Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 12. August 2007 bis Samstag 18. August 2007

Neunzehnte Woche im Jahreskreis

P. Ned Brown LC

Vorbereitet sein Sonntag
Göttliche Steuern und Gott besteuern Montag
Werdet klein wie die Kinder Dienstag
Mariä Himmelfahrt: Unser Modell eines Sieges Mittwoch
Vergebung ist das Merkmal eines wahren Jüngers Donnerstag
Die Messlatte auf eine sakramentale Ebene anheben Freitag
Lasset die Kinder zu mir kommen Samstag


Vorbereitet sein

12. August 2007

Neunzehnter Sonntag im Jahreskreis

P. Ned Brown LC

Lk 12,32-48
Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.

Verkauft eure Habe und gebt den Erlös den Armen! Macht euch Geldbeutel, die nicht zerreißen. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach - selig sind sie. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Da sagte Petrus: Herr, meinst du mit diesem Gleichnis nur uns oder auch all die anderen? Der Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr einsetzen wird, damit er seinem Gesinde zur rechten Zeit die Nahrung zuteilt? Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! Wahrhaftig, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen. Wenn aber der Knecht denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht zurück!, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen; wenn er isst und trinkt und sich berauscht, dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen. Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr verlangen.

Einführendes Gebet:   Gott, unser Herr, ich glaube, dass du mich hierher gerufen hast,um zu beten und dir in jedem wachen Moment meines Lebens Ehre zu erweisen. Ich bitte dich, meinen Glauben an dich zu vergrößern. Du gibst mir stets Gnadengaben für meine ewige Erlösung; vergrößere meinen Glauben an dich. Du liebtest mich am Kreuz und liebst mich auch jetzt; hilf mir, deiner Freundschaft treu zu bleiben.

Bitte:  Jesus, unser Herr, ich will jeden Wunsch deines Herzens erfüllen. Halte mich wachend und damit beschäftigt, deinen heiligsten Willen zu erfüllen, bis der letzte Moment meines Lebens hier auf Erden kommt.

1. Beschäftigungen und Inanspruchnahme Wir sind so oft völlig von den Dingen dieser Welt in Anspruch genommen, dass wir vergessen, den Schatz im Himmel zu verfolgen, den Schatz, „der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst.“ Indem wir so hart arbeiten, fallen wir dann auch in jene Falle, jedem kleinen Vergnügen und jedem unnötigen Zeitvertreib nachzugehen, um uns so für unseren Einsatz zu belohnen. Währenddessen vergessen wir leicht unser eigentliches Ziel und die Pflege der wahren Beziehung zu Gott, unserem Vater, der uns liebt und der „beschlossen hat, uns das Reich zu geben“. Was sind meine besten Vorwände, die mich daran hindern, eine tiefere und engere Beziehung zu Gott aufzubauen? Bringe ich soviel Selbsthingabe, Geld und Zeit dafür auf, Gott zu lieben und meinem Nächsten zu dienen, wie für meine Unterhaltungen?

2. Er hat beschlossen, euch das Reich zu geben Bin ich davon überzeugt, dass Gott wirklich „beschlossen hat, euch dass Reich zu geben”, dass er mich liebt und an mir interessiert ist? Warum will ich nicht immer, was Gott für mich will? Welche Dinge und Aktivitäten in meinem Leben machen mich leer und hindern mich daran, eine bessere Beziehung zu Christus aufzubauen? Wir müssen erkennen, dass wir, wollen wir ein gesundes geistliches Leben behalten, unsere Einstellungen oft korrigieren müssen und unsere Prioritäten oft ändern müssen, um unsere Herzen davor zu schützen, getäuscht zu werden und unseres wahren Schatzes, der Gott ist, beraubt zu werden.

