Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 24. Februar 2008 bis Samstag 1. März 2008

Dritte Woche in der Fastenzeit

Matthew Reinhardt, geweihtes Mitglied des Regnum Christi

Erschütternde Verwandlung Sonntag
Zuhause abgewiesen Montag
Wie auch wir vergeben … Dienstag
Wo ist dein Platz? Mittwoch
Antwort auf ein Wunder Donnerstag
Taufversprechen Freitag
Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden Samstag


Erschütternde Verwandlung

24. Februar 2008

Dritter Sonntag in der Fastenzeit

Matthew Reinhardt, geweihtes Mitglied des Regnum Christi

Joh 4,5-42
So kam Jesus zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen. Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann, und komm wieder her! Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte (Christus). Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht. Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, aber keiner sagte: Was willst du? oder: Was redest du mit ihr? Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, eilte in den Ort und sagte zu den Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias? Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus. Währenddessen drängten ihn seine Jünger: Rabbi, iss! Er aber sagte zu ihnen: Ich lebe von einer Speise, die ihr nicht kennt. Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht? Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen. Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Ich aber sage euch: Blickt umher und seht, dass die Felder weiß sind, reif zur Ernte. Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, so dass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen. Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät, und ein anderer erntet. Ich habe euch gesandt, zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit. Viele Samariter aus jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir für diese Zeit des stillen Gebets. Ich brauche dich, damit du mich änderst, denn ohne deine Gnade kann ich nichts tun. Ich öffne mein Herz, um deinen Plan, den du heute für mich hast, freudig anzunehmen. Nur mit deiner Gnade kann ich allem, was du von mir verlangst, gewachsen sein.

Bitte:  Herr, rüttle mich auf in diesem Gebet. Verändere mein Leben von Grund auf.

1. Ist Christus politisch korrekt? In einer kalten Nacht im Dezember 1999 näherte sich die Debatte zur Vorwahl des Präsidentschaftskandidaten bei der Republikanischen Partei in Iowa dem Ende. Eine der letzten Fragen an die sechs Kandidaten lautete: „Mit welchem politischen Philosophen oder Denker identifizieren Sie sich am meisten und warum?“ Als der damalige Gouverneur George W. Bush zu antworten hatte, sagte er: „Christus, weil er mein Herz verwandelt hat.“ Nach einer betretenen Pause sagte der Moderator: „Ich glaube, die Fernsehzuschauer würden gern mehr darüber erfahren, wie er Ihr Herz verwandelt hat“, worauf Bush antwortete: „ Jemandem, der das noch nicht erlebt hat, kann man das nur schwer erklären. Wenn man sein Herz und sein Leben Christus übergibt und ihn als Erlöser annimmt, wird das Herz verwandelt. Euer Leben wird verwandelt. Und das ist es, was mir widerfahren ist.“

2. Erschütternde Verwandlung. Bei der samaritischen Frau vollzog sich in ihrem Herzen und ihrem Leben ein Wandel, als sie Christus unverhofft begegnete, der nach seiner langen Reise erschöpft war. Anfangs sprach sie Jesus nur als einen„Juden“ an. Als ihre Achtung vor dem Mann, der am Brunnen sitz, wächst, beginnt sie ihn mit „Herr“ anzureden. Jesus öffnet ihr Herz zur Bekehrung, und sie stellt fest: „Du bist ein Prophet“. Als unser Herr beginnt, ihren Durst nach der göttlichen Liebe zu löschen, sieht sie in ihm die Möglichkeit, Frieden mit ihrem zerrütteten Leben zu schließen: „Ist er vielleicht der Messias?“ Als Christus sich als der Messias offenbart, ist ihr Durst gestillt, und sie ist vollkommen verwandelt. Mit ihrem jetzt für immer verwandelten Herzen und Leben ruft sie mit der ganzen Stadt aus: „Wir wissen, dass er wirklich der Erlöser der Welt ist!“

