Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 7. Mai 2006 bis Samstag 13. Mai 2006

Vierte Osterwoche

P. Todd Belardi LC

Ich gebe mein Leben hin Sonntag
Auf die Stimme des Hirten hören Montag
Ein gutes Leben Dienstag
Leben im Licht Mittwoch
Dienen wie der Herr Donnerstag
Der Weg Jesu Freitag
Zeige uns den Vater Samstag


Ich gebe mein Leben hin

7. Mai 2006

Vierter Sonntag der Osterzeit

P. Todd Belardi LC

Joh 10,11-18
Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, läßt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muß ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

Einführendes Gebet:  Herr, Jesus, ich danke dir, dass ich im Gebet bei dir sein darf. Ich bitte dich, öffne mein Herz für deine Worte ewigen Lebens, damit ich dir noch besser auf dem Weg der wahren Liebe folgen kann.

Bitte: Herr, lass mich deinen Willen treu befolgen, so dass ich ein glaubwürdiger Christ sein kann.

1. Ich gebe mein Leben hin.  Der Vater vertraute Christus eine Mission an: Christus sollte durch ein Leben unbegrenzter Selbsthingabe, einer Hingabe bis in den Tod, die Erlösung bringen. Da er Gott ist, konnte er den Vater mit uns versöhnen. Durch seine Menschwerdung konnte er sich mit uns gefallenen Menschen identifizieren und uns zu Kindern Gottes erheben. Christus ist die vollendete Brücke zwischen der gefallenen Menschheit und dem unendlich heiligen Gott. Seine Mission, diese Kluft zu überwinden, kam erst dadurch zustande, dass er den Willen des Vaters aus eigenem freiem Willen annahm. Unser Herr bekam dafür nichts, und doch war er treu bis in den Tod.

2. Aus freiem Willen. Jesus wurde nicht befohlen, sich für unsere Sünden hinzugeben. Er hat sich freiwillig aufgeopfert. Die Freiheit ist dann am besten genutzt, wenn sie ohne Rücksicht auf Mühen und Entbehrungen den Willen Gottes erfüllt. Wir sollten bedenken, dass Jesus wusste, was jenseits seiner erfolgreichen Predigten und Wunder zu erwarten war: der Weg zum Kalvarienberg. Um sich
darauf vorzubereiten, verbrachte er viele Nächte auf dem Ölberg. Trotz des Mangels an Verständnis von Seiten seiner Jünger, offenbarte er ihnen sein Schicksal. Am Ende, als seine Stunde kam, zeigte er sich dem Vater treu ergeben. Als die Stunde der Finsternis schlug, sagte er zu den Hohenpriestern: „Ich bin es”. Christus ist vor Gottes Willen niemals zurückgeschreckt. Er fühlte die Schwere. Trauer erfüllte sein Herz. Seine menschliche Seite drängte ihn dazu, einen leichteren Weg zu gehen. Er aber bewies, dass Liebe stärker als der Tod ist, dass wahre Freiheit die Sünde überwinden und beherrschen kann.

3. Ein Leben der Liebe. Vielleicht haben wir Angst davor, uns Gott ganz aufzuopfern. Was wird er von uns verlangen? Was muss ich aufgeben? Werde ich dazu imstande sein? Wie auch immer, wir können darauf vertrauen, dass die Furcht vergeht, wenn wir, wie Christus, aus der Liebe leben. Uns ist klar, dass der Vater ihn darum bat, für uns zu sterben. Und was für Früchte das gebracht hat! Indem er das Menschsein annahm, verließ er den Glanz seiner Gottheit, um uns Menschen zu erhöhen. Er erreichte das Unmögliche, indem er die Last aller Sünden trug. Er vertraute darauf, dass der Vater ihm die nötige Kraft geben würde. Heute kann es sein, dass wir aufgefordert werden, unserer Eigenliebe zu entsagen, ein Laster zu überwinden, das uns plagt, oder darauf zu vertrauen, dass wir mit der Gnade Gottes gute Christen sein können in einer Welt, die dem Christentum feindlich gegenübersteht. Wenn wir Christus lieben, werden wir uns nicht fürchten, denn er hat uns den Weg gezeigt - und er hat bereits gesiegt.

