Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 14. Oktober 2007 bis Samstag 20. Oktober 2007

Achtundzwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Gregory Woodward LC

Dankbarkeit als eine der seltensten Tugenden Sonntag
Glaube, ohne ein Zeichen zu verlangen Montag
Wie wichtig es ist, in unsere Herzen zu schauen Dienstag
Wahre Nächstenliebe gibt all unseren Taten einen Sinn Mittwoch
Was es wirklich bedeutet, ein Apostel Christi zu sein Donnerstag
Ein furchtloser Zeuge Christi sein Freitag
Den Glauben verteidigen und verbreiten Samstag


Dankbarkeit als eine der seltensten Tugenden

14. Oktober 2007

Achtundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

P. Gregory Woodward LC

Lk 17,11-19
Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern ! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein. Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien. Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich; hilf mir, fester und treuer zu glauben. Herr, ich vertraue auf dich; möge mein Vertrauen auf deine Barmherzigkeit und deine fürsorgliche Hand in meinem Leben wachsen. Herr, ich liebe dich; lass mich neue Wege finden, dich über alles zu lieben und meinen Nächsten wie mich selbst zu lieben. Herr, ich danke dir auch für all deine Gaben und Wohltaten, die du mir bisher geschenkt hast. Hilf mir, einem armen und schwachen Sünder, meine Würde als Kind Gottes in einer Weise und Tiefe zu leben, wie es dir gefällt. Dein Wille geschehe, nichts mehr, nichts weniger, und nichts anderes.

Bitte:  Herr, hilf mir, zu erkennen, was Dankbarkeit wirklich ist, und danach zu leben.

1. Jesus zeigt Mitleid. Wir vergessen allzu leicht, was es zu Jesu Zeiten bedeutete ein Aussätziger zu sein. So eine Person musste sich von der Gemeinschaft absondern, außerhalb der Stadt leben und sich selbst als „unrein“ bezeichnen, wenn sich ihm irgendjemand näherte. Nach damaligem jüdischen Verständnis war Krankheit eine Strafe für Sünden. Wenn man Lepra hatte, wurde man für einen schrecklichen Sünder gehalten. So schlimm der Zustand als Leprakranker auch war, noch schlimmer war die Schande, die die Krankheit mit sich brachte. Aus dieser Sichtweise verstehen wir noch besser die Verzweiflung und Dringlichkeit, mit der die Leprakranken Jesus baten: „Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!“ Es gibt auch so etwas wie geistlichen Aussatz, aber Jesus kann die Krankheit unserer Seele im Sakrament der Beichte heilen. Als Christen sollten wir nach dieser geistlichen Heilung so brennend suchen wie die zehn Leprakranken nach körperlicher Heilung.

2. Die Aussätzigen wurden rein. Jesus fühlte sich verpflichtet, das Wunder der Heilung dieser zehn Aussätzigen zu vollbringen; sie glaubten wirklich, dass er sie heilen könne. Darum sagt Jesus ihnen so eindringlich, dass sie sich den Priestern zeigen sollten, wie das Gesetz es vorschrieb, damit ihre Heilung offiziell anerkannt werde. So würde ihre Verbannung und ihre Ungnade enden. Aber in ihrer überschwänglichen Freude vergessen neun der zehn Geheilten, „Danke“ zu sagen. Zunächst kommt es uns verwunderlich vor, dass sie dies vergessen, nachdem sie innerhalb von Sekunden von äußerstem Elend zu perfekter Gesundheit gewandelt worden sind. Doch wir tun oft dasselbe; wir vergessen vor Freude oft denjenigen zu danken, die uns wirklich geholfen oder ein großes Problem für uns gelöst haben.

