Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 23. September 2007 bis Samstag 29. September 2007

Fünfundzwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Jefferey Jambon LC

Die größte Entdeckung Sonntag
Eine gerechte Regelung Montag
Sein oder Träumen Dienstag
Entscheide dich in Freiheit Mittwoch
Das Bemühen um Herodes Donnerstag
Für wen haltet ihr mich? Freitag
In Begleitung der Engel Samstag


Die größte Entdeckung

23. September 2007

Fünfundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

P. Jeffery Jambon LC

Lk 16,1-13
Jesus sagte zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin und schreib «fünfzig». Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib «achtzig». Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.

Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht. Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

Einführendes Gebet:   Herr, du bist der Urheber des Lebens. Du hast alles erschaffen, was lebt. Gib, dass ich dich, der du die höchste Liebe bist, über alles andere im Leben stelle. Hilf mir, alles andere hintanzustellen, damit mein Herz zuerst deine größere Ehre sucht. Ich glaube an die Macht deiner Liebe. Ich vertraue auf dich, denn was du für mich bereitet hast, ist jenseits aller Vorstellung. Ich entscheide mich heute für dich, meine einzige Liebe. Du bist mein, oh Herr.

Bitte:  Herr, mein Retter, hilf mir heute, von ganzem Herzen für dich zu arbeiten.

1. Zwei Gesichter. Das Eine zu sagen und das Gegenteil zu tun muss wohl der härteste moralische Kampf für das menschliche Herz sein, den es gibt. Mit zwei Gesichtern zu leben verursacht höchste Unruhe in jeder Seele. Das Gewissen diktiert erst sanft, dann härter, aber die Taten streben vehement zum Gegenteil. Die Verantwortung, die einer hat, verpflichtet eigentlich dazu, Gutes zu tun, doch viele vergeuden ihre Zeit mit unnützen Dingen und enttäuschen so viele Mitmenschen, die Nutzen aus ihrer Gewissenhaftigkeit ziehen sollten. Diese enttäuschende Erfahrung stört den Frieden der Gemeinschaft. Die Ursache davon ist, dass viele ihre frei gewähltenVerpflichtungen nicht erfüllen und das, was von ihnen erwartet wird, immer wieder auf später verschieben.

2. Eine wertvolle Lösung. Zwei Gesichter zu haben schafft Mißtrauen in menschlichen Beziehungen. Trotzdem lässt Jesus in diesem Gleichnis eine Tür für die Widerspenstigen offen. Es gibt noch einen Ausweg für den unehrlichen Verwalter. Als der Verwalter merkt, dass die Zeit begrenzt ist, nutzt er seine Stellung geschickt aus und macht sich Freunde. Der Meister lobt die Taktik des entlassenen Verwalters. Der Meister lobt sogar die Klugheit und Kreativität dieses momentanen Gegners, der sozusagen dem kommenden Verwalter zeigen will, wie er mit Kunden und Verkäufern umzugehen hat. Diese unbegrenzte Hingabe in Krisenzeiten könnte sehr nützlich und sogar ehrenhaft sein, besonders wenn sie von einem verlässlichen Verwalter vollzogen würde. Welches Gut könnte wahrhaft erreicht werden!

3. Einseitigkeit. Es scheint ein großer Segen zu sein, wenn ein Verwalter einerseits fruchtbringende Gewandtheiten wie Freundlichkeit und Klugheit anwendet, intelligent handelt, vieles in kurzer Zeit schafft und andererseits die Wünsche seines Meisters erfüllt. Wie sehe ich das in meinem Leben? Gibt es in meiner Beziehung zu Christus und der Kirche wirklich eine Glückseligkeit darin, eine Liebe für Gott zu besitzen und dann bewusst viele Fertigkeiten, Talente und Gaben nur zu Gottes Ehre und der Errichtung seines Reiches einzusetzen? Hat alles, angefangen bei Familienaktivitäten bis hin zu Telefongesprächen im Büro oder dem Besuchen einer Party, diesen einzigartigen Drang zu Gottes Ehre und der Errichtung seines Reiches?

