Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 24. September 2006 bis Samstag 30. September 2006

Fünfundzwanzigste Woche im Jahreskreis

P. Christopher Scroggin LC

Kindliches Vertrauen Sonntag
Ein Licht in der Finsternis Montag
Gottes Willen tun Dienstag
Geht hinaus zu allen Völkern Mittwoch
Jesus suchen Donnerstag
Botschafter Gottes Freitag
Das Geschenk des Glaubens Samstag


Kindliches Vertrauen

24. September 2006

Fünfundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

P. Christopher Scroggin LC

Mk 9,30-37
Sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen. Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer (von ihnen) der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

Einführendes Gebet:  Himmlischer Vater, ich glaube an dich. Lehre mich, wie ein Kind an dich zu glauben und auf dich zu vertrauen. Ich möchte immer darauf bedacht sein, dir zu gefallen, indem ich deinen Willen gläubig erfülle.

Bitte: Herr Jesus, gewähre mir die Gnade, dir liebevoll, gleich einem Kinde, zu vertrauen.

1. Wer ist der Größte?  Wir ertappen uns häufig dabei, dass wir, ebenso wie die Jünger, danach trachten, der oder die Größte zu sein. Die Gesellschaft ermutigt uns, alles zu tun, was verspricht, erfolgreich zu sein, „Spitze“ zu sein. Häufig verlieren wir in dem Kampf um Erfolg die Sicht auf Christus und schieben ihn schließlich auf den zweiten Platz ab. Wer ist in meinem Leben tatsächlich der Größte? Ist es Jesus Christus oder bin ich es?

2. Das Geheimnis zum Erfolg.  Unser Herr verrät uns im heutigen Evangelium das Geheimnis zum Erfolg: „Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.“ Dies steht oft im Widerspruch üblichen Lebenseinstellung in unserer Welt. Das Evangelium lehrt uns, demütig zu sein, wie Jesus demütig war, um wirkliche Größe zu erreichen. Jesus kam, um zu dienen und nicht um bedient zu werden, und der Höhepunkt dieses Dienens war sein Sterben für uns auf dem Kalvarienberg.

3. Kindliches Vertrauen.  Der Erfolg in unserem religiösen Leben beginnt mit unserem kindlichen Vertrauen auf Gott. Jesus stellt ein Kind vor die Jünger und fordert sie auf, dieses kindliche Vertrauensverhältnis und seine Einfachheit vor den Eltern zu betrachten. Ebenso sollen auch wir vor Gott, unserem himmlischen Vater, wie Kinder werden.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, zu oft bin ich ängstlich und beunruhigt durch alltägliche Dinge. Hilf mir, alle meine Sorgen ganz vertrauensvoll in deine Hände zu legen und auf dich wie ein kleines Kind zu vertrauen. Ich weiß, du liebst mich sehr. Stärke mein Vertrauen zu dir.

Vorsatz:  Ich werde den heutigen Tag Gottes Hand anvertrauen und wie ein Kind neben seinem Vater leben.


Ein Licht in der Finsternis

25. September 2006

Montag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Christopher Scroggin LC

Lk 8,16-18
Jesus sagte zu der Menge: Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett, sondern man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen. Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt. Gebt also acht, dass ihr richtig zuhört! Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er zu haben meint.

Einführendes Gebet:  Himmlischer Vater, ich danke dir für alles, was du mir gibst. Ganz besonders aber danke ich dir dafür, dass du mich berufen hast, Christ zu sein, was mir sehr viel bedeutet. Die Worte Jesu spornen mich an, meine Berufung aus Liebe zu leben und diesen Schatz, den ich von dir erhalten habe, nicht zu verbergen oder zu horten. Schenke mir die Kraft, dich immer mehr zu lieben, auf dich zu hoffen und zu glauben, dass du mich annimmst.

Bitte:  Herr Jesus, schenke mir die Gnade, dass mein Licht leuchtet, und ich nicht die Herausforderungen und Kämpfe des täglichen Lebens fürchte. Stärke mich für die bevorstehenden Aufgaben und gib, dass ich das Licht meines Glaubens niemals vor anderen verberge.

1. Dunkelheit.  Als ich ein Junge war, unternahm meine Familie einen Ausflug zu berühmten Höhlen in Süd-Missouri. In einem Abschnitt einer Höhle machte der Führer das Licht aus, damit wir die absolute Dunkelheit der Höhle erfahren konnten. Die eigene Hand war vor den Augen nicht zu sehen. Manchmal kann unsere Kultur und Gesellschaft dieser dunklen Höhle ähnlich sein, wenn wir an die geistige Dunkelheit der Abtreibung, der Euthanasie, der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften, des moralischen Relativismus’ und der ständig wachsenden Säkularisierung der Gesellschaft denken. Als Christen dürfen wir die Hoffnung nicht aufgeben; wir tragen das Licht des Glaubens mit uns. Wie das Evangelium sagt, werden, wenn wir unser Licht auf den Leuchter stellen, alle, die eintreten, das Licht Christi sehen.