3. „Steht auf und geht.” Einer der Aussätzigen, ein Fremder, kommt zurück, um Jesus zu danken; es ist ein Samariter. Juden und Samariter verachteten sich damals normalerweise, was seine Dankesworte an Jesus wohl noch bemerkenswerter machen. Aber was Jesus wirklich auffällt, ist die Tatsache, dass nur einer zurückkommt, um seinen Dank auszudrücken. Erinnert uns diese Begebenheit nicht daran, wie selten die Tugend der Dankbarkeit im menschlichen Herzen ist? Der Glaube des geheilten Samariters hat ihn gerettet, und wir urteilen wohl nicht vorschnell, wenn wir denken, dass er die Gnade der Gesundheit, die der Herr ihm geschenkt hat, besonders gut genutzt hat. Diejenigen, die wirklich dankbar für das sind, was sie von Gott empfangen, nutzen ihre Gaben eifriger und wirksamer.

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, ich merke nun, wieviele Dinge ich in meinem Leben für selbstverständlich halte. Möge diese Meditation mich von neuem dazu bewegen, nach geistlicher Heilung durch dich zu suchen und die Talente und Gaben, die du mir gegeben hast, gut zu nutzen.

Vorsatz:   Ich werde mich besonders bemühen, jedem, der mir heute oder in den letzten Tagen auf irgendeine Weise geholfen hat, zu danken.


Glaube, ohne ein Zeichen zu verlangen

15. Oktober 2007

Montag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Gregory Woodward LC

Lk 11,29-32
Als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich; möge die Meditation der Taten deines Sohnes Jesus Christus im Evangelium mich zu einem tieferen Glauben führen. Herr, ich vertraue auf dich; hilf mir, deine Treue zu all deinen Versprechen zu sehen und ohne Zaudern zu vertrauen. Herr, ich liebe dich; hilf mir, dich für alles, was du bist, zu lieben, und weil du mich zuerst geliebt hast. Herr, noch einmal danke ich dir für die vielen Gnaden und Wohltaten, die du mir bisher gegeben hast. Hilf mir, einem armen und schwachen Sünder, meinen Tag mit dir und deinem Reich in meinem Herzen zu leben.

Bitte:  Gott, unser Vater, möge dein Sohn Jesus Christus heute auf eine neue Weise mein Weg, meine Wahrheit und mein Leben sein.

1. Eine böse Generation. Zeichen zu fordern bevor man beginnt zu glauben ist schon ein großes Zeichen von Ungläubigkeit. Christus ist sich der großen Zahl von Menschen bewusst, die ungläubig oder skeptisch zu bleiben scheinen, was immer er auch tut. Christus erinnert uns auch daran, dass der Glaube an ihn letztendlich eine Gnade und eine Gabe ist. Er kann sich uns nur in all seiner Schlichtheit präsentieren, als „Menschensohn seiner Generation“ und auch unserer Generation; glauben oder nicht zu glauben steht uns dann frei. Christi Werke bezeugen, wer er ist.

2. Andere werden den Unglauben der Menge verurteilen. Christus weist die Menschenmenge auf die größeren Gnaden hin, die sie durch seine Anwesenheit in der Welt erhalten haben. Er sagt den Menschen unmissverständlich, dass sie aufgefordert werden, Rechenschaft dafür abzulegen, ob sie Gnadengaben angenommen oder vergeudet haben. Er warnt sie in der Tat, dass sie durch sein Kommen so privilegiert sind, dass Menschen aus der Vergangenheit, die große Opfer gebracht haben, um viel weniger zu erhalten, unter ihren Richtern sein werden. Christus und seine erlösende Botschaft sind sicher viel mehr als die „Weisheit Salomons“ oder die Bekehrung einer ganzen Stadt wie Ninive. Als Christen sollten wir Christus nicht mit weniger Bewunderung und Verehrung sehen, nur weil zwanzig Jahrhunderte vergangen sind, seit er diese Dinge gesagt hat.

