Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 8. April 2007 bis 14. April 2007

Erste Osterwoche

P. Gregory Woodward LC

Über das leere Grab hinaus sehen, um das neue Leben in Christus anzunehmen Sonntag
Offenheit für den auferstandenen Christus, wie er wirklich ist Montag
Den Herrn mit den Augen des Glaubens sehen Dienstag
Mit Christus den Weg nach Emmaus gehen Mittwoch
Christus lehrt uns, dass er wirklich leibhaft auferstanden ist Donnerstag
Beharrlichkeit in meinem Glauben an den auferstandenen Herrn Freitag
Der auferstandene Herr sendet mich, das Evangelium zu verkünden Samstag


Über das leere Grab hinaus sehen, um das neue Leben in Christus anzunehmen

8. April 2007

Ostersonntag
Auferstehung des Herrn

P. Gregory Woodward LC

Joh 20,1-9
Am ersten Tag der Woche kam Maria aus Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich; stärke meinen Glauben und meine Hoffnung auf dich. Herr, ich liebe dich über alles; ich möchte dich lieben, indem ich dein Wort in meinem Gebet aufmerksam beachte und meinen Vorsatz, nach deinem Wort zu leben, erneuere. Ich möchte dich lieben um derentwillen, die ohne Liebe sind. Ich komme ferner zu dir in der Hoffnung, im Ostergeheimnis dein Geschenk eines neuen Lebens bereitwillig anzunehmen.

Bitte:  Herr, lass mich über das leere Grab hinweg meine Schwächen, Fehler und mein Versagen der letzten Zeit sehen, um zu erkennen, dass du in meinem Herzen und in meinem täglichen Leben noch einmal auferstehen willst.

1. Anfängliche Blindheit. Anfangs hat insbesondere Maria aus Magdala nicht erkannt, dass Christus wirklich auferstanden ist. Sie ist stark gefühlsbetont in Ihrer Erinnerung an Jesus, den sie auf Erden als umherziehenden Rabbi kannte und liebte. Das erkennen wir auch in ihren Worten: „Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen.“ In diesem Augenblick kann sie nicht weiter sehen und begreifen, dass ihr Meister zu einem neuen Leben weitergegangen ist. Sind wir davor geschützt, in die gleiche Spur zu geraten? Auch wir müssen über die Versuchungen, Enttäuschungen und harten Schläge des täglichen Lebens hinweg schauen, um zu erkennen, dass Jesus stets will, dass wir Höheres, nämlich die ewige Freude und den ewigen Frieden suchen, die wir eines Tages auch erleben werden, wie er versprochen hat.

2. Ein Aufleuchten von Hoffnung und Erwartung. Wir können uns sehr gut vorstellen, wie Petrus und Johannes zum Grab gelaufen sind. Diese beiden Apostel scheinen nicht vergessen zu haben, was der Herr voraussagte, nämlich, dass er am dritten Tag wieder auferstehen werde; das muss ihnen bewusst gewesen sein, als sie keuchend zum Grab rennen. Beides, Vermutung und Hoffnung, regt sich in ihrem Herzen: „Ist es möglich, dass er vollbracht hat, woran wir denken? Hat er das Unvorstellbare getan?“ In all ihrer Erregung und Unsicherheit ringen die Jünger damit, an die Auferstehung des Herrn zu glauben. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Glaube an den auferstandenen Herrn letztlich ein Geschenk und eine Gnade ist, um die wir auf Knien bitten müssen, und nicht nur eine geistige Übung und ein Produkt unserer Vernunft ist. Wie Petrus und Johannes an diesem Morgen, könnten auch viele andere (z.B. die Mitglieder des Hohen Rates, die römische Obrigkeit, die römischen Soldaten etc.) bestätigen, dass das Grab leer war, aber nicht alle kamen dadurch zum Glauben. Einige waren so ungläubig, dass sie sogar versuchten, den Bericht über das, was sich ereignet hatte, zu fälschen.

