Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 20. Dezember 2008 bis Samstag 26. Dezember 2008

Zweite Woche im Jahreskreis

P. Walter Schu LC

„Seht das Lamm Gottes!“ Sonntag
Die neue Freude des Bräutigams Montag
Die Menschheit in schrecklicher Not Dienstag
Gutes oder Böses tun? Mittwoch
Den Herrn berühren Donnerstag
Christi überzeugte Apostel Freitag
Mit den Augen des Glaubens Samstag


„Seht das Lamm Gottes!“

20. Januar 2008

Zweiter Sonntag im Jahreskreis

P. Walter Schu LC

Joh 1,29-34
Am Tag darauf sah er Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekanntzumachen. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

Einführendes Gebet:   Jesus, ich danke dir für diese Gelegenheit, bei der ich mit dir, meinem Herrn und Gott, zusammen sein darf. Du suchst mich immer zuerst. Selbst mein Wunsch, dir zu begegnen, ist eine Frucht deiner Liebe zu mir, des Wirkens deiner Gnade in meinem Herzen.

Bitte:  Herr, hilf mir, dich mit demselben Mut, der Demut und Offenheit für den Heiligen Geist zu bezeugen, wie Johannes der Täufer das getan hat.

1. Johannes sah Jesus auf sich zukommen. Jesus kommt auch uns immer entgegen. Warum? Weil er uns liebt. Er drängt sich uns niemals auf. Er stürmt nicht durch unsere Tür herein und zwingt uns, ihn anzunehmen oder sogar anzuerkennen. Er bleibt uns aber nahe und hofft, dass wir seine Liebe wenigstens ein bisschen sehen und dadurch erkennen, dass er derjenige ist, nach dem sich unsere Herzen so sehr sehnen. Was wird geschehen, wenn wir die Tür unseres Lebens, unseres Herzens für Christus öffnen? Er wird uns rufen, die engen Grenzen unseres Egoismus, unserer Habgier und Genusssucht, unseres Neides und unserer Ichsucht zu verlassen. Er wird uns unvorstellbare Horizonte eröffnen und unseren armseligen, vor sich hinfließenden Tagen eine reiche und neue Dimension schenken. Er wird uns eine alles übersteigende Sendung anvertrauen: Ihn nicht nur mit unseren Worten zu bezeugen, sondern mit allem, was wir sind und haben.

2. Johannes gibt Zeugnis vom Lamm Gottes. Als Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen sieht, ruft er aus: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt!“ Dieser Titel, den Johannes Jesus gibt, hat eine tiefe Bedeutung. 1.500 Jahre vor Christus, während des Exils in Ägypten, rettete das Blut des Paschalammes, das die Israeliten an die Türpfosten ihrer Häuser gestrichen hatten, ihre Familien vor dem Todesengel, der die Erstgeborenen der Ägypter tötete. Dadurch war Moses in der Lage, das auserwählte Volk in das verheißene Land zu führen. Christus ist das wahre Lamm Gottes, der sich selbst als Opfer darbringt, um unsere Sünden auf sich zu nehmen und uns so das verheißene Land des Himmels zu öffnen. Das Zeugnis des Johannes erfordert Demut: Seine eigenen Jünger verlassen ihn, um Jesus zu folgen. Strebe ich nach so einer Demut? Stelle ich mein Zeugnis für Jesus über mein Eigeninteresse?

3. Johannes erkennt Jesus durch den Heiligen Geist. Johannes Zeugnis war so überzeugend, dass viele seiner Jünger Jesus nachfolgten. Johannes hatte anfangs gesagt, dass er Jesus nicht gekannt hatte. Was bedeutet dieser rätselhafte Satz? Als Verwandter von Jesus hat er ihn sicher gekannt; jedoch war ihm der genaue Augenblick, in welchem Jesus seine messianische Sendung beginnen würde, unbekannt. Nur durch den Heiligen Geist erkannte Johannes Jesus als den Erwählten Gottes, der nun dem auserwählten Volk offenbart werden sollte. Der Heilige Geist will auch in unserem Leben mit derselben Macht wirken. Welche Bindungen an die Welt behindern in mir das Wirken des Heiligen Geistes? Welche Ängste halten mich noch davon ab, ihn so in mir wirken zu lassen, wie er das möchte? Vertraue ich ihm ganz, ihm, der die Liebe selbst ist?