3. Hier ist etwas Größeres. Wie ist Christus wirklich in meinem Leben gegenwärtig? Ist seine erlösende Botschaft für mich ein Lebensweg oder nur eine routinemäßige Frömmigkeit? Dieses Evangelium lädt mich ein, alle Gleichgültigkeit gegenüber Christus und alle geistliche Lethargie beiseite zu legen, indem ich seine frohe Botschaft und meinen katholischen Glauben zum Urquell meines Lebens mache. Christi Worte an die Menschen im heutigen Evangelium sind auch an mich gerichtet. Er lädt mich ein, dort nach einer persönlichen und lebendigen Begegnung mit ihm zu suchen, wo dieses lebhaft verwirklicht werden kann: in inbrünstigem Gebet, in der Eucharistischen Anbetung, in der heiligen Messe, in den Sakramenten der Kirche, sogar in den Zeugnissen heiliger Christen, die stets in der Welt präsent sind. Dort kann ich fruchtbar entdecken, dass es sogar im Getümmel unserer modernen Zeit mitten unter uns jemanden gibt, der „größer als Jona“ ist.

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, welch fruchtbare Lehre ist es, zu lernen, dich und deine Gegenwart niemals für selbstverständlich zu halten. Möge ich Erneuerung darin finden, dich zu erkennen und zu lieben. Hilf mir, anderen ein wirksames und glühendes Zeugnis davon zu geben, dass du allein der Weg, die Wahrheit und das Leben bist.

Vorsatz:   Ich werde Christus heute zehn Minuten lang in einer Kirche oder Kapelle besuchen, und seine Eucharistische Gegenwart zur Quelle und zum Ziel meines neuen Tages machen.


Wie wichtig es ist, in unsere Herzen zu schauen

16. Oktober 2007

Dienstag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Gregory Woodward LC

Lk 11,37-41
Nach dieser Rede lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch. Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert. Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit. Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich; hilf mir, mehr zu glauben. Ich hoffe auf dich; hilf mir zu hoffen, auch wenn ich die Früchte nicht sofort sehe. Ich liebe dich; hilf mir mehr, besser und länger zu lieben. Noch einmal danke ich dir für all die Gnaden und Wohltaten, die du mir in deiner Großzügigkeit und Liebe geschenkt hast; sie sind mehr als ich zählen kann. Hilf mir, einem armen und schwachen Sünder, mich von meinen Sünden und meinem Versagen zu erheben und dir mit meinen guten Taten und einem reinen Herzen Ehre zu erweisen.

Bitte:  Gott, unser Vater, möge ich bereit sein, die Liebe bei allem, was ich als Christ tue, zu erneuern, ohne bloßen Schein und Verstellung.

1. Jesus ist zum Essen eingeladen. Obwohl die Pharisäer Jesus oft argwöhnisch prüften, sahen sie doch auch sein öffentliches Ansehen und seinen Einfluss als junger Wanderprediger. Manche mögen ihn nur um des Scheins willen zu sich nach Hause zum Essen eingeladen haben, nur um ihre Eitelkeit zufriedenzustellen und vor den anderen gut dazustehen. Es ist nicht ganz klar, ob die Fassade der Eitelkeit der Beweggrund dieses einen Phariäers ist, der Jesus zu sich zum Essen einlädt. Was aber klar ist, ist seine skrupulöse Einhaltung äußerlicher religiöser Rituale: Er ist geschockt, als er sieht, dass Jesus die vorgeschriebene Waschung vor dem Essen auslässt. Jesus aber nimmt dieses Ritual nicht so peinlich genau. Bei der Religion geht es nicht um Rituale und Routinen in unserem Tagesablauf; es geht darum, Gott zu lieben, da er mich zuerst geliebt hat und deshalb all meine Liebe verdient.

2. „Oh ihr Pharisäer!” Dies ist eine der wenigen Male im Evangelium, dass Jesus das Verhalten anderer kritisiert. Allerdings kritisiert er sie nicht, um gegenüber denen, die sich ihm widersetzen, Dampf abzulassen, sondern er zeigt einen gerechtfertigten Ärger gegenüber Heuchelei und inkohärentem Verhalten. Jesus macht dem Pharisäer – und vielleicht einigen Kollegen desselben – klar, dass es etwas viel Bedeutenderes gibt als die Waschung vor dem Essen: Sie haben bei der Ausübung ihrer Religion in der viel wichtigeren Sache der Reinheit der Absicht und Reinheit des Herzens versagt. Jesus zufolge ist es völlig sinnlos, Tasse und Teller außen so akribisch zu reinigen, wenn sie innen mit Raubgier und Bosheit gefüllt sind.