3. Ein Jünger sah und glaubte. Eine innige Freude über die lebendige Begegnung mit dem auferstandenen Christus überkommt jeden einmal zu unterschiedlichen Zeiten. Der Jünger, den Jesus liebte, sah das Grab, so wie es war, und glaubte an die Auferstehung. In diesem Augenblick begann er, dem Mysterium des auferstandenen Christus geistig zu begegnen, jedoch noch nicht mit seinen Augen. Der Glaube des ersten Jüngers führt dazu, dass der Glaube bald auch den anderen neben ihm erreicht. In diesem Augenblick fragt sich Petrus noch, ob der Herr auferstanden ist; er hat sich wieder erholt, nachdem er den Schmerz über das dreifache Leugnen und den Tod des Herrn auf dem Kalvarienberg überwunden hat. Der Anblick des leeren Grabes allein dürfte das Leben von Petrus und Johannes nicht verändert haben, wäre er nicht begleitet gewesen von Gebet und Offenheit für das Geheimnis des Glaubens an die Auferstehung des Herrn. Der auferstandene Christus führte beide Jünger zu einer inneren Begegnung mit ihm, noch bevor er ihnen zum ersten Mal erschienen ist.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich weiß, dass ich glauben muss; hilf meinem Mangel an Glauben. Möge mich der Glaube an dich – selbst ein blinder Glaube – zu deinem Licht hinführen und es mir möglich machen, weiterzugehen, auch wenn ich in meinem Alltag, in meinen Schwierigkeiten, nicht immer alles verstehen kann.

Vorsatz:   Ich will mein Leben überprüfen und mich bemühen, die Gegenwart Christi in allen Menschen, die ich heute treffen werde, zu sehen.


Offenheit für den auferstandenen Christus, wie er wirklich ist

9. April 2007

Montag der Osteroktav

P. Gregory Woodward LC

Mt 28,8-15
Maria aus Magdala und die andere Maria verließen das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen. Noch während die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den Wächtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Diese fassten gemeinsam mit den Ältesten den Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld und sagten: Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen. Falls der Statthalter davon hört, werden wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt. Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich; hilf mir besonders, wenn mein Glauben zu wanken beginnt. Herr, ich hoffe auf dich, weil du deinen Verheißungen für immer treu bist. Herr, ich liebe dich; hilf mir als ein Kind Gottes, das dein Abbild und dir ähnlich ist, zu leben. Herr, ich komme auch zu dir, um dir von ganzem Herzen zu danken. Ich danke dir für die Geschenke des Lebens, der Familie und die große Gunst, jetzt dir zu gehören.

Bitte:  Gott unser Vater, möge mein Glauben an die Auferstehung fest und einfach sein. Rationalistische Überlegungen sollen mir den Elan meiner Ergebenheit oder mein Engagement für deinen Weg nicht nehmen können. Möge mich mein Glauben zu deinem Licht und deiner Wahrheit bringen.

1. Christus wählt die Zeugen aus. Obwohl die jüdische Tradition zur Zeit Christi dem Zeugnis einer Frau keinen Wert beilegte, offenbart sich der auferstandene Herr zuerst Frauen und macht sie zu Zeugen seiner Auferstehung. Christus wählt zum Zeugen seiner Auferstehung aus, wen er will. Er belohnt diejenigen mit seiner Gegenwart, die aufrichtig an ihn glauben. Jeder, der aufgeschlossen ist, an Christus und seine Auferstehung zu glauben, und diesen Glauben annimmt, ist überall und zu jeder Zeit ein glaubwürdiger Zeuge für ihn.