Gespräch mit Christus:  Herr, ich danke dir, dass du immer zu mir kommst. Ich danke dir für deine Liebe zu mir. Manchmal weiß ich nicht, was du in mir siehst, Herr, aber selbst in meiner Schwäche und Sündhaftigkeit will ich deiner Liebe mit Liebe antworten. Hilf mir, dass durch die Gabe des Heiligen Geistes meine Liebe zu dir mutig und brennend wird.

Vorsatz:   Ich will den Heiligen Geist bitten, mir zu helfen, Christus an diesem Tag offen zu bezeugen.


Die neue Freude des Bräutigams

21. Januar 2008

Montag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Meinrad; hl. Agnes, Jungfrau

P. Walter Schu LC

Mk 2,18-22
Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten. Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab und es entsteht ein noch größerer Riss. Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue Schläuche.

Einführendes Gebet:   Jesus, welche Freude und welch ein Geschenk ist es wieder für mich, mit dir allein zusammen zu sein! Ich möchte dich immer tiefer erkennen. Ich möchte fester auf dich hoffen. Ich möchte dich mit mehr Beständigkeit in meinem täglichen Leben lieben. Du allein kannst mir diese Gaben schenken. Du allein kannst mich zu einem mutigen und frohen Apostel deines Reiches machen.

Bitte:  Herr, hilf mir, diese neue Freude zu erfahren, die du jedem schenken willst, der dir mehr nachfolgt, und der bereit ist, sein Kreuz mit dir zu tragen und sich sogar mit dir ans Kreuz nageln zu lassen.

1. Die Freude des Bräutigams. Die Propheten des Alten Testaments, besonders Hosea und Jesaja, vergleichen die Beziehung zwischen Israel und Jahwe mit einem Ehebund. Israel ist die Braut, die oft untreu ist, und Jahwe ist der Bräutigam. Wenn Christus sich als Bräutigam bezeichnet, nimmt er einen Titel in Anspruch, der allein für Gott reserviert war. Dadurch kommt zum Ausdruck, dass Jesus weit mehr als ein einfacher Rabbi war. Welche Erfahrung verbinden wir mit einem Bräutigam und einer Hochzeitsfeier? Freude! „Obwohl es stimmt, dass das Kreuz in einem echten christlichen Leben niemals fehlt, so ist es auch wahr, dass der Gott, der uns in diesem Kreuz begegnet, derselbe Gott ist, der Himmel und Erde erschaffen hat, die Ozeane und die Berge, das Lachen, das Sonnenlicht und jedes irdische Entzücken“ (John Bartunek LC, The Better Part, S. 365). Christus ist gekommen, um uns Freude zu bringen, eine Freude, die in alle Ewigkeit anhält.

2. Sollen Christen fasten? Christus sagt, dass seine Jünger, wenn der Bräutigam ihnen genommen ist, fasten werden. Das ist im Evangelium von Markus der erste Hinweis auf die kommende Passion. Fasten ist ein Weg, an Christi Leiden teilzuhaben. Fasten, Opfer und Taten der Selbstverleugnung sind auch Mittel, um uns von unseren Bindungen an irdische Güter zu lösen und fester Christus anzuhangen. Sie machen uns bewusst, wie sehr wir Gott brauchen. Aber diese Wege der Teilhabe an Christi Kreuz sollen nicht dazu führen, dass wir andere, die Christus nachfolgen wollen, damit verdrießen. „Manche Christen vermitteln den Eindruck, dass die Nachfolge Christi eine nüchterne Angelegenheit ist, oder dass das christliche Leben vor allem aus harten Leiden und langweiligen Pflichten besteht. Freudlos, düster, langweilig. Kein Wunder, dass ihre Freunde dem Christentum so fern wie möglich bleiben! … Wenn uns unsere Freundschaft mit Christus nicht mit ansteckender Begeisterung erfüllt, sind wir wahrscheinlich halbherzige Freunde“ (John Bartunek LC, The Better Part, S. 365).

