Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 1. April 2007 bis Samstag 7. April 2007

Karwoche

P. Christopher Scroggin LC

König der Herzen Sonntag
Liebe, die alles übertrifft Montag
Gottes Wege Dienstag
Judas Mittwoch
Das letzte Abendmahl Donnerstag
Karfreitag Freitag
Stilles Warten Samstag


König der Herzen

1. April 2007


Palmsonntag

P. Christopher Scroggin LC

Lk 23,1-49
Daraufhin erhob sich die ganze Versammlung und man führte Jesus zu Pilatus. Dort brachten sie ihre Anklage gegen ihn vor; sie sagten: Wir haben festgestellt, dass dieser Mensch unser Volk verführt, es davon abhält, dem Kaiser Steuer zu zahlen, und behauptet, er sei der Messias und König. Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete ihm: Du sagst es. Da sagte Pilatus zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde nicht, dass dieser Mensch eines Verbrechens schuldig ist. Sie aber blieben hartnäckig und sagten: Er wiegelt das Volk auf und verbreitet seine Lehre im ganzen jüdischen Land von Galiläa bis hierher.
Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mann ein Galiläer sei. Und als er erfuhr, dass Jesus aus dem Gebiet des Herodes komme, ließ er ihn zu Herodes bringen, der in jenen Tagen ebenfalls in Jerusalem war. Herodes freute sich sehr, als er Jesus sah; schon lange hatte er sich gewünscht, mit ihm zusammenzutreffen, denn er hatte von ihm gehört. Nun hoffte er, ein Wunder von ihm zu sehen. Er stellte ihm viele Fragen, doch Jesus gab ihm keine Antwort. Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, die dabeistanden, erhoben schwere Beschuldigungen gegen ihn. Herodes und seine Soldaten zeigten ihm offen ihre Verachtung. Er trieb seinen Spott mit Jesus, ließ ihm ein Prunkgewand umhängen und schickte ihn so zu Pilatus zurück. An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde; vorher waren sie Feinde gewesen.
Pilatus rief die Hohenpriester und die anderen führenden Männer und das Volk zusammen und sagte zu ihnen: Ihr habt mir diesen Menschen hergebracht und behauptet, er wiegle das Volk auf. Ich selbst habe ihn in eurer Gegenwart verhört und habe keine der Anklagen, die ihr gegen diesen Menschen vorgebracht habt, bestätigt gefunden, auch Herodes nicht, denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt. Ihr seht also: Er hat nichts getan, worauf die Todesstrafe steht. Daher will ich ihn nur auspeitschen lassen und dann werde ich ihn freilassen. Da schrieen sie alle miteinander: Weg mit ihm; lass den Barabbas frei! Dieser Mann war wegen eines Aufruhrs in der Stadt und wegen Mordes ins Gefängnis geworfen worden. Pilatus aber redete wieder auf sie ein, denn er wollte Jesus freilassen. Doch sie schrieen: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Zum dritten Mal sagte er zu ihnen: Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Ich habe nichts feststellen können, wofür er den Tod verdient. Daher will ich ihn auspeitschen lassen und dann werde ich ihn freilassen. Sie aber schrieen und forderten immer lauter, er solle Jesus kreuzigen lassen, und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch: Pilatus entschied, dass ihre Forderung erfüllt werden solle. Er ließ den Mann frei, der wegen Aufruhr und Mord im Gefängnis saß und den sie gefordert hatten. Jesus aber lieferte er ihnen aus, wie sie es verlangten.
Als sie Jesus hinausführten, ergriffen sie einen Mann aus Zyrene namens Simon, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage. Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder! Denn es kommen Tage, da wird man sagen: Wohl den Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Deckt uns zu! Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden? Zusammen mit Jesus wurden auch zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt. Sie kamen zur Schädelhöhe; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den andern links. Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Dann warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich. Die Leute standen dabei und schauten zu; auch die führenden Männer des Volkes verlachten ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist. Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst! Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden. Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei, und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus. Als der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sagte: Das war wirklich ein gerechter Mensch. Und alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren und sahen, was sich ereignet hatte, schlugen sich an die Brust und gingen betroffen weg. Alle seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung, auch die Frauen, die ihm seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt waren und die alles mit ansahen.