Gespräch mit Christus:  Herr, schenke mir den Mut, ein treuer Christ zu sein, überall und immer, wen ich auch treffe und was ich auch sage. Hilf mir, dass ich mich zu dir bekenne.

Vorsatz:  Aus Liebe zu Christus will ich heute etwas, was mich große Überwindung kostet, dem Herrn aufopfern.


Auf die Stimme des Hirten hören

8. Mai 2006

Montag der vierten Osterwoche

P. Todd Belardi LC

Joh 10,1-10
Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.

Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Einführendes Gebet:  Vater, du bist mein Hirte, und wenn du mich leitest, wird es mir an nichts fehlen. Vermehre meine Hoffnung, damit ich immer auf deinem Weg dem Himmel zustrebe. Halte mich von allem fern was mich davon abhält, dich immer mehr zu lieben und mich ohne Vorbehalte für meine Brüder und Schwestern hinzugeben.

Bitte:  Herr, lass mein Herz fest in deinen Verheißungen verwurzelt sein.

1. Die Stimme Gottes. Dass wir auf Fremde hören, kommt nicht oft vor. Der Grund liegt darin, dass sie für uns eine gewisse Unsicherheit darstellen. Wir haben keine Ahnung, was in ihren Köpfen vorgeht oder was für Absichten sie haben. Es könnten ja Diebe und Räuber sein. Der Hirt kennt die seinen, weil er für sie sorgt: er nährt sie, führt sie auf die Weide, beschützt sie vor Gefahren und gibt ihnen Rast. Die Stimme Gottes in unserem Herzen ist nicht die eines Fremden. Er nährt unsere Seele im Gebet. Im Gebet ist unser Herz von der Stimme dessen, der uns liebt, erfüllt. Er wird unsere Seele auf grüne Weiden führen und uns dadurch in seiner Gnade erfrischen. Indem er uns zur Stärkung die Sakramente schenkt, wird er uns vor geistigen Gefahren beschützen. Die Stimme Christi hat sicherlich auf diese Art und Weise in den Herzen der Jünger gewirkt In der Heiligen Schrift können wir lesen, dass kein Mensch je zuvor so wie er gesprochen hat, denn er hatte Worte des ewigen Lebens.

2. Was wir hören. Wenn es jemanden gibt, der es wert ist, auf ihn zu hören, dann ist es Christus. Wir wissen, dass es nicht leicht ist, ihm nachzufolgen. Er sagt, dass sein Weg schmal und gerade ist, einer, auf dem man das Kreuz nicht scheut. Wir hören, was für Mühen er uns kosten wird. Aber bedenken wir je, was wir auf ihm gewinnen werden? Und was andere gewinnen werden? Der hl. Paulus ist das vollkommenste Beispiel eines Mannes, der alles verließ, um seinen Platz bei Christus zu gewinnen. Die Verheißung Christi war in seinem Herzen in Liebe verankert. Aus diesem Grund konnte er alles erleiden, was er erleiden musste, verlieren, was er verlor, predigen wie er predigte, sterben wie er starb – denn sein Herz strebte nach dem Ewigen. Christus verspricht uns die Fülle des Lebens, hundertfach in diesem Leben und die Ewigkeit im nächsten – wenn wir treu sind. „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. (Mt 25,34) Dies sind die Worte Christi, des guten Hirten.