3. Die Taktik des Teufels enthüllt Einmal berief Satan am Ende des Geschäftsjahres eine Versammlung ein, um die Bilanzen des Jahres zu prüfen. Er war nicht zufrieden und wollte wissen, welche neuen Strategien man anwenden könne, um Erfolg dabei zu garantieren, die Herzen der Menschen von ihrem Schöpfer abzuwenden. Den Menschen Ablenkung im Gebet und in der Meditation zu senden kam noch vor Versuchungen zu Habsucht und Lust. Die Musikindustrie zu infiltrieren und korrumpieren vergrößerte ihre Zahl. Die Entwicklung einer Multimillionen-Dollar Pornografieindustrie brachte auch große Erträge. Doch Satan war immer noch nicht zufrieden, bis ihm ein Vorschlag vorgetragen wurde. „Wir müssen die Menschen der Welt davon überzeugen, dass sie viel Zeit haben!“ Wir alle neigen dazu, zu denken, dass wir noch viele Jahre auf der Erde zu leben haben. Das muss nicht unbedingt so sein; wir wissen weder den Tag noch die Stunde. Wir müssen aus unserem Schlaf erwachen, denn „selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt!“

Gespräch mit Christus:  Herr, ich danke dir, dass du mir diese Zeit gegeben hast, um dich und das Geschenk deines Reiches neu zu entdecken. Mögest du immer der Schatz sein, den mein Herz im Gebet und im Dienst an den Nächsten sucht. Stärke mich in Zeiten der Versuchung und Ablenkung, damit ich niemals mein Erbe für ein Linsengericht verkaufen möge (vgl. Gen 25,34). Hilf mir, Herr, dir mein Leben von Neuem zu weihen, auf eine solch engagierte Weise, dass es dein Reich in mir und in meinem Umfeld errichtet.

Vorsatz:   Ich werde mein Gewissen gründlich darauf hin erforschen, was ich noch mehr tun kann, um Christus und seine Interessen an oberster Stelle meiner Prioritäten und in der Einteilung meiner Zeit zu behalten.


Göttliche Steuern und Gott besteuern

13. August 2007

Montag der neunzehnten Woche im Jahreskreis

P. Ned Brown LC

Mt 17,22-27
Als sie in Galiläa zusammen waren, sagte Jesus zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden, und sie werden ihn töten; aber am dritten Tag wird er auferstehen. Da wurden sie sehr traurig.

Als Jesus und die Jünger nach Kafarnaum kamen, gingen die Männer, die die Tempelsteuer einzogen, zu Petrus und fragten: Zahlt euer Meister die Doppeldrachme nicht? Er antwortete: Doch! Als er dann ins Haus hineinging, kam ihm Jesus mit der Frage zuvor: Was meinst du, Simon, von wem erheben die Könige dieser Welt Zölle und Steuern? Von ihren eigenen Söhnen oder von den anderen Leuten? Als Petrus antwortete: Von den anderen!, sagte Jesus zu ihm: Also sind die Söhne frei. Damit wir aber bei niemand Anstoß erregen, geh an den See und wirf die Angel aus; den ersten Fisch, den du heraufholst, nimm, öffne ihm das Maul und du wirst ein Vierdrachmenstück finden. Das gib den Männern als Steuer für mich und für dich.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich, den Schöpfer des Universums, den Schöpfer meiner Seele. Ich vertraue auf dich, denn du blickst mit deiner Vorsehung auf mein Leben und sorgst um mein Wohl. Ich liebe dich, denn du bist deinen Versprechen treu. Vergrößere meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe, damit ich deiner Freundschaft stets treu bleibe.

Bitte:  Herr, vergrößere die Tugend der Hoffnung in mir, damit ich immer in einer dir wohlgefälligen Weise handle in dem Wissen, dass du deinen Versprechen treu bist.

1. Ich höre nicht zu Die Prophezeiung unseres Herrn machte die Apostel traurig. Nach der Reaktion auf die Nachricht zu urteilen, scheint es, als hätten sie nur die erste Hälfte gehört, nämlich: „Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden, und sie werden ihn töten.“ Auch wir hören unserem Herrn oft nicht bis zum Ende zu, wenn das Kreuz auch nur erwähnt wird. Wie ist meine Haltung zu den Kreuzen in meinem Leben? Verhelfen mir die Kreuze, die ich trage, zu größerer Heiligkeit, oder verliere ich meinen Glauben und mein Vertrauen auf Christi Versprechen?