Gespräch mit Christus:  Danke, du göttlicher Meister, dass du mir kurz die vielleicht wichtigste Lehre gezeigt hast, wie ich dir wirklich folgen kann und wahrhaft im innersten Herzen froh werden kann. Hilf mir, mein Herz zu erheben, um nicht im Schlamm der vorübergehenden Welt herumzustolpern, während ich versuche, dich mit meinen Gedanken, Worten und Werken zu loben.

Vorsatz:   Ich will sichergehen, dass ich heute allen, denen ich begegne, durch meine Hilfe und Freundlichkeit nutzen kann.


Eine gerechte Regelung

24. September 2007

Montag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Jeffery Jambon LC

Lk 8,16-18
Jesus sagte zu der Menge: Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett, sondern man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen. Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt. Gebt also Acht, dass ihr richtig zuhört! Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er zu haben meint.

Einführendes Gebet:   Herr, du wohnst im Licht, in der Wahrheit und in der Liebe. Nichts macht ohne deine Liebe Sinn. Ohne dich, Herr, werden Menschen, Dinge und Ereignisse fad. Berühre uns mit dem Feuer deiner Liebe! Ich glaube, dass du meine Zuflucht und die Quelle meines zeitlichen und ewigen Glücks bist. Ich bin überzeugt, dass deine Versprechen sich früher oder später erfüllen; deshalb ziehe ich einen einzigen Tag bei dir tausend Tagen woanders vor.

Bitte:  Herr, erhelle meinen Verstand und mein Herz, damit ich deinem Weg, der zum ewigen Leben führt, folge.

1. Fackelträger. Eine Fackel im Dunkeln zu tragen bringt in der Tat einige Vorteile mit sich. Das scheint auch der Herr sagen zu wollen, als er vom Leuchter spricht. In der Nacht spendet der Fackelträger allen, die bei ihm sind, Licht, damit sie auf dem dunklen Weg vernünftig laufen können, ohne zu stolpern. Es wird keine Zeit damit verschwendet, unsicher und vergeblich zu straucheln, sondern die ganze Menge läuft sicher und schnell dorthin, wo sie hin sollen und auch sein wollen. Wenn eine Gruppe einen Fackelträger dabei hat, sind alle erleichtert, derjenige, der die Fackel trägt, mit eingeschlossen. Dies ist der Wert meines Glaubens in einer säkularisierten Gesellschaft. Weiß ich die Gabe des Glaubens, die Gott mir geschenkt hat, zu schätzen? Habe ich Angst, sein Licht leuchten zu lassen?

2. Vollkommene Weisheit. Jesus bekräftigt folgendes: Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt. . Wenn ich von anderen nicht gelobt und anerkannt werde, kann es in mir Reue oder das Gefühl, vergessen zu werden, hervorrufen. Dann brauche ich viel Licht, um aus diesem schwarzen Loch herauszukommen. Meine guten Werke scheinen nicht bemerkt zu werden. Das ist gut so, denn der Herr selbst wird auf sie aufmerksam machen; je mehr sie anderen verborgen sind, desto mehr Verdienst werde ich vor Gott erlangen. Alle Geheimnisse werden in Zukunft offenbar werden. Meine Pflicht ist nicht, sie so zu tun, dass alle sie sehen können, sondern sie im Verborgenen zu tun und anderen zu helfen, den rechten Weg zu finden, damit ich den Lohn des ewigen Lebens erhalte.