2. „Fürchtet euch nicht.“ Diese Worte der Heiligen Schrift wurden immer wieder von Papst Johannes Paul II. in seinem langen und fruchtbaren Pontifikat wiederholt. Christus kommt, um die Seelen dieser Frauen zu stärken, die sich wegen seinem Tod in tiefer Trauer befanden. Er hat aus ihrer Trauer und ihrem Leid den ersten aller Ostermorgen gemacht, einen Morgen des Friedens und des Glücks, das unermesslich und unbeschreiblich ist. Friede und Glück sind unter den unermesslichen Geschenken des auferstandenen Herrn. Und noch viel mehr von dieser Freude können wir genießen, wenn wir nicht nachlassen, um diese Gnade unaufhörlich zu bitten.

3. Der Glaube an den wahren Christus kann auch abgelehnt werden. Wie Recht hatte Christus, als er den Pharisäern in einem früheren Gleichnis sagte, dass, wenn sie Moses und den Propheten nicht glauben, sie sich auch nicht überzeugen lassen würden, wenn einer von den Toten auferstehen würde (vergleiche Lk 16,29-31). Die religiöse Führungsschicht in Jerusalem, die Hohenpriester und die Pharisäer widersetzten sich Christus so sehr, dass sie genau das taten. Auch als Christus von den Toten auferstanden war, suchten sie nach einer anderen Darstellung der Auferstehung, um sie zu vertuschen; koste es, was es wolle, der Messias konnte nicht der gewesen sein, den sie in den Tod geschickt hatten. Machen wir uns derselben Sünde schuldig, wenn wir Christus an unsere eigene gewohnte menschliche Denkweise anpassen wollen, anstatt ihn so anzunehmen, wie er ist?

Gespräch mit Christus:  Herr, ein tiefer Glaube an deine Auferstehung und Gegenwart hängt von deiner Gnade und meinem Willen ab. Schenke mir das Vertrauen, deine Gegenwart und deinen Segen in meinem Leben ohne jede Frage anzunehmen. Möge ich zu denen gehören, die über das leere Grab des Unglaubens hinwegsehen und ein neues Licht und Trost in deiner Auferstehung und deiner Gegenwart finden.

Vorsatz:   Ich will mich heute besonders anstrengen, fest zu glauben, dass Gott immer bei mir ist.


Den Herrn mit den Augen des Glaubens sehen

10. April 2007

Dienstag der Osteroktav

P. Gregory Woodward LC

Joh 20,11-18
Maria aus Magdala aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria aus Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

Einführendes Gebet:   Herr, gewähre mir die Gnade, so zu glauben, dass ich anderen helfen kann zu glauben. Lass mich so hoffen, dass ich anderen Hoffnung bringe. Lass mich so lieben, dass ich andere dazu bringe zu lieben. Ich bitte dich ferner um die Gnade, die Herausforderungen mutig anzunehmen, denen ich heute gegenübergestellt werde. Heute wird nichts geschehen, was ich mit dir zusammen nicht in den Griff bekommen kann.

Bitte:  Mein Gott und Herr, lass mich diese lebendige und eindringliche Erfahrung machen, deinen Sohn in dem Glauben zu sehen wie Maria aus Magdala ihn sah.

1. Maria aus Magdala weint am Grab. Das Evangelium zeigt uns, was geschieht, wenn der Glaube an den auferstandenen Christus nicht in unser Herz und unsere innerste Überzeugung eingedrungen ist. In einem solchen Fall sehen wir die Dinge aus weltlicher Sicht. Maria aus Magdala wurde bei all ihrer Treue zum Herrn - und aller beispiellosen Hingabe an ihn nach seinem Tod - weinend statt jubelnd angetroffen. Marias Liebe ist groß, aber sie kommt über die Trauer über den Tod des Herrn nicht hinweg, um das Licht seiner Auferstehung zu sehen.