Einführendes Gebet:   Himmlischer Vater, wir treten nun in die heiligste Woche des Jahres ein. Bitte vermehre deine Gnade unter uns. Gib uns Kraft für den Weg nach Kalvaria, damit wir deinen geliebten Sohn auf dem Weg der Erlösung begleiten können. Gib uns die übernatürliche Sichtweise des Glaubens, damit wir in unseren Schwierigkeiten und Prüfungen Wege erkennen, die uns helfen, unser Leben nach dem Leben deines Sohnes auszurichten.

Bitte:  Herr Jesus, gewähre mir die Gnade, dich in deinem Leiden mit größerem Verständnis und größerer Liebe zu begleiten.

1. Die Suche nach dem Glück. Der Mensch schätzt die Freiheit über alles. Es gibt aber etwas, was ihm noch mehr bedeutet und ohne das Existenz und sogar Freiheit ohne Wert und sogar schmerzvoll sein können: Glücklich sein. Einer der größten Widersprüche im Leben des Menschen ist es, dass er zwar nach Freiheit verlangt, gleichzeitig aber auch ein Sklave sein will; nicht ein Sklave in dem Sinn, dass ihm die Freiheit verweigert wird, sondern in dem Sinn, dass er nach etwas verlangt, das er anbeten kann, das sein Herz berührt, das seine Kraft fordert und das seine Gefühle bestimmt. Er will zwar frei sein, zwischen den verschiedenen Formen von Glück wählen zu können, er will aber nicht frei sein vom Glück an sich. Er will ein Sklave des Glücks sein.

2. Zwei Wege. Es gibt zwei Wege, wie man auf diesen Hunger der Seele und diesen Durst des Herzens antworten kann: den Weg der Welt und den Weg Christi. Bevor wir uns den Freuden der Welt hingeben, scheinen sie begehrenswert zu sein und es scheint, dass sie uns all das geben, was wir brauchen, um glücklich zu sein. Wenn wir sie aber besitzen, enttäuschen sie uns, und manchmal ekeln sie uns sogar an. Das Gegenteil trifft auf die Freuden, die Christus uns anbietet, zu. Bevor wir sie besitzen, sind sie schwierig, unattraktiv, manchmal sogar abstoßend. Wenn wir sie aber besitzen, stellen sie uns zufrieden und werden zu dem, wonach sich unser Herz schon immer gesehnt hat.

3. Jesus Christus ist die Antwort. Das, was die Welt uns als Erfolg verkaufen will, ist in Wirklichkeit Misserfolg und Unglück. Und das, was die Welt uns als Misserfolg und Niederlage vorführt, ist in Wirklichkeit Erfolg und Sieg. Diese Wirklichkeit spielt sich in dieser Woche des Leidens unseres Herrn vor unseren Augen ab. Jesus ist das Glück, nach dem wir verlangen und er ist die Antwort auf all unsere Wünsche. Sein Weg ist der Weg des Kreuzes, und darum müssen wir, die wir ihm nachfolgen wollen, auf dem gleichen Weg gehen. Jesus versichert uns, dass die Armen nicht immer arm sein werden; dass der Gekreuzigte nicht für immer am Kreuz hängen wird; dass der Arme reich sein wird; dass der Niedrige erhöht werden wird; dass jene, die unter Tränen säen, voll Freude ernten werden; dass jene, die trauern, getröstet werden; und dass jene, die mit Christus leiden, mit ihm herrschen werden. Mit den Worten des Dichters Francis Thomson sagt Christus zu uns: „Alles, was ich von dir wegnahm, tat ich nicht, um dir zu schaden, sondern damit du es in meinen Armen suchst: Steh auf, nimm meine Hand und komm!“

Gespräch mit Christus:  Jesus, komm und sei du der König meines Herzens. In dieser Woche deines Leidens soll meine Liebe zu dir wachsen, damit ich das, was du für mich getan hast, immer mehr schätzen lerne. Gib mir deine Gnade, damit ich dir treu nachfolgen kann und stärke mich, damit ich mein Kreuz in Liebe und Großmut auf mich nehmen kann.

Vorsatz:   Ich will den Herrn in der heiligsten Eucharistie besuchen und dort meinen Wunsch erneuern, ihm ganz zu gehören.


