ich glaube an dich. Ich glaube, dass du hier bei mir bist und dass du heute zu mir sprechen willst. Hilf mir, die Zerstreuungen zu meiden und mein Herz deinem Wort zu öffnen.

Bitte:  Herr, gib mir deine Augen, damit ich sehe, wie du siehst.

1. Verschlossene Herzen. Jesus versprach jenen den Sieg über den Tod, die an seinem Wort festhalten. Welch wunderbares Versprechen – dass ein Mensch, der an Jesus glaubt und seine Gebote hält “auf ewig den Tod nicht schauen wird.“ Aber die ungläubigen Juden sind am Sieg über den Tod nicht interessiert. Sie wollen nur in einem Streit gewinnen; sie wollen Jesus besiegen, um ihm die Ehre zu nehmen. Sie fragen ihn: Willst du etwa größer sein als unser Vater Abraham und die Propheten, die gestorben sind? Bist du nicht ein Teufel, der so unglaubliche Lügen von sich gibt? Hier sehen wir, wie sich diese Tragödie durch die Jahrhunderte hindurch wiederholt. Jesus, der die Wahrheit ist, erfährt den Widerstand von Menschen, die sich bewusst der Wahrheit verschließen. Sie erfinden Argumente, um sich selbst davor zu schützen, Jesus als den Christus anzuerkennen, der sie von der Sünde mit ihren Folgen, zu welchen der Tod gehört, retten kann. Um an seinem Wort festhalten zu können, müssten sie ihre Leben ändern. Das kostet sie zuviel. Lieber bleiben sie blind. Bin ich bereit, mein Leben in jedweder Hinsicht zu ändern, um es ganz an der Wahrheit auszurichten?

2. Am Wort festhalten. Die Gegner von Jesus suchen ihre eigene Ehre, aber Jesus, mit all der Macht seiner Menschheit und Gottheit, sucht allein die Verherrlichung des Vaters. In der Heiligsten Dreifaltigkeit kennt der Vater den Sohn und der Sohn kennt den Vater. Dieses Kennen ist so vollkommen, dass es gleichzeitig völlige gegenseitige Hingabe ist. Darum will Jesus auch in seiner heiligen Menschheit den Vater kennenlernen und ihn verherrlichen durch die vollkommene Erfüllung seines Willens. Jesus sagt: „Ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest.“ Dieses Festhalten bedeutet, das Wort anzunehmen, es zu umarmen und zu erfüllen. So wie Jesus das Wort des Vaters festhält, so sollen wir das Wort von Jesus festhalten. Wir wollen es also annehmen, umarmen und erfüllen. Schauen wir nicht darauf, was es uns kostet. Vielmehr wollen wir unser Ich entschlossen hintanstellen und allein unseren geliebten Herrn und unseren Himmlischen Vater verherrlichen. Die Anbetung soll uns so wichtig wie das Atmen werden. Und so wollen wir oft am Tag diese Worte wiederholen: „Wir loben dich. Wir preisen dich. Wir beten dich an. Wir rühmen dich und danken dir, denn groß ist deine Herrlichkeit“ (vgl. das Gloria aus der hl. Messe).

3. Wie alt bist du überhaupt? Wir müssten eigentlich den Juden dankbar sein, denn als Antwort auf ihre Einwände macht Jesus auf wunderbare Weise seine Gottheit kund. Denken wir an die anderen Kundgebungen: die Offenbarung vor allen Völkern, die den Weisen gegeben worden ist, das Wunder bei der Hochzeit zu Kana, die Taufe Jesu im Jordan. Aber diese Offenbarung ist noch viel deutlicher und größer, denn Jesus verkündet: „Noch ehe Abraham wurde, bin ich.“ Jesus benutzt dieselben Worte, mit denen Gott seinen Namen Moses geoffenbart hat: „Ich bin der ‚ich bin‘“ (Ex 3,14). Von Ewigkeit her existiere ich, sagt Jesus damit. Die Ungläubigen, die gerade mit Jesus diskutierten, müssen geschockt gewesen sein. Jesus stand mit seinen dreiunddreißig Jahren vor ihnen und bezeugte ihnen seine göttliche, ewige Existenz. Wir können das mit einer anderen Verklärung vergleichen, nur ohne strahlendes Licht. Wie können wir Christus, unserem Herrn, der zweiten Person der Dreifaltigkeit, Mensch geworden aus Liebe zu uns, antworten? Die Apostel zeigen uns die rechte Antwort in Matthäus 14, als Jesus über das Wasser ging und Petrus, der seinen Herrn nachahmen wollte, zurück ins Boot brachte: „Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn“ (Mt 14,33).