3. Ein Apostel ist geboren. Wer ist Jesus Christus für mich? Ist er nur eine historische Gestalt, die vor 2000 Jahren gelebt hat? Vielleicht ist Jesus nur einer, dem man Respekt zollen muss, weil er in seinem Leben viel für die Menschheit getan hat? Oder ist er ein Erlöser, damals geliebt, aber jetzt doch vergessen? Für uns Katholiken muss Christus alles sein. Er ist der Messias, der Erlöser der Welt. Wenn mein Verhältnis zu Christus durch Routine, Versuchungen und durch das Auf und Ab des Lebens getrübt worden ist, brauche ich einen Wandel meines Herzens und eine Änderung meines Lebens. Vor 2000 Jahren bewirkte Christus das bei der samaritischen Frau und dasselbe kann er heute bei mir bewirken. Erlauben wir ihm, uns in diesem Gebet zu verwandeln, dann können wir mit ihm die Welt verwandeln.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich bin tief beeindruckt von der Verwandlung der samaritischen Frau. Eine kurze Unterhaltung mit dir genügte, und ihr zuvor zerrüttetes Leben hatte einen neuen Sinn und eine wichtige Mission gefunden. Du weißt, wie sehr ich dich brauche, Herr, und so bitte ich dich, verwandle mich heute und die ganze Fastenzeit hindurch, damit meine Seele auf die Karwoche vorbereit ist.

Vorsatz:   Ich will heute jemandem zureden, am Sonntag zur Heiligen Messe zu gehen.


Zuhause abgewiesen

25. Februar 2008

Montag der dritten Woche in der Fastenzeit

Matthew Reinhardt, geweihtes Mitglied des Regnum Christi

Lk 4,24-30
Und Jesus sagte: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich bin mir bewusst, dass du hier bist; du bist mir ganz nahe und wohnst in meiner Seele. Ich glaube, dass du mein Herr und mein Gott bist, und ich vertraue dir, weil du allmächtig bist. Jesus, ich liebe dich, weil ich von dir und für dich geschaffen wurde. Hilf mir, dir meine Liebe zu beweisen, indem ich inständig bete.

Bitte:  Herr, gib mir Widerstandskraft, wenn ich abgelehnt werde.

1. Abgelehnt. Das Leben Christi war von seiner Geburt bis zu seinem Tod durch Ablehnungen gekennzeichnet. In Bethlehem war in der Herberge kein Platz für ihn. Herodes fürchtete um seine Königsherrschaft und schickte Truppen, die das Kind töten sollten; und er musste mit seinen Eltern ins Exil nach Ägypten. Von den Pharisäern, den Sadduzäern, den Schriftgelehrten und den Synagogenvorstehern wurde er abgelehnt: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Joh 1,11). Die Liste kann so fortgesetzt werden: der reiche junge Mann, Judas, Pilatus, die römischen Soldaten und selbst einer von denen, die neben ihm gekreuzigt worden waren. Im heutigen Evangelium wollen ihn die Bewohner seiner Heimatstadt (sicherlich waren auch einige seiner Verwandten unter ihnen) „vom Abhang des Berges hinabstürzen“. Christus und seine Botschaft waren Zeichen des Widerspruchs, und das führte häufig zur Ablehnung. Dasselbe gilt auch heute. Christus will, dass ich bereit bin, um seinetwillen Ablehnung zu erfahren. Bin ich das?

2. Ermutigt. Inständiges Beten ist ein sicherer Weg, sich auf die tägliche „Ablehnung“, die mit der Nachfolge Christi verbunden ist, vorzubereiten. Die Gründe für diese „Ablehnungen“ können vielfältig sein, zum Beispiel: als Folge eines Lebens getreu den Lehren meines katholischen Glaubens, als Folge einer verdienten Zurechtweisung eines ungehorsamen Kindes, als Folge eines Eintretens für eine unbequeme Wahrheit mitten unter Freunden oder in der Familie oder einfach als Folge eines Gesprächs über Gott bei einer zufälligen Begegnung mit jemandem in einem Lebensmittelgeschäft. Mit Christus an meiner Seite ertrage ich jede Art von Ablehnung. Er lehrte mich, wie ich dieser Ablehnung zu begegnen habe, als er mitten durch die Menge hindurch schritt und wegging. Ablehnung veranlasste unseren Herrn nicht, sich in sich selbst zurückzuziehen, sondern ermutigte ihn vielmehr fortzufahren, seine Botschaft der Liebe zu predigen und zu leben.