Liebe, die alles übertrifft

2. April 2007

Montag in der Karwoche

P. Christopher Scroggin LC

Joh 12,1-11
Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den er von den Toten auferweckt hatte. Dort bereiteten sie ihm ein Mahl; Marta bediente und Lazarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren. Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt. Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später verriet, sagte: Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte. Jesus erwiderte: Lass sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses tue. Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch. Viele Juden hatten erfahren, dass Jesus dort war, und sie kamen, jedoch nicht nur um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte. Die Hohenpriester aber beschlossen, auch Lazarus zu töten, weil viele Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.

Einführendes Gebet:   Herr, ich danke dir, dass du mich einlädst, mit dir zusammen in Bethanien zu sein. Du lädst mich ein, dir in diesen deinen letzten Tagen deiner irdischen Pilgerschaft ganz nah zu sein. Ich will dich begleiten, um dich zu trösten, wenn dein schweres Ende naht. Vater, hilf mir, deinen Sohn in dieser Woche seines Leidens und seines Todes, den er für mich erlitt, immer mehr zu lieben.

Bitte:  Herr Jesus, lass mich deine Liebe zu mir auf lebendige Weise in dieser Meditation erfahren, damit ich dich immer mehr liebe und mich ganz dir hingebe.

1. Ein falsches Bild. Judas verrät Jesus für dreißig Silberstücke. Johannes nennt ihn einen Dieb: Er veruntreute die Einkünfte der Apostel. Es gibt hier aber noch etwas, das tiefer liegt. Judas wollte einen anderen Messias, einen, der die Juden von ihren Feinden befreit und ein Reich errichtet, das dem Reich Davids oder Salomos gleicht. Judas hat Christus nicht wirklich erkannt. Er hat ihn nicht so kennen gelernt, wie das die Samariterin, Barthimäus oder Maria und Martha getan haben. Er hatte ein falsches Bild vom Messias. Wer ist Christus für mich? Erwarte ich von Christus, dass er mich von allen Versuchungen und Schwierigkeiten befreit? Sieht mein Glaube so aus, dass ich nur das annehme, was mir gefällt und alles ablehne, was mir nicht gefällt?

2. Der wahre Jesus. Vielleicht haben auch wir manchmal falsche Vorstellungen von Jesus. Wir hätten manchmal gern einen Jesus, der es uns leicht macht und nicht viel von uns verlangt. Vielleicht haben wir den wahren Jesus noch nicht erkannt. Vielleicht ist Jesus für uns einer, der zu uns vom Sieg spricht, nicht aber über das Kreuz und das Leiden. Es ist sehr wichtig, dass wir den wahren Herrn erkennen und dass wir ihm auf seinem Weg nachfolgen, egal was für Konsequenzen das mit sich bringt. Wir dürfen Gott nicht zu etwas machen, das er nicht ist, sondern wir sollen ihn annehmen, wie er ist, denn er ist vor allem unser Retter und Erlöser.

3. Ihn kennen lernen. In dieser heiligen Woche haben wir die Gelegenheit, Jesus so kennen zu lernen, wie er wirklich ist. Dies ist ‚seine’ Woche, die Woche, für die er in die Welt gekommen ist, die Woche, in der er uns zeigt, wer er für uns sein will. Er will unser Retter sein. Er ist derjenige, der uns so sehr liebt, dass er sein Leben für uns hingibt. Diese Erkenntnis wird uns helfen, ihn in unserem Leben immer mehr zu lieben. Sie muss uns dazu bewegen, alles, was in unserer Macht liegt, zu tun, und diese seine Liebe auch zu anderen zu bringen.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich möchte dich mehr kennen lernen, damit ich dich immer mehr lieben kann. Hilf mir, die falschen Bilder, die ich von dir habe, abzulegen. Ich will, dass du in mein Herz kommst, damit es ganz dein Eigentum wird.

Vorsatz:   Ich will die Herausforderungen und Schwierigkeiten, die dieser Tag mit sich bringen wird, als mein Kreuz annehmen, damit ich Christus ähnlicher werden kann.


Gottes Wege

3. April 2007

Dienstag in der Karwoche

P. Christopher Scroggin LC

Joh 13,21-33,36-38
Nach diesen Worten war Jesus im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten. Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wussten, wen er meinte. Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte. Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche. Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald! Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte. Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen!, oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben. Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht. Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen. Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Simon Petrus sagte zu ihm: Herr, wohin willst du gehen? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen. Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben. Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

Einführendes Gebet:   Gott, unser Vater, ich glaube, dass du bei mir bist. Stärke mich, damit ich dir immer nachfolge, in guten und in schlechten Tagen. Hilf mir, dass ich nie den Glauben an dich verliere, sondern immer auf dich vertraue, denn du bist mein Vater, der mich liebt.