3. Die Augen auf das Tor richten. Unsere Herzen verlangen nur nach einem: Gott zu schauen. Das ist der Himmel. In unserer Welt des Komforts kann es leicht geschehen, dass wir den Himmel schon jetzt in der Welt um uns herum anstreben. Vergnügen, Geld und Macht bedrängen uns und können unser Herz von seinen tiefsten Wünschen ablenken. Deshalb ist es notwendig, dass wir immer das Ende und Ziel unserer Existenz im Auge behalten. Je mehr wir ein Leben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe führen, umso mehr streben wir dem Tor des Himmels zu und umso mehr erkennen wir Gott im Alltagsgeschehen. Wir erkennen klar, dass Gott alles zu unserem Besten lenkt. Es ist uns bewusst, dass alles in der Schöpfung vergänglich ist. Wir erkennen, dass der Sinn unseres Seins in der Liebe ist, nicht im Reichtum. Unsere Augen sind auf das Ziel gerichtet und wir mühen uns ab, so wie es der hl. Paulus tat: um das Ziel zu erreichen.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, erleuchte meinen Verstand, damit ich das Geheimnis deiner Liebe begreife. Hilf mir, auf die Verheißung des ewigen Lebens ausgerichtet zu bleiben. Führe mein Herz auf den schmalen Pfad, der zum ewigen Leben führt und bewahre mich vor dem breiten Weg, der im ewigen Verderben endet. Bestärke meinen Willen, ein tugendhaftes Leben zu führen.

Vorsatz:  Ich will heute die göttlichen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und Liebe auf konkrete Weise leben.


Ein gutes Leben

9. Mai 2006

Dienstag der vierten Osterwoche

P. Todd Belardi LC

Joh 10,22-30
Um diese Zeit fand in Jerusalem das Tempelweihfest statt. Es war Winter, und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab. Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

Einführendes Gebet:  Vater, ich danke dir, dass ich bei dir sein und die Größe Jesu Christi betrachten darf. Öffne mein Herz im Gebet deiner Liebe. Bringe meinen Willen dazu, das zu wollen, was du willst, sodass mein und dein Wille eins sind.

Bitte: Herr, lass mich mein Leben jeden Augenblick in Fülle leben, indem ich dich verherrliche und aus der Liebe lebe.

1. Wir wollen es wissen. Unser Leben ist ein großes Drama und Dramen beinhaltet oft Konflikte. Wir wollen wissen, warum wir leben, wohin uns unser Leben führen sollte und was das Ziel ist. Christus sagt uns alles, was wir wissen müssen. Das Leben ist kurz, und man kann es nur einmal leben. Das große Drama und Problem besteht darin, zu erkennen, wofür wir unsere Zeit nutzen sollen. Christus hält uns nicht hin, von Anfang an erzählt er uns, wer er ist und was uns der Glaube an ihn bringen wird. Danach überlässt er uns die Entscheidung, ob wir ihm nachfolgen wollen oder nicht. Was für eine Sicherheit es uns gibt, zu wissen, dass wir nie zugrunde gehen werden, wenn wir unsere Zeit damit verbringen, Gott zu gefallen!

2. Der Schlüssel. Unser Leben reicht über die Grenzen der Zeit hinaus. Der Mensch besteht aus Körper und Geist. Es ist klar, dass der Geist von weit größerer Bedeutung ist, denn nur Werke unseres Geistes können die Zeiten überdauern. Aus diesem Grund beherrschte der hl. Paulus seinen Körper und machte ihn seinem Geist untertan. Wir haben alle erfahren, dass der Geist willig ist, aber unser Körper unsere besten Absichten zunichte machen kann. Die Lösung – der Schlüssel – dafür ist, tugendhaft zu leben und jene Tugend zu stärken, die wir am meisten brauchen und die wir am wenigsten beherrschen.