2. Maria glaubt, als sie ihren Namen hört. Das ist ein bewegender Bericht über die Liebe des auferstandenen Herrn zu einem Geschöpf, einer Seele, die er für ihre Treue und Hingabe reichlich belohnen will. Der auferstandene Christus führt Maria aus Magdala langsam zu der feierlichen Aussage des Glaubens, ausgedrückt in der Anrede „Rabbuni“; er führt sie Schritt für Schritt zu diesem Augenblick. Hier wird vorweggenommen, wie er mit uns umgeht. Der hl. Papst Gregor der Große sagte, dass „äußerlich er (Christus) es war, der das Ziel der Suche (von Maria von Magdala) war, aber innerlich war er es, der sie dazu brachte, nach ihm zu suchen“. Christus, so fuhr der hl. Gregor fort, ruft Maria aus Magdala “bei ihrem Namen, um dann zu sagen: ‚Jetzt erkenne den, der dich erkennt’“. (Homilie 25).

3. Ich habe den Herrn gesehen. Als er im Begriff ist, zum Vater hinaufzugehen, erlaubt Christus Maria aus Magdala nicht, ihn festzuhalten. Ihr Verhältnis hat sich grundlegend geändert. Zuerst lernt Maria aus Magdala von dem auferstandenen Christus, dass sie in die Welt zurückkehren und geduldig die Prüfungen und Leiden dieses Lebens ertragen muss, ehe sie die Fülle der Freude, die von seiner Auferstehung ausgeht, erlangen kann. Ihre Lektion ist auch unsere, und mit Maria aus Magdala hat er uns einen Vorgeschmack von der kommenden Freude gegeben. Sodann kann Maria aus Magdala von nun an für sich nicht mehr das menschliche Erlebnis beanspruchen, Christus mit irdischen Augen zu sehen. Vielmehr muss sie daran gewöhnt werden, ihn mit ganz anderen Augen wahrzunehmen, wenn sie in seiner Nähe ist, nämlich mit den Augen des Glaubens. Wenn sie den Jüngern mitteilt, dass sie „den Herrn gesehen hat“, dann meint sie es auch so. Sie hat den Herrn schließlich durch die tiefer blickenden Augen des Glaubens gesehen, die allein den auferstandenen Herrn zu erkennen vermögen.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, hilf mir, dich mit den Augen des Glaubens zu sehen. Ich glaube an deine Gegenwart, vor allem in den heiligen Sakramenten. Vermehre meinen Glauben. Ich sehe dich in den Bischöfen und Priestern der Kirche; gewähre mir die Gnade, ihnen gläubig zu vertrauen. Ich sehe dich in all meinen Brüdern und Schwestern, auch in den Ärmsten und den am meisten Vergessenen; hilf mir, ihnen zu helfen.

Vorsatz:   Als konkreten Akt meines Glaubens an die Gegenwart des Herrn in der Eucharistie will ich mich heute bemühen, ihn in einer Kirche oder Kapelle in der Nähe aufzusuchen.


Mit Christus den Weg nach Emmaus gehen

11. April 2007

Mittwoch der Osteroktav

P. Gregory Woodward LC

Lk 24,13-35
Am gleichen Tag, dem ersten Tag der Woche, waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Einführendes Gebet:   Herr, ich glaube an dich; stärke meinen Glauben, insbesondere an deine Auferstehung. Herr, ich hoffe auf dich; schenke mir die Hoffnung, dass du all deinen Verheißungen treu sein wirst. Herr, stärke meine Liebe; gewähre mir eine großzügige und beständige Liebe. Ich danke dir für alle deine Gnaden und Wohltaten in meinem Leben.

Bitte:  Herr Gott, möge ich mit der gleichen Aufnahmebereitschaft durchs Leben gehen wie die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus.