Bitte:  Herr Jesus, stärke mich, damit ich dir auf dem leuchtenden Weg des Kreuzes nachfolgen kann.

1. Die Verherrlichung Jesu. Jesus wird durch sein Leiden und seinen Tod, den er für uns erlitt, verherrlicht. Durch sie erringt er den Sieg über die Sünde und den Tod. In unseren Augen ist dieser Weg aber schwer, wir verstehen ihn nicht und sträuben uns dagegen. Wir wissen, dass wir als Christen auf diesem Weg gehen sollen. Wir sollen die schweren Momente, unsere Prüfungen und persönlichen Herausforderungen mit derselben Liebe und demselben Mut anpacken, wie Jesus das in seinem Leiden getan hat. Und so werden auch wir eines Tages verherrlicht werden.

2. Die Lektion für Petrus. Petrus liebt Jesus mit einer starken und ehrlichen Liebe. Er will wirklich nicht, dass sein Meister leiden oder sterben muss. Dabei denkt er aber sehr menschlich und nicht so, wie Gott das will. Petrus erlebt eine Erniedrigung, als er unseren Herrn verleugnet. Dadurch erfährt er aber eine wertvolle Lektion: Wir müssen uns ganz und gar auf den Herrn verlassen. All unsere Stärke kommt von ihm. Selbst wenn ich das Gefühl habe, dass mein Vorhaben gut ist, muss ich zuerst in aller Demut Gottes Pläne für mein Leben annehmen.

3. Wohin Jesus gehen muss. Jesus spricht von seinem Weggehen, und die Apostel sind ganz perplex und fragen sich, wohin er gehen muss. Jesus hatte ihnen schon geoffenbart, dass er leiden und sterben muss, um so auferstehen zu können und uns das ewige Leben schenken zu können. Jesus geht diesen Weg des Leidens und Sterbens aus Liebe zu uns. Er gibt sein Leben hin, damit wir das Leben in Fülle haben. Das Kreuz ist der neue Baum des Lebens, und Jesus’ heiligstes Blut ist das Wasser, das den Samen dieses ewigen Lebens in jedem von uns nährt.

Gespräch mit Christus:  Jesus, ich danke dir für das Opfer, das du für mich vollbracht hast. Ich möchte dir meine Dankbarkeit zeigen, indem ich meine christliche Berufung in Treue lebe. Stärke mich für diese Aufgabe und gewähre mir, dass ich niemals einen anderen Weg als den Weg des Kreuzes suche.

Vorsatz:   Ich will mich bemühen, die Kreuze, die Gott mir heute senden wird, mit größerer Liebe zu umarmen.


Judas

4. April 2007

Mittwoch in der Karwoche

P. Christopher Scroggin LC

Mt 26,14-25
Darauf ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohenpriestern und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern. Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten? Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern. Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor. Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch. Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern. Da waren sie sehr betroffen und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr? Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten. Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre. Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es.

Einführendes Gebet:   Vater im Himmel, hilf mir, den Verrat des Judas an deinem Sohn zu betrachten. Ich erkenne, dass Judas von Jesus auserwählt wurde und das Herz dazu hatte, ein großer Apostel zu werden. Auch ich kann zu einem großen Jünger deines Sohnes werden oder zum Verräter wie Judas. Hilf mir, niemals zu sehr auf meine eigenen Kräfte zu bauen, sondern mich in deine Hände zu legen.

Bitte:  Herr Jesus, lass mich deine Vergebung und Liebe erfahren, denn ich bin ein Sünder und habe dich durch meine Sünden verraten.

1. Der Verräter. Der Verrat des Judas ist für viele der Inbegriff des Bösen. Wir denken oft, dass er anders oder schlimmer als die anderen Apostel gewesen sein muss. Das ist so aber nicht haltbar, denn beim letzten Abendmahl schaut niemand auf Judas, als Jesus den Verrat durch einen der Zwölf ankündigt. Jeder fragt sich: Bin ich es? Von außen gesehen scheint sich Judas von den anderen nicht zu unterscheiden. Ja, es ist leicht, seine innersten Absichten zu verbergen und nach außen fromm und gehorsam zu sein scheinen. Gott jedoch kennt unsere Herzen. Wo verrate ich Christus in meinem Alltag?