2. Gott besteuern? Diese Männer, die die Tempelsteuer einzogen, haben offensichtlich die Bücher geprüft und gesehen, dass Christus und seine Apostel ihre Zahlungen vernachlässigten. Petrus scheint bei der Steuerhinterziehung erwischt worden zu sein, doch unser Herr nimmt die Ketten des Gesetzes, die Petrus zu binden scheinen, weg. Immerhin sind Steuern eher dem Bereich menschlicher Konventionen als göttlicher Gesetze zuzuordnen. Unser Herr beweist seine Göttlichkeit durch das Wunder des Steuern zahlenden Fisches. Weil unser Herr der wahre Tempel Gottes und selbst Gott ist, ist er wahrlich nicht an irgendeine Tempelsteuer gebunden. Um einen Skandal zu vermeiden, zahlen sie auf kluge, wenn auch wundersame Weise, die Steuer. Sie tun dies nur, weil die Männer, die die Tempelsteuer einziehen, nicht gläubig sind und von der Wirklichkeit der Gottheit unseres Herrn ausgeschlossen sind. Sie können nichts anderes als einen Skandal hinter Petri und Christi Vergehen sehen. Lasst unsere Herzen nicht so werden wie die dieser Männer. „Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon (d.h. dem Reichtum)“ (Lk 16,13).

3. Trag dein Kreuz, bis Christi Herrlichkeit kommt Die Angst vor dem Kreuz und die Macht des Reichtums sind häufige Hindernisse unseres Glaubens und völligen Vertrauens auf Gottes Versprechen. Wenn wir unser Leben aufrichtig erforschen, würden wir sehen, wie erfolgreich diese dabei sind, uns von Gottes Plan der Heiligkeit für unser Leben zu entfernen. Das Kreuz bedroht uns mit dem Gefühl, verlassen und leer zu sein. Die Reichtümer der Welt versprechen uns fälschlicherweise langandauerndes Glück. Habe ich in Christus die Quelle meiner wahren Reichtümer gefunden? Herr, stärke meinen Glauben genug dafür, den Stürmen der Versuchung, denen ich täglich ausgesetzt bin, bis du in Herrlichkeit kommst, standzuhalten

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, ich weiß, dass du deinen Versprechen immer treu bist. Ich danke dir für die heutige Meditation und für all die Gnaden, die sie mit sich bringt. Hilf mir, den heutigen Tag als eine neue Möglichkeit zu leben, mein Kreuz aus Liebe zu dir zu tragen, und Zeuge deiner Liebe für die Menschen um mich herum zu sein.

Vorsatz:   Ich werde die Kreuze meines Tages ohne Beschwerden für die Bekehrung der hart gewordenen Sünder aufopfern.


Werdet klein wie die Kinder

14. August 2007

Dienstag der neunzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Maximilian Kolbe, Priester und Märtyrer

P. Ned Brown LC

Mt 18,1-5,10,12-14
In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.

Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.

Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte? Und wenn er es findet - amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.

Einführendes Gebet:   In diesem Gebet bin ich nun vor dir, Herr, um dir, der Quelle des ewigen Lebens und der Liebe, näherzukommen. Vertiefe meinen Glauben an dich, Herr, bis ich dein überzeugter Schüler werde. Ich vertraue auf mein Leben in Vereinigung mit dir; stärke meine Hoffnung. Ich liebe dich dafür, dass du auf mein Leben blickst und für mich sorgst; gib mir eine reife Liebe, die in Demut wurzelt.

Bitte:  Jesus, mild und demütig von Herzen, mache mein Herz wie deines.

1. Eifer für den Herrn All zu oft kann unsere Hingabe im geistlichen Amt und Dienst an den anderen unbeabsichtigt verdrehte und starre Einstellungen hervorbringen. Zu oft erkennen wir diese Einstellungen nicht als gegensätzlich und widersprüchlich zu Christi Einstellungen und zu dem, was er von seinen wahren Schülern erwartet. Menschlicher Ehrgeiz hat viele hingebungsvolle Apostel in der Geschichte des Christentums ruiniert. Die Frage der Jünger „Wer ist der Größte im Himmelreich“ war nichts Anderes als ein Symptom dafür, dass sie ihre Orientierung verloren, dass es Zeit für den Kapitän des apostolischen Schiffes war, sie wieder auf Kurs zu bringen.