3. Ein belohnter Erfolg. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er zu haben meint. Hier geht Jesus noch mehr in die Tiefe dessen, worüber wir schon nachgedacht haben. Ein Fackelträger, der seine Flamme erlöschen lässt, wird sofort entlassen, und es wäre überraschend, wenn ihm noch Aufschub gegeben würde. Jedem der hat bezieht sich offensichtlich auf den erfolgreichen Fackelträger, der seine Freunde durchs Dunkel geführt hat. Er wird auf jeden Fall eine höhere Bezahlung bekommen, ihm wird mehr Verantwortung übergeben, oder er wird einfach von den anderen geschätzt. ... Und wer nicht hat: Dies meint denjenigen, der ein Clown ohne Licht im Dunkeln ist mit Hunderten von wütenden Mitwandernden, die aufeinanderprallen. Ihm wird sicher die Verantwortung des Fackelträgers genommen. Diese Entscheidung ist der ganz normale Lauf der Dinge. Lebe ich treu im Licht des Glaubens oder zögere ich so oft, dass die Menschen um mich herum oft ohne Orientierung sind und Gottes Liebe nicht erfahren können?

Gespräch mit Christus:  Herr, hilf mir, wie der weise Fackelträger zu sein, der einen Vorrat an Öl dabei hatte, denn dies ist der einzige Weg, auf dem ich zu den himmlischen Wohnungen gelangen und eine große Zahl anderer mitnehmen kann. Lass nicht Faulheit und Vermessenheit mich von der grundlegenden Aufgabe ablenken, meine Lampe stets mit Öl gefüllt zu halten. Herr, gib mir einen festen Glauben!

Vorsatz:   Heute werde ich in meinen Gesprächen das Licht leuchten lassen, indem ich jedes Lästern vermeide und die Gesprächsthemen zu Themen hinlenke, die andere dazu animieren könnten, Gott zu loben.


Sein oder Träumen

25. September 2007

Dienstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Jeffery Jambon LC

Lk 8,19-21
Eines Tages kamen seine Mutter und seine Brüder zu Jesus; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.

Einführendes Gebet:   Herr, geplagt von meiner Schwachheit komme ich demütig zu dir. Ich danke dir, dass du mich durch diesen Moment des Gebets in meiner Entscheidung für dich zu leben bestärkst. Ich glaube, dass du mir helfen wirst, das Gute zu sehen, das ich tun könnte, indem ich einfach mein Kreuz voll Liebe trage, besonders in den stürmischen Zeiten dieser Welt. Herr, trotz meiner Schwachheit bin ich hier, um mit deiner Gnade und Hilfe deinen Willen zu tun.

Bitte:  Herr, hilf mir, jede Sekunde meines Lebens genau deinen Fußspuren zu folgen.

1. Von vorn anfangen. Angenommen, unser Chef bittet uns eines Tages, eine schwierige aber sehr besondere Aufgabe zu erfüllen, und gibt uns eine Woche Zeit dafür. Wir beginnen das Projekt und finden plötzlich eine schnelle und leichte Lösung, indem wir das Ziel etwas verändern. Wenn die Zeit um ist und wir unsere Ergebnisse zeigen, unterscheiden sie sich von dem, was unser Chef explizit gefordert hat. Was wird unser Chef sagen? Dass wir unsere Arbeit gut gemacht haben? Die Bibel und die Kirche weisen uns so oft auf die Details hin, wie Gott die Dinge erledigt haben möchte. Habe ich sie mir wirklich zu Herzen genommen oder beschleunige ich die Sache, weil alle anderen es auch tun? Bin ich planlos, weil ich nicht aus dem Rahmen fallen will?

2. Eine Belohnung, die es wert ist, für sie zu kämpfen. Jesus sagte Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln. Ich wage zu sagen, dass, wenn Jesus dies beim Jüngsten Gericht zu uns sagt, dies die größte Belohnung ist, die eine Seele je empfangen könnte. Du bist meine Mutter oder mein Bruder. Im Herzen Jesu zu leben, wie seine unbefleckte Mutter, ist in der Tat ein Privileg, das Geld nicht kaufen kann. In diesem Leben gerecht zu leben und Jesus stets Trost zu spenden ist etwas, für das unsere Seele gemacht wurde. Wenn Gott tief in unserem Gewissen das Urteil Gut gemacht! fällt, gibt es genug Platz für Freude und innere Genugtuung. Wie können wir dies erreichen? Und was ist dann das Geheimnis ewigen Lebens? Ehrlich danach zu streben, seinen Willen voller Liebe und Standhaftigkeit zu erfüllen.