2. Wer könnte es sein? Alle Apostel fragen sich, ob sie vielleicht der Verräter sind. Warum? Weil sie sich kannten. Jeder von ihnen weiß in seinem Innersten, dass er schwach ist. Sie lebten in einer gefährlichen Zeit. Jeder von ihnen hätte festgenommen werden können und dazu gezwungen werden können, den Aufenthaltsort Jesu zu verraten. Auch ihr Leben war in Gefahr, aber würden sie dazu in der Lage sein, treu und verlässlich zu bleiben, wenn es darauf ankommt? Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein und anerkennen, dass auch in uns ein kleiner Verräter steckt. Wir müssen uns also zu Gott bekehren und unsere Liebe zu ihm jeden Tag erneuern.

3. Bin ich es etwa, Rabbi? Judas war nicht immer schlecht. Er wurde schlecht. Judas ist mit dem ehrlichen Wunsch zu Jesus gekommen, an ihn zu glauben und ihm nachzufolgen; sonst hätte Jesus ihn nicht angenommen. Judas empfing somit die Berufung zum Apostel, und er hätte ein großer Apostel werden können wie die anderen. Jedoch ließ seine Bereitschaft, sich von Jesus wandeln zu lassen, immer mehr nach. Irgendwann hat er dann ganz damit aufgehört, an seiner Beziehung zu Jesus, an seiner Liebe zu ihm, zu arbeiten. Nach der Rede über das Brot des Lebens in Kafarnaum (s. Joh. 6), sagten viele seiner Jünger: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören? Vielleicht hat Judas dort seinen Glauben verloren. Dass er dann Jesus nicht verlassen hat, sondern einer der zwölf Apostel blieb, war der Beginn seines Verrats. Mit der Zeit wurde ihm die Gegenwart Jesu unerträglich, weil er Jesus nicht mehr liebte. Toleriere ich Jesus einfach nur in meinem Leben, oder liebe ich ihn wirklich? Was kann und muss ich tun, damit unsere Freundschaft stärker wird?

Gespräch mit Christus:  Jesus, mir ist klar geworden, dass niemand sicher sein kann, dich niemals zu verraten, nachdem sogar einer deiner auserwählten Apostel dich verraten konnte, obwohl er drei Jahre mit dir zusammen war, obwohl er deine Wunder gesehen hat und deine Worte gehört hat. Ich habe dich oft durch meine Sünden verraten. Sie sind vielleicht nicht so offensichtlich und schwer wie die von Judas, jedoch verrate auch ich dich, wenn ich es zulasse, dass die Menschenfurcht mich davon abhält, mich zu dir zu bekennen; wenn ich zuhöre, wie du und deine Kirche angegriffen wirst und nichts zu deiner Verteidigung sage. Möge dein Leiden mich in meinen Überzeugungen stärken.

Vorsatz:   Heute will ich wenigstens einer Person gegenüber meinen Glauben bekennen und Christus auf keinerlei Weise verraten.


Das letzte Abendmahl

5. April 2007


Gründonnerstag

P. Christopher Scroggin LC

Joh 13,1-15
Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Einführendes Gebet:   Vater, diese Nacht leitet die heiligen drei Tage ein, in denen wir den Kern des Geheimnisses der Erlösung durch deinen Sohn betrachten. Hilf mir, diese Tage mit ganz besonderer Aufmerksamkeit zu leben, damit deine Liebe, die du mir in der Erlösung so tief offenbarst, mich vollkommen ergreifen kann.

Bitte:  Herr Jesus, lass mich deine wunderbare Liebe zu mir in der Eucharistie erfahren.

1. Liebt einander. Jesus hinterlässt uns das Wesentliche seiner Sendung in einem Auftrag: „Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“ (Joh 13,34). Dadurch hebt er den Unterschied zwischen der Nächstenliebe der Christen und jener, die von anderen Religionen verkündet wird, hervor: „Wie ich euch geliebt habe.“ Und er beweist uns die Tiefe seiner Liebe. Er hat uns so sehr geliebt, dass er Mensch geworden ist, obwohl er Gott war; dass er für uns gestorben ist, obwohl er unschuldig war; dass er bei uns geblieben ist in der Eucharistie, obwohl er wusste, dass viele nicht an seine Gegenwart in der Eucharistie glauben werden.