3. Ein gutes Leben führen. Wir wollen alle gut leben. Wenn es so ist, dass der Geist im Zentrum unseres Seins steht, müssen wir uns aktiv dafür entscheiden, ein gutes Leben zu leben. Und das im Bewusstsein, dass unsere Zeit kurz ist und wir nur einmal leben können. Es hängt zu viel davon ab, als dass wir uns ein laues Leben leisten könnten. Ein gutes Leben zu führen, bedeutet, dass wir die Sünde aus unserem Leben verbannen und Christus zur Gänze nachahmen müssen. Der Wille Christi war der gleiche wie der des Vaters. Sie dachten gleich, sie wünschten das selbe, sie waren treu. Christus ist für uns das Abbild des Vaters. Wenn wir wie Christus denken, die Dingen so sehen wie er, andere so beurteilen wie er es tut, Eifer für die Herzen der Menschen zeigen, dann wird unser Leben ein gutes sein. Wer ein gutes Leben führen möchte, wird sich in jedem Augenblick bemühen, Christus nachzuahmen.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, hilf mir, so wie du zu leben. Hilf mir, so viele Herzen wie möglich zu dir zu führen, auf dass sie dich erkennen und an dich glauben. Verwandle mein Leben und gib ihm die Bedeutung, die nur du ihm geben kannst. Hilf mir, auf die Ewigkeit ausgerichtet zu bleiben und zu erkennen, dass diese Welt nur eine Vorbereitung auf sie ist. Lass mich jede Not und jede Freude als ein Mittel dafür erkennen, in der Tugend wachsen zu können und dich zu verherrlichen.

Vorsatz:  Um meine Zeit gut nutzen zu können, will ich heute jede Zeitverschwendung vermeiden.


Leben im Licht

10. Mai 2006

Mittwoch der vierten Osterwoche

P. Todd Belardi LC

Joh 12,44-50
Jesus aber rief aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag. Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiß, daß sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

Einführendes Gebet:  Himmlischer Vater, öffne mein Herz für deine Gnade. Vermehre in meinem Leben einen brennenden Glauben an Jesus Christus, sodass ich immer in der Wahrheit verwurzelt bleibe. Vermehre meine Hoffnung, damit mein Herz beständig nach dem Himmel verlangt. Gleiche meine Liebe der deinen an: absolut, grenzenlos, entschieden, und immer auf das Wohl der anderen ausgerichtet.

Bitte:  Jesus, lass mich ein wahrhaft christliches Leben führen.

1. Das Licht der Welt.  „Erwache, o Schlafender, erhebe dich von den Toten und Christus wird dir das Licht geben.” Diese Stelle aus dem Stundengebet für den Karsamstag beschreibt Christus, der zu den Toten hinabsteigt, um die in der Sünde gefangenen zu befreien. Christus ist das Licht. Von seinen heiligen Wunden erstrahlt das Licht himmlischer Gnaden: Vergebung, Hoffnung, Trost, Friede, Liebe. Der Herr hat die Sünde überwunden und bleibt für immer das Licht, das niemals vom Bösen überwunden werden kann. Wir können darauf vertrauen, dass er immer das Licht sein wird, das unser Gewissen erleuchtet und uns auch bei den größten Prüfungen anspornt: „Erhebe dich, Werk meiner Hände, du, der du nach meinem Bilde geschaffen bist.”

2. Weg von der Sünde. Christus nannte seine Passion „die Stunde der Finsternis”. Die Sünde regierte in ihr. Aber Christus hat diese Stunde überwunden und ein Königreich gegründet, das für alle Zeiten erhalten bleibt. Christus ist derselbe, gestern, heute und in alle Ewigkeit. Er führt uns von der Sünde weg und zu sich hin. Von einem Leben der Sünde zu einem Leben in der Gnade Gottes, von der Finsternis zum ewigen Licht. Ein religiöses Leben zu führen, bedeutet, dass die Finsternis der Sünde immer schwächer wird, während das Licht der Gnade immer heller erstrahlt.

3. Glaube und Handeln.  Licht erzeugt Freude. Wir kennen alle die Freude der Vergebung unserer Sünden im Sakrament der Versöhnung. Unsere Würde ist wieder hergestellt, denn das Licht der Gnade hat unsere Schuld überwunden. Je mehr wir an Christus glauben und von einem Leben in Sünde zu einem Leben in Gnade geführt werden, um so größer wird unser Glück sein. Glücklich sein ist das Resultat eines Lebens in der Gnade, eines Lebens in dem man persönliche Sünden überwindet und zur Gänze für andere lebt. Glaube an Christus und handle so wie er.