3. „Gebt Almosen!“ Jesu Worte „Gebt Alomosen” konkretisieren seine Forderung nach einer wahren Liebe, die von Herzen kommt. In anderen Worten, lebe deine Taten der Liebe von Herzen und du wirst wirklich sauber und rein sein. Wir modernen Christen müssen uns ebenfalls bemühen, es in unserer Religiosität niemals soweit kommen zu lassen, dass wir nur um des Scheins willen alles vermeiden, was „gegen die Regeln“ verstößt. Solch ein Versuch ist wertlos, wenn er nicht von Liebe motiviert ist und von dem Bestreben, so viel Gutes wie möglich zu tun, vervollständigt wird. Wir müssen immer wieder zu dem Ruf nach aktiver Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern, der aus dem tiefsten Kern unseres Seins entspringt, zurückkehren. Wie sagte der heilige Johannes vom Kreuz in einem seiner Lobgesänge: „Am Abend des Lebens werden wir nach unserer Liebe gerichtet werden.

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, danke, dass du mir eine unschätzbare Lehre über die Reinheit des Herzens und die Liebe, die ich in allem, was ich tue, haben sollte, erteilst. Hilf mir, standhaft die Reinheit der Absicht zu bewahren, wenn ich Gutes für dein Reich und für all meine Brüder und Schwestern tue.

Vorsatz:   Ich werde mich heute besonders bemühen, all meine Taten der Nächstenliebe zum Wohl der anderen zu tun und nicht um tadellos dazustehen.


Wahre Nächstenliebe gibt all unseren Taten einen Sinn

17. Oktober 2007

Mittwoch der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Gregory Woodward LC

Lk 11,42-46
Der Herr sagte: Doch weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und die Liebe zu Gott vergesst ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen. Weh euch Pharisäern! Ihr wollt in den Synagogen den vordersten Sitz haben und auf den Straßen und Plätzen von allen gegrüßt werden. Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken. Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, damit beleidigst du auch uns. Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können, selbst aber rührt ihr keinen Finger dafür.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich; befreie mich von all meinem fehlenden Glauben. Herr, ich hoffe auf dich; lehre mich den Frieden, der vom unerschütterlichen Vertrauen auf dich kommt. Herr, ich liebe dich; möge mein Herz und mein Wille mich antreiben, mich ganz zum Wohl der Anderen hinzugeben. Herr, ich danke dir nochmals für deine unzähligen Wohltaten. Worte reichen nicht, um die Dankbarkeit, die ich dir schulde, auszudrücken. Ich danke dir einfach für den neuen Tag und für die Möglichkeit, dir diese Momente des Gebets und der Stille zu widmen.

Bitte:  Gott, unser Vater, lehre mich den Weg der Liebe und bewahre mich auf diesem Weg.

1. „Weh euch Pharisäern”. In dieser Perikope ist es die ganze Haltung der Pharisäer, die den Herrn bedrückt und verletzt. In einer Art falscher Religiosität, die wir „Pharisäertum“ nennen würden, verstricken sich die Pharisäer in extremer Skrupulosität, was die Befolgung äußerlicher Vorschriften der Religion betrifft, aber ihre Herzen sind weit vom Kern echter Frömmigkeit, der sich in wahrer Liebe und Sorge für das Wohl der Anderen zeigt, entfernt. Die Blindheit der Pharisäer geht einher mit ihrem harten Urteil allen gegenüber, die ihren oberflächlichen Standards nicht entsprechen. Auch ein Christ kann sich in scheinheiliger Pingeligkeit verfangen wie die Pharisäer, indem er denkt, dass er besser ist als andere, weil er zum Beispiel mehrere Heilige verehrt, in der Öffentlichkeit äußerst fromm auftritt oder jeden Sonntag in der Kollekte mehr Geld spendet als die meisten anderen. Dies sind nur ein paar Beispiele, bei denen der äußere Schein nicht genug ist. Was würde es jemandem nutzen, all dies zu tun, wenn er nicht auch Nächstenliebe hätte oder andere schlecht behandeln würde, sobald er die Kirche verlässt?