2. Wie ich an euch gehandelt habe, so sollt auch ihr handeln. Jesus lehrt uns durch sein Beispiel. Er will, dass wir so lieben wie er, und darum zeigt er uns, wie wir lieben sollen. Er kleidet sich wie ein Sklave und wäscht die Füße der Apostel. Indem er sich mit einem Leinengewand umgürtet, erniedrigt er sich bis zum Boden, auf dem die Füße der Apostel stehen. Indem er die Füße seiner Freunde wäscht, von denen er wusste, dass sie ihn verraten würden, gibt er uns das Beispiel einer unendlichen und demütigen Liebe. Er wäscht auch unsere Füße, wenn wir demütig genug sind, um das zuzulassen.

3. Die Eucharistie. Der größte Ausdruck der Liebe Christi wird in der Eucharistie offensichtlich, in der er bei uns bleibt bis zum Ende der Welt. Jesus dient uns auf noch viel größere Weise als bei der Fußwaschung. Er nährt uns mit seinem eigenen Fleisch und Blut. Er reinigt unser Innerstes, unsere Seele. Er stärkt uns für die Aufgaben unseres Alltags und gibt uns die Kraft, ihm als seine Jünger nachzufolgen. Welch großes Geschenk und welch große Sendung: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“!

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, sei du bei uns an diesem heiligen Donnerstag, an dem wir deiner grenzenlosen Liebe zu uns gedenken. Wenn wir nun des letzten Abendmahls gedenken, dann möge deine Freundschaft und das Beispiel deiner Liebe das Wichtigste in unseren Herzen und in unserem Verstand werden. Hilf uns, deine Liebe nachzuahmen, indem wir unsere Nächsten lieben.

Vorsatz:   Ich will heute Jesus in der Eucharistie besuchen, um ihm für dieses großartige Geschenk seiner Liebe zu danken.


Karfreitag

6. April 2007


Karfreitag

P. Christopher Scroggin LC

Joh 18,1-27
Nach diesen Worten ging Jesus mit seinen Jüngern hinaus, auf die andere Seite des Baches Kidron. Dort war ein Garten; in den ging er mit seinen Jüngern hinein. Auch Judas, der Verräter, der ihn auslieferte, kannte den Ort, weil Jesus dort oft mit seinen Jüngern zusammengekommen war. Judas holte die Soldaten und die Gerichtsdiener der Hohenpriester und der Pharisäer und sie kamen dorthin mit Fackeln, Laternen und Waffen. Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte sie: Wen sucht ihr? Sie antworteten ihm: Jesus von Nazaret. Er sagte zu ihnen: Ich bin es. Auch Judas, der Verräter, stand bei ihnen. Als er zu ihnen sagte: Ich bin es!, wichen sie zurück und stürzten zu Boden. Er fragte sie noch einmal: Wen sucht ihr? Sie sagten: Jesus von Nazaret. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr mich sucht, dann lasst diese gehen! So sollte sich das Wort erfüllen, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast. Simon Petrus aber, der ein Schwert bei sich hatte, zog es, schlug nach dem Diener des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Diener hieß Malchus. Da sagte Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Der Kelch, den mir der Vater gegeben hat - soll ich ihn nicht trinken?
Die Soldaten, ihre Befehlshaber und die Gerichtsdiener der Juden nahmen Jesus fest, fesselten ihn und führten ihn zuerst zu Hannas; er war nämlich der Schwiegervater des Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war. Kajaphas aber war es, der den Juden den Rat gegeben hatte: Es ist besser, dass ein einziger Mensch für das Volk stirbt. Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus. Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus in den Hof des hohepriesterlichen Palastes. Petrus aber blieb draußen am Tor stehen. Da kam der andere Jünger, der Bekannte des Hohenpriesters, heraus; er sprach mit der Pförtnerin und führte Petrus hinein. Da sagte die Pförtnerin zu Petrus: Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen? Er antwortete: Nein. Die Diener und die Knechte hatten sich ein Kohlenfeuer angezündet und standen dabei, um sich zu wärmen; denn es war kalt. Auch Petrus stand bei ihnen und wärmte sich. Der Hohepriester befragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe offen vor aller Welt gesprochen. Ich habe immer in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen. Nichts habe ich im Geheimen gesprochen. Warum fragst du mich? Frag doch die, die mich gehört haben, was ich zu ihnen gesagt habe; sie wissen, was ich geredet habe. Auf diese Antwort hin schlug einer von den Knechten, der dabeistand, Jesus ins Gesicht und sagte: Redest du so mit dem Hohenpriester? Jesus entgegnete ihm: Wenn es nicht recht war, was ich gesagt habe, dann weise es nach; wenn es aber recht war, warum schlägst du mich? Danach schickte ihn Hannas gefesselt zum Hohenpriester Kajaphas. Simon Petrus aber stand am Feuer und wärmte sich. Sie sagten zu ihm: Bist nicht auch du einer von seinen Jüngern? Er leugnete und sagte: Nein. Einer von den Dienern des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte, sagte: Habe ich dich nicht im Garten bei ihm gesehen? Wieder leugnete Petrus und gleich darauf krähte ein Hahn.