2. Christus, das Rezept für meine Krankheit Stolz und Eitelkeit können uns zu recht ungesunden Teilen des Mystischen Leibes Jesu Christi machen. Die beste Heilung, die unser Herr uns für diese kranken Seelen gibt, kommt für gewöhnlich in Dosen der Demut. Es ist gut und gesund und ein Zeichen von Demut und Dankbarkeit, wenn wir denen, die dienen, Belohnung und Anerkennung geben. Andererseits sollten wir als Christi Schüler nicht Anerkennung und Entschädigung für den Dienst, den wir für Christus und die Kirche tun, suchen. Denn das würde bedeuten, dass wir uns selbst und unsere Ehre suchen und nicht Christus und seine Ehre. Suche ich das Lob anderer? Bin ich darüber besorgt, dass andere meine Gaben und meine Beiträge nicht sehen? Beschäftige ich mich regelmäßig damit, in der Vergangenheit erhaltene Wunden der Undankbarkeit oder des Übersehenwerdens zu behandeln? Wenn dies so ist, dann habe ich ein Fieber und meine Heilung ist Christus: „Lernt von mir, denn ich bin mild und demütig von Herzen.“

3. Wer groß sein will, soll ein Diener sein. Die Apostel kämpften immer wieder mit ihrem Stolz, und Jesus lehrte sie immer wieder, wie wichtig die Grundtugend der Demut ist. Authentischer Glaube und wahre Nächstenliebe sind nicht ohne Demut möglich. Glaube ich, besser zu sein als andere? Will ich Verantwortung tragen oder lieber Befehle geben als Befehle und Vorschläge anzunehmen? Merke ich, dass mein Stolz und meine Eitelkeit die Fruchtbarkeit meines geistlichen Dienstes untergraben können und Seelen von Christus weg- anstatt zu ihm hinführen können? Lasst uns nie die Lehre unseres Herrn vergessen: „Jeder, der groß unter euch sein will, soll euer Diener sein, und wer der Größte von euch sein will, soll euer Sklave sein“.

Gespräch mit Christus:  Herr, ich danke dir, dass du mich lehrst, wie ich meinen geistlichen Dienst für andere in einer Haltung der Demut leben soll. Halte mich demütig und deinem heiligsten Willen gefügig und lass mich der Berufung, die du mir anvertraut hast, treu sein. Ich glaube an meine Nichtigkeit, die mit deiner Allmacht vereint ist.

Vorsatz:   Ich werde versuchen, mich dabei zu ertappen, wenn ich einen Streit gewinnen will, und meine Zunge zügeln, um Christi Demut zu imitieren.


Mariä Himmelfahrt: Unser Modell eines Sieges

15. August 2007

Mittwoch der neunzehnten Woche im Jahreskreis
Mariä Himmelfahrt

P. Ned Brown LC

Lk 1,39-56
Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, / und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. / Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan / und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht / über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: / Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron / und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben / und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an / und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, / Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich, ich vertraue auf dich und ich liebe dich. Auf die Fürsprache der Heiligen Jungfrau Maria, die so herrlich in den Himmel aufgenommen ist, möge ich fähig sein, alle Mittelmäßigkeit meines Glaubens abzuwerfen, alle Verzagtheit meiner Hoffnung abzulegen und alle Gleichgültigkeit in meiner Liebe zu dir zu verbrennen.

Bitte:  Herr, gib mir einen Glauben wie den Marias, einen lebendigen, aktiv kämpfenden Glauben, der alle Drohungen der Versuchung und Verzweiflung vertreibt.

