Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 25. Februar 2007 bis Samstag 3. März 2007

Erste Woche der Fastenzeit

P. Matthew Green LC

Treu in unseren Fastenzeitvorsätzen Sonntag
Am Ende unseres Lebens werden wir an unserer Liebe gemessen Montag
Der vergebende Vater Dienstag
Vergessene Geschenke Mittwoch
Gott der Geber Donnerstag
Ein demütiges und reuevolles Herz weist du nicht zurück Freitag
Die Herausforderung der christlichen Liebe Samstag


Treu in unseren Fastenzeitvorsätzen

25. Februar 2007

Erster Sonntag der Fastenzeit

P. Matthew Green LC

Lk 4,1-13
Erfüllt vom Heiligen Geist, verließ Jesus die Jordangegend. Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher, und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt. Die ganze Zeit über aß er nichts; als aber die vierzig Tage vorüber waren, hatte er Hunger. Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden. Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot. Da führte ihn der Teufel (auf einen Berg) hinauf und zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde. Und er sagte zu ihm: All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören. Jesus antwortete ihm: In der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen. Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich von hier hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich zu behüten; und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, / damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Da antwortete ihm Jesus: Die Schrift sagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel für eine gewisse Zeit von ihm ab.

Einführendes Gebet:   Herr, in dieser Fastenzeit möchte ich dir näher kommen. Ich glaube, dass du tatsächlich einer von uns geworden bist, um uns in einem Akt der Liebe jenseits allen menschlichen Verstehens zu erretten. Ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass du mich an jedem Tag trägst und führst. Ich weiß, dass du in jeder Situation bei mir bist. Ich möchte dich mehr als mich selbst lieben und in jedem Moment „Ja“ zu deinem Willen sagen. Ich vertraue völlig auf deine Gnade. Danke Herr! In dieser Fastenzeit möchte ich lernen, dich mehr zu lieben, indem ich mich bemühe, so zu sein, wie du mich haben möchtest.

Bitte:  Herr, hilf mir, diese Fastenzeit zu nützen und dir näher zu kommen.

1. Nach Gott suchen. Habe ich schon einmal bemerkt, dass die einzigen Momente, in denen Christus vom Teufel versucht wurde, jene des Gebetes oder der Buße waren? Im Gebet und beim Fasten greift ihn der Teufel an, so wie im heutigen Evangelium oder im Garten Gethsemani am Gründonnerstag. Etwas ähnliches können wir auch oft in unserem Leben feststellen. Wir entschließen uns zu einer guten Tat, und schon geschieht etwas, was uns die Durchführung erschwert. Was können wir daraus schließen? Tatsache ist jedenfalls, dass der Teufel kein Interesse an uns hat, wenn wir bloß mittelmäßige Christen sind. Dann gibt es für den Teufel keine Gefahr, dass wir heilig werden könnten und seine Pläne stören könnten. Erst wenn wir damit beginnen, nach Heiligkeit zu streben, werden wir uns Versuchungen ausgesetzt sehen, denn dann beginnt der Teufel, uns alle möglichen Hindernisse in den Weg zu legen.

2. Für Gott leben. Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der wir unser Bewusstsein dafür erneuern, welches Leid Jesus für uns auf sich genommen hat. Dieses Bewusstsein sollte uns zu Taten anregen. Die Kirche lädt uns in dieser Fastenzeit zu größerer Selbstaufopferung ein. Opfer helfen uns, uns mehr von den Quellen der Versuchungen loszulösen, die uns davon abhalten, die Früchte von Christi erlösender Tat für uns zu ernten und Gott mit ungeteiltem Herzen zu lieben. Deshalb sollten unsere Fastenvorsätze wirklich etwas sein, was unsere Herzen reiner und uns großzügiger anderen gegenüber macht. Unser Opfer sollte uns weniger selbstzentriert machen. Es sollte uns zu besseren Nachfolgern Christi machen.