2. Das Licht.  Als Christen glauben wir, dass Christus von den Toten auferstanden ist und der Tod keine Macht mehr über ihn hat. Er ist das Licht und aufgrund seiner Vollmacht haben auch wir teil an diesem Licht. Er wollte unsere Mitarbeit bei der Erfüllung dieses Auftrags, das Licht in die Welt zu bringen, in der wir leben. Lasst uns das Licht mit allen teilen.

3. Eine Widerspiegelung des Lichts.  Unser Leben soll Abbild des Gottessohnes in der Welt sein. Ein Leben in der Gnade, das in Übereinstimmung mit dem Evangelium gelebt wird, befähigt uns, Gottes Licht überall hin zu bringen. Wenn ich im Gebet lebe, häufig zur Beichte gehe, regelmäßig die heilige Eucharistie empfange, wenn ich entsprechend den Seligpreisungen lebe und ich mich treu dem Apostolat widme, spiegelt sich die Liebe Christi in meinem Handeln und meinem ganzen Leben wider. Die Anderen werden Christus in mir sehen und sein Reich wird durch mich wachsen.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, ich bitte dich um die Kraft, dein Licht in das Dunkel der Welt zu bringen. Gib, dass ich gläubig und dir treu bleibe, und lass deine Liebe so von mir abstrahlen, dass es alle deine Kinder erreicht. Hilf mir, dass ich niemals in meiner Entschlossenheit, dir nachzufolgen, schwanke, und dass ich dich bei allen Männern und Frauen bezeuge.

Vorsatz:  Heute werde ich jemandem, zum Beispiel einen Mitarbeiter, einen Freund in Not oder ein Familienmitglied, an meinem Glauben teilhaben lassen.


Gottes Willen tun

26. September 2006

Dienstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Christopher Scroggin LC

Lk 8,19-21
Eines Tages kamen seine Mutter und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.

Einführendes Gebet:  Vater, dein Sohn tat hier auf Erden stets das, was dir gefiel. Ich dagegen erfülle deinen Willen leider nicht immer und oft bin ich von meinen Plänen und Wünschen eingeholt worden. Ich möchte heute dein Wort hören und in Liebe und Güte danach handeln.

Bitte: Herr Jesus, schenke mir wahre und treue Liebe zu deinem Willen.

1. Mach’ es einfach.  Die Gesellschaft, in der wir heute leben, hält uns in allem zu einem „mach’ es einfach“ an. Einfach zu tun, was ich will, was ich plane, was ich begehre – ganz gleich was – Hauptsache, ich fühle mich gut und denke nur an mich zuerst. Dennoch erleben wir eine Leere, die wir nicht erklären können. Wir sehnen uns nach mehr, aber wir sind uns nicht sicher, wonach.

2. Marias Lektion.  Im heutigen Evangelium zeigt Christus seine Mutter, Maria, als ein Vorbild für jemanden, der den Willen Gottes hört und danach handelt. Maria hatte Pläne für ihr Leben, bevor der Engel Gabriel erschien und alles veränderte. Sie wollte ihr Leben und ihre Jungfräulichkeit Gott weihen. Gabriel verkündete ihr einen anderen Plan. Sie sollte Gottes Sohn gebären. Was wurde nun aus ihren Plänen, ihrem Recht, zu tun, was sie wollte, was aus ihrer Selbstverwirklichung? Maria hörte auf das Wort Gottes, handelte danach und war gesegnet für alle Zeiten.

3. Wahres Glück.  Wir alle suchen nach dem wahren Glück. In dem heutigen Evangelium gibt uns Jesus den Schlüssel dazu. Wir müssen auf Gottes Wort hören und danach handeln, ganz gleich, wie schwer es auf den ersten Blick zu sein scheint. Nur auf diesem Weg werden wir wirklich Frieden und Glück finden für uns und für die, die wir lieben.

Gespräch mit Christus:  Herr, ich weiß, dass ich deinen Willen befolgen soll, aber das ist manchmal sehr schwer für mich. Hilf mir, deinen Willen dankbar anzunehmen und ihn in allem, was kommt, zu befolgen – so wie es Maria tat. Gib mir die Kraft, deinen Plan für mich gläubig anzunehmen; wenn ich so handle, werde ich wirklichen Frieden und echte Freude erlangen.