3. „Siehe, ich mache alles neu.“ Der Kinofilm Die Passion Christi legt Christus auf dem Weg nach Golgotha diesen Satz aus der Offenbarung auf die Lippen, als er seiner Mutter Maria begegnet. Christi „enges Tor“ des Kreuzes führt zu einem radikal neuen Lebensweg. Es bringt eine Überfülle an Freude, neue Kraft, inneren Frieden. Der neue Wein des Lebens der Gnade, welchen Christus über seine Nachfolger ausgießt, muss nicht nur ihre Art zu leben verändern, sondern sogar ihre inneren Haltungen und ihre Gesinnung. Die heilige Theresia von Avila sagte einst: Ein Heiliger, der traurig ist, ist ein wahrhaft trauriger Heiliger. Welche Hindernisse meines Lebens muss ich überwinden, um Christus mit größerer Freude nachzufolgen und diese Freude auf andere ausstrahlen zu lassen?

Gespräch mit Christus:  Ich danke dir Herr, für das neue Leben, das du mir gebracht hast – dein eigenes göttliches Leben der Gnade in mir und in jedem, der dir nachfolgt. Hilf mir, diese Freude mit anderen zu teilen. Ich sehne mich danach, ein wahrer Apostel deiner Freude zu sein.

Vorsatz:   Ich will diesen Tag so leben, dass ich mich vergesse und allein versuche, die Menschen um mich herum froh zu machen.


Die Menschheit in schrecklicher Not

22. Januar 2008

Dienstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Vinzenz

P. Walter Schu LC

Mk 2,23-28
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Einführendes Gebet:   Herr, dies ist der wichtigste Moment dieses Tages. Ich bin allein mit dir in einem Gespräch von Herz zu Herz. Wer bin ich, dass du mit mir diese Zeit verbringen willst, dass du dich selbst in mich ergießen willst? Welche Freude, welche Ehre, welche Herrlichkeit ist es, einem König wie dir nachfolgen zu dürfen!

Bitte:  Herr, hilf mir, für die zu beten, die mich verfolgen und hilf mir, sie durch Liebe für das Evangelium zu gewinnen, so wie du das tatest.

1. Am Sabbat nicht erlaubt. Wie sehr brauchte die Menschheit einen Retter! Die Juden waren das auserwählte Volk Gottes; Gott selbst hatte sich ihnen im Alten Testament offenbart. Die Pharisäer waren die religiösen Führer des jüdischen Volkes. Sie begruben aber Gottes Gesetz so tief unter von Menschen gemachten Vorschriften, dass es hungrigen Männern verboten war, am Sabbat Ähren abzureißen, um sie zu essen. Das Gesetz wurde zu einem Selbstzweck und war wichtiger geworden als Menschen in Not. Wie konnte die Menschheit so jemals auf den wahren Weg des Heils geführt werden, ohne sich dabei hoffnungslos in falsche Rituale und willkürliche Vorschriften zu verstricken? Der Sohn Gottes, das ewige Wort des Vaters, erniedrigte sich selbst, um Mensch zu werden und die Fülle der Wahrheit zu bringen. Aber Christus hat noch viel mehr als die Fülle der Offenbarung Gottes gebracht. Er gab uns die Kraft, durch sein eigenes Leben der Gnade in uns, diese Wahrheit in unserem Leben zu leben.

2. Feinde für die Wahrheit gewinnen. Wenn wir an Christi Stelle wären, wie hätten wir auf den Vorwurf der Pharisäer reagiert? Vielleicht hätten wir wegen ihres imposanten Auftretens klein beigegeben. Vielleicht hätten wir allen Mut zusammen genommen und ihre Unnachgiebigkeit abgewiesen ohne sie auch nur einer Antwort zu würdigen. Christus offenbart hier zugleich seine Furchtlosigkeit und seine Herzensgüte, die versucht, sie für sich zu gewinnen. Er führt die Schriften an, an welche sie glauben und zitiert 1 Samuel 21,1-6. David und seine Männer waren vor Saul auf der Flucht und aßen die heiligen Schaubrote: zwölf Laibe Brot, die jeden Morgen auf den Tisch im Allerheiligsten des Tempels gelegt wurden als Huldigung der zwölf Stämme Israels für den Herrn. Die Brote des Vortages waren dabei den levitischen Priestern vorbehalten. Christus will den Pharisäern auf eine Weise, die sie annehmen können, klar machen, dass sie sich vom wahren Glauben entfernt hatten, in welchem die Liebe zu Gott und zum Nächsten wichtiger als alle weiteren Vorschriften ist. Christus bringt die Natur des wahren Glaubens auf den Punkt und zeigt den Irrtum der Pharisäer in einem grandiosen Satz auf: „Der Sabbat ist für den Menschen da, und nicht der Mensch für den Sabbat.“