3. Mit Gott leben. Versuchungen zu überwinden ist nicht immer leicht. Es ist sogar unmöglich ohne die Gnade Gottes. In seinen eigenen Versuchungen zeigt uns Christus, auf wen wir dabei schauen sollen: auf Gott. Bei allen drei Versuchungen antwortet er, indem er das Wort Gottes und den Willen Gottes an die erste Stelle stellt. Damit auch wir in unseren Fastenopfern durchhalten, müssen wir uns auf Gott ausrichten und auf seine Gnade vertrauen. Das heißt, Christus in der Schrift nahe sein, besonders im Evangelium. Das heißt, ihm in den Sakramenten nahe zu sein. Besonders denen der Eucharistie und der Buße.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, hilf mir, mich besser zu kennen, so dass ich erkennen kann, was ich tun muss, um ein heiligeres Leben zu führen. Gib mir die Durchhaltekraft, das Erkannte dann auch wirklich zu leben und die Demut, deine Gnade dafür zu suchen. Ohne dich vermag ich nichts.

Vorsatz:   Ich werde heute meinen Fastenvorsatz mit Freude und Enthusiasmus leben und auf Gottes Gnade vertrauen.


Am Ende unseres Lebens werden wir an unserer Liebe gemessen

26. Februar 2007

Montag der ersten Woche der Fastenzeit

P. Matthew Green LC

Mt 25,31-46
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

Einführendes Gebet:   Herr, in dieser Fastenzeit möchte ich dir näher kommen. Ich glaube, dass du tatsächlich einer von uns geworden bist, um uns in einem Akt der Liebe jenseits allen menschlichen Verstehens zu erretten. Ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass du mich an jedem Tag trägst und führst. Ich weiß, dass du in jeder Situation bei mir bist. Ich möchte dich mehr als mich selbst lieben und in jedem Moment „Ja“ zu deinem Willen sagen. Ich vertraue völlig auf deine Gnade. Danke Herr! In dieser Fastenzeit möchte ich lernen dich mehr zu lieben, indem ich mich bemühe, so zu sein, wie du mich haben möchtest.

Bitte:  Herr, hilf mir, diese Fastenzeit zu nützen und dir näher zu kommen.

1. Urteile nicht, sei bereit für den Richter. Heutzutage ist „Toleranz“ ein absoluter Wert und man könnte glauben, man könne alles tun, solange man niemandem damit weh tut. Die Aussage des Evangeliums, dass man über niemanden urteilen solle, kann so missverstanden werden, dass über nichts geurteilt werden solle, dass es keine objektiven Standards mehr für „richtig“ und „falsch“ gebe. Das heutige Evangelium zeigt uns, dass nichts weiter von der Wahrheit sein könnte. Es stimmt, dass wir selbst nicht über die Herzen der Menschen urteilen sollen, es stimmt aber auch, dass es das Letzte Gericht geben wird, und Jesus nennt uns den Maßstab dafür: die Nächstenliebe. In dieser Liebe geht es nicht bloß um ein „gutes Gefühl“, sondern darum, Gutes für andere zu tun. Jesus hat uns immer wieder und ausreichend davor gewarnt, was das Letzte Gericht bringen wird. Jetzt ist es Zeit, zu handeln.

2. Geschenk und Verantwortung In seiner Beschreibung des Letzten Gerichts offenbart uns Jesus eine Wahrheit, die gleichzeitig Geschenk und Verantwortung ist: was immer wir für andere tun, tun wir für ihn. Wie oft haben wir uns, wenn wir die Evangelien gelesen haben, vorgestellt, wie es wäre, direkt mit Jesus sprechen zu können, ihn als Gast in unserem Haus zu empfangen oder ihm in der Passion beizustehen. Jesus sagt uns heute, dass wir genau das tun können, nämlich indem wir an anderen mit derselben Liebe das tun, was wir ihm tun würden. Was für ein Geschenk! Wir, die wir 2.000 Jahre später leben, können dem Herrn - wenn auch indirekt - unsere Liebe zeigen! Mit dieser Möglichkeit haben wir allerdings auch die entsprechende Verantwortung, es auch zu tun.

3. Heute ist der Tag! Diese Fastenzeit, in der wir uns darauf vorbereiten, uns der größten Liebestat zu erinnern, ist die ideale Zeit, ihm unsere Liebe zu zeigen, indem wir unseren Nächsten lieben und ihm dienen. Jeder Versuch, Gott zu lieben ohne unseren Nächsten zu lieben, ist fruchtlos. Unsere Fastenopfer sollten uns in der Liebe zu unserem Nächsten wachsen lassen und uns mehr bereit machen, uns für andere zu opfern. Das müssen keine großen Dinge sein. Es könnte eine freundliche Antwort auf eine Unfreundlichkeit sein. Es könnte ein Besuch bei einem Freund oder Verwandten sein, mit dem wir nicht so gut zurecht kommen. Es könnte einfach nur ein Schweigen sein, wenn wir versucht sind, schlecht über jemanden zu reden, von dem wir glauben, dass er es verdient hätte. Es gibt so viele Dinge jeden Tag, die wir tun können, um in der Nächstenliebe zu wachsen! Wenn wir diese meistern, sind wir vielleicht eines Tages bereit, auch größere Dinge zu tun.