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, befreie uns von unserer bewussten Blindheit. Öffne unsere Augen für deine Güte und deine Wahrheit. Wir wollen das ewige Leben, das du uns geben willst. Mach uns bereit, Veränderungen, egal wie schmerzvoll sie auch sein mögen, anzunehmen und nach deinem Wort zu leben. So wie Abraham sich über den Retter der Welt freute, so will auch ich mit allen Engeln und Heiligen beten: „Amen, Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und Macht und Stärke unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen“ (Offb 7,12).

Vorsatz:   Ich will heute eine gründliche Gewissenserforschung machen und den Herrn bitten, mir zu zeigen, wo ich mich noch verändern muss.


Glaubt an die Werke

14. März 2008

Freitag der fünften Woche in der Fastenzeit

P. Matthew Kaderabek LC

Joh 10,31-42
Die Juden hoben Steine auf, um Jesus zu steinigen. Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott. Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter? Wenn er jene Menschen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die Schrift nicht aufgehoben werden kann, dürft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lästerst Gott - weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht. Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin. Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem Zugriff.

Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort blieb er. Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes über diesen Mann gesagt hat, ist wahr. Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, dass ich berufen bin, für dein Reich Frucht zu bringen. Ich glaube, dass du die Früchte meines Lebens nutzen willst, um das Leben anderer zu bereichern. Ich danke dir, dass du mich erkennen läßt, dass ich immer den Weg für dich bereiten muss, damit du deine Geheimnisse der Liebe durch mich wirken kannst. Ich hoffe, dass ich immer dein demütiger Diener sein kann. Ich liebe dich, denn du bist mein Gott.

Bitte:  Herr, gib, dass alle meine Werke meinen Glauben an dich ausstrahlen.

1. Bewusst blind. Die ungläubigen Juden klagen Jesus an, dass er Gott lästere: „Du, ein Mensch, machst dich selbst zu Gott.“ Es ist sehr tragisch, dass Menschen, die Christus aus Liebe erschaffen hat, Steine aufheben, mit denen sie ihn töten wollen. Aber Jesus antwortet seinen Feinden in unendlicher Geduld. Er zeigt ihnen, dass seine Werke für ihn sprechen, denn sie konnten nur durch die Macht Gottes vollbracht werden. Die Ungläubigen aber wollen das Zeugnis seiner Wunder nicht annehmen. Zuvor schon, als Jesus den blindgeborenen Mann geheilt hatte, fragten einige Pharisäer unseren Herrn: „Sind also auch wir blind?“ Und Jesus gab ihnen eine Antwort, die sie sicher getroffen hat: „Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde“ Joh 9,40-41). Als Menschen haben wir die Freiheit, die Wahrheit zu erkennen und entweder nach ihr zu leben oder uns ihr zu verschließen. Jede Sünde ist eine Tat wider bessere Einsicht. Das ist ein Geheimnis. Warum machen wir uns bewusst blind und treffen eine schlechte Entscheidung? Der Grund muss darin liegen, dass Verstand und Wille durch die Ursünde geschwächt worden sind und nicht mehr das Gesamtbild sehen können, oder noch schlimmer, bewusst gar nicht sehen wollen. Das scheint grotesk zu sein, denn wir täuschen uns doch selbst, wenn wir glauben, dass wir deutlicher und mehr sehen können, als der, der uns geschaffen hat.