3. Verstecktes Lob. Aus Demut wollte Jesus seine Mutter nicht öffentlich die beste Mutter der Welt nennen. Es scheint so, als ob Jesus seine Mutter, die ihn bei seinem öffentlichen Leben begleitet hat, ignorierte. Trotzdem passen die Puzzleteile zusammen. Maria erfüllt Jesu geheimnisvolle Bedingung, als seine Mutter oder sein Bruder behandelt zu werden. Eine Jungfrau – noch ein junges Mädchen – akzeptiert bedingungslos die Pläne Gottes, die ihr der Erzengel Gabriel erklärt. Dieses bedingungslose Akzeptieren führte für sie zu totalem Chaos, als sie mit einem Kind in ihren Armen nach Ägypten floh. Gottlose Feinde trachteten ihr und Josef nach dem Leben. Gottes Wille brachte sie in ein fremdes Land, was sie total orientierungslos machte. Wie Maria, die Mutter Jesu, schwere Prüfungen ertrug, ist in der Menschheitsgeschichte einmalig. Niemand ist ihr je in der einfachen Annahme von Gottes Willen gleichgekommen. Sie handelte nach Gottes Wort, als sie Jesus im Tempel darbrachte, ohne es wirklich zu müssen, als Jungfrau und für immer eine Jungfrau bleibend. Ihr Gehorsam ist es wert, nachgeahmt zu werden.

Gespräch mit Christus:  Herr, hilf mir wie Maria zu sein, bereit zu allem, was die göttliche Vorsehung von mir verlangt. Hilf mir, nicht meinen Frieden zu suchen, wenn du willst, dass ich höher steige; hilf mir, keinen Trost zu suchen, wenn du mich zu größerer Großzügigkeit rufst.

Vorsatz:   Herr, ich verspreche, heute meinen Rosenkranz mit größerer Hingabe an deine Mutter zu beten, weil sie mich lehrt, wie ich dein Bruder, deine Schwester, genannt werden kann.


Entscheide dich in Freiheit

26. September 2007

Mittwoch der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Jeffery Jambon LC

Lk 9,1-6
Dann rief Jesus die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. Und er sandte sie aus mit dem Auftrag, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd. Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn euch aber die Leute in einer Stadt nicht aufnehmen wollen, dann geht weg und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf. Sie verkündeten das Evangelium und heilten überall die Kranken.

Einführendes Gebet:   Theorien sind wundervoll, Herr, aber sie zu leben ist besser. Du hast mich geschaffen, um dich zu erkennen, zu lieben und dir in diesem Leben zu dienen und mit dir im nächsten Leben glücklich zu sein. Hilf mir, jedes einzelne dieser außergewöhnlichen Prinzipien und Voraussetzungen zu leben. Ich glaube an dich, Herr, weil du meiner Entschlossenheit Antrieb gibst und mich ständig in meiner Sehnsucht nach deinen Versprechen motivierst. Deine Liebe drängt mich dich zu lieben: Möge diese Liebe wachsen und meine Selbstliebe sich verringern.

Bitte:  Herr, hilf mir, mich auf deine Gnade und nicht auf weltliche Dinge zu verlassen.

1. Die Sendung. Christus sendet seine Apostel mit nicht ausreichenden Vorräten aus, die frohe Botschaft zu verkünden. Sie müssen auf die Vorsehung vertrauen. Jesus verringert ihre Ausstattung auf sozusagen gar nichts. Wie konnten sie Leute berühren? Wie der heilige Paulus konnten sie verstehen, dass Jesus ihre Schritte von einem gewissen Abstand aus lenkte: Ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft (Phil 3,8). Jesus gab ihnen Einschränkungen, um sie zu lehren, dass es ihre Liebe zu ihm ist, die Frucht bringt und nicht Karrieredenken. Habe ich zuhause, im Büro oder bei meinen Besorgungen die gleiche Überzeugung? Bin ich bereit, zwei Meilen zu gehen, wenn meine Kirchengemeinde mich drängt, eine zu gehen?