3. Leidenschaftlich. Was tut Christus, nachdem er in seiner Heimatstadt abgelehnt worden war? Unmittelbar nach dieser Begebenheit schildert der heilige Lukas, wie Christus in Kafarnaum lehrt, wo seine Zuhörer „ sehr betroffen von seiner Lehre waren, denn er redete mit (göttlicher) Vollmacht“ (Lk 4,32). Unser Herr war immer voller Eifer für seine Sendung: er war durch die Ablehnung nicht nur nicht entmutigt worden, sondern er predigte nach der Ablehnung mit noch größerer Leidenschaft und voller Eifer. Der heilige Paulus wurde auf ähnliche Weise abgelehnt. Aus einem bestimmten Anlass steinigte man ihn und schleifte ihn aus der Stadt Lystra hinaus in der Meinung, er sei tot. Er war es aber nicht. Als er wieder zu sich kam, kehrte er in die Stadt zurück und setzte sein Wirken fort (Apg 14,19-20). Solche Apostel braucht Christus in der heutigen Welt, und ich bin berufen, sein Apostel zu sein.

Gespräch mit Christus:  „Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“. (Röm 8,35,38-39).

Vorsatz:   Ich will einige Ablehnungen, die ich heute wegen meines Glaubens an Christus erfahre, egal, ob sie heftig oder nur verhalten sind, freudig annehmen.


Wie auch wir vergeben …

26. Februar 2008

Dienstag der dritten Wochen in der Fastenzeit

Matthew Reinhardt, geweihtes Mitglied des Regnum Christi

Mt 18,21-35
Da trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

Einführendes Gebet:   Himmlischer Vater, ich glaube fest, dass du mich während dieser Zeit des Gebets behütest. Und ich danke dir für deinen beständigen Schutz. Ich vertraue auf dich, denn du bist ein liebender Vater, der mich zu jeder Zeit liebt. Ich weiß, dass du immer bereit bist, mir meine kleinen und großen Verfehlungen zu verzeihen.

Bitte:  Herr, lass mich deine Verzeihung erfahren. Lehre mich, meinem Nächsten zu vergeben und in dem Frieden, den du versprochen hast, zu leben.

1. Mitleid eines Vaters. Haben Sie schon einmal die Verzeihung eines Vaters erlebt? Vielleicht als Jugendliche(r), als Sie bei einer Prügelei in der Schule ertappt wurden, bei Nichtbefolgung des Ausgehverbots, bei der Fälschung einer Unterschrift der Eltern, beim unerwarteten Nachsitzen, beim Unfall mit dem Auto der Familie oder bei allem zusammen. Können Sie sich noch an die Reaktion Ihres Vaters erinnern? Hoffentlich hatte er bei allem Kummer etwas Mitleid. Unsere Sünden und unsere Halbherzigkeit können unserem himmlischen Vater großen Kummer bereiten. Trotzdem, wenn wir aufrichtig auf unsere Knie fallen, ihn anflehen und bitten: „Hab Geduld mit mir“, vergibt er uns sehr gern. Die Fastenzeit ist eine besonders geeignete Zeit, ein solches Gespräch mit Gott unserem Vater zu führen.

2. Vergib deinem Bruder aus ganzem Herzen. Am 13. Mai 1981 fuhr Johannes Paul II. durch die Menge, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatte, als plötzlich Schüsse deutlich zu vernehmen waren. Auf den 264. Papst hatte ein türkischer Schütze namens Mehmet Ali Agca geschossen. Erst nach Monaten, die Komplikationen mit sich brachten, erholte sich der Heilige Vater und konnte seine gewöhnliche Tätigkeit als Papst fortsetzen. Im Jahre 1983 besuchte Johannes Paul II. zwei Tage nach Weihnachten Ali Agca im Gefängnis und sprach 20 Minuten mit ihm. Nach ihrem Gespräch sagte der Heilige Vater: „Ich sprach zu ihm wie zu einem Bruder, dem ich verziehen habe und der mein volles Vertrauen hat.“ Johannes Paul der Große wusste, wie man von Herzen vergibt. Wenn ein Bruder oder eine Schwester sich gegen mich versündigt hat oder ich mit ihnen uneins bin, bin ich aufgerufen, ihm oder ihr von Herzen zu vergeben und ihnen zu zeigen, dass sie wieder mein volles Vertrauen haben.