1. Alle Geschlechter werden mich selig preisen Marias Verkündigung „Von nun an preisen mich selig alle Geschlechter” wiederholt sich am heutigen Fest in besonderer Weise. Am 1. November 1950 legte Pius XII. die Definition fest: „Durch die Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der Heiligen Apostel Petrus und Paulus, und durch unsere eigene Autorität, verkünden wir, erklären wir und definieren wir als geoffenbartes Dogma: Die makellose Mutter Gottes, die ewige Jungfrau Maria, wurde nach ihrem Leben auf der Erde, mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen (Munificentissimus Deus, III, 44). Deshalb stimmen wir heute mit allen Generationen darin ein, Maria als die gesegnetste aller Frauen zu ehren und unsere Hingabe an sie zu erneuern. Wahre Hingabe besteht weder in steriler oder flüchtiger Zuneigung noch in einer gewissen leeren Leichtgläubigkeit, sondern entsteht aus einem wahren Glauben, durch den wir die Vortrefflichkeit der Mutter Gottes erkennen. Lasst uns zu einer kindlichen Liebe zu unserer Mutter geführt werden, die sich in der Imitation ihrer Tugenden zeigt.

2. Treue zur Liebe „Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen.“ (Joh 10, 27f). Auf wen beziehen sich diese Worte unseres Herrn besser als auf Maria? In der Tat, alles ist Gnade. Sie hat mehr als jede andere Seele am Erlösungsakt unseres Herrn Anteil gehabt. Ihr erstes Privileg der Gnade war das unverdiente Geschenk der unbefleckten Empfängnis. Dann kooperierte Maria mit jeder neuen Gnade, die Gott ihr gab, bis zum letzten Moment ihrer irdischen Existenz, als sie glorreich in den Himmel aufgenommen wurde. Maria wurde durch die Herausforderungen dieser Welt nicht beschädigt; ihr Herz fiel niemals aus der Liebe Gottes. Sie war jener ersten Gnade treu, und sie gab Gott ihre Seele rein und unbefleckt wieder – ja - , aber noch mehr, durch ihre Treue zur Liebe war ihre Seele mit Frucht für das Himmelreich gefüllt.

3. Maria, Vorbild für den Sieg über die Sünde Wir in der Nachfolge Christi müssen noch danach streben, in der Heiligkeit zu wachsen, indem wir die Sünde besiegen. In Maria finden wir ein wahres Vorbild des Sieges. Wir müssen unsere Augen jeden Tag auf Maria richten, die uns als Vorbild der Tugend den Weg zeigt. Indem wir über sie meditieren und über sie im Licht des Wortes, das Fleisch geworden ist, nachdenken, kommen wir näher an das große Geheimnis der Menschwerdung heran und werden mehr und mehr wie Christus, ihr Sohn. Lasst uns in jeder Handlung unseres Tages, wo immer wir hingehen, in jedem Gespräch, zeigen, dass Christus in uns lebt. Maria ruft uns heute und jeden Tag zu ihrem Sohn, zu seinem Opfer und zur Liebe des Vaters. Beachte ich Marias Ruf?

Gespräch mit Christus:  Jesus, unser Herr, hilf mir, deine Mutter Maria nachzuahmen. Sie verstand es, mit der Gnade Gottes in ihrem Leben in jedem Moment zu kooperieren; möge sie mich zur Treue führen. Lass mich deine Mutter heute am Tag ihrer heiligsten Aufnahme in den Himmel ehren. Möge sie mich deine Tugenden, die sie so perfekt nachahmte, lehren. In Momenten der Versuchung und der Verzagtheit lass meine Augen und mein Herz sich ihr zuwenden und um ihre Fürsprache bitten. Möge ihre Treue zu dir mich anspornen, mit deiner Gnade in meinem Leben zu kooperieren.

Vorsatz:   Ich werde mich in Liebe einem Verwandten in Not hingeben, um ihm die Liebe und Güte Christi zu bringen.


Vergebung ist das Merkmal eines wahren Jüngers

16. August 2007

Donnerstag der neunzehnten Woche im Jahreskreis

P. Ned Brown LC

Mt 18,21-19,1
Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.

Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

Als Jesus diese Reden beendet hatte, verließ er Galiläa und zog in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan.

Einführendes Gebet:   Herr, du fordertest, dass wir einander lieben sollen, wie du uns geliebt hast. Führe mich auf die Höhen dieser Liebe, indem ich meinen Nächsten, die mich verletzt haben, aufrichtig verzeihe. Ohne deine Gnade kann ich das nicht tun, deshalb erbitte ich von dir, was du von mir erwartest: Glaube, Vertrauen und Nächstenliebe. Führe mich, Herr, zu einer echten Versöhnung mit denen, die mich beleidigt haben.