2. Von allen Dingen befreit. Christus warnt uns davor, Besitz zu horten, nicht so sehr dadurch, was er sagt, sondern, was er tut. Er sendet seine Freunde nicht wie Schafe unter die Wölfe, um sich das ganze Wochenende auf einem bequemen Sofa auszuruhen. Jesus unterstützt seine Lehre über apostolischen Erfolg dadurch, dass er mit gutem Beispiel vorangeht. Er wird in einem schmutzigen Stall ohne den Luxus eines bequemen Gasthauses geboren. Sein erstes Bett war eine Futterkrippe. Er sandte Petrus, um Münzen aus dem Mund eines Fisches zu fischen, weil er kein Geld hatte, die Steuern zu bezahlen. Er ließ zu, dass einfache Begebenheiten wie die Frau am Brunnen oder die Beerdigung in einem Dorf, über Generationen für die ganze Welt festgehalten wurden. Er wurde in das Grab eines anderen gelegt. Materialistischer Wohlstand kann einfach nicht erlangen, wozu uns der Herr aussendet!

3. Eine freie Wahl. Jesus schickte seine Jünger nicht auf ein Überlebenslager. Trotzdem schien es so zu sein, dass, je härter die Bedingungen waren, desto größer die Anziehungskraft wurde. Dies scheint eine geheimnisvolle Realität zu sein, die jedes göttlich inspirierte Apostolat oder jede Aufgabe umgibt, die ein Christ auf sich nimmt. Diese galiläischen Fischer schienen aus freien Stücken einen unbekannten Beruf anzunehmen. Jesus gab ihnen Kraft und Autorität. Das motivierte sie. Die Apostel machten die Erfahrung eines versteckten Schatzes, der sie mit soviel Enthusiasmus erfüllte, dass sie alles verkauften, um diesen Schatz zu erhalten und zu teilen. Dieser Schatz ist Christus. Es muss eine freundschaftliche Beziehung zwischen Christus und seinen Aposteln gegeben haben, da er die schwierige und anspruchsvolle Mission nur in einem kurzen Absatz erklärt. Das Evangelium sagt Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf.... Die Apostel brauchten nicht lange dafür, zu entscheiden, was sie tun wollten, weil sie einen Schatz in ihrem tönernen Gefäß trugen, der weit und breit verbreitet werden musste.

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, so wundervoll materielle Dinge auch sind, sie sind nichts im Vergleich dazu, dich zu besitzen und anderen von dir zu erzählen. Sieh auf mein Bemühen um deinetwillen und segne es. Herr, hilf mir, wie du dem heiligen Paulus geholfen hast, stets für eine himmlische Krone, die nicht verblasst oder rostet, zu kämpfen.

Vorsatz:   Heute werde ich einen Moment vor dem Allerheiligsten Sakrament verbringen, um ernsthaft für die missionarischen Anliegen des Heiligen Vaters für diesen Monat zu beten.


Das Bemühen um Herodes

27. September 2007

Donnerstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Heiliger Vinzenz von Paul, Priester

P. Jeffery Jambon LC

Lk 9,7-9
Der Tetrarch Herodes hörte von allem, was geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden. Andere meinten: Elija ist wiedererschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Herodes aber sagte: Johannes habe ich selbst enthaupten lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn einmal zu sehen.

Einführendes Gebet:   Herr, an diesem Morgen kommst du zu mir. Ich bin zutiefst bewegt von deiner Gnade. Ich glaube, dass du mich erwählt hast, dein Werkzeug zu sein, um dein Wort und deine Liebe in dieser unsicheren Gesellschaft zu verbreiten. Ich vertraue auf dich, Herr, weil du meine Schwachheit kennst und weißt, wie schwer der Kampf für die Evangelisation und die Rettung der Seelen wirklich ist. Mein Jesus, ich bin dein. Ich möchte dich mit ganzem Herzen lieben.