Gespräch mit Christus:  Herr, danke für das Geschenk, dass wir dir unsere Liebe zeigen dürfen, indem wir unserem Nächsten dienen. Hilf mir, mich an die Worte des heiligen Johannes vom Kreuz zu erinnern: „Am Ende unseres Lebens werden wir an unserer Liebe gemessen.“ Hilf mir, das in meinem täglichen Leben anzuwenden und auf dein Beispiel am Kreuz zu schauen.

Vorsatz:   Heute werde ich einen konkreten Akt der Nächstenliebe setzen, um meine Liebe zu Gott zu zeigen.


Der vergebende Vater

27. Februar 2007

Dienstag der ersten Woche der Fastenzeit

P. Matthew Green LC

Mt 6,7-15
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, / dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, / dein Wille geschehe / wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Schulden, / wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern rette uns vor dem Bösen. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Einführendes Gebet:   Herr, in dieser Fastenzeit möchte ich dir näher kommen. Ich glaube, dass du tatsächlich einer von uns geworden bist, um uns in einem Akt der Liebe jenseits allen menschlichen Verstehens zu erretten. Ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass du mich an jedem Tag trägst und führst. Ich weiß, dass du in jeder Situation bei mir bist. Ich möchte dich mehr als mich selbst lieben und in jedem Moment „Ja“ zu deinem Willen sagen. Ich vertraue völlig auf deine Gnade. Danke Herr! In dieser Fastenzeit möchte ich lernen dich mehr zu lieben, indem ich mich bemühe, so zu sein, wie du mich haben möchtest.

Bitte:  Herr, gewähre mir einen wahren Geist der Vergebung anderen gegenüber und Reue für meine Sünden. Hilf mir, zu vergeben. Hilf mir, dass mir vergeben wird. Hilf mir, dein Reich durch Worte und Taten zu verbreiten.

1. Vergib mir Herr, denn ich habe gesündigt. In der Tradition der Kirche ist die Vorbereitungszeit auf Ostern eine Zeit der Buße. Wir bereiten uns darauf vor, Christi Sterben am Kreuz zu feiern, das uns von unseren Sünden erlöst hat. Dabei ist es nur natürlich, dass wir unser Leben und unser Gewissen erforschen, um festzustellen, wie sehr wir selbst durch unsere Worte, Gedanken, Taten und Unterlassungen zu Christi Passion beitragen. Wir müssen unseren Teil zu unserer Erlösung beitragen und es ist so wichtig, dass wir unser falsches Verhalten verbessern und dass wir um Vergebung dafür bitten. Es ist auch wichtig, zu verstehen, dass Gott nicht darauf aus ist, uns für unsere Sünden zu „erwischen“. Im Gegenteil. Im heutigen Evangelium lehrt uns Jesus, dass wir zu seinem Vater wie zu unserem eigenen Vater kommen sollen. Auch wenn wir unsere eigenen Sünden bekennen, sollten wir vertrauensvoll und in kindlicher Liebe zu ihm kommen. Er möchte, dass wir zu ihm kommen, und er will jedem von uns das geben, worum wir bitten, einschließlich sowohl der Vergebung unserer Sünden als auch der Dinge, die wir jeden Tag brauchen.

2. Herr, vergib ihnen. Jesus lehrt uns, anderen zu vergeben, besonders jenen, die uns etwas angetan haben. Das kann uns oftmals sehr schwer fallen, denn das betrifft nicht nur unser Verhältnis zu Freunden und Verwandten, sondern auch zu Menschen, die uns tatsächlich feindlich gegenüberstehen und uns schaden wollen. So ist es sicherlich nicht leicht, jenem Kollegen zu vergeben, der hinter meinem Rücken schlecht über mich spricht, um seine eigene Position in der Firma zu verbessern. Auch dem Dieb zu vergeben, der mein Auto gestohlen hat, oder dem Terroristen, durch den ein geliebter Mensch ums Leben gekommen ist, ist sehr sehr schwierig. Aber genau das ist es, was Christus uns lehrt zu tun. Er selbst ist uns das große Vorbild dabei. Er starb für alle Menschen, auch für jene, die ihn kreuzigten.