3. Herr über den Sabbat. Christus bleibt nicht bei der Offenbarung der Natur und des Zwecks des wahren Glaubens stehen. Er macht eine mutige Aussage, welche die Pharisäer sprachlos gemacht haben muss, und welche selbst die Augen der Jünger weit gemacht haben muss: „Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.“ Christus erklärt unmißverständlich, dass seine Autorität der Autorität Gottes gleich ist, welcher den Sabbat zu Beginn der Schöpfung des Menschen einsetzte. Christus verlangt von den Pharisäern nichts weniger, als dass sie seine göttliche Person in einem Akt des Glaubens anerkennen. Sein Herz sehnt sich danach, sie zu retten. Christus will unbedingt alle retten, die ihm begegnen, selbst seine Feinde. Spiegelt mein eigener Eifer nach der Rettung der Seelen etwas von Christi Mut und Liebe wider, wenn ich Widerspruch erfahre?

Gespräch mit Christus:  Ich danke dir, Herr, dass du Mensch geworden bist, um uns aus unserer schrecklichen Not zu retten. Ich danke dir für deine Liebe, die sich sogar den Feinden zuwandte, um sie für dein neues Leben zu gewinnen. Hilf mir, so zu lieben, wie du geliebt hast. Hilf mir, den Wert einer einzigen Seele zu erkennen.

Vorsatz:   Ich will für jemanden, der die Kirche verfolgt, beten und Opfer bringen. Ich will mich selbst vergessen und Wege finden, um sie für die Wahrheit zu gewinnen.


Gutes oder Böses tun?

23. Januar 2008

Mittwoch der zweiten Woche im Jahreskreis
Sel. Heinrich Seuse

P. Walter Schu LC

Mk 3,1-6
Als Jesus ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich. Ich danke dir für das Geschenk des Glaubens, das kostbarer ist als das Leben selbst. Ich hoffe auf dich. Die dunklen Wasser des Zweifels sollen nie mehr den Damm der Hoffnung durchbrechen. Ich liebe dich. Ich will mich von dir reinigen lassen, damit meine Liebe zu dir immer glühender und mutiger werde.

Bitte:  Herr, hilf mir, fest auf dich zu vertrauen, wenn ich in meinem Leben Widerspruch erfahre. Hilf mir, dich selbst da zu bezeugen, wo Menschen feindlich gegen dich gesinnt sind.

1. Sie gaben Acht. Schon zu Beginn seines öffentlichen Wirkens erfährt Christus den bitteren Widerspruch der Pharisäer. Auf dem Weizenfeld hatte er sie zum Schweigen gebracht, und jetzt tritt er ihnen in der Synagoge erneut mutig entgegen. Die Pharisäer nehmen dort die Ehrenplätze ein und sie geben auf jeden seiner Schritte Acht, in der Hoffnung, dass er entgegen den Vorschriften am Sabbat heilt, um ihn so anklagen zu können. Eines machten die Pharisäer richtig. Sie taten gut daran, Christus genau zu beobachten. Wenn sie das nur im richtigen Geist getan hätten: von ihm zu lernen und Gott für die Wunder zu loben, die er durch ihn vollbrachte. Wie genau beobachten wir Christus in unserem Leben? Sind wir bereit, in den Umständen des Alltags sein Wirken zu erkennen? Wie oft loben wir Gott für die großartigen Dinge, die Christus in uns tut oder noch tun will?