1. „Wir hofften.“ Wieder einmal wird der auferstandene Herr von seinen Jüngern nicht erkannt. Der Evangelist scheint anzudeuten, dass der Grund dafür der fehlende Glaube der Jünger ist: „Doch sie waren mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten.“ Christus lernt seine Jünger kennen, in dem er sie erzählen lässt. Er entdeckt schnell den Grund, warum sie so mutlos und niedergeschlagen sind. Ihr Problem scheint darin zu liegen, dass sie einen anderen Christus „erhofft hatten“ – einen politisch aktiveren und weltlichen Christus. Hier sollten wir uns fragen, ob wir nicht auch stets auf einen anderen Christus hoffen, einen Christus, der mehr nach unserem eigenen Geschmack ist oder der uns in unseren menschlichen Anliegen (Geld, Reichtum, Ruhm, Beliebtheit, etc.) unterstützt.

2. Christus erklärt die Schrift. Christus sieht, dass die beiden Jünger nicht den nötigen Glauben haben, um hinter das große Leid seiner Kreuzigung und das leere Grab zu sehen. Er gibt ihnen Hoffnung, indem er hier die Gelegenheit ergreift, ihnen die gesamte Schrift zu erklären, die von Moses bis zu den letzten Propheten auf ihn hinweist. So hält der auferstandene Herr der entstehenden Christenheit die erste Predigt (die Schriften, erklärt im Wortgottesdienst der Heiligen Messe). Die Lektion Christi trägt Früchte, indem Hoffnung und Mut wieder aufleben. Die Jünger sind so bewegt, dass sie den Herrn nicht weiter gehen lassen wollen, als sie das Haus in Emmaus erreichten: „Bleib doch bei uns.“

3. Brannte uns nicht das Herz? Nach jüdischer Tradition war es üblich, dass der Herr des Hauses beim Mahl als Gastgeber handelte und das Brot brach. Jedoch umgeht der geheimnisvolle Begleiter diesen Brauch und bewirkt bei beiden Jüngern, dass sie eine tiefe Glaubenserfahrung machen und Christus daran erkennen, wie er das Brot bricht. Nun sehen sie in ihm den wahren Herrn und Meister. Hier vollzieht Christus zum ersten Mal nach seiner Auferstehung die Feier der Eucharistie (was die ersten Christen „das Brechen des Brotes“ nannten). Von diesem Moment an ändert sich alles für diese beiden Jünger; nicht mehr niedergeschlagen, machen sie sich sofort voll Freude und Begeisterung als neue Menschen und überzeugte Zeugen der Auferstehung auf den Weg, um alles den elf Jüngern in Jerusalem mitzuteilen. Ihre Herzen brannten tatsächlich.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, mein Herz brennt auch. Ich weiß jetzt, ich kann lernen, ein mutigerer Zeuge deiner Wahrheit zu sein, indem ich dich in dieser Meditation nach Emmaus begleite. Möge ich den neuen Menschen im Glauben und in Freude anziehen, wenn ich deine verwandelnde Gegenwart in der Liturgie des Wortes und im Brechen des Brotes erkenne.

Vorsatz:   Ich werde die Liturgie meiner nächsten Heiligen Messe immer bewusster Seite an Seite mit Christus feiern.


Christus lehrt uns, dass er wirklich leibhaft auferstanden ist

12.April 2007

Donnerstag der Osteroktav

P. Gregory Woodward LC

Lk 24,35-48
Da erzählten die Jünger Jesu, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür.

Einführendes Gebet:   Herr, vermehre meinen Glauben; mache ihn lebendig und wirkungsvoll. Stärke meine Hoffnung; mache sie freudig und unerschütterlich. Vermehre meine Liebe; möge ich mich selbst zum größtmöglichen Nutzen für jeden erweisen. Ich danke dir für alle deine Gnaden und Wohltaten.

Bitte:  Herr, gewähre mir einen starken und ausdauernden Glauben, der rein und ernsthaft ist.

1. „Friede sei mit dir“. Friede, besonders innerer Friede, ist eines der Zeichen von Christi Gegenwart. Der Friedensgruß des auferstandenen Christus ist ein spontanes Zeichen seines Sieges. Er hat schon den Kampf gegen Sünde und Tod für uns alle gewonnen, so dass wir vollkommen im Frieden sein können. Als Frucht seiner Auferstehung möchte er auch, dass wir soviel wie möglich von diesem Frieden haben.