Bitte:  Herr, hilf mir, eine tiefe Liebe zu deinem Willen zu entwickeln.

1. Königlicher Fehler. Herodes’ Erfahrung könnte gut mit der des Zachäus’ verglichen werden. Die beiden waren nicht die besten Beispiele für ein tugendhaftes Leben, aber der eine war ein Sohn Abrahams und der andere ein Fuchs. Es schien, als ob die Gnade versuchte, die Tür zu Herodes’ innerem Hof zu zerschmettern, aber nicht sehr viel ausrichten konnte. Das einzige Ergebnis dieses Bemühens des Heiligen Geistes war, Johanna, die Frau Chuzas, eines Beamten des Herodes, zu überzeugen (vgl. Lk 8,3). Es schien, als ob Herodes unwissend über Christus bleiben würde. Er versuchte immer wieder, Jesus zu sehen, aber Jesus sagt „Geht und sagt diesem Fuchs: Ich treibe Dämonen aus und heile Kranke, heute und morgen, und am dritten Tag werde ich mein Werk vollenden“ (Lk, 13,32).

2. Der stille Schrei. Herodes steht für die häufige Verwirrung in einem unentschiedenen Herzen. Diese Unentschiedenheit strapaziert sogar die Geduld eines demütigen menschgewordenen Gottes. Als Herodes Jesus am Tag seiner Kreuzigung doch noch trifft, bleibt Jesus still. Diese Stille ist etwas, was wir nicht deuten können. Alles, was wir wissen, sind die Tatsachen; wir kennen die unaufhörlichen und nicht auszudrückenden Bemühungen des Heiligen Geistes um Herodes’ freien Willen nicht. Jesus lud Zachäus zu einem üppigen Mahl ein, und er versprach einem sterbenden Dieb das Paradies, aber einem Tetrachen gegenüber bleibt er still. Diese Stille mag tausend Worte gesprochen haben, die der Evangelist niemals aufgenommen hat.

3. Die Geschichte, ein Lehrer des Lebens. Irgendwie fühlen wir uns verpflichtet, nicht mit dem Sauerteig des Herodes in Verbindung zu geraten. Unser Herr selbst lehrt uns, weder zu urteilen noch zu verurteilen, aber die Stärke der Schrift lässt uns wachsam gegenüber Herodes’ Beispiel sein. Als Ergebnis seiner fehlenden Offenheit gegenüber der Gnade, musste Herodes eine schwere Strafe erleiden. “Am festgesetzten Tag nahm Herodes im Königsgewand auf der Tribüne Platz und hielt vor ihnen eine feierliche Ansprache. Das Volk aber schrie: Die Stimme eines Gottes, nicht eines Menschen! Im selben Augenblick schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er nicht Gott die Ehre gegeben hatte. Und von Würmern zerfressen, starb er.“ (Apg 12, 21-23). Nutze ich die Gnadengaben, die Gott mir heute anbietet wie der Zöllner Zachäus oder der gute Dieb? Oder bin ich wie Herodes, verschlossen gegenüber Christi stummen Bitten und ablehnend gegenüber den vielen Johannas, die er schickt, um mein Herz zu öffnen?

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, die Welt in der ich lebe, ist voll vom Sauerteig des Herodes und der Pharisäer, vor denen du einst deine Jünger auf dem See gewarnt hast. Durch deine unendliche Liebe gib mir Geduld, eifrig dafür zu kämpfen, deine Botschaft authentisch den Menschen zu bringen. Gib mir Mut, in Liebe die Wahrheit vor Mächtigen und Armen zu sprechen. Jesus, unser Herr, ich bin dein; mach mich demütig und gefügig.

Vorsatz:   Ich werde mich informieren, wann die nächste Gemeindeaktivität ist und mich dem Priester als Hilfe anbieten, damit ich jemanden berühren kann, der Gottes Gnade braucht.


Für wen haltet ihr mich?