Bitte:  Herr, gewähre mir die Gnade, über eine Nächstenliebe zu verfügen, die weiß, wie ich denen zu verzeihen habe, die mich beleidigen und mir Leid zufügen. Schenke mir ein barmherziges Herz, das dem deinen nachgebildet ist.

1. Die Hand ausstrecken, um zu verzeihen Wie oft suchen wir Verständnis und Nachsicht bei denen, denen wir unrecht taten und die wir beleidigten. Jedes Mal, wenn wir das Vaterunser beten, sagen wir: „…vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“. Heute ist der Tag, zu überprüfen und zu sehen, wie aufrichtig wir das meinen, was wir im Vaterunser sagen. Oft sind wir unfähig, anderen zu vergeben. Wir pflegen Groll und Abneigungen und reden dann unbekümmert über die Fehler und Mängel anderer. Wie können wir jemals behaupten, Christen zu sein, wenn wir nicht lernen, aufrichtig und von Herzen zu verzeihen. Verlangt nicht der Heilige Geist von mir, die Hand auszustrecken und vor allem die Versöhnung mit jedem zu suchen? Der wirkliche Maßstab für einen Christen ist seine Fähigkeit, die Hand auszustrecken und den anderen von Herzen zu verzeihen.

2. Paradigmenwechsel hin zum Mitleid Die Übung der Kontemplation zur Gewohnheit zu machen und das echte Mitleid nach dem Vorbild unseres Herrn zu üben, ist, was wir in unserem spirituellen Leben und im Umgang mit anderen häufig machen müssen. Sein Mitleid galt nicht allein dem Denken an unsere Not, sondern er nahm sie vielmehr mit der Selbsterniedrigung seiner Menschwerdung auf sich. Denke ich oftmals über das beständige Beispiel des Mitleidens unseres Herrn nach? Äußern sich mein Mitleid und meine Vergebung in Taten? Rede ich nur und kann nichts vorweisen?

3. Vergebung stellt uns vor das Kreuz Vergebung ist so schwer zu gewähren, weil sie uns zwangsläufig vor das Kreuz stellt. Wir müssen das Kreuz nicht um des Kreuzes willen lieben, sondern für den, der an das Kreuz angenagelt war und es ablehnte, von ihm herabzusteigen: Christus. Indem wir Christus am Kreuz lieben, werden unsere Kreuze erträglich; Liebe erträgt Alles. Wenn wir verzeihen, können wir sicher sein, dass unsere Liebe echt ist, und wir brauchen keine Verdammung zu fürchten. Liebe vertreibt alle Furcht.

Gespräch mit Christus:  Herr, hilf mir, mich an dein Beispiel der Vergebung zu erinnern. Deine Liebe brachte dich ans Kreuz. Du bist vor seiner Widerlichkeit nicht zurückgeschreckt, sondern hast es bereitwillig angenommen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ich solche Liebe nachahmen kann. Aber durch deine gnadenvolle Gegenwart in mir weiß ich, dass ich deiner Freundschaft treu und für die Welt ein Spiegelbild deiner Liebe und Vergebung sein kann.

Vorsatz:   Ich will an die denken, die mich beleidigt haben, und ihnen von Herzen vergeben; ich will für sie beim Rosenkranzgebet um die Gnaden bitten, die sie am meisten für ihr ewiges Heil benötigen.


Die Messlatte auf eine sakramentale Ebene anheben

17. August 2007

Freitag der neunzehnten Woche im Jahreskreis

P. Ned Brown LC

Mt 19,3-1
Da kamen Pharisäer zu ihm, die ihm eine Falle stellen wollten, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen? Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, dass man (der Frau) eine Scheidungsurkunde geben muss, wenn man sich trennen will? Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch. Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten. Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, du verlangst von mir den Glauben, um deinen erhabenen Lehren zu folgen. Du möchtest, dass ich auf deine Wege auch dann vertraue, wenn derzeit alles danach aussieht, ein unerträgliches Kreuz zu sein. Du liebst mich bedingungslos. Ich glaube an dich, vertraue auf dich und liebe dich.