Einführendes Gebet:   Mein Herr und mein Gott, ich glaube an dich. Ich glaube, dass dein Sohn für mich gelitten hat und für mich gestorben ist. Dafür will ich ihn lieben. Ich danke dir, dass du mir einen solchen Erlöser geschenkt hast. Mach mich sanft und demütig von Herzen, damit ich mein Kreuz aus Liebe zu dir annehmen kann.

Bitte:  Herr Jesus Christus, hilf mir, deine Liebe zu uns nachzuahmen. Hilf mir, auf deine Liebe mit Liebe zu antworten.

1. Irdische Macht im Angesicht der Liebe. Judas führt die Schar der Soldaten und Gerichtsdiener zu Jesus in den Garten Gethsemani, damit diese ihn verhaften. Sie kommen mit ihren Waffen, um den gefangen zu nehmen, der allmächtig ist. Sie kommen mit ihren Fackeln, um den zu finden, der das Licht ist. Als diese kleine Armee auf den Nazarener trifft, stürzt sie zu Boden, als Jesus ihnen seine Identität offenbart: „Ich bin.“ Er ist die unendliche Liebe. Sie können Jesus nicht standhalten! Sie sind machtlos im Angesicht der Liebe Gottes.

2. Vater, mein Herz ist bereit. Gestern gab uns Jesus im Obergemach die Eucharistie und das Priestertum, zwei großartige Zeichen seiner Liebe zu uns. Heute ist er bereit, sich selbst als Opfer für uns hinzugeben. Das Lamm Gottes ist bereit, geschlachtet zu werden, ist bereit, für unsere Sünden hingegeben zu werden. Jesus fügt sich voll Demut dem Willen des Vaters, er unterwirft sich der weltlichen Macht. Seine Sendung ist eine Sendung der Liebe, und jetzt ist er dabei, uns diese Liebe zu beweisen. Gegen den Hass, der ihm auf seinem Weg begegnet, zieht er die Waffe der Liebe. Mit dieser Waffe wird er die Sünde und den Tod zerstören und uns das ewige Leben erlangen.

3. Vater, in deine Hände… Jesus bleibt treu bis zum Ende. Nichts kann ihn davon abhalten, seine Sendung zu vollenden: weder die Demütigungen, noch angespuckt und herumgestoßen zu werden, weder die Dornenkrone noch durch die Soldaten verspottet zu werden. Er ist fest entschlossen, uns bis zum Äußersten zu lieben, bis zum Tod am Kreuz. Betrachten wir diese Liebe und antworten wir auf diese Liebe mit unserer Liebe. Wie können wir ihm etwas verweigern, nachdem er uns seine Liebe so wunderbar bewiesen hat?

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich danke dir von ganzem Herzen, dass du dein Leben hingegeben hast, um mich zu retten. Ich bin es nicht wert, aber ich weiß, dass du mich trotzdem liebst. Erfülle mich mit deiner Liebe und bestärke mich in meinem Entschluss, dir immer treu bleiben zu wollen.

Vorsatz:   Ich will heute ein besonderes Opfer bringen und mich dabei mit dem gekreuzigten Jesus vereinigen.