28. September 2007

Freitag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Jeffery Jambon LC

Lk 9,18-22
Jesus betete einmal in der Einsamkeit, und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.

Einführendes Gebet:   Oh Gott, du hast alles erschaffen. Du lenkst alle Dinge und beherrschst sie. Erhalte unsere Freundschaft, Herr! Danke für das Geschenk des Lebens. Ich bin froh, diese Gebetszeit zu haben, um wirklich im Einklang mit den vielen Gaben zu sein, die du mir Tag für Tag gibst.

Bitte:  Herr, hilf mir, stets dein unermüdlicher Zeuge zu sein.

1. Weitreichend. Die Pause, die Jesus macht, muss so ähnlich empfunden worden sein, wie wenn ein Angestellter im Büro des Chefs aufgefordert wird, eine knifflige Frage zu beantworten. Johannes der Täufer, Elija, einer der Propheten...: Es scheint, als ob die Jünger lediglich die Berichte, die man Herodes dem Tetrachen brachte, hörten. Petrus macht einen Schritt vorwärts und bricht das Eis mit einer Antwort, die ihm laut Jesus der himmlische Vater offenbart hat: Du bist der Messias. Petrus war offen. Dies war einer der wundervollen Gaben des Ersten der Apostel. Er war offen genug, um sich den Plänen Gottes zu beugen. Er ist oft unbesonnen, stur, arrogant, unklug und sogar schwach, aber er nimmt jede Hürde mit Liebe. Petrus stirbt nach so vielen Taten der Liebe und trotz seiner Schwachheit über Kopf gekreuzigt für Christus und gewinnt die Märtyrerkrone.

2. Ein Blick in den Spiegel. Christus stellt Petrus eine Frage, aber dadurch fragt er auch mich: Für wen hältst du mich? Für den Messias? Wenn ich der Messias bin, wie solltest du dich dann verhalten? Zunächst einmal sollten wir Christus bedingungslos vertrauen. Er wird mir nicht bloß ein paar aufmunternde Worte geben wie irgendein Prophet oder Lehrer; vielmehr fordert er meine ganze Seele und mein ganzes Herz. In meiner Beziehung zu Christus gibt es keinen neutralen Boden. Wie wirkt sich das auf mein Leben aus? Bete ich viel oder gehe ich nur mechanisch meinen wöchentlichen Ritualen nach? Wie weit bin ich bereit zu gehen, um von Herz zu Herz mit Christus zu sprechen?

3. Selbstverleugnung. Vielleicht ist dies der Grund Nummer Eins, warum Jesus während seines öffentlichen Wirkens viele beeindruckt hat, aber am Karfreitag von den meisten verlassen worden war. Sich dem Messias verpflichten bedeutet etwas total Absolutes. Das Kreuz ist ein Übungsplatz für Liebe in höchstem Maße. Es fühlt sich nicht gut an, die ganze Zeit gedemütigt, diffamiert, unterdrückt, verleumdet, vergessen, verlassen, abgelehnt, verspottet, belastet, widersprochen, verhöhnt, vernachlässigt und respektlos behandelt zu werden. Christus zeigt den Aposteln seine messianische Mission. Er offenbart eine messianische Mission, die rettet und frei von politischen Hintergedanken ist. Wenn Christus mich so sehr liebt, dass er sogar für mich stirbt, dann werde ich ein Zeuge für ihn sein, auch wenn es für mich Unbequemlichkeiten mit sich bringt.

Gespräch mit Christus:  Herr, ich kann dir nicht genug dafür danken, was du als Messias für mich getan hast. Hilf mir, in jedem Kreuz und in jeder Prüfung deine tiefe Liebe zu sehen. Hilf mir, zu verkünden, dass du der Erlöser bist, auch wenn ich riskiere, verspottet und verachtet zu werden. Gib mir die Gnade, bis zum Tod meinen Glauben zu bekennen.

Vorsatz:   Ich werde mir heute Zeit nehmen, ein Kapitel aus dem Evangelium zu lesen, um im Gebet die Frage, die Christus mir gestellt hat, zu beantworten: Für wen hältst du mich?