3. Dein Reich komme! Gott lehrt uns, wie man sich mit ihm und mit unserem Nächsten versöhnt. Wenn wir anderen von Herzen vergeben, dann können wir mit großem Vertrauen auf Gottes Gnade zur Beichte gehen. Denn wenn wir das tun, dann tragen wir unseren Teil dazu bei, dass das eintritt, worum wir im Vaterunser beten: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe.“ Gottes Reich ist dann bereits in unseren Herzen, wenn er dort durch seine heiligende Gnade wohnt. Diese Gnade empfangen wir das erste Mal in der Taufe, sie wird durch das Sakrament der Buße erneuert und gestärkt durch jeden Empfang der Eucharistie. Durch Gottes Gnade werden wir von Vergebung erfüllt, die wir dann selbst weitergeben können, um zu vergeben und zu lieben. Gibt es eine bessere Zeit als die Fastenzeit, um in diesen Austausch von Vergebung Erfahren, Vergeben und Liebe einzutreten?

Gespräch mit Christus:  Herr und Gott, danke für das Vertrauen, das du in mich setzt, indem du mich lehrst, dich „Vater“ zu nennen. Hilf mir, mehr zu vergeben und in Demut meine Schwächen und Sünden zu erkennen. Stärke mich mit deiner Gnade, so dass ich deinen Willen tue und dass dein Reich in meinem und den Herzen aller Menschen um mich herum Wirklichkeit werde.

Vorsatz:   Ich werde heute jemandem mit Worten und Taten entgegenkommen, von dem ich weiß, dass ich ihm vergeben sollte. Ich werde mir konkret überlegen, wann ich das nächste Mal zur Beichte gehen werde.


Vergessene Geschenke

28. Februar 2007

Mittwoch der ersten Woche der Fastenzeit

P. Matthew Green LC

Lk 11,29-32
Als immer mehr Menschen zu ihm kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

Einführendes Gebet:   Herr, in dieser Fastenzeit möchte ich dir näher kommen. Ich glaube, dass du tatsächlich einer von uns geworden bist, um uns in einem Akt der Liebe jenseits allen menschlichen Verstehens zu erretten. Ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass du mich an jedem Tag trägst und führst. Ich weiß, dass du in jeder Situation bei mir bist. Ich möchte dich mehr als mich selbst lieben und in jedem Moment „Ja“ zu deinem Willen sagen. Ich vertraue völlig auf deine Gnade. Danke Herr! In dieser Fastenzeit möchte ich lernen dich mehr zu lieben, indem ich mich bemühe, so zu sein, wie du mich haben möchtest.

Bitte:  Herr Jesus, hilf mir alle die Geschenke zu entdecken, die du mir gegeben hast, und hilf mir, diese zu nutzen, um Frucht zu bringen.

1. Das Vertraute wiederentdecken. Wir kennen vielleicht den Ausdruck „zu viel Vertraulichkeit schadet nur“. In der heutigen Evangeliumsstelle waren Jesu Zeitgenossen hinsichtlich Jesus selbst in dieser Situation. Er hat schon Wunder vollbracht und seine Predigten und sein heiliges Leben waren vollkommen außergewöhnlich. Dennoch waren manche Leute nicht zufrieden und Jesus tadelt sie dafür, dass sie nach Zeichen suchen. Leicht kann es uns passieren, dass wir in die gleiche Einstellung im Glauben verfallen. Anstatt den Reichtum zu schätzen, der in der Tradition der Kirche gewahrt wird, suchen viele nach außergewöhnlichen Zeichen. Die Seligpreisungen oder die Evangeliumsstellen, in denen Jesus Menschen vom Tod erweckt hat, mögen langweilig erscheinen, aber private Offenbarungen und mögliche Erscheinungen erregen unser Interesse. Die Fastenzeit ist eine gute Zeit, um zum Fundament zurückzukehren und unseren Herrn im Evangelium und in der Messe erneut zu begegnen, als ob es das erste Mal sei.

