Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 5. August 2007 bis Samstag 11. August 2007

Achtzehnte Woche im Jahreskreis

P. Patrick Murphy LC

Liebe, die viel bewirkt Sonntag
Liebe, die verwandelt wird Montag
Mächtiges Gebet Dienstag
Vertrauen und Dankbarkeit Mittwoch
Jesus, der Sohn Gottes Donnerstag
Das Weizenkorn Freitag
Der Glaube kann Berge versetzen Samstag


Liebe, die viel bewirkt

5. August 2007

Achtzehnter Sonntag im Jahreskreis

P. Patrick Murphy LC

Lk 12,13-21
Einer aus der Volksmenge bat Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

Einführendes Gebet:   Herr, vermehre meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe. Wenn ich bete und mich bemühe, dich über alles zu lieben, dann stärkst du diese Tugenden in meiner Seele durch deine Gnade. Gieße sie meinem Herzen ein.

Bitte:  Herr, lass mich dich mit ganzem Herzen, mit ganzem Verstand, mit all meiner Seele und all meiner Kraft lieben.

1. Ungeordnete Liebe. „Hütet euch vor jeder Art von Habgier…“ Habgier entsteht, wenn wir die materiellen Dinge und deren Besitz auf selbstsüchtige und ungeordnete Weise lieben. Gott schuf diese „Dinge“ – die materielle Wirklichkeit – mit bestimmter Absicht: sie sollen uns dabei helfen, unsere Mission in diesem Leben zu erfüllen. Die Gefahr besteht aber, dass wir diese Dinge über alle Maßen lieben und Reichtum um seiner selbst willen anhäufen wollen, anstatt sie dazu zu benützen, unsere Mission zu erfüllen und unsere Seele zu retten.

2. Ungeteilte Liebe. Jesus ruft uns dazu auf, Gott, unseren Herrn, mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all unserer Kraft und mit all unserem Verstand zu lieben. Wir haben nur ein Herz, eine Seele, einen Willen und einen Verstand. Wenn ich materiellen Reichtum auf ungeordnete Weise liebe, dann werden mein Herz, meine Seele geteilt und gleichzeitig in verschiedene Richtungen gezogen. Und dann bin ich nicht mehr fähig, Gott mit vollkommener und treuer Liebe zu lieben. Mit geteiltem Herzen ist meine Liebe zu ihm und allen anderen schwach und verwässert.

3. Spät habe ich geliebt… „Spät habe ich dich geliebt, o Schönheit, immer alt, immer neu, spät habe ich dich geliebt. Du warst in mir, und ich suchte dich in den äußeren Dingen; Ich suchte dich, und elend wie ich war, suchte ich das Geschaffene, ich ließ mich festhalten von den wunderbaren Werken deiner Hände“ (Hl. Augustinus, Bekenntnisse). Was meine Liebe verwässert, ist die ungeordnete Liebe zu den Dingen, die Gott geschaffen hat. Unser Herz kann viele Personen und Dinge lieben (Gott, Eltern, Kinder, Freunde), aber nur bis einem gewissen Grad ist es fähig, sich auf eines davon zu konzentrieren. Wenn wir Gott an erster Stelle lieben, gleicht das dem Benutzen einer Lupe. Die Sonnenstrahlen, das heißt die Liebe, die wir zu vielen Personen und Dingen haben, werden durch diese Lupe gebündelt und zu einem mächtigen Strahl vergrößert. Wenn wir Gott an erster Stelle lieben, wird auch die Liebe zu den anderen und der Welt vermehrt und intensiviert.

Gespräch mit Christus:  Herr, du hast mein Herz für die Liebe geschaffen. Oft verliebe ich mich in die Dinge, die du geschaffen hast und halte sie irrtümlich für die Quelle meines Glücks. Ich kann sie sogar mehr lieben als dich und somit vergessen, dass du ihr Schöpfer bist und sie mir gegeben hast, damit sie mich zu dir führen. Hilf mir, dich über alles zu lieben, dir zu danken und dich auf vielfältige Weise zu preisen.

Vorsatz:   Ich will mich fragen, was ich alles liebe und mir von neuem vornehmen, Gott an die erste Stelle zu setzen.