In Begleitung der Engel

29. September 2007

Samstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Erzengel Michael, Gabriel und Rafael

P. Jeffery Jambon LC

Joh 1,47-51
Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

Einführendes Gebet:   Herr, ich komme aufrichtig zu dir in dieser Zeit des Gebets. Ich glaube, dass du mich berufen hast, dir treu und voller Liebe zu dienen. Ich danke dir mit Maria, den Heiligen und den heiligen Engeln für das wunderbare Werk der Schöpfung. Ich werde demütig versuchen, deine Größe heute allen widerzuspiegeln, indem ich ehrlich meine Pflicht erfülle.

Bitte:  Herr, hilf mir, ein Werkzeug deines Friedens und deiner Liebe zu sein.

1. Ehrlich währt am längsten. Als Jesus einmal die ganze Nacht im Gebet verbrachte, suchte er Apostel, die ehrlich und aufrichtig waren. Jesus fand Gefallen an Natanaël, als er merkte, dass er ein treuherziger Israelit war. Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Es scheint, dass Jesus diesen engelhaften Wesenszug an den Menschen bewunderte. Sobald er sah, dass Philippus Natanaël zu ihm brachte, erkannte Jesus sofort diese Tugend in Natanaël. Wenn ich will, dass Jesus mich schätzt, muss ich aufrichtig von Herzen sein.

2. Die heiligen Engel. Die Kirche verehrt heute den heiligen Dienst der drei Erzengel. Sie stechen durch ihre aufrichtige Liebe zu Gottes heiligstem Willen hervor. Mit einer solchen Treue überbrachte der heilige Gabriel Zacharias und Maria die wichtigsten Botschaften der Geschichte. Der heilige Michael kämpfte mit Luzifer und vertrieb ihn aus dem Himmel. Der heilige Rafael kam dem Tobias im Alten Testament zu Hilfe. In diesen Engeln gibt es keine Falschheit des Herzens. Gott bittet sie um einen Gefallen und sie erfüllen ihn treu. Wäre es nicht wundervoll, unsere Talente und Gaben für einen solchen Dienst zu benutzen? Wäre es nicht großartig, ehrliche Instrumente der Liebe Gottes zu sein, wie diese drei Erzengel?

3. Der Blick des Herrn. Jesus sieht das Herz und urteilt nicht nach dem Äußeren. Christi Blick durchdrang Natanaël. Jesus sieht die Beweggründe meines Herzens, auch wenn sie anderen verborgen sind. Jesus weiß als Erster, ob ich dem Glauben, den ich empfangen habe, treu bin. Wenn ich meinem Gewissen treu bin und Gottes Führung gehorche, privat und in der Öffentlichkeit, habe ich nichts zu verstecken und nichts zu verlieren. Wenn aber meine Hingabe an Christus durch Langeweile und Monotonie abnimmt, ist es Zeit, dass ich Erneuerung suche. Christus braucht mich! Wie viele sterben und gehen verloren, weil sie Christus und seine Liebe nicht haben? Ich aber bin mit vielen besonderen geistlichen Gaben begnadet! Jesus sieht mir in die Augen und zählt auf meine Treue und Liebe.

Gespräch mit Christus:  Herr, danke für das Beispiel der drei Erzengel und der heiligen Apostel. Sie geben uns so ein edles Beispiel der Treue. Die heiligen Apostel gaben ihr Blut für dich und die heiligen Engel helfen uns auf unserem Weg zu dir. Herr, da ich sehe, wie viele keinen Glauben haben, will ich wie sie dein unermüdliches Werkzeug sein, damit viele dich in alle Ewigkeit preisen.

Vorsatz:   Ich werde in eine Kirche, wo Jesus in der heiligsten Eucharistie gegenwärtig ist, gehen (wenn möglich, vor dem Kreuz knien) und voll Vertrauen wiederholen: Herr, ich will dein Werkzeug sein – hilf mir!