2. Das „Zeichen des Jona“ ist ein Zeichen für mich. Trotz des strengen Tons in dieser Evangeliumsstelle verspricht Jesus ja dennoch, ihnen ein Zeichen zu geben – „das Zeichen des Jona“. Damit meinte er seinen Tod und seine Auferstehung, wie er im Markusevangelium (12,40) erklärt. Es könnte in der Tat kein größeres Zeichen als dieses geben; und die Feier des österlichen Geheimnisses ist der wahre Höhepunkt, auf den die Fastenzeit gerichtet ist. Der Bußcharakter dieser 40 Tage kann über den wahren Charakter dieser Zeit als einer Zeit der Hoffnung hinwegtäuschen. In Wirklichkeit läutern wir uns, um am Tod und der Auferstehung Christi teilzuhaben!

3. Den Reichtum teilen. Jesus sagt zu seinen Zuhörern, dass sie verurteilt werden, weil sie nicht das Geschenk, das sie vor ihren Augen haben, schätzen. Dies ist eine Einladung an uns, nicht nur alles zu schätzen, was wir in der Kirche empfangen haben, sondern dies auch mit anderen zu teilen. Die Wahrheiten unseres Glaubens, derer wir gedenken und die wir erneut in der Fastenzeit und Ostern leben, sind nicht für uns allein gedacht, sondern für die ganze Menschheit. Ob diese Botschaft bekannt wird oder nicht, hängt von jedem von uns ab. Was werden wir tun, um die wahre Bedeutung der Fastenzeit und von Ostern mit denen um uns herum zu teilen?

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, hilf mir die großartigen Geschenke zu schätzen, die du mir in der Kirche gegeben hast – deine Gegenwart in der Eucharistie und in der Heiligen Schrift, die Sakramente, das Zeugnis des heiligen Lebens so vieler Heiliger – und in meinem eigenen Leben, durch die Arbeit deiner Gnade in meiner Seele. Ich brauche keine weiteren Zeichen! Hilf mir, diese Geschenke mit denen zu teilen, die mir begegnen, indem ich lebe, was ich bekenne – und indem ich den Mut habe, über meinen Glauben zu sprechen.

Vorsatz:   Heute werde ich mich selbst beobachten, wie ich bete, wie ich die Heilige Schrift lese oder wie ich an der Liturgie teilnehme. Ich werde versuchen, alles mit einer Aufmerksamkeit zu tun, als ob ich diese Dinge das erste Mal machen würde.


Gott der Geber

1. März 2007

Donnerstag der ersten Woche der Fastenzeit

P. Matthew Green LC

Mt 7,7-12
Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten. Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.

Einführendes Gebet:   Herr, in dieser Fastenzeit möchte ich dir näher kommen. Ich glaube, dass du tatsächlich einer von uns geworden bist, um uns in einem Akt der Liebe jenseits allen menschlichen Verstehens zu erretten. Ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass du mich an jedem Tag trägst und führst. Ich weiß, dass du in jeder Situation bei mir bist. Ich möchte dich mehr als mich selbst lieben und in jedem Moment „Ja“ zu deinem Willen sagen. Ich vertraue völlig auf deine Gnade. Danke Herr! In dieser Fastenzeit möchte ich lernen dich mehr zu lieben, indem ich mich bemühe, so zu sein, wie du mich haben möchtest.

Bitte:  Himmlischer Vater, gewähre mir heute das Vertrauen, von deiner liebenden Güte zu lernen und großzügig zu anderen zu sein.

1. Bittet, dann wird euch gegeben. Wieder einmal spricht Jesus zu uns von Gott, dem Vater, und er tut dies, um Liebe und Vertrauen in unseren Herzen zu wecken. Als er uns das Vaterunser lehrte, sagte er uns, dass der Vater weiß, was wir brauchen, bevor wir ihn bitten. Heute lehrt er uns, dass er von uns möchte, dass wir ihn bitten. Nach dem heiligen Augustinus ist der Grund dafür der, dass wenn wir bitten, wir besser darauf vorbereitet sind, das zu empfangen, was Gott uns ohnehin schon geben wollte. Er möchte nicht, dass wir herumsitzen und warten, dass seine Geschenke vom Himmel fallen; viel zu häufig schätzen wir die unerbetenen Geschenke von Gott nicht, selbst wenn sie von vitaler Bedeutung für unser Leben sind. Sich Zeit für das Bitten zu nehmen, hilft uns, in Demut zu wachsen und zu erkennen, dass wir Gottes Hilfe zu jeder Zeit brauchen. Sobald wir diesen Schritt machen, verspricht er uns, dass er antworten und sich um alles kümmern wird, was wir brauchen.