Liebe, die verwandelt wird

6. August 2007

Montag der achtzehnten Woche im Jahreskreis

P. Patrick Murphy LC

Lk 9,28b-36
Jesus nahm Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten. Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß. Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte. Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen. Als die beiden sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst. Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. Als aber die Stimme erklang, war Jesus wieder allein. Die Jünger schwiegen jedoch über das, was sie gesehen hatten, und erzählten in jenen Tagen niemand davon.

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir für das Geschenk deiner Verklärung. So wie du vor den Aposteln verklärt wurdest, so verwandle auch mich durch deine Gnade. Du bist die Quelle der Heiligkeit und Tugenden. In dem Maß, wie ich mit dir vereinigt bin, in dem Maß werde ich von dir verwandelt werden.

Bitte:  Herr, mach mein Herz frei von der Welt und gewähre mir die Gnade, allein aus Liebe zu dir zu leben.

1. Das große Ende. Jesus redete mit Moses und Elija über sein Ende: die Befreiung der Menschheit aus der Sklaverei der Sünde. Er redete nicht über die Wunder, die er vollbringen wollte, über die Schönheit dieser Welt oder über seine Ambitionen. Er machte sich keine Gedanken darüber, wie er seine Talente am besten nutzen könnte, wie er Großes erreichen könnte, wie er die Wertschätzung der Leute gewinnen könnte, wie er sich einen Namen machen könnte, oder wie er sich ein bequemes Leben machen könnte. Jesus redete über keines dieser Dinge. Er dachte einzig und allein an sein Ende, sein Leiden, seinen Tod und seinen Fortgang aus dieser Welt, um seinen Vater zu verherrlichen, indem er seinen Willen, die Menschheit zu retten, erfüllte.

2. Das verheißene Land. Unser Herz kann viele Dinge lieben und sich zu ihnen hingezogen fühlen: Ambitionen, Wünsche, Hoffnungen, Ehre, Komfort, Erfolg, Selbstverwirklichung. Unser Herr hat alle diese Dinge seiner Liebe zum Vater untergeordnet. Christus nachzufolgen und frei von der Welt zu sein bedeutet: bereit zu sein, alle diese Dinge aus Liebe zu Christus aufzugeben, wenn er das von mir verlangt. Ich muss Christus so lieben, dass er mir mehr wert ist als alles andere. Das ist das verheißene Land und die wahre Befreiung aus der Sklaverei des Egoismus. Wenn wir so uns selbst sterben, werden wir mit den Früchten der Freude, des Friedens, der Liebe und des ewigen Lebens belohnt.

3. Das Weizenkorn, das stirbt und reiche Frucht bringt. „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein“ (Joh 12,24). Meine Liebe muss gereinigt werden, muss sterben, wie das Korn in der Erde, weil meine Liebe sehr ichbezogen ist. Diese Ichbezogenheit muss ausgerissen werden und sterben. Wenn ich das analysiere, was ich liebe, werde ich sehen, dass das stimmt. Eine Frau, die ihren Mann liebt, kann in ihrer Liebe eine Ichbezogenheit feststellen, die verursacht, dass sie die Kontrolle über ihren Mann haben will. Ein Vater, der seinen Sohn liebt, bestraft ihn aus Ärger und nicht zu dessen größeren Nutzen. Das ichbezogene Element unserer Liebe macht diese arm und matt und bewirkt, dass wir weniger lieben, als wir in Wirklichkeit könnten.

Gespräch mit Christus:  Herr, mach meine Liebe frei von aller Ichbezogenheit. Hilf mir, den großzügigen Schritt zu machen und mir selber abzusterben. Hilf mir zu verstehen, dass ich so wirklich frei werde und Freude in meinem Herzen erfahren werde und so fähig werde, mein Leben im wahren Geist der Hingabe zu leben.

Vorsatz:   Ich will mich heute bemühen, die Ichbezogenheit in einer Beziehung zu überwinden.