3. Rechnungen begleichen. In diesem Gleichnis, in dem Christus der König ist, führt er uns, seinen Dienern, sein unbegrenztes Mitleid vor Augen. Manchmal leben wir, ohne auf den Willen Gottes zu achten. Wir werden schuldig, und wir schulden dem König eine riesige Summe. Wenn wir Christus den König demütig um Vergebung bitten, wird er mit uns großes Mitleid haben. Seine Vergebung ist nicht die begrenzte Vergebung, von der der heilige Petrus spricht, nämlich siebenmal zu vergeben, sondern vielmehr das Mitleid, das dem Herzen Gottes entspringt, das siebenundsiebzigmal vergibt, das heißt unendlich oft.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich danke dir für deine unendliche Güte und Gnade. Du weißt, ich bin ein Sünder, und brauche so deine Vergebung. Gieße das Verlangen in mein Herz, barmherzig zu allen Mitmenschen zu sein und immer bereit zu sein, ihnen so zu vergeben, wie du allzeit bereit bist, mir zu vergeben.

Vorsatz:   Ich will über meine Beziehungen zu meinen Mitmenschen nachdenken und jeden Groll aufgeben, den ich in meinem Herzen noch gegen sie hege.


Wo ist dein Platz?

27. Februar 2008

Mittwoch der dritten Woche in der Fastenzeit

Matthew Reinhardt, geweihtes Mitglied des Regnum Christi

Mt 5,17-19
Jesus sagte seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

Einführendes Gebet:   Herr, mein Herz ist ruhelos bis es ruht in dir. Ich danke dir dafür, dass ich jetzt meine Arbeit unterbreche und dir während dieser Zeit meine ganze Aufmerksamkeit widme. Ich bitte dich, meinen Willen zu stärken, damit ich deinen Willen vollkommen erfüllen kann. Herr, hilf mir, dir während dieser Zeit des Gebets die Ehre zu geben.

Bitte:  Herr, lehre mich, die Prioritäten entsprechend deinem Plan für mein Leben zu setzen.

1. Das Leben als Wettkampf. Wir alle kennen das Gewinnen und Verlieren, oder auf den ersten, zweiten, dritten … oder letzten Platz zu kommen. Große Befriedigung kann einen überkommen, wenn man als Erster oder als Gewinner eine Meisterschaft beendet – sei es beim Sport, in der Schule, im Beruf oder sonst wo. Dennoch, diese Freuden können vergänglich und der Siegesrausch von kurzer Dauer sein. Wir sind für etwas tiefer Gehendes, etwas Ewiges geschaffen. Der heilige Paulus sagt: „Jeder Wettkämpfer lebt aber völlig enthaltsam; jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen.“ (1 Kor 9,25). Der Mensch ist mit dem unvergänglichen Siegeskranz gekrönt, wenn er das Himmelreich gewinnt. Ist mir jeder Tag ganz wichtig und „trainiere“ ich so, dass ich bei meinem Tod die wichtigste Meisterschaft gewinne, das Himmelreich?

2. In der Rangfolge aufrücken. Meine gesellschaftliche Stellung, in der ich das erreichen will, was andere haben, und der irdische Erfolg meiner Kinder sind nicht so wichtig wie mein Platz im Himmel. Aber wie kann ich meine Rangfolge verbessern? Christus verrät uns das Geheimnis: „Wer aber die Gebote hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.“ Um sicher zu sein, im Himmelreich in der Rangfolge aufzurücken, ist es erforderlich, sich selbst zu erziehen, Gottes Gebote zu halten, und in gewisser Weise dabei mitzuhelfen, dass die Menschen Gottes Gebote halten.

3. Heilige: die treuen Fürsprecher. In der jüngsten Enzyklika SPE SALVI von Papst Benedikt erfahren wir, wie man an Heiligkeit zunimmt: „Das Reich Gottes ist Geschenk, und eben darum ist es groß und schön und Antwort auf Hoffnung. … Aber bei allem Wissen um diesen ‚Mehrwert’ des Himmels bleibt es doch wahr, dass unser Tun nicht gleichgültig ist vor Gott und daher nicht gleichgültig für den Gang der Geschichte. Wir können uns und die Welt öffnen für das Hereintreten Gottes: der Wahrheit, der Liebe, des Guten. Das ist es, was die Heiligen taten, die als ‚Mitarbeiter Gottes’ zum Heil der Welt beigetragen haben.“ (Spe Salvi, 35). Wir wollen also Gott lieben, indem wir seine Gebote halten und indem wir in Liebe versuchen, alle Menschen, denen wir begegnen, zu lehren, die Gebote Gottes zu halten. Auf diese Weise dürfen auch wir zum Heil der Welt beitragen.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, du weißt, dass ich dich liebe und diese Liebe mit der ganzen Welt teilen möchte. Öffne mein Herz, damit ich dich mehr lieben kann als ich dich jemals zuvor geliebt habe. Maria, meine Mutter, ermutige mich, damit ich danach strebe, nichts Geringeres als ein Heiliger werden zu wollen.