2. Der Vater weiß, was das Beste für uns ist. Jesus sagt uns, dass der Vater „denen gutes gibt, die ihn bitten.” Er sagt nicht, dass er uns genau das geben wird, um was wir bitten. Wenn ein Kind zum Abendessen eine Schachtel Schokolade anstatt ein gesundes Essen, das bereits bereitet ist, wünscht, werden die Eltern ihm dies nicht geben – stattdessen, werden sie es wahrscheinlich dazu bringen, dass es isst, was auf dem Tisch ist, und vielleicht geben sie ihm nachher ein Stück Schokolade. Häufig wenn wir beten, bitten wir um Dinge, die uns gut erscheinen, aber die wir in Wirklichkeit in diesem Moment nicht brauchen. Da Gott uns und unsere Bedürfnisse besser kennt als wir, müssen wir darauf vertrauen, dass er unsere Gebete hört und antwortet, selbst wenn wir nicht genau bekommen, was wir erbeten haben.

3. Führen durch Beispiel. Am Ende der heutigen Evangeliumsstelle wird uns gesagt, dass wir andere so behandeln sollen, wie wir von ihnen behandelt werden wollen. Dies mag zusammenhanglos zum Rest der Stelle erscheinen, ist es aber in Wirklichkeit nicht. Gott, der Vater, führt, indem er Vorbild ist. Er hat uns alles gegeben, was wir haben und er gibt beständig. Er erwartet (und hat das Recht zu erwarten), dass wir völlig großzügig ihm gegenüber sind, dass wir uns selbst ihm hingeben. Er bittet uns nicht, großzügig zu sein, ohne dass er es zuerst gewesen ist; und dies ist die Art und Weise, wie wir andere behandeln sollen. Wir sollen so großzügig, vergebend, geduldig, respektvoll, gütig, unterstützend, etc. zu anderen sein, wie wir wünschen, dass sie zu uns sind. Es macht nichts, ob sie sich tatsächlich auf diese Weise uns gegenüber verhalten oder nicht. Gott hört nicht auf, gut zu uns zu sein, nur weil wir fortfahren, Sünder zu sein. Wir müssen unseren Anteil tun und auf diese Weise werden wir Gottes Willen erfüllen und mehr wie er werden.

Gespräch mit Christus:  Vater, ich danke dir für deine väterliche Liebe und Großzügigkeit zu mir. Hilf mir, demütig genug zu sein, um zu erbitten, was ich brauche, und vertrauensvoll genug, um zu akzeptieren, was immer du entscheidest, mir als Antwort zu geben. Ich weiß, dass du immer nach meinem Besten schaust. Ich möchte lernen, mehr wie du zu sein, so dass ich großzügig sein kann jedem gegenüber, den ich treffe.

Vorsatz:   Heute werde ich Gott um all meine materiellen und geistigen Bedürfnisse mit vollkommenem Vertrauen bitten. Ich werde ihm für alles danken, was er mir gegeben hat, auch wenn es nicht immer das war, was ich erwartet habe.


Ein demütiges und reuevolles Herz weist du nicht zurück

2. März 2007

Freitag der ersten Woche der Fastenzeit

P. Matthew Green LC

Mt 5,20-26
Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Vom Töten und von der Versöhnung Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

Einführendes Gebet:   Herr, in dieser Fastenzeit möchte ich dir näher kommen. Ich glaube, dass du tatsächlich einer von uns geworden bist, um uns in einem Akt der Liebe jenseits allen menschlichen Verstehens zu erretten. Ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass du mich an jedem Tag trägst und führst. Ich weiß, dass du in jeder Situation bei mir bist. Ich möchte dich mehr als mich selbst lieben und in jedem Moment „Ja“ zu deinem Willen sagen. Ich vertraue völlig auf deine Gnade. Danke Herr! In dieser Fastenzeit möchte ich lernen dich mehr zu lieben, indem ich mich bemühe, so zu sein, wie du mich haben möchtest.

Bitte:  Herr, lehre mich Demut und Aufrichtigkeit mit mir selbst und anderen, so dass ich nach dem Geist deiner Gebote der Liebe zu leben vermag und um Vergebung bitte, wenn ich versage. Ich danke dir, Herr.