2. „Erschocken und versteinert“. Die Angst der Jünger führt Jesus dazu, einen Beweis seiner Auferstehung zu liefern. Er lässt seine Jünger die Wunden an seinen Händen und Füßen sehen. Der Evangelist bekundet seinen großen Schmerz darüber, dass die Jünger anfangs so schwer zu überzeugen waren, damit seine Leser über ihre eigenen Schwierigkeiten im Glauben nicht überrascht sind. An die Auferstehung zu glauben ist eine Gnade, letztlich ein Geschenk Gottes, wie wir bei den Jüngern sehen, die immer noch nicht glauben, obwohl sie seine durchbohrten Hände und Füße gesehen haben. Jesus hilft ihnen zu glauben, indem er ein Stück gebratenen Fisches in ihrer Gegenwart verzehrt, - zu diesem Zeitpunkt kommen die Jünger in der Tat zum Glauben.

3. „Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe“. Selbst als Christus seine Jünger davon überzeugt, dass er von den Toten auferstanden ist - dass er nicht nur ein Geist ist - bleiben Zweifel in ihren Herzen. Deshalb zeigt uns der Evangelist, wie Christus seinen Jüngern die Augen für das Verständnis der Schrift öffnete. Der göttliche Plan, der von Moses, dem Gesetz und den Propheten vorausgesagt war, musste in Erfüllung gehen, nämlich, dass Christus leiden und am dritten Tage wieder auferstehen würde. Christus gebietet seinen Jüngern, das Evangelium der Umkehr bis ans Ende der Welt zu predigen, und macht sie zu Mitarbeitern an seinem göttlichen Plan. Obwohl dieser Plan sicherlich ein Geheimnis für uns bleibt, lehrt uns der auferstandene Herr, ihm zu vertrauen und in sein Geheimnis mit unserem ganzen Herzen einzutreten.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, möge ich mich deinem Plan mein Leben lang mit einem lebendigen und wirkungsvollen Glauben hingeben. Mache mich fähig, allen Schwierigkeiten und Herausforderungen des Lebens standzuhalten. Hilf mir, immer fest an dich zu glauben und an dir festzuhalten, so dass ich dein Gesandter für andere in der Welt sein kann.

Vorsatz:   Ich werde mindestens mit einer Person sprechen oder einer Person schreiben, von der ich weiß, dass sie vom Weg des Glaubens abgekommen ist.


Beharrlichkeit in meinem Glauben an den auferstandenen Herrn

13. April 2007

Freitag der Osteroktav

P. Gregory Woodward LC

Joh 21,1-14
Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus (Zwilling), Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Einführendes Gebet:   Herr, erfülle meine Seele mit deiner Gnade. Stärke meinen Glauben, damit ich den Ruf, dir zu folgen, entschieden annehme. Vermehre mein Vertrauen in dich, um bis zum Ende durchzuhalten. Gewähre mir vor allem die Gnade zu lieben, so dass ich dich auch über alles lieben kann. Möge ich alle meine Brüder und Schwestern in einer großzügigen und selbstlosen Weise lieben, wie es sich für einen wahren Christen geziemt. Möge diese Zeit des Gebets dazu dienen, mir deine ständige Gegenwart in meinem Leben bewusster zu machen und mich befähigen, die Versuchungen und Schwierigkeiten heute gelassen und mutig auf mich zu nehmen.

Bitte:  Herr, gewähre mir den Glauben, damit ich ein mutiger und entschiedener Zeuge für dich in der Öffentlichkeit bin.