Vorsatz:   Ich will in einer Liste festhalten, was in meinem Leben Vorrang haben soll (zum Beispiel Gott, Familie, Arbeit, Apostolat etc.), und sie an einen ins Auge fallenden Platz legen.


Antwort auf ein Wunder

28. Februar 2008

Donnerstag der dritten Woche in der Fastenzeit

Matthew Reinhardt, geweihtes Mitglied des Regnum Christi

Lk 11,14-23
Jesus trieb einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein. Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil. Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen. Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, ich glaube an deine Gegenwart in meiner Seele und ich danke dir für deine immerwährende Freundschaft. Ich hoffe auf dein erlösendes Handeln in meinem Leben und in der Welt. Herr, lehre mich, dich zu lieben und bereitwillig mein Leben der Ausbreitung deines Reiches zu widmen.

Bitte:  Herr, reinige mein Herz während dieser Fastenzeit, damit ich für die Karwoche entsprechend vorbereitet bin.

1. Eine Antwort hervorrufen. Stellen wir uns vor, mitten unter der Menge als Zeugen dieses Wunders zu sein. Jeder drängelt, denn alle wollen einen Blick auf Jesus werfen. Wir sehen, dass Jesus diese hektische Umgebung nicht wahrnimmt, sondern tief im Gebet über einen kranken, stummen Mann versunken ist. Verwirrung herrscht, und dann, als der Kranke seine vollkommene Gesundheit wiedererlangt hat, stockt allen der Atem. Er beginnt, Jesus zu preisen und zum ersten Mal in seinem Leben zu sprechen. Chaos bricht aus, Gemurmel und auch Geschrei setzen ein. Jeder fühlt sich gezwungen, die entscheidende Frage zu beantworten, die sie vielleicht bis jetzt verdrängt haben: „Wer ist Jesus?“ Einige kommen mit Einwänden, stellen Jesus in Frage und glauben nicht an ihn, aber bei anderen beginnt der Same des Glaubens Wurzeln in ihren Herzen zu schlagen. Was ist meine Antwort auf die Frage: „Wer ist Jesus?“

2. Glaube, stärker als Zeichen. Einige aus der Menge „forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel“. Die Heilung des stummen Mannes sollte ein ausreichendes Zeichen gewesen sein, aber sie war es nicht, weil ihre Herzen für den Glauben an Christus verschlossen waren. Vielleicht wollten sie ihren gegenwärtigen Lebensstil nicht dem anpassen müssen, den Jesus predigte. Das Heilmittel für ihre verschlossenen Herzen besteht darin, sie für das Geschenk des Glaubens zu öffnen. Vielleicht ist unser Glaube in unserem täglichen christlichen Leben schwach geworden, vielleicht wollen auch wir nur noch glauben, wenn wir irgendein Zeichen erhalten. Wir wollen den Ruf von Papst Johannes Paul II. voller Freude in unser Herz aufnehmen: „Habt keine Angst, die Türen eurer Herzen weit für Christus zu öffnen“.

3. Vertrauen geht über Zweifel. Einige in der Menge sagten: „Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.“ Sie haben ein großes Problem: sie trauen Christus nicht. Das Vertrauen schwindet, wenn Zweifel aufkommen. Sie hätten das Wunder für bare Münze nehmen und sich mit dem befassen sollen, was Jesus über sich selbst sagt. Stattdessen beginnen sie zu zweifeln, und dieser Zweifel führt zu einem Mangel an Vertrauen. Letztlich bewirkt dieses mangelnde Vertrauen ein sehr verzerrtes Bild von Jesus. Wenn bei uns Zweifel über unsere Zukunft, das Wohlergehen der Familie, eines Kindes oder einer anderen nahestehenden Person aufkommen, müssen wir anfangen, mehr auf Gott zu vertrauen als auf uns selbst, auf unsere Fähigkeiten und unser Wissen.