2. Ruhmesliebe. Die Pharisäer genießen auch ihre Ehrenplätze in der Synagoge, und dass sie auf den Marktplätzen respektvoll gegrüßt werden. Es ist nichts Schlimmes dabei, dass sie in der Synagoge Ehrenplätze haben oder in der Öffentlichkeit respektvoll gegrüßt werden. Was den Herrn stört, ist die Art, mit der die Pharisäer ihre eigene Ehre und ihre Genugtuung durch diese Auszeichnung suchen; die Haltung, nicht das Äußere, ist falsch. Wir Christen müssen auch merken, dass das Evangelium sich an uns richtet. Wir sind auch dazu berufen, alles mit äußerster Reinheit der Absicht zu tun: aus Liebe zu Christus, zur Ehre Gottes, zum Wohl der Kirche, usw. Im Leben eines Christen gibt es keinen Platz für egoistischen Ehrgeiz und Geltungssucht; solche Gedanken würden einen Christen schnell vom Weg, den Christus uns gelehrt hat, abbringen.

3. Nicht einen Finger krümmen, um anderen zu helfen. Christus nutzt den Protest eines Gesetzeslehrers, um noch einmal die Wichtigkeit der Nächstenliebe zu betonen. In den Augen Christi wäre es einfach eine nutzlose Übung, Gesetze und Regeln jeglicher Art und Weise aufzustellen, einschließlich der Gesetze und Regeln der Kirche, wenn man nicht einen Finger krümmt, um seinem Nachbarn die Last abzunehmen. In diesem letzten Teil der Meditation, müssen wir uns alle fragen, welche Taten der christlichen Nächstenliebe wir aufrichtig tun. Denke ich oft an die, denen es nicht so gut geht wie mir? Denke ich instinktiv daran, das Leben glücklicher und beschwerdefreier für andere zu machen, und handle ich danach? Oder denke ich nur darüber nach, wie andere mir die Last abnehmen könnten?

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, wenn ich auch alles ,was ich mir vorstellen könnte, hätte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Bewahre mich in dieser Liebe, die alles begleitet, was ich tue, alles glaubt, alles hofft, alles erduldet und niemals verzagt. Kurz, hilf mir zu leben, um zu geben.

Vorsatz:   Ich werde meine alltäglichen Pflichten am Arbeitsplatz oder zuhause für die Bekehrung derer aufopfern, die den katholischen Glauben nicht praktizieren.


Was es wirklich bedeutet, ein Apostel Christi zu sein

18. Oktober 2007

Donnerstag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Lukas, der Evangelist

P. Gregory Woodward LC

Lk 10,1-9
Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich; möge der Glaube mich dazu bringen, ein besserer Apostel deines Reiches zu sein. Herr, ich hoffe auf dich; möge all mein Streben, dich zu bezeugen, andere auch mit dieser Hoffnung erfüllen. Herr, ich liebe dich; möge die Liebe die treibende Kraft dafür sein, dass ich der Welt deine Wahrheit verkünde. Ich danke dir, wie immer, dass du jeden Moment meines Lebens über mich wachst, und ich danke dir für all deine Gnaden und Wohltaten.

Bitte:  Herr, unser Gott, gib mir die Gnade, in die Welt hinauszugehen und die Wahrheit und die Werte des Reiches deines Sohnes zu verkünden, mehr noch durch mein Beispiel als durch meine Worte.