Mächtiges Gebet

7. August 2007

Dienstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis

P. Patrick Murphy LC

Mt 14,22-36
Gleich darauf forderte Jesus die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

Sie fuhren auf das Ufer zu und kamen nach Gennesaret. Als die Leute dort ihn erkannten, schickten sie Boten in die ganze Umgebung. Und man brachte alle Kranken zu ihm und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

Einführendes Gebet:   Herr, du kannst mir befehlen, zu dir zu kommen, egal wo du bist. Petrus hatte Angst, zu dir zu kommen, weil du auf dem Wasser gingst. Ich habe oft Angst, weil ich glaube, dass ich niemals dorthin kommen kann, wo du bist. In meinem Leben gibt es noch viele Ängste und Unsicherheiten. Überwinde du sie, Herr. Lade mich ein, zu dir zu kommen.

Bitte:  Herr, möge mein Gebet heute bewirken, dass ich den Schritt aus meiner Bequemlichkeit heraus wage.

1. Einsamkeit und Gebet. Jesus schickte die Menge fort und ging auf einen Berg, um zu beten. Er war bereit, auf die Gesellschaft anderer zu verzichten, um allein mit Gott zu sein. Ohne andere allein in der Stille zu sein kann für kurze Zeit zu einem Gefühl der Einsamkeit und der inneren Leere führen. Vielleicht fühlen wir das Verlangen, die Gesellschaft anderer zu suchen – um so den Schmerz des Alleinseins zu betäuben. Wenn das der Fall ist, müssen wir im Gebet ausharren. Der Schmerz der Stille kann sich in Freude und Frieden verwandeln. Ich muss aber mit Gott verbunden bleiben und lernen, mich über seine Gegenwart im stillen Gebet zu freuen.

2. Der Preis des Gebets. „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht.“ Petrus antwortete ihm: „Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme.“ Manchmal kann unsere Furcht vor dem stillen Gebet größer sein als die Furcht, die Petrus empfand. Wir haben uns so sehr an das Zusammensein mit anderen gewöhnt, wir sind oft sehr beschäftigt, werden oft gebraucht, dass wir uns davor fürchten, diese Gewohnheiten zu verlassen, und sei es auch nur für die Zeit eines kurzen Gebets. Ich muss bereit sein, diese Gewohnheiten aufzugeben, zumindest zeitweise, wenn ich Beten lernen will. Ich muss frei von mir selbst werden, um mit Christus erfüllt zu werden und mich auf seine Stärke zu verlassen und ihm zu vertrauen.

3. Ein fester Entschluss. „Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind.“ Wenn wir einmal „im Boot sind“, das heißt, wenn wir uns entschließen, stilles und konzentriertes Beten zu üben, werden sich unsere Ängste und Befürchtungen wie der Wind legen. Wir müssen den festen Entschluss fassen, uns tief aufs Gebet einzulassen und alle Trägheit überwinden, wenn wir die wahre Freiheit, den Frieden und die Freude echten Gebets erleben wollen. Bitten wir den Herrn um diese Gnade und seien wir großzügig, wenn wir beginnen.

Gespräch mit Christus:  Herr, du kennst die Schwerfälligkeit, die ich erlebe, wenn ich beten will. Du weißt, wie oft ich versucht werde, mit dem Beten aufzuhören und etwas anderes zu tun. Gib mir einen tiefen Glauben und großen Mut, den Schritt ins Tiefe zu wagen und mit ganzem Herzen mein Beten zu beginnen.

Vorsatz:   Ich will den festen Entschluss fassen, heute intensiv zu beten.


Vertrauen und Dankbarkeit

8. August 2007

Mittwoch der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Dominikus

P. Patrick Murphy LC

Mt 15,21-28
Von dort zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie (von ihrer Sorge), denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich. Ich muss nicht wissen, warum wir leiden. Ich muss allein glauben, hoffen und auf dich vertrauen, und im festen Vertrauen leben, dass deine Vorsehung mein Leben leitet. Vermehre mein Vertrauen in dich.

Bitte:  Herr, erfülle mein Herz mit Dankbarkeit und Zuversicht, selbst wenn jene, die ich liebe, leiden.