2. Eure Werke sollen für euch sprechen. Die Werke Jesu sprachen machtvoll von seiner göttlichen Macht. Als Jesus das Wasser in Kana in Wein verwandelte, glaubten seine Jünger an ihn. Als er die Aussätzigen heilte, wurden ihre verfallenen Körper augenblicklich heil und gesund. Er befreite viele hilfsbedürftige Menschen von ihrer dämonischen Besessenheit. Aufgrund dieser Zeichen und Wunder folgten ihm immer mehr Menschen. Jesus heilte den blindgeborenen Mann, ein Wunder, das es zuvor noch nie gegeben hat. Er weckte Lazarus, der schon vier Tage im Grab gelegen war, von den Toten auf. Kein Wunder also, dass Jesus zu seinen Feinden sagte: „Glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt.“ Und wie steht es mit meinen Werken? Werden andere durch sie zu Jesus geführt? Wenn es ein Verbrechen wäre, ein Christ zu sein, gäbe es dann genug Beweise, um mich zu verurteilen?

3. Dreieinigkeit. Gott ist so gut, dass er sich uns als die heiligste Dreieinigkeit geoffenbart hat. „Der Vater und ich sind eins“ (Joh 10,30), sagt Jesus uns. „Der Vater ist in mir, und ich bin im Vater“ (Joh 10,38). In der Dreieinigkeit sind die Personen verschieden, aber alle drei Personen haben Teil an derselben göttlichen Natur. Wie großzügig war doch Gott, dass die zweite Person der Dereinigkeit Mensch geworden ist, damit wir ihn sehen und hören können, und damit wir Zeugen seiner Wunder sein können und seine Sakramente empfangen können. Je mehr wir mit Christus vereint sind, desto mehr lässt er uns den himmlischen Vater erkennen und lieben. In Christus sind wir fähig zu sagen: „Vater, dein Wille geschehe.“ Freue ich mich auf den Tag, an welchem mich Jesus, der durch die Pforten des Todes gegangen ist, in die unaussprechliche Freude bringen wird, wo mein Leben für immer mit dem Vater und dem Heiligen Geist vereint sein wird? Bis zu diesem Tag muss meine Verbindung mit ihm immer mehr wachsen durch Glaube, Hoffnung und Liebe. Ich muss Gott jeden Tag bitten, dass er mir seinen Heiligen Geist sendet, damit ich seinem Bild immer ähnlicher werde, und so denke, wie er denkt und liebe, wie er liebt.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, rette uns vor der bewussten Blindheit der Sünde. Lass uns dich in der Fülle deiner glorreichen Menschheit und Gottheit erkennen. Du hast uns den Verstand und die Freiheit gegeben; gib uns auch die Gnade, diese großartigen Gaben niemals gegen dich zu benutzen, sondern sie nur zu benutzen, um dich kennenzulernen, zu lieben und anzubeten. Ich glaube an dich, Herr Jesus, hilf meinem Unglauben. Vermehre unseren Glauben. Wir danken dir für die Wunder der Gnade, die du weiter im Beichtstuhl und auf dem Altar bei der heiligen Messe wirkst. Lass mich deine Stimme in den Tiefen meiner Seele an diesem Tag hören. Dankbar und froh bekenne ich, dass „du allein der Heilige bist, du allein der Herr, du allein der Höchste, Jesus Christus, mit dem Heiligen Geist zur Ehre Gottes des Vaters“ (Gloria aus der hl. Messe).

Vorsatz:   Ich will mich bemühen, dass ich heute alle meine Werke aus Liebe zu Jesus tue und andere durch sie zu ihm führe.


Einer wird für sie alle sterben

15. März 2008

Samstag der fünften Woche in der Fastenzeit

P. Matthew Kaderabek LC

Joh 11,45-56
Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was er getan hatte. Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen. Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht überhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten.

Jesus bewegte sich von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der Wüste zurück, an einen Ort namens Efraim. Dort blieb er mit seinen Jüngern. Das Paschafest der Juden war nahe und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, während sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen.

Einführendes Gebet:   Herr, du weißt, wie sehr ich deine Gnade brauche, um im Glauben zu wachsen. Du weißt, dass ich in deiner Gegenwart bleiben muss, um ganz dir vertrauen zu können. Du weißt, wie sehr ich die Erfahrung deiner Liebe brauche, damit ich dich noch inniger lieben kann.

Bitte:  Herr, ich will nur an dich gebunden sein, und sonst an nichts.