1. Frieden schließen mit Gott und den Menschen. Die Fastenzeit ist eine Zeit der Versöhnung. Das Hauptinteresse der Fastenzeit liegt in der Versöhnung mit Gott, aber diese Beziehung ist untrennbar mit der Beziehung zu anderen verbunden. Unsere Beziehung mit Gott muss durch die Beziehung mit den anderen gelebt werden. Ein wichtiger Teil der Versöhnung mit Gott ist die Versöhnung mit anderen, wie wir in der Geschichte des Zachäus im Lukasevangelium 19,1 sehen. Die Pharisäer waren mit den Gesetzen der Reinheit und religiösen Ritualen zu gewissenhaft, während sie den Geist des Gesetzes missachten. Als Folge davon waren sie urteilend und streng mit anderen. Christus möchte, dass wir mit den anderen geduldig und verständnisvoll sind und sie lieben, wie er uns liebte.

2. Das Unkraut jäten, solange es klein ist. Jesus zeigt uns, dass manchmal der Geist des Gesetzes viel wichtiger (um nicht zu sagen viel anspruchsvoller) ist als der Buchstabe des Gesetzes. Es ist nicht genug, die „großen Sünden“ zu vermeiden, die jeder erkennt, wie Mord oder Ehebruch. Christus warnt uns, dass die „kleinen Sünden“, die zu den großen führen, auch wichtig sind. Sie sind wie Unkraut in einem Garten – sie sind leicht herauszuziehen, wenn sie klein und unaufdringlich sind, aber wenn wir sie wachsen lassen, wuchern sie wild und ruinieren das ganze Beet. Teil der geistigen Arbeit der Fastenzeit ist es, unser Gewissen zu verfeinern, um jene Sünden besser zu erkennen, die vielleicht weniger wahrnehmbar oder scheinbar weniger bedeutsam sind. Ebenso gilt es in diesen Sünden die Samen zu erkennen, die, wenn man sie unkontrolliert lässt, zu ernsteren Sünden wachsen.

3. Jetzt ist die Zeit zum Handeln. Diese Sünden gegen unsere Nächsten sind wichtig genug, dass Jesus uns sagt, dass wir uns zuerst mit jemandem, den wir verletzt haben, versöhnen sollen, bevor wir zu Gott kommen, um ihm ein Opfer zu bringen. Wir werden Wiedergutmachungen leisten müssen, für unsere schlechten Worte und Werke. Er will damit auch sagen, dass es besser ist, unsere eigenen Richter zu sein, demütig zu sein und jetzt um Vergebung zu bitten, als zu warten, bis wir von Gott gerichtet werden und für unsere Sünden im Fegefeuer bezahlen. Welche Zeit ist besser geeignet als die Fastenzeit, um zu versuchen, die Streitigkeiten mit unseren Freunden, Verwandten und Bekannten zu bereinigen, um bereit zu sein, dem Herrn zu Ostern eine reine Seele anzubieten!

Gespräch mit Christus:  Herr, ich möchte mich mit dir versöhnen, und ich verstehe, dass es all meine Mühe erfordert, um mich auch mit meinen Mitmenschen zu versöhnen. Ich weiß, dass auch die scheinbar „kleinen“ Sünden meine Beziehungen mit anderen und mit dir schädigen. Ich möchte jede Sünde aus meinem Leben verbannen. Gewähre mir die Gnade, in dieser lebenslangen Aufgabe durchzuhalten!

Vorsatz:   Heute werde ich jemanden, den ich verletzt habe, um Vergebung bitten.


Die Herausforderung der christlichen Liebe

3. März 2007

Samstag der ersten Woche der Fastenzeit

P. Matthew Green LC

Mt 5,43-48
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

Einführendes Gebet:   Herr, in dieser Fastenzeit möchte ich dir näher kommen. Ich glaube, dass du tatsächlich einer von uns geworden bist, um uns in einem Akt der Liebe jenseits allen menschlichen Verstehens zu erretten. Ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass du mich an jedem Tag trägst und führst. Ich weiß, dass du in jeder Situation bei mir bist. Ich möchte dich mehr als mich selbst lieben und in jedem Moment „Ja“ zu deinem Willen sagen. Ich vertraue völlig auf deine Gnade. Danke Herr! In dieser Fastenzeit möchte ich lernen dich mehr zu lieben, indem ich mich bemühe, so zu sein, wie du mich haben möchtest.