2. Gutes oder Böses tun? Christus kommt den Pharisäern entgegen. Mit furchtlosem Mut ruft er den Mann mit der verdorrten Hand in die Mitte, so dass niemand mißverstehen kann, was er tun will. Dann bringt er seine Gegner in ein Dilemma mit zwei deutlichen Fragen. Erstens: „Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses?“ „Sie müssen zugeben, dass es erlaubt ist, Gutes zu tun; und das, was er vorhat, ist gut. Weiter müssen sie zugeben, dass es nicht erlaubt ist, Böses zu tun; und es ist doch bestimmt etwas Böses, einen Menschen in seinem Elend zu belassen, wenn man ihm helfen kann.“ (William Barclay, The Gospel of Mark, S. 68-69) Dann stellt Christus die zweite Frage: „Ist es vom Gesetz erlaubt, Leben zu retten oder es zu vernichten?“ „Hier macht er es absolut klar. Er ist dabei, das Leben dieses armen Mannes zu retten; Sie schmieden Pläne, wie sie Christus umbringen können. Jeder käme bestimmt zu dem Schluss, dass es besser ist, darüber nachzudenken, wie man einem Menschen helfen kann, statt darüber nachzudenken, wie man ihn töten kann. Kein Wunder, dass ihnen die Worte fehlten!“ (ebd.)

3. Voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz. Selten sehen wir Christus im Evangelium zornig. Hier wird sein Zorn durch die Heuchelei der Pharisäer und ihre Herzenshärte hervorgerufen. Sie verschließen sich selbst der Heilsbotschaft. Was geschieht, wenn jemand sein Herz definitiv Christus verschließt? Die Pharisäer, die Verteidiger des Gesetzes und der jüdischen Bräuche, waren erbitterte Gegner der Herodianer, die mit König Herodes und den Römern kollaborierten. Aber dieses Evangelium berichtet die erschreckende Tatsache, dass sich diese zwei Kräfte verbündeten, um die Ermordung Jesu zu planen. Sie sind nicht durch die der Güte innewohnende Kraft vereint, sondern durch die heimtückische Macht des Bösen. Mache ich manchmal der Heuchelei, dem Neid oder sogar dem Hass kleine Zugeständnisse? Das könnte mein Herz langsam Christus gegenüber verhärten. Bin ich bereit, so mutig wie Christus zu sein und selbst erbitterten Widerspruch um des Evangeliums willen auszuhalten?

Gespräch mit Christus:  Herr, ich danke dir für deine Güte und deinen Mut. Wie klein komme ich mir vor, wenn ich mich mit dir im heutigen Evangelium vergleiche. Welch riesiger Abstand trennt uns voneinander! Ich danke dir, dass du mich rufst – mit all meiner Schwachheit, meinen Sünden und meinen Begrenztheiten – um dein Apostel zu sein. Hilf mir, niemals dem Bösen in meinem Herzen nachzugeben, sondern in der Herzensgüte zu wachsen, um immer mehr so zu werden wie du.

Vorsatz:   Ich will heute für jemanden eine gute Tat tun, selbst wenn das schwierig ist, um so für Christus Zeugnis zu geben.


Den Herrn berühren

24. Januar 2008

Donnerstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Franz von Sales

P. Walter Schu LC

Mk 3,7-12
Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück. Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm. Auch aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was er tat. Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde. Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren. Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen streng, bekannt zu machen, wer er sei.

Einführendes Gebet:   Herr, diese Zeit des Gebets soll für mich das Wichtigste sein: der Moment, nach dem ich mich sehne, die Nahrung, die mich am Leben hält, der Trost, der mich stärkt. Ich weiß, dass du in mir wirkst, auch wenn ich dich nicht spüre, ja nicht einmal in der Lage bin, deine Gegenwart zu bemerken. Ich möchte voll Eifer und von Herzen beten, nicht nur mit meinem Verstand.

Bitte:  Herr, hilf mir, dich in dieser Zeit des Gebets zu berühren, so wie die Menge am Ufer des Sees. Hilf mir, dich in der Eucharistie zu berühren, damit deine Gegenwart mich verwandeln kann.

1. Fürchtete sich Jesus? Im Evangeliumstext von gestern brachte Jesus die Pharisäer in der Synagoge zum Schweigen. Sie waren so aufgebracht gegen Jesus, dass sie zusammen mit den Herodianern planten, ihn umzubringen. Jetzt hatte sich Jesus von der Synagoge an das Seeufer und die weiten Felder zurückgezogen. Fürchtete sich Christus? Rannte er vor seinen Feinden davon? Wohl kaum. Der Herr wusste einfach, dass seine Stunde noch nicht gekommen war. Wenn sie kommen wird, wird er sie bewusst annehmen und entschlossen nach Jerusalem ziehen, um dort zu leiden und zu sterben. Diejenigen, die wirklich Angst haben, sind die Dämonen. Sie haben erkannt, dass Gott seine Macht durch Christus erweisen wird, und sie zittern vor ihm. Der Sohn Gottes ist gekommen, um das, was durch die Lügen Satans verloren war, zurückzugewinnen. Gibt mir die Macht Christi, die mich immer in meinem Leben begleitet, den Mut, den ich brauche, um in jeder Situation, mit der ich konfrontiert werde, als sein Zeuge aufzutreten?