Stilles Warten

7. April 2007


Karsamstag

P. Christopher Scroggin LC

Lk 24,1-12
Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. Während sie ratlos dastanden, traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen. Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muss den Sündern ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. Da erinnerten sie sich an seine Worte. Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zurück und berichteten alles den Elf und den anderen Jüngern. Es waren Maria Magdalene, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus; auch die übrigen Frauen, die bei ihnen waren, erzählten es den Aposteln. Doch die Apostel hielten das alles für Geschwätz und glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden dort liegen. Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung über das, was geschehen war.

Einführendes Gebet:   Himmlischer Vater, ich betrachte das Grab, in dem dein Sohn liegt, der uns bis zum Ende geliebt hat. In der Stille dieses Karsamstags will ich mich besinnen und mich für die Auferstehung vorbereiten. Ich komme zu dir, in der Stille, im Gebet und in geduldiger Erwartung der Morgendämmerung von Ostern. Ich weiß, dass die scheinbare Niederlage in Wirklichkeit der Sieg des Lebens ist. Hilf mir, die Größe deines Todes und deiner Auferstehung zu erfassen.

Bitte:  Jesus, gewähre mir die Gnade, die Herrlichkeit deiner Auferstehung tiefer zu verstehen.

1. Mit Maria zusammen warten. Viel ist in den letzten Tagen geschehen. Es wird langsam hell an diesem ruhigen Samstag. Heute ist ein Tag des Wartens mit Maria, um mit ihr in aller Ruhe zu betrachten, um mit ihr an einen einsamen Ort zu gehen und dort den Tod des Herrn an ihrer Hand zu betrachten. Der Karsamstag ist ein Tag der Trauer und ein Tag der Hoffnung. Der Karsamstag soll nicht einfach nur der Tag zwischen dem Karfreitag und dem Ostersonntag sein. Der Karsamstag ist der Tag, an dem wir in aller Ruhe zusammen mit der Muttergottes eine tiefe Betrachtung halten.

2. Die andere Seite der Auferstehung. Von unserem Ausgangspunkt aus können wir leicht vergessen, dass für die Apostel und Jünger des Herrn alles zu Ende sein schien. Jesus war tot. Als Jesus vom Kreuz herab ausrief: „Es ist vollbracht“, da hörte sich das machtvoll und endgültig an. Sie würden seine Stimme nie mehr hören, die Macht seines Redens nie mehr spüren oder seine wunderbaren Taten nie mehr sehen. Für sie gab es im Moment keine Auferstehung, sondern nur Leiden und Tod. Die Frauen bereiteten alles vor, um den Leichnam Jesu zu salben. Wir müssen diesen Tag von der anderen Seite der Auferstehung betrachten.

3. Die Antwort liegt in den Worten Christi. Nur wenn sie in aller Stille nachdenken, werden die Apostel erkennen, wie alles zusammenpasst. Jesus hatte ihnen gesagt, was alles mit ihm geschehen würde, die Auferstehung eingeschlossen. Jesus hatte ganz offen darüber mit ihnen gesprochen, jedoch konnten sie ihn noch nicht verstehen. Allein in der Stille dieses Tages, begleitet von Maria, können sie vielleicht verstehen, was Jesus alles zu ihnen gesagt hatte. Dasselbe gilt für uns; wir müssen uns zusammen mit Maria an Jesu Worte erinnern, denn oft sind wir ganz verschlossen. Oft meinen wir, dass wir Jesus kennen und dass wir seine Worte verstanden haben, jedoch sind sie noch nicht in unser Herz eingedrungen. Wir müssen sorgfältig auf das hören, was er uns im Evangelium sagt, damit wir die tiefere Bedeutung seiner Worte erfassen können. Wir müssen das zusammen mit Maria tun, wir müssen ihr erlauben, uns dabei zu helfen.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, die Stille dieses Tages hilft mir, in meinem Herzen all das zu betrachten und darüber nachzudenken, was du in den letzten Tagen für mich vollbracht hast. Ich weiß, dass die Stille des Karsamstags keine Stille der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit ist, sondern die Stille einer großen Erwartung, einer Erwartung, die sich in der überschwänglichen Freude von Ostern erfüllen wird. Ich will mit den heiligen Frauen zu deinem Grab gehen, nicht um deinen Leichnam zu salben, sondern um mich mit den Engeln zu freuen, die ausrufen: „Er ist nicht hier. Er ist auferstanden!“

Vorsatz:   Ich will versuchen, mir heute so viel Zeit wie möglich für das Beten in der Stille zu nehmen, um mich gut für die Freude von Ostern vorzubereiten.