1. Die Jünger brauchen noch weitere Beweise. Petrus und verschiedene Apostel, die Jesus in Galiläa begleiteten, hatten den Trost der Begegnung mit dem auferstandenen Christus schon erfahren. Sie glauben, dass der Herr wirklich auferstanden ist. Petrus ist weitgehend von seinem großen Schmerz, Christus dreimal verleugnet zu haben, geheilt; aber er ist noch immer nicht überzeugt genug, um erneut mutig und öffentlich Christus zu bezeugen. Sein Missionsauftrag ist noch nicht mit Leben erfüllt. Er scheint sich stark danach zu sehnen, in Nostalgie zu einer gewissen Behaglichkeit der „alten Zeiten“ als Fischer zurückzukehren. Die anderen Apostel folgen der Führung des Petrus – die Vorrangstellung des Petrus zeigt sich schon hier –, da sie zu verwirrt sind und weil die Gnaden der Auferstehung Christi ihre Herzen noch nicht derart durchdrungen haben, dass sie wieder wahre Apostel sein können.

2. noch nicht Der Herr selbst bringt die Frucht. Christus hat beim letzten Abendmahl auf die Tatsache hingewiesen, dass seine Jünger wie Reben am Weinstock seien, vollkommen abhängig von ihm. Er war sogar so weit gegangen zu sagen: „Denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“ (Joh 15,5). Die Jünger entdecken diese Wahrheit auf anschauliche Weise an dem Tag, an dem sie keinen Fisch fangen. Als die Nacht einbricht, versuchen sie es weiter, aber immer noch vergeblich. Am nächsten Morgen sind sie vollkommen erschöpft. Sie erhalten Anweisungen vom Herrn am Ufer, aber wie Maria aus Magdala und die Emmausjünger erkennen sie ihn nicht. Sie brauchen mehr Glauben. Ich sollte den Herrn auch bitten, meinen Glauben zu vermehren, so dass ich unabhängig davon, wie herausfordernd er auch sein mag, seine Gegenwart leichter in meinem Leben und meinem Umfeld erkennen möge.

3. „Es ist der Herr“. Die Jünger erfahren nun einen Glauben an die Gegenwart des auferstandenen Herrn, ähnlich wie Maria aus Magdala. Sie verstehen allmählich, dass er nicht mehr als leibliches Wesen, sondern mit den Augen des Glaubens wahrzunehmen ist. Der Jünger, den Jesus liebt, scheint unter den Jüngern am meisten inspiriert zu sein; in Erinnerung an das erste Wunder mit den Fischernetzen vor einigen Jahren folgert er jetzt daraus, „es ist der Herr“. Petrus folgt ihm sogleich im Glauben und springt eilig in den See, um der Erste zu sein, der den Herrn begrüßt. Diese neue Glaubenserfahrung mit Christus bereitet alle Jünger darauf vor, „Menschenfischer“ in einer neuen Mission zu sein, symbolisiert durch die Überfülle von Fischen im Netz bei dem wunderbaren Fischfang.

Gespräch mit Christus:  Herr, ich möchte dir folgen und beharrlich im Glauben sein; aber gleich den Jüngern, denen du erschienen bist, kenne ich meine Schwachheit und Ängste. Gib mir Mut, dich und deinen Weg wirkungsvoll zu bezeugen.

Vorsatz:   Ich werde heute auf mein Leben zurückblicken und mich dabei vergewissern, ob ich wirklich in der Öffentlichkeit Zeugnis gebe vom Herrn, den ich mit den Augen des Glaubens gesehen habe.


Der auferstandene Herr sendet mich, das Evangelium zu verkünden

14. April 2007

Samstag der Osteroktav

P. Gregory Woodward LC

Mk 16,9-15
Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammen gewesen waren und die nun klagten und weinten. Als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht. Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. Auch sie gingen und berichteten es den anderen, und auch ihnen glaubte man nicht. Später erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!