2. Den Herrn berühren. In dieser lebendigen Evangeliumsszene drängen sich die hilfsbedürftigen Menschen um Jesus. Juden und Heiden sind aus weit entfernten Gegenden, aus Idumäa im Süden, aus Tyrus und Sidon im Norden, gekommen, um einen Blick auf den Meister zu erhaschen, um ihn Worte sprechen zu hören, die niemand zuvor gesprochen hat – um ihn zu berühren und um von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Oh, wenn doch auch wir zur Zeit Christi gelebt hätten, um ihn berühren zu können und von unserer Traurigkeit und unserer Selbstsucht, unseren Herzensschmerzen und unserem Egoismus, unserer Einsamkeit und unseren Lügen geheilt zu werden, ja sogar von unseren physischen Krankheiten! Liebte Christus jene Leute, die ihn am Ufer umdrängten mehr als uns? Nein. Er ermöglicht es uns, ihn leichter berühren zu können als jene damals – immer wenn wir ihn in der Eucharistie empfangen. Warum sind wir dann noch nicht geheilt? Die Jünger flehten einst Jesus an: „Vermehre unseren Glauben!“ Und er antwortete ihnen: „Wenn euer Glaube auch nur so groß wie ein Senfkorn wäre…“

3. Die Person Christi strahlt eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Wie können wir im Glauben an Christus wachsen? Wie können auch wir die unwiderstehliche Anziehungskraft seiner Person erfahren, wie die Menge im Evangelium von Markus? Nichts erfüllt unser Leben mehr als die Betrachtung der Person Christi und ihrer unwiderstehlichen Anziehungskraft im Laufe der Jahrhunderte. Wir wollen uns ihm ganz nähern und tief in unserer Seele die Schönheit seiner menschlichen und göttlichen Gestalt betrachten. Zusammen mit der Eucharistie können wir Christus im Gebet nahekommen und ihn berühren. Das Gebet ist der heilige Moment, in dem wir unsere Liebe ausdrücken können; es ist der Daseinszweck unseres Lebens, das Ideal unseres Apostolates, die Nahrung unserer ganzen Existenz.

Gespräch mit Christus:  Ich danke dir, Herr, dass du mir in dieser Betrachtung einen flüchtigen Blick auf dich gewährt hast. Hilf mir, auf die Anziehungskraft deiner Person mit meinem ganzen Leben zu antworten und dir nichts zu verweigern.

Vorsatz:   Ich will Christus in der Eucharistie besuchen oder eine geistliche Kommunion machen, um ihm für seine Liebe zu danken und die Schönheit seiner göttlichen und menschlichen Gestalt zu betrachten.


Christi überzeugte Apostel

25. Januar 2008

Freitag der zweiten Woche im Jahreskreis
Bekehrung des hl. Apostels Paulus

P. Walter Schu LC

Mk 16,15-18
Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.

Einführendes Gebet:   Herr, du weißt, wie sehr ich deine Gnade brauche, um im Glauben zu wachsen. Du weißt, wie sehr ich in deiner Gegenwart bleiben muss, um fester auf dich zu vertrauen. Du weißt, wie sehr ich die Erfahrung deiner Liebe brauche, um dich noch inniger zu lieben.

Bitte:  Hilf mir, Herr, den heiligen Paulus nachzuahmen und ein überzeugter Apostel deines Reiches zu werden.