Bitte:  Jesus, entferne die Hindernisse von meinem Herzen, damit ich offen und gehorsam für deine Lehren bin.

1. Die Ehe zum Sakrament gemacht Das Sakrament der Ehe deutet auf die Einheit zwischen Christus und der Kirche hin. Das ist der Grund, weshalb unser Herr ihre Unauflöslichkeit vor den Pharisäern so unnachgiebig verteidigte. Das Sakrament verleiht den Eheleuten die Gnade, einander mit der Liebe zu lieben, mit der Christus seine Kirche geliebt hat. Das Bild des am Kreuz sterbenden Christus und Maria unter dem Kreuz ist ein ständiges Symbol der Liebe für alle verheirateten Paare. Wenn ich Schwierigkeiten habe, andere zu lieben, sollte ich auf dieses wunderbare Beispiel der Selbstvergessenheit und des Dienstes an anderen Menschen schauen.

2. Unser Maßstab der Liebe ist Christus Der heilige Paulus sagte: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat“ (Eph 5,25). Die Ehe verlangt von den Ehepaaren ein grundlegendes Leben in der Gnade und einen moralisch einwandfreien Ruf, wenn sie ein christliches Zeugnis für die Welt sein soll. Die Gnade des Sakraments vollendet die menschliche Liebe der Eheleute, stärkt ihre unauflösliche Einheit und heiligt sie auf dem Weg zum ewigen Leben. An die gerichtet, die verheiratet sind: Ist unsere Ehe auf Christus ausgerichtet? Ist unsere Liebe Christus nachgebildet? Wissen wir, wie wir Stolz und Egoismus beiseite lassen, um mehr in Christi Nachfolge die Ehefrau beziehungsweise den Ehemann zu lieben? An die gerichtet, die sich auf eine Ehe vorbereiten: Treffe ich jetzt die richtige moralische Entscheidung für mein Leben, um eine solide Grundlage für eine künftige Ehe vorzubereiten? Nehme ich mir Zeit, die christliche Lehre über die eheliche Liebe zu verstehen und mich ihr anzupassen?

3. Eine größere Liebe Einer auserwählten Gruppe von Seelen gewährt unser Herr eine besondere Gnade. Nicht aus eigenem Verdienst, sondern als reines Geschenk Gottes erhalten Seelen diesen Ruf. Er ruft diese Auserwählten, damit sie auf die Ehe „um des Himmelreichs willen“ verzichten und die Kirche als Gatte(in) annehmen. Diese Seelen sind Geweihte, Menschen, die sich für den Dienst für Gott entscheiden, einen Dienst nach seiner Wahl. Durch diesen Ruf und wegen dieses Geschenks verlassen Männer und Frauen ihr Zuhause, manchmal auch ihre Heimat, und gehen in Missionsländer, um das Wort Gottes zu verbreiten. Die Wertschätzung der Jungfräulichkeit um des Reichs Gottes willen und ein christliches Verständnis der Ehe sind untrennbar, sie bedingen einander. Ist mein Glauben stark genug, alles zu glauben, was unser Herr und die Kirche über das eheliche Leben und die Liebe gelehrt haben?

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, du lehrtest uns die wahre eheliche Liebe durch deine Liebe zu deiner Braut, der Kirche. Deine Liebe ist immer treu. Segne alle verheirateten Paare. Gewähre ihnen die Gnaden, die sie am meisten brauchen, um ihre Liebe lebendig, blühend und fruchtbringend zu erhalten. Hilf ihnen, Egoismus und Stolz zu überwinden, die wie eine Krebsgeschwulst gegen das wirkliche Leben, das du ihnen wünschst, wuchern. Mache sie glücklich in ihrer Treue.

Vorsatz:   In dieser Woche will ich mir jeden Tag Zeit nehmen, um die Lehre der Kirche über das Sakrament der Ehe zu lesen (siehe KKK 1601-1666) und Gott dafür zu danken.