Gespräch mit Christus:  Lass mich dich als das Licht meiner Seele erkennen, als den, der all meine Fragen beantwortet und all meine Ängste vertreibt. Erfülle meine Seele mit deiner Gnade und befreie mein Herz von aller Sünde, damit ich wahrhaftig die Freude habe, frei zu sein und deine Schönheit zu erkennen.

Vorsatz: Ich will heute meinen geistigen Lebensplan vollkommen erfüllen.


Dienen wie der Herr

11. Mai 2006

Donnerstag der vierten Osterwoche

P. Todd Belardi LC

Joh 13,16-20
Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. Selig seid ihr, wenn ihr das wißt und danach handelt. Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwählt habe, aber das Schriftwort muß sich erfüllen: Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen. Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es. Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

Einführendes Gebet:  Vater, öffne mein Herz, damit ich weiß, was es bedeutet, meinen Nächsten so zu dienen, wie Jesus es tat. Ich wünsche mir, dass mein Wille danach verlangt, so zu leben wie unser Herr, in unbändiger Liebe für die Seelen. Stärke meinen Willen, dass ich den Pfad des demütigen Dienens erwähle, der meinen Egoismus überwindet.

Bitte: Herr Jesus, erwirke in mir, dass ich lieber diene, anstatt bedient zu werden.

1. Der Meister.  Die Jünger nannten Jesus während seines Erdenlebens „Meister”. Viele andere nannten ihn rechtmäßigerweise auch so, denn Jesus ist der Meister. Als Petrus den Herrn das dritte Mal nach seiner Auferstehung sah, bekannte er: „Herr, du weißt alles” (Joh 21,17). Auch wenn Petrus hier erkannt und akzeptiert hat, dass es im Leben schwierige Situationen zu bewältigen gibt, war er jedoch auch imstande, demütig anzuerkennen, dass Christus wahrhaftig der Herr und Meister ist und alles weiß. Wenn wir Christus betrachten, müssen wir begreifen, wer hier spricht, handelt, Wunder wirkt, arbeitet und belehrt. Er ist Gott, der Herr aller Dinge: ein Mensch wie wir, aber auch Gott, der den Schlüssel zu allem hat.

2. Der Diener. Der Meister wurde zum Sklaven. Gott diente den Menschen. Wenn wir begriffen haben, dass unser allmächtiger Gott auf die Erde kam, um uns zu dienen, können wir nur in demütiger Anbetung niederfallen. Christus gibt seinen Jüngern immer wieder das Beispiel seiner eigenen Mission: anderen zu dienen. Liebe Gott, indem du anderen dienst; lebe wie Jesus, indem du dich Gottes Willen demütig unterwirfst. Das ist das Wesentliche des Christentums: bescheidener Dienst an allen, besonders an den Menschen, bei denen es uns am schwersten fällt. Die Bezeichnung dafür ist: christliche Nächstenliebe.

3. Selig sind die, die dienen. Christus lädt uns ein, zu dienen. Ein Diener für andere zu sein, fällt uns nicht leicht, weil es bedeutet, dass man demütig sein muss. Es war auch nicht einfach für Christus. Sein Ansporn war, uns zu lieben und uns zu erlösen. Dienst an anderen ist ein Segen, weil wir dadurch lieben können – auch in Situationen, in denen sich unsere Leidenschaften nicht unterwerfen lassen wollen und wir uns vor dem Dienst an anderen am liebsten drücken möchten. Die Liebe verwandelt unsere Welt; sie verwandelt unser Herz und macht es der Gnade Gottes möglich, uns in der Tiefe unserer Seele zu berühren. Wenn wir als Beweggrund für das Dienen die Liebe für die Menschen haben, wird jede Gelegenheit des Dienens zum Segen. Dem Segen nämlich, wie der Herr zu leben, der kam, nicht um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben für uns hinzugeben.