1. Die großartige Beauftragung durch Christus. Christus ist von den Toten auferstanden und ist dabei, in den Himmel aufzufahren. Der auferstandene Herr gibt seinen Aposteln seinen letzten großartigen Auftrag: „Geht in alle Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen.“ Dieser Vers enthält den „universellen Auftrag zur Evangelisierung“ (The Navarre Bible: St. Mark, S. 199). Der Auftrag Christi zur Evangelisierung geht von den Aposteln auf ihre Nachfolger, die Beschöfe in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri, dem Papst, über. Aber dieser Auftrag weitet sich noch viel weiter aus. Das zweite Vatikanum lehrt: „Dazu ist die Kirche ins Leben getreten: sie soll zur Ehre Gottes des Vaters die Herrschaft Christi über die ganze Erde ausbreiten und so alle Menschen der heilbringenden Erlösung teilhaftig machen … Jede Tätigkeit des mystischen Leibes, die auf dieses Ziel gerichtet ist, wird Apostolat genannt; die Kirche verwirklicht es, wenn auch auf verschiedene Weise, durch alle ihre Glieder; denn die christliche Berufung ist ihrer Natur nach auch Berufung zum Apostolat.“ (Apostolicam actuositatem, 2)

2. Die Bekehrung des heiligen Paulus: Die Macht des auferstandenen Christus. Wer verkörperte den Auftrag jedes Christen zum Apostolat edler und heldenhafter als der heilige Paulus, dessen Bekehrung wir heute feiern? Wo erhielt der heilige Paulus die nötige Kraft, um Schiffbrüche, Verrat, Steinigungen und Gefängnis zu überstehen und die Botschaft Christi allen Völkern zu bringen? Obwohl er ein leidenschaftlicher Pharisäer und Verfolger der Christen war, gelangte er durch die geheimnisvolle und umwerfende Gnade Christi, der ihm auf dem Weg nach Damaskus begegnet war, zur festen Überzeugung: Jesus von Nazareth ist von den Toten auferstanden, er lebt und macht sich eins mit seinen Gliedern. Diese eine Wahrheit, erfahren in der übernatürlichen Begegnung mit Christus, lässt die alten religiösen Sicherheiten, seine Mentalität, sein kulturelles Umfeld, seine fanatischen Reaktionen und seinen winzigen Horizont zusammenbrechen und bewirkt in ihm eine totale Umwandlung seiner Persönlichkeit. Ein neuer Mensch wird geboren, ein überzeugter Apostel für das Leben durch Christus, ein Gigant der Mission, der bereit ist, lieber für den Herrn zu sterben, als ihn im Kleinsten zu verraten.

3. Bin ich schon überzeugt? Wir haben jetzt viel Lob über den heiligen Paulus gehört. Wie sieht es mit uns aus? Wie tief sind wir davon überzeugt, dass wir Zeugen für Christus sein sollen? Paulus ist nur ein Beispiel dafür, wie jeder Christ sein soll – jemand, der sich in der Kraft seines Glaubens an den auferstandenen Christus durch den Heiligen Geist umformen läßt und ein überzeugter Apostel für die Sache Christi wird. Wie wenige überzeugte Apostel bräuchten wir, um Christi Namen allen Völkern zu bringen! Lassen wir uns nicht täuschen: Trotz der Krise des Christentums fehlt es uns nicht an Christen, sondern an überzeugten Christen. Sind wir endlich überzeugt?

Gespräch mit Christus:  Bin ich endlich überzeugt, Herr? Ich danke dir für deine Geduld mit mir. Ich danke dir, dass du still wartest, ohne Vorwürfe zu machen, bis meine Wüste zu blühen beginnt. Hilf auch mir, mit anderen geduldig zu sein, ihnen zu helfen und sie zu ermutigen, damit wir zusammen glühende Apostel für dich werden.

Vorsatz:   Ich will versuchen, jemanden für die Sache Christi durch meine Worte, meine Gebete und Opfer zu gewinnen.


Mit den Augen des Glaubens

26. Januar 2008

Samstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Timotheus und hl. Titus, Bischöfe

P. Walter Schu LC

Mk 3,20-21
Jesus ging in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.

Einführendes Gebet:   Wieder ist eine Woche vergangen, verbunden mit dir und im Dienst für dich. Welche Freude, welche Ehre und Herrlichkeit ist es, einem König wie dir dienen zu dürfen! Herr, ich weiß, dass du alles neu machst und dass du mich in dieser Zeit des Gebets den Glauben neu und noch klarer erkennen lassen willst.