Vorsatz:  Heute werde ich eine meiner privaten Tätigkeiten zurückstellen, um für Gott mehr Zeit aufzubringen, indem ich entweder die Heilige Schrift lese oder Christus im heiligen Sakrament besuche.


Geht hinaus zu allen Völkern

27. September 2006

Mittwoch der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Vinzenz von Paul, Priester und Ordensgründer

P. Christopher Scroggin LC

Lk 9,1-6
Dann rief er die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. Und er sandte sie aus mit dem Auftrag, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd. Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn euch aber die Leute in einer Stadt nicht aufnehmen wollen, dann geht weg, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf. Sie verkündeten das Evangelium und heilten überall die Kranken.

Einführendes Gebet:  Himmlischer Vater, du hast mir aufgetragen, das Reich deines Sohnes hier auf Erden auszuweiten. Ich spüre die Schwere dieser Verantwortung, aber ich weiß, mit deiner Gnade ist alles möglich. Stärke mich für die schwierige Aufgabe, das Evangelium allen, denen ich begegne, zu predigen. Ich danke dir Herr, dass du immer bei mir bist, und für alles Gute, das du für mich getan hast.

Bitte: Jesus, schenke mir ein zielbewusstes Herz gleich dem deinen.

1. Sich auf den Weg machen!  Was mag den Aposteln durch den Kopf gegangen sein, als sie die Worte Jesu aus dem heutigen Evangelium hörten? Sie empfingen die Kraft, Vollmacht und Stärke Gottes. Es muss aufregend gewesen sein. Gleichzeitig dürften sie mit Besorgnis erfüllt gewesen sein. Sie mögen sich gefragt haben: „Könnte ich wirklich Macht über Dämonen haben und die Fähigkeit, Kranke zu heilen? Ich, ein Fischer aus Galiläa?“ Auch wir können die Schwere unseres Taufversprechens spüren, hinzugehen und andere zu taufen. Doch wie die Apostel, so brauchen auch wir das Vertrauen auf Gottes Gnade und Fürsorge.

2. Nicht allein.  Die Apostel waren nicht allein. Ihnen stand Jesus, als sie unterwegs waren, jederzeit bei, wenn auch nicht unbedingt körperlich sichtbar. Seine Worte waren die ihrigen. Seine Kraft und Gnade strömten aus ihm heraus, um Geist und Seele der Kranken zu heilen. All die großen Werke, die sie vollbrachten, waren in seinem Namen getan worden. Ich bin auch auf meinem Weg nicht allein. Ich bin bei meinem Auftrag, den Namen Christi anderen kundzutun, nicht allein. Jesus ist immer bei mir.

3. In seinem Namen.  So wie Petrus auf Jesu Wort hin die Netze auswarf und eine unglaubliche Menge an Fischen fing, so werde auch ich Frucht bringen, wenn ich alles im Namen Jesu tue. Ich würde mich selbst betrügen, wenn ich dächte, irgendeine Frucht, die ich im Apostolat erziele, käme nur von mir. Wenn es dort eine Frucht gibt, dann nur deshalb, weil der göttliche Gärtner sie wachsen lässt. Ich bin ein Mitarbeiter bei dieser wunderbaren Arbeit. Aber das Werk Jesus hängt davon ab, dass ich meinen Teil zur Verbreitung seines Reiches beitrage. Das muss ich mir immer vor Augen halten, besonders in Augenblicken der Dürre, der Fruchtlosigkeit und des Kampfes.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, du bist der Rebstock und ich ein Ästchen, das noch sehr schwach an ihm wächst. Stärke diese Verbindung! Lass niemals zu, dass ich mich durch meine Eigensucht oder Sünde von dir trenne. Ich möchte mit dir in diesem Weinberg arbeiten, der reich an Früchten für dein Reich ist.

Vorsatz: Ich werde Jesus heute, wenn es möglich ist, in der heiligen Eucharistie mit großer Liebe und in der Sehnsucht, immer in ihm zu bleiben, empfangen. Sollte das nicht möglich sein, werde ich geistig kommunizieren und mich auf die nächste Gelegenheit freuen, ihn persönlich zu empfangen.


Jesus suchen

28. September 2006

Donnerstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

P. Christopher Scroggin LC

Lk 9,7-9
Der Tetrarch Herodes hörte von allem, was geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden. Andere meinten: Elija ist wiedererschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Herodes aber sagte: Johannes habe ich selbst enthaupten lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn einmal zu sehen.