Lasset die Kinder zu mir kommen

18. August 2007

Samstag der neunzehnten Woche im Jahreskreis

P. Ned Brown LC

Mt 19,13-15
Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte und für sie betete. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Doch Jesus sagte: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich. Dann legte er ihnen die Hände auf und zog weiter.

Einführendes Gebet:   Herr Jesus, Quelle allen Segens, stärke meinen Glauben an dich. Ich vertraue auf deine Liebe und wachsame Fürsorge; stärke mein Vertrauen auf dich. Erweitere mein Herz, damit ich deine Liebe anderen bringen kann, die deine Freundlichkeit und Barmherzigkeit nicht kennen.

Bitte:  Herr Jesus, Reinheit des Herzens, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. „Geht weg von mir, Kinder. Ihr belästigt mich!” Diese Stelle des Evangeliums folgt der Lehre Christi über die Ehe und Keuschheit. So wie es manchem von uns vorkommen mag, waren die Herzen der Jünger ein wenig entmutigt und sie murrten über die Anforderungen, die eine christliche Ehe stellt. In diesem Augenblick sehen sie eine Schar Kinder auf sich zukommen, und sie sagen, wie W.C. Fields, ungeduldig: „Geht weg von mir, Kinder. Ihr belästigt mich!” Aber unser Herr wollte nicht, dass diese Kinder - oder irgendein Kind – aus diesem Grund von irgendjemandem getadelt werden, am allerwenigsten von seinen eigenen Jüngern. Bin ich offen für das Leben? Haben mich Kämpfe und Wechselfälle des Lebens skeptisch und zynisch gegenüber der Lehre der Kirche über das Leben und die Liebe gemacht?

2. Kinder: ein großes Geschenk Gottes Mutter Theresa sagte einmal, „Amerika braucht von mir keine Ermahnungen, um zu erkennen, wie die Entscheidung im Falle Roe v. Wade die große Nation entstellt hat. Das sogenannte Recht auf Abtreibung hat … ein Kind, das das Größte aller Geschenke ist, zum Rivalen, zu einem Störfall und zur Belästigung gemacht. Es hat namentlich den Müttern die uneingeschränkte Herrschaft über das eigenständige Leben ihrer physisch abhängigen Söhne und Töchter zugesprochen. Und durch das Zugeständnis dieser skrupellosen Macht sind viele Frauen ungerechten und egoistischen Forderungen ihrer Ehemänner oder anderer Intimpartner ausgesetzt worden. Das Recht auf Leben ist bedingungslos und darf nicht als abhängig vom Belieben irgendjemandes, auch nicht der Eltern oder eines Landesherrn, erklärt werden“. Betrachte ich alle Kinder als ein Geschenk Gottes?

3. Der Wert der Reinheit Unser Herr wollte die Kinder unter anderem deshalb segnen, um ihre Reinheit und Unschuld des Lebens, die er sehr hoch bewertete, zu erhalten. Wie schwer fällt es uns, die Schönheit des Willens Gottes für unser Leben zu sehen, wenn unsere Gedanken nicht rein und unsere Handlungen nicht tugendhaft sind. Wenn wir nicht tugendhaft sind, erscheinen alle Kriege und der Egoismus gerechtfertigt und geboten. Könnte der Grund für meine jüngste Ungeduld und Unfreundlichkeit gegenüber anderen auf ein unreines Herz zurückzuführen sein? Habe ich mich verpflichtet, in meinen Gedanken, Wünschen und Taten rein und tugendhaft zu sein? Diese Verpflichtung wird nicht ohne Belohnung bleiben. „Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.“ (Mt 5,8).

Gespräch mit Christus:  Herr, ich danke dir für diese Meditation, in der ich deine Liebe zu den Kindern und zur Reinheit erkenne. Hilf mir, die Kinder dieser Welt immer als dein Geschenk zu begreifen. Halte mein Herz immer rein. Hilf mir, heute und jeden Tag tapfer zu kämpfen, um meine Unschuld und Reinheit zu bewahren und dir so Trost zu verschaffen.

Vorsatz:   Ich will heute für die Waisen und die zerbrochenen Familien in der Welt ein Opfer bringen, besonders für die, die am ehesten vergessen werden.