Bitte:  Herr, nimm meine unvollkommene Liebe und verwandle sie mit deiner Gnade, so dass ich Gott, dem Vater, treu dienen kann alle Tage meines Lebens!

1. Die Unliebsamen lieben Die heutige Evangeliumsstelle beschäftigt sich mit einem wesentlichen Thema der Christenheit: unser Bedürfnis, andere zu lieben als Schlüssel zum christlichen Leben und zur Nachahmung Gottes. In der Tat ist für Jesus erst die unbedingte Liebe zu allen Menschen eine perfekte Liebe. Eine unbedingte Liebe sogar – oder vor allem – für die am wenigsten liebenswerten, unsere Feinde und Verfolger. Gott, der Vater, liebt jeden ohne Rücksicht darauf, wie wir ihn behandeln. Darum hat er seinen Sohn gesandt, um uns zu erlösen. Wenn wir wirklich seine Kinder sein wollen, müssen wir lieben, wie er liebt, mit all unseren Kräften.

2. Am Ende siegt die Liebe. Unsere Feinde zu lieben und für solche zu beten, die uns verfolgen, ist eine schwierige, häufig unbeliebte und missverstandene Einstellung zur Realität. Unsere Gesellschaft befürwortet häufig Revanche und betont Gerechtigkeit auf Kosten von Barmherzigkeit und Vergebung – man denke nur an die Anzahl von Prozessen an unseren Gerichten. Die Einstellung, um die Christus uns bittet, könnte von manchen als Schwäche angesehen werden und bringt wahrscheinlich nicht unmittelbar sichtbare Früchte hervor. Dennoch setzt Christus dies in die Tat um: er, der seine Gegner vernichten und zwölf Legionen von Engeln rufen könnte, um seine Verfolger zu töten, griff niemals zu zornigen Tiraden. Manchmal wäre es gerechtfertigt gewesen, erzürnt zu sein, aber er richtete sein Augenmerk immer auf Umkehr und griff nur gelegentlich zu verbalen Zurechtweisungen, wenn es zum Wohl der Person war, an die sie gerichtet waren. Seine Feinde begegneten dieser seiner Barmherzigkeit und Güte jedoch mit Hohn und Tod. Aber wie wir wissen, auf Karfreitag folgt Ostern und am Ende triumphiert Jesus durch die Auferstehung. Der Triumph des Hasses ist immer trügerisch und kurzlebig; der Triumph der Liebe währt für immer.

3. Durch ihn, mit ihm und in ihm. Jesus beendet seinen Diskurs mit dem Auftrag „seid vollkommen, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“ Dies mag wie ein unmöglich zu erfüllender Auftrag erscheinen – und, in der Tat, es wäre unmöglich, wenn uns nicht durch die Gnade geholfen werden würde. Glücklicherweise sind wir nicht allein in diesem Bemühen. Jesus hat, in dem er vollkommen den Willen des Vaters lebte – sogar bis zum Tod am Kreuz - für uns die Gnaden erworben, die wir brauchen. Er sandte uns den Heiligen Geist zu unserer Führung. Durch das Neue Testament hindurch leitet der Heilige Geist die Apostel und Jünger, damit sie die gute Botschaft in der ganzen Welt verkünden. Diese relativ kleine Gruppe von Nachfolgern hat innerhalb von Generationen das ganze römische Reich erobert, ohne ein Schwert zu erheben, - weil für Gott nichts unmöglich ist. Wenn wir das gleiche Vertrauen und den gleichen Gehorsam gegenüber dem Heiligen Geist haben, wird er uns helfen, wahre Kinder Gottes zu sein und uns stets dem Ideal der vollkommenen Liebe zu nähern.

Gespräch mit Christus:  Herr, das Maß an Liebe, das du von mir erbittest, übersteigt wahrhaftig meine Fähigkeiten und ist menschlich gesehen, schwierig zu verstehen. Dein Beispiel zeigt mir die Macht dieser Liebe, die Leben und Herzen verwandelt und die letztendlich Frieden bringt. Ich vertraue auf deine Gnade, mich zu verwandeln, und auf den Heiligen Geist, dass dieser mich leite, deine Worte umzusetzen. In dieser Fastenzeit hilf mir, dem Ideal der vollkommenen Nächstenliebe näher zu kommen und dieses Wachstum mein ganzes Leben hindurch fortzusetzen.

Vorsatz:   Heute werde ich ein Gebet für die sagen, die zu lieben ich am schwierigsten finde.