Einführendes Gebet:  Vater alles Guten, du sandtest deinen einzigen Sohn in diese Welt der Sünde und Dunkelheit, um unser Licht und Leben zu sein. Hilf mir, immer dieses Licht zu suchen, und den Lichtern der Welt sowie meiner Eigenliebe zu entsagen. Schenke mir die Gnade, das Angesicht deines Sohnes zu sehen.

Bitte: Herr, gib mir eine große Sehnsucht, Jesus zu sehen und mich in ihn zu verlieben.

1. Ein weltlicher Jesus.  Die Welt hat viele Vorstellungen von Jesus: er ist ein guter Lehrer, ein ethischer oder moralischer Führer, ein großer Prophet oder ein Revolutionär. Andere Bilder sind einfach falsch und unvereinbar mit dem, was Gott uns durch seinen Sohn offenbart hat. Die Welt hat ihre eigenen Vorstellungen in die Person Jesus Christus projiziert. Kann ich diese weltlichen Bilder von Jesus erkennen und unterscheiden?

2. Das wahre Bild.  Auch die Bibel gibt uns viele Bilder von Jesus. Ja, er ist der gute Lehrer und Hirt, der alle liebt; aber er ist auch einer, der zu hohen Idealen herausfordert. Er erwartet, dass wir uns von der Sünde abwenden und uns seinem Vater zuwenden, der unser Vater im Himmel ist. Er liebt den Sünder, aber er hasst die Sünde. Er stirbt in Todesangst unseretwegen, um die Macht der Sünde zu brechen.

3. Wen suche ich?  Nach wem suche ich also? Ist es ein Christus, der alle meine eigenen Maßstäbe, Launen und Sehnsüchte erfüllt? Oder suche ich nach dem wahren Jesus Christus? Der Jesus des Evangeliums und der heiligen Eucharistie erwartet mich, aber ich muss ihn in aller Demut und Aufrichtigkeit suchen. Es gibt nur einen Jesus Christus.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, gib meinen Augen dein Licht, damit ich dich in deiner ganzen Schönheit sehe. Ich möchte nur dich, und ich weiß, dass ich in dieser Sehnsucht auch das Kreuz ersehne, weil dir nachzufolgen bedeutet, jeden Tag mein Kreuz auf mich zu nehmen. Gewähre mir deine Kraft, damit ich von diesem Weg niemals abkomme.

Vorsatz:  Heute werde ich ein Opfer bringen, damit ich mehr mit dem gekreuzigten Christus verbunden bin.


Botschafter Gottes

29. September 2006

Freitag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Michael, Gabriel und Rafael, Erzengel

P. Christopher Scroggin LC

Joh 1,47-51
Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

Einführendes Gebet: Himmlischer Vater, ich danke dir für ein weiteres großes Geschenk: den Chor der Engel. Die Erzengel, deren Gedenktag wir heute besonders feierlich begehen, haben uns ein großes Beispiel der Treue, des Dienens und der Hingabe gegeben. Herr, ich möchte dich lieben, indem ich den Erzengeln nacheifere. Ich vertraue auf deine Vorsehung und suche nur das zu tun, was dein Wille ist. Ich liebe dich, Herr.

Bitte:  Herr, gib, dass ich deine Boten, die Engel, immer mehr liebe.

1. Wer ist wie Gott?  Nachdem Luzifer Gottes Plan abgelehnt hat und sein fiat – non serviam - gesprochen hatte, trat ein Engel für Gott ein: Michael. Er ist der Verteidiger Gottes und seiner Sache. Er ist der Prinz des himmlischen Heerscharen. Vor allem lehrt uns Michael, unserem Herrn immer in Demut und mit großem Mut zu dienen.

2. Gabriel, der Bote Gottes.   Gabriel spielte eine ganz besondere Rolle als Überbringer der Botschaft Gottes und seiner Pläne an wichtige Personen der Heiligen Schrift. Die bedeutendste unter ihnen ist Maria, der er zur Verkündigung erschien und deren Bereitschaft er erbat, das Christuskind zu empfangen. Wie Maria müssen wir immer bereit sein, Gottes Plan zu hören und zu verwirklichen. Wie Gabriel müssen wir bereitwillig Gottes Botschaft all denen bringen, die uns begegnen.