1. Die Ernte ist groß. Ein wahrer Christ zu sein bedeutet ein öffentlicher Zeuge für Christus zu sein, ausgesandt und sich dessen bewusst, dass sein Glaube nicht nur eine Privatangelegenheit ist. Das Bild der „Ernte“ repräsentiert die Seelen, die in der Welt darauf warten, Christi Botschaft der Liebe zu hören, sofern es Hände, Füße und Lippen gibt, die ihnen die Botschaft bringen. Diese Ernte ist groß, weil das Meer der Menschen, die darauf warten, das Evangelium zu hören und den Glauben zu erhalten, selbst riesig ist und aus unzähligen Seelen besteht. Mein Leben als getaufter Christ wäre einfach nicht vollständig, wenn ich das Evangelium und meinen Glauben für mich behielte. Aber wenn ich all das jenen um mich herum im vertraulichen Gespräch verkünde, wie jemand, der vom Herrn persönlich ausgesandt wurde, wird mein Zeugnis als Christ mutiger, vollständiger und fruchtbarer.

2. Wie Schafe unter den Wölfen. Obwohl die Inhalte des Evangeliums Christi und unseres Glaubens sehr anspruchsvoll und herausfordernd sind, sollten wir diesen Schatz freundlich und mild mitteilen. Freundlichkeit zieht an, während Härte abstößt. Dies ist Teil der Bedeutung, Schafe unter Wölfen zu sein. Die „Schafe unter den Wölfen“ – Metapher weist auch darauf hin, wie aggressiv und feindlich die Welt den christlichen Werten gegenübersteht und wie schwach wir ohne Christus an unserer Seite sind. Wir müssen also wachsam und vorsichtig sein, wenn wir Christi Botschaft der Welt verkünden. Wenn wir in die Welt hinausgehen, um Christus zu verkünden, müssen wir wachen und beten, damit wir nicht Opfer der schlechten Werte und Lügen werden: Materialismus, Hedonismus oder egoistisches Vergnügen, geistliche Gleichgültigkeit, usw. Diese befinden sich unter den „Wölfen“, um jemanden zu verschlingen. Sind wir eins mit Christus, können wir Christen als Apostel in der Welt sein, ohne von der Welt zu sein.

3. Das Reich Gottes ist nahe. Wenn Christus vom „Reich Gottes” spricht, bezieht er sich auf sich selbst und auf das Leben der Gnade, das er einführt. Wenn wir in die Welt gehen, um mit unserem Leben und unseren Worten Zeugnis von Christus und seinem Evangelium abzulegen, ist das Reich Gottes in der Tat nahe. Dieses Reich Gottes mag klein beginnen, aber es wird mit unserem eifrigen und überzeugten Zeugnis wachsen und sich ausbreiten. Wenn wir andere überzeugen, Christus zu folgen, wird eine Kettenreaktion ausgelöst, sodass immer mehr Menschen zum Herrn geführt werden und an ihn glauben. Daher ist das Reich Gottes wirklich wie ein Senfkorn, das als das kleinste aller Samenkörner beginnt, aber sobald es hochgewachsen ist, zu einem Baum wird, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten (vgl. Mt 13,32).

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, sende weiterhin Arbeiter in deine sich ausbreitende Ernte. Möge ich einer dieser Arbeiter sein, die erkennen, dass ihr Zeugnis wirklich in der Welt zählt und unabdingbar ist, um andere zu dir zu führen. Möge ich keine Vorbehalte haben, zu verkünden, dass dein Reich nahe ist.

Vorsatz:   Ich werde wenigstens eine Person zu den nächsten Exerzitien, an denen ich teilnehme, einladen.


Ein furchtloser Zeuge Christi sein

19. Oktober 2007

Freitag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Gregory Woodward LC

Lk 12,1-7
Unterdessen strömten Tausende von Menschen zusammen, sodass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.

Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können. Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten. Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich; hilf mir, fester und mutiger zu glauben. Herr, ich vertraue tief auf dich; möge ich fest in der vollen Sicherheit, die von dir kommt, bleiben. Herr, ich liebe dich über alles andere und will andere so lieben, wie du mich geliebt hast. Herr, ich danke dir auch für all die Gnaden und Wohltaten in meinem Leben und besonders in den letzten Tagen. Hab Erbarmen mit mir, einem Sünder, und hilf mir, die Stärke und den Erfolg zu haben, die nicht von mir allein kommen, sondern dadurch, dass ich in dir bleibe.

Bitte:  Oh heiliger Geist, gütiger Gast der Seele, hilf mir, ein mutiger Zeuge für Christus und sein Evangelium zu sein.

1. Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer. Noch einmal erinnert Christus uns daran, dass es im Leben eines Christen keinen Raum für Heuchelei gibt. Als Christen müssen wir sein, was wir vorgeben, nicht mehr und nicht weniger. Dies ist der einzige Weg, um zu vermeiden, dass wir von anderen etwas verlangen, was wir selbst nicht einhalten. Außerdem müssen wir unseren Glauben aus wirklicher Überzeugung leben, nicht als bloße Fassade oder als Art sozialer Konvention („Ich mach das, weil andere es auch machen“). Meine Hingabe an Christus und mein Glauben müssen wirklich mein sein, und dürfen nicht der Schein eines Anderen sein.

2. Wir können unseren Glauben nicht verstecken. Wenn Christus sagt, dass, was immer wir in der Dunkelheit gesagt haben, „am hellen Tag“ gehört wird, und was wir hinter verschlossenen Türen geflüstert haben, „von den Dächern verkündet“ wird, meint er, dass wir unseren Glauben nicht hinter verschlossenen Türen behalten können. Obwohl es gut ist, vorsichtig und klug zu handeln, kommt früher oder später der Tag, an dem uns die Umstände zwingen, einen mutigen Standpunkt einzunehmen, der fest auf unserem Glauben gründet: zum Beispiel in einer zufälligen Begegnung mit jemandem, der Werte vertritt, die den wahren menschlichen Werten entgegengesetzt sind, am Arbeitsplatz oder in unserem sozialen Umfeld. In diesen Situationen sollten wir Gott bitten, die Nächstenliebe zu beachten und keine Angst zu haben, für unseren Glauben einzustehen.

3. „Habt keine Angst”. Hier klingt der meistzitierte Satz des letzen Papstes Johannes Paul des Großen an. In seinem langen und fruchtbaren Pontifikat bestand er oft auf dieser Losung: „Habt keine Angst.“ Im Jahr 1933 sagte ein bekannter Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roosevelt: „Wir müssen nichts fürchten, außer die Furcht selbst.“ Aber Christi Worte „Habt keine Angst“ sollen bedeuten, dass wir mit ihm an unserer Seite überhaupt nichts fürchten müssen, nicht einmal die Angst. Unsere innersten Ängste im Leben können ganz verschieden sein, Angst vor Verfolgung, Angst davor, was andere sagen werden, Angst, einen guten Ruf zu verlieren, Angst, unseren Job zu verlieren, Angst vor Gefahr für Leib und Seele, Angst vor Leiden usw. Doch Christus versichert uns, dass, so sicher wie die Haare auf unserem Kopf gezählt sind, er nicht vergisst, in guten und schlechten Zeiten zu uns zu halten. Indem wir den Heiligen Geist um die Gabe der Stärke bitten, kann die Überzeugung in unserem Herzen wachsen, dass es nichts gibt, was wir zusammen mit dem Herrn nicht jeden Tag von neuem meistern können.

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, du bist der Weinstock, und ich bin einer der Rebzweige. Möge ich fest und sogar kühn in meinem Engagement als öffentlicher Zeuge deiner Wahrheit sein.

Vorsatz:   Ich werde entschlossen aber taktvoll die Lehre der Kirche und des Papstes verteidigen, wenn ich das nächste Mal höre, dass sie jemand kritisiert.


Den Glauben verteidigen und verbreiten

20. Oktober 2007

Samstag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Gregory Woodward LC

Lk 12,8-12
Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden. Jedem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben. Wenn man euch vor die Gerichte der Synagogen und vor die Herrscher und Machthaber schleppt, dann macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt. Denn der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen müsst.