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, hilf mir heute, dich als demütiger Diener aller nachzuahmen. Entflamme mein Herz mit großem Eifer für die Menschen, sodass ich in jedem Augenblick danach verlange, anderen deine Liebe zu schenken.

Vorsatz:  Ich will heute für jemand in Not ein bewusstes Werk christlicher Nächstenliebe vollbringen.


Der Weg Jesu

12. Mai 2006

Freitag der vierten Osterwoche

P. Todd Belardi LC

Joh 14,1-6
Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin die gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Einführendes Gebet: Vater, ich möchte meine Zeit im Gebet mit dir gut nutzen. Öffne meinen Verstand für deine göttlichen Geheimnisse mit dem Licht des heiligen Geistes. Gib, dass mein Glaube an dich mich zu einer größeren Hingabe an deinen Willen bringt und mich dazu bewegt, ein besserer Apostel deiner Liebe zu sein.

Bitte:  Herr Jesus, hilf mir, einen aufrichtigen apostolischen Eifer für alle Menschen zu erlangen.

1. Vorwärts gehen ohne zu wissen. Christus nachzufolgen ist ein Abenteuer. Als sich die Jünger Jesus anschlossen, hatten sie keine Ahnung, wie sich die Dinge entwickeln und welches Ende sie haben würden. „Ihr werdet Menschenfischer sein.” Dreimal prophezeite er den Weg zum Kalvarienberg, ohne dass sie ihn verstanden. Sie wanderten durch die Lande, ohne zu wissen, wo sie schlafen würden; sie wurden ausgesandt, um zu verkündigen und Dämonen auszutreiben. Dazu benötigt man Glaube! Man braucht bei Abenteuern immer Glaube, besonders bei göttlichen, denn wir können deren Verlauf nicht kontrollieren – nur Gott kann es! Gott zu erlauben, uns dorthin zu führen, wo wir lieber nicht hin möchten, oder einen Weg zu gehen, den wir nicht kennen, erfordert Glauben an Jesus, den Weg, die Wahrheit und das Leben.

2. Der selbe Weg. Der Herr erbittet von uns, sich ihm zu überlassen. Thomas war ein vernunftbetonter Mensch, der nur glauben wollte, was er auch sehen kann. Nachdem er schließlich seine Finger in die Hand- und Seitenwunde des auferstandenen Herrn legen kann, glaubt er und gibt seine Zweifel auf – mein Herr und mein Gott! Das Abenteuer wird klar erkenntlich, denn sein Glaube erleuchtet seinen Verstand. Vorher kannte er den Weg nicht, jetzt schon. Wenn unser Glaube lebendig ist, wird der Weg des Kreuzes zum Weg, den wir gehen müssen.

3. Für alle. Gott hat mit jedem Menschen einen Plan. Er hat für jedes Leben einen Entwurf und einen Weg. Es gibt keinen Menschen, über den Gott nicht ständig wacht, den er nicht zu seinem Ziel hinführt und hilft, diesen Plan zu erfüllen. Wir fragen uns manchmal, wie Gott bestimmte Menschen anrühren wird, wie er etwas in unserem eigenen Leben verändern wird oder wie er ein bestimmtes Apostolat zum Erfolg bringen wird. Wir müssen auf die Menschen und Situationen mit den Augen Gottes sehen. Dann werden wir den heiligen Geist am Werk erkennen, der alles zum Besten der Seelen tut, auch in Situationen, die unlösbar erscheinen. Gott ist immer da, er führt, leitet und inspiriert uns. Wie oft hören wir ihn uns zuflüstern: „Wirst du mir bei diesem Menschen helfen? Ich habe einen Plan mit ihm.”

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, verhilf mir zu einem erleuchteten Glauben, damit ich den Weg gehen kann, den du für mich vorgesehen hast. Lass mich dich als meinen Gott anbeten und dir auf dem Weg des Kreuzes und der Auferstehung nachfolgen. Hilf mir, bei der Rettung der Seelen mitzuarbeiten.

Vorsatz:  Ich will heute bewusst meinen Glauben jemanden anderem mitteilen.