Gespräch mit Christus:  Herr, ich höre das Echo der Worte von Papst Johannes Paul II.: „Habt keine Angst“. Diese Worte geben mir neuen Mut und beflügeln mich, bedingungslos auf das zu antworten, worum du mich bittest. Herr, gewähre mir Glauben, damit ich dir mein Herz öffne, und stärke meine Hoffnung, damit ich auf deine unendliche Barmherzigkeit vertraue.

Vorsatz:   Heute will ich jemandem sagen, was Jesus für mich bedeutet.


Taufversprechen

29. Februar 2008

Freitag der dritten Woche in der Fastenzeit

Matthew Reinhardt, geweihtes Mitglied des Regnum Christi

Mk 12,28-34
Ein Schriftgelehrter ging zu Jesus und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

Einführendes Gebet:   „Herr, ich glaube an dich: lass mich fester glauben. Ich hoffe auf dich: lass mich sicherer hoffen. Ich liebe dich: lass mich dich inniger lieben. Ich bereue meine Sünden: lass mich tiefer bereuen“ (aus einem Gebet von Papst Clemens XI.).

Bitte:  Herr, gewähre mir die Gnade, ganz nach meinem Taufversprechen zu leben bis zu dem Tag, an dem ich dir in der Ewigkeit begegne.

1. Taufversprechen. Bei der Taufe versprechen wir oder unsere Eltern an unserer Stelle, die zwei Gebote Christi zu halten: „Liebe den Herrn, deinen Gott“ und „Liebe deinen Nächsten“. Der Eröffnungsritus der Taufliturgie lautet: „Damit erklären Sie sich bereit, ihr Kind im Glauben zu erziehen. Es soll Gott und den Nächsten lieben lernen, wie Christus es uns vorgelebt hat.“ Während des Segens über die Ohren und den Mund heißt es im Ritus „Möge er deine Ohren berühren, um sein Wort zu empfangen, und deinen Mund, um seinen Glauben zu bekennen“. Weil wir getauft wurden, ist es unsere Pflicht, täglich in unserer Liebe zu Gott zu wachsen und unseren Glauben an ihn zu bekennen.

2. Die Liebe Gottes. Haben sie schon einmal mit einem Ehepaar gesprochen, das seinen fünfzigsten, sechzigsten oder siebzigsten Hochzeitstag feierte? Vielleicht sagt dieses Ehepaar, dass ihre Liebe zueinander jetzt stärker ist als an ihrem Hochzeitstag. Warum ist das so? Ihre Liebe zueinander war jeden Tag, an dem sie zusammen waren, stärker geworden, sogar in sehr schweren Zeiten. Und so muss auch unsere Liebe zu Gott täglich stärker werden. Am Tag unserer Taufe wurden wir mit Christus zum ersten Mal vereint, und wir sind dazu berufen, täglich in der Liebe zu ihm zu wachsen. Die Kirche hilft uns dabei sehr, diese Liebe lebendig zu halten, zum Beispiel durch die Eucharistie, die Beichte, das Gebet, die Seelenführer, die uns in unserer Beziehung zu Gott den rechten Weg zeigen, das Beispiel der Heiligen und den Schutz der Mutter Gottes. Heute ist ein großer Tag, um in unserer Liebe zu Gott zu wachsen, so dass wir ihn „lieben [können] aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, mit all unseren Gedanken und mit all unserer Kraft.“

3. Nächstenliebe. Was ist die größte Liebestat, die wir unseren Nächsten schenken können? Zeit mit ihnen zu verbringen? Ihnen finanziell zu helfen? Mit ihnen Spaß zu haben? Dies sind alles nette Gesten, die aber nicht an die Nächstenliebe heranreichen, die wir Christus am Tag unserer Taufe versprochen haben. Christus will, „dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“. (1 Tim 2,4). Unsere Liebe können wir unserem Nächsten vor allem darin beweisen, dass wir unsere Zeit, unser Geld und unsere Fähigkeiten nutzen, um ihnen zu helfen, die Erlösung zu erreichen, indem wir sie für das Reich Christi gewinnen. Was für eine erhabene Möglichkeit, die kurze Zeit, die wir auf dieser Erde haben, zu nutzen, um Seelen zu retten!