1. Die wertvolle Perle erhalten. Die Auferweckung von Lazarus, der tot und schon vier Tage im Grab gelegen war, war ein eindrucksvoller Beweis, dass Jesus göttliche Macht besaß. Gott wurde wirklich durch seinen Sohn verherrlicht, und die Zahl der Menschen, die an ihn glaubten wurde immer größer. Für den Hohepriester und die Pharisäer war dieses Wunder jedoch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Sie sahen in der Macht Jesu eine Bedrohung ihrer eigenen Position und ihres Einflusses. Sie beschlossen in einer hastig einberufenen Sitzung, ihn zu töten. Warum konnten sie den klaren Beweis seiner göttlichen Macht nicht annehmen? Sie lag doch so offensichtlich vor ihren Augen; das Zeugnis einer so großen Menge von Zeugen aus Bethanien konnte nicht abgestritten werden. Wir können daraus nur schließen, dass sie sich von der Wahrheit entfernt hatten, um ihre eigene Macht und ihren Einfluss zu schützen. Sie wandten sich vom Herrn des Lebens ab, um einige vergängliche Güter dieser Welt zu schützen. An welchen vergänglichen Gütern hängen wir noch? Welchen Besitz will ich nicht weggeben, um die wertvolle Perle zu erhalten?

2. Vereinige zu einem Volk alle Kinder Gottes Der Hohepriester und die Pharisäer fürchteten, dass ihre Führerschaft der Juden, die von den Römern anerkannt war, bald von Jesus übernommen werden würde, denn schon bald würden alle Leute – nicht nur einige von ihnen – ihm nachfolgen. Daraufhin machte Kajaphas in seinem Amt als Hohepriester eine Prophezeiung, die viel mehr bedeutete als beabsichtigt war: „Es ist besser für euch, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt.“ Kajaphas wollte Jesus opfern, um seine Macht und die seiner Anhänger zu bewahren, und argumentiert, dass der Tod Jesu das jüdische Volk retten würde. Mit wenigen machtvollen Sätzen erklärt uns der heilige Johannes, dass die wahre Bedeutung dieser Prophezeiung in Wirklichkeit vom Heiligen Geist eingegeben worden war. Jesus ist wirklich für sein Volk gestorben – und nicht nur für die Juden, sondern für alle Völker und Nationen. Er „vereinigte zu einem Volk alle Kinder Gottes“, seine Kinder von überall und aus allen Zeiten vereinigte er in der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche, in seinen mystischen Leib.

3. Das Lamm Gottes. Das Paschafest feierte Gottes machtvolle Befreiung Israels aus der ägyptischen Gefangenschaft. Gott verschonte jedes jüdische Haus, welches mit dem Blut eines makellosen Lammes bezeichnet war, als er die Erstgeborenen bei Mensch und Vieh erschlug. Die Juden wurden durch das Blut des Lammes gerettet, denn nach dieser zehnten schrecklichsten Plage ließ der Pharao die Israeliten ziehen. Als Jesus zu diesem besonderen Paschafest nach Jerusalem hinaufging, bereitete er die Befreiung seines eigenen Volkes und aller Völker von den Plagen der Sünde und des Todes vor. Jesus, das Lamm Gottes, gab sich selbst als Opfer dar für die Rettung aller. Durch sein Blut sind wir gerettet.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, du bist wirklich die kostbare Perle. Hilf mir, dass ich nicht mich selbst oder meinen Besitz vor deinem Einfluss schützen will. Ich wende mich dir ganz offen zu und erlaube dir, meine Seele aufzuerwecken, wie du Lazarus auferweckt hast, zu einer neuen Stufe übernatürlichen Lebens in Glaube, Hoffnung und Liebe. Wenn ich alles, was ich bin und habe in deine Hände lege, wirst du mir die Kraft geben, dir in diesem Leben nachzufolgen, damit ich eines Tages in die Freude ewigen Lebens mit dir eintreten darf, in die herrliche Gegenwart des Vaters und des Heiligen Geistes.

Vorsatz:   Ich will versuchen, die anderen wirklich zu lieben, ohne mich selbst dabei zu suchen.