Einführendes Gebet:   Mein Herr und mein Gott, vermehre meinen Glauben an dich. Möge dieser Glaube allen meinen Schritten ein beständiges Licht sein und mich dahin bringen, die göttlichen Wahrheiten zu suchen. Herr, stärke meine Hoffnung; mache sie freudig und unerschütterlich. Herr, vergrößere meine Liebe; fahre fort, sie beständig und großzügig zu machen. In dieser ersten Osterwoche danke ich dir aus ganzem Herzen für all deine Gnaden und Wohltaten. Fahre fort, mir zu helfen, das neue Leben zu leben, das durch den Tod und die Auferstehung deines Sohnes verdient wurde.

Bitte:  Herr, möge meine Begegnung mit deinem Sohn Jesus Christus mich für immer zu seinem Apostel machen, bereit, das Evangelium allen um mich herum zu verkünden.

1. Der Unglaube der Elf. Alle Evangeliumsberichte über die Auferstehung Christi stimmen darin überein, dass Christus in ein Grab gelegt und dieses Grab leer aufgefunden wurde und dass Christus nachher einigen seiner Jünger begegnete. Im heutigen Evangelium hatten drei der Jünger einschließlich Maria aus Magdala den Herrn gesehen, ihnen wurde aber von den anderen Jüngern nicht geglaubt. Dies erinnert uns wieder einmal daran, dass der Glaube an den auferstandenen Christus letzten Endes eine Erfahrung ist, die wir alle für uns selbst erleben müssen, ebenso wie eine Gnade von Gott. So können wir uns in Situationen befinden, in denen wir uns sehr für Christus begeistern, aber bemerken, dass andere unseren Glauben nicht teilen, wenn wir ihnen den Glauben näher bringen wollen.

2. Christus tadelt den Unglauben der Elf. Christus tadelt die Elf, weil sie nicht bereit sind, glaubwürdigen und ausgesuchten Zeugen zu glauben. Damit sie jedoch zum Glauben kommen, wird es erforderlich, dass Christus ihnen persönlich begegnet – ihr Unglaube macht unseren Glauben heute einfacher. Christus ließ sie nicht an seiner Auferstehung zweifeln. Wir mögen Christus heute nicht leibhaftig sehen, aber wir sehen das Wirken der Kirche, die über die Zeit von zwanzig Jahrhunderten hinweg die Auferstehung unentwegt bezeugt. Letztlich ist der Glaube eine Gnade, um die wir bitten müssen. Mögen wir die Freude erfahren über das Wissen, wie wir zum Glauben gelangen können, selbst wenn wir den Herrn mit unseren Augen nicht sehen können.

3. Das Evangelium verkünden. Der Höhepunkt jeder Begegnung mit dem auferstandenen Herrn liegt im Befolgen seines Auftrags, das Evangelium allen Geschöpfen zu verkünden. Das haben die Elf gelernt. Dies ist der ständige Ruf Christi an uns alle, die wir Christen sind. Unsere Begegnung im Glauben mit dem auferstandenen Herrn sollte uns dazu führen, ihn noch mehr zu lieben. Dies hat die Begegnung bei den Aposteln bewirkt. Unsere Begegnung mit dem auferstandenen Herrn sollten wir nicht für uns behalten. Vielmehr sollte sie uns dahin bringen, ihn eifrig zu verkünden. Der Sinn des Auftrags Christi besteht darin, ihn so vielen Mitmenschen wie möglich zu verkünden.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, möge mich die Gnade, die mich dem Geheimnis deiner Auferstehung näher bringt, überzeugen, dass mein Leben nach dieser Erfahrung nicht das Gleiche sein kann wie vorher. Lass mich von nun an ganz eifrig und freudig deine Liebe allen um mich herum in der Überzeugung verkünden, dass dies das Leben der Menschen und der ganzen Welt verbessern wird.

Vorsatz:   Ich will heute mindestens einem Menschen meine Erfahrung der geistigen Erneuerung mitteilen, die ich in dieser ersten Osterwoche gemacht habe.