Einführendes Gebet:   Gott unser Herr, ich glaube an dich; hilf mir, meinen Glauben zu erneuern, indem ich mich deinem Willen bedingungslos hingebe. Herr, ich vertraue auf dich; hilf mir, darauf zu vertrauen, dass all meine Taten Früchte tragen werden, die nicht vergehen werden. Herr, ich liebe dich; möge ich mich heute wieder völlig und bedingungslos hingeben. Herr, wieder danke ich dir von ganzem Herzen für alle deine Gnaden und Wohltaten, dafür, dass du mich mit deiner liebenden Hand in guten und schlechten Tagen unterstützt. Hilf mir, einem armen und schwachen Sünder, der deine Gnade und Barmherzigkeit braucht, dein Werk zu vollenden, auch wenn ich schwach und nicht perfekt bin.

Bitte:  Oh Geist der Wahrheit, lehre mich, was ich sagen muss und was ich nicht sagen sollte.

1. Christus vor anderen bekennen. Christus unser Herr ist der Erste, der erkennt, wie hart es manchmal sein mag, mutig Zeugnis für seinen Namen und seinen Weg abzulegen, besonders heutzutage in einer Welt, die so materialistisch und religiös gleichgültig ist. Deshalb gibt er uns sofort die wahren Beweggründe dazu, standzuhalten und nicht zu wanken: „Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen.“ Sogar wenn ein Christ tatsächlich Gott lästern würde oder sogar abfallen würde, würde Christus ihm vergeben und die Tat vergessen, wenn er aufrichtig bereuen würde: „Jedem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden.“ Aber was kann Gott tun, um einem Menschen zu helfen, der es bis zu seinem Tod eigensinnig ablehnt zu bereuen? Alles, was Gott tun kann, ist, die Freiheit dieser Person zu respektieren.

2. Sorgt euch nicht, wie ihr euch verteidigen sollt. Diese Stelle aus dem Evangelium war an die Jünger gerichtet, die in den ersten Jahrzehnten der Christenheit, in Zeiten der Anklage und der Verfolgung, lebten. Damals erwartete die Jünger manchmal körperliche Bestrafung, wenn nicht sogar ein blutiges Martyrium. Trotzdem gilt die Aufforderung, keine Angst zu haben und sich nicht Sorgen um eine Verteidigung zu machen, auch uns heute. Im einundzwanzigsten Jahrhundert wissen wir, dass es so etwas wie ein geistliches Martyrium gibt. Besonders die Herausforderung, uns der Sünde und dem Bösen in der Welt zu widersetzen, kann uns innerliche Verletzungen beifügen: Kritik, Angriffe auf den guten Namen und die Ehre, Beleidigungen, etc. Aber auch dann sollten wir uns um unsere Verteidigung nicht so viele Sorgen machen. Christi Botschaft ist, dass wir uns gelassen bereit halten sollten, unseren Glauben zu verteidigen wie auch auszubreiten, und den Heiligen Geist um Beistand zu bitten, wenn der Moment kommt, in dem wir uns behaupten müssen.

3. Der Heilige Geist wird euch lehren. Wahrhaftig wird der Heilige Geist uns nie bei unserem Versuch, Christus treu zu folgen, verlassen, komme was wolle. Er ist sehr daran interessiert, uns Worte der Klugheit und Kühnheit in herausfordernden Situationen zu geben, zum Beispiel im Streit mit Familienmitgliedern oder Kollegen, die unserem Glauben widersprechen. Jeder, der wirklich entschlossen, aber klug sein will, wird die richtigen Worte finden, wenn er den Heiligen Geist um Beistand bittet. Das Geheimnis besteht darin, standhaft in der Wahrheit zu sein, wie auch mit den bestmöglichen Mitteln dazu beizutragen, dass sich die Wahrheit durchsetzt. Deshalb ist es so weise, den Heiligen Geist zu bitten, uns einzugeben, was gesagt werden sollte und was ungesagt bleiben sollte.

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, danke für diese inspirierende Meditation. Möge ich jetzt erkennen, dass es nicht nur ich bin, der handelt, sondern dass du in mir lebst und durch mich handelst durch den Heiligen Geist, den du gesandt hast, mich zu lehren.

Vorsatz:   Ich werde mindestens fünfzehn ausgesuchte Nummern aus dem Katechismus der Katholischen Kirche lesen als erstes Mittel, meinen Glauben mehr zu kennen und verteidigen zu können.