1. Meine Tochter… „Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.“ Das Leiden anderer Menschen erfüllt uns mit Mitleid. Wenn aber ein Sohn oder eine Tochter leidet, dann kann unsere Angst übergroß werden. Stellen wir uns das Leiden dieser Frau im Evangelium vor. Stellen wir uns den tiefen Schmerz vor, den sie in ihrem Herzen fühlte. Ihre Liebe aber nährte ihre Hoffnung und ließ sie Jesus suchen. Wenn jene, die wir lieben, leiden, müssen wir dasselbe tun.

2. Eine neue Dimension. Nur eine Mutter oder ein Vater wissen um ihre starke Liebe zu einem Kind: „Worte können das nicht beschreiben…“ Wir verstehen erst dann die Liebe richtig, wenn es um Menschen geht, die wir kennen und lieben. Betrachten wir das Leiden unseres Herrn Jesus Christus. Stellen wir uns die falschen Anklagen vor, die Geißelung, die Demütigungen und die Kreuzigung. Und jetzt stellen wir uns unseren eigenen Sohn oder unsere eigene Tochter vor, oder unsere Mutter oder unseren Vater oder sonst eine geliebte Person, die das gleiche Schicksal erleiden. So nimmt das Leiden Christi eine neue Dimension an.

3. Ein dankbares Herz. „Ja, du hast recht, Herr! Denn selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen.“ Glauben und Demut rühren das Herz Christi. Wie schnell benehmen wir uns wie verwöhnte Kinder und meinen, dass wir mehr verdienen. „Die Erde schuldet dir nicht den Lebensunterhalt,“ lautet der Spruch eines Weisen. „Sie war vor dir da.“ Wie viel glücklicher sind wir, wenn wir unser Kleinsein, unsere Unwürdigkeit anerkennen, wenn wir uns als Geschöpfe Gottes erkennen, die von ihm das Leben, den Atem und ihr Herz empfangen haben. Alles, was wir besitzen, ist ein Geschenk seiner schöpferischen Liebe. Wie glücklich sind wir, wenn wir dankbar sind und ihm unseren Dank auf vielerlei Weise am Tag ausdrücken.

Gespräch mit Christus:  Herr, ich lobe dich und danke dir von ganzem Herzen für all das, was du für mich getan hast. Ich weiß, dass auch das Leiden aus deiner Hand kommt, weil es zu meinem Besten ist. Ich verstehe das nicht immer gleich. Schenk mir Dankbarkeit, Glauben und Vertrauen, damit ich mein Kreuz annehmen kann und mich über deine erfinderische Liebe, die stets Neues schafft, freuen kann.

Vorsatz:   Ich will heute dem Herrn den Tag hindurch öfters Dank sagen.


Jesus, der Sohn Gottes

9. August 2007

Donnerstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis

P. Patrick Murphy LC

Mt 16,13-23
Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.

Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich. Je mehr ich meinen Glauben lebe, um so mehr wird er wachsen und mein Leben verwandeln. Vermehre meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe, damit ich fähig werde, dich immer mehr zu erkennen.

Bitte:  Herr, lass mich dich durch den Glauben und eine großzügige Nachfolge immer mehr erkennen.

1. Der geheimnisvolle Jesus. Wir erlangen Wissen durch Erfahrung. Manche Leute dachten Jesus zu kennen, indem sie ihn mit anderen identifizierten. Einige sagten, er sei Johannes der Täufer, der wie der Herr Reue und Umkehr predigte. Andere verglichen ihn mit Jeremia, dessen Prophetien einen neuen Bund ankündigten, den Gott mit dem Haus Israel schließen würde, wo Gott sein Gesetz in ihre Herzen schreiben würde. „Ich werde ihr Gott sein,“ sagte er, „und sie werden mein Volk sein.“ (Jer 31,33). Wieder andere hörten von Jesu außerordentlichen Werken und hielten ihn für Elias, der auf einem feurigen Wagen zum Himmel empor gefahren war.