3. Raphael, Gottes Heilung.  Raphael zeigt uns die heilende Kraft Gottes und seine große Sehnsucht, nur das zu tun: zu heilen; nicht nur unsere physischen Leiden, sondern auch unsere seelischen. Wir müssen offen sein für Gottes heilende Kraft, vor allem, wenn wir in Not sind. Manchmal wollen wir uns dem göttlichen Arzt nicht öffnen, weil wir so stolz, egoistisch und eitel sind. Wenn wir jedoch besser werden und gesund bleiben wollen, müssen wir ihm erlauben, an uns zu arbeiten.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, wunderbar sind deine Wege und sie übersteigen wahrlich meinen Verstand und mein Verstehen. Doch du hast mich erwählt, dein Jünger zu sein, so wie du Natanaël erwählt hast. Du hast mich für eine besondere Aufgabe auserwählt, so wie du Maria auserwählt hast, die Mutter Christi zu sein. Du hast mir besondere Gaben und Talente gegeben, so wie jeder der Erzengel besondere Talente und Aufgaben bekommen hatte. Ich danke dir Herr für die vielen Wohltaten, die du mir erwiesen hast. Gewähre mir die Gnade, für deine Anregungen aufgeschlossen zu sein und dich jeden Tag aus ganzem Herzen zu rühmen.

Vorsatz:  Heute werde ich mich bemühen herauszufinden, welche Aufgabe Christus mir aufgetragen hat, und ich werde darauf zusteuern, seinen Willen zu erfüllen.


Das Geschenk des Glaubens

30. September 2006

Samstag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hieronymus, Priester und Kirchenlehrer

P. Christopher Scroggin LC

Lk 9,43b-45
Alle Leute staunten über das, was Jesus tat; er aber sagte zu seinen Jüngern: Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden. Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, so dass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.

Einführendes Gebet:  Herr, lass dein Licht auf mich scheinen, um meinen Verstand und meine Seele mit deiner tiefen Wahrheit, die zum ewigen Leben führt, zu erfüllen. Mein Glaube führt mich dazu, dich mehr zu lieben und auf deine Güte zu hoffen. Herr Jesus, ich komme wieder einmal zu dir und suche das Licht des Glaubens, um deine Absichten besser zu verstehen. Lass mich dir ganz nahe sein, damit meine Gebete dir gefallen.

Bitte:  Herr Jesus, stärke meinen schwachen Glauben und führe mich auf deinen Pfaden.

1. Blinder Glaube an die Wissenschaft.  Es gibt so viele alltägliche Dinge, die wir für selbstverständlich ansehen. Man könnte sagen, wir glauben blind an die Elektrizität in einem Raum, an die gewaltige Technik in einem Wolkenkratzer, um nur zwei Beispiele zu nennen. Alles kommt uns selbstverständlich vor. Wir denken nicht viel darüber nach. Wir vertrauen darauf, dass alles immer funktioniert. Wenn mein „Glaube“ über die Grenze des erfahrungsgemäßen Wissens, wie Elektrizität und Technik, hinausgeht in den Bereich des Geistigen, stoße ich auf Hindernisse für meinen Glauben.

2. Übernatürlicher Glaube.  Man kann Jesu Aussage in diesem Evangelium über sein Leiden und seinen Tod nur mit einem „übernatürlichen Glauben“ verstehen. Dieser Glaube ist ein Geschenk, das wir in großer Demut von Gott erbitten müssen, damit es Licht auf unser ganzes Leben wirft. Glaube führt zu größerem Wissen als rein menschliche Kenntnisse. Im Vertrauen auf Jesus bitten wir ihn um diesen Glauben.

3. Angst, zu fragen.  Die Jünger im heutigen Evangelium trauten sich nicht, Jesus eine Frage zu stellen. Nach etwas fragen, was wir nicht verstehen, ist nicht unbedingt schlecht: es ist ganz normal und zeigt eine kindliche Haltung. Christus hat immer eine Antwort auf meine Fragen – eine „verstehbare“ Antwort -, selbst wenn ich sie nicht vollkommen verstehen kann. Denn Christus möchte nicht, dass ich seine Lehre und seine Werte nur passiv annehme. Er möchte, dass ich sie frei annehme, nicht so sehr, weil ich sie vollkommen verstehe, sondern eher, weil ich Gott vertraue und ihn liebe, er, der sich mir selbst zeigt.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, es ist so einfach für mich, mein Leben nur von einem rein menschlichen Standpunkt aus zu betrachten. Ich habe gelernt, in meinem täglichen Leben alles rational zu erklären, so dass ich so weit bin, nichts zu glauben, was ich nicht rational verstehen kann. Gewähre mir einen wachen Glauben, damit ich alle Dinge aus deiner Sicht sehe. Mein Glaube möge meinen Weg alle Tage meines Lebens erleuchten.

Vorsatz:  In meinem Gebet heute werde ich in aller Demut um das Geschenk des Glaubens an Jesus Christus bitten.