Gespräch mit Christus:  Himmlischer Vater, ich danke dir für das Geschenk des Glaubens, das du mir am Tag meiner Taufe in meine Seele gelegt hast. Gewähre mir die Gnade, täglich in meiner Liebe zu dir zu wachsen, und entzünde mein Herz, damit ich erkenne, dass alle Menschen deine Freundschaft brauchen, um gerettet zu werden.

Vorsatz:   Ich werde mit einem Freund oder einem Familienmitglied darüber sprechen, was es wirklich bedeutet, getauft zu sein.


Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden

1. März 2008

Samstag der dritten Woche in der Fastenzeit

Matthew Reinhardt, geweihtes Mitglied des Regnum Christi

Lk 18,9-14
Einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, erzählte Jesus dieses Beispiel: Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Einführendes Gebet:   Herr, ich komme heute zu dir, so wie ich wirklich bin. Du kennst mich besser als ich mich selbst. Du kennst meine guten Seiten, aber auch die schlechten und hässlichen Seiten meines geistlichen Lebens. Ich kann ohne deine Gnade nicht so werden, wie du mich haben möchtest. Ich bin so sehr auf dich angewiesen, Herr. Ich glaube mit meinem ganzen Herzen, dass du immer für mich da sein wirst.

Bitte:  „Gott, sei mir Sünder gnädig!“

1. Das Herz eines Pharisäers. In dieser Evangeliumsstelle hat es Jesus mit einer schwierigen Gruppe von Menschen zu tun. Die Stelle beschreibt diese Menschen als auf sich selbst vertrauend, als selbstgerecht und als andere missachtend. Zusammengefasst: sie sind äußerst stolz. Es ist für Christus fast unmöglich, diesen Stolz zu brechen und die Herzen dieser Menschen für seine Botschaft zu öffnen. Christus und eine stolze Seele passen nicht zusammen, ebenso wenig wie sich Wasser und Öl oder Licht und Dunkelheit vermischen können. Christus gibt ihnen aber ein Gegenmittel, um ihren Stolz zu bezwingen: „Jeder, der sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“. Auch wir sind immer wieder stolz. Wenn wir uns nun selbst erniedrigen und bekennen: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“, dann dürfen wir hoffen, dass Gott mit uns gnädig und barmherzig ist.

2. Das Herz eines Apostels. Christus weiß, dass der Stolz immer versucht, in unsere Herzen einzudringen. Er weiß, dass der Stolz uns dazu führt, auf uns selbst zu vertrauen und über seine Pläne zu urteilen. Er ist sich bewusst, dass der Stolz uns das Gefühl vermittelt, gerecht zu sein und über andere urteilen zu können. Wenn wir unser Leben betrachten, werden wir feststellen, dass der Herr uns von unserem Stolz befreien und uns die Demut lehren muss. Diese Lektion tut meistens weh, aber sie ist so notwendig für unser geistiges Wachstum. Der heilige Petrus vertraute beim letzten Abendmahl auf sich selbst, als er zu Christus sagte: „Niemals sollst du mir die Füße waschen“ (Joh 13,8) und später: „Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen“ (Lk 22,33). Stunden später weinte er, weil er Christus dreimal verleugnet hatte. Aber Petrus erkannte demütig sein Versagen; er lernte daraus und wurde zu einer Säule der Kirche.

3. Das Herz Mariens. Wie anders ist das Beispiel Mariens. Viele Male erniedrigte sie sich in ihrem Leben und jetzt ist sie als Königin des Universums und Mutter Gottes in den Himmel erhoben. Der Engel Gabriel kündigte ihr an, Mutter des Messias zu werden, und sie rief aus: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Sie wurde aber nicht überheblich, weil sie von Gott erwählt worden war, sondern sie nahm an Demut zu. Die Apostel hatten ihren Sohn voll Angst im Stich gelassen, sie aber stand unter dem Kreuz bei ihrem Sohn. Nach Pfingsten sah sie, wie sich die Kirche ausbreitete und der Ruhm der Apostel zunahm, und sie war zufrieden mit ihrer unauffälligen Mission, unablässig für die noch junge Kirche zu beten.

Gespräch mit Christus:  „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig“ (Lk 1,46-49).

Vorsatz:   Ich will mir vornehmen, heute oder an einem anderen Tag in der Fastenzeit zur Beichte zu gehen, um Gottes Erbarmen tief in meiner Seele zu erfahren.