2. Die Sonne und ihre Strahlen. Jesus gleicht in der Tat den Propheten und Patriarchen des Alten Bundes. Er gleicht ihnen, übersteigt sie aber auch bei weitem. Keiner dieser heiligen Männer erreicht die Dimensionen der Person Christi. Sie sind die Strahlen, er ist die Sonne. Die Apostel wissen, dass der Herr mehr ist als Moses, Elias, Jeremia oder sogar Johannes. „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ „Du bist der Messias, der Sohn Gottes.”

3. “Selig bist du…” „Selig bist du, Simon, Sohn Barjona. Denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.“ Die Apostel hatten Jesus zuerst mit den heiligen Männern aus Israels Vergangenheit verglichen, sahen aber bald, dass er sie alle übertraf. Seine Tugenden, seine Güte und Macht nahmen immer mehr zu, bis er alle Vergleiche in Luft auflöste. Er war nicht nur quantitativ mehr, sondern auch qualitativ viel, viel mehr. Der Vater im Himmel schenkte ihnen die Erleuchtung, und schließlich glaubten sie.

Gespräch mit Christus:  Herr, wenn ich das Evangelium lese, staune ich über deine Größe, aber allein die Gnade kann bewirken, dass ich glaube. Nur die Gnade kann meinen Glauben stärken und mir helfen, die Dinge so zu sehen und zu verstehen, wie du das tust. Fleisch und Blut sind begrenzt. Gib mir die Gabe des Glaubens, damit ich diese Grenzen überschreiten und dich als mein höchstes Gut erkennen kann.

Vorsatz:   Ich will heute um das Geschenk des Glaubens für jene bitten, die nicht glauben.


Das Weizenkorn

10. August 2007

Freitag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Laurentius

P. Patrick Murphy LC

Joh 12,24-26
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren.“

Einführendes Gebet:   Herr, gib mir Mut und Glauben, damit ich aus Liebe zu dir wie das Weizenkorn in der Erde sterben kann. Hilf mir, vor allem meinem Egoismus und meiner Trägheit zu sterben. Hilf mir, so gut ich kann mitzuarbeiten, dein Reich zu verbreiten. Hilf mir, dir und deinen Heiligen nachzufolgen. Heiliger Laurentius, Heiliger Paulus, bittet für mich.

Bitte:  Herr, festige meinen Entschluss, meinen Glauben heute weiterzugeben.

1. Um Christi willen leiden. „Wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.“ Der heilige Paulus ist ein großartiges Beispiel eines Menschen, der Christus nachgefolgt ist und sein Leben um Christi willen gering geachtet hat. „Fünfmal – so schreibt er – erhielt ich von Juden die neununddreißig Hiebe; dreimal wurde ich ausgepeitscht, einmal gesteinigt, dreimal erlitt ich Schiffbruch, eine Nacht und einen Tag trieb ich auf hoher See. Ich war oft auf Reisen, gefährdet durch Flüsse, gefährdet durch Räuber, gefährdet durch das eigene Volk, gefährdet durch Heiden, gefährdet in der Stadt, gefährdet in der Wüste, gefährdet auf dem Meer, gefährdet durch falsche Brüder. Ich erduldete Mühsal und Plage, durchwachte viele Nächte, ertrug Hunger und Durst, häufiges Fasten, Kälte und Blöße“ (2 Kor 11,24-27). Wer sein Leben gering achtet, ist bereit, viel zu riskieren, weil er das Leben selbst liebt.

2. Reiche Frucht. „Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht…“ Der heilige Paulus hat aus Liebe zu Christus viel gelitten, so dass seine Anstrengungen mit vielen Früchten belohnt wurden. Erinnern wir uns an seine drei Missionsreisen und wie er das Evangelium bis an die Grenzen der zivilisierten Welt brachte. Denken wir an die Gemeinden, die er gründete und an seine apostolischen Briefe, die er schrieb, welche den Christen nun schon 2.000 Jahre lang geistige Nahrung bieten. Denken wir daran, welchen Kampfgeist der Tugenden er der ganzen Christenheit bis heute eingeprägt hat. Wenn das Weizenkorn aus Liebe zum Herrn in die Erde fällt, bringt es wirklich reiche Frucht.