Zeige uns den Vater

13. Mai 2006

Samstag der vierten Osterwoche

P. Todd Belardi LC

Joh 14,7-14
Jesus sagte zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

Einführendes Gebet:  Vater, lass mich dich während des Gebets im Licht des Glaubens sehen. Hilf mir, deinen Sohn zu erkennen, damit ich ihn noch mehr lieben kann. Hilf mir, ihn noch mehr zu lieben, auf dass ich ihm in vollkommener Weise nachfolge.

Bitte:  Herr Jesus, hilf mir deine Liebe zu mir auf ganz persönliche Weise zu erfahren.

1. Was wir in Christus sehen. Großartige Menschen zu sehen ist beeindruckend. Wenn wir bedenken, was sie geleistet haben, kann uns das überwältigen. Besonders heute erinnern wir uns an Papst Johannes Paul II., auf dessen Leben an diesem Tag ein Attentat verübt wurde. Papst Johannes Paul II. hat während seines Lebens sehr viele Menschen beeindruckt. Viele waren über seine imposante Persönlichkeit erstaunt. Ich darf Menschen ehrfürchtig bewundern, aber wieviel mehr sollte mich die Persönlichkeit Christi ergreifen! Verstehe ich alles, was er für mich persönlich getan hat, wenn ich in seiner Gegenwart vor dem Allerheiligsten knie? Wir können die Gegenwart Christi als selbstverständlich ansehen, so wie es Phillippus im heutigen Evangelium tut. Es wird eine Weile dauern, bis er nach dem Opfertod und der Auferstehung Christi, diesen in einem anderen Licht erkennen kann.

2. An seine Werke glauben. Vor nicht allzu langer Zeit war der Kommunismus auf dem Weg zur Weltherrschaft. Viele Menschen dachten, dass Freiheit und Religion von dieser Erde verschwinden würden. Gebet und Buße waren die Waffen, die von den drei Hirtenkindern von Fatima verkündet wurden, nachdem ihnen die Jungfrau Maria am 13. Mai 1917 erschienen war. Sie haben gewonnen. Maria versprach, dass der Kommunismus durch Werke des Glaubens zurückgeschlagen werden würde. Der Fall des Kommunismus war ohne Zweifel ein Werk Gottes.

3. Öffne dein Herz. Wenn wir Gott unsere Herzen öffnen, dann öffnet Gott sich uns. Wenn wir auch nur ein wenig geben, Gott schenkt uns viel mehr zurück. Wir haben deshalb Angst, uns Gott zu öffnen, weil wir fürchten, dass wir unsere Gewohnheiten ändern müssen. Wir können aber vertrauen, dass Gott nur das will, was für uns gut ist. „Fürchtet euch nicht. Christus weiß, was im Menschen steckt. Er ist der einzige, der das weiß. Ich bitte euch... ich flehe euch an, lasst Christus zu euch sprechen. Er allein hat Worte ewigen Lebens, ja, ewigen Lebens.” (Papst Johannes Paul II. in seiner Antrittsrede am 22. Okt. 1978). Öffne Christus dein Herz und richte deinen Blick auf ihn. Erkenne in seinen Augen, höre in seinem Wort und schaue in seinen Werken einen Gott, der uns mit unendlicher, ewiger Liebe liebt. Es gibt keine Grenzen in der Liebe Gottes. Wird unsere Liebe Grenzen haben?

Gespräch mit Christus:  Herr Jesus, gib mir ein so liebevolles Herz wie das deine. Lass mich in dir den vollkommenen Menschen erkennen, das vollkommene Beispiel der Liebe und zeige mir, wie ich lieben soll. Ich überlasse mich deinem Willen. Bewirke bei mir das Wunder einer Verwandlung meines Herzens, damit es so wie das deine wird.

Vorsatz:  Ich will Christus heute ein besonderes Opfer für die Bekehrung der Sünder bringen, damit sie Christus als eine Antwort auf ihrer Suche nach einem Sinn in ihrem Leben finden.