Bitte:  Herr, vermehre meinen Glauben. Maria, hilf mir, an diesem Samstag im Glauben zu wachsen, um allen Umständen dieses Tages gewachsen zu sein.

1. Ein Mensch für andere. „Jesus war ein Mensch, der für andere gelebt hat. So viele Leute drängten sich um Jesus und seine Jünger, dass sie keine Zeit zum Essen hatten. Nichts war Jesus wichtiger, als die Seelen seiner Nächsten mit der Nahrung seiner Liebe und seiner Wahrheit zu nähren, so sehr, dass er es vernachlässigte, sich selbst zu ernähren. Diese Haltung der Selbstaufopferung durchdrang jeden Moment seines irdischen Daseins und gipfelte in der Ganzhingabe seines Lebens am Kreuz auf Kalvaria“ (John Bartunek LC, The Better Part, S. 375). Wie sehr bin ich von dem Wunsch durchdrungen, den anderen um mich herum zu dienen, bis hin zum Opfer, dem Maß meiner Liebe zu ihnen? Hat man mir schon einmal vorgeworfen, dass ich verrückt bin, weil ich mich so sehr dem Apostolat hingebe?

2. Ist er von Sinnen? Einer der Verwandten Jesu, dessen Weltanschauung allzu menschlich war, glaubte, dass Christi Hingabe ans Apostolat übertrieben sei. „Die einzige Erklärung dafür war, so dachten sie, dass er verrückt geworden sei. Wenn wir diese Worte des Evangeliums lesen, können wir nicht anders als über die Liebe, die Jesus für uns hat, berührt zu sein: die Leute hielten ihn deswegen für verrückt. Viele Heilige, die dem Beispiel Christi folgten, wurden für verrückt gehalten – aber sie waren verrückt aus Liebe, verrückt aus Liebe zu Christus“ (The Navarre Bible: St. Mark, S. 87). Sehne ich mich danach, Christus in meinem Herzen und in meinem Leben zu lieben, bis hin zur Verrücktheit? Ist mein großes Lebensziel das Erlangen der Heiligkeit – nicht meinetwillen, sondern um Christi Liebe denen um mich herum zu bringen, um zu helfen, dass sein Reich in allen Seelen aufgerichtet wird?

3. Mit den Augen des Glaubens. Der Ausspruch Christi, dass kein Prophet in seiner Heimatstadt angenommen wird, ist gerechtfertigt (Mk 6,4). Was die Verwandten Christi wirklich brauchten, war ein größerer übernatürlicher Geist, durch den sie Jesus mit den Augen des Glaubens sehen könnten. Der Glauben ist ein großes Geschenk, kostbarer als das Leben selbst. Aber was macht wirklich das Wesen des Glaubens aus? Der Glauben ist kein bloßes Fühlen von Gottes Gegenwart oder Willen in eines Menschen Leben. Glauben bedeutet, sich selbst hinzugeben, sich selbst Gott opfern. Glauben heißt, sich von Gottes Liebe für seine Sache gewinnen zu lassen und keine Einwände zu erheben. Glauben bedeutet, sich auf den Weg zu machen, zu leiden, zu kämpfen, hinzufallen und wieder aufzustehen, das Beste zu tun, um Gott treu zu bleiben, der uns ruft, den wir aber nicht sehen können. Glauben heißt, dem Stern, den wir einmal gesehen haben, zu folgen, auch wenn wir nicht wissen, wohin er uns führen wird. Glauben bedeutet, das Unvorhergesehene und die Überraschungen, die Mühen und Schrecken, die wir als Gläubige erfahren, bereitwillig anzunehmen. Glauben heißt, Gott zu vertrauen und all unsere Hoffnung auf ihn zu setzen.

Gespräch mit Christus:  Ich danke dir, Herr, für das Geschenk des Glaubens. Es ist ein Geschenk, das kostbarer als das Leben selbst ist. Hilf mir, die anderen im Licht des Glaubens zu sehen, mich selbst zu schenken, indem ich sie liebe und ihnen diene, so wie du das getan hast. Hilf mir, dich bis zur Verrücktheit zu lieben, wenn ich allen meinen Brüdern und Schwestern diene.

Vorsatz:   Ich will heute anderen auf eine besondere Weise dienen und in ihnen Christus sehen.