3. Das Leben des Paulus. Das Leben des heiligen Paulus bietet uns viele Betrachtungspunkte. Wir können und sollen ihn nachahmen, so wie er Christus nachgeahmt hat. Betrachten wir die Tugend, die wir am meisten brauchen: Großzügigkeit, Beharrlichkeit, Geduld, Ausdauer, Eifer oder Demut. Der heilige Paulus besaß sie alle, weil er sein Leben übereinstimmend mit dem Leben Christi gestaltet hat.

Gespräch mit Christus:  Herr, ich weiß, dass du mein größtes Vorbild bist. Eine große Hilfe ist aber auch, auf das Leben von denen zu schauen, die dich so gut nachgeahmt haben, denn dann erkenne ich, dass die Tugend erreichbar ist, dass ich in dich umgestaltet werden kann, trotz meiner Begrenztheit und Schwachheit. Was ich brauche, ist Glauben, Liebe und ein großzügiges Herz. Schenk mir das Herz eines Apostels.

Vorsatz:   Ich will das Leben eines Heiligen betrachten, gerade im Hinblick auf die Tugend, die ich am meisten brauche.


Der Glaube kann Berge versetzen

11. August 2007

Samstag der achtzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Klara

P. Patrick Murphy LC

Mt 17,14-20
Da trat ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn! Er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden. Immer wieder fällt er ins Feuer oder ins Wasser. Ich habe ihn schon zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen. Da sagte Jesus: O du ungläubige und unbelehrbare Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir! Dann drohte Jesus dem Dämon. Der Dämon verließ den Jungen, und der Junge war von diesem Augenblick an geheilt. Als die Jünger mit Jesus allein waren, wandten sie sich an ihn und fragten: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Er antwortete: Weil euer Glaube so klein ist. Amen, das sage ich euch: Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube, mein Glaube ist aber oft schwach und bewirkt wenig in meinem Leben. Gib mir einen Glauben, der Berge versetzt und in meinem Leben wirklich etwas bewirkt, besonders was das Wachsen in den Tugenden nach deinem Beispiel betrifft. Glaube ist kein Glaube, wenn er nicht wächst.

Bitte:  Ich möchte im Glauben den Schritt aus meiner Bequemlichkeit wagen. Hilf mir und stärke mich dabei, Herr.

1. Überzeugter Glaube. „O du ungläubige und unbelehrbare Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein?“ Denken wir an die Nöte der Menschen um uns herum. Denken wir an die Menschen an unserer Seite, die Christus brauchen. Wie reagieren wir auf ihre Nöte? Handeln wir nach dem Beispiel Christi? Ist mein Glaube die Triebfeder, die mich zum Handeln und Dienst an den anderen antreibt? Wie würde sich mein Leben verändern, wenn ich meinen Glauben wirklich lebte?

2. Ursprung und Quelle. „Jesus drohte dem Dämon. Der Dämon verließ den Jungen, und der Junge war von diesem Augenblick an geheilt.“ Jesu Macht ist nicht nur unbegrenzt; sie scheint sogar mühelos zu sein. Das ist bemerkenswert: Jesu Macht wirkt auf andere, ohne an Kraft abzunehmen. Er ist nicht nur sehr mächtig. Er ist der Ursprung aller Macht, er ist die Quelle aller Energie, Güte und Kraft. Herr, ist mir wirklich bewusst, dass du der Ursprung von allem bist? Wie sehr sollte doch das meinen Glauben bewegen?

3. Selig bist du. „Nichts wird euch unmöglich sein.“ „Selig bist du, weil du geglaubt hast.“ „Bittet, und ihr werdet empfangen.“ „Alles ist denen möglich, die glauben.“ Alle diese Sätze stehen im Evangelium – Christi eigene Worte. Was will Gott mir damit sagen? Mit ihm und in ihm ist uns alles möglich. Was wir brauchen, ist Glaube und Liebe.

Gespräch mit Christus:  Herr, du bist allmächtig und gewaltig, du bist reich und wunderbar, du bist unendlich und ewig. Du bist Alles! Ich will lernen, dich immer mehr so zu loben und zu lieben, wie es dir gebührt.

Vorsatz:   Ich will heute Christus und seine Tugenden betrachten, um so meinen Glauben zu stärken.